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Kundenrezensionen

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24
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am 5. Dezember 2011
Den Fünf-Sterne-Rezensenten kann ich mich leider nicht vorbehaltlos anschließen, auch wenn ich das Buch bisher erst zur Hälfte gelesen habe. Montefiore mag im Großen und Ganzen ordentliche Arbeit geleistet haben; jedenfalls liest sich das Buch flüssig und unterhaltsam, auch wenn der Umgang mit den Quellen mir manchmal zu unkritisch vorkommt bzw. da, wo er kritisch ist, nicht ganz auf der Höhe der Zeit scheint. Aber was solls - ist ja schließlich eine populärwissenschaftliches Werk, da darf man auch mal behaupten, was in keiner Quelle steht, wie etwa, dass die christlichen Konzilsentscheidungen des vierten und fünften Jahrhunderts von den jeweiligen Kaisern getroffen worden seien oder dass das Markusevangelium keine Auferstehung Jesu kenne (S. 174, Fehlinterpretation des "sekundären Markusschlusses"). Die deutsche Übersetzung setzt allerdings noch einiges an Merkwürdigkeiten drauf: der Prophet Elisa wird zu einer Frau (S. 351), der Deutschordensmeister Hermann von Salza kurzerhand zum Herbert umbenannt (S. 386) und aus der Stadt Bonifacio auf Korsika wird ein ansonsten gänzlich unbekannter Herr namens Bonifatius (S. 377). Kennengelernt habe ich auch zwei neue Religionen: Zoroastriker und Evangelikalisten, bisher waren mir nur Zoroastrier und Evangelikale ein Begriff, aber bitte! Weitere Beispiele auf Anfrage. Ganz offensichtlich kann sich der S. Fischer Verlag keinen Lektor leisten, denn nur so sind derlei Klöpse zu erklären, von denen jeder für sich nicht tragisch ist, die in ihrer Häufung aber leider den Lesegenuss trüben.
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am 13. Februar 2014
Dieses Buch ist ein Muss für alle, die sich für die Geschichte Jerusalems und des Nahen Ostens interessieren. Mit genialer Sachkenntnis führt Montefiore durch die Jahrtausende, spannend wie ein Krimi, gut verständlich und mit einem großen Herz für Jerusalem und seine Menschen.

Er zeigt die Geschichte auf, ohne zu glorifizieren, ein objektiver Berichterstatter.

Ich kann es nur empfehlen! Dieses Buch habe ich auf dem Kindle gelesen und mir dann noch einmal fürs Regal gekauft! Das spricht für sich.
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TOP 500 REZENSENTam 1. August 2013
Krieg. Mord und Totschlag. Sexuelle Ausschweifungen. Religiöser Fanatismus. Noch mehr Krieg, noch mehr Mord und Totschlag, noch mehr sexuelle Ausschweifungen, noch mehr religiöser Fanatismus.

So lässt sich knapp auf den Punkt bringen, worum es in Simon Sebag Montefiores Buch "Jerusalem" geht. Leidgeprüfte Leser, die schon mehrere Bücher von Montefiore gelesen haben, wissen, was sie erwartet, wenn sie "Jerusalem" aufschlagen. Auch dieses Buch ist ein "typischer" Montefiore: Weitschweifig, langatmig, geschwätzig, zum Bersten angefüllt mit Geschichten und Geschichtchen, die sich vorrangig um zweierlei drehen - Gewalt und Sex. Nach wenigen Kapiteln ist klar: Es geht Montefiore nicht wirklich um die Geschichte der Stadt Jerusalem. Die Geschichte Jerusalems dient ihm lediglich als Vorwand, am Leser eine endlose Karawane von historischen Figuren vorbeiziehen zu lassen, die sich ihren Ruf in der Geschichte durch Gewalttätigkeit, religiösen Fanatismus oder sexuelle Ausschweifungen erworben haben. Wirklich interessante Fakten über die Geschichte der Stadt muß der Leser mühsam aus dem Wust der nebensächlichen und irrelevanten Informationen herausfiltern.

In "Jerusalem" hat Montefiore seine Obsession für die angeblichen oder tatsächlichen sexuellen Vorlieben historischer Akteure und für menschliche Abartigkeit in all ihren Schattierungen derart auf die Spitze getrieben, dass es zu einem regelrechten Overkill kommt. Ehebruch, Inzest, Homosexualität, Knabenliebe, nichts bleibt unerwähnt, mögen die im Buch auftauchenden Beispiele auch nur auf Gerüchten und Hörensagen beruhen. Man fragt sich, ob Montefiore eine Art Datenbank besitzt, in der, geordnet nach Jahrhunderten und verschiedenen Kulturkreisen, Material über die Laster und Perversionen historischer Gestalten verzeichnet ist. Montefiore gleicht jenem Partygast, der in einem Fort Zoten reißt und einfach nicht aufhören kann, seine Gesprächspartner mit schlüpfrigen, anstößigen und schockierenden Anekdoten zu bedrängen. Anfangs finden die anderen Gäste das noch leidlich amüsant; nach zehn Minuten werden sie allmählich ungeduldig; nach weiteren zehn Minuten suchen sie angewidert das Weite, während ihnen der unentwegt plappernde Erzähler laut nachruft: "Wo wollt ihr denn hin, ich bin doch noch gar nicht fertig, kommt zurück ..."

Das ganze Buch verharrt auf einer rein anekdotischen Ebene. Es ist offensichtlich, dass Montefiores prall gefüllter Zettelkasten vollständig Eingang in das Buch gefunden hat. Die Art und Weise, in der Montefiore seine Bücher schreibt, erinnert an Bulimie: Er schlingt eine Unmenge an Informationen in sich hinein, die er dann beim Schreiben unverdaut wieder ausspeit. Wichtiges und Unwichtiges, Bedeutendes und Banales fließen ständig ineinander. Jüdische Könige, römische Cäsaren, byzantinische Kaiser, fränkische Kreuzfahrer, arabische Kalifen, türkische Sultane und imperialistische Politiker des 19. und 20. Jahrhunderts ringen mit ihren Feinden um den Besitz Jerusalems. Hinzu kommen in ermüdender Regelmäßigkeit Palastintrigen, innerdynastische Machtkämpfe, Ausschreitungen gegen religiöse Minderheiten. Alle fünf Seiten wird Jerusalem von irgendeinem Eroberer belagert und eingenommen. Wurde die Stadt im Laufe ihrer 3.000-jährigen Geschichte zwanzigmal, fünfzigmal oder hundertmal erobert? Der Leser verliert rasch den Überblick, entnervt von der Monotonie der Geschichte Jerusalems, so wie sie Montefiore präsentiert. Alles wiederholt sich ständig - Eroberungen, Plünderungen, Gewaltexzesse, religiöse Konflikte -, nur die Akteure wechseln. Aber auch von ihren Namen bleiben nur die allerwenigsten haften.

Montefiores Darstellungsweise ist konsequent personenbezogen und einer Perspektive "von oben" verhaftet. Es ist mehr als fraglich, ob diese extreme Personalisierung ein geeigneter Ansatz ist, um die Geschichte einer Stadt zu schreiben. Wer das Buch liest, gewinnt unwillkürlich den Eindruck, Jerusalem sei während seiner ganzen Geschichte nichts anderes gewesen als eine Stadt der Paläste, Tempel und Kirchen, eine Stadt von Königen, Statthaltern, religiösen Würdenträgern und Pilgern. Einfaches Volk spielt nirgendwo eine nennenswerte Rolle. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Über die Gewalttaten und sexuellen Ausschweifungen des gemeinen Volkes ist nichts überliefert. Deshalb ist das gemeine Volk uninteressant für Montefiore. Interessant sind für ihn nur Einzelpersonen (vorzugsweise gekrönte Häupter), über die sich Anekdoten mit Gewalt- oder Sexbezug erzählen lassen. Zu den wenigen Figuren, die nicht als gewalttätige oder sexbesessene, verhaltensgestörte oder exzentrische Freaks dargestellt werden, gehört - ein Schelm, wer Arges dabei denkt! - Montefiores eigener Vorfahr, der jüdische Bankier und Philanthrop Moses Montefiore, der sich im 19. Jahrhundert für die Wiederbelebung jüdischen Lebens in Jerusalem einsetzte.

Von solchen Ausnahmen abgesehen hat Montefiore sein Buch mit einer Heerschar von Schauergestalten bevölkert, die sich in jeder nur erdenklichen Weise an ihren Mitmenschen vergehen oder hemmungslos ihrer Lust frönen. Mit spürbarem Genuss schildert Montefiore die Intrigen und Gewalttaten in der Familie Herodes' des Großen. Auf Seite 130 hat Herodes noch 300 Haremsdamen; auf Seite 141 sind es dann schon 500. Aber wenigstens lebte dieser "sexuell unersättliche" und von "priapischen Neigungen" getriebene König in Jerusalem. Die römischen Kaiser Tiberius und Caligula hingegen waren nie in Jerusalem. Das kümmert Montefiore aber nicht. Die freundschaftlichen Beziehungen des jüdischen Königs Herodes Agrippa zum römischen Kaiserhaus sind für ihn ein willkommener Vorwand, die bekannten abgedroschenen Schauergeschichten über Tiberius auf Capri (Stichwort "Fischlein") und die Exzesse Caligulas aufzuwärmen. Die Frage, was das - wie auch die an anderer Stelle behandelten Bluttaten in der Familie Kaiser Konstantins - mit der Geschichte Jerusalems zu tun hat, erübrigt sich. Die Antwort lautet: Nichts.

Auch die byzantinische Kaiserin Theodora kam nie nach Jerusalem. Sie und ihr Gemahl, Kaiser Justinian, ließen dort aber eine Kirche errichten. Das ist für Montefiore Anlass genug, den Leser ausführlich über Theodoras vermeintlich anrüchige Vergangenheit aufzuklären: "Bereits als ganz junges Mädchen arbeitete sie als Schauspielerin und Tänzerin und soll angeblich eine gymnastisch begnadete Orgiastin gewesen sein, deren Spezialität darin bestand, ihren Kunden alle drei Körperöffnungen gleichzeitig darzubieten. Ihr nymphomanisches Kabinettstückchen war, sich mit gespreizten Beinen auf der Bühne zu räkeln", während Gänse Gerstenkörner aus ihrem Schoß pickten (S. 241f.). Pure Effekthascherei und der unwiderstehliche Drang, sich in Schweinigeleien zu ergehen, haben Montefiore dazu bewogen, diese abgeschmackten Skandalgeschichten über Theodora wieder hervorzukramen, die bekanntlich auf Verleumdungen des antiken Autors Prokopios von Cäsarea beruhen. Der Kalif Muawiya (7. Jht.) regierte maßvoll und weitgehend gewaltfrei. Montefiore möchte es damit aber nicht bewenden lassen. Damit kein allzu seriöses Bild dieses Herrschers entsteht, fügt er eilig noch ein paar Schnurren über die "legendäre sexuelle Potenz" des Kalifen hinzu. Will man so etwas lesen, wenn man ein Buch über Jerusalem zur Hand nimmt?

Über Sultan Saladin, der Jerusalem von den Kreuzfahrern zurückeroberte, lässt sich kaum etwas Negatives sagen. Zum Glück hatte Saladin einen missratenen Neffen, Taki al-Din, dessen "priapische Ausschweifungen" Montefiore liebevoll schildert. Als die Manneskraft des königlichen Wüstlings zu schwinden droht, kommt "eine Art mittelalterliches Viagra" zum Einsatz - "Öle, vermischt mit safrangelben Ameisen". Über den Kalifen Hakim (11. Jht.) erfährt man, er sei "der arabische Caligula" gewesen, habe alle Hunde und Katzen Ägyptens töten lassen und seinen Sklavinnen "häufig persönlich" die Hände abgehackt. Auweia! Breiten Raum nehmen auch die Gewaltexzesse und sadistischen Vergnügungen des Potentaten Zengi von Mosul (12. Jht.), des Mameluckenherrschers Baibars (13. Jht.) und eines gewissen Ahmed al-Jazzar ein, der noch zu Napoleons Zeiten korrupte Beamte und untreue Haremsdamen dutzendweise massakrieren ließ. Gott sei Dank, so die unausgesprochene Botschaft zwischen den Zeilen, sorgten die Europäer bald für zivilisiertere Verhältnisse im Vorderen Orient. Aber nicht, ohne sich zuvor in den Bordellen Palästinas auszutoben wie der junge Gustave Flaubert um 1850. Wenig Phantasie ist nötig um sich auszumalen, wie Montefiore gejubelt haben muß, als er in Flauberts Tagebuch auf den folgenden Eintrag über "eine Orgie mit fünf jungen Frauen" stieß: "Ich habe drei Frauen gevögelt und bin viermal gekommen - dreimal vor dem Mittagessen und einmal nach dem Nachtisch" (S. 490).

Auf diesem kolportagehaften, voyeuristischen und sensationslüsternen Niveau - dem Niveau englischer Boulevardzeitungen - bewegt sich das ganze Buch. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass sich Montefiore in der Einleitung auf den Literaturwissenschaftler Edward Said beruft, der dem Westen vorgeworfen hat, sein Blick auf die arabisch-muslimische Welt werde durch jahrhundertealte Klischees und Vorurteile verzerrt. Ob sich Montefiore beim Schreiben bewusst war, dass er mit seinen vielen Schauergeschichten über "lüsterne" und "grausame" arabische Herrscher zur Zementierung solcher Klischees und Vorurteile beiträgt? Das ist unwahrscheinlich. Montefiore steht seinen eigenen Werken genauso unreflektiert und distanzlos gegenüber wie den historischen Quellen, deren Verlässlichkeit und Wahrheitsgehalt er nicht prüft, deren Inhalt er mit kindlich anmutender Naivität durchweg für bare Münze nimmt. Man fühlt sich an Märchen und epische Dichtungen aus grauer Vorzeit erinnert, wenn man liest, der persische Schah Chosrau II. habe 3.000 Konkubinen besessen, ein Großwesir namens Ibn Killis habe 8.000 Sklavinnen sein Eigen genannt, im Harem Abdülhamids II., eines späten Osmanensultans, hätten sich 900 "Odalisken" getummelt.

Hat man das Buch bewältigt, bleibt man erschöpft und zermürbt zurück. Die Lektüre von Trash-Literatur ist eben kein Zuckerschlecken. Wirft man einen Blick auf den hinteren Klappentext, so stellt man mit Erschrecken fest, dass Montefiore erst 48 ist. Das lässt nichts Gutes ahnen. Auf Montefiores persönlicher Homepage wird bereits die Veröffentlichung weiterer Bücher angedroht. 2016 soll eine Geschichte des Hauses Romanow erscheinen. Wie dieses Buch über die russischen Zaren und Zarinnen aussehen wird, kann man sich jetzt schon denken. Deshalb ist die Versuchung groß, an dieser Stelle einen dringlichen Appell an Herrn Montefiore zu richten: Bitte schreiben Sie keine Bücher mehr! Sie stammen aus einer wohlhabenden Familie; Sie sind finanziell unabhängig; Sie haben es gar nicht nötig, mit Bücherschreiben Geld zu verdienen. Genießen Sie das Leben; verbringen Sie mehr Zeit mit Ihrer Familie; pflegen Sie Ihre Hobbies. Aber schreiben Sie bitte keine Bücher mehr! Es ist schade um das Papier, das dafür verschwendet wird.
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TOP 1000 REZENSENTam 12. Dezember 2011
Eigentlich gibt es keine Stadt auf der Welt, welche über so einen langen Zeitpunkt historische Akzente gesetzt hat wie Jerusalem. Man könnte noch am ehesten Rom erwähnen, allerdings fehlt dieser Stadt im Vergleich dazu ein Jahrtausend. Andere ehemaligen kulturellen oder politischen städtische Hochburgen haben später weniger Schlagzeilen geliefert (wie Athen) oder bestehen heutzutage lediglich noch als archäologische Stätte (Babylon, Karthago). Neben den historischen Schwerpunkten ist Jerusalem die religiöse Stadt "par excellence", und bildet den Mittelpunkt der 3 grossen monotheistischen Religionen. Es ist demnach eine aufwändige Arbeit die Entwicklung dieser Stadt über 3 Jahrtausende zu verfolgen und zu analysieren, und dabei gleichzeitig einen neutralen Standpunkt zu vertreten. Simon Sebag Montefiore hat sich dieser schweren Aufgabe angenommen und das Resultat kann sich sehen lassen.

Gekonnt wird der Leser durch sämtliche Epochen geführt, wo sämtliche ehemaligen Grossmächte auftauchen, welche Jerusalem besetzt, befreit, belagert oder verwüstet haben. War die Stadt anfangs im Grenzbereich zwischen Ägyptern und Hethitern, rückten später Assyrer, Babylonier, Perser, Griechen, Römer, Sassaniden, Araber, Omayyaden, Abbassiden, Kreuzfahrer, Mamelukken, Osmanen und Imperialmächte in das Gebiet ein, welches durch seinen religiösen Hintergrund an Attraktivität gewann. Die religiöse Vielfalt sowie die verschiedenen Völker haben Jerusalem dabei jeweils zu einer ganz speziellen Stadt gemacht, welche neben friedlichen Zeiten des öfteren konfliktgeladene Perioden durchgemacht hat und noch immer durchlebt. Neben dem regionalen Aspekt rückte die Stadt immer wieder in den Blickpunkt internationaler Politik, sei es in der Kreuzzugszeit oder später im Imperialzeitalter oder während des Kalten Krieges. Als Zankapfel zwischen Juden und Muslimen ist die Stadt ein wichtiger Schauplatz für den Frieden im Nahen Osten, wobei nur eine gemeinschaftliche Nutzung und gegenseitiger Respekt eine friedliche Lösung bringen können.

Das Buch ist fesselnd erzählt, reichliches Fotomaterial, Fussnoten und Kartenmaterial geben dem Leser zusätzliche Informationen. Empfehlenwert für den historisch aber auch religiös interessierten Leser.
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am 14. April 2015
Ein sensationelles Buch, eine ganz herausragende Leistung, ein Lebenswerk! Neben der Ernsthaftigkeit eines Wissenschaftlers besitzt Montefiore etwas seltenes in seinem Metier: Er ist ein hoch begnadeter Schreiber und Erzähler spannender Geschichte(n). Es macht Spaß, sein angehäuftes Wissen so gut präsentiert zu lesen. Und: "Jerusalem" - das Buch ist so viel mehr als nur eine Biographie einer Stadt, vielmehr gibt es Aufschluss über die erweiterte europäische Geschichte und ihrem Irrsinn, in dessem Zentrum eben immer wieder Jerusalem stand und steht.
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am 14. Oktober 2014
Das Thema ist ausführlich und sehr interessant geschrieben. Liest sich wie ein historischer Roman, ohne die sonst bei solchen Themen übliche "Trockenheit". Sehr lehrreich und absolut zu empfehlen!
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am 31. Juli 2013
Sehr empfehlenswert für geschichtsinteressierte Leser die sich auch mit den verschiedenen Glaubensrichtungen auseinander setzen wollen. Hier wurde auf sehr interessante Weise Wissen verfasst was mich persönlich fasziniert und am Lesen fesselt. Leider konnte ich bisher noch nicht alles lesen da mir hin und wieder doch die Zeit fehlt, aber dennoch lasse ich anderes sein um die Zeiträume nicht zu lang werden zu lassen.
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am 24. September 2014
Wenn man das fast 900-Seiten Opus zur Hand nimmt, möchte man gar nicht mehr zum Lesen aufhören. Mir scheint auch die Übersetzung aus dem Englischen ausgesprochen lebendig zu sein. Also ein spannendes und intelligent verfasstes Buch. Die Biographie über diese geschichtsträchtigen sowie religiösen Entwicklungen, mit all ihren Auseinandersetzungen, könnte nicht besser an die interessierten Leser vermittelt werden.
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Mit seinem im Januar 2011 unter dem englischen Originaltitel erschienenen Sachbuch "Jerusalem: The Biography" hat sich der britische Historiker Simon Jonathan Sebag Montefiore erstmals mit einem Thema beschäftigt, das sich historisch und auch geographisch außerhalb seines Spezialgebietes der russischen und sowjetischen Geschichte befindet.

Nachdem timediver® im Jahre 1982 als Höhepunkt seiner Israel-Reise den Jerusalemer Tempelberg besuchen konnte, habe ich 20 Jahre später mit Spannung und Begeisterung Richard Andrews "Tempel der Verheißung" gelesen und rezensiert. Dem Historiker, Abenteurer und Forscher Andrews, der als Wrack- und Minentaucher, schließlich als Unterwasserarchäologe arbeitete, war es damals gelungen, den Leser mit seinem 423seitigen Taschenbuch über das mehr als 3000 Jahre bestehende Geheimnis des Heiligen Berges von Jerusalem in seinen Bann zu ziehen.

In der nachfolgenden Dekade hat timediver® neben dem unvergleichlichen Romanepos "Die Quelle" von James A. Michener unzählige andere Bücher über die Geschichte des heiligen Landes gelesen und es auf einer zweiten Reise im März 2010 erneut besucht. "Mit Jerusalem. Die Biographie" bot sich mir dann erneut die Möglichkeit, mich mit der einzigartigen und faszinierenden Chronologie der Stadt zu befassen, die als Jeruschalajim, Hierosolyma und al-Quds drei Weltreligionen heilig ist.

Nach einem Vorwort und einem Prolog, der die Zerstörung Jerusalems durch den römischen Feldherren und späteren Kaiser Titus im Jahre 70 n. Chr. zu Gegenstand hat, präsentiert Montefiori die Biographie der Stadt in einer stringenten Folge von neun Teilen. Der erste Teil "Judentum" beginnt mit einer Beschreibung der Welt Davids und endet mit den Jüdischen Kriegen der Römer. Es folgen der kurze Abschnitt des Paganismus, in dem Jerusalem als Aelia Capitolina bezeichnet wurde und der dritte Teil "Christentum" von der Hochblüte des Byzantinischen Reiches bis zu seiner Dämmerung. Der vierte Teil "Islam" erstreckt sich von der arabischen Eroberung bis zum Wahnsinn der Fatimiden, dem im Zeitalter der Kreuzzüge ein Ende gesetzt wurde. Dem 200jährigen Intermezzo der Kreuzfahrerstaaten folgen die Teile, in denen vom Aufstieg und Niedergang der Mamelucken, bzw. der Osmanen berichtet wird. Das Zeitalter des "Imperialismus" beginnt mit "Napoleon im Heiligen Land" und bietet u. a. mit "Albanische Eroberung" (Muhammad Ali Pascha), "Die Evangelikale", deren zweite Mission in der Bekehrung der Juden bestand, und den "Russen" einige verblüffende historische Fakten, die wohl weniger bekannt sind.

Der zehnte und letzte Teil des Buches ist mit "Zionismus" überschrieben und beginnt mit Theodor Herzl, der als dessen Begründer gilt und einem antijüdisch eingestellten Kaiser Wilhelm II., der die Juden als "Mauschels" bezeichnet und ihr "Abrücken nach Palästina" als "je eher, desto besser" bezeichnet, Mit den nicht eingehaltenen britischen Versprechungen nach dem großen arabischen Aufstand und der Balfour Deklaration während de ersten Weltkrieges wurden die Ursachen des bis heute ungelösten
Nahostkonfliktes gesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg führen schließlich Aufstand und Terrorismus zu einem Abzug der Briten, der die Proklamation des Staates Israel am 5. Ijjar 5708 jüdischer Zeitrechnung (14. Mai 1948) durch David Ben Gurion und die palästinensische Katastrophe mit mehreren Kriegen und Intifada folgen sollte.....

Zum Abschluss wartet das Buch noch mit einem 140seitigen Anhang auf, zu dem fünf Stammbäume (Makkabäer, Herodier, Mohammed und die islamischen Kalifen und Dynastien, Herrscher des Königreiches Jerusalem und Haschemiten) und 16 Landkarten/Stadtpläne, Anmerkungen, Bildnachweise, eine Bibliographie und ein Register gehören.

Simon Sebag Montefiore ist es gelungen, den Leser auf eine spannende Zeitreise durch die letzten drei Jahrtausende zu führen, die nicht nur eine Geschichte Jerusalems, sondern der Weltgeschichte sind. Für timediver®, der sich noch gut an den Sechs-Tage-Krieg im Jahre 1967, den einäugigen Moshe Dayan und die nachfolgenden Ereignisse erinnern kann, bieten die letzten Kapitel und auch der Epilog einen gehörigen Teil Zeitgeschichte, die ich selbst miterleben durfte.

Das äußerst breit und tief angelegte Sachbuch verdient 5 Amazonsterne.
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am 5. August 2012
Leider muß ich mich der obigen Rezension (Na ja... vom 5.12.2011) vollkommen anschließen, zumal keineswegs sicher scheint, dass es sich wirklich nur um Übersetzungsfehler handelt. Die vom Vorrezensenten genannten Fehler scheinen zwar in diese Richtung zu deuten. Andere Fehler dürften dagegen wohl eher auf den Autor selbst zurückgehen: Etwa wenn in einem Absatz aus '"Thomas Cook"' "'James Cook"' (S.514) wird, wenn es statt '"mitten im Ersten Weltkrieg"' "'mitten im Zweiten Weltkrieg"' (S.546) heißt oder wenn an zahlreichen Stellen offensichtlich widersprüchliche (hier nur eines von vielen Beispielen: S.577 wurde Jerusalem am 31. Oktober 1917 von den Engländern eingenommen, S.590 - diesmal korrekt - am 7. Dezember) oder fehlerhafte (auch hier wieder nur eines von vielen Beispielen: S.682 König Abdullah wurde am 20.7. 1951 und nicht am 20.7. 1945 ermordet) Zahlen und Daten genannt werden.
Wenn schon beim erstmaligen Lesen so viele offensichtliche Fehler auffallen, dann wird der Leser natürlich mißtrauisch in Bezug auf die nicht so leicht überprüfbaren Mitteilungen des Autors. Offenbar wurde hier die Fülle des Stoffes doch teilweise zum Verhängnis. Tatsächlich sind es zumeist Fehler, die die Hinzunahme eines Lektors hätte ausschließen können. Aber sollte dies einem renommierten Autor wie Herrn Sebag Montefiore wirklich nicht möglich gewesen sein?
Der wissenschaftliche Anspruch des Buches wird dadurch jedenfalls ganz erheblich gemindert, wozu neben diesen Fehlern allerdings auch die beinahe vollkommen unkritische Aufnahme einer Unzahl mehr oder weniger glaubwürdiger Anekdoten (z.B. S.624: 'Ragheb Nashashibi ging hier täglich zum Friseur.') oder weltbewegender Klatschgeschichten (z.B. die detaillierte Schilderung der merkwürdigen Kapitulationsversuche des Jerusalemer Bürgermeisters auf S.590ff) beiträgt.
Ein letzter Einwand sei noch gestattet: die deutliche Britannienlastigkeit der ausgewählten Personen und Geschichten. Zwar gab es natürlich gerade im 20. Jahrhundert unbestreitbar eine besondere Beziehung zwischen Großbritannien und Jerusalem, aber für die Jahrhunderte zuvor trifft dies eben genauso für viele andere Nationen zu. Sie kommen zwar unbestreitbar auch vor im Buch, aber allzuoft aus einer britischen Perspektive und im Vergleich zu Akteuren von der Insel m.E. doch unterrepräsentiert. Dieses Buch scheint eben doch in allererster Linie für ein britisches Publikum geschrieben zu sein (was vor allem in den zahlreichen Zusatzgeschichten der Fußnoten deutlich wird).
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