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Kundenrezensionen

4,7 von 5 Sternen
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am 30. Dezember 2013
Wer Heidegger jemals gelesen hat, weiß, dass er das Gehirn zum Glühen bringt - so unverständlich und frustrierend ist es oft, das man aufgeben will: Muss man das so kompliziert sagen? Aber Heideger bewegt sich auf den Grenzen der Sprache und Rüdiger Safranski lüftet das Dunkel. Ich habe während meines Philosophie-Studiums viele Bücher zu Heidegger gelesen und mich durch Sein & Zeit gekämpft - Safranskis Buch ist eines der verständlichsten und großartigsten und einer meiner Germanistik-Professoren sagte mir einmal ganz ehrlich, erst nach Safranskis Buch habe er das Gefühl, Heidegger verstanden zu haben. Safranski gelingt es in dem Buch wie so oft, wie eigentlich in allen seinen Büchern, den Geist der Portraitierten durchschaubar zu machen und - ganz nebenbei - eine ganze Zeit und Epoche lebendig zu machen. Danke, Rüdiger Safranski, dass Sie so großartige Bücher schreiben!
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am 4. September 2016
Von einem, der auszog, den Glauben wissenschaftlich zu begründen...
und den Himmel leer fand.

Doch der Reihe nach: Heidegger, der Meßdiener aus Meßkirch im Schwarzwald, der fast dem Jesuitenorden beigetreten wäre, bricht sein Theologiestudium ab, weil es mehr Fragen aufwirft als beantwortet. Vor allem liefert es keine Antwort auf die Frage nach dem Jenseits. Gibt es ein Leben nach dem Tod? Gibt es absolute Wahrheiten, gibt es vom Menschen unabhängige sittliche Gesetze?

Antwort auf diese Fragen will er in der Philosophie finden. Er bricht sein Theologiestudium ab . Will Lehrer werden, vor allem aus wirtschaftlichen Erwägungen. Von seinen Studienfächern, Philosophie, Physik und Mathematik, erwartet er eine wissenschaftliche Begründung der Theologie.

Doch auch die Philosophie und die Naturwissenschaften helfen nicht weiter. Er entdeckt auch hier unreflektierte metaphysische Prämissen. Wichtige Anregung liefert die Auseinandersetzung vor allem mit Husserl, dem Phänomenologen und mit Dilthey, der den historischen Aspekt aller Wahrnehmungen hervorhebt.
Heideggers Philosophie, das ist kein geschlossenes philosophisches System.
„Das Fragen war Heideggers Leidenschaft, nicht das Antworten.“ Er fragte nach dem Sein. „Der Sinn dieser Frage ist kein anderer, als dem Leben das Geheimnis, das in der Moderne zu verschwinden droht, wieder zurückzugeben.“ Dieses Geheimnis sah er wohl aufgehoben im Leben seiner Kindheit im ländlich katholischen Milieu. Bei aller theoretischen Distanzierung wird er im späteren Leben versuchen daran festzuhalten. Indem er immer wieder die katholische Messe in Meßkirch besucht, indem er sich zum kreativen Arbeiten in die Einsamkeit seiner Hütte in Todnauberg zurückzieht.

1927 erscheint „Sein und Zeit“, die Essenz seiner Auseinandersetzungen mit der Theologie und den geisteswissenschaftlichen Strömungen des frühen 20. Jahrhunderts. „Sein und Zeit“ wird ein Meilenstein der Philosophie im 20. Jahrhundert, weit über Deutschland hinaus. „Sein und Zeit“ hat Sartre beim Entwurf seiner Existentialphilosophie den wesentlichen Impuls gegeben.

Safranski ist es gelungen zu zeigen, wie der Schwarzwaldbube Martin Heidegger, Sohn eines Handwerkers, zum Meisterdenker weit über die deutschen Grenzen hinaus werden konnte. Dabei skizziert er das soziale Umfeld, das katholische Milieu, die historischen Verhältnisse und die philosophischen Strömungen des frühen 20. Jahrhunderts. Alles Gegebenheiten, die Heidegger vorfand, Gegebenheiten, unter denen er sein Leben gestalten musste.
Das Ganze ist gut lesbar und lässt Zusammenhänge deutlich werden. Safranski wertet nicht, er liefert Fakten, beschreibt und lässt die Dinge für sich sprechen. Manchmal spürt man leise ironische Distanz. Vor allem bei der Frage nach Heideggers Wirken als Rektor der Freiburger Universität, der Frage, wie Heidegger, der Sohn tiefgläubiger Eltern und Philosoph mit theologischer Vorbildung in die NSDAP eintreten konnte.

Schon der Titel verweist auf diesen dunklen Punkt in der Heidegger- Biographie. „Ein Meister in Deutschland“, der assoziative Anklang an den in Paul Celans „Todesfuge“ refrainartig wiederholten Satz: „der Tod ist ein Meister in Deutschland.“
Selbst Celan, der den Holocaust schwer traumatisiert überlebt hat, ist vom Werk und der Person Heideggers beeindruckt und wird trotz aller Vorbehalte Heidegger in seiner Hütte in Todnauberg besuchen.

Safranskis Antwort auf die Frage, warum Heidegger sich vom Nationalsozialismus beeindrucken ließ: „Wer (wie Heidegger) die großen Dinge denkt, kann leicht in Versuchung geraten, sich selbst für ein großes Ereignis zu halten; er will dem Sein entsprechen und achtet darauf, wie er in der Geschichte vorkommt, nicht aber, wie er sich selbst vorkommt. ... Da gibt es eine mangelnde Bekanntschaft mit sich selbst, mit den eigenen zeitbedingten Widersprüchen, biographischen Zufallsprägungen und Idiosynkrasien. Wer mit seinem kontingenten Selbst bekannt ist, neigt weniger dazu, sich mit den Helden seines denkenden Selbst zu verwechseln und die eigenen kleinen Geschichten in der großen Geschichte untergehen zu lassen. Mit einem Wort: Die Bekanntschaft mit sich selbst schützt vor den Verführungen durch die Macht.“ S. 484
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am 12. April 2000
Bereits der Titel des vorliegenden Buches von Safranski ist eine aufs äußerste verdichtete Zusammenfassung des inhaltlichen Programms der über 500 Seiten starken Heidegger-Biographie. Beim "Meister aus Deutschland" konnotieren gleichzeitig Paul Celans Todesfuge als auch der grosse deutsche Mystiker Meister Eckehard. In der Tat gelingt es Safranski, das Thema "Heidegger" von allen Seiten zu beleuchten ohne dabei in die Politisierungsfalle zu gehen, wie dies viele andere Bücher zu diesem Thema tun. So wird ein Martin Heidegger sichtbar, der eben zugleich in das NS-Regime verstrickt, aber auch einer der grössten Philosophen des 20. Jahrhunderts war. Das Buch bietet aber nicht nur eine wirklich gute biographische Darstellung, sondern ermöglicht auch einen tiefen Einblick in die Denkwelt Heideggers sowie deren Entwicklung in der Zeit. Besonders vor dem Hintergrund der starken aktuellen Popularität von Zen kann der Leser erfahren, wie ähnliche Ideen und Konzepte auch im Westen bereits erdacht wurden. Insgesamt ein sehr empfehlenswertes Lesevergnügen.
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am 12. März 2001
Rüdiger Safranski muß man nicht live oder in einem Interview erleben. Für dieses Medium sind andere besser geeignet. Aber! Wer ist wie Safranski dazu fähig, einen nicht ganz leicht zugänglichen Philosophen wie Heidegger so darzustellen, daß man nicht nur einen lebendigen Eindruck erhält, sondern sich fühlt, als würde man zum Weggefährten auf einer atemberaubenden Wanderung. In gewissen Sinne also beste sokratische "Hebammenkunst". Safranskis Werk "Schopenhauer und die wilden Jahre der Philosophie" war erhebend. Der "Meister aus Deutschland" ist ein Meisterwerk. Dieses Buch gehört ganz zweifellos zu meiner "Inselliste" der drei Bücher, die man auf ein Eiland mitnehmen würde.
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am 19. März 2003
Wahrlich gut hineingespürt hat sich Rüdiger Safranski in seine Heidegger-Biographie. Noch mehr als bei seinen Nietzsche- und Schopenhauer-Biograpien ist der Leser "mit dabei" - man fühlt sich von Seite zu Seite mehr ein und kann endlich etwas zu Fassen kriegen von diesem Philosophen des 20.Jahrhunderts, dem man sich sonst so schwer geistig nähern konnte. Ein lohnenswerter Einstieg in Heideggers Welt.
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HALL OF FAMEam 19. Oktober 2002
Liest man aufmerksam das Buch Rüdiger Safranskis zu Heidegger, entdeckt man manch Fragwürdiges an diesem zwar völlig humorlosen, aber vielleicht dennoch berühmtesten deutsch-sprachigen Denker. Fragwürdig nicht nur, dass er allzu mitgerissen auf die Aufbruchsstimmung des 1000jährigen Reiches reagierte - Safranski stellt auch detailgenau dar, wie Heidegger versuchte, während der Nazizeit die ganze deutsche Hochschullehrerschaft unter seine zensierende Kontrolle zu bringen. "Heideggers Denkungsart, die mir ihrem Wesen nach unfrei, diktatorisch, communikationslos erscheint, wäre heute in der Lehrwirkung verhängnisvoll," - so quittierte denn auch laut Safranski der Philosoph Karl Jaspers in einem Entnazifierungsgutachten des Jahres 1945 das mehr als peinliche Engagement. Heideggers Berufskollegen Edmund Husserl, Edith Stein, Elisabeth Blochmann oder seine Ex-Geliebte Hannah Arendt - sie zeigten sich tief entsetzt über die Korrumpierbarkeit Heideggers. Man muss Safranski übrigens zugute halten, dass er nicht nur Aspekte des Heideggerschen Charakters und einer gewissen Zickzack-Biographie herausschält, sondern dass er auch mit sehr viel Einfühlungsvermögen nachvollziehen lässt, wieso sich Heidegger vom Katholizismus abwandte (nach mehreren Demütigungserlebnissen) - und sich dem religionskritischen Nationalsozialismus zuwandte. Rüdiger Safranskis Buch-Titel-Idee für seine Heidegger-Biografie "Ein Meister aus Deutschland" klingt natürlich unüberhörbar an Celans "Todesfuge" an, die das Konzentrationslager mit der ewig wiederholten Zeile "ein Meister aus Deutschland" unvergessen machte... Trotz aller, heutzutage völlig unakzeptierbarer Manöver, die uns bei der Betrachtung dieses damals entschlossen-nationalstolzen Philosophen begegnen, - trotz allem versucht Safranski zu beschreiben, wo die Bedeutsamkeit dieses andernorts wiederum enthusiastisch als wichtigsten Existenz-Philosophen gefeierten Heidegger liegen könnte. Für den Einsteiger sind Heideggers Originalschriften wegen der dort entwickelten eigenbrötlerischen Sondersprache wenig zu empfehlen. In Safranskis Überblick jedoch erschließen sich die durchaus vernünftigen Grundgedanken Heideggers zügig: Die "Zeitlichkeit" des Menschen als seine Grundbefindlichkeit wird gut in den Blick gerückt, dass Angst und Zweifel, Langeweile und Sinnlosigkeitserlebnisse als Erkenntnis-Anstöße zu produktiven Lebensstil-Wechseln avancieren können, wird einleuchtend, Heideggers Sondersprache in Normalausdrücke übersetzend, dargestellt. Resümee: Safranskis Buch, es lohnt sich zu lesen - damit man genau weiß, wovon man so häufig doch spricht ...
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am 15. Juni 2015
Safranski weiß, wie man ein gutes, literarisch ansprechendes Buch schreibt. Das Buch ist einfach wunderbar leicht-locker und genussvoll zu lesen. Eine echte Seltenheit: Safranski beweist, dass auch schwierige, wissenschaftliche Themen ansprechend verfasst werden können. Wer sich für Heidegger interessiert, macht mit diesem Buch nichts verkehrt!
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am 16. Oktober 2009
Rüdiger Safranski schafft zwei Dinge auf einmal. Er öffnet einen wunderbar einfachen Zugang in die sonst schwer zu erreichende und faszinierende Gedankenwelt und Sprache Heideggers, seiner Vorläufer, Anhänger und Widersacher. Das Werk ist somit nicht nur nebenbei eine gute Einführung in wesentliche geistesgeschichtliche Strömungen des 19. und 20. Jahrhunderts. Gleichzeitig werden die Fakten und widerwärtigen Verstrickungen der Person in vorher nicht gesehener Vollständigkeit reportiert ohne Weglassungen und Beschönigungen.
Dass beides Raum hat und der eine den anderen Teil nicht zerstört, zeigt die hohe Meisterschaft Safranskis. Ein genussvolles Bildungserlebnis!
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am 3. Mai 2014
Ein zu ambitioniertes Buch -- es will Biographie Heideggers sein, will Einführung in sein Denken sein, will Darstellung seiner Zeit sein und das alles auf kaum 500 Seiten. Klarerweise kann hier keine Tiefe geboten werden!
Safranskis Zugang ist aber nicht bloß verkürzend - was bei einer Überblicksdarstellung unvermeidlich wäre - sondern auch verzerrend: Sein und Zeit wird als triviales ethisches Werk gelesen, die Beiträge zur Philosophie mehr belächelt als besprochen. Zweifellos erspart dies die Mühe einer ernsthaften Auseinandersetzung, wird Heidegger aber nicht im Ansatz gerecht...
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am 31. Januar 2014
Safranski stellt uns Heidegger im Leben und im Denken vor wie kein anderer. Packende Einführung in Heidegger, endlich, nachdem die 68er den großen Philosophen gemieden hatten wie die Pest. Safranski stellt alle Tatsachen und Vorgänge im Leben Heidehggers ganz unaufgeregt und sachlich-kritisch dar, so daß man sich selbst ein Bild vom großen Philosophen machen kann. Meistlich geschrieben, kenntnisreich und gerecht.
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