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Kundenrezensionen

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am 4. Oktober 2008
Ein schönes, sorgfältiges und ehrliches Buch. Besonders interessant fand ich wie der Autor seine Erfahrungen mit einer sozialistischen Jugendgruppe während des Krieges im Widerstand und dann in der Nachkriegszeit in der sowjetischen Zone beschrieb. Er zeigt sehr eindrücklich den Zwiespalt in dem er sich befand, weil ihm einerseits die Personen und deren Lebensweise sympathisch war, er aber andererseits ihre Ansichten ablehnte. Diese erinnerten ihn teilweise auch wieder an totalitäre Sichtweisen, wie er sie kurz zuvor kennenlernen musste. Auch die Sprache fand ich sehr schön.
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am 13. August 1999
Ein sehr persönliches Buch, ein sehr schönes Buch, ein sehr interessantes Buch. Gut lesbar und informativ. Eine gute Möglichkeit für junge LeserInnen sich über die Jugend in der deutschen Vergangenheit zu informieren.
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VINE-PRODUKTTESTERam 20. Oktober 2009
Als über 60Jähriger blickt de Bruyn illusionslos auf sein Leben zurück. 1926 wird er in Berlin geboren, seine relativ glückliche Kindheit in einem unpolitischen, bürgerlich-katholischen Elternhaus gibt ihm die einzige geistig-moralische Ausrüstung mit, mit der er die bald folgenden weltpolitischen Erschütterungen bestehen muss: im Krieg ist er zuerst Flakhelfer, dann Soldat noch in den letzten Kriegstagen in der Tschechoslowakei, als man versucht, den Vormarsch der Russen aufzuhalten, schließlich befindet er sich als verwundeter 19Jähriger, der noch gelegentlich als 15Jähriger durchgeht, auf dem mühseligen Rückmarsch nach Hause. Seine Schilderungen erscheinen manchmal fast so drastisch wie die in Grimmelshausens "Simplizissimus", einerseits weil der Protagonist so ahnungslos-naiv ist und nur von einem unklaren Gefühl dessen, was anständig und richtig ist, geleitet wird und andererseits weil die Verhältnisse so unordentlich und wildwüchsig sind, dass sie einen immer wieder an die Zeit des 30jährigen Krieges erinnern: es ist ein ständiger Kampf eines ohnmächtigen Einzelnen um das physische und moralische Überleben in Gewalt und Willkür.

De Bruyns Vorsatz: "Er verspricht, was er sagt, ehrlich zu sagen, alles zu sagen, verspricht er nicht." (7) . Das tut er und er schreibt realitätsnah und detailgetreu, stellt sich selbst und seine Gefühle nüchtern dar, objektiviert sie in größeren psychologischen, soziologischen und politischen Zusammenhängen:. Er macht sich nicht die Mühe, seine Verhaltensweisen oder Begegnungen mit Menschen folgerichtig zu entwickeln, sondern bringt sie unvermittelt in ihrer ganzen Fremdartigkeit ins Geschehen hinein, so wie sie ihn als jungen Menschen überwältigten. So überrascht er einen zum Beispiel gegen Ende damit, dass er unvermutet ein ungebildetes Mädchen in dem Dorf heiratet, in dem er unter widrigen Umständen eine Ausbildung als Volksschullehrer (Neulehrer) erhält: Im Schulhaus ist gerade eine kleine Wohnung frei geworden, in die er aber nur als verheirateter Mann einziehen darf. Wie er dann bei der Hochzeit als Katholik in dem protestantischen Dorf zum Spielball und Gespött der Leute wird, das ergibt eine ganz eigene Groteske. De Bruyn schildert dies alles aber faktisch, unaufgeregt, auch stilistisch elegant und deutlich in der Sprache eines Ältergewordenen , eines Menschen, der im Nachhinein Bescheid weiß. Als er in dem Dorf seine Zelte abbricht, weil der ideologische Druck in der DDR inzwischen schon zu groß geworden ist, heißt es lapidar: "Am Morgen des ersten Sommerferientages wurde mein toter und lebender Hausrat auf ein holzgasbetriebenes Lastauto geladen.." (370). Wohlgemerkt, zum lebenden Hausrat gehört offensichtlich auch seine junge Frau, die nun aber keine weitere Rolle mehr spielt , denn danach zieht er alleine nach Berlin, um eine Ausbildung als Bibliothekar anzutreten.

Jenseits aller Denkschablonen kann man hier nachvollziehen, wie einer die Nazizeit, das Soldatenleben, den Zusammenbruch Deutschlands und die Anfangsjahre in der DDR erlebte und es lernte, sich allmählich immer bewusster und direkter den ideologischen Zumutungen zu entziehen. Dass de Bruyn einerseits als Intellektueller und Davongekommener auf der Bewusstseinshöhe unserer Zeit steht und andererseits sein Leben in seiner ganzen Unmittelbarkeit, Widersprüchlichkeit und oft genug drastischen Plattheit beschreibt, macht die Stärke des Buches aus - weil es ehrlich ist, ist es lehrreich und erfrischend zu lesen!
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am 2. Juni 2011
Ich selbst meine ja, dass man gar nicht genug Biographien lesen kann, man lernt so oder so unglaublich viel daraus.

Etwas bitter stoßen mir allerdings oft manche selbstgerechten Lebensberichte von Künstlern, Politikern oder wem auch immer auf, die sich selbst gerne als unfehlbar hinstellen - davon kann hier keine Rede sein, der Autor gibt uns freimütig Einblick in die Denkweise eines naturgemäß noch recht naiven, freilich idealistischen und somit sehr sympathischen jungen Mannes inn einer schwierigen Zeit.

Dass sich auch der Stil auf dem Niveau des faszinierenden Inhalts bewegt, macht die Lektüre zu einem doppelten Vergnügen!
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am 22. Dezember 1999
Zwischenbilanz ist das autobiographische Werk von Günter de Bruyn und trägt den Untertitel "Eine Jugend in Berlin". Es ist eine interessante Familien- und Entwicklungsgeschichte, in der sich zugleich die Geschichte dieser Zeit wiederspiegelt, von der Weimarer Republik über das Dritte Reich bis in die Nachkriegsjahre in der DDR. Es fängt mit fpolgenden Zeilen an: "Mit 80 gedenke ich, Bilanz über mein Leben zu ziehen; die Zwischenbilanz, die ich mit sechzig ziehe, soll eine Vorübung sein." Er beschreibt recht anschaulich welch Kräfte auf die Heranwachsenden einwirken und beeinflussen und die schließlich in Desillusion endet. Eine sehr interessante Autobiographie, deren Fortsetzung in dem Buch "Vierzig Jahre - Ein Lebensbericht" zu finden ist. Allgemein ein anschauliches Stück Zeitgeschichte. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 19. März 2015
Günter de Bruyn schildert Orte seiner Kind-und Jugendzeit,die ich selbst gut kenne.Es tauchen Namen auf von Menschen,denen ich nach 1945 selbst kennenlernte.Ich habe das Buch in meinem Freundes-und Bekanntenkreis weiter empfohlen.
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am 27. Oktober 2011
Ein sehr interessantes Buch über die Zeit während des Dritten Reiches, des 2.Weltkrieges und über die Anfänge der DDR,geschildert aus der Sicht eines Jungen bzw. jungen Mannes, der Individualist ist und unter dem Kollektiv leidet. In wunderbarem Deutsch gschrieben
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