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Kundenrezensionen

4,2 von 5 Sternen
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4,2 von 5 Sternen
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am 11. Februar 2005
Handlung im engeren Sinne gibt es eigentlich eher wenig (gemessen am Umfang des Buches). Anna Gavalda widmet sich so ausgiebig ihren Figuren, dass man alles andere rundum vergisst. Episodenhaft erzählt sie ihre Geschichte. Sie zeigt, wie sich vier grundverschiedene Menschen, die jeweils einsam und völlig am Boden sind, gegenseitig aufrichten. Sie selbst nennt das den umgekehrten Domino-Effekt. Ihre Steinchen kippen nicht nacheinander um und das eine zieht das andere mit ins Verderben, bis keines mehr auf steht, sondern machen (zunächst ganz unbewusst) das genaue Gegenteil. Gerade heutzutage, wo sich jeder nur noch um sich selbst und seine eigenen Probleme kümmert, wirkt die Art, wie die Figuren aufeinander aufpassen, sich umeinander sorgen, fast schon altmodisch - und ist gerade deswegen irgendwie herzerfrischend.
Anna Gavaldas Stil ist dabei absolut hinreißend. Sie verfolgt ihre Protagonisten mit stetig wechselndem Blickwinkel, beobachtet mal den einen, mal den anderen und zeichnet von allen ein so lebendiges, so reales Bild, dass man fast schon glauben mag, es gäbe sie wirklich. Man kennt die Figuren mit der Zeit richtig gut, möchte sie anschubsen, damit sie endlich aus ihrer Haut herauskönnen, sie in den Hintern treten, wenn sie mal wieder auf dem Schlauch stehen und sie in den Arm nehmen, wenn sie traurig sind. Es gibt kaum "echtere" Romanfiguren als die von Anna Gavalda. Sie hauen einen um. Sie reißen einen mit.
Viele Handlungsstränge erschließen sich über die Dialoge. Es wird sehr viel geredet, aber nicht immer mit vielen Worten. Dennoch steckt in den Dialogen sehr viel und selbst Schweigen hat Gewicht. Jeder Satz, jedes Wort passt genau, vervollständigt das Bild und lässt die Figuren umso lebendiger erscheinen. Jede der Figuren trägt ihr eigenes Bündel Schicksal, aber es wirkt nie aufgesetzt. Anna Gavalda betrachte ihre Figuren stets mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Sie hat ein Gespür für tragische Momente, genau wie für lustige und unterstreicht ihren Roman mit einer fast schon zärtlichen Ironie. Anna Gavalda wächst mir mit jedem Buch mehr ans Herz. Wer noch die Muße hat, sich auf einen Roman einzulassen, der fast schon allein durch die Figuren wirkt, der wird mit einer zart und feinfühlig erzählten Geschichte belohnt.
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am 6. August 2007
Die ersten 50 Seiten ziehen sich wie Kaugummi, und es fällt einem sehr sehr schwer, nachvollziehen zu können, warum dieser Roman Spiegel-Bestseller war. Ab Seite 70 hat man Gefallen an den Protagonisten gefunden, kann sich jegliche Kulisse bildlich vorstellen, wartet schon gespannt auf das nächste Ereignis zwischen unseren 4 Protagonisten.
Jeder Charakter so unterschiedlich wie er nur sein kann, und jeder Charakter konsequent in seine Bahnen gefahren. Genauso wie die Erzählung an sich, werden auch die Protagonisten untereinander erst nach und nach warm.
Dennoch fesselt der Roman ungemein.
Camille: Mitte 20, Künstlerin, verdient sich mit Putzen ihren Lebensunterhalt. Kleine Intellektulle, die zunächst ein sehr mitleiderregendes Leben führt. Wer sie wirklich ist, erfährt man erst ganz am Ende der Geschichte.
Franck: Motorradfahrer, Koch, Frauenheld... Am Anfang denkt man, er ist die einzige Person, die wirklich schon in unserem Jahrhundert angekommen ist.
Camille und Franck: eine schmerzliche Liebesgeschichte. Er will, sie nicht. Oder umgekehrt? Man spürt jeden einzelnen Schmetterling im Bauch als Leser mit.
Philibert der Stotterer: oh, was kann man ihn gut verstehen, warum er stottert, warum er als Adeliger solch einen seltsamen Lebensweg gewählt hat. Er ist der kleine Rebell, der wohl auch in jedem Leser steckt.
Paulette, die zarte Ü-80-jährige, die keine Lust aufs Altersheim hat, und viel lieber in ihrem Garten sitzen würde, in der Wohngemeinschaft dann aber zumindest über die Gesellschaft der jungen Leute doch sehr sehr glücklich ist.

Anna Gavaldas Schreibstil ist sehr eigen, und manchmal ärgert man sich als Leser da schon sehr drüber.
Bei Unterhaltungen geht oftmals nichtmal aus dem Kontext hervor, wer nun grade der Sprecher ist, und man muss lange überlegen, wessen Worte man nun liest. Das macht es an manchen Stellen sehr schwer, den wirklichen Sinn zu verstehen.
Zwischendrin, wenn einer der Protagonisten sich selbst eine Frage stellt, antwortet "jemand" auf diese Fragen, als wenn Anna Gavalda mit ihren Protagonisten kommuniziert. Ein nicht unbedingt schlecht gewähltes Stilmittel, da es den Leser in die Handlung fast einbezieht.
Meiner Meinung nach ist allerdings grade der Anfang, wenn man die Protagonisten kennenlernen soll, sehr schlecht strukturiert, und dem Leser wird es nicht einfach gemacht zu verstehen, um welche Person es sich nun handelt.

Ob Mann oder Frau, jeder Leser wird sich seinen eigenen Lieblingscharakter heraussuchen können, mit dem er sich auch noch bestimmt ein Stück weit identifizieren kann.
Ich habe dieses Fassettenreiche Stück immer nur sehr ungern aus der Hand gelegt, nachdem man sich einmal durch die ersten Seiten gekämpft hat.

Ich werde bestimmt noch ein weiteres Stück der Autorin ins Auge fassen, hoffe aber, dass andere Werke von ihr besser strukturiert sind.
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am 20. Juli 2006
Anna Gavalda erzählt in diesem warmherzigen Buch über drei (oder eigentlich vier) Menschen die so verschieden sind und sich doch gegenseitig in einer Weise helfen, wie es kein anderer vermag.

Philibert, ein verarmter Adeliger und Postkartenverkäufer der so schüchtern ist dass er vor Fremden anfängt zu stottern, findet eines Tages Camille, eine magersüchtige Putzfrau die eigentlich Künstlerin ist, krank im Treppenhaus und nimmt sie bei sich auf um sie gesund zu pflegen. Philiberts Untermieter Frank, ein Koch in einem Nobelrestaurant, Draufgänger und Casanova, ist darüber nicht sehr erfreut, doch die 3 freunden sich sehr schnell an. Als Frank sich dann Sorgen um seine Oma Pauline macht, die nicht in einem Altersheim leben will, wird diese auch noch in die WG aufgenommen und von Camille gepflegt. Sie werden zu einer eingeschweisten "Familie" und helfen sich über ihre Probleme hinweg.

Ein rundherum gelungenes Werk, das ich nur weiterempfehlen kann. Die Charaktere sind einmal nicht "gewöhnlich" wie in so vielen unzähligen anderen Büchern auch, sondern sind wunderbare Individuen die man nicht so leicht erklären kann. Deshalb und wegen des Humors und des Tiefganges ist dieses Buch mehr als lesenswert.
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TOP 500 REZENSENTam 22. November 2007
Eigentlich ist es ein Liebesroman. Aber eigentlich ist es genau das nicht. Ein Buch, welches sich letztendlich rund um die Liebe dreht, ohne dass diese dazu wirklich oft ausgesprochen werden muss.

Anna Gavalda läßt die vier Protagonisten, die unterschiedlicher nicht sein können, in diesem Roman aufleben. Die Situationen um die Geschichte herum werden kaum bis gar nicht geschildert. Aber dennoch reicht es, dass man die Dialoge zwischen den einzelnen Hauptdarstellern liest, um einen eigenen Film im Kopf sehen zu können.

Das Buch ist sehr leicht verständlich geschrieben und kommt ohne großartige Floskeln aus. Die Dialoge sind teils traurig, teils atemberaubend aber auch der Humor kommt in diesem Buch nicht zu kurz. Einmal angefangen, läßt den Leser das Leben der vier Menschen, die sich nach und nach unter einem Dach versammeln, nicht mehr los.

Anna Gavalda schreibt schnell, rasant und prägnant und das bringt den Leser dazu, eben genauso schnell zu lesen. Die über 500 Seiten kamen mir kürzer vor als manches 200-Seiten-Buch. Man hat fast das Gefühl, ein fünftes Mitglied in der Vierer-WG zu sein. Unsichtbar natürlich, aber dennoch mittendrin.

Der Schreibstil der Autorin gefällt mir sehr und ich werde mir sicherlich noch weitere ihrer Bücher zulegen. So einfühlsam, so verschiedenartig, so zart und belustigend....und dennoch hat es nicht mal einen Hauch von Kitsch oder Gefühlsduselei.... so sind nicht viele Bücher!

Lassen Sie sich von Anna Gavalda auf eine Reise einladen und Sie werden traurig sein, wenn Sie am Ende wieder aussteigen müssen!
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am 6. April 2008
Ein Griff in die Auslage, ein Blick hinein und man ist vergiftet. Süchtig. Gefangen. Ich habe dieses Buch zufällig in die Hand genommen, irgendwo aufgeschlagen und saß sofort in der Falle.
Wie macht sie das, die Anna Gavalda?
Sie beobachtet Menschen sehr intensiv. Und sie muss diese Menschen lieben. Anders ist so ein Buch nicht vorstellbar.
Der Titel klingt banal. So gar nichts reißerisches. Das ist das erste, was angenehm auffällt. Wer sich das erlauben kann, muss ein As im Ärmel haben.
Die Charaktere der drei + eine Hauptperson werden meisterhaft gezeichnet. Strich für Strich, Satz für Satz entstehen die Porträts, Nuancen, Andeutungen, kurze, blitzlichthafte Ausleuchtung. Immer hat der Leser genügend Freiraum, seine Phantasie einzusetzen, nie fühlt er sich gegängelt und doch führt die Autorin diese auf den ersten Blick so unscheinbaren Figuren sicher durch die kleine, alltägliche Handlung. Schält ihre Schmetterlinge aus den Puppen, bis sie stark genug sind, ihre Farben zu zeigen.
Ein Buch über tiefe Menschlichkeit, über Alltagsängste und Einsamkeit bis zur Lebensbedrohung, über Hilfe, Solidarität, Verständnis und Achtung des Nächsten. All das, was wir so nötig brauchen.
Sicher, dass in den drei Protagonisten letztlich kleine Genies stecken, ist frei erfunden, ebenso wie das etwas durchschaubare happy end. Aber machen das nicht alle Märchen so?
551 Seiten französisches Esprit, eine laufend überraschende Sprache voller kleiner gags, überhaupt nicht intellektuell überhoben und selbst in der sparsam dosierten Unflätigkeit immer glaubhaft. Das macht Spaß, das ergreift, das zieht den Leser mit hinein.
Kleines Beispiel: Wie drückt man Ratlosigkeit aus?
„Camille sah Philibert an, und Philibert sah woandershin.“
So einfach geht das.

Noch ein Schmankerl gefällig?
„Keine Nachrichten von der Liebesfront? Gut. Keine Nachrichten, gute Nachrichten“.
Hoppla, wie war das? Wie gut, dass man im Buch dreimal nachlesen kann und dann drüber nachdenken. Im Film ist das sofort weg.
Natürlich bleibt das nicht so stehen. Aber neugierig macht das schon auf den Weitergang der Geschichte, nicht wahr?
Mehr wird jetzt nicht verraten.

Wie schön, dass es auch noch Champagner gibt zwischen all dieser Cola und fun-drinks. Von mir gibt's für dieses Feuerwerk 5 Sterne.
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am 30. August 2010
Ich will mich nicht wiederholen - viele andere Rezensenten und -innen haben ja schon viel Kluges zu diesem Buch gesagt. Mir sind die vier Hauptpersonen ans Herz gewachsen, in ihrer Einsamkeit, in ihrem täglichen Bemühen, damit zu leben. Wunderbar, wie sich ihre Lebenslinien treffen und die Personen sich langsam, ganz langsam öffnen. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, denn es passt in diese geschäftige Zeit, die doch Einsamkeit befördert. Die Suche nach einer Wahlfamilie ist ebenfalls ein modernes Thema. Gemeinsam ist man eben doch weniger allein - irgendwo zwischen Autonomiestreben und Wunsch nach Gemeinschaft. Ein märchenhaftes Buch, dem ich sogar mal fünf Punkte zugestehe.
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am 17. März 2016
Sprachlich trivial, unglaubwürdige Klischee-Charaktere, prätentiös und belanglos. Ein kitschiger, niveauarmer Wohlfühlroman ohne literarischen Wert. Die Handlung ist spätestens ab Seite 100 vorhersehbar, Gavalda tritt sie auf fast 600 breit.
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VINE-PRODUKTTESTERam 22. Juni 2007
"Zusammen ist man weniger allein" ist eines der Bücher in denen ich mich absolut zu Hause gefühlt habe. Es gibt einfach Bücher, die es schaffen, dass man direkt abtauchen kann ... Ich fand die Handlung und die Entwicklung der Figuren auch vollkommen in Ordnung und weder an den Haaren herbeigezogen, noch vorhersehbar. Und nur weil es nicht in einem Drama endet heißt es ja nicht, dass ein Buch nur "flach" ist.

Zu der Orginalfassung kann ich nichts sagen, da ich des Französischen nicht wirklich mächtig bin. Auch kam ich mit den Dialogen / Szenenwechsel / verschiedenen Figuren klar bzw. hat gar keine Schwierigkeiten damit.

Von der Story her ist es objektiv betrachtet wohl bestimmt nicht 'Mainstream'-Geschmack
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am 12. Juli 2015
Das Buch kann ich nur empfehlen. Es ist am Anfang etwas traurig. Ja, es gibt Leute, die es nicht gut haben im Leben.
Das Buch hatte ich schon einmal gelesen. Der Film kommt nicht an das Buch heran. Würde es mir wieder kaufen.
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am 22. Juli 2014
Dieses Buch ist modern, witzig, sehr gut geschrieben und gehaltvoll. Die Liebesgeschichte ist nicht vorhersehbar
und spannend - keine platte Episode, sondern alles mit viel Herz und intelligent geschrieben. Man erfährt so nebenbei
noch einiges über Geschichte. Das Mehrgenerationenproblem wird mit Charme und Herz bearbeitet. Eine liebenswerte
französische Geschichte - und natürlich weit interessanter und detaillierter als der Film. Sehr empfehlenswert!
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