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Kundenrezensionen

3,8 von 5 Sternen
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am 3. Januar 2014
Ich hab mich gelangweilt. Martel ist selbstverliebt in seine Detailbeschreibungen. Das Buch fängt stark an und lässt dann bald nach.
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am 13. September 2010
Daß der Autor von >Schiffbruch mit Tiger< nicht vor großen Themen zurückschreckt, hat er mit seinem ersten erfolgreichen Roman bewiesen, und sein oft als Naivität getarnter Mut ist auch der Hauptzug seines neuesten Werkes. Ging es beim >Tiger< um die Frage, ob ein Mensch mit religiösen Überzeugungen in letzter Konsequenz glücklicher lebt als ein Ungläubiger, nimmt Martel sich nun das heikle Thema des Faschismus vor - genauer gesagt fragt er, wie wir Heutigen diesem Thema, das aktueller ist denn je, begegnen können. Das tut er - hier kommt der Mut ins Spiel - in durchaus Brechtscher Verfremdung in Gestalt einer Tiergeschichte, und die Geschichte spielt in einem Land, das zugleich ein Hemd ist. Wir erfahren nicht, wer dieses Hemd auf dem Rücken trägt, aber wir dürfen vermuten, daß es niemand geringeres ist als die Menschheit, die gebeugt unter der Last des historischen Holocaust ihrem Ende entgegenschlurft. In wunderbar surreal-kargen Dialogen, in denen Martel einem der ganz Großen des zwanzigsten Jahrhunderts, Samuel Beckett, seine Reverenz erweist, räsonnieren ein Affe und ein Esel, was sie tun können, um das zu ertragen, was ihnen widerfahren ist und was sie >>die Greuel<< nennen. Es sind schreckliche Dinge, die sie erlebt haben, Dinge, die, gerade weil ein liebenswerter Esel und ein possierlicher Affe sie erzählen, uns mit der ganzen Wucht des Unglaublichen, Unerhörten, (Un)Menschlichen treffen - Dinge, die ihre Parallelen in jüngerer oder womöglich auch jüngster Geschichte haben. Aber nicht um Nazis, Juden und den historischen Holocaust geht es hier, sondern um etwas viel, viel Schlimmeres - um den alltäglichen Faschismus, den Faschismus in den Köpfen, den Faschismus als Lebenshaltung. Man braucht schon einen Affen und einen Esel, um das klarzumachen, sonst verstellt die zur Schauerfolklore gewordene Historie immer wieder neu den Blick. Längst kriechen sie wieder aus den Schößen, und wem bisher nicht klar war, was da kriecht, der kann sich mit diesem Roman die Augen öffnen lassen.
Wie im >Tiger<, wo der Leser in einem langen Spannungsbogen vom realistischen Anfang über immer surrealere Szenen an einen Punkt gebracht wird, an dem er nur noch die Wahl zwischen dem Kierkegaardschen Sprung und dem nicht minder mutigen Akzeptieren der nackten, bedrückenden Fakten hat, so führt Yann Martel im >Hemd des 20. Jahrhunderts< seinen Leser von skurrilen Anfängen über dramatische Entwicklungen in eine immer kargere, immer abstraktere Welt, in der die Greuel immer weiter reduziert werden, bis am Ende das Wesen des Faschismus bloßliegt. So endet der Roman in zwölf >>Spielen<<, Karteikarten mit kurzen Fragen, so brechtsch wie beckettsch, und die Ironie der Bezeichnung unterstreicht noch die Grausamkeit des Spiels. >>NUMMER NEUN: Hinterher, als alles vorbei ist, begegnest du Gott. Was sagst du zu Gott?<<
Zwölf kleine Tests (tatsächlich sind die Spiele psychologischen Tests nachgebildet), mit denen Sie als Leser beweisen können, ob Sie fit sind für den Faschismus kommender Tage. Zwölf Fragen, mit denen Sie feststellen können, wie wohl Ihre Chancen gewesen wären, Auschwitz zu überleben. Die dreizehnte Karteikarte ist leer.
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am 20. September 2010
Der Schriftsteller Henry hatte mit seinem zweiten Roman weltweit großen Erfolg, und zwar so enorm großen, dass er meinte, danach über die Freiheit zu verfügen, sich auch Themen zuwenden zu können, bei denen die belletristischen Erfolgsaussichten eher gering sind. Er schrieb ein Doppelbuch, einen Roman und gleichzeitig ein Essay, thematisierte den Holocaust, versuchte aber gleichzeitig, sich von den bisherigen Umsetzungen zu lösen und die Fantasie in den Vordergrund zu bewegen, Gewalt und Grausamkeit also auf einer Metaebene zu begegnen. In einer großen Runde mit Verlegern, Buchhändlern und Kritikern wurde er für diese Vorgehensweise abgestraft; das Buch erschien nicht. Henry zog sich zurück, wechselte den Wohnsitz und widmete sich fortan seinen Hobbys. Er entdeckte das Laienschauspiel, nahm Klarinettenunterricht, kaufte einen Hund und eine Katze, und Nachwuchs kündigte sich an. Aus dem Bestsellerautor wurde ein Privatier. Nur die immer noch in großer Menge eintreffenden Leserbriefe zu seinem Erfolgsbuch erinnerten ihn daran, dass er eigentlich Schriftsteller war. Dann bekam er ein seltsames Päckchen. Ein Leser, der ebenfalls Henry hieß, schickte ihm eine Flaubert-Erzählung, in der sämtliche Szenen, in denen die Hauptfigur Tiere metzelte, mit gelbem Markierstift hervorgehoben waren. Außerdem enthielt die Sendung einige Szenen aus einem Theaterstück, das dieser Leser offenbar geschrieben hatte - mit einer alten Schreibmaschine.

An einem kalten Nachmittag macht sich der Autor auf die Suche nach diesem Leser. Er entdeckt ihn in einem Fachgeschäft für Tierpräparationen. Der Mann ist weit über achtzig, ein dürrer, verschlossener, seltsam emotionsloser Typ. Der Schriftsteller ist fasziniert, nicht nur von den Präparaten und der seltsam weltfremden Stimmung zwischen den vielen ausgestopften Tieren, sondern auch und vor allem von jenem Theaterstück, in dem ein Brüllaffe namens Vergil und eine Eselin namens Beatrice merkwürdige, aber sehr feingeistige Dialoge führen. Der Taxidermist liest dem Autor über mehrere Tage hinweg aus diesem Theaterstück vor. Es geht um Formen von Gewalt, die kaum in Worte zu fassen sind, und die diese beiden Tiere offenbar miter- und überlebt haben. Sie entwickeln eine originelle Strategie, um mit der eigenen Vergangenheit zurechtzukommen und gleichzeitig zu verhindern, dass sie in Vergessenheit gerät. Die Mittel, die sie hierfür entwickeln, nennen sie "das Nähzeug", denn das Land, in dem die Ereignisse stattgefunden haben, ist "das Hemd".

Es ist anzunehmen, dass Yann Martel in diesem Buch zumindest teilweise von sich selbst erzählt, denn die Vita jenes Autors und diejenige Martels ähneln sich. Und tatsächlich wäre ein Buch wie "Ein Hemd des 20. Jahrhunderts" von einem Autor, der nicht zuvor einen weltweiten Bestseller wie "Schiffbruch mit Tiger" vorgelegt hat, kaum erschienen. Der Roman, der eigentlich eine Novelle mit eingebettetem Theaterstück ist, verweigert sich Formalien, verfügt über einen sehr unkonventionellen Aufbau und kommt recht sperrig daher. Ich muss zugeben, dass mich das Buch gelegentlich etwas geärgert hat. Aber es ist auch interessant, sehr kunstvoll, manchmal spannend und fraglos vortrefflich geschrieben.

Allerdings missfiel mir auch einiges. So hinterfragt der Schriftsteller in seinen Diskussionen mit dem Präparator immer wieder Dinge, die von so eindeutiger Symbolik sind, dass sich Fragen eigentlich erübrigen, wohingegen andere Szenen, deren Metaphorik durchaus erklärungsbedürftig ist, unkommentiert bleiben. Die Bedeutung der privaten Geschehnisse - etwa der grausame Tod des Katers, dahingemetzelt vom Hund, der sich offenbar in der Präparatorenwerkstatt die Tollwut geholt hat - erschloss sich mir nicht immer vollständig, und auch einige, ohnehin nur angedeutete, Nebenhandlungen schienen sich nicht aufzulösen. Tatsächlich aber zieht der Roman vor allem gen Ende stark in seinen Bann, er ist wortmächtig, eindringlich und von großer Wucht, und die dreizehn "Spiele für Gustav" (einer menschlichen Leiche, der die Tiere auf ihrem Weg begegnen), die den Schluss darstellen, erschrecken und verwirren. Das eigentliche Ende, die Klimax der Auseinandersetzung zwischen Schriftsteller und Präparator, musste ich zweimal lesen, um es auch nur ansatzweise zu verstehen.

Ein sehr seltsames Buch über Gräuel und Bestialität, über Unmenschlichkeit (ein, wie ich finde, ohnehin widersprüchlicher Begriff) und den Umgang mit ihr, über Vergangenheit und jüngere Geschichte, fesselnd und sicherlich auch zwingend, dicht und atmosphärisch, und trotz seines merkwürdigen Aufbaus - das Theaterstück um Vergil und Beatrice nimmt reichlich Raum ein - sehr fließend. Voller Metaphorik und Symbolik, rätselhaft und dann wieder über-eindeutig, aber am Ende ... ich weiß nicht so recht. Es hinterlässt den Leser schockiert (vor allem, wenn man sich traut, die Fragen, die im Rahmen der "Spiele für Gustav" gestellt werden, tatsächlich zu beantworten), und wenn es das erreichen wollte, ist es gelungen. Literarisch sowieso. Trotzdem bleibt das Gefühl, etwas gelesen zu haben, das mehr sein will, als es unterm Strich ist. Oder weniger, und der Rest ist Interpretation.
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VINE-PRODUKTTESTERam 12. September 2010
Daß Yann Martel mehrere Themen geschickt zu einer Geschichte verknüpfen kann, hat er mit "Schiffbruch mit Tiger" erfolgreich bewiesen. Hatte er dort noch manches im Vorlauf Erzählte in die Länge gezogen (um dann zu dem sehr spannenden Hauptteil zu kommen), so ist ihm mit "Ein Hemd des 20. Jahrhunderts" eine relativ straffe Erzählung gelungen. Dieses und auch die schöne Aufmachung des Buches hat mir besonders gut gefallen. Darüber hinaus habe ich ein Faible für Tierbücher und bin mit entsprechenden Erwartungen an das Buch herangegangen, wenngleich ich mir über das Thema dieser Lektüre (z.B. durch die Inhaltsangabe) durchaus bewußt war.

Der erfolgreiche Schriftsteller Henry T. erhält einen Brief von einem Tierpräparator, der ebenfalls literarisch tätig ist und ihn um seine Hilfe bittet. Die beiden treffen sich mehrmals in der Werkstatt. Der Präparator ist bei allen Leuten unbeliebt, und auch auf Henry wirkt der Eremit stark verhaltensgestört ("ein Monstrum"). Oft verweigert der Tierpräparator sogar die Kommunikation. Die beiden werden kaum miteinander warm. Henry liest dennoch die Schreibversuche dieses Mannes, ein Theaterstück, das von zwei Tieren handelt, die sich unterhalten. Doch diese Manuskripte lesen sich ziemlich zäh (es geht u.a. seitenweise um eine Birne). Nach und nach wird aber klar, daß es sich bei den Schriften des Präparators (die Szenen spielen auf einem Hemd!) um eine Metapher handeln soll: Die ausgerotteten Tiere stehen für die menschlichen Opfer der Massenvernichtung - und am Ende kommt es zu einer Katastrophe.

Ich fand die Idee, Tiere zu Holocaust-Opfern zu erklären (viele Tiermorde, detailreich beschrieben), anfangs befremdlich, konnte mich ihr aber etwa nach dem ersten Drittel des Buches nähern. Was besonders auffällt, ist, daß Martel die Manuskripte des Tierpräparators vollständig abdruckt. Diese ermüden aber auf Dauer, und so habe ich bald das Gefühl bekommen, sozusagen ein "unvollendetes" Buch zu lesen, oder anders ausgedrückt: Martel könnte experimentiert und ein paar Gedanken in einem Buch gebündelt haben - mit dem Argument, diese Texte seien ja nicht seine eigenen, sondern die des kranken Tierpräparators ... was wohl so etwas wie Authentizität darstellen soll? ... Das scheint insofern zu stimmen, da der Präparator in seinem Brief an Henry "Ich brauche Ihre Hilfe" geschrieben hatte.

Ich finde das Buch - mit Verlaub - ziemlich überfrachtet. Ein Tierpräparator wie in diesem Buch beschrieben, so grob und so plump, der selbst zum Mord bereit ist, kann aus meiner Sicht kaum eine solch enorme Sensibilität für das Schreiben aufbringen, wie es hier dargestellt und auch von manchen Lesern gerne interpretiert wird. Das paßt irgendwie nicht. Hier werden die geistigen Fähigkeiten dieses derben Mannes überschätzt. Viele Gedanken, die aus den Sätzen dieses taktlosen Präparators herausgelesen werden, sind für mich gar nicht oder nur teilweise nachvollziehbar. Eine lange Birnenbeschreibung damit zu erklären, sie ersetze das, was über den Holocaust nicht beschrieben werden kann, weil es keine Worte dafür gibt, ist nur ein Beispiel. Ich wage die These, daß ein leeres Blatt dann möglicherweise aussagekräftiger gewesen wäre.

Es mag sein, daß das Buch sehr anspruchsvoll und damit nur einem bestimmen Leserkreis zugedacht ist. Was mich angeht, so habe ich auch ein anderes Bild von Tierpräparatoren (ich kenne selbst einen). Man kann zu diesem Beruf stehen wie man will - ohne ihn gebe es keine Naturkundemuseen -, aber ihn mit dem Holocaust in Verbindung zu bringen (oder: ihn dafür zu "mißbrauchen") ist aus meiner Sicht geschmacklos. Es bleibt abzuwarten, ob demnächst auch Förster und Gärtner in diese Rolle literarisch eingearbeitet werden.

Trotzdem gebe ich drei Sterne. Weil es "Yann Martel" ist.
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am 8. Mai 2011
Yann Martel hat mit diesem Buch nach Schiffbruch mit Tiger erneut bewiesen, daß er wohl zu den genialsten Autoren unserer Zeit gehört.
Zum Inhalt ist in den anderen Rezensionen schon alles gesagt, ich kann nur jedem
wärmstens empfehlen dieses Buch zu lesen.
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am 30. Oktober 2011
Ich hatte mir auch bei diesem Buch Lesefreude erwartet, wie beim "Schiffbruch mit Tiger" und wurde sehr enttaeuscht.
198 Seiten Langeweile und dann ein paar Seiten echter Horror.
Das Buch war fuer mich graphisch ein Genuss, aber wirklich kein Lesegenuss.
Wenn ich ein Buch zum Holocaust lesen moechte, will ich es nicht als Roman verpackt bekommen, sondern wissen, worauf ich mich einlasse.
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