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Kundenrezensionen

4,1 von 5 Sternen
178
4,1 von 5 Sternen
Extrem laut und unglaublich nah: Roman
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:9,95 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 8. März 2006
Der neunjährige Oskar hat seinen Vater bei den Terroranschlägen am 11. September verloren. Er klammert sich nun an einen Schlüssel seines Vaters und sucht in NY das dazu passende Schloß.
Es ist eine verzweifelte Suche, die dazu dient, seinen Vater nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
Die Perspektive eines Kindes einzunehmen, erschien mir zuerst schwierig, aber Oskar hat eine so wunderschöne und traurige Gedankenwelt, in die es ein leichtes ist einzutauchen.
(...die Tränen aller NY-er Menschen, die sich in den Schlaf weinten, würden an denselben Ort fließen und am nächsten Tag würde man im Wetterbericht den Pegelstand des Reservoirs erfahren...)
Foer erzählt in diesem Buch aber nicht nur die Geschichte Oskars, sondern auch die Geschichte von seinen Großeltern.
Der wundersame Großvater verliert nach und nach seine Wörter, bis er schließlich gar nicht mehr sprechen kann.
Es gibt in diesem Buch weitere merkwürdige und wundervolle Begebenheiten von diversen Menschen, denen Oskar bei seiner
"Schloßsuche" begegnet.
Foer gelingt es ausgezeichnet das Thema Verlust von Menschen und das schmerzvolle Weiterleben zu beschreiben. Er überrascht nicht nur mit der einfühlsamen Geschichte, sondern visualisiert die Stimmung in Bildern, die das Buch durchziehen.
Absolut empfehlenswert.
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am 6. Januar 2010
...wäre mir dieses Buch wert, wenn es nur ginge.

Das Jahr ist jung und ich habe bereits mein Buch des Jahres. Selten hat mich ein Buch in solch vielfältiger Hinsicht beeindruckt:

- Eine geschliffene Sprache, die ihresgleichen sucht - selbst in vermeintlich nebensächlichen Dingen ist kein Wort dem Zufall überlassen
- Sätze mit Wert, die sich in mir tief eingeprägt haben und viele Dinge so treffend beschreiben: "Denken und Glück passen nicht zusammen. Ich habe mich schon millionen-mal aus dem Glück herausgedacht, aber noch nie hinein."
- Beschreibungen mit Wörtern, die tief ins Herz schneiden - alleine die Beschreibung der Bombennacht von Dresden, obwohl unzählige Male an anderer Stelle schon gelesen, bleibt unvergesslich
- Die Aufbereitung des Buches mit Fotos und Zeichnungen, die nicht zufällig an Ihrem Ort im Buch sind, sondern das Gelesene erleben lassen
- Der wundervolle Humor und Sarkasmus, der eigentlich tieftraurig, aber gleichzeitig so liebevoll ist
- Die Verknüpfung der Geschichten verschiedener Generationen hin zu einem hinreißenden Ganzen, bei dem sich Dinge urplötzlich von ganz anderer Seite zeigen als gedacht

Ich könnte die Liste noch endlos fortführen - ich kann jedem das Buch nur ans Herz legen, denn dort trifft es hin.

Eine grenzenlose Empfehlung!
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am 15. März 2016
Oh je,......was soll man da noch zu sagen, was nicht alles schlechtes schon darüber gesagt wurde! Ich bin wie viele andere nicht über Seite 80 hinausgekommen. Total konfus, überheblich, unglaubwürdig, unverständlich, seltsam,........u.v.mehr! Normalerweise liege ich meist richtig, wenn ich mich auf die Bewertungen verlasse, aber hier,.......kann absolut die guten Zensuren nicht verstehen! Aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten, trotzdem ich bin fassungslos! Schnell weg damit!!!
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TOP 1000 REZENSENT VINE-PRODUKTTESTERam 17. Januar 2010
Ein Buch mit seitenweise leeren Blättern und Zahlenketten oder so eng geschriebener Schrift, dass man nichts mehr entziffern kann! Wo gibt es denn so was?
Nun, Jonathan Safran Foer hat mich bereits mit seinem Erstlingswerk "Alles ist erleuchtet" zu irritieren verstanden, hier setzt er nochmals einen drauf. Doch, die Geschichte(n), die er zwischen diesen unglaublichen Einfällen erzählt, erscheint mir schriftstellerisch ausgereifter zu sein.
Er schreibt aus dem Blickwinkel des 9jährigen Oskars, der in New York lebt und am 11. September seinen Vater verloren hat und sich nun fast 2 Jahre später auf die Suche nach einem passenden Schloss zu dem Schlüssel macht, den er in einer (nun leider zerbrochenen) Vase im Arbeitszimmer seines Vater entdeckt hat. Oskar trägt so schwer an dem Verlust seiner engsten Bezugsperson und versucht die Erinnerungen an ihn am Leben zu erhalten. Er klappert alle 'Blacks' in New York ab, da dieser Namen auf dem Kuvert, in dem der Schlüssel war, gestanden hat. Wie unterschiedlich die Menschen sind, denen er dann begegnet, obwohl sie alle den selben Nachnamen tragen!

Mehrer Erzählstrenge im Buch verweben sich, verknäulen und zerfallen auseinander. Zusammenhänge werden klarer und verlieren sich wieder.

Auch der Opa von Oskar spielte eine größere Nebenrolle. Er verlässt seine Frau, die Oma von Oskar, als sie mit Oskars Vater Thomas schwanger ist, schreibt aber fortan jeden Tag einen Brief an seinen unbekannten Sohn. So kann er von seinen schrecklichen Erlebnissen in der Bombennacht von Dresden berichten, denn er spricht nicht mehr. Er hat jegliche Wort verloren und sein letzte gesprochenes Wort war 'Ich'.
Auch spielt eine weitere menschliche Katastrophe eine Rolle: Hiroshima. In einem Referat in der Schule beschäftigt sich Oskar damit.

Mitunter also keine leichte Kost. Das Buch verbindet alte mit aktuellen Kriegen. Ein Hauch von Philosophie weht durch die Seiten. Ein ziemlich durchgeknalltes Buch, aber liebenswert und faszinierend.

Auflockerung durch ca. 25 Fotos, die Oskar mit der Kamera seines unbekannten Opas aufgenommen hat, dem er unbewusst ganz nahe kommt.
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am 22. April 2013
Oskar hat seinen Vater bei der Tragödie am 11. September verloren und erträgt es seither kaum, ohne ihn leben zu müssen. Nur Oskar hat die Nachrichten des Vaters auf dem AB mitbekommen, die dieser noch aus dem World Trade Center hinterlassen hat. Die Mutter und Großmutter wissen nichts davon, da Oskar das Telefon durch ein anderes ersetzt hat, um die Mutter zu schützen, weil diese Nachrichten ihn selbst furchtbar traurig gemacht haben.
Es hat Spaß gemacht, das Buch zu lesen, es macht aber auch traurig und nachdenklich.
Im Gegensatz zu anderen Lesern, die bei Amazon davon geschrieben haben, das Buch sei kitschig, finde ich das überhaupt nicht. Es ist m.E. etwas besonderes, wenn es mir auch teilweise nicht ganz leicht gefallen ist, es zu lesen.
Der Schmerz des kleinen Oskar Schell greift auf den Leser über, besonders schockiert aber war ich von seiner Aussage der Mutter gegenüber: "Wenn ich die Wahl behabt hätte, hätte ich mich für dich entschieden".
Die Tragödie hat besonders die Leben derer zerstört, die zurückgeblieben sind, und hier in diesem Buch geht es nebenbei auch noch um die Bombardierung Dresdens im 2. Weltkrieg und die Atombombe von Hiroshima.

Jemand hat in einer Rezi einen Zusammenhang zwischen dem kleinen Oskar aus "die Blechtrommel" von Günther Grass und Oskar Schell gesehen. Man kann von den Äußerungen und aufgrund des Verhaltens des kleinen Jungen darauf schließen, dass eine Ähnlichkeit vorhanden ist, das sehe ich genauso.

Extrem laut und unglaublich nah hat mir wunderschöne Lesestunden beschert.
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am 5. November 2013
So lange dauert es bis das Licht uns erreicht.
8 Minuten wäre die Welt noch hell und warm. Die Welt wäre noch heil.

"Extrem laut und unglaublich nah" ist ein Buch, das sich nicht beschreiben lässt, man kann es nicht einfangen erklären, analysieren, man mag es oder man mag es nicht. Es geht einem nahe oder nicht.
Man liest es nicht nur, man fühlt es.
Leere Seiten, Bilder, Zahlencodes, kleine Schrift, große Schrift, unleserliches, Daumenkino.
Unnötig, würden einige meinen. Aber es gehört zu diesem Buch dazu. Man lässt sich darauf ein.

So wie man sich auf Oscar zunächst einlassen muss.
Scheint er teilweise wie alle Beteiligten nicht ganz real und sonderbar, so müssen sie das auch gar nicht sein.

Das Buch enthält Sätze, die ich immer wieder lesen muss, unterstrichen habe, liebe.

Oscar ist für seine jungen neun Jahre ziemlich viel : Pazifist, Erfinder, Goldschmied, Veganer, Frankophiler, Amateur- Entomologe, Origamist, Sammler und Computer- Spezialist.
Unglaublich sensibel und verletzlich, und extrem traurig.

Sein Vater starb bei den Anschlägen am 11. September 2001, danach durchlebt Oscar sein Trauma.
Der Hauptgrund für Oscars Trauer ist aber nicht der Tod selbst, sondern die Art und Weise wie sein Vater starb.
Oscar fühlt sich schuldig. Er konnte nicht für seinen Vater da sein, konnte ihn nicht beschützen und nicht beistehen, alleine musste er sterben.
Wir spüren mit jeder Faser wie sehr ihn das zerreißt.

Als er eines Tages einen Schlüssel findet, ist Oscar sicher, dass sein Vater ihm etwas wichtiges hinterlassen hat, und das es von absolut großer Bedeutung ist, dieses Schloss zu finden.
Eine Reise beginnt, in der Oscar die 8 Minuten mit seinem Vater verlängern möchte, denn so fühlt er sich ihm näher, doch je länger er sucht, desto mehr spürt er, dass er sich von ihm trennt.

Der zweite Handlungsstrang handelt von Oscars Großeltern, deren Geschichte mich fast noch mehr berührt hat als die von Oscar.
Sie hat mich auch trauriger gemacht. Einige Passagen werde mir wohl für immer in Erinnerung bleiben.
Nie werde ich die Szene von Oscars Oma vergessen, in der sie ihre Lebensgeschichte schreibt.
Hundert Seiten leere Blätter.

Einzig und allein, was mich enttäuscht hat, war die Tatsache, dass der Zahlencode keinen Sinn ergab.
Schade. Von Foer hatte ich tatsächlich erwartet, dass er was bedeuten würde.

Foer wurde leider sehr oft kritisiert, dafür, dass es um so politische Themen geht, und diese nicht weiter behandelt werden, fast schon als Märchen erzählt wird.
Meiner Meinung nach muss das auch nicht sein.
Es geht hier nicht um Politik. Es geht um einen neunjährigen, der seinen Vater verloren hat.
Was soll es einen neunjährigen interessieren, was politisch gelaufen ist?

Man muss sich wie gesagt frei auf diesen Roman einlassen, sich fallen lassen und nichts erwarten- bei mir kam er innerlich sofort an.
Manchmal scheint es fast schon zu viel zu sein, zu viel, um alles sofort verdauen zu können.
Jeder Satz eine kleine Poesie für sich. Und doch ganz einfach.
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am 17. Februar 2010
"Warum machen dich schöne Lieder traurig?" - "Weil sie nicht wahr sind."

Oskar Blum, neun Jahre alt, ein kleiner Schlaumeier, der einem im wahren Leben wahrscheinlich unsymphatischer kaum sein könnte, eine Nervensäge, trauert um seinen verunglückten Vater. In dessen Hinterlassenschaften findet Oskarchen ein Kuvert mit der Aufschrift "black", in ihm ein Schlüssel. Wie selbstverständlich greift das Kind zum Telefonbuch New Yorks und beschließt jeden Black in der Metropole aufzusuchen, streng alphabetisch, um herauszufinden, was es mit dem Erbe seines Vaters auf sich hat. Eine Abenteuerreise für den Held des Buches und den Leser gleichermaßen beginnt.

Jonathan Safran Foer ist ein unglaubliches Erzähltalent, er gehört in einer Riege mit Jonathan Franzen oder T.C. Boyle genannt. Die Personen und Charaktere die Foer da geschaffen hat, mit all ihren Eigenarten und Schrullen nehmen den Leser gefangen. Themen wie familiäre und amoröse Sprachlosigkeit über Generationen hinweg und deren Konsequenz, im Superlativ existieren nur noch "ja" und "nein" als sprachliches Ausdrucksmittel auf die Handflächen tätowiert, machen nachdenklich. Das immer wiederkehrende Motiv des Weinens schnürt einem die Kehle zu - die Notwendigkeit des Weinens, der Trost der Tränen.

Ich lese extrem viel und unglaublich gern, aber was rückblickend bleibt, ist eine Essenz von vielleicht zwanzig Büchern, der Rest vage Erinnerung. Dieser Roman gehört definitiv dazu. Nie habe ich bei der Lektüre eines Buches so weinen müssen; immer wieder innehalten, Passagen mehrfach lesen. Dieses Buch hat mich sehr und nachhaltig beeindruckt.

Es sei auch die originelle Typografie des Buches erwähnt, es ist reich bebildert, manch Seite ist nur mit einer Wortgruppe versehen, manche gänzlich blank, mal über mehrere Seiten nur Zahlenreihen, es wird
g e z e r r t u n d gestaucht: ein kleines Gesamtkunstwerk.
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am 28. Juni 2013
Wirklich kein anderes Buch hat mich so sehr berührt, wie dieses. Ich habe schon viel gelesen und auch etliche Bestseller und auch mit Literaturpreisen ausgezeichnete Bücher, doch bisher hat mich kein Buch so mitgenommen wie dieses.
Ich habe es nur in der deutschen Übersetzung gelesen, und kann deswegen bei der rieseigen "Gute- Schlechte Übersetzungs"s- Debatte nicht mitreden, aber für mich passte bei dem Buch einfach alles :
Die Protagonisten sind wundervoll und absolut liebevoll und fasettenreich illustiert. Das Buch beschäfftigt sich mit einem unglaublich schwierigen Thema, was bei falscher herangehensweise schnell stenotyp wirken kann. Genau das erreicht der Autor in diesen Buch ganz und garnicht!
Es war das erste Buch, das ich wirklich zur Seite legen musste, weil ich anfing zu weinen, so sehr hatte mich das Buch im Griff. Zudem war ich wirklich traurig, als ich den letzten Satz gelesen habe.
So viel Liebe habe ich seit dem in kaum einem Buch gesteckt gesehnen -> und dabei ganz und garnicht kitschig gemeint!!!! Das Buch geht mir Emotionen einfach ehrlich um.
Das mag nicht jedermans Geschmack sein, meinen hat es zu 100% erfüllt!
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am 2. August 2007
Als ich das Buch das 1. Mal durchblätterte und darin vollkommen leere, teilweise nur mit einem Satz oder Wort bedruckte Seiten, sowie Bilder und Fotos entdeckte, dachte ich schon, was habe ich denn da gekauft.
Sobald man aber die Geschichte um den kleinen Oskar begonnen hat, kann man das Buch nur noch schwer aus den Händen legen.
Ich war hin und her gerissen:
Lachen, Weinen, Kopfschütteln über die Naivität und nervigen Fragereien des Jungen, andererseits die Altklugheit des Kleinen, dazu die Story seiner Großeltern und deren doch sehr seltsamen Beziehung.
All das und die tolle Schreibweise des Autors (da sollte wohl auch der Übersetzer gelobt werden) machen das Buch zu einem kurzweiligen Erlebnis und man ärgert sich am Ende, dass es nicht noch ein paar hundert Seiten mehr hat.
Fazit: Absolut lesenswertes Werk
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am 18. Februar 2008
Oskar Schell wandert mit dem Tamburin durch New York. Er ist altklug. Damit hat es sich aber schon mit den Parallelen zur „Blechtrommel“. Warum das vom Verfasser so angelegt wurde, entzieht sich meinem Verständnis. Will er vom Bekanntheitsgrad eines Nobelpreisträgers profitieren oder zeigen, wie belesen er ist (man müsste wissen, wie bekannt die Blechtrommel in den USA ist…)?
Das Thema ist berührend: ein 9 Jähriger ist unterwegs durch New York. Er sucht das passende Schloss für einen Schlüssel, den er im Nachlass seines Vaters fand. Sein Vater ist eines der Opfer vom 11.9. und der Sohn verarbeitet diesen Verlust und seine Schuldgefühle (weil er den letzten Anruf seines Vaters nicht angenommen hat) auf dieser Suche. Er lernt die verschiedensten Menschen kennen, das sind schöne Momente des Buches. Darin verwoben ist die Geschichte seiner Großeltern, die beide Überlebende des Bombenangriffs auf Dresden sind. Auch hier ist die Schuldfrage mit der Lebensgeschichte verwoben: beide sind damit nie fertig geworden und nur am Ende deutet sich etwas Versöhnliches an.
Dass der Verfasser auch noch ein Kapitel dem Grauen des Bombenabwurfs auf Hiroshima widmet, ist einfach zu viel des Schreckens. Und unnötig für das Buch und die Handlung. Und es bleibt die Frage, ob Dresden, Hiroshima und der 11.9. wirklich auf eine Stufe zu stellen sind.
Das Buch selbst ist sehr experimentell gestaltet, mit Fotos, abwechselnder Typografie, leeren Seiten und dann welchen, die so eng und übereinander bedruckt sind, dass man sie nicht lesen kann: Auch hier wird zuviel des Guten getan: denn Schilderung bzw. Begründung liefert auch der Text selbst. Ich fühle mich da entmündigt oder zumindest habe ich das Gefühl, dass mir meine Fantasie abgesprochen wird, wenn man mir das Erzählte dann noch mal typographisch darstellt (nicht illustriert, das wäre was anderes).
Auch der Stil wechselt zwischen Erzähltem, Briefen und sehr experimentellen Teilen – manches passt durchaus zu dem unsagbaren – manches kann man nur stammelnd berichten. Aber es bleibt das ungute Gefühl, dass Froer ziemlich viel Form verwendet, damit das Buch nur ja spektakulär und außergewöhnlich ist.
Vielleicht tue ich ihm unrecht. Denn die Geschichte selbst ist wirklich packend. Und auch diese Art, wie er Oskar und auch die Großeltern über den erlebten Schrecken denken, reden und handeln lässt – mir hätte das vollauf gereicht, denn der Grundeinfall ist gut. Und der Blick auf den 11.9. ist eingängig und sehr berührend gestaltet.
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