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am 15. Mai 2011
Am 22. Juni 1941 überfiel die Wehrmacht die Sowjetunion. In seinem Vorwort benennt der Holocaust-Überlebende Ralph Giordano die arbeitsteilige Täterschaft der Wehrmacht so: "Wobei der Radius des Vernichtungsapparates stets identisch war mit dem der deutschen Fronten, ob Vormarsch oder Rückzug - der territoriale Machtbereich der Wehrmacht bildet die Voraussetzung für den Holocaust." Giordano beklagt das Schweigen über eine Ausrottungsfeldzug im Schatten der Wehrmacht. Er ist erschüttert über Karl Jäger, den Mörder der litauischen Juden, der Anfang Dezember 1941 diese Vollzugsmeldung abgibt: "Ganz Litauen ist nunmehr judenfrei."

Autor Wolfram Wette geht der Frage nach: Wie wurde aus dem Musiker und Orgelbauer Karl Jäger ein Massenmörder? Hierbei verdient die Zivilcourage des Autors Anerkennung, denn der Täter Karl Jäger stammt aus Waldkirch, der Historiker Wolfram Wette wohnt in Waldkirch. Und auch für diese südbadische Kleinstadt gilt auch diese Einsicht von Kurt Tucholsky: "Im übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht." Ralph Giordano bringt es so auf den Punkt: "Nicht Karl Jäger war für sie das Problem, sondern jene Nestbeschmutzer, die Aufklärung forderten über die Biographie des erfolgreichsten unter den damaligen Einsatzkommandochefs. (...) Und so widerspiegelt sich im Mikrokosmos Waldkirch der Makrokosmos der ganzen deutschen Nachkriegsgesellschaft; Angstbesetzte Verdrängung, sprachlose Abwehr, tiefe innere Beziehungslosigkeit zur Welt der Opfer, und sei ihr Leid noch so überwältigend dokumentiert, Gefühlskälte, Generationenkonflikte - beschwiegene Schuld."

Wenn verdrängte Vergangenheit, so denke ich, verdrängte Schuld bedeutet, dann sollten die Waldkircher Bürgerinnen und Bürger ihrem namhaften Mitbürger Wolfram Wette Anerkennung zollen für seine Forschungs- und Archivarbeiten, für seine Erkundung und Erhellung einer schuldverstrickten Lebensgeschichte, für seine Suche nach der Wahrheit. Wie immer setzt Wolfram Wette seine Erkenntnisse engagiert und griffig um, sein Stil ist stets zupackend und leserfreundlich. Sein Kenntnisstand der Forschung, seine Kombination von chronologischer Darstellung und systematischer Deutung verdienen die Höchstbewertung "summa cum laude".

Angesichts Finsternis des Vernichtungskrieges leuchten die wenigen Lichtgestalten umso heller: Einige Seiten sind Feldwebel Anton Schmid (1900 - 1942), der Ikone des Rettungswiderstandes, gewidmet. Schmid hatte etwa 300 litauischen Juden das Leben gerettet und den jüdischen Untergrund unterstützt. Am 13. April 1942 wurde das Todesurteil gegen Schmid vollstreckt. (Schlusspunkt: Seit Herbst 2010 befindet sich das Schild "Feldwebel-Schmid-Kaserne" in einem Lagerraum des Standortes Munster.)
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am 19. September 2013
Dieses Buch ist nicht nur für den Historiker außerordentlich wichtig, sondern auch für alle, die sich mit der unheilvollen Vergangenheit Deutschlands befassen. Bedrückend und zugleich enorm aussagekräftig ist der Dokumentenanhang mit dem Originalbericht des Massenmöders Jäger, der noch nach dem Krieg unbehelligt jahrelang in seinem Heimatort lebte;
dort wurde ihm bis heute offensichtlich keine adäquate Bewertung zuteil. Wolfram Wette hat sich einen großen Verdienst erworben, eine klare Bewertung des Karl Jäger und seines Umfelds zu erarbeiten. Danke für diese hervorragende Arbeit!
Dr.Karl-Friedrich Nonnenbroich
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am 21. März 2016
Ein gut geschriebenes Buch für interssierte Leser. Möchte man sich mit der Judenverfolgung und -vernichtung in Litauen auseinandersetzen erhält man einen sehr guten Einblick durch dieses Buch.
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am 7. Februar 2012
Das Buch zeigt die Entwicklung bis bin zum vorauseilenden Gehorsam in Bezug auf Greueltaten die noch gar nicht " befohlen " waren.
paralell dazu ist das Buch " Täter" eine Ergänzung um die Zusammenhänge zu verstehen wie "man (n )" zum ( Mit ) Täter wird.
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am 24. Juli 2014
ich glaube in Österreich woher ich stamme ist so eine Lektüre sogar verboten wegen wiederbetätigung ich kann daher auch nicht auf den innhalt eingehen,obwohl ich möchte. leider.
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