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Kundenrezensionen

4,2 von 5 Sternen
36
4,2 von 5 Sternen
Traumpfade. Roman
Format: Taschenbuch|Ändern
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am 5. Juli 2007
Anders als viele Bücher aus dem Ethno-Bereich hat dieses Buch Substanz und ist gut geschrieben. Sehr schöne Lektüre!
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am 23. August 2008
Reiseberichte leben zumeist von den persönlichen Erfahrungen, die ein Autor mit einem Land gemacht hat. Waren die Hotels billig und komfortabel, mit Bus, Bahn, Flugzeug, Auto leicht zu erreichen, die Menschen, denen er begegnet ist, freundlich, hilfsbereit? Bruce Chatwin hingegen begibt sich auf die Suche nach den Ursprüngen eines Landes, den Wurzeln, Riten. Er stößt in Australien auf die Songlines der Aborigines, die sich wie ein scheinbar undurchdringliches Netz über Australien ziehen. Chatwin verschweigt in seinem Buch nicht die Konflikte, die die neue Welt mit der scheinbar versunkenen ausfechten. Bei der Erschließung des Kontinents kommt es immer wieder zum Zusammenstoß. Dies alles kleidet Chatwin kurzweilig in kleine Geschichten, die er am Rand aufsammelt, die ihm zufallen, und doch vermag er eines nicht zu verbergen, er ist fremd, bewegt sich auf unsicherem Terrain und versucht, sich anzunähern. Dass er es schafft, uns für Australiens Geheimnisse auf höchsten literarischem Niveau zu interessieren, hebt Traumpfade weit über die üblichen Berichte vom fünften Kontinent hinaus, obwohl derjenige, der Tipps für eine preiswerte Unterkunft darin sucht, enttäuscht werden wird. Man muss sich auf Chatwins Erlebnisse wie bei einer eigenen Reise einlassen, um sich entführen zu lassen.
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am 26. Oktober 2004
Unterwegs sein, Reisen, immer mit leichtem Gepäck, war, nach einem Schlüsselerlebnis in seinem früheren Berufsleben als Kunstkritiker, die Lebensphilosophie Chatwins und meiner Meinung nach vermittelt er diese Einstellung nirgendwo in seinem Werk so klar wie hier. Die Aboriginies, die plötzlich, irgenwann in ihrem Leben aufbrechen, um den "Songlines", den Traumpfaden, auf denen ihre Ahnen die Welt ins Dasein sangen, zu folgen, sind seine Protagonisten. Weder traditioneller Roman noch einfach nur Reisebericht ist das Buch eine Vermischung von beidem und liest sich für denjenigen, der sich für fremde Kulturen interessiert, so spannend, dass er es nach den ersten Seiten nur schwer aus der Hand legen kann.
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am 12. Dezember 2000
Um eine mögliche Trasse der Eisenbahn von Alice Springs nach Darwin zu erkunden, welche die Naturheiligtümer der Aborigines respektiert, reist Arkady durch das Northern Territory. Er lädt Chatwin ein, ihn dabei zu begleiten. Dieser lädt mit seinem wunderbaren Buch den Leser ein, an dieser Reise durch das Herz Australiens teilzuhaben. In einer Mischung aus Roman und Sachbuch "erlebt" der Leser das "wahre, verborgene" Australien, mit allen seinen Schattenseiten. Die wunderbaren Naturphänomene des Landes verschmelzen mit einer der ältesten Kulturen der Erde. Nach der Lektüre der "Traumpfade" kommt einem die so faszinierende Stadt Sydney fast einwenig "leblos" vor. Sehenswürdgkeiten wie die Harbour Bridge oder das Opera House muten wir Artefakte einer fremden Kultur an. Für jeden Australienreisenden oder -interessierten eine unglaubliche Bereicherung. Für alle anderen einwunderbares Buch.
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am 18. August 2015
Es gibt Bücher, mit denen man partout nichts anzufangen weiß, die einem irgendwie nicht liegen, der Thematik oder Erzählweise, zuweilen aber auch der Botschaft wegen, die sie transportieren sollen. Bruce Chatwins mit allerlei Reflexionen angereicherter Reisebericht «Traumpfade», nach seinem Erscheinen 1987 zum Bestseller avanciert, gehört für mich persönlich eindeutig zu dieser unerquicklichen literarischen Spezies. Für Globetrotter sicherlich interessant, bietet dieses Buch, das Vieles ist, nur kein Roman, trotz etlicher Informationen über die eingeborene Bevölkerung eines fernen Kontinents den übrigen Lesern literarisch rein gar nichts. Weder eine interessante Handlung noch sympathische Figuren, deren Erlebnisse erzählenswert wären oder mit denen man sich irgendwie identifizieren könnte. Es bietet leider auch keine sprachliche Könnerschaft oder einen kreativen Schreibstil, womit das Lesen ja per se zu einem Genuss werden kann. Wer also nicht gerade australophil ist, dessen Geduld mit dem englischen Autor wird 368 Buchseiten lang auf eine harte Probe gestellt.

Im ersten Teil erzählt Chatwin fiktional angereichert von seinen Erlebnissen in Australien, dem fünften Kontinent, der es ihm ganz besonders angetan hat. Zu Beginn schildert er das Zusammentreffen mit Arkady Wolschock, einem russischstämmigen Wissenschaftler, der für eine Eisenbahngesellschaft tätig ist und als Kontaktmann zu den Aborigines fungiert, um mit ihnen die Trasse einer neu zu bauenden Schienenstrecke abzustimmen. Der Autor schließt sich ihm an, begleitet ihn auf seinen Reisen und lernt so die Mythen der Eingeborenen kennen, deren Traumpfade auf uralten Überlieferungen beruhen. Sie nennen sie Songlines, Wege also, die man singen kann, die magische Punkte berühren, von den Aborigines wie Heiligtümer verehrt, da sie den Entstehungsmythos vieler gottähnlicher Kreaturen verkörpern. Auf diesen Fahrten treffen die Beiden mit vielen Eingeborenen zusammen, deren prekäre Lebensumstände einem Europäer eigentlich als unerträglich erscheinen müssten. Seltsamerweise hält sich der Autor aber mit einer Anklage der britischen Kolonialherren ziemlich zurück, obwohl hier eine ebenso rücksichtslose Unterdrückung und auch Ausrottung der indigenen Bevölkerung stattgefunden hat wie in Asien, Afrika oder Amerika.

Chatwins besonderes Thema, ja geradezu sein Herzensthema, ist das Nomadentum, für das er sich maßlos begeistern kann und dem er kritisch immer wieder das sesshafte Leben des modernen Menschen gegenüberstellt. Er führte selbst ein unstetes Leben mit ausgedehnten Reisen, fühlte sich als Autodidakt wohl auch ein bisschen wie ein Privatgelehrter, der mit Konrad Lorenz Gespräche führte und mit vielen Fachleuten auf dem Gebiet der Kulturanthropologie zusammentraf. Seine detaillierten Beschreibungen eines für die meisten Leser völlig fremden, fernen Kontinents mit seiner exotisch anmutenden Flora und Fauna erklärt die große Popularität, die er in dafür empfänglichen Leserkreisen genießt, viele der Lobeshymnen zeugen davon.

Die zweite Hälfte des Buches unter dem Titel «Aus den Notizbüchern» ist eine ebenso kuriose wie überflüssige, bruchstückhafte Sammlung von Zitaten, Aphorismen und Notizen des Autors, mit denen er unverdrossen seine Botschaft zu ergänzen und zu untermauern sucht. Da findet sich dann beispielsweise zum Thema Knochenfunde von Hominiden Tiefsinniges wie: «Wenn bewiesen werden könnte, dass sie von anderen Hominiden in die Höhle gebracht wurden, würden diese sich der Anklage wegen Mordes und Kannibalismus stellen müssen. Wenn nicht, nicht.» Wow! Vom Gilgamesch-Epos bis zu Hitlers Refugium bei den Nürnberger Parteitagen, gipfelnd in der These vom Songline-Urmodell für alle nachfolgenden Systeme, es wimmelt nur so von populärwissenschaftlichem Nonsens. So was kann erheiternd sein, ist es hier nun aber wirklich nicht, - schade also um die verlorene Zeit, in der man ja auch einen richtigen Roman hätte lesen können, womöglich sogar einen guten!
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am 13. März 2014
jetzt muss ich wieder etliche Bewertungswörter einfügen. Was soll man sagen bei
einem Roman, der schon Jahre auf dem Markt ist. Ich wusste doch, was ich bestelle ...
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am 14. August 2006
Der Autor beschreibt episodenhaft seine Erfahrungen mit den australischen Ureinwohnern, den Aborigines, und ihrem Konzept der "Traumpfade" oder "Songlines" - jedes Gebiet, jeder Weg hat sein zugehöriges Lied, das von Generation zu Generation weitergegeben wird.

Als Bruce zu erblinden droht, empfiehlt man ihm, seinen Horizont zu erweitern und zu reisen. Besonders fasziniert ist er von Australien, wo er lange Zeit bleibt. Der Russe Arkady nimmt ihn mit auf eine Tour durchs Hinterland.

Einige Episoden waren sehr schön erzählt, doch leider konnte mich das Buch aufgrund des Stils nicht wirklich fesseln. Die Episoden bleiben Episoden, es zieht sich, von den Songlines abgesehen, kein richtiger roter Faden durchs Buch. Und vollends verwirrend wird es, wenn Chatwin den Inhalt seiner Notizbücher wiedergibt, in denen er Zitate, Gedankenfetzen oder auch längere Abhandlungen über "Gott und die Welt" versammelt. Diese Bruchstücke werden einfach nur aneinandergereiht. Einiges über die Entstehung des Menschen war hochinteressant, wurde dann aber wieder unterbrochen durch irgendwelche kurzen Buchzitate oder eigene Erlebnisse.

Ein toller Stoff, doch die Umsetzung hat es mir nicht so sehr angetan.
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am 28. Mai 2007
Von Amazon-Lesern neugierig gemacht, habe ich Traumpfade gelesen. Mittendrin war ich arg versucht, es zur Seite zu legen, habe sogar zwischendurch andere Bücher gelesen, und doch hat mich Traumpfade immer wieder angesehen. Nach dem Motto: lies mich zu Ende.

Was ich auch getan und keinesfalls bereut habe. Für mich steigert sich das Buch, was Aussagekraft und Spannung angehen, ja, auch in diesem Buch möchte ich von Spannung sprechen. Zuerst sind da die Schilderungen der Songlines, wie sie entstehen, was sie bedeuten. Doch erst nach der Hälfte des Buches fügt Chatwin Notizen aus seinen anderen Reisetagebüchern ein, von da an wird für mich ersichtlich, welch großen Bogen er schlägt. Er beschränkt sich nicht nur auf Australien, nein, er geht soweit zu behaupten, die Songlines überzögen die ganze Welt; von Beginn an und überall hätten sich die Menschen in die Welt und sich die Welt ersungen. Sprache war immer und von Anfang an ein Lied. Gleichzeitig sollen - nach seiner Theorie - die Menschen auf Wanderschaft gewesen sein, dies sei der Urtrieb des Menschen. Sesshaftigkeit führe zu Aggression und Krieg.

Wie auch immer die eigene Einstellung zu Chatwins Theorie sein mag, es ist auf jeden Fall hochinteressant, seinen Ausführungen zu folgen, die er mit vielen Zitaten berühmter Dichter und Denker untermauert. Mich hat sein Buch inspiriert und dazu angeregt, in den Werken von Heidegger und Jespersen nachzulesen, mal abgesehen davon, dass es mir einen Heidenspass bereiten würde, auch auf solch eine Reise zu gehen.
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HALL OF FAME VINE-PRODUKTTESTERam 18. März 2007
Bruce Chatwin war ein wunderschöner,gut aussehender Weltreisender, der sowohl Männer wie Frauen verzauberte. Er war in der Lage alles mit Magie zu versehen. Finanziell war der ehemalige Auktionator nicht in der Lage seinen Traum zu verwirklichen, durch Reise in alle Teile der Welt, alles vorhandene, bekannte Material über die Theorie des Nomadentums zusammen zu tragen. 1958 wurde er Dienstmann bei Sotheby's, nach seiner Sudan Reise begann er mit dem Archäologiestudium. Trotzdem ist er wahnsinnig viel gereist, konnte für seine Gastgeber eine wahre Landplage sein, wenn er auf ihre Kosten ausführliche Telefongespräche in alle Welt führte oder wenn er für einen Nomaden länger blieb als üblich. Er war auf der einen Seite Bonvivant auf der anderen eine hoch begabte Nervensäge. Er hatte eine unglaubliche Faszination für das Schliche und Einfache und war ständig auf der Suche, kam nie an einem Punkt wirklich sesshaft an. Er war einfach in der Ferne zuhause, denn schon als Kind zog er mit seiner Mutter in England umher.

Zum Plot: Arkady Wolschok, Australier russischer Herkunft, der unter anderem bereits Europa, Indien, Afrika und Afghanistan bereist hat, führt den Leser in diesem autobiografischen Reisebuch und Abenteuerroman, in die mysteriöse Geschichte der Aborigines ein. Von Patagonien über Feuerland geht es nach Australien in deren Heimat. Der Protagonist ist auf den Traumpfaden der Ureinwohner Australiens unterwegs. Sie sind singend über unsichtbare, labyrinthische Wege und Pfade (Songlines) durch das Land gelaufen, singend haben sie mit ihren Liedern die Welt erschlossen. Allem haben sie singend einen Namen gegeben. Und so werden schließlich das Lied und das Land "Eins".

Die Ureinwohner verteidigten ihr Land gegen die vermeintlichen Fortschritte der Zivilisation, waren Bewahrer der Tradition und damit ihres "wahren Seins". Überall wo sie Rast machten, sind heilige Stätten entstanden. Denn sie Ureinwohner sind aus der Erde gewachsen und gehen in die Erde zurück und auch aus dieser Überzeugung ist jedes Stück Land eine heilige Stätte, die nicht entweiht werden darf.

Traumpfade sind nach dem Glauben der australischen Ureinwohner die Wege auf denen die Ahnen der Ureinwohner in der Traumzeit über den Kontinent wanderten. Und mit ihren Liedern benannten sie singend alles, was sie unterwegs antrafen, Wasserläufe, Berge, Vögel, Tiere, Pflanzen, Steinwüsten, Geröll, usw. Der Erzähler trifft auf seiner Wanderung auf die unterschiedlichsten Menschentypen, auf Ganoven, Verrückte, Schnapsbrüder, Legenden, argwöhnische weiße Siedler und er erfährt, dass auch heute diese Traumpfade nicht überschritten werden dürfen.

Die romantischen Erzählungen sind garniert mit exotischen Geschichten, lustigen Anekdoten. Bruce Chatwin erfindet häufig die Wahrheit, macht sie aus Fiktion und Phantasie. Er schafft die Kostbarkeiten in dem er immer ein Stückchen zum Vorhanden dazu erfindet.

Das Buch ist 1987 erstmals erschienen. Bruce Chatwin ist 1989 an Aids gestorben. Hätte er den Fall der Mauer noch miterlebt, wäre er sicher ostwärts gereist. Über seine Krankheit und über seinen Tod hat er auch eine wunderbare, mysteriöse Geschichte erfunden. Aus seiner Sicht ist er natürlich nicht an Aids gestorben, sondern er hat in China ein tausendjähriges Hühnerei gegessen. Nach dem Verzehr entstand in seinem Körper ein bösartiger Pilz der langsam das Knochenmark aufgefressen hat.

Fazit: Bruce Chatwin ist ein großartiger Erzähler, ein Reiseschriftsteller, der mit viel Phantasie und Intelligenz, mit einem klaren Blick auf die Welt und ihre faszinierenden Landschafen, auch sehr anekdotisch erzählen kann. Sein magischer Realismus erinnert ein wenig an den großen Nobelpreisträger Gabriel García Márquez. Am Ende schreibt er schwärmerisch, wie schön er es findet, wenn Menschen sich auf den Weg machen. Ein beeindruckender Lobgesang auf den Menschen.
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am 29. August 2007
Ich habe gelesen, um was es in dem Buch geht und war sofort Feuer und Flamme. Die Aborigines, ihre Songlines, ihre Lebensweise, Kultur und Religion... das habe ich mir erwartet. Stellenweise gab es das auch in dem Buch, und es gab Abschnitte, die wirklich sehr interessant zu lesen waren. Doch für mich war das ganze zu sehr zerrissen, es war nicht wirklich ein roter Faden zu erkennen, keine Handlung. Eigentlich besteht das Buch nur aus einer Aneinanderreihung von kurzen Episoden, Erlebnissen, Begegnungen und etwa ein Drittel des Buches besteht nur aus Notizbucheinträgen. Das sind Zitate, manchmal nur eine Zeile oder auch wieder Beschreibungen von Begegnungen oder Gedankengängen. Wie gesagt, stellenweise echt interessant, aber für meinen Geschmack ist dieses tolle Thema etwas enttäuschend umgesetzt worden, es hätte viel mehr hergegeben.
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