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am 26. Juli 2001
In diesem Band sind die letzten Reden, Essays und Texte von J.L.Borges zu einem erstklassigen Einblick in sein Denken und sein Werk versammelt. Keine Fiktion, keine "Erzählungen" im klassischen Sinne, sondern die heute von Eco (einem der großen Verehrer Borges') bekannten feuilletonistischen Essays zu so verschiedenen Themen wie dem Kriminalroman, 1001 Nacht, der Unsterblichkeit oder vergessenen Geistern der Geschichte, wie z.B. zu Emanuel Swedenborg, den Borges in einem ausgezeichneten Essay aus der Vergessenheit holt. Bei aller Unterschiedlichkeit der Themen zeigt sich in jedem Wort, besonders bei den Niederschriften seiner Vorträge, der Scharfsinn und die enzyklopädische Belesenheit des Autors. Dabei nimmt zum Glück Borges' Witz und die Begeisterung für seine Themen den einzelnen Texten jeglichen akademischen Hochmut , sodaß man sich nach der Lektüre zwar bereichert, aber niemals von oben herab belehrt fühlen kann. Für Kenner seines Werkes, aber auch für "Neulinge" sowie kulturgeschichtlich Interessierte stellt "Die letzte Reise des Odysseus" eine faszinierende Sammlung der Ideen, Grundthemen und Beschäftigungen eines der großen Geister des 20. Jhs. dar. Wer Umberto Eco liebt, hat mit diesem Werk die Chance, eines der "vergessenen" literarischen Genies des 20. Jhs. zu entdecken.
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TOP 500 REZENSENTam 21. August 2012
"Vielleicht ist das am wichtigsten, woran wir uns nicht in bestimmter Form erinnern, vielleicht ist am wichtigsten das, woran wir uns unbewusst erinnern."

Das letzte Jahr habe ich damit verbracht immer wieder im Werk von Jorge Luis Borges zu lesen und nun war ich schließlich mit diesem Buch beim letzten noch nicht gelesenen Band angekommen. Tiefe Dankbarkeit, eine Fülle von Zitaten, viele faszinierende Aus- und Einblicke auf/zu vielen interessanten Themengebieten, zahllose Lektüretipps und einige vollkommene Geschichten und Gedichte werde ich zurückbehalten, von diesen 20 Bänden, für deren sorgfältige Kommentierung und Editierung und Übersetzung ich ebenfalls sehr dankbar bin.

Die letzte Reise des Odysseus könnte man, zusammen mit Das Handwerk des Dichters als die Quintessenz von Borges Werk bezeichnen. Nahezu alle großen Themen, die ihn fortwährend beschäftigt haben und die immer wieder die Haupt-, Neben- und Zitatrollen in seinen Essays, Gedichten und Erzählungen spielten, werden hier noch einmal ausgebreitet, hauptsächlich in Form von Vorträgen. Themen sind unter anderen "Die Unsterblichkeit", "Die Dichtung", "Die Zeit" und "Das Buch". Wer Borges noch nicht kennt, dem sei gesagt, dass sich hinter jedem dieser einfachen Titel eine kleine literarische Weltreise voller Anekdoten, Ideen und Zitate verbirgt, die einen zu einer an vielen Entdeckungen reicheren Welt führt.

"Heraklit sagt (ich habe das schon so oft zitiert) dass niemand zweimal in denselben Fluß steige. Niemand steigt zweimal in denselben Fluß, weil die Wasser wechseln, aber am schrecklichsten ist, dass wir nicht weniger fließend sind als der Fluß."

Man sollte, wenn man Borges noch nie gelesen hat, aber einen etwas einfacheren Einstieg bevorzugt, mit diesem Band beginnen - in vollendeter Bescheidenheit erscheint Borges hier (vielleicht auch, weil die Texte Vorträge sind) und lebendig; und da eher universelle Bereiche Thema sind, kann der Faszination von Borges Ausführungen vermutlich kein an Literatur, Metaphysik und Universalgeschichte interessierter Mensch widerstehen. Wer direkt einen spezielleren und geradezu phantastischen Einstieg möchte, kann auch mit den Inquisitionen beginnen.

"...Das Sein ist mehr als das Universum, mehr als die Welt. Wenn man uns das Sein ein einziges Mal zeigte, so wären wir vernichtet, annulliert, tot. Darum ist die Zeit das Geschenk der Ewigkeit. Die Ewigkeit gewährt uns all diese Erfahrungen in Form von Abfolgen. Wir haben Tage und Nächte, Stunden, Minuten, wir haben die Erinnerung, wir haben die augenblicklichen Empfindungen, und dann haben wir eine Zukunft, eine Zukunft, deren Form wir noch nicht kennen, die wir aber ahnen oder fürchten. [...] Die Ewigkeit erlaubt uns in Abfolge zu leben."
Dies die wohl genialste Interpretation von Zeit überhaupt!

Am Ende des Bandes, nach den Panoramaaufnahmen der Vorträge in den beiden ersten Teilen, folgen mit den 9 dantesken Essays noch Nahaufnahmen auf einige berühmte und/oder bis heute geheimnisvolle Stellen in Dantes göttlicher Komödie - einem Buch, was Borges sehr begeisterte und von dem auch einer der Vorträge im Kapitel davor handelt. In ihnen kommt noch mal der traditionelle Borges durch. Auf wenigen Seiten breitet er eine essayistische Prosa des Zweifels und des Glaubens aus und führt den Leser näher an die Materie heran, als man es zunächst für möglich hält. Aber Borges ist ein Meister, wenn es um die Überwindung der Hindernisse zwischen Leser und Lektüre geht.

So will ich denn ihm auch das Schlusswort überlassen, mit einem Abschnitt, in dem vielleicht zum Ausdruck kommt, was Borges stets bewegte, nämlich die Freude an der Lektüre und der Wunsch sie bis zu dem Punkt zu teilen, wo sie einem selbst überlassen ist. Und was er darin über die "Komödie" sagt, könnte auch allgemein auf alle Werke der Weltliteratur erweitert werden, die er uns in so vielen Essays und Rezensionen näherbringen wollte:

"Damit bin ich zum Schluss gekommen. Ich möchte nur noch einmal darauf bestehen, dass niemand das Recht hat, sich dieses Glücks zu berauben, der Komödie, und dessen, sie ganz naiv zu lesen. Später werden die Kommentare kommen, der Wunsch, zu erfahren, was jede einzelne mythologische Anspielung bedeutet. Zu Anfang müssen wir das Buch mit kindlichem Glauben lesen, uns ihm ausliefern; danach wird es uns bis ans Ende begleiten. Mich hat es so viele Jahre lang begleitet, und ich weiß, wenn ich es morgen öffne, werde ich Dinge finden, die ich bisher nie gefunden habe."
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TOP 500 REZENSENTam 29. Oktober 2012
sie warten auf unser Wort, um aus ihrer Verstummung hervorzutreten. Wir müssen das Buch öffnen, dann erwachen sie." Ralph W. Emerson (S.20)

Lassen sie Jorge Luis Borges (1899 - 1986) erwachen, einen der großen hispanischen Autoren des 20. Jahrhunderts, in dem Sie dieses letzte Werk von Borges lesen, in Vorträgen und Essays fixiert er die Dinge, die ihn lange beschäftigt haben. Seine Gedanken und Querverbindungen zeigt einen belesenen und sehr reflektierten Denker, der dem heutigen Leser lesenswerte Betrachtung zu den großen Autoren und Philosophen der Vergangenheit gibt und deren Gedanken er auf seine ihm eigene Art lebendig macht.
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