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Kundenrezensionen

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am 7. Oktober 2012
Es fällt nicht eben leicht zu Thomas Mann im allgemeinen und den Buddenbrooks im speziellen eine Rezension zu verfassen. Die Leserschaft des Autors zerfällt wohl in zwei Teile: Diejenigen, die ihn hernach prinzipiell abweisen und andere, die seiner Literatur verfallen sind. Der Rezensent gehört zu der letzteren Gruppe. Und eben deshalb ist es so schwer, eine gültige Meinung zu diesem Buch zu formulieren: Jeder Tadel erscheint als Anmaßung und jedes Lob als chronisch unzureichend. Thomas Mann ist einer der bedeutendsten Erzähler deutscher Sprache.
Die Erzählung über den Verfall der Familie Buddenbrook ist ihrerseits selbstverständlicher Bestandteil der kanonischen Weltliteratur geworden. In Anlehnung an Heinrich Breloers Filmbiographie möchte man von einem „Jahrhundertroman“ sprechen. Das Buch kann daher nur uneingeschränkt empfohlen werden. Selbst wenn ein Leser das Buch schlussendlich ablehnt, hat er doch durch seine Lektüre immerhin einen Eindruck von zeitloser, bleibender Literatur gewonnen.

U und E
Statt einer Aufzählung positiver wie negativer Aspekte des Buches nachzugehen, möchte ich einem grundsätzlichen Gedanken folgen: Selbst an ernsthafter Literatur Interessierte wagen sich regelmäßig nicht an Thomas Mann heran. Dabei mögen einerseits schlechte Erinnerungen an die schulische Lektüre des Autors eine Rolle spielen – fällt es Jugendlichen doch verständlicherweise schwer, Zugänge zu diesem Autor zu finden. Andererseits gibt es eine andere, trübsinnige Entwicklung. Thomas Mann scheint ein weiteres Opfer im Spektrum der sogenannten „klassischen Literatur“ zu sein. Jeder kennt ihn, doch keiner liest ihn. Landläufig gelten seine Bücher als schwierig, langweilig, veraltet. Der Schreibstil wird als überkommen und prätentiös abgelehnt.
Wenn mit dieser Rezension eines vermittelt werden soll, dann folgendes: Thomas Mann’s Literatur ist unterhaltsam. Er ist nicht der Autor dröger 1000 – Seiten – Wälzer durch die man sich gähnend quält – auch wenn man ihn allzu leicht dafür halten kann.

Unterhaltungsliteratur
Wer sich auf diesen Roman einlässt, mithin die Klassik – Schranke passiert, der wird gerne in die vergangene Welt des hanseatischen Lübecks eintauchen. Er wird dem Gang der Geschäfte der Familie Buddenbrook folgen. Er wird freundlichen und grässlichen Charakteren begegnen. Er wird wunderbare Dialoge lesen und sich ins Lübeck des 19. Jahrhunderts einfühlen können. Er wird glückliche und unglückliche Liebesgeschichten verfolgen. Und er wird, auch das, lachen – etwa, wenn ein Pastor das Hausmädchen der Buddenbrooks nach „dem Herren“ fragt und zur Antwort bekommt, ob damit der alte oder junge (Haus)Herr gemeint sei.
Kurz gesagt: Dieser Roman erzählt eine interessante Geschichte. Man kann sich für die kunstvolle Sprache interessieren. Man kann sich für die autobiographischen Aspekte interessieren. Man kann ein historisches Sittengemälde und aus dem Geschichtsbuch bekannte Großereignisse aus der Sicht einer bestimmten Familie erkennen. Man kann es als Erzählung vom Auf – und Abstieg des Bildungs – und Besitzbürgertums lesen, das zu einer ganz neuen Aristokratie wird.
Allein: Man muss all das nicht, um größtes Vergnügen mit diesem Buch zu haben.

Abschließend sei eine Anmerkung zur Ausgabe ISBN: 3103481241 gestatt. Wer sich für dieses Buch interessiert, sollte diese Ausgabe anschaffen. Eine so liebevoll gestaltete und mittlerweile preisgünstige Variante des Buches wird man sonst nirgends finden.
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am 16. Oktober 2005
Zu Thomas Manns "Buddenbrooks" fallen mir - noch ganz unter dem rauschhaften Eindruck des Leseerlebnisses - wirklich nur Superlativen ein!
1901 entstand dieser Roman über den Verfall einer Lübecker Kaufmannsfamilie und auch wenn es heute kein Großbürgertum von diesem Ausmaß mehr gibt und die Welt der Senatoren und Konsuln untergegangen ist, ist dieser Roman von einer Lesbarkeit und Aktualität, die man heutzutage kaum mehr antrifft.
Darüber hinaus beschreibt Thomas Mann seine Figuren mit einer Liebe zum Detail und einer so sanften Ironie, dass den Leser immer wieder eine tiefe Freude erfasst!
Drei Generationen und die Zeit von 1835 bis 1877 umfasst dieser Roman und es kommt alles darin vor, was das Leben zu bieten hat:
Gewinner und Verlierer, Mutige und Verzagte, Glück und Unglück, Wohlstand und Aufstieg, Siechtum und Niedergang!
Die vielen Handlungsstränge und die Fülle der Figuren sind so perfekt komponiert, dass es den Leser stets bei der Stange hält.
Thomas Mann, dessen Werk ja derzeit eine Renaissance erfährt, ist zurecht einer der wichtigsten Schriftsteller des 20.Jahrhunderts, der auch heutigen Lesegenerationen viel zu sagen hat. Unfasslich bleibt mir zuletzt, dass er dieses Buch mit nur fünfundzwanzig Jahren schrieb: Ein Meisterwerk!
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am 10. Januar 2000
Normalerweise schreckt man ja vor großer Literatur eher zurück, das könnte ja zu wuchtig, zu schwer, zu "literarisch" sein. Und zugegeben, das trifft auch auf "Die Buddenbrooks" von Thomas Mann zu: allein der Umfang könnte Angst machen, seine Megasätze sind bekannt und daß es sich um hohe Literatur handelt, das kann wohl auch niemand ernsthaft bestreiten. Und doch lohnt es sich, dieses Buch mal in die Hand zu nehmen und es einfach mal zu probieren. Denn wer sich darauf einläßt, der wird feststellen, daß es zwar in der Tat manchmal schwer und anstrengend ist, daß die Geschichte, die da erzählt wird aber sehr interessant ist und daß man sich langsam aber sicher für die Figuren zu interessieren beginnt. Es ist kein leichtes Unterfangen, das will ich nicht behaupten, aber man wird von der Schönheit der Worte und Sätze Manns irgendwann überwältigt und dann ist es nicht mehr so schwer, das Buch zu lesen. Ich wünsche jedem, daß er das erfährt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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Im Laufe des Jahres 2008 wird eine weitere Verfilmung von Thomas Manns Roman "Buddenbrooks" in die Kinos kommen. Armin Müller-Stahl, der schon in "Die Manns" Thomas Mann höchst selbst verkörperte, wird den altehrwürdigen Konsul spielen. Der perfekte Zeitpunkt also, sich nochmals den 1901 erschienenen Klassiker zu Gemüte zu führen, den Thomas Mann im Alter von nur 25 Jahren geschrieben hat.

Erzählt wird die Geschichte der großbürgerlichen Lübecker Kaufmannsfamilie Buddenbrook zwischen den Jahren 1835 und 1877. Zentrale Charaktere sind Thomas Buddenbrook, der nach dem Tod des Vaters 1855 die Leitung der Firma übernimmt, sowie seine Schwester Antonie, die immer voller Stolz das Wohl ihrer Familie über ihr eigenes stellt und erst spät die Tragik ihres Lebens realisiert: "Und an seinen Arm gelehnt, den er besänftigend um sie gelegt hatte, weinte sie über ihr verfehltes Leben, in dem nun die letzten Hoffnungen erloschen waren" (553). Komisch-tragische Höhepunkte in Antonies Leben sind ihre beiden Ehen mit Grünlich und Permaneder, zwei unvergessliche Charaktere. Schnell stellt sich heraus, dass Grünlich ein Betrüger und Permaneder ein fauler Taugenichts ist, der mit Vorliebe den weiblichen Hausangestellten nachstellt: "Ein Mann ohne Ehrgeiz, ohne Streben, ohne Ziele! Ein Mann, der statt des Blutes einen dickflüssigen Malz- und Hopfenbrei in den Adern hat" (377) und ihr in betrunkenem Zustand wüste Beschimpfungen an den Kopf wirft (siehe Überschrift). Wohl ihr gesamtes Leben trauert sie ihrer Jugendliebe Morten nach, eine Verbindung, die damals von der Familie aus Standesgründen untersagt worden ist.

Ebenso tragisch-traurig ist der Verfall von Thomas Buddenbrook, der die Firma nach dem Tod des Vaters zuerst in neue Höhen führt. Doch hinter seinem stets makellosen Auftreten verbirgt sich eine durch und durch gestörte Persönlichkeit, die von Thomas Mann gnadenlos seziert wird: "Wie bis zur Unkenntlichkeit verändert sein Gesicht sich ausnahm, wenn er sich allein befand! Die Muskeln des Mundes und der Wangen, sonst diszipliniert und zum Gehorsam gezwungen, im Dienste einer unaufhörlichen Willensanstrengung, spannten sich ab, erschlafften; wie eine Maske fiel die längst nur noch künstlich festgehaltene Miene der Wachheit, Umsicht, Liebenswürdigkeit und Energie von diesem Gesichte ab, um es in dem Zustande einer gequälten Müdigkeit zurückzulassen" (466). Sein Bruder Christian verkörpert genau das Gegenteil des preußischen Bruders: Er ist ein fauler Simulant und schließlich empfinden die beiden nur noch Hass füreinander. Symbolisch für den Verfall der Familie endet Christian in einer Psychiatrie, während seine Frau das Buddenbrooksche Vermögen verjubelt.

Humoristischer Höhepunkt ist die Beschreibung eines normalen Schultages des jüngsten Sprosses der Familie, Hanno Buddenbrook (S. 700-751). Sinn und Unsinn des Schulsystems im Kaiserreich treiben dem Leser noch heute die Lachtränen in die Augen. Das Kapitel steht zwar etwas Abseits der übrigen Handlung, gehört aber nichtsdestoweniger zu den Höhepunkten des Romans.

Fazit: Mit "Buddenbrooks" hat der junge Thomas Mann einen Jahrhundertroman geschrieben: Brillant gezeichnete Charaktere, Tragik, Humor, Liebe und Hass; all dies macht "Buddenbrooks" auch nach über 100 Jahren zu einem großartigen Lesevergnügen. Ob der Film auch nur annähernd die Atmosphäre der Romanvorlage erreichen kann, bleibt abzuwarten.
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TOP 500 REZENSENTam 17. März 2007
Man kann über die Technik schimpfen wie man will, aber zu ihren zweifellos schönsten Hervorbringungen gehrt der CD-Player innerhalb eines Kraftfahrzeuges. Wie das? Weil es diese Innovation erlaubt, sich die Schätze der Literatur auf langen Autofahren und zu allen Tageszeigen in Rue und Genuss zu Gemüte zu führen. Für die einen verwandeln sich auf diese Weise die dicken Schmöker von abschreckenden Herausforderungen, die man als Leser niemals würde meistern können, zu üppiger Unterhaltungsware, denen der einsame Reisende Stunde um stunde lauschen kann, während draußen die Autobahnausfahrten vorüber fliegen. Für die anderen, die Leser, bieten die Hörbucher in ihren gelungenen Fassungen eine Art Wiedersehen mit literarischen Bekannten, aber auch eine Art faszinierender Verfremdung, denn schon die Wahl der Sprechers und ihre Intonationen fokussieren die Figuren mitunter in einer ganz anderen Weise, als man sie in Erinnerung hatte.

Ein Hörbuch der Extraklasse, als Einstieg wie als ein Wiedersehen gleichermaßen geeignet, bietet Thomas Manns Buddenbrooks" in der Hörbuchfassung des Bremer Rundfunks. Das Besondere an dem vorliegenden CD-Paket beruht nicht nur auf der staunenswerten Meisterschaft des Hauptlesers Gert Westphal, der selbst die artifiziellsten Satzgirlanden mit verblüffender Leichtigkeit und Esprit zu Gehör bringt, sondern auch und vor allem an der Konzeption des Werkes, die als eine Verbindung von Hörbuch und Hörspiel das ganze illustre Personal der Familiensaga auf ungemein anschauliche Weise lebendig werden lässt. Wie aber empfindet der Buddenbrook Liebhaber, der die Gestalten des Romans in verschiedenen Zeiten seines Lebens immer aufs Neue literarisch kennen gelernt hatte, das Design der Figuren in dem vorliegenden Werk? Durchaus gelungen und bereichernd, wenn auch mitunter ein wenig eigenwillig. So erscheint der im Buch ein wenig beschränkte Hagenström im Hörbild als gutmütiger Bär, während der am Anfang so energische Thomas Buddenbrook schon im Diskant seiner akustischen Auftritte den Zögerling erahnen lässt, als der er schließlich scheitern wird. Weniger geglückt kommt mir das stimmliche Design des kleinen Hanno vor, der in den berühmten Schulszenen am Ende des Hörbildes weniger wie ein morbider Spätling sondern wie ein Zuschauer seiner selbst auftritt. Aber ganz gleich ob man das Werk in der vorliegenden Fassung zum ersten Mal kennen lernt oder es als auditive Reprise erlebt: die vorliegende Interpretation der Tony Buddenbrook ist in jeder einzelnen Szene ein Genuss. Wie sie sich von der kleinen Prinzessin, zur dünkelhaften Dame entwickelt und dabei doch in all ihren Skurrilitäten als eine zutiefst liebevolle und menschliche Gestalt glaubhaft bleibt, lohnt den Kauf des ganzen Paketes. Alles in allem: aller erste Wahl und auf einer Fahrt zwischen Köln und Mailand in acht Stunden bequem in einem einzigen Rutsch zu hören.
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am 18. Oktober 2003
Theoretisch handelt dieses Buch lediglich von mehreren Generationen einer Familie und deren persöhnlichen, wie geschäftlichen Glück- und Unglücksfällen. Theoretisch müsste sich ein Leser allein des Verhältnises "Inhalt zu Umfang" wegen langweilen. Zu diesem Schluss mögen all die Unwissenden kommen, die sich bisher haben abschrecken lassen von dahingeklatschten Inhaltsangaben und Aussagen solcher, die beispielsweise in der Schule eher unfreiwillig in den "Genuss" dieses Werkes kamen.
Die Wahrheit aber ist: Thomas Mann nimmt den Leser mit ins 19. Jahrhundert. Zeigt ihm auf einzigartige Weise Werte, Alltag, Sitten und Brisanz dieser Zeit. Ermöglicht den Einblick in eine Familie ohne auch nur andeutungsweise zu langweilen. Schnell fühlt man sich mit den buddenbrookschen Problemen, ja mit der buddenbrookschen Situation vertraut und verschmilzt mehr und mehr mit ihrer Geschichte - erlebt ihr Schicksal.
Obwohl mir die abschließende Wertung: ein großes Werk, leicht über die Lippen geht, kann ich mir die Warnung an all jene nicht verkneifen, die nicht gewillt sind, sich von Thomas Mann mitnehmen zu lassen: Dieses Buch braucht die richtige Einstellung und Erwartung!
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am 28. Februar 2014
Where are the notes?? The main reason to have paid considerably more for this edition was the fact that there should be abounding text notes. Although we do see the numbers of the notes – which additionally disturb the reading – its contents are not to be seen...
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am 15. Januar 2006
Liebeneiner setzte hier eine straffe Version der Budenbrooks ins Hörspiel um, ohne die wichtigen Impulse des Romans zu vernachlässigen. Der unaufhaltsame Verfall der dekadenten Kaufmannsfamilie wird begleitet von den seelischen Schwankungen und den Höhen und Tiefen im Leben der Protagonisten, was hier anschaulich und kurzweilig dargestellt wurde. Interessant ist auch, zu welchen großartigen Hörproduktionen es schon im Jahr 1965 reichte, guter Klang, gute Akustik, ausgereifte Dramaturgie. Ich ziehe diese Hörspiel dem Film mit Hans-Jörg Felmy und Nadja Tiller oder auch der späteren Fernsehserie mit Martin Benrath und Ruth Leuwerik vor, aber unschlagbar bleibt natürlich die Romanvorlage aus der Feder Thomas Manns, der für dieses Werk zu Recht mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnet wurde.
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am 9. Dezember 2013
Zugegeben - die Buddenbrooks fristeten bei mir einige Jahre im Regal, bevor ich mich dem Buch angenommen habe. Knapp 800 Seiten müssen auch erst einmal gelesen werden, dazu braucht es Zeit und Muße. Nun kann ich aber sagen, dass ich das Buch nach knapp vier Tagen fast schon ausgelesen habe - soll heißen, ich habe es zeitweise wirklich verschlungen.

"Die Buddenbrooks - Verfall einer Familie" handelt vom Leben und Niedergang einer angesehenen Lübecker Kaufmannsfamilie des 19. und 20. Jahrhunderts und erzählt von Schicksalen- und Schicksalsschlägen über vier Generationen hinweg.

Es ist nun kein Geheimnis, dass Thomas Mann sein Leben und das seiner Familie in diesem Roman verarbeitet hat. Anders wäre es wohl auch nicht möglich gewesen, derartige Einblicke in das Denken und Handeln dieser traditionsbewussten Kaufmannsdynastie zu geben.

Die Faszination dieses Werks entwickelte sich für mich aufgrund der akribisch ausgearbeiteten Charaktere. Man bekommt zweifelsohne das Gefühl, es handle sich hier um real existierende Personen, so detailliert und glaubwürdig sind diese dargestelllt. Nahtlos fügt sich außerdem eine Generation in die Nächste, ohne vertuschende Übergange gelingt es Thomas Mann, eine wirklich zusammenhängende Geschichte über fast ein ganzes Jahrhundert zu schreiben. Schon das betrachte ich als eine Kunst für sich. Interessant ist dieses Buch darüber hinaus als reichhaltiges Zeitdokument, beschreibt es doch typische gesellschaftliche Normen und Bräuche des 19. Jahrhunderts (Eheschließung, Verurteilung von Scheidung, Kaufmannsehre etc.).

Auch wenn der Schreibstil Thomas Manns etwas gewöhnsbedürftig ist aufgrund der manchmal ausufernden Beschreibungen von Gebäuden und Nebenhandlungen, es lohnt sich, sich mit diesem Buch zu beschäftigen.
Grundsätzlich lies es sich sehr flüssig und bietet ein wunderschönes Deutsch, wie man es heute nicht mehr oft
vorfindet.

Sicherlich ist Thomas Mann's Werk einer der wichtigsten deutschen Romane aller Zeiten.

Unbedingt lesenswert. Aber bitte nehmen Sie sich Zeit dafür.
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am 4. Januar 2015
Dies ist der erste Roman von Thomas Mann, an dem der nur 22-Jährige vier Jahre schrieb und 28 Jahre später den Nobelpreis für Literatur dafür erhielt. Der Autor erzählt nur wenig verschlüsselt die Geschichte seiner eigenen Familie und ihrer Stellung in der Vaterstadt Lübeck, soweit er sie nachvollziehen, in Einzelheiten überblicken konnte, ja sogar noch miterlebt hat. Verwandte, Honoratioren und markante Persönlichkeiten seiner Jugend werden integriert. Der gleiche Vorname „Thomas“ von Autor und Held des Romans kommt also nicht von ungefähr. Auch stirbt Thomas Buddenbrook im gleichen Jahr, in dem der Autor Thomas Mann geboren wurde (nämlich 1875).

Zum Inhalt: Erzählt wird der Niedergang der Lübecker Kaufmannsfamilie Buddenbrook über 4 Generationen hinweg (von 1835 bis 1877). Der praktisch veranlagte Johann Buddenbrook führt das angesehene Familien-Unternehmen auf den Höhepunkt. Sein Sohn Thomas, ein kluger aber physisch sehr labiler junger Mann, wirkt schon bald in der Firma mit, wohingegen der jüngere Sohn Christian und Tochter Tony dem Vater mit ihrer Verschwendungssucht große Sorgen bereiten. Als Thomas Senator wird, erreicht das gesellschaftliche Ansehen der Familie Buddenbrook seinen Höhepunkt. Doch schon lange spielt Thomas nur noch seine Rolle, innerlich ist er völlig zerrissen zwischen seiner künstlerischen Empfindsamkeit und dem bürgerlichen Leistungsdenken. Diese Zerrissenheit kostet den Senator schließlich seine Gesundheit und auch sein Sohn Hanno kann nicht verhindern, dass die Familie Buddenbrook mit ihren bürgerlichen Werten der kapitalistischen Bourgeoisie in Gestalt der aufstrebenden Familie Hagenström weichen muss.

Meine Meinung: Zuerst einmal muss ich gleich all diejenigen warnen, die Thriller und spannungsgeladene Romane bevorzugen. Dieser Roman ist Nichts davon; er ist sehr handlungsarm und lebt von der Psychologie seiner Figuren und deren inneren und äußeren Konflikten sowie von der typischen Sprache Manns, die in langen, mit zahlreichen Nebensätzen angereicherten Satzkonstruktionen zum Ausdruck kommt, jedoch Lesegenuss verspricht, wenn man wie ich diesen Stil mag. Auch gibt es keine ausgearbeitete Dramaturgie – der Roman endet sehr abrupt –, ist aber dennoch, in 11 Teilen, sehr gut durchstrukturiert. Während Anfang und Schluss für mich etwas abfallen (dafür mein Sternen-Abzug), war die Mitte für mich sehr unterhaltsam, v.a. die Interaktion der drei Geschwister, die im Fokus des Romans stehen: Tony, die verwöhnte Göre - Thomas, der gefangen ist in seinen Zwängen und Pflichten und einfach nicht mehr kann - der faule, undankbare Hypochonder Christian. Auch den Konflikt der beiden Brüder Thomas und Christian, der sich immer mehr zuspitzt und beim Tod der Mutter sich wie ein Vulkan entlädt, fand ich äußerst dramatisch. Gern gelesen habe ich auch Thomas’ innere Auseinandersetzungen mit dem Tod und dem Sinn des Lebens (wo Mann sehr philosophisch wird) und die Kapitel über Thomas’ sensiblen Sohn Hanno, der den Ansprüchen seines Vaters nicht gerecht werden kann und in seiner inneren, künstlerischen Welt versinkt – vor allem der Gegensatz zwischen bürgerlicher und künstlerischer Lebensform ist ein zentrales Thema in diesem Roman: Mann schildert anschaulich den Verfall bürgerlicher Werte und die daraus resultierenden Folgen für seine Charaktere.

Fazit: Ein sprachlich und thematisch sehr anspruchsvoller Roman, für den man – bei über 800 Seiten – sehr viel Geduld und Durchhaltevermögen aufbringen muss, aber ich persönlich finde es lohnt sich. Dazu tragen zum großen Teil die vier sehr interessanten Charaktere bei – Thomas (die Hauptfigur), Tony, Christian und Hanno – und natürlich die Sprachgewalt eines jungen Thomas Manns – man muss sich beim Lesen wirklich vor Augen halten, dass der Autor NUR Anfang 20 war! Einen Stern ziehe ich für die fehlende Dramaturgie ab, d.h. statt alles und jeden (auch Statisten) in allen Details zu beschreiben, hätte ich eher einen stärkeren Fokus auf die vier oben erwähnten Charaktere bevorzugt, sprich eine Kürzung der Szenen, die weniger mit der Haupthandlung zu tun haben. Aber dennoch ist der Roman lesens- und empfehlenswert!
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