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am 10. April 2011
"Marina" ist ein guter Roman: spannend, mitreißend und geheimnisvoll erzählt er mehr als nur eine Liebesgeschichte. Doch "Marina" ist nicht das, was ich erwartet habe.
Im Vorwort zu diesem Roman spricht Zafón davon, dass dieses Buch sein liebstes sei, dessen Veröffentlichung ihm aber den meisten Verdruss beschert habe, da aus ihm etwas gemacht werden sollte, was es nicht war. Gerade im Hinblick darauf sollte man doch meinen, dass es wichtig ist, einen aussagekräftigen Klappentext zu entwerfen, der keine falschen Erwartungen beim Leser schürt. Zwar kann man dem Klappentext der aktuellen Ausgabe nicht nachsagen, er sei falsch, doch lässt er eben eine wichtige Komponente weg, die den Roman für mich in ein ganz anderes Licht rückt. "Marina" ist eben mehr als die Geschichte einer besonderen Freundschaft und Liebe, denn die Komponente, von der ich schrieb, ist Grusel und Horror, was ich schlichtweg nicht erwartet hatte. Liest man den Klappentext erneut, nachdem man den Roman beendet hat, spürt man Andeutungen dieses Spuks zwischen den Zeilen, aber ohne dieses Wissen habe ich vor der Lektüre nichts davon wahrgenommen. Insgesamt hatte ich ein erwachseneres Buch erwartet und keins, was auf der Schwelle zwischen Jugendbuch und erwachsenem Roman liegt, ohne sich recht entscheiden zu können, wo es hingehört.

Jedoch, losgelöst von meinen persönlichen Erwartungen, hat dieser Roman mir gefallen. Er erzählt die Geschichte des 15-jährigen Óscars, Schüler eines Internats in Barcelona, der auf seinen Streifzügen durch alle Ecken der Stadt auf die gleichaltrige Marina trifft. Sie und ihr Vater Germán leben allein und zurückgezogen in einer großen Villa, an der der Zahn der Zeit schon lange nagt. Sie nehmen ihn auf in ihre kleine Familie und er wird Zeuge von Germáns Anfällen von Müdigkeit, die mit einer nicht näher benannten Krankheit einhergehen. Óscar wird Marinas bester und einziger Freund und gemeinsam werden sie in ein Abenteuer hineingerissen, das Ausmaße annimmt, die mit menschlichen Maßstäben nicht mehr zu ermessen sind. Sie stochern in der Vergangenheit eines der ehemals reichsten Männer der Stadt, der schon seit vielen Jahren tot ist. Viele Menschen erzählen ihnen die Geschichte dieses Michail Kolweniks, doch jeder erzählt sie anders. Als die beiden dann der Wahrheit auf die Spur kommen, ist sie ganz anders, als sie sich je hätten träumen lassen...

Man muss sich unbedingt bewusst machen, dass "Marina" kein realistischer Roman ist und auch mehr als nur eine kleine geheimnisumwobene Nuance besitzt. Dieser Roman konfrontiert einen mit zu neuem Leben erweckten Toten und ist daher ganz anders anzugehen als die beiden Romane "Der Schatten des Windes" oder "Das Spiel des Engels". Ich verorte ihn eher bei seinen Jugendbüchern, wenn auch etwas blutiger und mit mehr Tiefgang ausgerüstet. Ein Lesevergnügen, wenn man weiß, worauf man sich einlässt.
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am 28. Mai 2011
Ich würde niemals behaupten, dass Zafon in der Lage ist, ein schlechtes Buch zu schreiben. Aber wenn sein nächstes und übernächstes Buch genauso gestrickt ist wie "Spiel des Engels" und "Marina", dann möchte ich behaupten, dass er entweder immer wieder die alten Strickmuster anwendet, oder dass ihm nichts mehr einfällt. "Schatten des Windes" nehme ich bewusst aus diesem Kontext, denn dieses Buch steht für sich alleine als eines der größten literarischen Meisterwerke.
Doch nun zu "Marina": Das Buch ist spannend und gut geschrieben.
ABER: Es erzeugt eine Stimmung absolut unnötigen Grusels. Ich selbst genieße es sehr, wenn eine Handlung immer wieder an ungewöhnliche, unheimliche, düstere Orte kommt. Ich liebe es, wenn mal ein alter Friedhof oder ein verlassenes Anwesen vorkommt. Wenn diese Düsternis als Gewürz oder Höhepunkt eingesetzt wird. Aber bei "Marina" erreicht dieses wahllose Erzeugen gruseliger Stimmungen einen traurigen Höhepunkt. Die Handlung entspinnt sich zwischen gewollt schaurigen Orten. Da wechseln sich versteckte Friedhöfe mit glasblinden Gewächsgäusern, alten Jugendstilvillen, Cherubin-gekrönten, vermoosten Brunnen, abbruchreifen Prunktheatern und - wer hätte das für möglich gehalten - der Kanalisation Barcelonas ab. Die Stimmung des Wetters ist immer extrem opulent und düster gehalten, als würden sich alle Elemente eifrig zusammen rotten, um mit aller Gewalt diese spezielle Atmosphäre zu schaffen. Und da kann ich trotz aller Lust an diesem Schauder sagen: Jetzt ist es aber mal gut. GENUG DAVON!
Das Ganze wirkt einfach zu gewollt. Wenn dann schreckliche Halb-Leiche-Halb-Puppe-Geschöpfe auftauchen, muss ich mich zwingen, das Buch nicht anzuschreien, dass es jetzt echt etwas zu sehr abdriftet. Das, was Zafon am besten kann - die Erzeugung dieser vergangenen, verfallenen Stimmung - gerät hier zu einer gnadenlosen, vollkommen übertriebenen Materialschlacht. Weniger wäre einfach mehr gewesen. Ich weiß nicht, ob ich noch mal eines seiner Bücher lesen möchte. Es kommt einfach nichts Neues, Überraschendes mehr von ihm. Und das ist jammerschade, denn er IST zweifelsohne einer der größten Literaten unserer Zeit.
1313 Kommentare| 119 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Eines vorweg: "Marina" ist nicht nur ein Liebesroman, sondern Carlos Ruiz Zafón vermischt hier die Genre und so ist er auch ein Gruselroman wie auch ein Märchen und geht auch ein wenig ins Fantastische. Selbst der Autor schreibt, dass sein Buch schwer in ein Genre einzuordnen sei. Wenn man sich aber auf diesen Genremix einlässt, hält man einen wunderbar gefühlvollen und auch sehr spannenden Roman in Händen, bei dem man lange nicht weiß, wie die Geschichte enden wird.

Óscar Drai ist ein 15-jähriger Junge, der in einem Internat in Barcelona lebt. Eines Tages entdeckt er ein ziemlich verwildertes, geheimnisvolles Haus, das sein Interesse weckt. Als er dort auf den Bewohner Germán Blau trifft, flüchtet er, ohne sich darüber bewusst zu sein, dass er noch die Taschenuhr in Händen hält, die er sich gerade angeschaut hat. Vom schlechten Gewissen geplagt, begibt er sich einige Tage später wieder zu dem Haus, um die Uhr zurück zu bringen. Dort trifft er auf die gleichaltrige Marina und ist sofort verzaubert von dem Mädchen. Sie freunden sich an und Marina führt Óscar schon bald zu einem verwunschenen, längst vergessenen Friedhof. Dort entdecken sie eine schwarz verschleierte Frau. Aus lauter Neugier folgen sie der alten Dame und geraten dabei in eine Geschichte, die sich so niemals hätten träumen lassen.

Óscar ist fasziniert von der frechen, wortgewandten, resoluten und doch so geheimnisvollen Marina, gegen deren Offenheit Óscar anfangs nichts entgegenzusetzen hat und sich oft wie ein Trottel fühlt. Und auch von ihrem Vater, dem sanft- und so schwermütigen Germán ist Óscar stark beeindruckt. Immer öfter zieht es ihn zu dem verwunschenen Haus der Beiden und findet bei ihnen bald das Zuhause, welches er so lange vermisst hat.

Anfangs entwickelt sich die Geschichte klar zu einem Liebesroman, den der Autor aus Sicht von Óscar erzählt. So taucht man schnell in seine zwiespältige Gefühlswelt ein, lernt einen sehr nachdenklichen, einsamen Jugendlichen kennen, der mit offenen, neugierigen Augen durch die Welt geht und der sich hoffnungslos in Marina verliebt hat. Doch schon bald nimmt der Roman Gruseleffekte an und man bekommt eine Geschichte erzählt, die von Größenwahn handelt und dadurch auch märchenhafte Züge annimmt. Und sie erzählt von einer grenzenlosen Liebe, die über den Tod hinaus geht.

Carlos Ruiz Zafón verzaubert einen ab der ersten Zeile. Er lässt durch seinen bildhaften und so farbenfrohen, sprachgewaltigen Schreibstil fast augenblicklich sein Barcelona vor dem inneren Auge entstehen und so spaziert man zusammen mit Marina und Óscar durch das Barcelona des Autors. Was mich schon bei "Der Schatten des Windes" absolut fasziniert hat, ist die Art von Zafón mit wenigen Worten seine Charaktere so präzise zu beschreiben, dass sie augenblicklich Gestalt annehmen. Und auch baut er wieder die Geschichten seiner verschiedenen Charaktere mit in seinem Roman ein und lässt sie diese selbst erzählen.

Fazit: Wenn man sich auf den Genremix einlässt und nicht nur einen Liebesroman erwartet, wird man von Carlos Ruiz Zafón persönlichstem Roman verzaubert sein.
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am 24. Mai 2013
Erster Satz: “Marina sagte einmal zu mir, wir erinnerten uns nur an das, was nie geschehen sei.”

Marina ist ein junges Mädchen, das ohne Mutter, aber bei seinem Vater aufwächst, sie ist nie zur Schule gegangen. Alles was sie an Wissen benötigt, hat ihr Vater sie gelehrt. Ihr begegnet der junge 15 Jahre alte Oscar, ein Internatsschüler, der sich in Marina verliebt. Er ist es auch, der die Geschichte aus seiner Sicht erzählt.
Eher zufällig stolpern sie in seltsame Ereignisse hinein. Eine verschleierte Person, albtraumhafte Kreaturen, zerstümmelte Marionetten und ein Geheimnis das es zu ergründen gibt, sorgen für Spannung im Stile der alten Horrormeister wie Bram Stoker, Edgar Allan Poe und Mary Shelley. Letzter Name findet sich als Dr. Maria Shelley sicherlich nicht zufällig im Buch wieder.

Der Roman liest sich zu Beginn wie eine zarte Liebesgeschichte, eine adjektivlastige Sprache unterstützt die Handlung und passt hier sehr gut. Doch als Marina und Oscar versuchen die Geheimnisse aufzudecken, ertappe ich mich, dass ich an Die Drei ??? denke und fühle mich eher in einem Jugendroman versetzt, was zwar zur Sprache passen mochte, aber nicht zu dem vielversprechenden Anfang und der Tatsache, dass Marina und Oscar viel älter wirken. Die Liebesgeschichte wird nicht intensiviert und nur noch oberflächlich behandelt. Erst am Ende wird darauf wieder eingegangen. Stetige Rückblicke und Erzählungen der von Marina und Oscar befragten Personen werden bis zum Ende hin schneller und lassen die Perspektive von einer ICH-Person in die nächste wechseln. An einigen Stellen stolperte ich über “Schnittfehler”, es fehlten anscheinend Sätze, die dem Lektorat oder der Übersetzung zum Opfer gefallen sein könnten oder nie dagewesen sind – so oder so, das hemmte den Lesefluss. Der Roman scheint in drei Abschnitten unterteilt. Anfang, Mitte, Ende. Zusammen hängen aber nur Anfang und Ende. Die Mitte steht für sich allein. Das letzte Drittel des Romans vergaloppiert sich in haarsträubende Geschichten, denen leider die Klasse der eben genannten Horrormeister fehlt. Zu viel Frankenstein, zu wenig Zusammenhänge. Das ist schade, denn die erste Hälfte und auch die Aussicht auf einen wunderbaren Gruselroman der alten Schule hat mir ausnehmend gut gefallen.

Ich muss mich für meine Meinung bei Carlos Ruiz Zafón entschuldigen, denn in seinem Vorwort berichtet er, dass “Marina” sein ehrgeizigster und persönlichster Roman sei, den er 1996/97 geschrieben hat. Doch ich selbst weiß, wie es sich als Schriftsteller anfühlt, wenn der Leser nicht das Gleiche darin sieht und erkennt wie derjenige, der den Roman verfasst hat. Vergessen Sie das alles, es ist nur meine dumme, subjektive Meinung, Señor Zafón.

Noch ein letztes Wort zum Klappentext: “Marina” ist mystisch und gruselig. Ein Horrorroman der alten Schule. Davon steht auf dem Klappentext jedoch nichts. Vielmehr wird von großen Gefühlen – negative wie positive – und über Ereignisse berichtet, die Oscars und Marinas Leben verändern werden. Wer daraus resultiert, einen spannenden Liebesroman mit Verwirrungen und Verstrickungen zu lesen, an dem am Ende alles gut wird, dürfte von “Marina” mehr als enttäuscht sein. Hier hätte der Verlag ein bisschen mehr Informationen zur gruseligen Handlung preisgeben dürfen.

Fazit: Trotz aller Kritik habe ich “Marina” gern gelesen.

Carlos Ruiz Zafón
Marina
Roman
S. Fischer Verlag, 2011
Der Roman ist als Hardcover, Taschenbuch und eBook erhältlich.
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am 21. Juni 2015
Ja, ich glaube irgendwie so könnte man dieses Buch beschreiben. Auch wenn das natürlich der Sprach- und Bildgewalt in der Erzählkunst von Carlos Ruiz Zafon nicht gerecht wird. Vom Inhalt her ist es aber gewisser Weise treffend. Die Geschichte ist ganz groß. Voller Liebe, Angst, Sehnsucht, Selbstfindung und schauerlichem Horror. Mitgerissen hat sie mich vom ersten Satz an, bis zur letzten Seite. Und da mußte ich weinen, ja wohl. Denn die Story läßt sich nicht wirklich auf ein Genre festlegen. Selbstverständlich geht es um die Liebe. Um ein atmosphärisch dichtes Barcelona von seiner schönsten und sicherlich schaurigsten Seite. Allerdings auch um all die Töne und Färbungen dazwischen... Es ist ein Drama. Wenn auch nicht nur das von lediglich zwei jungen Protagonisten, die einander begegnen und sich kaum jemals so wirklich kriegen...
Geschickt wird der Leser zwischen den Zeiten hin und her geleitet, ohne sich dabei überfordert oder gar überrumpelt zu fühlen. Alles geht sehr fließend in einander über:

Die Sehnsüchte und Verlorenheit des jungen Oscar, der sich in seinem Internat nicht so richtig angekommen fühlen mag. Das zurück gezogene Leben der schönen Marina mit ihrem Vater, in einem alten Herrenhaus, das aus einer anderen Zeit zu stammen scheint. Die geheimnisvolle Frau in schwarz, die einer tragischen Liebe des vergangenen Jahrhunderts auf dem alten Friedhof hinterher trauert. Der geheimnisvolle Michail Kolwenik, dessen Leben und Sterben in der Gegenwart neu aufgerollt zu werden scheint. Die galante Trauer des in die Jahre gekommenen Künstlers German, der seine große Liebe bis zum Ende nie verwinden wird. Das geheimnisvolle und zeitlose Barcelona als Schauplatz und Kulisse von wunderschöner Erhabenheit, das beim Lesen zum Leben erwacht. Das Grauen und die Urängste des Menschen, der seit je her versucht den Tod zu überlisten...

Irgendwo in der Mitte begegnen sie sich alle und werden uns von Carlos Ruiz Zafon ganz nahe gebracht. Zum Ende der 70er Jahre. In Bareclona. Krank, gesund, verloren, verliebt, vergebens, voller Hochspannung und auch traurig.
Ein Buch, das ich tatsächlich noch ein zweites Mal lesen würde...
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am 21. Juni 2015
Der Roman "Marina" vereint mehrere Genre in einem. Es geht um eine Liebesgeschichte angereichert mit Gruselelementen. Von der Altersklasse her, würde ich ihn zwischen Jugendroman und Roman für junge Erwachsenen einordnen. Doch worum geht es überhaupt.
Erzählt wird die Geschichte des 15 jährigen Oskar, einen Internatsschüler aus Barcelona. Auf seinen Erkundungstouren durch Barcelona trifft er irgendwann auf die geheimnisvolle Marina, die mit ihrem Vater Germán in einer Villa lebt, die schon bessere Zeiten erlebt hat. Der vereinsamte Germán nimmt ihn schon bald in die Familie auf. Mit Marina streift er durch Barcelona und sie decken gemeinsam die alten dunklen Geheimnisse der Stadt auf.
Der Roman ist etwas anders , als die bisherigen Romane von Carlos Ruiz Zafon. Man muss sich darauf einlassen, dass hier mehrere Genre in einem Roman vereint werden. Der Schreibstil Zafons nimmt einen aber auch hier gleich gefangen. Durch die fast bildliche Beschreibung, meint man selbst vor Ort zu sein und durch die dunklen geheimnisvollen Gassen von Barcelona zu streifen. Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und wirken auf mich sehr sympathisch.
Fazit: Ein absolut lesenswertes Buch, dessen Ende einen mitnimmt und überrascht.
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am 26. Februar 2016
Größtenteils ist dies ein absolut zauberhaftes Buch. Die Liebesgeschichte reißt einen mit, die Figuren, die Beschreibungen der Stadt, auch der Spannungsaufbau des Geheimnisses, alles gelungen. Irgendwann setzt der gruselige Fantasy-Part ein, ab da fand ich es schlecht. Richtig schlecht.
So erging es mir auch beim Lesen der Nebel-Trilogie. In jedem Buch wunderschöne Bilder, eine gewisse Zeitlosigkeit, gelungene Charaktere, ein spannender Auftakt, gruselige Stimmung, aber auf den großen Action-Showdown am Ende hätte ich jedes Mal gerne verzichtet, weil er dem Rest der Bücher einfach nicht gerecht wurde. Bei Marina setzt der Autor unnötig viel auf Schock und Ekel, das passt einfach nicht, finde ich. Irgendwann hatte ich zudem genug von den Geschichten in den Geschichten.

Ich kann mir vorstellen, warum viele enttäuscht von dem Buch sind. Es verspricht zunächst etwas ganz anderes, als es hinterher bietet, zumal der Klappentext nur zaghafte Hinweise darauf liefert, worauf die Geschichte hinausläuft.
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am 11. August 2013
„Würden die Leute auch nur ein Viertel so viel denken, wie sie reden, diese Welt wäre ein Paradies.“

Carlos Ruiz Zafóns Roman „Marina“ führt den Protagonisten Oscar, ein 15-jähriger Schüler eines Internats, durch die schummrigen Straßen Barcelonas. Bei seinen Streifzügen entdeckt er ein mysteriöses Haus, in welches er eindringt und vor Schreck einen wertvollen Gegenstand mitgehen lässt, nichtsahnend welch wertvolle Freundschaft aus diesem Akt der Verzweiflung aufkeimen wird. Reue treibt den Schüler zurück, doch die Hausbewohner Marina und deren Vater Germán nehmen ihn herzlich auf.

„Die Wahrheit findet man nicht, mein Junge. Sie findet einen.“

Marina weiht den jungen Oscar in Geheimnisse ein, die sie tief in den Untergrund der Stadt treiben. Bei ihren Abenteuern, die ins gruslig Phantastische abschweifen, festigt sich ihre Freundschaft. Anders als erwartet ist diese aufblühende Liebe jedoch nicht der Kern des Romans. Ebenso wenig ist Marina der Mittelpunkt der Handlung, es teilt sich vielmehr auf alle tragenden Handlungsträger auf. Lediglich im Schlussteil wird der Grund der Namensgebung für diesen Schauerroman erahnbar.
Inhaltlich muss nichts vorweggegriffen werden, denn der Autor bedient sich verschiedener Genre, sodass die Krimi-Komponente den Leser zum Weiterlesen schier zwingt und jegliches Vorwegnehmen die Spannung raubt.
Carlos Ruiz Zafón bedient sich zahlreicher Sprachbilder, die die Handlung in Düsternis tauchen. Flüssig zu lesen, doch zeitweilig lässt es dem Roman etwas an Logik fehlen. Erwähnungen wie Oscárs Internatsbesuch scheinen irrelevant, wo so gut wie nichts Wichtiges dort angesiedelt wird, aber fragt man sich beispielsweise, warum niemand den jungen Schüler für seine steten unerlaubten Ausflüchte sanktioniert. Doch das ist bei einem Phantasieroman schon verzeihlich.

Der Schlussteil wird emotional. Alle Rätsel sind gelöst, ein Geheimnis wird nun offenbart und die Liebe ist mal wieder märchenhaft romantisch.

„Ihre Gegenwart wurde so dringend, dass mich der Körper zu schmerzen begann. Ich verbrannte innerlich, und niemand und nichts konnte mir Erleichterung verschaffen. Ich wurde zu einer grauen Gestalt in den Gängen. Mein Schatten verschmolz mit den Wänden. Die Tage fielen wie welkes Laub.“

“Marina” bietet einen unterhaltsamen Snack, doch empfehle ich an dieser Stelle vielmehr das Meisterwerk “Schatten des Windes”, in welchem Carlos Ruiz Zafón eine Welt gelungen ist, die man nie wieder verlassen möchte. Ich las es in einer Nacht komplett durch.
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am 15. Dezember 2015
..kann ich nur bestätigen! Habe alle Teile gelesen, die es von diesem Autor gibt. Konnte die Bücher kaum aus der Hand legen. Äußerst spannend! Sehr zu empfehlen! Historisch, lebendig, spannend, geschichtlich, packend...usw.
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am 19. September 2015
Toller packender Roman, zum Glück habe ich angefangen crz zu lesen in der Reihenfolge wie er die Bücher geschrieben hat. Das Buch ist das letzte von den Jugendbüchern und in einer anderen Rezension hat jmd sehr passend geschrieben dass crz hier Abschied von den Dämonen der Vergangenheit nimmt.
Wer zuerst der Schatten des Windes gelesen hat wird sich ein wenig über die mysteriöse Entwicklung wundern. Ich hingegen war überrascht dass die Entwicklung in sdw rationaler Natur ist.
Ich verstehe die Leser nicht die Marina schlecht bewerten weil sie sich nicht einmal über den Autor informieren, denn dann versteht der vernünftige Leser direkt warum es so ist wie es ist.
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