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am 14. April 2017
Selten habe ich ein Fachbuch gekauft, das ich erstens von vorne bis hinten komplett und zweitens mit soviel Gewinn und Inspiration gelesen habe!
Da steckt sehr viel Erfahrung drin, einleuchtende Beispiele von Firmen, an deren Namen man sich noch erinnert, obwohl es sie heute nicht mehr gibt, weil sie sich dem Wandel verschlossen haben und dann auch die nüchterne Erkenntnis: Innovation ist ein steiniger und mühsamer Weg, der mit Hindernissen vollgestellt ist.
Für mein eigenes Umfeld als Unternehmer und ehrenamtliches Engagement habe ich beim Lesen oft gelacht, geschmunzelt oder inspiriert über mein Verhalten, meine Initiative nachgedacht und gelernt!
Sehr empfehlenswert!
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am 19. April 2013
Hier liest man dies zusammengefaßt und erklärt über was man sich immer wieder wundert wenn man Verbesserungen schaft.
Der Autor kommt eben aus der Praxis und schreibt einem vom Herzen.
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am 20. März 2017
Dueck liefert auf gewohnt hohem Niveau ein Buch über Innovationen und weshalb es besser ist solange wie möglich im Untergrund zu arbeiten. Klare Empfehlung!
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TOP 500 REZENSENTam 16. November 2014
Ich habe in schon mehreren sterbenden Wirtschaftszweigen gearbeitet, war immer darauf aus, die Selbstständigkeit auf vielen Säulen zu bauen. "Arbeiten wir härter in einem kargeren Rahmen oder brechen wir zu neuen Ufern auf?" (S. 276) Es geht immer um diese Frage und die Komfort- bzw. Sicherheitszone, die um uns errichtet wurde. Von uns selbst oder anderen.

Die sterbenden Einzelhändler in allen Stadtkernen zu sehen, es schmerzt mich und immer wieder denke ich darüber nach. Warum kommt dort niemand auf die Ideen der Läden, die Amazon und andere Internetkonzerne bald eröffnen werden? Es liegt so nahe.

Tatsächlich zitiert Guenter Dueck (GD) diese Aussage von Verbandsleuten: "Das mit dem Internet ist so eine Mode, besonders Facebook, das hört bald wieder auf. Wir haben eine vorübergehende Durststrecke, das halten wir durch. (S 277). Die Hüter der Tradition wollen es weitergehen sehen, wie seit Jahrzehnten, während ihre Dämme schon längst unterspült sind.

Die Kopfnoten von gestern (Ordnung, Fleiß, Mitarbeit, Betragen) müssen nach GD heute neu definiert werden, z.B. durch:
-Kreativität, Originalität, Sinn für Humor
-Gemeinschaftssinn, der auch andere aktiviert
-Positive Haltung zur Vielfalt des Lebens
-Liebende Grundhaltung zu den Menschen....

Ein hervorragendes Buch, gespickt mit Beispielen aus dem Berufsleben von GD, inspirierend und sowohl für den Einzelnen (Selbstständigen, Angestellten) als auch Unternehmen interessant, um klarer zu sehen und jene Menschen zu identifizieren, die aus der Komfort- und Do-Nothing-Zone herauskommen - mit einem unbeugsamen Willen und dem Herkules-Können zur rechtzeitigen Veränderung.

Andy Warhol war der Meinung die eigentliche Kunst besteht darin, Dinge zu verkaufen. Auch darum geht es, wie wird ein Konzept durchgesetzt, welche Fallstricke und Hindernisse muss man bedenken, eine Idee ist zunächst mal wenig, ihre Durchsetzung im Umfeld der realen Welt alles.

Gut, dass Beispiel einer Bewertung durch einen erfolgreichen Manager: er meinte das Prinzip des Do-Nothing sei bei Menschen übermächtig: alles zu lassen wie es ist, klingt bequem, erfolgreich und gut. Es nestelt sich überall ein, dieses Wellness-Denken. Genau hier, am Allzumenschlichen, am Gewohnten scheitern die meisten neuen Ideen, wenn sie auch noch so erfolgreich projektiv berechnet sind.

Dieses Buch ist auch deswegen so wichtig, weil die Veränderungszyklen heute immer schneller werden und viele (auch Medienleute) das Internet noch nicht in seiner ganzen Tragweite begriffen haben. Auch wenn heute Trolle anscheinend das Internet dominieren, laufen im Hintergrund längst Teamworks und eine neue Generation von kreativen Menschen in neue Richtungen, die den Gedanken dieses Buches entsprechen.
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NR. 1 HALL OF FAMETOP 500 REZENSENTam 23. Januar 2013
"Innovation bedeutet, eine große Idee gegen Widerstände zu entwickeln und mit Leidenschaft durch die Täler der Tränen zu tragen, alle Hybris zu beschämen und alle Menschen 'da draußen' für das Neue einzunehmen." (Gunter Dueck, S.131)

Autor dieses hervorragenden Buches ist der Querdenker Prof. Dr. Gunter Dueck, der bis August 2011 Cheftechnologe bei IBM war und nun als freischaffender Autor, Netzaktivist, Business-Angel und Speaker tätig ist.

Wer im seinem Leben eine neue Idee wirtschaftlich erfolgreich umgesetzt hat, weiß sofort, wovon Dueck schreibt, weiß auch wie viele Hürden zu nehmen sind und wie viel Herzblutenergie dafür notwendig ist. Es ist wahr, Innovationen sind nur dann durchsetzbar, wenn man auf folgende Faktoren zählen kann: "Energie, Herzblut, eine glückliche Hand, ein tolles Gründerteam, verständnisvolle Investoren, Geduld," (Zitat. S.10).--

Ich habe in jungen Jahren einer damals neuen Geschäftsidee im Dienstleistungsbereich zum Durchbruch verholfen und vieles, was Dueck beschreibt, damals kennen gelernt. Daran hat sich, mich wundert es nicht, nichts geändert. Das hängt damit zusammen, weil "ClosMinds" und "Antagonisten" (zu den beiden Begriffen später mehr) nicht aussterben. Das Neue wird selten wirklich mit offenen Armen aufgenommen, sondern muss sich gegen viele Widerstände durchsetzen. Dabei muss man sich immer darüber klar sein, dass das Neue irgendwann das Alte ist und man deshalb niemals aufhören sollte, Neues zu entwickeln, um ihm dann wiederum zu helfen, seinen Weg zu gehen. Duecks Buch ist eine gute Denkhilfe für alle, die wirtschaftlich erfolgreich Neuem den Weg bahnen möchten.

Der Autor untergliedert sein Buch in drei Abschnitte:
Kraftakt für das Neue
Spezielle Innovationshindernisse
Innovation und Gestaltungskraft

Dueck unterstreicht zunächst im ersten Teil seines Buches, dass Ideen generell nur von wetterfesten Unternehmern erfolgreich umgesetzt werden können. Man muss also neben der Idee auch einen sehr guten Geschäftssinn besitzen, um die Idee in bare Münze umsetzen zu können. In diesem Zusammenhang listet der Autor Grundfehler auf, aufgrund derer Innovationsprojekte zum Scheitern verurteilt sind. Zu diesen Fehlern zählt die Angst zu scheitern als sich selbst erfüllende Prognose, eine ungenügende Marktanalyse, aber auch eine schlechte Vermarktung.

Eine Innovation hat nach Dueck erst dann den Durchbruch geschafft, wenn sie zum Normalpreis gekauft werden kann. Es stimmt, wenn etwas neu ist, wird stets nach Referenzen gefragt, die man logischerweise nicht haben kann, also muss man zunächst aufgeschlossene Vorreiter suchen. Das ist die Zeit des u.U. langen materiellen Atems.

Der so genannte "Tipping Point" ist der Punkt, wo die Innovation sich dann durchsetzt auf dem Markt und das "Ausbreitungswunder“ seinen Anfang nimmt. Wie Dueck schreibt, erwartet man heute von professionellen Innovationen, dass deren Wegbereiter auch nach dem Hebel für den Umschlagpunkt suchen. Ist derjenige, der eine neue Geschäftsidee hat, zeitgleich der Unternehmer, wird er natürlich alles dransetzen, um ihn so schnell als möglich zu finden. Anders jedoch zeigt sich die Lage, wenn der Erfinder Mitarbeiter eines Unternehmens ist. Darüber schreibt Dueck sehr lebensnah und macht deutlich, dass solche Erneuerer, -nicht selten Wissenschaftler-, umdenken müssen. Nicht immer gelangt man so schnell zum "Tipping Point" wie beim Smartphone oder bei den Tablets und nicht wenige Neuheiten verschwinden auch recht schnell wieder vom Markt. Damit dieses nicht geschieht, muss eine Idee optimiert werden und zwar immer wieder, um die Kundenakzeptanz zu erreichen und damit aus der Meckerecke (so nennt es Dueck) herauszukommen.

Der Autor hat neben der wirklich professionellen innovativen und merkantilen, immer auch die psychologische Seite einer Geschäftsidee im Auge. Erläutert den positiven und negativen Stress den Erneuerer und deren Feinde in der Sache haben. Er bezieht die Gedanken des Psychoanalytikers Fritz Riemann aus dessen Buch "Grundformen der Angst" in sein Werk mit ein, indem er aufzeigt, wie Menschen mit bestimmten Persönlichkeitsmustern auf Innovationen reagieren. Das beschreibt er im Buch ausführlich und fasst in Kurzform zusammen:

"Angst vor Wandel (Merkmal der zwanghaften Persönlichkeit)
Angst davor, dass alles notwendig so bleibt (Merkmal der hysterischen Persönlichkeit)
Angst vor der Selbstwerdung (Merkmal der depressiven Persönlichkeit)
Angst vor zu viel Nähe (Merkmal der schizoiden Persönlichkeit)"

Um etwas Neues auf den Weg zu bringen, ist es demnach nicht ungünstig, ein hysterisches Persönlichkeitsmuster aufzuweisen.

Über die vielen Grafiken im Buch im Rahmen der Rezension zu schreiben, führt zu weit. Mit großem Interesse habe ich sie studiert und mir Sachverhalte klar gemacht, so etwa im Hinblick auf Resistenzen gegen Wandel und Neues. Dueck zeigt die vier Parteien auf, die zumeist miteinander streiten, wenn eine Idee zur Innovation werden soll. Die Rede ist von Protagonisten, OpenMinds, CloseMinds und Antagonisten. Hier sollte man genau lesen, wie die einzelnen Parteien reagieren und das immer vor Augen haben, sobald man eine Geschäftsidee in die Tat umsetzt.

Man liest über unterschiedliche Hürden, die es zu überwinden gilt und auch über vom Innovator selbst erzeugte Resistenzen. Dieses Kapitel sollten besonders Innovatoren mehrfach studieren, die in größeren Betrieben arbeiten. Nicht uninteressant zu lesen sind auch die Resistenzen im Wissenschaftlercharakter und hier Verhaltensmuster bei Meetings seitens Alpha-, Beta-, Gamma-, Tiere und sogenannten Omegas, wenn es um gruppendynamische Prozesse geht. Omegas unter den Wissenschaftlern möchten radikal Neues, werden aber aus bestimmten Gründen von den anderen nicht wahrgenommen, vgl.:S. 88ff.).

Thematisiert wird das Verhältnis der Forscher zu Marketing und Betrieb und auch hier geht es um psychologische Momente. Lernbereitschaft vom Kunden ist angesagt, d.h. der Forscher sollte sich möglichst viel Kritik seitens der OpenMinds für seine Neuerungen anhören, (S.127).

Der Autor erklärt, weshalb Management zwar Ordnung schafft, aber die Innovation hemmt, verdeutlicht dies mittels eines gemanagten Innovationsprozess und zeigt, auf welche Weise ein Innovator trotzdem seine Idee durchführen kann.

Innovation ist letztlich durch bloßes Bücherlesen über das Thema nicht möglich, sondern erfordert einen extremen Willen zu Neuem. Es geht in erster Linie um Energie. Sie ist der Treibstoff für das Neue. Wie Dueck so schön formuliert: "Innovation ist mehr als ein Plan, ein System, ein Geschäftsmodell oder eine tote Kreatur Frankensteins. Sie muss leben, und dafür ist viel mehr nötig als einfach nur ein guter Ansatz," (vgl.: S.181).

Dueck thematisiert die Psychologie des Innovators und aller anderen Beteiligten und erläutert eine bestimmte These seiner "Omnisophie", wonach jeder Mensch einen Verstand, eine Intuition und einen Instinkt hat, (vgl.: S.184). Allerdings ist die Gewichtung verschieden, mit Auswirkung auf die Berufswahl. Duecks omnisophisches Dreieck hier zu erklären, führt zu weit. Wichtig zu wissen ist bei allem, dass der reine Verstandesmensch Regeln, Methoden, Pläne und Lehrbuchmeinungen benötigt, um zu wissen, was "man" macht, insofern kommt von solchen Menschen selten etwas Innovatives.

Da viele Erstinnovatoren nicht wissen, wie man eine Idee erfolgreich umsetzt, erklärt Dueck dieses im Rahmen des 3. Teils seines Buches, indem er eine Reihe von Fragen stellt, die sich ein Erstinnovator zunächst beantworten sollte.

Beleuchtet wird zudem das Erarbeiten von Chancen. Dabei muss klar werden, dass man die Aufmerksamkeitssperren der normalen Menschen, zumindest der "OpenMinds" durchbricht. Dueck weist auf die Punkte hin, die beachtet werden müssen. Ausgerüstet mit diesen Informationen und dem Wissen, dass man eine Chance nur energetisch ergreifen kann, kann man dann kraftvoll, kreativ, offen, neugierig und positiv gestimmt sein Ideenprojekt in die Tat umsetzen mit dem Wissen im Hinterkopf, dass es ein energiegeladener Sisyphos am Ende doch packt.

Das Buch schafft Bewusstsein.

Empfehlenswert.

Helga König
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TOP 1000 REZENSENTam 23. August 2015
Der Autor und IBM-Chef-Forscher im Ruhestand Gunter Dueck macht engagierte Werbung für innovatives Denken und das sisyphosartige Durchhaltevermögen, das es brauche, um mit Neuem zum Erfolg zu kommen. Dueck fängt seine Geschichte über das Neue und seine Widerstände bei der Waschmaschine, Geschirrspülmaschine und dem Papiertaschentuch an, kommt aber bald auf seine kurzweilig beschriebene langjährige Berufserfahrung als Erfinder und Ideengeber im Großunternehmen IBM zu sprechen, die den Lesern in ähnlicher Position streckenweise ein Déjà-vu-Erlebnis verschaffen dürfte.

► PINCHOT
Dueck bezieht sich auf Giffort Pinchots Werk INTRAPRENEURING Why you don't have to leave the corporation to become an entrepreneur (English Edition), dessen Thesen sich durch sein Buch ziehen, von "work underground" bis zur "impatience clock" des Managements.

► ERFOLGSKURVE
Die Kurve des Innovationserfolgs ist Gartners hype-curve, die folgende Phasen kennt:
· Technology Trigger
· Peak of inflated expectation
· Trough Disillusionment
· Slope of Enlightenment und
· Plateau of Productivity .
Dueck ergänzt sie um die "Hybris"-Kurve, die die Reaktionen der Innovationsgegner aufnimmt von
· Ungläubigkeit (verrückt geworden?)
· Spott (ich lache; es ist nur Hype)
· Scheinbare Bestätigung (ich wußte es; es geht nicht)
· Herabsetzung (Sie bieten nur Mist an, wir dagegen Premium)
bis zum Niedergang und der Firmenpleite der voreingenommenen Spötter. Dabei kann man etwa an die Firma Kodak denken, während sich die Firma Fujifilm ins digitale Zeitalter retten konnte.

► INNOVATORENPFLICHTEN
Die Innovatoren oder Erfinder schaffen es in der Regel nicht, mit den verschiedenen Interessen im Unternehmen klarzukommen. Das liege oft daran, daß sie diese Interessenkonflikte gar nicht kennen oder ignorieren. Irgendwann gehen die frustrierten Erfinder zum Chef und klagen an, daß sie niemand unterstützen will. Für einen Topmanager ist das Klagen des Erfinders noch schlimmer, denn im Management gelte: Helden weinen nicht. Und wenn einer kommt und weint, weil er sich nicht durchsetzen kann, dann sei er kein Held und vielleicht auch kein geeigneter Innovator. Wer vor dem Management klagt, verleihe sich selbst das Stigma der Unfähigkeit.

Dueck stellt klar, daß eine Innovation nicht nur ein Gespür für das Bestehende erfordert. Innovatoren sollten auch über eine "aktive Prozeßkompetenz" verfügen - über die Fähigkeit, neue Regeln vorzuschlagen, die für das Unternehmen im Ganzen tragbar sein können. Dabei müsse beachtet werden, daß die Hüter der Regeln bei Innovationen meist zu den "CloseMinds" gehören, wenn nicht gar zu den Antagonisten der Innovation. Nach Dueck tun sich Innovatoren, die ein Gespür für das, was gehen kann, mitbringen und den CloseMinds dadurch Respekt abgewinnen, viel leichter. Und sie dürfen sich nicht als Tore aufführen, die Rat für Feindschaft halten.

► IMMUNSYSTEME
Unternehmen haben eine Art Immunsystem, das alle nicht vorgesehenen Situationen wie Störungen behandelt. Innovationen gehören dazu. Pinchot habe eindringlich geraten, daß wer etwas in einem System bewegen will, seinen Bewahrern nicht als Störenfried oder gar als Feind auffallen darf. Deshalb gelte: "Work underground as long as you can!" (Arbeite im Verborgenen, solange es geht!).

► PSYCHOLOGIE DER ANGST
Dueck sinniert über die psychologischen Ursachen der Angst vor dem Wandel und hat sich eingehend mit Fritz Riemanns Grundformen der Angst befaßt. Er referiert daraus u.a.
· die Angst vor dem Wandel der zwanghaften Persönlichkeit,
· die Angst, daß alles so bleibt, der hysterischen
· die Angst vor der Selbstwerdung der depressiven und
· die Angst vor zu viel Nähe der schizoiden Persönlichkeit.
Dueck differenziert aber offenbar zuwenig, wenn er verallgemeinert, daß die Mehrzahl der Firmenmitarbeiter Wandel als Bedrohung wahrnehmen. Weiß er nicht selber, was Wandel in einer Firma so alles bedeuten kann? Wandel im Sinne einer Umorganisation kann in einer Firma quasi innovationsfrei vonstatten gehen, also ohne daß Produktinnovationen im Dueckschen Sinne überhaupt im Spiel sind.

Großunternehmen, stellt der Autor bissig fest, sind das Sammelbecken von neuen Mitarbeitern, die gesicherte Normalarbeitsplätze suchen, also vorrangig Zwanghafte. Überhaupt sei Betriebswirtschaftslehre eine durch und durch zwanghafte Wissenschaft. Das hysterische Pendant zur Betriebswirtschaftslehre sei vielleicht "Entrepreneurship". Vorlesungen in diesem Fach müßten aber besser von hysterischen Entrepreneuren gehalten werden, und nicht von zwanghaften Wirtschaftswissenschaftlern, die den Menschen als rationalen homo oeconomicus ansehen.

► SCHWACHPUNKTE
in Duecks Darstellung gibt es einige. Besonders ulkig ist seine Vorstellung, daß bei Innovationen Jugendliche besonders urteilssicher seien.
■ Die Meinung Jugendlicher zu Tablet-Rechnern zitiert er geradezu ehrfurchtsvoll. Da die mit Texteschreiben gemeinhin wenig im Sinn haben, lobt er seine Firma IBM, daß sie die PC-Sparte an die Firma Lenovo verkauft hat. In Wirklichkeit beziehen doch diejenigen, die ernsthaft an Rechnern arbeiten, ihr "IBM-Thinkpad" nun halt aus China (s. z.B. Lenovo X1 Carbon Broadwell 20BS006BGE 35,6 cm (14 Zoll) Notebook (Intel Core i7 5500U, 2,4GHz, 8GB RAM, 256GB HDD, Win 7 Pro) schwarz). Dueck müßte ja nur mal in einen Laden gehen, um an der Vielzahl der an Tablet-Rechner ankoppelbaren Tastaturen zu erkennen, daß sich mittlerweile die Erkenntnis durchsetzt, daß man ohne Tastatur nicht normal arbeiten kann.
■ Duecks Position zu Wikipedia ist eine unkritische Glorifizierung. Er sollte einmal in Geplanter Verschleiß: Wie die Industrie uns zu immer mehr und immer schnellerem Konsum antreibt - und wie wir uns dagegen wehren können (S. 138ff) nachlesen, wie dort industriekritische Beiträge systematisch unterdrückt werden. In den genannten Fällen führt die Anonymität der Autoren und vor allem die der Korrektoren zu Intransparenz und zur Wertlosigkeit der Quelle.
Dueck zitiert auf S. 272 ausführlich zum Stichwort "innerer Schweinehund" aus Wikipedia. Am Ende fügt er treuherzig die Bemerkung an, daß er dort auch gefunden habe, daß es für diesen Begriff keine englische Übersetzung gebe. Eine Wikipedia-Aussage für bare Münze zu halten, läßt an die Scharen von Kindern denken, die sich bei Wikipedia ihre Schulreferate zusammenklicken. Die englische Übersetzung lautet übrigens "one's weaker self" ;-) .
■ Duecks distanzlose Bewunderung für die "Innovation" der zuckerhaltigen Koffeinlimonade "Red Bull" ist ein Tiefpunkt des Buches. Daß Jugendliche stark gezuckerte Industriesäfte mögen, auf die zugehörige Werbung abfahren, und künstlich erzeugter Bedarf zu wirtschaftlichem Erfolg führt, ist doch nicht überraschend. Werbung für künstliche Babynahrung und für Zigaretten hält Frauen vom Stillen ab und zum Rauchen an. Beides ist jeweils ein noch größerer wirtschaftlicher Coup als der aus Thailand importierte Energydrink, aber ist es ethisch vertretbar? Der Wirtschaftsprofessor Christian Kreiß zitiert in obigem Buch Joseph Beuys mit der Aussage, daß wir 90% aller Produkte nicht brauchen und sie uns sogar schädlich sind. Selbst wenn es nur 50% wären, für diese dunkle Seite der "Innovationen" ist Dueck nahezu blind.

FAZIT
Insgesamt ist Duecks Werk lesenswert. Er hält Großunternehmen und Universitäten in bezug auf ihr Innovationsmanagement den Spiegel vor. Insbesondere dort sollte sein Buch aufmerksam gelesen werden. Zu einem Gutteil ist es die Leidensgeschichte eines intellektuellen Innovators, der sich zuerst nicht verbiegen wollte und es am Ende doch mußte. Er wurde vertröstet, wurde mit Rat-Schlägen und Hausaufgaben (Zeitplänen, Markt- und Gewinnprognosen) hingehalten; seine Gemütslage rangierte von euphorisch über gekränkt bis zornig. Wie sehr ihn das zwanghafte IBM-Management mit Gewinnaussagen schon in der Anfangsphase eines neuen Projektes gepiesackt haben muß, läßt sich daran ermessen, daß es Dueck zu einem kritiklosen Bewunderer wirtschaftlichen Erfolgs gemacht hat, egal ob es sich um eine echte Innovation oder nur um Humbug handelt, wenn sie ihren Erfinder nur reich gemacht hat. Anders läßt sich sein peinliches Lob jener Zucker-Koffein-Limonade kaum erklären.

Sprachlich ist Duecks Schreibstil ein kleiner performativer Widerspruch zum Inhalt. Während er den Innovatoren dringend rät, sich auf die verschiedenen Akteure, mit denen sie es in den Firmen tun haben, einzustellen, stellt er sich auf seine deutschen Leser überhaupt nicht ein, sondern schreibt passagenweise genau in dem aufgeblasenen englisch-deutschen Jargon, wie man ihn sich bei einem "chief technology officer" von IBM so vorstellt. Für das Verständnis ist es vielleicht weniger ein Problem, daß er von "chasm" und "trough" redet oder stressen sagt, wenn er betonen meint. Aber angesichts seiner Kritik am sog. "Managementismus" und der Beraterindustrie, fragt man sich schon, warum er sich von deren nebulösem Jargon nicht wenigstens als Pensionär deutlicher abgrenzt.

Gunter Duecks Plädoyer für Innovationen und das Neue ist streckenweise sarkastisch - sicher bedingt durch seine Leidensgeschichte als Erfinder und Manager, der den einen als Querdenker und den anderen als Hofnarr galt -, aber zum Schluß doch auch optimistisch. Seine kraß unkritischen Vorstellungen u.a. über Wikipedia und Red Bull zeigen allerdings an, wie sehr auch intelligente Innovatoren irren können.
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TOP 500 REZENSENTam 20. Januar 2013
Innovation versucht die zarte Ideen-Knospe unbeschadet durch den Winter der Skepsis zu bekommen. Man sollte dafür also den wehrhaften Apparat heimlich überbrücken und dabei auch einmal andere Rollen annehmen können ... Gunter Duecks Buch will den vielen großen und kleinen Daniel Düsentriebs unserer Bundesrepublik helfen.

Nur Recht behalten, nur Ideen haben hilft nicht. Das Um- und Durchsetzen ist leider das Aufwändige und Un-Eingeübte. Daher berichtet Dueck, bekanntlich IBM Deutschlands Innovator Nr. 1, Gründungs-Engel (und sehr vieles mehr), erst einmal über Innovations-Ansätze, um rasch zu seinen eigenen Erfahrungen samt Ratschlägen zu kommen. Der Ton ist in einem mild-schwarzen Humor und lebt aus der Treffsicherheit à la Ja, so ist es; und dies hätte ich doch damals einfach anwenden sollen. Zum Glück ist der Jargon zwar auch da, doch selten ...

Poppers  Hauptwerk im Titel zu verfremden hat Chuzpe, doch die Ideen von "Das Neue und seine Feinde" könnten für den Business-Sektor durchaus vergleichbar revolutionierend sein.
Durchdacht und gut lesbar, punktuell etwas unfokussiert, doch mit immer wieder schönen pointierten Sätzen. Sehr persönlich wirkendes, die Erfahrung weitergebendes Buch von einem meiner Lieblingsautoren. Die Empfehlung war bereits nach der Hälfte klar, und jetzt erst recht: Fünf Sterne.
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TOP 500 REZENSENTam 21. Januar 2013
Viele Erfindungen sind mehr mit den Namen derjenigen verbunden, die sie am Markt durchsetzen konnten - und weniger mit den Erfindern selbst. Als Edison mit seiner Glühlampe die Welt erhellte, hatten viele vor ihm schon (leider unpraktible) Prototypen erfunden. Die wirklich berühmten Menschen sind also die, die genug Kraft, Durchhaltevermögen haben, um einer Erfindung zum Durchbruch zu verhelfen, und die vor allem auch die Intuition dafür besitzen, wann der Markt reif für etwas ist. Wie diese Erkenntnisse für heutige Unternehmensentscheidungen genutzt werden, und wie man davon als normaler Kunde davon betroffen ist, davon handelt das Buch.

Generell durchläuft ein neues Produkt bei Markteinführung mehrere Stufen und muss mehrere Hürden überwinden. Zunächst muss es so interessant sein, dass es die ersten Protagonisten, also Vorreiter anlockt. In den 90iger Jahren war etwa das Handy vor allen gutbetuchten Technikbegeisterten vorbehalten, die Eindruck auf andere machen wollten. Nach den Protagonisten müssen dann die Open-Minder überzeugt werden. Sie stehen Neuem zwar durchaus offen gegenüber. Sie möchten aber doch auch den Vorteil, den praktischen Nutzen, die Kostenersparnis sehen und vor allem, dass andere es auch kaufen. Um beim Beispiel Handy zu bleiben: als immer mehr gemerkt hatten, dass es doch recht praktisch ist, etwa von unterwegs zu Hause anzurufen, begann sich das Handy wie eine Lawine auszubreiten.

Die größte Hürde für ein neues Produkt sind aber die Close-Minder - schon weil es die Masse ist. Das sind also Menschen, die zuerst die Nachteile des Neuen sehen, das ihre heile Welt stört. Sie wollen ausschließen, dass eine Innovation zu sehr in ihr Leben eingreift, suchen überall nach dem Haken an der Geschichte. Um beim Beispiel Handy zu bleiben: sie sehen nicht ein, dass sie ständig erreichbar sein sollen usw. Aber dass sie, wenn es wichtig ist, ihren Ehepartner, ihren Geschäftspartner sofort erreichen können, finden sie dann doch nicht so schlecht. Und sie legen sich schließlich, immer noch mit einigen Vorbehalten, auch so ein Mobilfunkgerät zu. Ist diese große Gruppe der Close-Minder gewonnen, hat eine Innovation den Durchbruch geschafft.

Die kritische Masse, die dann also erreicht ist, spült schließlich auch die letzte Hürde weg, nämlich die Antagonisten. Das sind die, die fundamental, aus Überzeugung gegen etwas sind. Um wieder auf das Handy zurück zu kommen, sind das die, die Handygesprache in der Öffentlichkeit für Lärmverschmutzung, Selbstentblößung und damit für Zeichen des kulturellen Niedergangs halten. Und obwohl ihre Argumente durchaus beachtenswert sind, werden sie irgendwann kaum noch gehört, die Antagonisten werden von der Masse einfach weggespült.

Fazit: Ein sehr interessantes, schönes Buch. Zwar verwendet der Autor, der ja Manager bei IBM war, manchmal recht viel wirtschaftliches Fachchinesisch, aber man kann ihm doch auch als Laie recht gut folgen.
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am 28. Juni 2016
Auch wenn der Text schon etwas älter ist - er gilt weiterhin. Und auch wenn man den grundsätzlichen Gedanken im Grunde den Youtube-Videos entnehmen kann ist der Gesamttext trotz einiger langwieriger Passage weiterhin lesenswert. Nur der Titel wäre mit "Die Innovation und seine Feinde" vielleicht treffender gewesen. Warum da vorne eine Glühlampe mit einem Totenkopf drauf ist erschließt sich wohl nur dem Verlagsgrafiker.
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am 2. Juni 2013
Diesmal beschäftigt er sich mit dem Thema Innovation, aber nicht im Sinne eines klassischen Innovationsmanagement, nein, sein Buch ist eine konsequente Management-Kritik und stellt vor allem die Psychologie und Hemmnisse in den Vordergrund. Es ist obendrein ein sehr persönliches Buch, weil es Duecks Erfahrungen auf seinem Weg bis zum CTO der IBM widerspiegelt. Ein paar mehr Referenzen und Literaturverweise hätten dem Buch aber nicht geschadet. Trotzdem: Eine spannende Lektüre von einem Autor, der (a) etwas zu sagen hat und (b) ein schelmischer Meister des Storytelling ist.

Ein zentraler Bestandteil des Buches ist Duecks Resistenzmodell in dem er aufzeigt wie sich eine Innovation über die Zeit in verschiedenen Personengruppen (Protagonisten, OpenMinds, CloseMinds und Antagonisten) durchsetzen muss um erfolgreich zu sein. Es gilt eine kritische Hürde (“Chasm”) zu überwinden bis eine Innovation zum Selbstläufer wird. Während BWLer ihre Modelle gerne in Matrix-Form aufbauen, um die Welt zu erklären, verwundert es nicht, dass Dueck als Mathematiker sein Resistenzmodell auf einer Gauß-Kurve aufbaut. ;-)

Dueck zeigt nüchtern die geringe Erfolgswahrscheinlichkeit von Innovationen: Demnach hat ein Startup, das von einem Erfinder aufgesetzt wird eine Erfolgswahrscheinlichlichkeit von 5%. wenn Management-Know-How und Expertise hinzukommen, steigert sich die Quote auf 11% oder zu Deutsch: 89% aller unter besten Bedingungen gestarteten Innovationen scheitern. Bei diesen Zahlen muten Erfolgsbetrachtungen aus dem Projektmanagement, wie der CHAOS-Report der Standish-Group, plötzlich als Best Practice an (was sich aber leicht erklären lässt, weil nicht jedes Projekt hochgradig innovativ ist).

Und konsequent erinnert er uns daran auf was es wirklich ankommt:

- Leidenschaft
- 100%-iges Engagement
- Unterstützung
- Meisterschaft
- Aktive und passive Prozesskompetenz
- Die Schaffung eiens geeigneten Kräftefeldes
- …

Duecks Management-Kritik gipfelt in seiner fiktiven, sarkastischen Betrachtung eines Vice-President Innovation in einem beliebigen Großunternehmen. Und dementsprechend gibt Dueck auch Tipps wie:

- Think and speak visionary, act evolutionary!
- Work underground as long as you can!
- Was du auch tust, tu es gut.

Als Gegenmodell zum klassischen Innovationsmanagement empfiehlt er eine Orientierung an der agilen Software-Entwicklung.

Und schließlich mündet Duecks Betrachtung in seinem Fazit von Innovation als Sisyphos-Arbeit:

„Innovation, die sich lohnen soll, muss als Herkulesaufgabe betrieben werden, mit voller Kraft. Innovation ist wie »Sisyphos schafft es doch.«“

Wie immer ist Dueck voller persönlicher Anekdoten und Bildern und die Lektüre lohnt sich nicht nur aufgrund seiner Qualitäten als Storyteller. Positiv übrigens auch, dass man mit Erwerb des gebundenen Buches auch das eBook erhält.

(Diese Rezension ist ursprünglich auf [...] erschienen.)
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