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am 19. Oktober 2012
Der amerikanische Schriftsteller E.L. Doctorow ("Ragtime" und "Billy Bathgate") hat sich zu diesem wunderbaren Roman inspirieren lassen von zwei Menschen, die tatsächlich gelebt haben und einer Geschichte, die tatsächlich in ihren Grundzügen so in New York in der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts geschehen ist.

Es geht um die beiden Brüder Homer und Langley Collyer, Söhne eines wohlhabenden Frauenarztes in Manhattan, die nach dem frühen Tod ihrer Eltern in einer riesigen Wohnung an der Fifth Avenue in Manhattan wohnen bleiben und über die Jahre zu sehr abstrusen Persönlichkeiten mutieren, die ihre Wohnung mit den unmöglichsten Sachen zumüllen und so eine vormoderne Form des Messietums leben. Wer sich über die historischen Brüder informieren möchte, der sei auf die sehr instruktive englische Seite bei Wikipedia verwiesen.

In der Realität sind beide schon 1947 gestorben, Homer 66 -jährig und Langley 62- jährig. Der Autor des Romans, den man nicht mehr aus der Hand legen kann, hat man ihn einmal begonnen, jedoch lässt sie viel länger leben. Komponiert als ich-erzählender Bericht des früh erblindeten Homer, der neben dem Klavierspielen im späten Aufschreiben seines Lebens und das seines Bruders seine Erfüllung findet, spannt E.L.Doctorow mit der Lebensgeschichte der beiden Brüder einen weiten Bogen über die Geschichte des 20. Jahrhunderts vom Ersten Weltkrieg, aus dem Langley mit einem schweren Giftgasschaden zurückkehrt bis zu den Hippies, die sich in den siebziger Jahren, während des Vietnamkrieges für viele Wochen in dem bereits total verwahrlosten Haus der beiden niederlassen.

Davor waren es etliche Mitbewohner, zunächst das alte, von den Eltern übernommene Personal, dann immer wieder Frauen, mit denen vor allem Homer seine sexuellen Bedürfnisse auslebt, nach dem Angriff auf Pearl Harbour über einige Zeit ein japanisches Ehepaar, das im Haus der Collyers Exil suchte, weil sie aus ihren alten Wohnung vom wütenden Mob vertrieben worden waren. Doch bald werden sie vom FBI abgeholt und aller Widerstand vor allem von Langley kann ihnen nicht helfen. Es ist vor allem Langley, der neben seinem lebenslangen Projekt einer einzigen Zeitung, die die ultimativen Nachrichten in sich vereinigen soll, Widerstand leistet gegen die Bank, denen die beiden, im übrigen millionenschwer auch durch die Große Depression gekommenen Brüder, Geld schulden, dem Stromlieferant und dem Wasserwerk und der immer wieder in den Dutzenden von Zeitungen, die er täglich über Jahrzehnte nicht nur gelesen, sondern auch in der Wohnung, zu Bergen aufgetürmt, gesammelt hat, immer wieder lesen muss von Kriegen.

Und so ist diese ansprechende Geschichte zweier Brüder auch die Geschichte eines Amerika, das sich permanent im Krieg befindet. Nach dem Ersten der Zweite Weltkrieg, dann der Koreakrieg und schon bald darauf Vietnam.

Es ist aber auch eine Kulturgeschichte eines sich verändernden New York in den ersten achtzig Jahren des 20. Jahrhunderts. Ein wunderbarer, kurzweiliger Roman über zwei Brüder, die in ihrer Sammelwut ein riesiges Haus vollstopfen und eine ganz eigene Form von Leben führen.
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TOP 500 REZENSENTam 6. September 2014
Zwei Brüder in New York haben eigentlich den feisten Silberlöffel, doch auch früh ihre Schicksalsschläge. Homer (wirklich!) erblindet, Langley wird im WK1 schwer lädiert. Die beiden halten zusammen, wenden sich stets mehr spleenig nach innen, und allmählich entsteht eine surreale Anhäufung in ihrer Bleibe an der Fifth Avenue ... Nebenbei wird etwas US-Geschichte erzählt.

Ganz nette, leichte, dabei anspielungsreiche Lektüre. Es hat auch etwas Deprimierendes, wie die zwei auf hohem philosophischen Niveau verkommen, doch es gibt genauso so manche intelligent witzige Stellen.
Vier Sterne.
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Was für ein Leben, im Roman und in der Realität!

Der New Yorker Schriftsteller Doctorow hat in diesem Roman das bizarre Leben der Brüder Collyer literarisch wieder zum Leben erweckt. Dabei ließ er diese grandiosen Messies jahrzehntelang länger leben, als das tatsächlich der Fall war. Homer und Langley waren die Söhne wohlhabender Eltern, die wiederum alteingesessenen Familien entstammten, die ihren Stammbaum bis zur Mayflower zurückverfolgen konnten und somit der amerikanischen Spielart des Adelsstands angehörten. Sie residierten - wiederum im Leben wie in der Fiction - in einem prächtigen vierstöckigen New Yorker Stadthaus in Harlem, das in Doctorows Geschichte allerdings geografisch verschoben und gegenüber des Central Parks verankert wurde. Der Park war sozusagen der Vorgarten des Hauses und wurde als solcher von den Brüdern auch angesehen. Eine hohe Treppe führte zur Beletage des mondänen Hauses mit seinen vielen hohen Fenstern, an deren solider Haustüre der Autor die Geschichte des letzten Jahrhunderts branden lässt. Im Innern türmte sich derweil immer albtraumhafter der Müll jener Zeit. Im einstmals eleganten Speisezimmer residierte unter einem Kronleuchter, der sich nur noch prekär an der durchgebogenen, verfaulten Decke hielt, sogar das Wrack eines Ford-T-Modells. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht des älteren Bruders Homer, der im Laufe seines Lebens das Augenlicht verlor: "Ich erinnere mich, dass ich als Kind gesehen hatte, wie ein Stubenmädchen meiner Mutter unter diesem Kronleuchter auf einer Leiter stand und jedes einzelne Kristall abnahm, mit einen Tuch reinigte und wieder an seinen Haken hängte. Eins davon durfte ich in der Hand halten. Ich staunte, wie schwer es war - es hatte die Form von zwei schlanken Pyramiden, die an den Grundflächen zusammenklebten, und als ich ihr das sagte, lächelte sie und nannte mich einen klugen Jungen." Nach dem Tod der Eltern verschwanden mit dem großbürgerlichen Leben nach und nach die Dienstboten, später gab es Telefon, Wasser- und Stromversorgung auch nicht mehr. Langley, der ältere, ein Veteran des 1. Weltkriegs mit Schäden an Körper und Seele, der das Leben an sich als Zumutung ansah und entsprechend streitbar war, lag jahrzehntelang mit Banken, Behörden und Versorgungseinrichtungen im Rechtsstreit, immer darauf bedacht, seine Unabhängigkeit von allem und jedem (außer von seinem Bruder) zu bewahren, egal wie mühsam das war. Die Brüder verbarrikadierten sich schließlich in ihrem Haus und kappten ihre Verbindungen zur Außenwelt radikal. Es entbehrt nicht einer gewissen Komik, dass sie das neben gigantischen Mengen Trödels eben auch mit riesigen Zeitungsbündeln bewerkstelligten, in denen das Geschehen der Außenwelt festgehalten wurde. Jahrzehntelang hatte die Welt in Form von Besuchern immer wieder an die Haustür geklopft: Als sie noch ausgingen, zur Zeit der Prohibition, machten sie Bekanntschaft mit einem aufstrebenden Mafiakiller, der sich Jahrzehnte später in ihrem Haus versteckte. Ein schwarzer Musiker aus New Orleans, ein kleines Mädchen, das von dem hochmusikalischen "Onkel Homer" Klavierunterricht bekam, Menschen, die sich auf den Tanzteeveranstaltungen dem Rhythmus des Swings hingaben, ein aus Europa geflohener Jude, der verzweifelt Geld für die Unglücklichen in Übersee sammelte und als letzte heitere Episode der Einfall der Blumenkinder, die sich dem kalten New Yorker Winter aber naturgemäß nicht gewachsen sahen.

Nahezu atemlos liest sich die Geschichte der beiden Brüder im Auf und Ab der Geschichte, wo im Hintergrund fast immer das Getöse von Kriegen zu hören ist. Symbiotisch lebten sie und fast gleichzeitig starben sie auch. Langley wurde vom Müll erschlagen, als er seinen Bruder Essen bringen wollte, Homer verhungerte und verdurstete daraufhin: "Wo ist Langley? Wo ist mein Bruder?", so endet das Buch. Es fällt mir schwer, Fiktion und Realität auseinanderzuhalten, denn da sind die Bilder und Geschichten, die das Internet (wahrlich die universelle Zeitung, die Langley vorschwebte) über den Mythos Collyer bereithält, die sich mit der Lektüre dieses ganz und gar gelungenen Romans vermengen.

Helga Kurz
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am 23. Mai 2015
Erreicht nicht die schöne Sprache von z.B. "Der Schatten des Windes", liest sich aber rasant ist unterhaltsam, eich ehter Pageturner.
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am 15. November 2013
guter, spannend erzählter Roman, gut zu lesen, handliches Taschenbuch, Bahn- und U-Bahn tauglich. Ich werde es weiterempfehlen
I. aus B.
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am 9. Dezember 2014
Die teils überschwänglichen Rezensionen verwundern mich - ich fand das Buch ziemlich langweilig und habe mich sehr gequält, es fertig zu lesen. Mir fehlte einfach ein bißchen der Schwung. Die Idee ist nett, aber die Verarbeitung nicht mein Fall.
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am 4. August 2014
Mit diesem Buch lernt man Messis besser kennen und erlebt den Prozeß des verlernen von wichtig und unwichtigem...gut geschrieben, sehr empfehlenswert!
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