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am 6. August 2013
Bei einigen der hier veröffentlichten Besprechungen beschleicht den Rezensenten das Gefühl, dass diese das Buch nur in Teilen oder gar nicht gelesen haben: Zum einen ist es schlicht ungerecht, wenn dem Autor der reißerische und zudem völlig abwegige Untertitel der deutschen Übersetzung vorgehalten wird: Die europäische Kutur ruht mitnichten auf einem arabischen Fundament und der Autor behauptet auch nichts dergleichen. Man sollte sich eher am englischen Untertitel "How Arabic Science Saved Ancient Knowledge and Gave Us the Renaissance" orientieren, der weniger marktschreierisch, aber dafür umso zutreffender wiedergibt, was das Anliegen des Autors ist. Und dies tut er in gut lesbarer und informativer Form. Auch unerschlägt der Autor keineswegs, dass wesentliche Tele der arabischsprachigen Wissenschaft nicht von Arabern stammen, was auch im Hinblick auf seine eigene Familiengeschchte abwegig wäre. Kritisch wird man anmerken müssen, dass er den Einfluss der arabischen Wissenschaft auf die Entstehung der Renaissance sicherlich überschätzt, indem andere Wege des Wissenstranfers, etwa über Byzanz, speziell nach dem Untergang des Byzantinischen Reiches, schlicht ausgeblendet werden. Auch die Erklärungsversuche der Ursachen des Niedergangs der arabischen Wissenschft (nach al Khalili vor allem die Nichtübernahme des Buchdrucks) erscheinen dem Rezensenten etwas überpointiert. Insgesamt ist das Buch aber in jedem Falle ein sehr lesenswerter Einstieg in ein interessantes Thema.
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am 30. Juli 2015
Nach seinem wunderbaren Buch über die Quantenphysik, habe ich auch Khalilis letztes Werk "Im Haus der Weisheit" mit Genuß gelesen und hatte viele Aha-Erlebnisse.
Khalili räumt endlich auf mit dem Unsinn dieser angeblichen "Arabischen Hochblüte" und ordnet sie eindeutig den Abassiden zu. Nichtsdestotrotz gab es eine ganze Reihe von herausragenden arabischen Wissenschaftlern, die von Khalili auch ensprechend gewürdigt werden. Khalili zeigt auch auf, wie es langsam, aber sicher zum Untergang kam und findet am Ende seines Buches viele positive und ermunternde Worte für die arabische Welt der Neuzeit, wenn er unter anderem meint:
"Es ist entscheidend, daß Moslime, wie Nichtmoslime sich an eine Zeit erinnern, in der Islam und Wissenschaft - wenn auch in einer anderen Welt - nicht im Widerspruch zueinander standen ". Er spricht von notwenigen großen Investitionen in diesen Regionen, warnt aber gelichzeitig davor, daß man mit Geld nicht alle Problem lösen kann. Als Beispiel führt er drei großartige Projekte an, einen Wissenspark in Doha, das KAUST-Projekt in Saudi Arabien, eine Forschungsuniversität mit hochmodernen Labors, sowie das Projekt SESAM (Synchroton-light for Experimental Science and Application in the Middle East), in Jordanien.
Khalili sagt aber sogleich dazu, daß es nicht ausreichen wird, einfach nur große Summen an Geld aufzuwenden und dann zu hoffen, daß danach in der muslimischen Welt sofort wieder die wissenschaftliche Kultur aufblühen wird. Das wird erst möglich sein, wenn es eine klare Trennungslinie gibt, zwischen Wissenschaft und Theologie.
Abschließend heißt es, daß diese Hochblüte ja mehr als nur 200 Jahre gedauert hatte und was einmal gelang, das sollte doch wieder gelingen.
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am 29. Juni 2011
Das 'Haus der Weisheit' wurde 825 in Bagdad gegründet und war gedacht als eine Art Akademie, ein Sammlungsort der Erkenntnisse der Welt. Dieses 'Haus der Weisheit' ist der Aufhänger für Jim Al-Khalilis Buch, in dem er dem langen und fruchtbaren Weg der arabischen Wissenschaften und der arabischen Kultur nachgeht und, das gelingt ihm durchaus, aufzeigt, wie sehr sich unsere moderne Zivilisation fundemantal auf arabischen Errungenschaften gründet. Wie sehr arabische Gelehrte bereits hunderte von Jahren vor dem Westen entscheidende Fragen angestoßen und beantwortet haben. Fragen wie das Weltbild des Kopernikus, dass längst in der arabischen vorgelegen hatte und somit in der Auseinandersetzung der katholischen 'Kirche einen Rückschritt eher darstellet denn eine 'neue' Fragestellung. Ein Buch auch, in dem der Niedergang der arabischen Weisheitskultur nicht verschwiegen wird und Gründe für diesen Niedergang versucht werden, anzuführen.

Algebra (die arabischen Zahlen und das Dezimalsystem als Grundlage internationaler Mathematik, von den Arabern aufgenommen und weiterentwickelt), Medizin, Philosophie, Astronomie, Physik, alle diese Fachgebiete und kulturell zentralen Erkenntnisse legt Al-Khalili verständlich und wissend im Buch vor, vollzieht den Kern des arabischen Denkens damit nach und verfolgt, wie die Spuren und Grundlagen dieser Erkenntnisse bis heute die moderne Gesellschaft und Kultur prägen.

Noch wichtiger aber fast als dieser Gang durch die Geistesgeschichte sind die unbequemen Fragen, die Al-Khlili ebenfalls aufnimmt. Warum das ehemalige natur- und geisteswissenschaftliche 'Zentrum der Welt' so ins Hintertreffen geraten konnte. Warum viele der ehemals erkannten und vorliegenden Erkenntnisse wieder in Vergessenheit gerieten, trotz vielfach elementarer Bedeutung.

In den vielen Erkenntnissen, durchaus aber auch in den vielfach zitierten Sentenzen und 'Sprüchen der Weisheit' wird erkennbar, in welchem Umfang und welcher Tiefe die arabische Kultur des europäischen Mittelalters bereits ausgeprägt war und wird ebenfalls erkennbar, dass gerade in den aktuellen Migrationsdebatten der historische Hintergrund allseits wichtig ist. Als Erkenntnis des 'Westens', was dem islamischen Kulturkreis an Errungenschaften alles zu verdanken ist und als Erkenntnis des 'Ostens', dass eine Rückbesinnung auf diese Kräfte der Weisheit wesentlich nutzbringender wäre als ein verharren in religiösen Streitfragen.

Jim Al-Khalil gelingt es, seine Erkenntnisse ohne erhobenen Zeigefinger in diesem flüssig geschriebenem und schön gestaltetem Buch zu vermitteln. Seine Darstellungen sind allezeit differenziert und realitätsnah, verherrlichen weder den einen noch den anderen Weg ('Als Atheist habe ich am Islam kein spirituelles, sondern ein kulturelles Interesse'), sondern legen auf den Tisch, wie sich Kulturen zu Zeiten in sich und gegenseitig befruchten konnten.

Damit verweist er, oft hintergründig mitschwingend, auf eine Lösung der 'Reibung' zwischen den Kulturen durch die kooperative Haltung, die zu entwickeln wäre. Einfacher zu entwickeln, wenn man sich der gemeinsamen Wurzeln und der grundlegenden Rolle der Arabischen Wissenschaften für die Prägung der gegenwärtigen Welt gewahr wird.
Denn: 'Die Tinte des Gelehrten ist heiliger als das Blut des Märtyrers'.
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am 10. Februar 2014
THE HOUSE OF WISDOM: HOW ARABIC SCIENCE SAVED ANCIENT KNOWLEDGE AND GAVE US THE RENAISSANCE
Das ist der Originaltitel in englischer Sprache. Darf man von einem halbwegs gebildeten Menschen erwarten, dass er bei so einem Buch vielleicht erstmal kurz nach dem Originaltitel recherchiert, bevor er sich ausgerechnet über den Titel des Buches auslässt?

Genau um das, was der Originaltitel sagt, geht es in diesem Buch auch. Zugegeben, die Übersetzer und Herausgeber haben sich keinen Gefallen damit getan, daraus einen so reißerischen Titel zu machen, der nicht nur einen ganz anderen Sinn hat, sondern auch bei bestimmten Leuten wie so ein rotes Tuch auf einen Ochsen wirkt und diese völlig hirnlos ihre liebgewordenen Reflexe zeigen.

Außerdem sollte noch erwähnt werden, dass Jim Khalili Araber und Brite ist. Sein Vater ist Iraker und seine Mutter Engländerin. Er hat nur die ersten 10 Jahre seines Lebens im Irak verbracht, ansonsten in England aufgewachsen, sozialisiert und studiert.

Vor diesen beiden Hintergründen zeigt sich mancher Kommentar und so manche Bewertung hier nicht als sachlich und am Inhalt des Buches orientiert, sondern einfach nur als stumpfsinniges braunes Sekret.
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am 2. September 2011
Hervorragend recherchiert bzw. dargestellt; die Lektüre ist anstrengend, da Neuland ohne (viele) Bezüge; aber lohnend, da sie wichtig zum Verständnis der eigenen Welt sind. Meinungen sind anders leider nur voreingenommen geäußert, dafür meist leider lautstark.
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am 15. Juli 2013
Das "Haus der Weisheit" in Bagdad wurde 825 von dem Abbasiden-Kalifen Al-Mamun (zur Hälfte Perser) nach dem Vorbild der Akademie von Gundishapur (persisches Sassanidenreich) gegründet. Am Aufbau beteiligt waren gem. Al-Qufiti (Historiker) 9 Juden, 37 Christen und 8 Sabäer (pagane Sekte). Später hatte das Haus 90 Mitarbeiter. Herausragende Gelehrte waren in führender Position der Arzt Hunayn ibn Ishaq (Christ), der syrische Astrologe und Mathematiker Thabit ibn Qurra, der Philosoph Al-Kindi, die Banu Musa Brüder (drei aus Persien stammende Mathematiker), Al-Chwarizmi (Mathematiker, Perser), der Astrologe bzw. Astronom Al-Abbas ibn Said Al-Jawhari (wahrscheinl. Perser), der Astronom Yahya ibn abi Mansur (Christ), die Ärzte Jibril ibn Bukhtishu und Yuhanna ibn Masawayh (Christen), der Philosoph, Arzt und Übersetzer Sahlal-Tabari (Jude), der Mediziner Ishaq ibn Amran (Jude), der Astronom Masha'allah (Jude).

Als weitere herausragende Gestalten der "arabischen" Wissenschaft wären im 8. Jh. Dschabir ibn Hayyan (physikalisch-chemische Experimente), im 9./10. Jh. Al-Battani (Mathematiker und Astronom) , der persische Astrologe bzw. Astronom Abd ar-Rahman as-Sufi, Ibn Yunus, ägyptischer Astronom und Mathematiker, der aus dem heutigen Afghanistan stammende Philosoph Al-Farabi, im 10./11. Jh. der persische Universalgelehrte al-Biruni sowie der persische Philosoph, Mediziner, Physiker, Alchemist, Mathematiker, Astronom, Jurist und Musiktheoretiker Ibn Sina, im 11./12. Jh. der persische Mathematiker, Astronom, Dichter und Philosoph Umar Chayyam zu nennen.

Die Araber ließen Schriftgut der umliegenden Kulturen durch Gelehrte der umliegenden Kulturen übersetzen. Und auch der Wissenschaftsbetrieb im engeren Sinne, der Diskurs und die Lehrtätigkeit war zunächst durch diese dominiert. Sollte man in Anbetracht einer solch multikulturellen Unternehmung von der „arabischen Wissenschaft“ als genuiner arabischer Kulturleistung sprechen? Al-Kindi wurde von seinen Kollegen der „arabische Philosoph“ genannt. Es war fast ein Alleinstellungsmerkmal.

Interessant in diesem Zusammenhang ist der Prozess, mit dem sich die Wissenschaft unter arabischer Oberhoheit entfaltete. Das Abbasiden-Kalifat etablierte sich im Zuge einer Aufstandsbewegung, die sich als konservativ gegenüber den verweltlichten Umayyaden verstand. Letztere stießen außerdem auf einen wachsenden Unmut bei der nicht-muslimischen und nicht-sunnitischen Bevölkerung, die massiver Benachteiligung und Unterdrückung ausgesetzt war. Die Abbasiden konnten sich auf die Unterstützung dieser Bevölkerungsteile, denen sie mehr Rechte versprachen, insbesondere auf die Perser, stützen. Von einer Identifikation mit der arabisch-islamischen Fremdherrschaft konnte dabei keine Rede sein. Die spätere Kooperation gründete sich gerade auf die Möglichkeit, die eigene Identität wahren und sich abgrenzen zu können. Die Dinge lagen also offensichtlich anders als bei den Gelehrten im ptolemäischen Ägypten, welches der Autor zum Vergleich heran zieht. Hier war die Identifikation mit der griechischen Kultur vollauf gegeben.

Die Identitätswahrung schloss in vielen Fällen die Beibehaltung der eigenen Religion (Christentum, Judentum, Zoroastrismus) ein – ein Grund dafür, dass der Autor die Bezeichnung „islamische Wissenschaft“ nicht für passend hält. Als die betreffenden Gelehrtenfamilien bzw. Lehrtraditionen sich assimilierten, verschwand oft auch viel von der einstigen Gelehrsamkeit. Zu offensichtlich ist außerdem, dass der Islam sich über die größten Zeitabschnitte hinweg alles andere als wissenschaftsfreundlich gezeigt hatte. Umso erstaunlicher ist, dass der Autor nichts desto trotz immer wieder betont, dass die Blütezeit unter den Abbasiden oder in Al-Andalus ohne den Islam im gesellschaftlichen Hintergrund nicht denkbar gewesen wäre.

Wirklich überzeugende Argumente dafür bringt Al-Khalili nicht. Im Gegenteil – bei der Frage, wie genau sich die Begeisterung des Kalifats für die zeitgenössische Wissenschaft entwickelt hat, kommt er zu Erklärungen, die dem – er scheint das kaum zu realisieren – völlig widersprechen. Al-Mansur der zweite abbasidische Kalif war begeistert von der Idee, mithilfe der Sterne seinem Regierungshandeln und Privatleben stets die richtige Richtung geben zu können. Während die Perser berühmt für ihre Astrologen waren, galt Astrologie den islamischen Theologen als verwerflicher Aberglaube. Dem ZUWIDER förderte Al-Mansur die persischen Obskuranten und die Übersetzung der entsprechenden Schriften. Mit der Astrologie eng verquickt war zur damaligen Zeit die Mathematik, derer man sich zur Berechnung von Planetenkonstellationen bediente. So erfuhr auch dieser Zweig die Förderung des Herrscherhauses. Ähnlich verhielt es sich mit der Philosophie. Neugier, Interesse und das nötige Verständnis für ein immer tieferes Eindringen in die entwickelte Geisteswelt der den Islam umgebenden Kulturen wuchsen so beständig.

Die im "Haus der Weisheit" in Bagdad übersetzten Werke (Galen, Hippokrates, Platon, Aristoteles, Euklid, Archimedes, Ptolemäus) bezog man dann aus den Bibliotheken der eroberten, vormals christlichen oder persischen Gebiete oder entlieh sie vom Kaiserhof des christlichen Byzanz. Auf – oft sehr altehrwürdige - Bibliotheken stießen die islamischen Eroberer praktisch überall. Im koptischen Ägypten fand man sie in jeder Kirche und in größerem Umfang in jedem Kloster.

In Byzanz wurde im Jahr 357 von Kaiser Constantius auf Anregung des Philosophen und Rhetors Themistios ein groß angelegtes Bibliotheksprojekt mit angeschlossenem Skriptorium und sowohl griechischem als auch lateinischem Buchbestand gestartet. Man war entschlossen, den gesamten Wissensbestand der damaligen Zeit, sämtliche literarischen Schätze zu erfassen. Dies bedeutete, dass man von den großen Bildungszentren, insbesondere aus Alexandria und Antichoia, Schriften zum Kopieren ausleihen musste. Dies wurde jedoch quasi unmöglich, nachdem ägyptische und syrische Gebiete im 7. Jahrhundert von den Arabern erobert wurden.

Die große Bibliothek in Alexandria wurde möglicherweise zerstört als die Stadt 642 durch den Kalifen Umar ibn al-Chattab für den Islam erobert wurde (umstritten). „Bücher, deren Inhalt mit dem Koran übereinstimmen, werden nicht benötigt, diejenigen, die dem Koran widersprechen, werden nicht gewünscht. Zerstört sie also“, soll Umar gesagt haben. Ob Legende oder nicht – allein die Tatsache, dass diese Darstellung auch in der arabischen Geschichtsschreibung vertreten, also für glaubhaft gehalten wurde – so etwa im 14. Jh. von dem als Begründer des soziologischen Denkens geltenden Ibn Chaldun – ist vielsagend.

Nicht nur der Osten litt unter der islam. Expansion. Wie u.a. H.A. Winkler in seiner "Geschichte des Westens" darlegt, erlitt auch der Konsolidierungs- und Entwicklungsprozess im Westteil des ehem. röm. Reiches einen herben Rückschlag dadurch, dass die Handelswege blockiert wurden. Angesichts solcher Fakten wirkt es natürlich wie ein Hohn, wenn davon die Rede ist, dass die christliche Welt der islamischen den Wissenstransfer aus der Antike zu verdanken hätte.

Ein ganz ähnliches Bild wie im mittleren Osten findet sich in Al-Andalus: Die Entwicklung der Wissenschaft begann mit Emir Abd ar-Rahman II. (822-852) und seinem Interesse an der Astrologie, möglicherweise ausgelöst durch die Sonnenfinsternis 833, die die Menschen in Cordoba in Angst und Schrecken versetzt hatte. Mit der Astrologie hielt auch hier das Interesse für Mathematik und seriöse Himmelskunde Einzug.

U.a. verdankt sich das spätere Erblühen der Medizin, für die das maurische Spanien so berühmt war, dem Import entsprechender Schriften aus Byzanz, im 10. Jh. übersetzt unter der Federführung des byzantinischen Mönchs Nikolaus. Unter der Leitung des jüdische Arztes Chasdai Ben Shaprut erlebte die Medizinschule in Cordoba im 10. Jh. ihren Höhepunkt. Al-Khalili würdigt zu Recht auch die Arbeit jüdischer Wissenschaftler, indem er darauf hinweist, „wie viele Beiträge jüdische Gelehrte aus Andalusien vom 8. bis 11. Jahrhundert und in späterer Zeit leisteten, beispielsweise der große mittelalterliche jüdische Philosoph und Arzt Maimonides"

Wie so oft in diesem Zusammenhang, wird vom Autor als Argument für das islamische Fundament der „arabischen Wissenschaft“ eine Sure angeführt, die zum Wissenserwerb aufruft. Auch in den Hadithen heißt es: "Verdammt ist die diesseitige Welt und alles Vergängliche, außer dem Gedenken an Allah, dem Erhabenen, dem, der ihm beisteht und dem Wissenden und dem nach Wissen Strebenden."

Der um 1200 lebende Ibn Qudama macht jedoch deutlich, dass die Gelehrten unterschiedlicher Ansicht darüber seien, was in Koran und Hadithen mit Wissen gemeint ist. Die einen seien der Ansicht, dass es um Kenntnis im Rahmen der Islamischen Rechtswissenschaft, um Erlaubtes und Verbotenes ginge, die anderen dächten noch grundsätzlicher an die innige Vertrautheit mit Koran und Sunna. Al Ghazali, seines Zeichens Theologe und – wenn man so will philosophiekritischer Philosoph - erläutert im "Ihja", dass beim Aufruf, nach Wissen zu streben, die Erkenntnis gemeint ist, die nötig ist, um die Pflichten gegenüber Allah zu erfüllen. In der Philosophie und Wissenschaft seiner Epoche sah er ein eitles, sinnloses Treiben und wurde damit später für die islamische Welt prägend. Es ist also fraglich, ob die Menschen der betreffenden Jahrhunderte die entsprechenden Textpassagen in dem Sinne verstanden, wie sie heute von liberalen Vertretern des Islam interpretiert werden.

Natürlich soll mit all dem nicht gesagt sein, dass die arabisch-islamische Kultur keinen Anteil am damaligen Wissenschaftsbetrieb hatte. Die Politik der Abbasiden, die von ihnen gesetzten Rahmenbedingungen trugen entscheidend zu der kulturellen Blütezeit bei. Auch gab es durchaus bedeutende arabische Wissenschaftler und – insbesondere – im Bereich der Mathematik, aber auch in der Medizin oder Philosophie eine eigenständige Weiterentwicklung auf der Basis des übernommenen Wissensbestandes. Durch die Übersetzungsarbeit im christlichen Toledo wurden im 12. Jh. unter Erzbischof Raimund viele antike Schriften (bspw. Platon und Aristoteles), die unter dem Abbasiden-Kalifat aus dem Griechischen ins Arabische übersetzt worden waren, nun ins Lateinische übertragen – zudem auch unter arabischer Ägide entstandene Schriften – bspw. Al-Ghazali (Perser), Ar-Razi (Perser), Solomon ibn Gabirol (Jude), Ibn Sina (Perser), Averroes aus Marakesch. Hiervon profitierte das christliche Abendland. Averroes trug mit seinem Werk dazu bei, dass man in Europa vollumfänglich auf Aristoteles aufmerksam wurde. Seine Kommentare wurden intensiv rezipiert und diskutiert. Man kann und soll also durchaus die Leistung der Wissenschaft unter arabischer-islamischer Herrschaft würdigen. Schräg wird das Bild allerdings, wenn ein kultureller Gegensatz zwischen dem vermeintlich fortschrittlichen mittelalterlichen Islam und dem vermeintlich finsteren, christlichen Mittelalter konstruiert wird.

Die Kirche, nachdem sie in der nachkonstantinischen Zeit eine Allianz mit der Macht eingegangen war, erschwerte durchaus an vielen Stellen den wissenschaftlichen Fortschritt. Dies galt jedoch eher für Inhalte, die eine grundlegende Revision des gängigen Weltbildes erforderten. An den Inhalten der mittelalterl. „arabischen“ Wissenschaft hätte sich auch die Kirche kaum gestoßen. Sie tat es auch nicht, als wissenschaftliche Werke dem Westen in großem Umfang zugänglich wurden. Aristoteles wurde zu einer kirchlich anerkannten Autorität, obwohl er die Unsterblichkeit der Seele verneinte. Man integrierte das aus christlicher Sicht Richtige und kritisierte das aus christlicher Sicht Falsche. - Europa war jedoch nach dem Zusammenbruch des Römischen Reiches zunächst zu sehr mit anderen Herausforderungen konfrontiert, Völkerwanderung, Integration der Germanen und Slawen, zermürbende Konflikte mit Nordmänner, Sarazenen, Magyaren. Man hatte auch keine städtischen Ballungszentren und keine Infrastruktur, wie dies in den von Arabern in Angriffskriegen unterworfenen Gebieten der Fall war - eine unerlässliche Basis für eine umfängliche Wissenschaftskultur. Und wie geschildert trug die islamische Expansion dazu bei, die Entwicklung des Westens zu erschweren.

Vom christlichen Byzanz hingegen profitierte man maßgeblich. Nicht nur im Bereich der Wissenschaft, sondern in so gut wie allen anderen Bereichen. Dies betrifft die Architektur und das Bauwesen, den Schiffbau und die Schifffahrt. Ihre Boote besetzten die als Wüstenvolk diesbezüglich völlig unerfahrenen Araber oft mit einer christlichen Crew. In allem, was zur damaligen Zeit technisch von Bedeutung war, hing der islamische Kulturkreis dem christlichen lange Zeit hinterher und lernte dann von ihm: Sättel, Steigbügel, Hufeisen, Wagen und Karren, effektive Pflüge und produktive Landwirtschaft, Armbrüste, griechisches Feuer, effektive Rüstungen usw. Die Medizin wurde lange Zeit von nestorianischen Christen dominiert. Das gleiche gilt für den Verwaltungsapparat. Nestorianische Christen galten als großartige Banker, Mathematiker, Ärzte, Architekten, Händler, Schreiber, Philosophen, Astronomen, Lehrer. Dabei ist durchaus richtig, dass die als Sektierer geltenden Nestorianer es unter byzantinischer Herrschaft schwer hatten. Unter islamischer Ägide mag es ihnen streckenweise besser ergangen sein – nichts desto trotz waren sie Bürger zweiter Klasse – Dhimmi.

Andere Aspekte kommen bei der Einschätzung der Bedeutung der mittelalterl. islamischen Kultur für die Entwicklung in Europa hinzu. So griff der italienische Renaissance-Humanismus kaum auf arabische Übersetzungen oder Wissenschaft zurück. Vielmehr hatte sich seit dem 12. Jh. durch den Handel verschiedener Stadtstaaten (Genua, Pisa, Venedig) mit Byzanz ein reger kultureller Austausch entwickelt, und zwar durchaus beidseitig – die Italiener profitierten von den griechischen Schriften, die Byzantiner durch lateinische (Cicero, Augustinus, Boethius usw.).

Averroes Kommentare stießen bei den westl. Gelehrten – wie bereits erwähnt - auf breites Interesse. Für die arabische Aristoteles-Rezeption galt jedoch, dass diese sehr rigide erfolgte. Wenn dieser Würdigung fand, dann als unantastbare Autorität. Eine lebendige, kritische Auseinandersetzung fand nicht statt. Für den großen Averroes war die aristotelische Physik komplett und unfehlbar. Wenn Experimente ihr zu widersprechen schienen, war der Experimentator seiner Meinung nach einer Illusion erlegen. Wirklich zugänglich wurde Aristoteles durch den flämischen Geistlichen Wilhelm von Moerbeke, der im 13. Jh. sämtliche Schriften des Aristoteles anhand der griechischen Originale übersetzte bzw. revidierte.

Der Engländer Adelard von Bath übersetzte im frühen 13. Jh. bedeutende Werke aus dem arabischen ins Lateinische (u.a. Euklids "Elemente", Al-Chwarizmis astronomisches Tafelwerk) und entwirft mit seinen „Quaestiones Naturales“ auf dieser Basis eine erste naturwissenschaftliche Programmatik. Sein Zeitgenosse Jordanus Nemorarius - tätig auf dem Gebiet der Physik bzw. Mechanik, Mathematik, Astronomie - gilt ebenso als einer der Großen Vorreiter der Naturwissenschaften. Er bezog sich allein auf antike Schriften. Auch ein anderer Vorreiter der Naturwissenschaft, der englische Philosoph und Bischof von Lincoln und erste Kanzler der Universität Oxford Robert Grosseteste übersetzte direkt aus dem Griechischen.

Bereits im 14. Jh. deutet sich mit Naturwissenschaftlern, Mathematikern und Philosophen wie Nikolaus von Oresme (u.a. Relativität der Planetenbewegungen zueinander), Wilhelm von Ockham oder Johannes Buridan ein Vorsprung westlicher Wissenschaft gegenüber der islamischen an. Vollends auf die Überholspur gelangte der Westen mit der Erfindung des Buchdrucks durch Gutenberg. Während in Europa immer mehr Wissen unter das Volk gebracht werden konnte, tat man sich im benachbarten islamischen Kulturkreis damit schwer. Der Koran durfte nur in arabischer Sprache vervielfältigt werden, da diese als die Sprache der Offenbarung galt - dies zudem möglichst in kalligrafisch kunstvoller Schrift - keinesfalls in so profaner Weise, wie dies durch maschinelle Pressen und Drucklettern geschah. Sultan Bajasid II. verbot 1483 die Errichtung von Druckereien unter Androhung der Todesstrafe. Dies wurde erst 1727 zurückgenommen.

Trotz aller Kritik an der quasi-ideologischen Einrahmung des ansonsten von Al-Khalili insgesamt redlich dargestellten historischen Geschehens - das Buch ist spannend und detailreich geschrieben und interessant zu lesen.
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am 17. Mai 2012
Zum Buch selbst wurde schon viel gechrieben ... mir hat's sehr gefallen und einiges an neuen Erkenntnissen gebracht, mit der Folge, dass ich jetzt mehr Mathematikhistorie beschäftige.

Die zweite Auflage des Buches hatte leider einige Fehler bei den Bildunterschriften.
Ich hatte das per Mail beim Verlag reklamiert, welcher sofort und freundlich geantwortet und mir Ersatz angeboten hat und das OHNE Rücksendung des fehlerhaften Exemplares.
Dieser Tage habe ich die 3. Auflage vom Verlag erhalten - fehlerfrei :-)

Das nenn' ich Kundenservice und sollte einmal lobend erwähnt werden !
4 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 17. April 2013
Der Autor zieht zu meist sehr grobe Schlüsse aus seinen zusammengetragenen Daten. Das grosse Entdeckungen oft in kleinen Schritten gemacht werden ist den meisten bewusst. Aber darauf zu schließen das alle nötigen Schritte für die größten wissenschaftlichen arbeiten in Arabien gemacht wurden ist schlicht weg falsch. Der Autor geht viel zu stark auf seine Familiengeschichte ein und überbewertet diese im erheblichen Mass. Beispiel gefällig: er stellt die Zerstörung der Bibliothek von Bagdad mit der Zerstörung der Büchersammlung seines Opas auf eine Stufe.
Jeder der kein Geld für seine Rezension erhält kann diesem Buch nur einen Stern geben.

Daten und Fakten so zu interpretieren sollte man nicht machen. Interessantes Thema aber schlechtes Buch.
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HALL OF FAMETOP 1000 REZENSENTam 7. Juni 2011
"Die Tinte des Gelehrten ist heiliger als das Blut des Märtyrers"
(Hadith)

In seinen Vorbemerkungen macht der bereits im Alter von 27 Jahren auf dem Gebiet der theoretischen Atomphysik promovierte Jim Al-Khalili (Jahrgang 1962) deutlich, was unter "arabischer Wissenschaft" zu verstehen ist. Nämlich nicht eine Wissenschaft der Araber, oder des Islams, sondern jene Disziplinen, die zur Zeit des Abassidenkalifats in dessen Herrschaftsbereich (Karte auf den Seiten 32/33) aufblühten, weil man dort damit begonnen hatte, ältere griechische, aramäische, babylonische und persische Werke ins Arabische, die damalige Verkehrssprache, zu übersetzten....

Unter dem siebten Kalifen, Abu al-Abbas Abdallah al-Ma'mun ibn Harun ar-Raschid, kurz al-Ma'mun, (786 - 833) erreichte das Abbasidenkalifat seinen kulturellen Höhepunkt. In seinem, im Jahre 825 in Bagdad gegründeten Bayt al-Hikma (Haus der Weisheit) arbeiteten etwa 100 Menschen verschiedener ethnischer Herkunft und religiösem Bekenntnis an der Übersetzung, vor allem griechischer Werke über Philosophie, Medizin und Naturwissenschaften von Autoren wie Euklid, Galen, Hippokrates, Platon, Aristoteles, Ptolemäus, Archimedes u. a. in die arabische Sprache. Al-Ma'mun war ein Anhänger der innerhalb der islamischen Theologie des Kalam rationalistisch ausgerichteten Schule der al-mu' tazila. Diese bediente sich der von den antiken Griechen übernommenen Logik und Analogieschlüsse, um den Koran zu verstehen und auszulegen. Die Mu'taziliten leiteten aus dem Koran ab, dass dieser geschaffen worden sei und nicht, wie es die Orthodoxie lehrt, schon immer bestanden habe. Die rationalistischen Theologen betrachteten den Koran nicht als ewig, sondern hielten ihn vielmehr für zeitlich, da er von Gott für die Menschen einer bestimmten Zeit unter bestimmten Umständen erschaffen worden sei. Mit dieser Folgerung erlaubten sie sich nicht nur eine kritische Betrachtung des Korans, sondern auch Kritik an demselben. Ihre greaco-arabische Philosophie sah die Vernunft als alleiniges Parameter zur Entscheidungsfindung und Interpretation islamischer Prinzipien sowie für ihre Anwendung auf veränderte politische und soziale Verhältnisse, an.

Dem im irakischen Bagdad geborenen Briten mit iranischen Vorfahren, A-Khalili ist mit seinem Buch eine beachtliche wissenschaftshistorische Betrachtung gelungen, in die er auch seine eigene Herkunft und Erfahrung miteinfließen lässt. Hierfür bedient er sich nicht nur eines spanndenden Erzählstils, sondern auch zahlreicher persönlicher Fotos aus seiner Kindheit und Jugend. Seine persischen Wurzeln sind zudem nicht die einzigen Parallelen, die ihn mit seinem "Protoganisten", dem Kalifen al-Ma'mun verbinden. Beginnend mit dem "Traum des Aristoteles" schildert der Autor in 15 Kapiteln die Geschichte des Goldenen Zeitalters der arabischen Wissenschaft, das schließlich paradoxerweise mit der - auf sie zurückgreifenden - europäischen Renaissance zu Ende gehen sollte. Spätestens nachdem Al-Kalili in einem letzten Kapitel einen kritischen Blick auf "Wissenschaft und Islam heute" wirft, wird der Leser verstehen, warum es heute mehr denn je an der Zeit ist, dass der Westen mehr über seine arabischen Fundamente weiss und sich die islamische Welt ihres großen Vermächtnisses bewusst wird....

Zwei farbige Fotostrecken und zahlreiche erläuternde schwarzweisse Abildungen sorgen für die Visualisierung und ein Verständnis der vorgestellen Ideen und Prinzipen. Den Abschluss dieser lesenswerten Synthese aus Geschichte, Wissenschaft und Persönlichem eines dem Orient und Okzident gleichmaßen verbundenen Autors bilden Anmerkungen/Fussnoten zud en einzelnen Kapiteln, ein alphabetisches Verzeichnis der Wissenschaftler mit jeweils kurzer Charakterisierung, eine synoptische Zeittafel und ein abschließendes Register.

Einziger Kritikpunkt ist, dass neben Kalzinierung auch Kristallisation, Destillation, Verdampfen und Sublimation als die "zahlreichen chemischen Verfahren" aufgeührt werden (S. 117). Alleine die Kalzinierung, wenn sie mit dem Ziel der Zersetzung des erhitzen Stoffes durchgeführt wird, kann als chemischer Prozess betrachtet werden. Während man sich bei der Destillation der thermischen Trennung bedient, handelt es sich auch bei den anderen drei genannten Vorgänge um rein thermoenergetisch bedingte Phasenübergänge in einen anderen Aggregatzustand. Da eine chemische Umwandlung hierbei nicht stattfindet, muss man daher von physikalischen Verfahren sprechen.

5 Amazonsterne.
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am 8. August 2011
Jim al-Khalili und Sebastian Vogel (als Übersetzer) ist es zu verdanken, dass endlich einmal auch in Deutschland ein Thema aufgegriffen wird, über das hier viel zu wenig bekannt ist.
Als man in Europa noch in primitiven Stammesverbänden lebte, blühte 4.000 vor Christus (Jahrtausende vor Gründung des Islam) im Nahen Osten bereits die Wissenschaft. Wir haben den Menschen des damaligen Mesopotamien nicht nur wissenschaftliche und medizinische Erkenntnisse zu verdanken, sondern auch die Schrift, die es erst ermöglichte, mündliche Überlieferungen einer breiten Masse zugänglich zu machen.
Als sich der Islam über einen großen Teil Afrikas und Europas ausbreitete, profitierten auch die Europäer von einer Kultur, die seinerzeit ihresgleichen suchte. Jüdische und arabische Wissenschaftler und Ärzte gründeten Schulen und berühmte Universitäten, in denen Menschen aller Nationalitäten ausgebildet wurden.
Mit der Eroberung Andalusiens durch Isabella und Ferdinand, versank halb Europa erneut in Dunkelheit. Die Schulen und Universitäten wurden zerstört, die Bücher verbrannt, die Wissenschaftler und Ärzte endeten teilweise auf dem Scheiterhaufen. Für Jahrhunderte versank die Medizin in einen Dornröschenschlaf, aus dem sie nur nach und nach durch mutige Männer und Frauen, die dabei ihr Leben riskierten, erwachte.
Ich halte 'Im Haus der Weisheit' für ein sehr wichtiges Buch, das vor allen Dingen auch jungen Menschen zugänglich gemacht werden sollte.
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