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Kundenrezensionen

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TOP 500 REZENSENTam 14. Oktober 2008
Es beginnt Ende 1626 mit der pubertären Spinnerei des Hansi Moorhaupt, Sohn des Bürgermeisters der Stadt Bamberg, der nach der Lektüre des Buches Historia von D. Johann Fausten dem weitbeschreyten Zauberer und Schwarzkünstler" behauptet, einen Pakt mit dem Teufel geschlossen zu haben. Und es endet 1632 mit einer fast entvölkerten Stadt mit ausgestorbenen Straßenzügen, und verlassenen Häusern und verwaisten Geschäften. Eine Stille liegt über der Stadt, wie auf einem Kirchhof. Es gibt keine Wehfrauen mehr, keine Musikanten, keine Feste und keine Fröhlichkeit" - der, der das feststellt, ist einer der Hauptschuldigen an diesem Zustand - Fürstbischof Dornheim, der zusammen mit seinem Weihbischof Förner für die massenhaften Hexenverbrennungen und den Hexenwahn in Bamberg in diesen Jahren verantwortlich ist.

Es ist ein Buch, dass erschreckt, das aufrüttelt, und das sich an vielen Stellen nicht so einfach lesen lässt, wie andere historische Romane. Zu sehr habe ich mich in die Ereignisse hineinziehen lassen, zu sehr versucht, mir auch nur ansatzweise vorzustellen, welche Qualen die Angeklagten unter der Folter gelitten haben mussten. Es sind historische Briefe und Berichte eingebunden, die durch die Schreibweise der damaligen Zeit etwas schwieriger zu lesen sind, obwohl gerade sie dazu beitragen, dass das Buch trotz der eingestreuten Liebesgeschichte, sehr authentisch wirkt. So authentisch, dass ich es eher als sehr gut recherchiertes Sachbuch, denn als Roman empfunden habe.

Manchmal fehlte mir persönlich ein wenig das Fortschreiten der Handlung - die nämlich scheint sich einen großteil der Zeit nur auf der Stelle zu bewegen. Eine Hexe nach der anderen wird abgeholt, gefoltert und gerichtet, doch andrerseits wird dadurch auch bewusst, wie quälend langsam den Menschen damals diese grauenvolle Zeit vorgekommen sein mag und so erscheint das, was ich zuerst kritisieren wollte, durch diese Überlegung in einem ganz anderen Licht.
In einem anderen Licht-einem Verständlicheren, erscheinen auch viele Dinge des Buches, wenn man zu den letzten Seiten vorblättert, denn hier erfährt man mehr über die Intention der Autorin, da erklärt sie, was sie bewogen hat, dieses Buch zu schreiben, sie gibt Einblick in ihre Quellen und schreibt über ihre Gedanken zu diesem Thema. Ich hätte dieses Kapitel gern am Anfang des Buches gesehen, denn wenn man hier gelesen hat, erschließt sich das Buch auf eine ganz andere Weise.

Fazit: Es handelt sich um ein ausgezeichnet recherchiertes Zeugnis der Zeit der Hexenverbrennung und ist auf jeden Fall bei den anspruchsvollen historischen Romanen anzusiedeln.
(Die wunderschöne Aufmachung muss unbedingt noch erwähnt werden, denn so häufig findet man solch eine edle Optik nicht - Der Einband ist rundherum mit dem historischen Bild Martyrium der Hl. Katharina" bedruckt und wird zusätzlich durch einen transparenten Umschlag geschützt.)
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VINE-PRODUKTTESTERam 8. Februar 2009
Bamberg 1626. Durch eine unbedachte Äußerung eines Kindes wird der Prozess der Hexenverfolgungen in Gang gesetzt, der auch Jahrhunderte später nichts von seinem Schrecken verloren hat. Was zunächst nur einzelne Personen betrifft weitet sich Laufe der nächsten Jahre immer weiter aus, bis niemand in der Stadt Bamberg mehr sicher vor der Anschuldigung ist, eine Hexe zu sein oder mit dem Teufel im Bunde zu stehen. Besonderer Voraussetzungen bedarf es nicht, die bloße Anschuldigung genügt.
Was aus religiösen Motiven begonnen hat schlägt mit der Zeit in politische Willkür um, da die Verurteilung gerade gut situierter Bamberger Bürger Geld in die Taschen des Fürstbischofs und seiner Hexen-Kommission spült.

Sabine Weigand zeichnet in ihrem Buch das Schreckensszenario, wie es sich seinerzeit zugetragen habenkönnte. Sie verbindet die fiktive Geschichte der Apothekerstochter Johanna und des jungen Arztes Cornelius mit tatsächlichen Vorkommnissen, die sich anhand von Protokollen, Briefen und Bestandslisten nachweisen lassen. Damit schafft sie eine Atmosphäre, die dem Leser mehr als einmal eine Gänsehaut über den Rücken laufen lässt, obwohl vieles nur angedeutet ist, es keine wirklichen Szenen von Folter oder physischer Grausamkeit gibt. Alleine die Angst und der psychische Druck auf die verhafteten Frauen, Männer und Kinder aber, der ständige Schatten des Misstrauens, der über Stadt liegt, die Scheiterhaufen auf dem Richtplatz und die ungewisse Zukunft der Protagonisten sorgen für einen Spannungsbogen von der ersten bis zur letzten Seite und erschüttern den Leser oftmals bis ins Mark. Das Leid, was die Opfer ertragen müssen, beschäftigt, lässt keine Ruhe, verfolgt den Leser, auch wenn er das Buch zu Seite gelegt hat. Für Menschen der heutigen Zeit ist es schon schwer zu verstehen, welche religiösen Ansichten und welcher Aberglauben zum Ausmaß dieser Hexenverfolgungen geführt haben. Völlig fassungslos ist man aber, wenn aus den religösen Motiven ganz klar rein wirtschaftliche Motive werden, die unter dem Deckmäntelchen der Religion versteckt und zu einer Spirale in den Abgrund werden, die den Ausführenden selbst zum Ende der Verfolgungen keine Möglichkeit mehr lässt, Gnade walten zu lassen und dem Wahnsinn ein Ende zu bereiten.

Sabine Weigand hat mich mit diesem Buch verstört, aufgewühlt und zutiefst bewegt zurückgelassen. Zurückgelassen aber auch sensibilisiert für diese schreckliche Zeit und mit dem Wunsch, mich weiter mit diesem Thema zu befassen. Zurückgelassen mit dem Gedanken, dass ihr Buch all die Menschen dem Vergessen entreißt, die dem Wahnsinn der Hexenverfolgung unschuldig zum Opfer gefallen sind. Zurückgelassen mit dem Gedanken, dass ihr Buch diesen Menschen ein Denkmal setzt.
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TOP 500 REZENSENTam 16. November 2008
Sabine Weigands neuer Roman"Die Seelen im Feuer", ist keine leicht zu lesende Geschichte, aber das "Beste" was es meiner Meinung nach an Thema "Hexenverfolgung" bisher gab.Sabine Weigand gibt sich nicht mit Öberflächlichkeiten ab und schreibt eine Liebesgeschichte mit ein wenig "Hexenverfolgung", sondern man merkt der Autorin an, dass sie selbst schon Führungen um dieses Thema herum gemacht hat und es ist ihr sehr gut gelungen, die wichtigsten Aspekte dieses Themas herauszuarbeiten und in einer ansprechenden Geschichte zu verarbeiten.

1.Aberglaube

2.Rolle der Frau, die als minderwertig, weniger glaubensfähig und als
Verführerin und lüsternes Wesen dargestellt wird und somit für
den Teufel ein leichtes Opfer ist.

3.Die juristischen Voraussetzungen für die Hexenverfolgungen und die
Folter werden gut beschrieben.

4.Die Beweggründe für Denunzierungen werden gut herausgearbeitet.(Viele
wohlhabende und einflussreiche Bürger wurden der " Hexerei"bezichtigt,
um ihren Einfluss zu unterbinden und um an ihr Vermögen zu kommen,denn
alle Verurteilten mussten ihre Prozess,- und Hinrichtungskosten selbst
tragen und somit wurde ihr Vermögen nach ihrem Tod konfiziert.

5.Es wir aufgeräumt mit dem Vorurteil, dass nur Frauen, insbesondere
Hebammen und "Kräuterweiber", als "Hexen"verbrannt wurden, sondern dass
jeder in diese "Mühle" hineingezogen werden konnte.

6. Die Ausbreitung der Hexenverfolgung dadurch zustande kam, weil unter
der Folter wahlos Personen benannt wurden oder den Gefolterten Namen
vorgegeben wurden,die sie bestätigten, nur, damit
die Schmerzen endlich aufhörten.

Doch trotz dieses wirklich ernsten Themas, hat es Frau Weigand verstanden,einen ansprechenden und spannenden Roman zu schreiben, der durch die immer wieder eingestreuten Protokolle und Briefe in alter Sprache wiederum an Authensität gewinnt.
Aufgelockert wird das Ganze durch die Liebesgeschichte der beiden Hauptprotagonisten, der Apothekertochter Johanna und des Arztes Cornelius, mit denen der Leser mitfiebert.Auch die sprachliche Gestaltung dieses Buches finde ich gelungen.

Da ich selbst lange Zeit Führungen zu diesem Thema in unserer Stadt gemacht habe, hatte ich sicherlich einen anderen Blickwinkel als so manch anderer Leser, finde aber, dass wenn sich jemand für diese Zeit interessiert, ihm mit diesem Buch eine gute Vermittlung des Themas in Romanform vorliegt.

Bravo Frau Weigand ,Ihnen ist ein historischer Roman auf hohem Niveau gelungen. Weiter so!
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am 10. August 2014
Wer hätte gedacht, dass ich ein Buch von Frau Weigand, nachdem ich "die Markgräfin" nicht einmal bis zum Ende schaffte, mit 5 Sternen beeurteilen würde?

...

Frau Weigand erzählt hier eine packende und historisch überzeugende Geschichte über die junge Apothekerstochter Johanna und den Medicus Cornelius rund um den Hexenwahn des 17. Jahrhunderts in Bamberg. Eine Stadt, in der die Hexenverfolgung stetig schlimmere und grausamere Folgen annimmt, eine Stadt, in der sich niemand mehr sicher fühlen kann, gleich welche Stellung er oder sie inne hat. Was zunächst aus religiösen Gründen und vereinzelt beginnt, wächst sich zusehends zu einer wahren Massenverfolgung aus. Der Aberglaube und die überwältigende Angst der Bevölkerung vor dem Bösen lässt die Menschen fest daran glauben, dass Hexen und Druden unter ihnen eine Gefahr für Leib und Seele darstellen, die nur durch die Verbrennung der Besessenen auf dem Scheiterhaufen abgewendet werden kann. Mit Hilfe der "peinlichen Befragung" erzielt man so manches Geständnis. Mehr noch, man gelangt hiermit an die Namen weiterer mit dem Teufel im Bunde Stehender, was die Sorge über die Allmacht des Teufels ins Unermässliche wachsen lässt. Doch nicht nur die Angst vor dem Bösen bringt den Stein der Massenverbrennungen ins Rollen. Schnell stellt sich heraus, dass man durch das hinterlassene Vermögen der Verurteilten die privaten, aber auch die Stadtkassen füllen kann. Darüber hinaus ergibt sich auch die Möglichkeit, sich von Querulanten zu befreien. Keiner ist mehr sicher, jeder kann besagt und verurteilt werden, und niemand kann der Folter widerstehen, ohne zu gestehen und weitere Menschen zu besagen.

Sabine Weigand hat einen wahrlich erschütternden Roman geschrieben. Historisch belegt mit Dokumenten aus der damaligen Zeit. Diese Protokolle der Befragungen und andere Zeitdokumente, geschrieben in der damaligen Sprache, geben diesem Roman eine zusätzliche Authenzität. Fast erscheint es mir unangebracht, zu sagen, dass mich dieser Roman unterhalten hat. Zu grausam und zu real ist der Inhalt. So schreibe ich besser, dass ich "die Seelen im Feuer" völlig gefesselt und in jeder freien Minute gelesen habe.

Frau Weigand, vielen Dank für diesen Roman!
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am 19. Oktober 2008
Sabine Weigand schreibt spannend und gut lesbar. Das Umfeld ist (wie auch bei ihren anderen Büchern) sehr gut recherchiert.
Der Leser wird in eine dichte Atmosphäre der Angst und der Denunziation, des Grauens und der Brutalität versetzt und das nicht in einer Fantasywelt, sondern in Bamberg im zweiten Viertel des 17. Jahrhunderts. Das macht das Buch sehr bedrückend.
Es ist die Zeit der Hexenprozesse und Bamberg war eins der Zentren dieser Prozesse. Sabine Weigand arbeitet mit Originalzitaten: Protokollen der Befragungen, Listen der Hingerichteten, Zitaten aus dem Hexenhammer u. a.
Hauptperson ist Johanna, Tochter eines Apothekers, klug und gebildet. Da sie ihrem Vater in der Apotheke hilft, Arzneien zubereitet und Kräuter dafür sammelt, ist es nahe liegend, dass sie auch in den Sog der Anklagen gerät. Dieser sich steigernde Wahn, der in immer höhere Gesellschaftsschichten greift - vor dem keiner mehr sicher ist, in ihrer Person und dem Umfeld wird dies beeindruckend und bedrückend geschildert.

Auch das Nachwort mit den Quellenangaben und ihrer Rechenschaft, wie sie mit historischen Fakten und fiktiven Personen umgegangen ist, ist sehr gut.

Trotz des "happy ends" für die Heldin: Das Buch ist gut, aber es bietet keine "gute Unterhaltung". Das sei dem (potentiellen) Leser vorher gesagt.

Trotzdem: sehr zu empfehlen!
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am 15. September 2015
Es spielt in Bamberg zwischen 1626 und 1633.
Die ganze Stadt lebt in ständiger Angst als Hexe oder Zauberer ins Malefizhaus gebracht zu werden.
Dort wird ihnen unter schwerer Folter ein Geständnis entlockt, dass sie Hexen sind.
Die Prozessmethoden sind grausam und die Folter unmenschlich.
Deshalb gesteht am Ende auch jeder, weil er die Qualen nicht länger ertragen kann.
Die Verhexten müssen im Hexenprozess immer noch weitere Personen nennen.
Unter Folter nennen sie irgendwelche Namen von Leuten aus Bamberg, die dann von den Bütteln eingeholt und der Hexerei angeklagt werden.
So stirbt einer nach dem anderen im Feuer auf dem Scheiterhaufen.
Im Roman wird das sehr genau und ausführlich und auf guter Recherche basierend, erzählt.
Es ist sehr grausam und man liest immer weiter, in der Hoffnung, dass irgendeiner dann doch mal ein gutes Argument findet, um nicht in den Flammen zu verbrennen, aber leider nicht.
So zieht sich das Ganze 7 lange Jahre hin und die Stadt "brennt aus" und auch die schönen Häuser der Reichen stehen leer.
Selbst vor Kindern macht der Fürstbischoff zu Bamberg nicht halt.
Nach und nach versteht der Leser, warum so viele der Hexerei beschuldigt werden. Die Kirche zieht einen großen Teil des Vermögens der Verhexten ein und so wird die Kirchenkasse am Ende überlaufen. Und auch heute noch ist die Kirche die reichste Institution der Welt.
Dieses ganze grausame Morden aus Gründen, wo wir heute den Kopf schütteln, hat auch seine Widersacher.
Die älteste Tochter der Mohrenapotheke und der junge Arzt Cornelius geben dem Buch einen Hauch von Liebe, Romanze und ein ganz kleines Stückchen Glück, was in der dunklen Zeit um 1626 schwer zu finden war. Wie sie es schaffen, dem Feuer zu entkommen und welches Risiko dafür eingehen, ist in dem Buch wunderschön geschrieben.
Ein großes Lob an die Autorin. Sie schreibt locker und flüssig und es macht Spaß zu lesen, auch wenn das Thema überhaupt nicht lustig ist.
Ich kann das Buch allen empfehlen, die sich etwas für deutsche Geschichte interessieren.
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am 30. September 2013
Meine Vorrezensenten haben ja schon ausführlich berichtet, was das Buch beinhaltet. Ich stimme zu: Es ist sehr gut recherchiert.
Es liest sich, trotz der altertümlichen Sprache leicht und ist spannend.
Was mich vielmehr auf den Plan ruft: Haben denn Kirchenmänner (ich sage absichtlich MÄNNER!) derlei Lektüre genossen? Vor allem aber: Wie kann man die heutigen Eiferer des Klerus in Schach halten?
"Die Seelen im Feuer" sollte Pflichtlektüre für angehende Priester werden. Hat doch die sogenannte "Heilige Kirche" eine Menge Dreck am Stecken, den sie auch über Jahrhunderte nicht mehr abwaschen kann. Die Leugnung der Verfehlungen angeblicher "Gottesmänner" liegt, wie ein dunkler, schmutziger Mantel auf der Glaubensgemeinschaft. Auch heute noch! Man betrachte nur, wie Pfaffen von der eigenen "Mutter Kirche" beschützt werden, wenn sie wieder einmal "und lasset die Kindlein zu mir kommen" gespielt haben.
Es sind nur MENSCHEN, keine von Gott gesandten Heiligen. Das wird ebenfalls in diesem Buch schonungslos offen gelegt!
Jeder Idiot kann sich einen teuren Ring an den Finger stecken, eine Krone aufsetzen und sagen:
"Schaut, jetzt bin ich Euer Herrscher, Papst, oder Gott!"
Meiner Meinung nach sollte jeder aus seiner Kirche austreten, und sei es nur, um zu zeigen, dass man derlei Organisationen nicht für einen wahren Glauben braucht!
Denn, wie heißt es: Gott ist überall, sogar im Schweinestall.

Ich kann das Buch sehr empfehlen, auch wenn man nicht katholisch ist.
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am 9. November 2015
Nachdem ich den Film gesehen hatte, wurde dieses Buch gelesen. Leider muss man feststellen, dass der Film weit hinter dem Roman von Frau Weigand zurück geblieben ist. Das Buch ist darum sehr lesenswert, und versetzt einen in die Zeit der Hexenverbrennungen. Das Versagen der damaligen Regierung in der Form des Fürstbischhofs ist erschreckend. Der Roman spielt in Bamberg und man kann sich an die Orte hineindenken, falls man die Stadt kennt.
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am 15. Juni 2014
Der wichtigste Satz dieses Buches steht im Nachwort: Jede Zeit hat ihre Hexen.
Aus den Diskriminierungen der Vergangenheit wird wenig gelernt. Immer wieder entstehen Hexenjagden. Die Verläufe ähneln sich, die Methoden wandeln sich.

Die Verfolgten werden dämonisiert, die Zahl derer, die verdächtigt werden, steigt unaufhörlich.Die Methoden sind rechtsstaatlich unerlaubt oder zumindest fragwürdig.Man kann die Torturen durch massive Projektionen rechtfertigen, die Betroffenene sind keine Rechtssubjekte,sondern Untermenschen.Ist noch Gott und der Teufel im Spiel, ist der ausgelebten Grausamkeit keine Grenze gesetzt.

Neuere Forschungen bestätigen, dass in vielen Menschen ungeheure Grausameit schlummet,wenn diese durch das System erlaubt wird.Harald Welzer hat dies für den deutschen Bereich untersucht,Zimbardo hat mit amerikanischen Studenten das Experiment durchgeführt: massive Grausamkeiten nach kurzer Zeit.
Und das sind keine Forschungsergebnisse aus dem finsteren Mittelalter und dem Aufbruch in die Moderne.
Solche Quälereien gibt es in der Neuzeit, in der Gegenwart.
Eugen Sorg belegt dies detailliert in seinem Buch, die Lust am Bösen.

Sabine Weigand hat nun einen Roman über die schreckliche Zeit der Hexenverfolgung geschrieben.So etwas wirkt immer viel nachhaltiger, wenn man konkrete Schicksale erfährt, am Leben von Menschen teilhat.
Sie versteht es meisterlich, die Spannung auf die hunderte Seiten aufrecht zu erhalten. Man will schlicht wissen, wie es ausgeht.Auch wenn darin lieto fine enthalten ist, so bleibt die Spannung, weil man nicht weiß, wer gl+cklich überlebt. Es sterbem eben auch Protagonisten qualvoll, an deren Schicksal man teilnenommen hat.

Das amalgan der Motive wird sorgfältig herausgearbeitet. Natürlich standen Neid. Mißgunst, Haß Pate für die entsetzlichen Qualen, aber man konnte es für sich und vor der Welt dadurch rechtfertigen, dass man die Teufelsbrut, von deren Existenz ohne weiteres ausgegangen wurde, nachhaltig bekämpft.

Da es eine ausgebreitete Verfolgiungsideologie gab, konnte alle möglichen Merkmale dem Teufel zugeordnet werden. Leberflicke wurde zu Teufelsmerkmalen und das normale Unglück war natürlich das Werk eines Teufels.

Das Buch. so liest, wird verfilmt. Man darf sicher davon ausgehen, dass die Brutalität dieser Torturen nicht gezeigt werden wird, nicht gezeigt werden kann.

Würde doch wenigstens aus diesem ungeheuren Elend etwas gelernt. Dann hätte die Tortur eine Bedeutung.
Hoffnung besteht wenig.
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am 13. Oktober 2012
Ich habe dieses Buch "verschlungen".... Zu Beginn fand ich es ein wenig langweilig und zu durchschaubar, aber das hat sich dann nach sehr kurzer Zeit gegeben. Ich war wie gefesselt. man fühlt direkt mit den Personen und ich musste einige Passagen mehrmals lesen, um die Grausamkeit der damaligen Zeit einigermaßen zu verstehen. Jedoch werden sie hier nicht zu blutrünstig dargestellt, da bin ich schlimmeres gewohnt;-)
Besonders gelungen fand ich die "Originaltexte" in einem jeweiligen Kapitel. Das macht dieses Buch noch authentischer!

Wer ein spannendes Buch, mit geschichtlichem Hintergrund lesen möchte, der sollte hier auf jeden Fall zugreifen.

Ich würde auch 10 Sterne vergeben!!
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