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Kundenrezensionen

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am 15. November 1999
Günther de Bruyns zweiter autobiographischer Band "Vierzig Jahre" fasziniert durch seine sehr ehrliche und schnörkellose Art, sein Leben in der DDR zu schildern. Es entstand, nachdem er Einsicht in seine Stasiakten nehmen konnte, die ihm in bitterster Weise sein Verhalten und Wirken aus DDR-Sicht bezeugen. Es scheint, als hätte de Bruyn nach der Stasi-Lektüre eine Auseinandersetzung mit sich selbst gesucht und beschlossen, dies in dem zweiten Lebensbericht zu versuchen. Er kannte Autoren, die in den Westen geflüchtet sind - er selbst hätte durch genehmigte Reisen viele Möglichkeiten dazu gehabt, ist jedoch in der DDR geblieben und sucht nach Antworten hierfür. Spannend geschildert ist sein erstes Verhalten des bloss nicht Auffallenwollens bis hin zur Erkenntnis, dass es Mittel und Wege gibt, sich das herrschende System zunutze zu machen für eigene Interessen und das alte Regime mit den eigenen Waffen zu schlagen. De Bruyn ist in der literarischen Runde um Christa Wolff um eine Veränderung im Staat bemüht und war nicht euphorisch, als die Wende dann plötzlich da war. Als "Wessi" ist es sehr spannend, de Bruyns Sichtweise kennenzulernen und das DDR-Leben besser kennenzulernen und nicht pauschal zu verurteilen.
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TOP 1000 REZENSENTam 1. November 2016
Literaturkritik: Günter de Bruyn, 1926 in Berlin geboren, lebt seit 1961 als freier Schriftsteller in Berlin und in einem märkischen Dorf. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen.
Günther de Bruyns - "Vierzig Jahre" - ist ein Treffer dank seiner offenen und aufrichtigen Bilanz seines Überlebens in der DDR .Er nahm diese erst vor, nachdem er sich genauestens darüber informiert hat,was bei Horch und Guck über ihn in den Akten steht..Es kommt ihm zugute,dass er seine Bilanz dadurch untermauern kann.Viele andere politisch Verfolgte haben diese Möglichkeit nicht.Günter de Bruyn setzt sich mit dem Thema Stasi auseinander .Was ihn von anderen unterscheidet ist: -viele mussten das Land DDR-verlassen..Er selbst hatte das Privileg, reisen zu dürfen
in den Westen.Warum dies möglich war,dass weiß Günter de Bruyn nur ganz allein. Vielleicht waren einige gegangen worden ,es mussten noch so viele gehen,es sind schon viel zu viele gegangen,nun bloß nicht auch noch ich. Günter de Bruyn gehörte wohl zu denen ,die sich sagten,wir bleiben hier.Vor allem schildert Günter de Bruyn seine Begegnungen mit Christa Wolf,Wolf Biermann,Heinrich Böll. So auch mit Hermann Kant und Klaus Höpke. Günter de Bruyn ist ein aufrechter und ehrlicher Mensch.Wer kann das schon von sich sagen, der in der Diktatur der DDR leben musste? Es sind nur sehr,sehr wenige. Nur ein Beispiel (99% gingen in der DDR zur Wahl und falteten Wahlzettel-war das aufrichtig und ehrlich.?)
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am 17. Februar 2003
Eine gute Beschreibung der (Literatur) Verhältnisse in der entstehenden und entstandenen DDR. Mit diesen Informationen und dem Wissen um die Bitterfelder Konferenz um 1959 sind die in der DDR veröffentlichten Bücher unter einem ganz anderen Auge zu betrachten. Bei den Informationen über Christa Wolf könnte auch Ihre IM Tätigkeit bis zur Ausbürgerung von W. Biermann erwähnt werden. Da ich mich mit der Gründung der DDR und Ihren Folgen auf das Individuum nie befasst habe, fand ich die Beschreibungen nachvollziehbar, nachfühlbar und dadurch erschreckend. Ein tolles Buch - das ich nur empfehlen kann!
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am 12. Juni 2016
Ein stilles, eindrucksvolles Buch über einen DDR Schriftsteller, der im Regime mit sich ringt, sich nicht anpassen zu müssen. Verständlich insbesondere für Leser, die in der DDR selbst leben mussten! Günter de Bruyn kommt dabei ehrlich rüber ! Vermisst habe ich aber etwas persönliches, warum seine Ehen gescheitert sind !
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Dies will eine politische Biografie sein. Sie zeigt den Autor in den 40 DDR-Jahren – wie er es selbst ausdrückt – in der Spannung zwischen "Mitlaufen und Distanzhalten" (204). Entsprechend ist der Blick verengt auf de Bruyns berufliche Tätigkeiten und Schwierigkeiten mit den Machthabern, zunächst als wissenschaftlicher Bibliothekar, sodann in seinen Versuchen, Schriftsteller zu werden und schließlich zunehmend in öffentlichen Funktionen entsprechend der Zunahme seiner Bedeutung. Und insofern ist die Lektüre streckenweise ziemlich trocken. Dennoch ist es unvermeidlich, dass er auch als Person allmählich Kontur annimmt, obwohl er den ganzen persönlichen Bereich – z.B. Beziehung zu Frauen – nur ganz diskret gelegentlich andeutet.

Bemerkenswert scheinen mir nicht die Fälle von "Mitlaufen" zu sein, die er skrupulös beichtet, sondern eher das "Distanzhalten", das sich von Anfang an zeigt. Vielleicht lag es in seiner Person, vielleicht an einer gewissen Orientierungslosigkeit in seinen jungen Jahren, dass er sich im Wesentlichen immer unsichtbar zu machen versuchte. Er war sehr schüchtern und introvertiert, litt stark an Selbstzweifeln und zog es stets vor, sich im Hintergrund zu halten, widerstand aber allen Versuchen, sich zum Eintreten in die Partei bewegen zu lassen. An den Sozialismus scheint er nie geglaubt zu haben, so dass er sich geradezu gerührt zeigte, als er in dem Kreis um Christa Wolf irgendwann auch Leute kennen lernte, denen der Sozialismus wirklich am Herzen lag, die aber nicht die Augen vor den Missständen verschlossen. Als er Wolf Biermann kennen lernt, schreibt er: "Sein idealkommunistisches Credo machte mich seiner Naivität wegen verlegen." (208). Dennoch bewundert er ihn und unterschreibt den Protest nach Biermanns Ausbürgerung. Im Übrigen ist er in seinen Urteilen über Menschen immer sehr zurückhaltend und fair.

Bleibt die Frage, die ihn selbst auch immer wieder bewegt, warum er die vielen Gelegenheiten zur Flucht in den Westen nicht nutzte. Es scheint eine Art "Bodenhaftung" (261) gewesen zu sein, die ihn dort hielt. Ein nahezu groteskes Zwischenspiel ist z.B. sein Versuch, sich nach dem Vorbild "Walden" in die Natureinsamkeit zu verkriechen. Er richtet eine uralte Bauernkate wieder her, lässt sich drei bissige und unwillfährige Pferde andrehen und vergeudet sein Geld und seine Kräfte an diesem Projekt, bis er die Rösser endlich wieder loswird und bei der Gelegenheit feststellt, dass er bei ihrem Kauf auch noch kräftig übers Ohr gehauen wurde. Er liebte seine Heimat, die er immer wieder erwanderte und über die er später auch schrieb. Er hing an den Leuten und besonders an seiner Mutter, um die er sich kümmerte, als sie in die Demenz abdriftete. Aber auch in der Liebe zur Mutter zeigt sich, dass de Bruyn immer fremd und auf sich gestellt blieb: Die einfache Frau konnte ihn in seiner schriftstellerischen Arbeit und in den geistigen Positionen, die für ihn essentiell wichtig waren, nicht verstehen. Umso erstaunlicher bleibt die Zähigkeit, mit der er sich allmählich in ständiger Auseinandersetzung mit der Zensurbehörde zu einem Autor entwickelte, der schließlich immer direkter sagen konnte, was er wollte und wegen seiner zunehmenden Bekanntheit auch nicht mehr mundtot gemacht werden konnte.

Die Lektüre ist für diejenigen, die sich in der politisch trostlosen Landschaft jener Jahre bereits auskennen, vermutlich sehr viel interessanter als für diejenigen, die nur ein anregendes Buch über die 40 Jahre DDR lesen möchten.
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am 1. Dezember 2014
Vierzig Jahre hat Günter de Bryun in der DDR gelebt, Offen, uneitel und gewissenharft berichtet er
in diesem Buch vom Leben eines Bürgers in diesem diktatorischen Staat.
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am 12. Januar 2013
Die Aufzeichnungen und nachträglichen Reflexionen über über Erfolge, Freuden, Zwänge und Wut in
der DDR kann ich sehr gut nachvollziehen.
Die Zwiespältigkeit zwischen privater Meinung und gesellschaftlich verordneter Sprachregelung werden sehr gut dargestellt.
Die Lektüre dieses Buches zeigt welch hohes Gut die Meinungsfreiheit in der Kunst und der Gesellschaft ist.
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am 8. Februar 2014
Interessante, aufschlussreiche Lebensbeschreibung. Viele wissenswerte
Details werden vermittelt. Anschauliche Darstellung. Der Verfasser enttäuscht
nicht. Sehr anregende Lektüre.
Ohne Einschränkung: Empfehlenswert.
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am 6. Dezember 2015
Ein Buch, mit welchem der Autor fertig werden wollte...

Die ehrenwerte Selbsterforschung eines katholischen Bürgers in einem totalitären Arbeiter, Bauern- und Bonzenstaat.

Inhaltlich sehr interessant.

Sprachlich leider ein grotesker Kontrast zu den Ausdrucksmöglichkeiten des Autors. Günter de Bruyn ein Da-Da-ist! Auf 265 Seiten übersteigen 213 x „da“, 168 x „doch“, 106 x „denn“ das Maß des Erträglichen. Der Mustersatz auf Seite 225: „Denn ich bemühte mich zwar, ihn komisch zu finden, doch mußte die Mühe vergeblich bleiben, da er mir, wie alle fanatischen und damit humorlosen Leute, unheimlich erschien.“

...nach 40 Jahren des Beobachtens und Nachdenkens in der DDR hätte er sich besser mehr Zeit gelassen, seine Erfahrungen auf dem Papier reifen zu lassen.
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am 17. Mai 2016
Sehr preiswert. Literarisch wertvoll, weil es DDR-Zeit aus erster Hand überzeugend schildert. Der Autor ein ganz Grosser der deutschen Literatur
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