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TOP 100 REZENSENTam 7. Oktober 2014
Es nimmt der alten und ehemaligen Professorin Elizabeth Curren aus Kapstadt den Atem, als ihr Hausarzt Doktor Syfret ihren im Körper befindlichen Krebs als nicht mehr heilbar bezeichnet und nur noch eine kurze Lebenszeit in Aussicht stellt.

Elizabeth beginnt einen schriftlichen Rückblick auf ihr gelebtes Leben und erträumt sich durch das Niederschreiben ihrer Gefühle und Gedanken in eine Welt des Liebens und der Nähe zu geliebten Menschen. Sie liebt ihre in Amerika lebende Tochter, sehnt sich nach dieser und fühlt sich durch das geführte Tagebuch seelisch-geistig mit ihr verbunden.

Sie liebt auch ihr Land, das sie Mutter nennt und wird nach brutalen erlebten Geschehnissen kurz vor dem Ende der Apartheid aus ihrer bisherigen Traumwelt herausgerissen. Das ist nicht mehr ihr Land wie sie es kannte, als sie miterleben muss wie der jugendliche Bheki, Sohn ihrer schwarzen Haushälterin, und dessen gleichaltriger Freund gegen die Apartheid rebellieren und erschossen werden. Obdachlose streifen durch die Gegend, Jugendbanden begehren auf, Schulen werden aufgrund der Unruhen geschlossen, Diebesbanden machen die Gegend unsicher und dringen in ihr Haus ein. Die Ohnmacht gegen die Staatsgewalt der Apartheid treibt die schwarze Bevölkerung auf die Straßen. Für Elizabeth bedeutet der Tod Bhekis und seiner Freunde die Erkenntnis einer von ihr bislang falsch politischen Denkweise.

Als Elizabeth neben ihrem Haus den in ihrer Garage unter Kartons und Lumpen heimlich selbst einquartierten Obdachlosen Vercueil mitsamt Hund vorfindet, entwickelt sie allmählich eine gewisse Zuneigung zu diesem sonderbaren Menschen und nimmt ihn bei sich auf. Sie begibt sich dem Ende zu in seine eigenartige Obhut und bittet ihn, nach ihrem Tod das Tagebuch der Tochter zu überbringen.

Es ist ein rührendes Buch, dass Coetzee geschrieben hat. Zwei Menschen unterschiedlicher Charaktere und Denk- sowie Lebensweise kommen zusammen, und sind doch irgendwie im Laufe der Handlungen auf den anderen angewiesen. Elizabeth wird als eine äußerst gefühlvolle Frau beschrieben, als Kontrast dazu der wortkarge und gleichgültige Vercueil.

Zwei Sätze des Buches haben mich sehr berührt, die Elizabeth als Mutter in ihrem Tagebuch vermerkt: „Denn das ist etwas, um das man ein Kind niemals bitten sollte, einen in den Arm zu nehmen, einen zu trösten, einen zu retten. Der Trost, die Liebe sollte vorwärts fließen, nicht rückwärts.“

Aber genau danach hat Elizabeth sich so sehr gesehnt und hatte zum Schluss nur Vercueil.

J. M. Coetzee wurde 1940 in Kapstadt geboren. Er lehrte von 1972 bis 2002 als Literaturprofessor in seiner Heimatstadt und gehört zu den bedeutendsten Autoren der Gegenwart. Er wurde für seine Romane und sein umfangreiches essayistisches Werk mit vielen internationalen Preisen ausgezeichnet. 2003 wurde ihm der Nobelpreis für Literatur verliehen. Coetzee lebt seit 2002 in Australien.
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am 21. November 2008
Die alte, alleinstehende und in Kapstadt lebende Lehrerin Elizabeth Curren hat Krebs. Ihre Tochter ist bereits vor Jahren nach Amerika ausgewandert. Betreut wird sie von ihrer schwarzen Haushälterin Florence. Am gleichen Tag, als sie von ihrer Krankheit erfährt, entdeckt sie einen Obdachlosen auf ihrem Grundstück. Sie erlaubt ihm, in ihrem Schuppen zu wohnen. Damit beginnt eine Annäherung. Eine Schicksalsgemeinschaft. Sie beginnt einen Brief bzw. Tagebuch als Vermächtnis an ihre Tochter zu schreiben. Der Geist ihrer Seele so schreibt sie, soll über diesen Brief zu ihr gelangen. Der Obdachlose (Mr. Vercueil) soll ihn nachdem Elizabeth gestorben ist, an die Tochter schicken. Weil sie ihm aber nicht vertrauen kann, dass er ihn auch abschickt, ist es für sie: "eine Wette auf Vertrauen" und: "weil ich ihm nicht vertrauen kann, muss ich ihm vertrauen".

Eines Tages bringt die Haushälterin ihren halbwüchsigen Sohn, der im Township aufwächst, mit in das Haus. Dieser wiederum bringt einen Freund mit und eine Waffe, die sie im Haus versteckt halten. Es kommt zu Übergriffen der weißen Ordnungshüter auf die Jungen. Der Freund wird schwer verletzt, kommt ins Krankenhaus und der Sohn kehrt ins Township zurück. Dort wird er bei einem weiteren Übergriff auf die Unterkünfte schwarzer Widerstandskämpfer erschossen. Dies geschieht ausgerechnet, als Elizabeth mit ihrer Haushälterin dort hinfährt, damit diese ihren Sohn zur Besinnung bringen kann. Der Freund des Sohnes flüchtet aus dem Krankenhaus und kehrt in das Haus von Elizabeth zurück. Dort hält er immer noch die Waffe versteckt. Letztlich erschießt die Polizei bei der Erstürmung des Hauses auch ihn.

Die alte Frau mit ihrer Krebskrankheit ist eine Parabel auf den durch Apartheid geprägten Zustand Südafrikas während der Phase des permanenten Ausnahmezustands in den Jahren 1985 bis 1990. Am Ende ihres Lebens glaubt sie, dass im Körper durch die Anhäufung von Schande und Selbstekel dieser bösartig wird und sich selbst auffrisst. Deshalb der Krebs.

Coetzee gelingt es in diesem Roman auf ergreifende Weise den Zustand Südafrikas zu schildern. Zusammenhänge und Ursachen aufzuzeigen, die dieses Land in die Eisenzeit marschieren lässt (eine Zeitrechnung nach der Bronzezeit, in der der Mensch begann, Eisen für Waffen zu verwenden). Es ist auch eine Auseinandersetzung der alten Dame mit ihrem Leben, ihrer Schuld und Einsamkeit. Der Literaturprofessor Coetzee schreibt in einer schnörkellosen und unpathetischen Sprache die trotz vieler Anspielungen und Verweise auf Klassiker immer gut verständlich, spannend und kurzweilig ist. Dieses Buch berührt einen zutiefst und nachhaltig.
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Es ist die Zeit kurz vor dem Ende der Apartheid in Südafrika. Die Ereignisse werden von einer alten Frau wahrgenommen, die Krebs hat und ebenfalls ihr Ende erwartet. Sie ist eine ehemalige Professorin mit dem Spezialgebiet der römischen Antike, ihre Beobachtungen, Erlebnisse, Gedanken schreibt sie nieder in der Hoffnung, so noch mit der sehr geliebten, sehr entbehrten Tochter, (die in Amerika lebt), geistig-seelisch verbunden zu bleiben, ihr etwas von sich zu hinterlassen.

Die alte Frau wird von den Menschen in ihrer Umgebung kaum noch wahr-, geschweige denn ernstgenommen. Die Schwarzen wollen Rache, Rehabilitation, aber noch sitzen die Weißen bräsig in ihren Machtpositionen und unterdrücken gnadenlos jede verdächtige Freiheitsregung. Die Frau bietet mehreren Flüchtlingen Zuflucht in ihrem Haus, was danklos angenommen wird. Ihre Warnungen an zwei Jugendliche werden von diesen und ihren Angehörigen in den Wind geschlagen. Die Jungen werden brutal eliminiert, die Staatsmacht ignoriert die wütenden Proteste der alten Frau. Die brutale Selbstzufriedenheit der Weißen, die Verhärtung der Schwarzen machen für die Frau die "eiserne Zeit" der Gegenwart aus. Vercueil, - ein alter Obdachloser, dem sie ebenfalls Zuflucht gewährt - wirft ihr vor, ihm gegenüber schließlich ebenfalls "wie Eisen zu sein" (91).

Das stimmt allerdings nur insofern, als sie den Landstreicher zu mehr Selbstachtung und Rücksichtnahme anhalten will. Tatsächlich kommen die beiden sich immer näher. Mit ihm lässt sich zwar kaum reden, weil er selten seinen Mund auftut und überhaupt mürrisch seiner Wege geht. Aber in dem Maße, wie die Frau ihre Ohnmacht und schwindenden Kräfte empfindet und von ihren Schmerzen heimgesucht wird, sind er (und sein Hund) für sie auf eine elementare Weise anwesend und spenden durch ihre Gegenwart und gelegentliche Hilfeleistungen Trost.

Es wird deutlich, dass der alternde Coetzee sich in diesen beiden Figuren selbst spiegelt. Beide sind radikal auf ihr existentielles Minimum reduziert. Vercueil ist ohnehin schon "auf den Hund gekommen", betrachtet das Leben mit einem Achselzucken und lässt sich dorthin treiben, wo er überleben kann. Mit dem Landstreicher hat der Schriftsteller nicht nur äußere Züge gemeinsam (dürr, ausgetrocknet, zäh, Hundeliebhaber, Gleichgültigkeit den Formen des bürgerlichen Lebens gegenüber), sondern auch seine Wortkargheit. Kontrapunktisch lässt Coetzee die Frau unaufhörlich reden, denken, schreiben - wie er selbst als Schriftsteller es tun muss. Die alltäglichen Ereignisse werden in den Assoziationen der Frau, die auch ihren Bildungsstand offenbaren, ständig ausgeweitet, oft dämonisiert oder ins Mythologische gehoben. Vercueil selbst bekommt etwas "von diesen halb-mythischen Geschöpfen" (234), am Ende erscheint er fast wie ein Engel, der sie ins Totenreich führen wird. Und darüber hinaus setzt die Frau darauf, dass er ihr Manuskript nach ihrem Tod an ihre Tochter zur Post bringen wird.

So erlebt sie gerade in ihrem auf fast nichts reduzierten Zustand, wo sie sich fühlt wie "eine Frau in einem brennenden Haus, die von Fenster zu Fenster rennt und durch Gitterstäbe um Hilfe ruft"(225) so etwas wie Trost, Dankbarkeit dafür, noch am Leben zu sein und für etwas Hilfe, für die körperliche Gegenwart eines Mannes. Ebenso braucht er "die Hilfe, die nur eine Frau einem Mann geben kann... Er weiß nicht, wie man liebt..." (238).

Das Buch ist nicht nur bedeutsam wegen seiner Vergegenwärtigung Südafrikas in der letzten Phase der Apartheid, sondern es ist auch eine ergreifende Parabel über das Altern, das Verhältnis von Mann und Frau und darüber, was im Leben zählt.
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am 22. Oktober 2011
Die alte Ms Curren erfährt, daß sie Krebs hat und am gleichen Tag findet sie einen Landstreicher in ihrem Garten. Sie wirft ihn nicht hinaus, sondern bezahlt ihn für einfache Tätigkeiten, die er im Haus verrichtet und versucht ihn, zu bessern, also ihn vom Trinken und Herumlungern abzuhalten. Als der Sohn ihrer Haushälterin und sein Freund den Mann verprügeln, entwickelt Ms Curren positive Gefühle für ihn und bezieht ihn - unbewußt - mehr und mehr in ihr Leben ein. Dann wird der Sohn ihrer Haushälterin erschossen und dessen Freund in ihrem Haus von der Polizei gestellt und ebenfalls ermordet. Die alte Frau entwickelt daraufhin eine unglaubliche Energie, um die Morde anzuzeigen und gegen die alltägliche Gewalt, die auch vor Halbwüchsigen nicht halt macht, anzukämpfen.
Die Ich-Erzählerin schreibt dieses Buch als Brief an ihre Tochter, von der der Leser nicht mehr erfährt, als daß sie in die USA ausgewandert ist, dort geheiratet hat und Mutter von zwei Kindern ist. Es ist ein Buch ganz im Stil Coetzees, der seine Heimat Südafrika wieder einmal von seiner dunklen Seite zeigt. Wie in "Schande" und "Warten auf die Barbaren" geht es um Menschen, die sich in diesem Strudel der Gewalt irgendwie zurechtfinden müssen, die einerseits diesem Chaos teilnahmslos gegenüber stehen und sich dann wieder aufraffen, um etwas dagegen zu tun. Der Tumor in Ms Currens Körper ist eine Parabel auf das Krebsgeschwür der Gewalt in Südafrika. Der Landstreicher wird in Ms Currens Kampf mehr und mehr zu einem Teil ihres Leben, dem sie zwar nicht wirklich vertraut, den sie aber auch nicht weglassen will. Ein großes kleines Buch!
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am 5. August 2014
..erklärt Elizabeth Curren Mr. Vercueil, ein Obdachloser mit seinem Hund, der bei ihr ein Unterkommen gefunden hat, der ihr umso unentbehrlicher wird je weiter der Krebs ihren Körper zerfrisst. Seit ihr Arzt ihr eröffnet hat ihre Krebserkrankung trete in die letale Phase ein, schreibt sie als Vermächtnis für ihre Tochter, die in Amerika lebt, ein Tagebuch.

Elizabeth Curren lebt seit Jahren allein in ihrem Hause am Rande von Kapstadt, betreut von der schwarzen Hausangestellten Florence. Als Florence’s halbwüchsiger Sohn durch weisse Ordnungskräfte ums Leben kommt ergreift sie Partei für die Schwarzen die bloss weil sie für ihre Lebensrechte kämpfen, wie Verbrecher verfolgt werden.
Sie hat sich als aufgeklärt und tolerant empfunden. Nun, da sich die Spirale der Gewalt schneller dreht, erkennt sie wie sehr Hass und Unmenschlichkeit sich zersetzend auf das gesellschafltiche Klima auswirken.

Ein anrührender Roman einer seltsamen Schicksalsgemeinschaft die im Südafrika der Apartheid soziale und politische Gegensätze überwindet.
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am 12. September 2012
Die Ich-Erzählerin hat Krebs und erzählt in Tagebuchform ihren Krankheitsverlauf und ihr Leben. Sie lebt als weiße Frau wohlsituiert und alleine in Südafrika. Dieses Tagebuch schreibt sie für ihre Tochter, die seit Jahren in Amerika wohnt.
Es entwickelt sich eine "Zweck"beziehung zu einem "Landstreicher" und seinem Hund und sie hat eine sehr nahe Beziehung zu ihrer schwarzen Haushälterin, die große Sorge um ihren jugendlichen Sohn hat.

Ihre Erlebnisse gehen unter die Haut. Menschen und Situationen werden sehr eindringlich beschrieben und verschiedene Aspekte beleuchtet: Rassismus, Alleinsein, Vertrauen, Trost ...

Bemerkenswerte Sätze:

"Ich beginne die wahre Bedeutung der Umarmung zu verstehen. Wir umarmen, um selber umarmt zu werden." Seite 11

"Schlau war der Tod, als er für seinen ersten Speer meine Brust als Ziel wählte." Seite 14

"Zu leben, sagte Marcus Aurelius, erfordert die Kunst des Ringers, nicht des Tänzers. Auf den Beinen zu bleiben, ist alles; zierliche Schritte sind nicht nötig." Seite 160

5 Sterne
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am 14. Januar 2003
Coetzee dürfte der hier wohl populärste südafrikanische Schriftsteller sein. Seinen guten Ruf hat er sich mit dem hervorragenden Roman „Schande" auch redlich verdient. „Eiserne Zeit" kommt meiner Meinung nach nicht ganz an die Qualität seines bekanntesten Romans heran.
Geschildert wird die Schicksalsgemeinschaft einer reichen -aber schwer krebskranken- weißen Frau (Mrs. Curren) und einem schwarzen Obdachlosen (Mr. Vercueil), der sich bei ihr einnistet zu Zeiten der Apartheid. Obwohl das Verhältnis zunächst von erheblichen Spannungen gekennzeichnet ist, erkennt Mrs. Curren schnell, was ihr im verbleibenden Leben noch wirklich wichtig ist. Sie ergreift Partei für die Schwarzen ihres Townships.
Coetzee gelingt es hierbei Thema Rassismus in dem Verhältnis der beiden Hauptpersonen zu verarbeiten und zu konzentrieren und schweift nicht in eine allgemeine Betrachtung dieses Problems ab. Wie auch in „Schande" schreckt er auch hier vor Gewaltdarstellungen nicht zurück, die eine Leserin/einen Leser ohnmächtig dastehen lassen.
Ein empfehlenswertes Buch. Da ich die Richterskala aber relativ streng auslege (und andere Autoren bevorzuge) „nur" 3 sehr dicke Punkte.
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