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Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen
150
4,3 von 5 Sternen
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am 11. Oktober 2004
Selten habe ich ein Buch zur Hand genommen, das mehr hymnische Beurteilungen erhalten hat; alle scheinen sich einig: ein poetisches Werk der Weltliteratur. Liebe, Politik und Philosophie vor dem Hintergrund des Prager Frühlings. Und doch ist es geschehen: Selten habe ich ein Buch in die Hand genommen, das mir so wenig gefallen hat. Warum?
Die Geschichte ist einfach und bekannt: Kurz vor dem sog. Prager Frühling lernen der erfolgversprechende junge Arzt Tomas und die Serviererin Teresa einander kennen und verlieben sich. Tomas ist allerdings nicht bereit, seine unzähligen unverbindlichen Affären mit anderen Frauen aufzugeben, die Teresa zutiefst verletzen. Das Paar zieht in die Schweiz, wo alles anders werden soll: eine blendende berufliche Zukunft in Freiheit und - so hofft Teresa - das Ende von Tomas' Untreue. Aber die Hoffnungen erfüllen sich nicht, Teresa verlässt Tomas und geht zurück nach Prag. Tomas folgt ihr und muß nach unbedachten öffentlichen Äußerungen seinen Beruf als Arzt aufgeben und sich als Fensterputzer und Traktorist durchschlagen. Zweifel und Selbstvorwürfe belasten die Verbindung zwischen Teresa und Tomas, die trotz allem versuchen, ihre Liebe zu erhalten.
Wie kann einem so etwas nicht gefallen?
Da ist erstens die auktoriale („allwissende") Erzählperspektive des Autors, die grundsätzlich immer Gefahr läuft, ins Belehrende und Manipulierende abzugleiten. Im konkreten Fall wird dies für mich besonders störend in Leseranreden durch den Autor, wo es unmittelbar nach einer Szene sinngemäß heißt: „ich hätte die Figuren auch anders erfinden können" und an anderer Stelle: „ich habe Ihnen in Kapitel Drei etwas verschwiegen, das ich jetzt nachhole". Dies macht die Handlung und die Figuren beliebig und verhindert das „Eintauchen" in die Geschichte. Außerdem schafft diese Erzählweise naturgemäß eine Distanz zu den Figuren, was dem Kern der Handlung, nämlich einer intensiven Liebesgeschichte, diametral entgegensteht.
Zweitens: Der Wechsel der Perspektiven, bei denen gleiche Begebenheiten aus der Sicht unterschiedlicher Personen geschildert werden, erschien mir häufig nicht überzeugend gelungen.
Drittens: Die vielgerühmte „philosophische Tiefe". Die philosophischen Exkurse des Autors, in denen er u.a. auch den titelgebenden Begriff der „Leichtigkeit" diskutiert, empfand ich als wenig nachvollziehbar und konstruiert. Den Tiefpunkt erreicht der Roman hier in der ausführlichen Erörterung der Bedeutung der „Scheiße [...] „ als ein „schwierigeres theologisches Problem als das Böse" und der darausfolgenden Definition von Kitsch. Dies weniger wegen der exzessiven Verwendung von Fäkalsprache als wegen der völligen Irrelevanz für die Geschichte und der hochgradig anfechtbaren Argumentation.

Fazit: Bei diesem Buch war ich vorab beinahe überzeugt, es würde mir gefallen (üblicherweise versuche ich ohne Vor-Urteil zu lesen). Umso überraschter war ich selbst, dass der Autor nahezu nichts ausgelassen hat, was ich an einem Buch negativ finde. Selbstverständlich ist diese Wertung - wie jede Beurteilung von Kunst - rein subjektiv und darum kann die Empfehlung an die Leser dieser Rezension letztlich nur lauten: Selber lesen und eigene Meinung bilden!
33 Kommentare| 51 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 2. April 2012
Nachdem überall nur Lobendes über dieses vermeintliche Stück Weltliteratur geschrieben wurde, schlug ich das Buch mit großen Erwartungen auf; Erwartungen, von denen wahrscheinlich keine einzige erfüllt werden konnte.
Zunächst einmal schreibt Kundera, sofern es nicht an der deutschen Übersetzung liegt, technisch sehr schwach. Wobei diese Formulierung vielleicht noch sehr ungenau ist - denn einen wirklich charakteristischen Schreibstil hat er in diesem Buch nicht.
Der Inhalt überrascht wenig bis gar nicht. Kafka schrieb einmal über Wilhelm Herzog: "er hat [...] außer Plattheiten nicht das Geringste vorbereitet." Selbiges kann über "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" gesagt werden. Zudem sind die Entwicklungen und Gründe für Entwicklungen in der Geschichte oft sehr, sehr weit hergeholt, sodass der Leser regelmäßig zu dem Schluss kommt: "Das war wieder mal nicht sehr gut durchdacht." Falls er damit die Zufälligkeit der Dinge ausdrücken wollte, ist dies wohl gründlich schiefgegangen. Aber ihm derartiges Kalkül zugutezuhalten, scheint mir ebenfalls sehr weit hergeholt.
Bevor ich das Buch kaufte, las ich einige Male von einer schwierigen Lesbarkeit des Werkes - schwierig, weil die Handlung immer wieder unterbrochen würde, schwierig, weil es zu philospophisch zuginge. Dazu lässt sich sagen, dass die Unterbrechung und Wiederaufnahme der Handlung keineswegs verwirrend ist. Das große Problem sind viel mehr Kunderas Wiederholungen: oft blickt er unzählige Male auf vorhergehende Ereignisse zurück, resümiert, erklärt, zieht Parallelen... und man möchte ihm, mit den Augen rollend, laut zurufen: "Ich habe es verstanden!" bzw. "Oh, wie überraschend, dass dieses und jenes Motiv >zufälligerweise< wiedergekehrt ist." Über einen philosophisch anspruchsvollen Roman hätte ich mich sicher gefreut, aber auch in dieser Hinsicht weiß das Buch über weite Strecken zu enttäuschen (lediglich die allererste Seite weckt das Interesse des Lesers).
"Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" bekommt 2 Sterne, weil das Buch kein kompletter Unsinn ist. Einige, wenn auch wenige, traurige Stellen sind ganz in Ordnung. Und sein grundsätzlicher Ansatz ist vielleicht nicht der schlechteste. Aber zum Status der Weltliteratur reicht es, allein schon wegen des schwachen Schreibstils, vorn und hinten nicht. Auf dem Klappentext nennt man das Buch "einen der witzigsten und intelligentesten Romane der Gegenwart" - hoffen wir, dass das nicht stimmt.
11 Kommentar| 16 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 11. Juni 2011
Zugegeben - wäre dieses Buch nicht der erste Band der SZ-Bibliothek, ich hätte es vielleicht nie gelesen. Jedoch motiviert, über die Grenzen des eigenen Lesehorizonts hinaus zu gehen, habe ich das Buch mit einiger Vorfreude begonnen.
Auf die Geschichte selbst, möchte ich nicht weiter eingehen. Diese kann an anderer Stelle nachgelesen werden.
Im Prinzip macht Milan Kundera alles richtig. Er nimmt eine handvoll Charaktere, die zumindest auf den ersten Blick durchaus unverbrauchte Züge aufweisen und wirft sie in ein tatsächlich existierendes, repressives System. Hier kollidieren nicht nur die Interessen der Figuren, sondern auch die der Figuren mit denen des Staates und die der Figuren verursacht durch den Staat. Das perfekte Setting für tiefgründige, aber auch unterhaltsame Literatur. Leider kommt es jedoch gar nicht erst so weit.
Kundera erzeugt Figuren mit Ecken und Kanten, die zwei Probleme haben. Das erste Problem ist die Glaubwürdigkeit der Figuren. Nicht nur die Verhaltensweisen sind von Beginn an kaum nachzuvollziehen, auch die Ansichten und Motive der Figuren wechseln permanent und ohne Begründung. Und dies nicht auf die sympathisch naive Weise, welche dem menschlichen Wesen grundeigens ist, sondern ohne jeden erkennbaren Beweggrund. Sobald man sich in einen Charakter hineingedacht hat, wechselt der seine Denk- und Verhaltensweisen auf so grundlegende Art, dass sämtliche vorgehenden Handlungen ohne jeden Sinn erscheinen. Schlussendlich bleiben blasse und konstruierte Maschinen übrig.
Damit jedoch nicht genug, agiert der Autor zweitens permanent mit einer "Charakterfeile". Wer Figuren erzeugt, die dem Leser u.U. zuwider sind (jedoch auf angenehme Art und Weise, die Spannung ins Leseerlebnis bringt), sollte dies nicht dadurch zerstören, dass er verzweifelt versucht jeden möglicherweise unsympathischen Charakterzug zu rechtfertigen. Man gewinnt letztendlich den Eindruck, dass alle Figuren gleich denken, sich jedoch unbegründet unterschiedlich verhalten.

Die Geschichte selbst bietet an vielen Stellen eine gewisse Spannung. Jedoch wirkt sie oft konstuiert und damit unplausibel. Beispielsweise scheint der Artikel von Tomas einfach wie in die Geschichte geworfen, um einen spannungssteigernden Konflikt mit dem Regime hervorzurufen. Viele Wendungen, die darauf aufbauen plätschern vor sich hin. Tomas' Reaktionen auf die Unterdrückung sind oft nicht nachzuvollziehen. Seine endgültige Entscheidung (ohne zu viel verraten zu wollen) passt dann wieder in des oben beschriebene Schema des Charakteraufbaus.

Ein weiterer stark störender Punkt ist der "abgeklärte" Erzähler. Es mag ein stilistisches Mittel sein zu zeigen, dass alles nur ausgedacht ist und der Autor das auch zugibt. Mich persönlich erinnert das Ganze jedoch an die Krimis und Abenteuerromane meiner frühen Jugend, in denen die zahlreichen Kapitel oft mit Sätzen wie: "diese Entscheidung sollte er jedoch noch bereuen" endeten. Darüber zu schreiben, dass ein Charakter auch ganz anders handeln könnte, als er es tut, ist ebenso müßig zu lesen.

Die Klassifizierung zur Weltliteratur ist, vor dem Lesen, verständlich. Jedoch tritt während und vor allem nach der Lektüre eher Ernüchterung ein. Wer jedoch die vorgesetzten Handlungen und Charaktere akzeptieren kann und sich einfach mitreißen lässt, der kann durchaus Freude am Buch entwickeln. Ich finde es jedoch wichtig, dass auch "extreme" Charaktere und Geschichten einen zumindest grundlegend nachvollziehbaren Hintergrund besitzen. Dies ist hier eines Erachtens nicht der Fall.
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am 20. Januar 2008
Die Crux bei vom Feuilleton hochgelobten Büchern und zudem noch zu modernen Klassikern erklärten Büchern ist oftmals die Nagelprobe des eigenen Literaturgeschmacks. Leider hat Kunderas "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" eben diesen Test bei mir nicht bestanden.

Las sich die kurze Inhaltsangabe noch vielversprechend und erhoffte ich mir ein spannendes Beziehungsdrama vor dem geschichtlichen Hintergrund des Prager Frühlings, wurde ich doch für meinen Geschmack eher mit einer äußerst zäh erzählten Liebesgeschichte konfrontiert, die den hochinteressanten geschichtlichen Kontext nahezu vollständig ausblendet. Ich mußte mich doch recht arg dazu zwingen, mich durch dieses Buch zu "arbeiten", um schlußendlich unzufrieden eine doch recht herbe Enttäuschung zu konstatieren. Es gibt bessere Dramen, es gibt bessere Werke über die Ära, warum dieses Buch von der Kritik so hochgelobt wurde, hat sich mir leider nicht erschlossen.
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am 17. Mai 2009
Es mag durchaus so sein, dass Milan Kunderas Buch 'Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins' zu den größten intellektuellen Romanen der letzten Jahrzehnte gehört und dass viele Kritiker nach dem Lesen dieses Werkes tiefe Freude empfanden.

Ich kann mich jedoch nur bedingt damit identifizieren.
Es gibt viele Gedanken in diesem Buch, die einem das Gefühl geben, dass der Schriftsteller tatsächlich viel Ahnung, dass er ein Ziel verfolgt und spannende Gedanken zu bieten hat. Seine Gedanken sind stringent und bestechend, man fühlt sich passagenweise tatsächlich wie beim Lesen eines philosophischen Essays über die großen Themen des Lebens. Aber genau diese Stärke entpuppt sich recht schnell als entscheidende Schwäche des Werkes. Denn dort, wo sich Milan Kundera in Betrachtungen verliert, verliert die eigentliche Geschichte gleichzeitig an Reiz. Man weiß von Beginn an, wie das Ende aussieht und handlungstechnisch bewegt sich das Werk gar nicht, bis sehr schleppend voran. Der Autor zieht bereits zu Beginn einen Trennstrich zwischen Figuren und Leser, sodass es schwerfällt, sich mehr als rational mit den Figuren zu beschäftigen. Es wird viel über Gründe und Motivationen geschrieben, und man hat tatsächlich das Gefühl Kundera wollte die Bandbreite menschlicher Handlungsursachen ermessen und ausloten. Auf der dramaturgischen Ebene kommt dadurch jedoch am Ende ein sehr lasches Werk heraus, denn die ganzen Betrachtungen, die sich bis weit in die Vergangenheit der Protagonisten verlieren, sind zumeist unerträglich nüchtern. An emotionale Themen mit dem Seziermesser heranzugehen, war noch nie sonderlich ertragreich. Der emotionale Aspekt der Erzählung gerät völlig in den Hintergrund. Man betrachtet die Protagonisten am Ende nicht als ans Herz gewachsene Charaktere, wie bei einem guten Roman, an den man noch lange denken möchte, sondern man fragt sich, wo am Ende überhaupt der Mensch bleibt, bei all den extrem versachlichten Schlüssen, die der Erzähler über seine Figuren zieht.

Nach der Lektüre hat man das Gefühl, dass es sich um eine Erzählung über Menschen als unbewegliche Objekte handelt, unreflektierte Spielbälle, die nicht fähig und verantwortlich genug sind, ihre eigenen Probleme zu lösen. Während sich Tomas in unzähligen Liebschaften verliert, die ihn eigentlich nichts bedeuten, nimmt seine Freundin dies hin, lethargisch und handlungsunfähig. Die Personen sind bis zum Schluss in ihren eigenen, statischen Gefühlen gefangen.

Man kann einen Menschen durchaus als ein nicht lernfähiges 'Produkt' seiner Sozialisation, seiner Kindheit und seiner Verfehlungen sehen, unfähig sich neu zu erfinden. Ich kann mich jedoch nicht damit identifizieren. Das heißt nicht, dass ich das Werk nicht streckenweise genossen habe. Ich habe mir einige Sätze, wie ich es bei Romanen eigentlich nicht mache, angestrichen, wegen der interessanten Gedanken. Allerdings bin ich enttäuscht worden, da ich einen sehr warmen, beweglichen Roman erwartete, mit vielen Handlungssträngen, die einem am Ende das Gefühl geben, da ist was passiert und man hat gemeinsam mit den Figuren etwas gelernt. Am Ende jedoch passiert nichts. Milan Kundera bietet viele Worte, aber wenig Handlung.

Wem das genügt, der wird sich mit diesem Roman wohl fühlen.
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am 25. Mai 2008
Zur Story ansich brauche ich wohl nichts hinzuzufügen.
Ich will kurz beschreiben, was mich beim Lesen maßlos gestört hat.

Scheinbar unausweichliche Wendungen in diesem Buch erklärt Milan Kundera sinngemäß meist mit "Das ist eben so bei der Frau/dem Mann an sich". Punkt aus, Totschlagargument - das ist eben so! Nachvollziehbar werden die törichten Handlungen der depressiven Charaktere dadurch für mich nicht.
Denn:
An den meisten Stellen will ich den Handelnden zurufen: Geht einfach mal zum Psychologen, der kennt solche Fälle. Euch könnte geholfen werden, die Leichtigkeit des Seins muss nicht unerträglich sein. Stattdessen liefert der Autor seine selbstverliebten allwissenden Thesen dazu als einzige Wahrheit ab.
Ich will, daß ein Buch meine Phantasie anregt und zu eigenen Erkenntnissen ermutigt. Was ich nicht will, ist das ein Autor ständig eine Erkenntnis mit Allgemeingültigkeit für sich gepachtet zu haben scheint, die sich durch etwas Nachdenken auch noch leicht widerlegen lässt. Zumal die meisten vom Autor eingeworfenen Kommentierungen schlicht negativ sind, was nahe legt, daß hier ein Pessimist seine Sicht auf die Liebe zwischen Mann und Frau zelebriert. Die Moral des Buches - Liebe lohnt sich nicht.
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am 30. März 2009
Milan Kundera versteht es zwar Personen mit durchaus authentischen Persönlcihkeiten zu stricken jedoch wirkt ihr Handeln leider gar nicht authentisch sondern unverständlich und willkürlich und hauptsächlich Impulsgeleitet. Die Liebesgeschichte zwischen Tomas und Theresa ist für einen menschen der eine gesunde Eubstellung zu Liebe und sex hat ein ärgernis. Tomas betrügt teresa über sieben Jahre hinweg mit anderen Frauen, worunter Teresa diese gesamten sieben Jahre furchtbar leidet.
Dieser Zustand des Leidens findet bei Kundera kein Ende, was dadurch passieren könnte dass die Personen sch vielleicht weiterentwickeln und sich selbstbewusst zu einer Beziehung entscheiden die für sie funktioniert. So leider nicht in diesem Roman. Kundera enttäuscht dadurch, dass er sie immer wideder zusammenkommen lässt und den Leser dadurch in einer fremdgesteuerten Verweiflung hinterlässt.
Die Persönlcihkeiten sind unreflektiert und ihnen mangelt es an klarer kommunikation. Die Frage ist, was für einen Komplex kundera eigentlich hat, wenn er solch eine Geschichte schreibt. Hat er ein Problem mit festen Beziehungen? Mir scheint es so! Ich kann dieses Buch leider nicht empfehlen!
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am 28. September 2007
2 Sterne bekommt diese Buch von mir für die spannende Erzählung der gesellschaftlichen und politischen Geschehnisse in Prag zur Zeit um den Prager Frühling. Drei Sterne fehlen für MICH aus vielen verschiedenen Gründen. Um zwei zu nennen:

1) Keine der beschriebenen Personen ist auch nur ansatzweise sympathisch, meistens nicht einmal menschlich in meinen Augen. Die Liebesgeschichte der beiden Hauptcharaktere, Tomas und Teresa, geht von einem Tiefpunkt der Beziehung in den nächsten. Liebe scheint hier für mich mit Abhängigkeit oder Schwäche(und hier meine ich nicht Teresa, die durchwegs als die Schwache beschrieben wird, sondern Tomas - der zu schwach ist, sich für die "Liebe" anstand für die Lust zu entscheiden... obwohl Lust hier vielleicht das falsche Wort ist, aber ich sollte mich kürzer halten und nicht langwierig über sein Sexualleben äußern) verwechselt zu sein. Auch abgesehen von ihren Beziehungen scheinen sämtliche Figuren kaum einmal Freude oder Glück zu empfinden. Traurig. Und unrealistisch.

2) Abgesehen von den depressiven Charakteren konnte ich mich leider auch für die philosophischen und religiösen Gedanken des Autoren nicht erwärmen. Ich habe zwar weder Philosophie noch Theologie studiert, beim Lesen des Buches aber hätte ich Herrn Kundera auf jede zweite Phrase mit Leichtigkeit widersprechen können. Um ein Beispiel zu geben. Es geht um das Thema Fäkalien und ein Bild, das Tomas als Kind gesehen hat und ihn noch als Erwachsenen beschäftigt: "... Gott....war ein alter Mann, hatte Augen, eine Nase und einen langen Bart,... wenn er einen Mund hat, muss er auch essen. Und wenn er isst, muss er auch Därme haben." Ich frage mich, ist das jetzt ernst gemeint?! Noch besser finde ich aber: "Die Scheiße ist ein schwierigeres theologisches Problem als das Böse". Ich muss sagen - ich hätte beinahe gelacht, wenn es nicht so traurig wäre. Ich jedenfalls habe noch nie gehört, dass sich ein religiöser Mensch über die Bürde der Ausscheidung beschwert hätte. Außer natürlich, es gibt dafür körperliche Erklärungen...

Fazit: Das Buch ist nichts für einen unbeschwerten Leseabend, wenig hilfreich für Beziehungs-Krisen gebeutelte Menschen, aber okay, wenn man nichts Besseres vor hat oder sich für die Geschehnisse unter politischen Extremsituationen interessiert (diesen Teil des Buches fand ich wirklich gut).
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am 28. Juli 2006
Das Verhalten der Hauptfiguren ist oft völlig unlogisch und unverständlich. Auch hat der Autor sich das Motto "Sex sells" ein wenig arg zu Herzen genommen und nicht mal besonders gut umgesetzt. Die Textstellen, in denen der Schreiber versucht zu philosophieren sind recht langatmig und sagen eigentlich nichts aus. Es gibt zwar Leute, die von diesem Buch begeistert sind, ich gehöre jedoch nicht dazu.
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am 14. Dezember 2000
Ich kann die Begeisterung meiner Vorgänger nicht teilen. Gut, es stimmt wohl, daß der AUtor in dem Buch einige interessant philosofische Ansichten mit dem LEser teilt, aber da ist auch das EInzig Positive, was ich an dem angeblich so vielschichtigen Buch interessant finden konnte. In meinen Augen war es nämlich alles andere als vielschichtig. Sämtliche Charaktäre sind sehr eindimensional. Allen voran die Frauen. Egal ob Theresa, Theresas Mutter, die Geliebte von Tomas, oder seine Ehefrau und Tochter. Alle haben eines gemeinsam: sie sind schwach und können sich nicht gegen ihre Vergangenheit auflehnen. Während Tomas seinen Lebensstil wenigstens selbst gewählt hat und wählen kann, sind die Frauen in diesem Buch nur Spielbälle ihrer früheren Erfahrungen. Da frage ich mich, ob Kundera als nächstes proklamiert, daß Mörder für ihre Morde nichts können, nur weil sie eine 'schwere Jugend' gehabt haben. Zwei Sterne gibt es bei nur also nicht wegen der Spannung (die nicht vorhanden ist), oder der Charakterzeichnung (die sehr mäßig ist), sondern nur wegen den Denkanstößen, die der Autor einem gibt. Hätte sich Kundera aber zum Ziel gesetzt, seine Philosophie zum Besten zu geben, hätte er nicht einen Roman, sondern ein Essay schreiben sollen.
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