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Kundenrezensionen

4,6 von 5 Sternen
6

am 24. August 2010
Als Gegenstück zur Geschichte der verbrannten und verbannten Bücher und Autoren" bezeichnet Christian Adam seine Studie Lesen unter Hitler". Der Autor beschreibt anschaulich die Institutionen rund ums Buch, das ungeheure bürokratische Wirrwarr und Kompetenzgerangel und die überraschende Durchlässigkeit der Nazi-Zensur. Sein Hauptaugenmerk gilt allerdings den Bestsellern im Dritten Reich. Diese Bücher ordnet er 10 ,Buchtypen` zu, z.B. Unterhaltungsliteratur, Propaganda, modernes Sachbuch, etc. Diese Einteilung trägt viel zur Übersichtlichkeit bei und gibt die Möglichkeit, mal hier, mal da hineinzulesen. Innerhalb dieser Kapitel finden sich neben erwarteten Titeln wie "Mein Kampf" viele Überraschungen, die einiges über die Deutschen unter Hitler und über sein Regime verraten.
Der Text ist durch aussagekräftige Abbildungen von Buchcovern, Grafiken und Fotos aufgelockert. Der Autor hat einen angenehm verständlichen Stil, der dem Thema gerecht wird. Ein paar kuriose Erscheinungen und Anekdoten über Bücher und Autoren zeigen, wie absurd das Terrorregime der Nazis bisweilen agierte.
Definitiv ein lohnendes Buch für jeden, der sich für deutsche Geschichte und Literaturgeschichte interessiert. Und auch für diejenigen, die sich beim Blick in die Bücherregale von Eltern oder Großeltern manchmal wundern.
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Auch wenn die im Vorwort erwähnte Lücke einer Überblicksdarstellung zu den beliebtesten Lesestoffen während der NS-Zeit mit dem Buch von Adam nicht gefüllt werden kann, so bietet dieses Buch dennoch eine spannende und interessante Annäherung an dieses Forschungsfeld. Denn Adam gelingt es, an unterschiedlichen Beispielen zu veranschaulichen, wie heterogen der Lesestoff während dieser Zeit war. Hierbei wird immer wieder deutlich, dass es keine einheitlich gelenkte Literaturpolitik gab, sodass sogar ausländische Autoren gelesen werden konnten. Auf der anderen Seite bedeute dies aber auch eine Willkür, die allgemeine Aussagen zum Buchmarkt während der NS-Zeit erschweren. Vielleicht ist genau dies der Grund, weshalb es sich bei dem Buch um keine umfassende Überblickdarstellung handelt.

Hinzu kommt, dass Adam auf wenig Vorarbeiten zurückgreifen kann, sodass sein Blick auf dieses Thema kursorisch bleiben muss. Dies bedeutet keineswegs eine Qualitätseinbuße, sondern vielmehr, dass sich der Leser auf eine exemplarische Vorstellung der Bestsellerliteratur einstellen muss.

Da die reinen Auflagenzahlen grundsätzlich nur bedingt etwas darüber aussagen, ob die gekauften Bücher auch gelesen wurden, flechtet Adam immer wieder Aussagen zeitgenössischer Leser wie Victor Klemperer oder Joachim Fest ein, die auch die persönlichen Lesegewohnheiten in den Blick nehmen sollen. Freilich muss die Herangehensweise hier ebenfalls beispielhaft bleiben, da auch mit dieser Methode keine belastbaren quantitativen Aussagen zu treffen sind. Sehr wohl bieten diese Zitate jedoch eine Annäherung an die Leseeindrücke einzelner Personen, anhand derer einzelne Lesementalitäten nachvollzogen werden können. Was jedoch bleibt, ist die Tatsache, dass Adam das Dilemma der fehlenden Kongruenz von Produktion und tatsächlichen Lesegewohnheiten bei manchen Buchtypen (zum Beispiel beim NS-Propaganda-Schrifttum) nicht lösen kann. Da Adam jedoch keinen Hehl aus dieser Problematik macht, bietet das Buch trotz dieser nicht dem Autor anzurechnenden methodischen Schwierigkeiten einen interessanten Blick in die Bestsellergeschichte des Dritten Reiches.
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VINE-PRODUKTTESTERam 13. Februar 2011
Wenn man heute auf dem Dachboden oder auf dem Flohmarkt einen alten Schmöker namens "Anilin" findet, weiß man vielleicht nicht unbedingt, dass man hier das wohl erfolgreichste Buch der Nazizeit (abgesehen natürlich von den offiziellen Büchern etwa von Hitler oder Rosenberg) und der frühen 50er Jahre in den Fingern hält. "Mein Kampf" oder "Der Mythus des 20. Jahrhunderts" erreichten, gepuscht vom Staat, wahnsinnige Auflagen, wenn man aber den Ausführungen von Christian Adam folgt, steht fest, dass diese ideologische "Literatur" im Verhältnis kaum gelesen wurde. Es gab offizielle nationalsozialistische Autoren, die es aber eigentlich nur schafften, sich auf dem Markt durchzusetzen, da dieser vom Staat stark beeinflusst wurde, allerdings gab es hier ein starkes Kompetenzgerangel zwischen verschiedenen Stellen, die sich die kulturelle Beeinflussung auf die Fahnen geschrieben hatten. Diese Autoren sind heute großteilig längst vergessen und kamen auch damals abgesehen von einigen Ausnahmen, nicht wirklich gut beim Publikum an. Die Literatur, die gelesen wurde, führte Traditionen weiter, die sich eigentlich schon vor 1933, herausgebildet hatten, etwa der Sachroman, wie Schenzingers oben angesprochenes "Anilin" oder auch internationale Bestseller wie "Vom Winde verweht" oder "Via Mala" (John Knittel).
"Lesen unter Hitler" ist sehr spannend geschrieben und auf der Inhaltsebene ist es genauso. Auflagenstärken und Diskussionen sagen sehr viel über die Zeit des Nationalsozialismus aus, hier bekommt man vor Augen geführt, dass sich der Markt eben auch unter den Bedingungen des Krieges veränderte, so war eben doch meist (bzw. vermeintlich) unpolitische Unterhaltung gefragt -seichte Romane, Karl May oder auch Berichte aus dem ersten Weltkrieg waren in jener Zeit immer ein Verkaufserfolg.
Christian Adam erzählt in lockerem gut verständlichen Ton über den gerne vernachlässigten Aspekt der Alltagskultur im Nationalsozialismus - Das Lesen erscheint als Flucht aus der Welt der Bedrohung durch Krieg und Repression, was sich aber die Ideologen auch zunutze zu machen wussten, da sie hier im Bereich der Unterhaltung eher eine Breitwirksamkeit entfalten konnten, als beispielsweise in dezidiert nationalsozialistischen Pamphleten und Hetzschriften. Viele der Autoren, die in der NS-Zeit erfolgreich waren, konnten ihren Erfolg auch in die Bundesrepublik herüberretten, z.B. das Buch "Die deutsche Mutter und ihr Kind", das unter einem etwas geänderten Titel, bis in die 70er Jahre hinein immer wieder neu aufgelegt wurde. Hier findet man ein äußerst spannendes Stück Literaturgeschichte, aus Sicht des Konsumenten. Das Buch hält unglaublich viele Detailinformationen bereit über poppuläre Lesestoffe, auch der NS-Führungselite (Karl May war hier einer der Favoriten), über Verkaufszahlen und Schicksale von Autoren, über absonderliches wie den FKK-Anhänger Suren, der z.B. Nacktskifahren propagierte und verständlicherweise auch ein Verkaufsschlager war.
Ein sehr interessantes Buch für alle, die sich auch geschichtlich für Alltagskultur im Allgemeinen, Buch und Buchmarkt interessieren.
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am 12. November 2010
"Das vorliegende Buch beschreibt keinen Ausschnitt. Ich habe die Spuren ausnahmslos aller Autoren verfolgt, die damals auf der ersten 'schwarzen Liste der Schönen Literatur' standen, die als Grundlage für die Verbrennung diente. Vierundneunzig deutschsprachige Autoren stehen darauf und siebenunddreißig fremdsprachige".

Mit diesen Worten beschrieb der FAZ-Feuilletonist und Literaturkritiker Volker Weidermann 2008 sein Projekt über "Das Buch der verbrannten Bücher", das damals breit beachtet, aber wohl nicht sehr gut verkauft wurde.

Das hier anzuzeigende Buch von Christian Adam über das "Lesen unter Hitler" versteht sich sozusagen wie ein Spiegelbild des Weidermann`schen Buches. Adam hat in langer Recherche eine Monographie erstellt über "Autoren, Bestseller, Leser im Dritten Reich". Es ist eine Literaturgeschichte, die durchaus in der Lage ist, auch dem historisch über den Nationalsozialismus gut informierten Zeitgenossen noch viele neue Informationen nicht nur literaturgeschichtlicher Art zu liefern, sondern über die Wirkungsgeschichte der dokumentierten Bücher und Autoren auch viel erzählt über die Sozialgeschichte dieser Zeit.

Ich jedenfalls (1954 geboren) habe in diesem Buch etliche Titel wiederentdeckt, die in meiner Kindheit noch in den Regalen der Eltern und Großeltern standen. "Unverfängliche" belletristische Titel haben die private "Entnazifizierung" überstanden bis in die sechziger Jahre.
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TOP 1000 REZENSENTam 8. Januar 2011
Der Ansatz des Autors ist erst einmal sehr interessant: Ihm geht es nicht um die Literatur, die im 3. Reich verboten war, sondern vor allem um jene, die gelesen wurde bzw. gelesen werden durfte - d.h. nun im konkreten Fall, welche Bücher unter dem Hakenkreuz (in großen Stückzahlen) produziert, vertrieben und gelesen wurden.
Die - wie mir scheint - wichtigste Aussage des Autors lautet: Bis weit in die späten 30er Jahre hinein gab es k e i n e flächendeckende, allumfassende Zensur und Kontrolle von Schriftstellern und Verlagen. Mit etwas Geschick konnte man sich - vor allem als Verlag - einige Jahre durchlavieren!
Und wie in vielen Bereichen des 3. Reiches: Durch die Verbote wurden missliebige Konkurrenten (vor allem jüdische) ausgeschaltet; "das Mittelmaß hatte eine Chance".
Bei der Zensur, die es natürlich gab, waren sich die "oberen Herrschaften" auch nicht einig: Während Rosenberg ("Der Mythos des 20. Jahrhunderts") ziemlich rigoros vorgehen wollte (vor allem gegen die Unterhaltungsliteratur), ließ Göbbels gerade diese Art von Literatur lange "ungeschoren" - die Menschen sollten ihre Ablenkung haben (wie überhaupt mit Kriegsbeginn das Lesebedürfnis rapid anstieg!)
Der Kriegsbeginn markiert dann allerdings eine Wende: So wurden 1940 etwa die Krimis von Edgar Wallace und Agathe Christie verboten (bis dahin eine Säule im Programm des Goldmann-Verlags!) Ab 1941 waren dann überhaupt alle amerikanischen Druckerzeugnisse verboten - man wollte sich (u.a.) aus Devisengründen die Lizenzgebühren sparen.
Was lasen nun die Deutschen zwischen 1933 und 1945? Sehr viele Sachbücher; sehr viele - verschiedene - Bücher aus Leihbüchereien; Bücher, die ablenkten (Ludwig Thoma, Wilhelm Busch, Karl May, Courths-Mahler...); viele ausländische Romane (vor allem aus dem Norden - zB Hamsun); "Vom Winde verweht", "Die Zitadelle" und "Der kleine Prinz" - und letztlich (relativ wenig) typische NS-Literatur.
Summa summarum: "Lesen unter Hitler" ist ein hochinteressantes Buch, das trotz seines wissenschaftlichen Anspruches sehr lesbar geschrieben ist (wer weiterlesen möchte, dem steht eine umfangreiche Literaturliste zur Vefügung!)
Und immer wieder zitiert der Autor Viktor Klemperer, der viel Zeit mit dem Lesen verbrachte - hochinteressante Anmerkungen zu der damals aktuellen Literatur!
Persönliche Anmerkung: Als ich gegen Ende der 50er Jahre so richtig von der Lesewut gepackt wurde, standen viele der in diesem Buch genannten Autoren in meiner Leihbücherei. Ich verschlang diese Bücher regelrecht, und ich möchte diese Zeit mit Edgar Wallace, Hans Fallada, Agathe Christie, Ludwig Thoma, A.J. Cronin, Werner Bergengruen usw. nicht missen!
Für mich eines der interessantesten Sachbücher des Jahres 2010!
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am 17. Oktober 2010
Christian Adam, Lesen unter Hitler, Autoren, Bestseller, Leser im Dritten Reich, Verlag Galiani Berlin 2010, 383 Seiten

Der gelernte Germanist und Publizistikwissenschaftler Christian Adam, der sein Interesse an der nationalsozialistischen Medienpolitik durch eine Dissertation über Wilfrid Bade angekündigt hat, legt mit dieser Publikation eine umfassende und stark personalisierte Sichtweise der Literaturpolitik im Dritten Reich vor. Fürwahr eine Publikation, die, nicht zuletzt wegen ihrer imponierenden Materialdichte, fortan in den Regalen von zeitgeschichtlich arbeitenden Pädagogen stehen sollte.
Adam weiss sich in seinem Thema unterstützt von mancherlei Vorarbeiten, wobei vor allem an die Untersuchungen von Jan-Pieter Barbian zu denken ist, der erst jüngst wiederum die Literaturpolitik im Dritten Reich" (2010) von der ,Gleichschaltung bis zum Ruin' porträtiert hat.
Aber die hier vorliegende Recherche geht dem Thema mit einem anderen Blick nach. Adam untersucht die Bestseller in finsterer Zeit" (S. 45 ff), die er als Indikatoren für den Zwiespalt von zeitgenössischem Lesegeschmack und dirigistischer Bevormundung sieht, und die Auskunft darüber geben, dass es Literaturpolitik jenseits des nationalsozialistischen Lektürekanons für die Schulen eigentlich nur bedingt gegeben hat. Darüber hinaus zeigen die Bestseller, dass zwischen den Ministerien des ideologisch eingeengten Rosenberg und des propagandistisch kalkulierenden Goebbels ein tiefer Dissens bestand, der Adam zu der bündigen Aussage anleitet: "Wichtigstes Resümee bleibt im Blick auf die Bestseller im Dritten Reich: Eine einheitliche Literaturpolitik hat es nie gegeben"(S. 318, auch S. 18 dort spricht er deutlich vom Kompetenzwirrwarr").
Und in der Tat, in der gewiss akribisch erstellten Liste der Bestseller (S. 323), die alle eine Auflage von 100.000 Exemplaren überschritten haben, begegnen Titel deren Mischung nicht unbedingt für ein verbindliches Konzept stehen.
Victor Klemperer hat in seinen Tagebuchaufzeichnungen das Wundersame und Verwunderliche der Bestseller im Dritten Reich im Beispiel von Ina Seidels Wunschkind" eingefangen: "Ich sagte mir, wenn ein Wälzer von über 1000 Seiten , 1930 erschienen, es auf 350.000 Exemplare gebracht habe, dann müsse er irgendwie charakteristisch für das Denken seiner Zeit sein. Woraus ich die Berechtigung vor mir selber schöpfte, den Band zu lesen" (S. 10 f).
Die naive und historisierende Wunschkind-Geschichte um die jung verwitwete Cornelie Echter von Mespelbrunn und deren Sohn und das sentimentale Durchhaltepathos in napoleonischer Zeit haben erstaunlicherweise alle Systeme überstanden; selbst in der Bundesrepublik- zumindest bis hin zu einer Taschenbuchausgabe von 1987- fand das Epos noch seine Leserschaft, wozu auch der essayistisch versierte Christian Ferber, der Sohn Ina Seidels, Einiges publizistisch beigetragen haben mag. Nebenbei: bei Ina Seidel musste die Nähe zum Nationalsozialismus nicht erst mühsam aus diesem, Roman" genannten Kompendium herausgelesen werden.
Natürlich stehen in der Bestsellerliste die Bücher von Hitler und Rosenberg an der Spitze, wobei freilich Rosenbergs Mythos des 20. Jahrhunderts " mit einer Auflage von 1.1 Millionen Exemplaren weit übertroffen wurde von der Humor-Postille: "VB-Feldpost(Hg), Darüber lache ich noch heute. Soldaten erzählen heitere Erlebnisse. Berlin 1943".
Man sieht die Genres gehen schon hier durcheinander und setzen die Schwerpunkte für einen Zeitgeist, der sich aus Politik, Belletristik, Boulevard, seichter Privatheit und Sachinformation scheinbar wahllos zusammenzukomponieren versuchte.
Der Eindruck des Zufälligen und der Begünstigung des Zweitklassigen zahlreicher Publikationen bleibt bestehen.
Und anders als die Geschichte der verbrannten Bücher (jetzt: Julius H. Schoeps, Werner Tress (Hg.), Verfemt und verboten, Vorgeschichte und Folgen der Bücherverbrennungen 1933, Hildesheim 2010), ist die Geschichte der Bestseller, sie nennt Adam das Gegenstück, die Negativform, nicht so rigoros, technisch perfekt, ehrabschneidend und infam abgelaufen.
Dieser Eindruck wird bekräftigt durch die systematische Ordnung, die Adam in Form der 10 erfolgreichsten Buchtypen im Dritten Reich" (S. 85ff) vornimmt. Die Gruppierung erfolgt eben nicht nach germanistischen Klassifikationen oder Stilkriterien, sondern nach inhaltlichen Auffälligkeiten:
* Populäre Sachbücher (S. 87, hier gehört u. a. Schenzingers Anilin"),
* NS-Propaganda Schrifttum (S. 115 Hitler, Goebbels, Rosenberg),
* Kriegstagebücher (S. 135, Werner Beumelburg, Günther Prien),
* Humor und Komik (S. 168 ff, W. Busch, L. Thoma; hier auch Vom Kz-Insassen zum Erfolgsautor- Ehm Welk und die Heiden von Kummerow"),
* Unterhaltungsbuch (S. 175, Hans Fallada),
* Wa(h)re Volksliteratur (S. 197, Karl May, Courths-Mahler),
* Bestseller aus dem, Ausland (S. 223, Knut Hamsun, Antoine de Saint Exupery, Margaret Mitchell),
* Im Schatten der Klassiker (S. 249, Rilke, Hesse, Bergengruen)
* Blut ohne Boden (S. 271, Hans Grimm, Hans Johst, Friedrich Blunck)
* Lesefutter im Krieg (S. 293, darunter: Ernst Jünger Auf den Marmorklippen").
Es mag als tröstlich angesehen werden, dass die meisten Bestseller heute nurmehr mehr als verwehte Vergangenheit aufscheinen, und selbst die Namen der Autoren sind für die Nachgeborenen wohl zumeist Hekuba.
Die Zeit des Nationalsozialismus begünstigte die Talente aus dem zweiten und dritten Glied und beförderte eine Literatur deren Politikferne, in der Gunst und der Selbsttäuschung des lesenden Publikums zu stehen schien. Um diesen Niedergang ist es nicht Schade.
Man muss dem Verfasser Umsicht und Fleiß attestieren, auch ein Geschick, den Gegenstand nicht nur wissenschaftlich aufzubereiten, sondern auch gelegentlich eine handliche Form zu wählen, die da und dort Wiederholungen und sprachliche Volten einschließt. Im Schlusskapitel hätte man gerne noch darüber gelesen, wie die Germanistik in der Nachkriegszeit mit diesem Thema umgegangen ist.

Joachim H. Knoll Bochum/Hamburg
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