Sale70 Sale70w Sale70m Öle & Betriebsstoffe für Ihr Auto Sonderangebote Bestseller 2016 Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More TDZ Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle AmazonMusicUnlimited BundesligaLive longss17

Kundenrezensionen

4,6 von 5 Sternen
10
4,6 von 5 Sternen
5 Sterne
9
4 Sterne
0
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Stern
1
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:9,95 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 13. April 2017
Habe das Buch von einem sehr guten Freund geschenkt bekommen - ein großartiges Buch weitab von dem, was es sonst an Büchern so gibt. Sicherlich nichts für jemanden der eine "spannende Geschichte" sucht, sondern etwas für jemanden, der Geschichte und das, was sich dahinter verbirgt, spannend in einer ungewöhnlichen Form verwoben, zu schätzen weiß.

Ich habe es in einem ähnlichen Rhythmus gelesen, wie der Erzähler seinen Text in die einzelnen Stationen seiner Wallfahrt unterteilt hat. So war es für mich wie eine Schatztruhe, aus der ich Tag für Tag etwas kostbares hervorholen konnte.

Das beste Buch, was ich seit langem gelesen habe. Da weiß man, wofür man sehr gute Freunde hat...
0Kommentar| 6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Es zieht den Sprecher/Autor nach Suffolk in England, nach seiner Beschreibung einem gottverlassenen, einsamen Stück Erde, das er durchwandert. Hier findet er offenbar die landschaftlichen Entsprechungen für sein Lebensgefühl und seine Auffassung von der Geschichte der Menschen. Die besteht nämlich für ihn in erster Linie aus "Kalamitäten" (350), die rastlose Tätigkeit der Menschen sieht er regelmäßig enden in Katastrophen, unvorstellbarer Grausamkeit und Zerstörung. So wird das Wandern in der Heide von Dunwich zu einem Herumirren, das "beängstigend und grauenvoll" (205) ist. Er trifft andere einsame Einzelne, Sonderlinge. Die Schilderungen geraten immer wieder ins Surrealistische, Unheimliche. Sebalds Menschen sitzen seit Ewigkeiten als Fischer in primitiven Schutzzelten am Strand, wortlos, kommunikationslos und starren aufs Meer oder ebenso als alte Seefahrer regungslos im "Reading Room" von Southwold mit Blick aufs Meer oder als die letzten Überlebenden des unglücklichen Adelsgeschlechts der FitzGeralds, die sich wie Schlafwandler in ihren dick verstaubten Interieurs bewegen. Die Orte und die Zeiten verwirbeln sich, die Gegend bei Dunwich kommt dem Wanderer so leer und einsam vor, dass "er kaum zu sagen vermöchte, ob er an der Küste der Nordsee sich befindet oder nicht vielleicht am Ufer des Kaspischen Meers oder am Golf von Lian-tung." (187). Die Vergangenheit existiert "bloß als Erinnerung", die Zukunft nur als "Furcht und Hoffnung" (186). Und während er sich mehr im Vergangenen als im Gegenwärtigen bewegt, ergeben sich für ihn immer wieder die rätselhaftesten Zusammenhänge, Korrespondenzen, die ihn faszinieren, aber auch verwirren.

Ein Beispiel: Noch schwach sichtbare Drachenembleme auf einer alten Eisenbahn und ihren Waggons veranlassen ihn zu Recherchen über die Ursache. Die liegt in China, ein technikinteressierter kaiserlicher Thronanwärter sollte sie verehrt bekommen. Es folgt die Geschichte des Niedergangs des chinesischen Kaisertums im 19. Jahrhundert, wobei die Kaiserinwitwe eine zentrale Rolle spielt, ebenso ihre Fixiertheit am Ende ihrer Herrschaft auf die Zucht von Seidenraupen. Neurotisch und in ihrem Palast isoliert lauscht sie nur noch täglich den unheimlichen Fressgeräuschen der Raupen, ein Symbol für die Wendung des geschichtlichen Prozesses ins Schreckliche. Am Aufenthaltsort des englischen Dichters Swinburnes wiederum stellt Sebald später fest, dass dieser die gleichen Geburts- und Todesdaten hat wie die Kaiserinwitwe, dass Swinburnes Familie sich von Kublai Khan her datiert, der seinen mythischen Wohnsitz zuerst in Peking, dem späteren Ort des Kaiserpalastes hatte, dass der spinnendürre Swinburne mit seinem überproportional großen Kopf und wildem roten Haarschopf mechanisch wie eine Seidenraupe seine Mahlzeiten zu verzehren pflegte. Vielleicht erklärt diese Bedeutung der Seidenraupen zum Schluss den Exkurs über die Seidenraupenzucht unter besonderer Betrachtung der Trauerseide in England und dem übrigen Europa.

Weiß man genauso wenig wie der Sprecher, wozu dies alles dient, so überlässt man sich doch der Faszination solcher Visionen, den geheimnisvollen Korrespondenzen und düsteren Stimmungen, alles geschrieben in einem konventionell korrekten Stil, der mit seinen häufigen Partizipialkonstruktionen in relativ langen Sätzen an Thomas Bernhard oder Peter Handke erinnert. Zu bewundern ist, wie hier gewissermaßen aus dem Nichts heraus Kunst entsteht.
0Kommentar| 15 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
W.G. Sebald wandert in zehn Kapiteln durch die englische Grafschaft Suffolk, eine Gegend, die scheinbar genauso gut auf dem Mond liegen könnte. Die Orte, die er dabei passiert und aufsucht, haben stets den Anstrich des Wunderlichen und Verhärmten, die Asche und der Staub in den Dingen wir ständig evoziert, und durch die Weite der Perspektive, auf die Vergänglichkeit hinter allem gerichtet, könnte man meinen, Sebald beschreite die Umlaufbahn eines verwaisten Planeten. Geschildert wird das Anwesende nur im Kontrast zu seinem Verfall, seiner Leere; das Entschwundene türmt sich und wirft hohe Schatten auf alles.

Heiden, Felder, Wälder, gleichförmig und -farbig fast, in denen einst dann und wann die Herrenhäuser der Neureichen und Altadeligen standen und über deren Bewohner es viele wundersame Geschichten zu erzählen gibt, die alle aus den erstaunlichsten Kompendien stammen, von denen man kaum weiß, ob man an ihre Existenz glauben soll. Eine Landschaft aus Papier und Vergangenheit.

Menschenleere, anberaumt. Ferne Zeiten, der Landschaft noch geläufig in ihrer abgewandten Seite, aber bereits abgezogen von den Wänden der Geschichte, überholt, verstorben schließlich. Gab es die Welt, die abgezogen wurde, wirklich; ist sie vielleicht sogar wirklicher als die Wirklichkeit, die, aggressiv und unübersichtlich, keine Landschaften erschafft, sondern sie bloß verenden lässt und zerstört? Aber dieses Zerstörungswerk begann schon früher und Sebalds Buch ist eine Chronik dieser Zerstörung, an deren Endpunkt wir noch nicht angekommen sind. Und vielleicht sind diese Landschaften, für sich belassen, die einzigen Orte, die der sonstigen weltweiten Zerstörung irgendwie trotzen, in ihrer Abgewandtheit, und weiter existieren, in Starre.

Sebalds Sprache ist wie ein Tiefdruckgebiet, das einen Wind mit sich bringt, der alles entschleunigt und bis auf ein absolutes Minimum an Lebendigkeit drückt, dafür alles Einstige als langsame, aufragende Gestalt hervortreten lässt – auf diese Gestalten fällt ein Regen voller unsentimentaler Wehmut und die Welt, die Landschaft, ist unwirtlich, entropisch und wird sich immer tiefer in eine sanfte Unmöglichkeit begeben, so fühlt es sich an.

Ein großartiges Buch, besinnlich, meditativ, einzigartig, eine literarische Erfahrung der besonderen, fast extraterrestrischen Art.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 29. März 2005
W.G. Sebalds im Hochsommer durch den Nordosten Englands streifender Erzähler hebt am Wegesrand gefundene Geschichten von Menschen, Bauwerken und Landstrichen auf und betrachtet sie mit einer fast krankhaften Detailgenauigkeit und Schonungslosigkeit. Fast alle handeln sie von enttäuschten Hoffnungen, von Zerstörung, von monumentalem Irsinn. In Sebalds bedächtiger Sprache, die sich mit beeindruckender Unbeirrbarkeit jeglicher Laxheit, Verkürzung und Schnoddrigkeit enthält, durchwirkt er geschichtlich Verbürgtes mit Erdachtem oder nachfühlender Spekulation, streut Abbildungen und alte Photographien in den Text, knüpft Assoziationen an Fundstücke, so als spiegelte sich alles in allem. Die Wirkung ist unbeschreiblich. Die auch dem Leser in Bruchstücken bekannten geschichtlichen Fakten werden so magisch verwandelt und erhalten bekommen eine irreal-mythische Tiefe, die Fiktion hingegen bekommt den Anschein von Geschichte.
Hinter dieser Methode, den Leser durch das Changieren zwischen den Ebenen zu verunsichern, verbirgt sich natürlich Humor, aber er tritt eben nur auf diese sehr textferne Weise, in der Wechselbeziehung zwischen Autor und Leser auf. Aus dem Text selbst spricht ein tiefes Pathos. Das vehemente Erinnern, das Aufheben und Behalten von Geschichten, ist hier eine wütende Rebellion gegen das menschliche Vergessen und gegen die Zerstörung, ist auch Trauer über die Flüchtigkeit menschlicher Illusionen und Träume, ist der Schmerz über so viel sinnlosen Schmerz. Dieses Buch ist also schwere Kost, und die ganze Stimmung findet sich im Bild des verlassenen Küstenortes, auf dessen Amüsiermeile sich niemand mehr amüsiert, der in der flirrenden, schwülen Hitze steht und schweigt.
W.G. Sebald war für mich für mich einer der aufregendesten und eigenwilligsten deutschsprachigen Erzähler überhaupt, sein Vermächtnis wartet noch auf weitere Entdecker. Ich halte dieses Buch aufgrund seiner atmosphärischen Dichte, seiner thematischen Geschlossenheit und der Einfachheit des Plots für besonders gelungen. (Anders als "Austerlitz" oder "Schwindel. Gefühle"). Ich habe es mit einem Klumpen im Bauch und oft angehaltetenem Atem in einem Rutsch durchgelesen.
0Kommentar| 70 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. Dezember 2001
W. G. Sebald wandert durch Ostengland und berichtet von seinen Begegnungen und Gedanken. Er betreibt intensive Spurensuche: alte Ortschaften, Landsitze, literarische Spuren, lebende und verstorbene Menschen. Sein Blick verengt sich oft auf wichtige Momente und das sprechende Detail. Ebensooft weitet sich sein Blick auf weite Zeiträume und großräumige Zusammenhänge. Durch diesen extremen Zoomeffekt und Sebalds unnachahmliche Sprache, die oft mehr andeutet als direkt ausspricht, entsteht ein Sog, der den Leser tief in seine Welt hineinzieht.
Sebalds Liebe gehört der Tapferkeit und Beharrlichkeit, mit der Menschen ihr Leben leben, auch wenn sie nach oberflächlichen Kriterien gescheitert sind. Auf lange Sicht scheitert ohnehin alles, was dem Vergessen anheimfällt. Für Sebald ist es aber entscheidend wichtig, den Spuren des Vergangenen nachzugehen und das Leben von vergessenen und verkannten Menschen für einen Moment in seinen Büchern aufleuchten zu lassen.
Heute habe ich in der Zeitung gelesen, dass W. G. Sebald bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Jetzt liegt es an uns, die Erinnerung an ihn wachzuhalten, seine Bücher zu lesen und dabei zu lernen, was es heißt, Mensch zu sein.
0Kommentar| 68 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. September 2015
Dieses Buch ist schwierig zu beschreiben, ich glaube, man muss es gelesen haben. Eigentlich ist es eine Reisebeschreibung des Autoren durch East Anglia - mit Exkursen nach Holland, Belgien und vielem mehr. Es vermengen sich Reiseeindruecke mit seinen privaten Gedanken, Historisches mit gesellschaftlichen Hintergruenden, persoenliche Empfindungen und weiterfuehrenden philosophischen Betrachtungen.
Sebald - ein gebildeter und feinfuehliger Mann, mit einem sehr uniken Schreibstiel. Es ist die Geschichte einer Reise, zu Fuss - aber gleichzeitig ist es vor allem auch eine mentale Reise. Seine Gefuehle sind intensiv und sein Sprachbild ist sehr poetisch. Quer durch sein Buch kann ich mich nicht ganz entziehen, dass er von einer gewissen Melancholie gepraegt war, die jedoch sein Werk nicht bestimmt, sondern nur leicht beruehrt. Er hat eine tolle Beurteilungsgabe und kann auch Punkte, die er kritisch betrachtet frei von jeder Verletzung formulieren. Ein Buch, dass sicherlich noch in einem Nachklingen wird.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 14. Januar 2013
Eher ein Wunderbuch. Man muss staunen, welche Themen sich zwanglos und durchaus sinnträchtig verknüpfen lassen. Auf mehr als 350 Seiten schreitet Sebald durch das englische Suffolk und lässt anlässlich der Begegnung mit Stränden, Kaianlagen, Fischernetzen, Herrenhäusern und Parks unzählige Geschichten vor uns auferstehen. Aber auch Personen tauchen auf, die Anlass zum Abschweifen bieten in Lebens- und Familienerzählungen voller Zeitgeschichte, oft verbunden mit tragischen Niedergängen, Todesfällen und Unglücken, nicht nur in Suffolk, England, sondern überall. Vielleicht ist zum Beispiel die Geschichte des Heringsfangs in der Nordsee unnützer Wissensballast, aber interessant fand ich das dennoch. Nur selten gönnt Sebald dem Leser Heiterkeit. Ein Ton der Melancholie liegt über allem. Trotzdem hat mir die Lektüre Spaß gemacht. Stilistisch ist Sebald fast perfekt. Es liest sich wie geschnitten Brot, wenn man sich darauf einlassen mag.
0Kommentar| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 2. November 2013
Ich habe nur die spanische übersetzung gelesen. Ein auseordlinches Buch, ein großartiges Schrifsteller. Auswiechlich in gegenwärtiges Literatur und in Sebalds literarische Arbeit.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. November 2014
.... was für eine magische Reisebeschreibung ... ins innere der Dinge, in die Zeit und zum Selbst - einfach meisterhaft!
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. Mai 2013
Auf Grund der bisherigen sehr guten Rezensionen zu dem Buch "Die Ringe des Saturn: Eine englische Wallfahrt" habe ich es mir bestellt. Allerdings wurde ich schon nach wenigen Seiten ernüchtert und nachdem ich es nach ca. 100 Seiten ins Altpapier geworfen habe, möchte ich andere potentielle Leser vom Kauf dieses Buches abraten.

Der Schreibstil von W.G. Sebald ist schon mehr als gewöhnungsbedürftig. Zum einen schreibt er sehr lange und verschachtelte Sätze und zum anderen gibt es im Text keine Absätze. Ich hatte während des Lesens immer das Gefühl, dass es dem Autor immer nur darum ging den Verfall der heutigen Zeit gegenüber der "guten alten Zeit" aufzuzeigen. Meiner Meinung nach lebte er während seiner Reise irgendwie in einer anderen, ganz eigenen Welt. Die aber für Außenstehende wie mich, nicht nachzuvollziehen ist und dadurch eher verwirrt wirkt.

Für mich war es auch unglaublich schwer seinen Gedankengängen zu folgen, da er ständig abschweift. Während er noch von der Geschichte eines englischen Landguts erzählt, ist er plötzlich irgendwie bei einem seiner Besuche in Amsterdam. Allerdings ohne dass es sich mir als Leser erschließt warum der Autor Sebald jetzt etwas über Amsterdam schreibt.

Ich kann nur empfehlen die Finger von diesem, meiner Meinung nach, wirren Buch zu lassen.
66 Kommentare| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

9,95 €
9,95 €

Brauchen Sie weitere HilfeHier klicken