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am 21. Januar 2010
"Ich verdanke der Konjunktion eines Spiegels und einer Enzyklopädie die Entdeckung Uqbars", so beginnt die erste Geschichte "Tlön, Uqbar, Orbis Tertius" dieses wundersamen Büchleins. Ich persönlich verdanke einem während einer mehrtägigen Wanderung gelesenen Reclam-Heft die Entdeckung des einzigartigen Schriftstellers Jorge Luis Borges. Die "Fiktionen" sind eine außerordentlich gelungene Zusammenstellung von Kurzgeschichten, die Borges als (Mit-) Begründer des "Magischen Realismus" einen Platz im Kanon der Weltliteratur sicherten. Ich kann mich mit dieser Etikettierung nicht anfreunden, weiß auch nicht, welche Inhalte unter diesem widersprüchlich klingenden Begriff transportiert werden. Als ich Borges erstmals las, war ich wie von Sinnen. Seine einzigartige Erzählweise jener Geschichten ohne Ortsbezug und mit dem oftmals völligen Fehlen zeitlicher Dimensionen, haben mich tief beeindruckt. Aus einem Vakuum entstehen Welten und Handlungsstränge, die letztlich große Weisheiten offenbaren. Nicht bloß auf Grund des prosaischen Meisterwerkes "Die kreisförmigen Ruinen" erkannte ich einen großen Bezug zur erst unlängst zu einiger Popularität gekommenen Geisteshaltung des sog. "Konstruktivismus" (manche Etikettierungen lassen sich eben nicht vermeiden), der mit überzeugenden Argumenten darlegt, dass die Welt kein vom Beobachter unabhängiges System ist, sondern dass der Beobachter die "Wirklichkeit" im Zeitpunkt der Beobachtung vielmehr selbst und vor allem individuell erzeugt. Borges Worte, seine für mich außerordentlich wertvollen Anekdoten, hallen wider wie Ahnungen aus einem längst vergessenen Fiebertraum.
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TOP 500 REZENSENTam 25. Juni 2011
Wenn ich jemandem drei Bücher empfehlen müsste, die anders sind, poetisch, phantastisch und einfach...; wenn jemand mir sagen würde, er wolle einmal so richtig fasziniert werden, dann würde ich ihm drei Bücher vorschlagen: Die Nacht auf dem Rücken von Borges Freund Julio Cortazár, der Sci-Fi Roman Das Wort heißt Vollkommenheit von E.A.Lynn und die Fiktionen von Jorge Luis Borges. In diesen drei Büchern steckt so viel faszinierende Verblüffung und Entdeckung, so viele Ideen, so viel Genialität, dass jede Geschichte (bzw. jeder Abschnitt) neue Wunder offenbart. Man kann sich immer wieder mit diesen Büchern beschäftigen.

"Ein mühseliger und strapazierender Unsinn ist es, dicke Bücher zu verfassen; auf fünfhundert Seiten einen Gedanken auszuwalzen, dessen vollkommen ausreichende mündliche Darlegung wenige Minuten beansprucht. Ein besseres Verfahren ist es, so zu tun, als gäbe es diese Bücher bereits, und einen Résumé, einen Kommentar vorzulegen."

Diese Beschreibung aus dem Vorwort bezieht sich eigentlich nur auf 2-3 der hier vorkommenden Geschichten, doch in diesem Satz steckt schon eine tiefgehende Philosophie, nach der Borges alle seine Bücher verfasst hat. Keinen Roman, keine langen Arbeiten über irgendetwas. Das bringt zweierlei mit sich:
1. Die Texte sind meistens - wenn auch nicht minimalistisch - so doch in jedem Wort durchgeplant; es ist eine Art von Borges, seine Geschichten komplett aus ihrer eigenen Materie zu weben und an jeder Stelle, an der das möglich ist, flüchtige Symbolik anzubringen. Man kann die Geschichten auch einfach so lesen, ohne die Symbolik zu begreifen, aber ein unnützes Wort ist nicht enthalten - das steigert die Fülle jeder Geschichte, verdichtet das Erlebnis
und
2. Statt einen Gedankengang völlig fertig serviert zu bekommen, muss der Leser selbst oft mitdenken, wenn Borges berichtet; ja, er sollte vielleicht sogar weiterdenken. Borges erzählt die Geschichten, die Skizzen, die Andeutungen und der Leser fühlt sich mit einem Mal von einer Welt gebannt, die er zum Teil von Borges erzählt, zum Teil noch selbst erforschen kann, in dem man über die Facetten nachdenkt, die nur erwähnt blieben - man kann es auch einfacher sagen: In jede Geschichte scheint noch so etwas wie ein zusätzlicher Raum für die Phantasie des Lesers zu sein.

Borges war stets, sein ganzes Leben lang, ein begeisterter Leser und Sammler. Er sammelte gute Kriminalromane (bis heute ist diese von ihm dokumentierte Sammlung eine Fundgrube an tollem Lesestoff, ich kam so zum Beispiel auf Leo Perutz), Märchen, phantastische Erzählungen, Mythen über Himmel und Hölle, Philosophien aus allen Weltteilen und Kulturen. Seine Belesenheit und Sammlerleidenschaft spiegelt sich natürlich in jedem seiner Werke wieder, durchzieht sie, wie Oscar Wildes Märchen das Gefühl für Ästhetik und bestimmt sie, ihre Universalität und Einzigartigkeit, ihre leicht enyzklopädischen Winke und ihre überbordene Ideenreichung. Es sind intellektuelle Erzählungen, aber - sie sind auch spaßig und bei aller Gelehrtheit ist Borges doch kein Intellektueller, sondern einer, der immer wieder mit neuem Staunen die Wunder der Welt zu mehren sucht. Er ist genial und freundlich, er ist Geist und Witz. Und er hat vor allem ein Gespür für das letzte Mysterium, das letzte Phänomen und es findet sich als Ausprägung und Metapher immer wieder in seinen Texten.

"Es gibt am Abend eine Stunde, in der die Ebene kurz davor ist, etwas zu sagen; sie sagt es nie, oder vielleicht sagt sie es unaufhörlich und wir verstehen es nicht, oder wir verstehen es, aber es ist unübersetzbar wie Musik..."

Kriminalgeschichte, Philosophie, Anekdoten, menschliche & phantastische Geschichten, große Allegorien oder einfach geniale Konstruktion mit überraschendem Ende, es gibt kaum eine Disziplin, in der Borges sich nicht zu Hause fühlt und kaum eine, in dem man ihn nicht gerne liest. Die Fiktionen, mögen genau das sein: fiktive Bauten. Aber sie sind auch einige der vollkommensten ihrer Art. Und Borges ist einer dieser Schriftsteller, der mit seiner ganzen Eigenheit eine universelle Faszination geschaffen hat.
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TOP 500 REZENSENTam 15. September 2007
"Ein mühseliger und strapazierender Unsinn ist es, dicke Bücher zu verfassen, auf fünfhundert Seiten einen Gedanken auszuwalzen, dessen vollkommen ausreichende mündliche Darlegung fünf Minuten beansprucht." (Einleitung zu: Fiktionen" S. 13) Daraus folgt: "Aus größerer Gewitztheit, größerer Unbegabtheit, größerer Faulheit habe ich das Schreiben von Anmerkungen zu imaginären Büchern vorgezogen." (ebenda)
Borges Fiktionen sollen den Leser zum Denken anregen, es sind kleine intellektuelle Abenteuer, Verblüffungen, Perspektivenwechsel, wobei es dem Autor stets gelingt, in all seinen Geschichten eine dichte Atmosphäre zu erzeugen, bei der man fast vergessen könnte, dass sie nur dazu dienen, einen Gedanken zu transportieren. "Es war einer jener öden Spätnachmittage," heißt es in "Der Tod und der Kompass" (Fiktionen S. 125), "die dem Morgengrauen gleichen. Die Luft über der dunstigen Eben war feucht und kalt. Lönnrot begann über die Felder zu wandern. Er sah Hunde, sah einen Viehwaggon auf einem toten Gleis, sah den Horizont, sah ein silbergraues Pferd, das Brackwasser aus einer Pfütze soff." In Wahrheit geht es in der Geschichte natürlich nicht um Stimmungsbilder nordargentinischer Landschaften sondern um den symbolischen Kampf eines Kommissars und eines Mörders, wobei es dem Mörder gelingt, den Kommissar durch eine Serie genau durchkomponierter Morde in eine Falle zu locken, die zum Tod des Kommissars führt, nicht ohne dass sich Kommissar und Mörder vorher noch über die Qualität dieser Fährtenlegerei austauschen. Fast noch typischer für die Borges sche Intention ist die Geschichte "Die kreisförmigen Ruinen", in der ein Mensch versucht, einen anderen Menschen durch Träumen zu erschaffen, bis er am Ende selbst entdeckt, das er nur die Kreatur eines anderen Träumenden ist. Am berühmtesten wurde "Tlön Uqbar Orbis Tertius", in dem ein Leser in einem Universallexikon einen Artikel über das unbekannte Land Uqbar entdeckt und feststellt, dass es diesen Lexikonband nur ein einziges Mal auf der Welt gibt. Weitere Forschungen ergeben, dass in diesem vergessenen Land Uqbar die Tlön-Kultur herrschte, ein System, das nicht die Wahrheit sondern nur das Staunen suchte und in dem die Gesetzte unserer Welt aufgehoben sind.
Nicht alle Geschichten überzeugen bei der ersten Lektüre, was aber durchaus daran liegen kann, dass der Autor so unendlich viel intelligenter als seine Leser ist, oder auch nur, dass man als Leser die Geschichten einfach immer wieder aufs Neue lesen muss, um ihren Verweisungen und Fährten auf die Spur zu kommen. Im editorischen Nachspann zu den "Fiktionen" heißt es dazu vielsagend, die ästhetische Erfahrung sei "die Verheißung einer unmittelbar bevorstehenden Offenbarung, zu der es aber nicht kommt". Ihre Stunde soll nach Borges der Abend sein, wahrscheinlich die späte magische Stunde des Tages, wenn die Sonne verlischt. "Es gibt am Abend eine Stunde, in der die Ebene kurz davor ist, etwas zu sagen, sie sagt es nie, oder vielleicht sagt sie es unaufhörlich, und wir verstehen es nicht, oder wir verstehen ist, doch es ist unübersetzbar wie Musik."( Das Ende, in Fiktionen S.149).
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am 30. Juli 2000
Wie gut dieses Buch ist, kann man nicht beschreiben. Man muß anfangen, es zu lesen. Wer sich dann nicht versucht fühlt, dem Rätsel, von "Tlön", nachzugehen, dem ist nicht zu helfen- der würde vermutlich auch nicht einer verschleierten Schönheit folgen, die versucht, ihn in den Gassen von Kairo mit sich zu locken. Die "Fiktionen" sind ein Mysterium, mit ungeheurer Virtuosität und Vorstellungskraft geschrieben- wie jeder Mythos lassen sie sich am besten genießen, wenn man sich von der Phantaise des Verfassers gefangen nehmen läßt. Der erfahrene Leser entdeckt jedoch etliche sehr passende Anspielungen auf literarische Werke aller Epochen. Die einzelnen Erzählungen sind auf wundersame Weise miteinander verwoben, man erkennt allmählich, welche Melodie das Gefühlsleben des Autors gefangennahm und in welcher Gedankenwelt er sich bewegte. Z.B. entspricht die Suche nach dem "Katalog der Kataloge" der "Bibliothek von Babylon" der Suche nach Al Mutasim. Es ist ein recht eingegrenztes Feld existentieller Probleme, über das Borges mit einer kaum jemals erreichten Tiefe schreibt. Das einzige, was man tun kann, um dem Buch gerecht zu werden, ist nicht, es zu beschreiben, sondern mit dem Wort von Tick, Trick und Track zu sagen: Dieses Buch ist einfach pyramidonal.
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am 23. November 2016
Gleich bei seinem Erscheinen in den 40er Jahren löste Jorge Luis Borges’ erster Erzählband »Fiktionen« eine literarische Revolution aus. Erfundene Biographien, fiktive Bücher, irreale Zeitläufe und künstliche Realitäten verflocht Borges zu einem geheimnisvollen Labyrinth, das den Leser mit seinen Rätseln stets auf neue herausfordert. Zugleich begründete er mit seinen berühmten Erzählungen wie»›Die Bibliothek zu Babel«, «Die kreisförmigen Ruinen« oder»›Der Süden« den modernen »Magischen Realismus«.
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am 4. Februar 2003
In Worten lässt sich nicht beschreiben, was Borges für die Literatur, vor allem aber für das Medium der Kurzgeschichte getan hat. Nicht alleine sind seine Geschichten auf unvergleichliche Weise innovativ, darüber hinaus auch nie trocken oder - wie manche Kurzgeschichtensammlungen von späteren Autoren - überladen. Borges hat also sein Gleichgewicht gefunden. Seine Erzählungen entfalten auf Anhieb ihre Wirkung ... die anhält. Erstaunlich ist auch, dass keine seiner Geschichten vom Niveau her merklich abfällt. Das zeichnet ihn aus. Auch ich zeichne ihn daher - nicht zu unrecht - mit 5 Sternen aus und empfehle ihn jedem, der mit überraschend unkonventionellen Geschichten etwas anzufangen weiß.
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am 8. April 2008
Ich habe das Buch von einem Bekannten geschenkt bekommen. Ohne Vorwissen was mich erwarten würde habe ich mich auf die Lektüre eingelassen und bin begeistert.
Borges verpackt seine Ideen (im Sinne von Gedankenspielen), von denen einige sehr geistreich und anregend sind, in phantastische Kurzgeschichten. Dabei spielt er sehr schön mit einem Realitätsbezügen und schafft es dadurch eine unglaubliche dichte Atmosphäre zu erzeugen. Borges erweist sich als wahrer Meister der Täuschung (im positiven Sinne), so dass er in manchen Geschichten durch die Unzahl von Erwähnungen von Personen, historischen Ereignissen und Zitaten eine glaubhafte Realität erschafft. Handwerklich ist hier auch alles vom Feinsten bearbeitet. Meisterhaft springt Borges zwischen verschiedenen Szenarien, die er alle problemlos literarisch zu beackern weiß (unglaublich wie Borges verschiedenste Bilder und Stimmungen glaubhaft erzeugen kann).
Die Inhalte die Borges so geschickt verpackt an den Leser bringt sind wie bereits erwähnt meistens Gedankenspiele (im Besonderen in 'Der Garten der Pfade, sie sich verzweigen'), welche teilweise durchaus philosophischer Natur sind und dem Lesenden viele Anknüpfungs- und Weiterdenkpunkte bieten, so dass man auch nach der Lektüre noch eine Weile seinen Spaß am Erzählten hat.
Wer Freude an anregend-anspruchsvoller Literatur hat kann hier bedenkenlos zugreifen.
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am 23. Juni 2013
Die Lieferung kam pünktlich. Das Buch ist sehr praktisch für alle die an argentinischer Literatur interessiert sind, aber noch nicht genügend Spanischkenntnisse haben um Borges, den Leser verwirrende Schreibweise zu verstehen. Das Buch hilft mir sehr bei meinem Studium.
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