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Kundenrezensionen

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am 21. November 1999
Selten habe ich ein Buch so begeistert gelesen, so verschlungen wie „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins", zum einen fast Poesie, eine wunderschöne Sprache, die Raum für so viele eigene Gedanken läßt, zum anderen diese schöne, tragische, wunderbare Liebesgeschichte zwischen den beiden Tschechen Tomas und Teresa, die in den Wirren von Prager Frühling und Sowjetischer Armee in den Westen flüchten und deren Liebe immer wieder auf die Probe gestellt, unterbrochen wird bis sie letztendlich fast zerbricht um noch stärker zu werden. Das Buch hat zurecht in der ganzen Welt für Aufregung gesorgt denn es spricht völlig frei von Liebe und Sexualität ohne irgendwie peinlich zu wirken. Erstaunlich aber wahr, ich habe dieses Buch gerade nach 6 Jahren noch mal gelesen und ich finde es noch besser, weil so viel darin steckt, daß man das beim ersten Lesen gar nicht erkennen kann. Allein für die Sprache, die so poetisch und leicht übers Papier geflogen kommt hat dieses Buch fünf Sterne verdient, und dann noch die Geschichte! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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"Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins", 1984 in Frankreich erschienen, führte dazu, dass der tschechische Autor Milan Kundera weltweit bekannt wurde. Bereits der Titel mit seinem Widerspruch in dem Begriff "unerträgliche Leichtigkeit" deutet daraufhin, dass es sich um einen philosophischen Roman handelt. Aber das ist nur eine Facette dieses Werkes. Auf der Handlungsebene geht es um Liebesbeziehungen vor dem Hintergrund des Kalten Krieges. Damit ist es gleichzeitig ein politischer bzw. gesellschaftskritischer Roman.

Die Verhältnisse sind geprägt von Liebe und Untreue, von Freiheit und Abhängigkeit, von Dominanz und Unterordnung und von Leichtigkeit und Schwere. Das erste Paar besteht aus dem Chirurgen Tomas und der Kellnerin Teresa und das zweite Paar aus der Malerin Sabina und dem Dozenten Franz. Aber auch Tomas und Sabina kennen sich näher. Das Beziehungsgeflecht ist vielfältig und die Wünsche und Vorstellungen unterschiedlich. Es ist ein anspruchsvoller Roman, in den man sich vertiefen und verlieren kann.

Kundera wechselt häufiger die Erzählebenen, mal befindet er sich dozierend auf einer Metaebene und mal mitten in der Geschichte. Der Aufbau ist nicht chronologisch, Retrospektiven sind eingeflochten, Träume spielen eine große Rolle, aber auch ein kleiner Hund namens Karenin. Der Kalte Krieg beeinflusst das Leben und drückt auf die Atmosphäre im Prag der 1960er und 1970er Jahre. Das Ende ist tragisch, trotzdem ist der Roman erfrischend anders und damit lesenswert.
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am 3. Februar 2013
Die Leichtigkeit als eine der Hauptcharaktereigenschaften der Grazien, diese ordnete schon Friedrich Schiller (1759-1805) den allgemeinen Gefühlen der Menschen zu. [In "Über Anmut und Würde", 1793]. Doch wenn du verlassen wirst, dich vielleicht auch nur so fühlst, verlassen und betrogen, verlassen von der Heimat, die du verlassen musstest, die dich nicht mehr in ihren Armen halten möchte, betrogen vom geliebten Freund, der neben dir auch andere in seinen Armen halten möchte, dann kann die Leichtigkeit des Herzens, der Gefühle, der Sinne, auch schon mal unerträglich werden. Sie treibt dich in "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins".

Dieses Thema griff Milan Kundera, unser großer Meister philosophischen Erzählens, in seinem 1984 im französischen Exil erschienenen Roman auf und machte es zum Gegenstand von Denken, Empfinden und getriebenem Treiben.

Im Mittelpunkt steht Teresa. Im Fächer der Möglichkeiten ist sie einfach und vielfach. Ein argloses Mädchen, in ihrem intellektuellen Facettenreichtum und ihrem kreativen Potenzial doch ein tiefsinniger Mensch. Kellnerin und Fotografin. Eine freiwillig Leidende.

Teresa lernt kennen und lieben: Tomas, den Arzt aus Prag. Tomas, ein notorischer Seitenspringer, verliebt sich nicht minder in Teresa. Sie heiraten. Doch von den Seitensprüngen kommt er nicht weg. "Er hatte sechzehn Stunden für sich allein, und das war ein Freiraum, der sich ihm unerwartet eröffnet hatte. Freiraum bedeutete für ihn seit frühester Jugend: Frauen."

Dann wäre da noch: Sabina. Bevorzugtes Objekt der Begierden Tomas'. Später: Begierde des Objektivs von Teresas Fotokamera. Tänzerin, Model, Frau.

"Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" ist gut hin der Roman des Prager Frühlings. Des kurzen Traums von Freiheit. Ein Frühling, ein Frühsommer, Jahreszeiten gefühlter politischer Freiräume, die sich dem tschechischen Volk in jenen Tagen von 1968 für wenige Wochen und Monate als Dauerillusionen hingaben. Ein falscher Traum jedoch, der nach wie vor eingebettet war in dem System sowjetischer Macht- und Unterdrückungsmechanismen.

Die Liebesgeschichte: Tomas "empfand damals eine unerklärliche Liebe für dieses Mädchen, das er kaum kannte; sie kam ihm vor wie ein Kind, das jemand in ein pechbestrichenes Körbchen gelegt und auf dem Fluss ausgesetzt hatte, damit er es am Ufer seines Bettes barg."

Der Fluss: das ist die Moldau. - Milan Kundera entführt uns ins Dämmerlicht des grauen Prags, der Stadt, die trotz der Gräulichkeit sich selbst sowie dem Schein ihres Attributs, die Goldene Stadt zu sein, eine aufhellende Wirkung verleiht. Lesen wir von Teresa, wie sie am Ufer der Moldau steht um sich die Wellen anzuschauen, "weil der Blick auf fließendes Wasser beruhigt und heilt. Hunderte von Jahren fließt der Fluss dahin, und die Geschicke der Menschen spielen sich an seinen Ufern ab, um morgen schon wieder vergessen zu sein, während der Fluss weiterfließt." Lesen wir diese Sätze, dann kommen wir nicht umhin Smetana zu hören, irgendwo ins uns darinnen. "Sie", Teresa, "lehnte sich ans Geländer und schaute hinunter. Es war am Rande von Prag. Die Moldau hatte die Stadt bereits durchflossen und den Glanz des Hradschin und der Kirchen hinter sich gelassen. Die Moldau war wie eine Schauspielerin nach der Vorstellung, müde und gedankenverloren."

Prag während des Kalten Kriegs. Liebe in Zeiten der Veränderungen. Eifersucht in Zeiten der Liebe. Frühling. Sommer. Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes. Russische Panzer in Prag. Flucht in die Schweiz. Unerträgliche Leichtigkeit des Seins. Rückkehr nach Prag. Repressionen. Arbeitsplatzverlust. Flucht aufs Land. Verkehrsunfall. Stationen zweier Farbtupfer im Lande Kafka.

Im Gegensatz zu Franz Kafka gibt Milan Kundera - der hier und da sogar den kafka'schen Abkürzungsfimmel übernimmt: "... der sehr begabte junge Arzt S." - Hoffnung. Auch wenn diese bekanntermaßen, so auch hier, zuletzt stirbt. Viel zu jung, würde man sagen ...

Karel Gott kommt in dem Roman nicht vor. Gott sei Dank, ist man geneigt zu sagen. Doch wenn Kundera schreibt, wenn Teresa träumt, ist man sogar der Stimmung tschechischer Schlagerwelten zugetan. "... von Zeit zu Zeit wird aus ihrem Innersten ein lächerlich sentimentales Lied in die unerträgliche Leichtigkeit des Seins klingen, ein Lied von zwei erleuchteten Fenstern, hinter denen eine glückliche Familie lebt."

Milan Kundera, der Philosoph, schreibt eine Geschichte von ewiger Wiederkehr. Vom "Gegensatz von leicht und schwer", von dem er sicher ist, das "ist der geheimnisvollste aller Gegensätze". - Über die Liebe und den Schlaf erfahren wir, "das Ziel des Liebesaktes lag für sie nicht so sehr in der Lust als vielmehr im nachfolgenden Schlaf." Denn "Der gemeinsame Schlaf ist das corpus delicti der Liebe." Und: "Mit einer Frau schlafen und mit einer Frau einschlafen sind nicht nur zwei verschiedene, sondern geradezu gegensätzliche Leidenschaften." Er und sie kommen zu Wort. Der Schlaf als Metapher der Liebe. Obwohl: "Mit Metaphern spielt man nicht. Die Liebe kann aus einer einzigen Metapher geboren werden."

Was vom Tage übrig blieb war die gelungene Verfilmung aus dem Jahre 1988, mit Daniel Day-Lewis und der exzellenten Darstellung der Teresa einer unschuldigen und wunderschönen Juliette Binoche.

Es werden, so Milan Kundera, "Romanpersonen nicht wie lebendige Menschen aus einem Mutterleib, sondern aus einer Situation, einem Satz, einer Metapher geboren". In diesem Sinne sind die Kopfgeburten des tschechischen Schriftstellers die interessantesten literarischen Erfindungen ihrer Zeit. Was Kundera hierzu anmerkt, seine Aufzeichnungen, Inhalt wie auch Stil, Beschreibung, Umschreibung, Erzählung und Roman: große Gegenwartsliteratur. "Ist denn die körperliche Liebe nicht ewige Wiederholung des Gleichen? / Nein. Es bleibt immer ein kleiner Prozentsatz an Unvorstellbarem."
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am 14. Juni 2002
Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins - genauso gut könnte man von einer unerträglichen Leichtigkeit des Lesens reden.
Es handelt sich um ein phantastisches Buch, welches jeden gedankenversunkenen, philosophierenden und über die Liebe grübelnden Leser zwangsläufig fesseln muß. So läßt der Autor die Charaktere in einer derartigen Natürlichkeit handeln, daß man zum Schluß kommen möchte, sie existierten wirklich. Die Gedanken und Emotionen der zwei Pärchen (Teresa und Tomas, Sabina und Franz) werden hierbei in einer erschreckend tiefgründigen Art und Weise beleuchtet, so daß es dem Leser in dem Moment, in dem er sich ertappt sieht, selbst schmerzt - er sich gar als Teil der Geschichte wahrzunehmen versucht. Besonders interessant und verführend ist meiner Meinung nach die bruchstückhafte Komposition des gesamten Werkes, die sich wenig um die Zeit als vielmehr um die Personen schert. Diese erlaubt es dem Leser, sich länger und intensiver mit dem einen oder anderen Charakter zu befassen, bei ihm zu verweilen und ihn in seiner Rolle zu verstehen.
Abschließend denke ich, daß dem Leser faszinierende Einblicke in die Welt individueller Bedürfnisse und Befindlichkeiten gewährt und die sich daraus ergebenen Probleme in unseren zwischenmenschlichen Beziehungen bloßgestellt werden.
Ein Roman für den Suchenden also.
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TOP 1000 REZENSENTam 4. November 2012
Als Liebesgeschichte wird dieses Buch beschrieben, es gilt das glaubhafteste Liebespaar der modernen Literatur zu entdecken - doch um ehrlich zu sein, empfand ich genau das viel eher als Randgeschichte. Teresa und Tomas sind die Hauptfiguren in diesem Roman und man folgt ihrer zeitweise recht schwierigen Beziehung durch die Zeit. Tomas ist ein notorischer Fremdgänger trotz seiner Liebe zu Teresa, und daran ändert sich auch nichts, als sie die Tschechei verlassen und nach Zürich ziehen. Tomas trifft dort seine 'alte' Freundin Sabina wieder und sie und ihr späterer Geliebter Franz sind das zweite Liebespaar, von dem erzählt wird. All dies wie auch die Rückkehr von Teresa und Tomas nach Prag ereignen sich vor dem Hintergrund des Einmarsches der sowjetischen Truppen in die Tschechei.
Und genau dies ist das eigentlich Thema des Buches: Das Verhalten der Menschen zueinander und sich selbst gegenüber unter den erdrückenden Bedingungen des Lebens in einer Diktatur. Wie verändern sich die Menschen, Werte, Ideale? Kundera wechselt dazu in seinem Buch zwischen einer Art Essay, in dem verschiedene Überlegungen dargestellt werden und der 'normalen' Erzählform, mit der die Geschichten der Protagonisten wiedergegeben werden. Leider nicht chronologisch, sondern immer wieder gibt es Zeitsprünge, so dass es mir nicht gelang, den Figuren wirklich nahe zu kommen. Alles in allem hatte ich häufiger den Eindruck, eine politisch-sozial-philosophisch-psychologische Abhandlung zu lesen als einen Roman. Doch vielleicht ist dieses Buch einfach auch ein Kind seiner Zeit. Vor knapp 30 Jahren waren solche Gedanken vermutlich recht neu und die beschriebenen gesellschaftlichen Situationen hochaktuell und brisant, während sie heute weit entfernt erscheinen.
Wer also eine Liebesgeschichte zum Schmökern sucht, sollte sich eine andere Lektüre wählen.
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am 12. März 2002
Wir haben dieses Buch im Deutschunterricht gelesen und es hat mir sehr gut gefallen! Da es sich um ein Schulbuch handelte war ich anfangs etwas skeptisch, doch schon nach kurzer Zeit war ich vom Schreibstiel des Autors und der Art und Weise wie er seine philosophischen Gedanken und Weisheiten in menschlichen Beispielen darstellt begeistert. Ich musste mir bestimmte Sätze einfach anstreichen, in denen für mich soviel Wahrheit steckte. Ein Buch welches ich jedem empfehlen kann, der sich viele Gedanken über das Leben macht!
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am 17. Oktober 2007
Um über dieses Buch viel schreiben zu können müsste man schon ein komplette Wiedergabe des Inhalts ausbreiten. Der Roman ist derartig vielschichtig, dass man entweder alles erzählt oder eben nur einen Anriss des Inhalts wiedergibt.
Primär dürfte es hier um die individuellen Arten von Liebe und Liebesfähigkeit zu gehen. Tomas, ein geschiedener Chirurg, hat eigentlich keinen Drang mehr nach festen Bindungen und frönt daher der Promiskuität, ohne aber auch nur eine der Damen bei ihm übernachten zu lassen. Denn das wäre ja schon wieder zu viel Nähe. Doch eines Tages trifft er dann Teresa, mit der er eine dauerhafte Beziehung bis hin zur Hochzeit führt. Problem nur das Tomas auch dann nicht von seinen zahlreichen Bettgespielinnen ablassen kann. Und auch wenn bei Teresa übele Albträume auftreten, Tomas sich in gefährlichen politischen Konflikten wiederfindet und zwei Umzüge (Prag - Zürich - Prag)folgen und diese Faktoren somit in der beider Leben wichtige Rollen spielen, können sie doch der Liebe anscheinend den von allen erwarteten Todesstoß nicht versetzen. Ein zweites 'Paar', wenn man es denn so nennen kann, sind Sabine und Franz. Sie eine ehemalige "Freundin" von Tomas und in Liebesdingen ähnlich geschnitzt wie er. Franz ist Dozent an der Uni, der die Affäre mit Sabina gerne vertiefen würde. Doch leider läuft das nicht ganz gut wie bei Tomas und Teresa. Im Endeffekt zeigt Kundera an den beiden, wie es auch laufen kann, wenn solch verschiedenartigen Ansichten von Liebe hat.
Was für mich an diesem Buch aber vor allem Vergnügen bereitet hat ist die Vielschichtigkeit. Die oben grob angerissene Liebesgeschichte spielt zur Zeit des Prager Frühlings bzw.zur Zeit der einrückenden sowjetischen Panzer. Selbstverständlich spielt das eine große Rolle für die Lebensentwürfe jedes einzelnen Protagonisten. Und vor allem hat Milan Kundera dann auch die Möglichkeit seine Gedanken über Liebe, Politik, Erotik und Freiheit einzustreuen, die oft zu essayistischen Ergüssen werden, die sich über mehrere Seiten mit Philosophie und eben auch Politik auseinandersetzen. Das alles macht '"Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins"' zu einem Lesevergnügen, welches nicht nur oberflächlich über Liebe referiert, sondern auch intelektuellen Ansprüchen gerecht wird, da der Autor alle diese Stränge kunstvoll miteinander verwoben hat.
Einen Stern ziehe ich aber dennoch ab, da es mir manchmal als störend erschien, wenn der rote Faden wieder einmal aufgrund einer der oben genannten Essay unterbrochen wurde.
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am 6. Oktober 2000
...denn bei einer einzigen Lektüre kann man unmöglich alle Aspekte erfassen, die es bietet! Es ist reinste Poesie, und doch befaßt es sich mit höchst ernsthaften Fragen. Fragen, über die man dann einfach selbst nachdenken MUSS. Über das Geschlecht des Autors mußte ich ebenfalls lange nachdenken - natürlich ist Kundera männlich, doch wie kann er sich nur so fantastisch in beide Hauptfiguren hineinversetzen, sowohl in Teresa als auch in Thomas? Wie kann er die männliche und die weibliche Gefühlswelt so glaubhaft beschreiben? Das Buch ist ein Rätsel... Ob ich es beim fünften Lesen lösen werde? Ich weiß es nicht. Aber wahrscheinlich würde es mir selbst dann noch ein sechstes Mal Freude machen. Ein Meisterwerk der Literatur dieses Jahrhunderts!
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am 15. September 2004
Besonders die hervorragende Übersetzung von Susanna Roth, lässt einen ganz nah heran an dieses Meisterwerk.
Kundera erschließt einem eine poetische Welt, weich und träumerisch, zugleich kalt und eisig, die einem bis ganz tief in die Herzkammer fährt. Die Figuren sind wunderbar dargestellt, man versteht sie vollkommen, obwohl man ihre Taten und Handlungen teilweise nicht nachvollziehen kann. Genau das macht das Genie dieses Schriftstellers aus. Das über alle Konventionen gehende für den Leser zu öffnen, in ihm Verständnis zu wecken für Dinge, die außerhalb seines Tellerrandes liegen.
Die Geschichte vier surrealer Figuren vor die reale Kulisse des kommunistischen Prag, kann jemand, der den Kalten Krieg in dieser wunderbaren Stadt selber miterlebt hat, umso mehr fühlen. Die Verzweiflung der Menschen, wenn kalte und brutale Macht die warme Herzlichkeit dieses Volkes vergewaltigt.
Ein kostbarer Schatz, wunderbar erzählt, zum Schmunzeln, zum Nachdenken, zum Weinen, zum Hoffen, zum Verstehen. Wer das nicht gelesen hat, der hat die Tür zu seinem Herzen noch nicht ganz geöffnet.
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am 23. September 2004
Es ist wohl Kunderas bestes Buch und auch eines der besten Bücher über das Leben und die Liebe, das ich je gelesen habe. Das Buch beinhaltet die Geschichte der Liebe zwischen Tomas und Teresa und daneben immer wieder die Leben- bzw. Liebesbetrachtungen des Autors. Er mischt sich immer wieder in die Geschichte ein und nimmt Stellung, was sich jedoch nie störend auswirkt. Am besten finde ich die Stelle in der Kundera sagt, dass es unfair ist nur ein Leben zu haben, wir bräuchten zumindest zwei, eines zum Ausprobieren was das Beste für uns ist und eines um das Beste zu leben.
Zu den Charakteren denkt man zu Anfang, Teresa ist ein Naivchen und ein schwacher Charakter der keine Möglichkeit sieht die Konsequenzen aus Tomas`ständigem Fremdgehen zu ziehen. In Wahrheit aber - was man auch ziemlich schnell- ist sie in ihrer Liebe zu ihm gefangen und so stark alles was er ihr antut mehr oder weniger zu verkraften.
Tomas wirkt zunächst sehr unsympathisch aufgrund seiner Lebensweise, aber auch er ist ein Gefangener seiner Gewohnheiten und seiner - ja man kann schon fast sagen - Sexsucht.
Alles in allem ein fantastisches Buch, zum Weinen schön, tragisch v.a. zum Schluss, kurz einfach ein Meisterwerk der Literatur.
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