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Kundenrezensionen

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am 20. Juni 2008
Fußball und Wirtschaft haben also laut dem deutschen Management-Guru Reinhard Sprenger mehr miteinander zu tun als man gemeinhin annimmt. Überall scheint es da Parallelen zu geben: bei der Auswahl der Teammitglieder (bzw. Spieler), bei der Kundenorientierung (bzw. den Fans die eine Mannschaft begeistern soll) oder bei der Kollegialität (bzw. dem Teamgeist).

Das ist jetzt alles nicht grundsätzlich als falsch zu bezeichnen. Im Gegenteil: Einem Großteil der von Sprenger vertretenen Thesen würde ich spontan zustimmen. Es ist aber die klare Einschränkung zu machen, dass dies alles sehr allgemeine (man könnte vielleicht auch sagen oberflächliche) Weisheiten sind, die er da zum Besten gibt. Klar, heutzutage muss sich ein Sachbuchautor gut vermarkten, die Frage ist da nur, wo die Grenze zwischen Sachbuch und Entertainment ist und inwieweit Sprenger diese mit diesem Buch nicht überschritten hat. Irgendwie hat das Buch Parallelen zu Bastian Sick und dessen Veröffentlichungen (Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod): Auch der widmet sich einem ernsthaften Thema, hat auch einige gute Punkte auf seiner Seite, betreibt aber in erster Linie Entertainment für eine möglichst breite Maße und nicht unbedingt eine wirklich sachliche und rein inhaltlich getriebene Auseinandersetzung mit der Thematik.

Das ist jetzt alles an sich nichts schlechtes, ein gutes Sachbuch macht dies aber noch lange nicht. Letztlich steht in diesem Buch nichts drin, was jemand der halbwegs was von Wirtschaft versteht und einen gesunden Menschenverstand hat, nicht auch so weiß. Inhaltlich werden hier also keine neuen, anregenden oder gar provokativen Thesen präsentiert. Einzige altbekannte Führungsweisheiten die wie ich offen zugebe durchaus geistreich mit dem Thema Fußball verknüpft werden.
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Hallo,
dieses Hörbuch ist tatsächlich ein Management-Hörbuch. Und eines, das man nicht nur einmal anhört.
Ich habe mittlerweile mehr als 100 Management-Hörbücher. Dieses habe ich jetzt schon 3 Mal angehört. Das will etwas heissen.
Reinhard Sprenger schafft es, seine zentralen Management-Konzepte in allgemeinverständliche Metaphern umzusetzen. Er hat sich in der Fussballwelt informiert. Er pickt sich die relevanten, und meist auch allgemein bekannten Beispiele aus der Fussballwelt der letzten Jahrzehnte heraus, die seine (m.E. sehr sehr relevanten) Thesen zu Management untermauern. Das sitzt!
Die Thesen seiner bisherigen Bücher sind hier eigentlich nur noch einmal wiederholt - aber die Bilder, die er dafür findet, sind für jeden sofort verständlich der auch nur ein ganz klein wenig von Fussball versteht.
Das Buch/Hörbuch ist v.a. für diejenigen wichtig, die Sprenger's Thesen bislang gelesen und willkommen geheissen haben, aber sie nur unzureichend in ihre Organisation bringen konnten.
Wer also seinen Vorgesetzten Sprenger's "neue" Management-Strategie verständlich machen will, findet hier genau die richtge Munition!
Ich hab's probiert - und es hat funktioniert....
vg
H. Hellwig
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am 8. Februar 2010
Während ich als evangelischer Pfarrer gerade ein Buch ausbrüte: "Warum ist der Fußball so spannen und die Kirche so langweilig?" stoße ich auf das Werk von Reinhard K. Sprenger. Dieses Buch ist genial! Am lebendigen Beispiel des Fußballgeschehens Führungsschwächen und -stärken herauszustellen, macht das Lesen spannend und überzeugt den ansonsten kritischen Leser. Wenn ich zu sagen hatte: Dieses Buch zu lesen und in den Gemeinden zu diskutieren wäre für alle meine Theologenkollegen aus Kirche und Freikirche ein Muss.
Dr. Klaus Eickhoff
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am 20. April 2008
Eine Art Zusammenfassung all seiner Buecher (von "Mythos Motivation" ueber "Prinzip Selbstverantwortung" bis "Vertrauen fuehrt", ect.) vereint dieser neue Band Reinhard K. Sprengers. Und gerade sein Ansatz, stark von der Philosphie und Paedagogik kommend, seine Erfahrung als Managementberater mit den Erkenntnissen aus der Analyse der (Management) Strategien im Fussball zu kombinieren, macht das Buch so spannend und lesenswert.

Es tauchen in dem Buch alle die zentralen Themen wieder auf, denen sich Sprenger in seinen bisherigen Buechern gewidmet hat: der Moeglichkeit oder der Unmoeglichkeit von Motivation, dem Stellenwert der individuellen Eigenverantwortung, der Wirksamkeit oder Unwirksamkeit, ja bisweilen sogar Schaedlichkeit von finanziellen Anreizsystemen und der Bedeutung von Vertrauen als Fuehrungsinstrument im Gegensatz zu gesteigerten Kontrollmechanismen.

Sprenger zeigt in dem Buch die Analogien zwischen der Entwicklung des modernen Fussballspiels und der modernen Wirtschaft auf. Beide vor allem durch eines gekennzeichnet: ein stetig steigendes Tempo sowie sich staendig veraendernder Umweltbedingungen. Gerade um dieser gesteigerten Geschwindigkeit zu begegnen sieht er als Loesung den Anteil des vertrauensbasierten Handelns zu erhoehen im Gegensatz zu den heute so oft in die Sackgasse fuehrenden Methoden alle Handlungen immer mehr zu verregeln und zu kontrollieren.

Seine These ist dabei, und das versucht er durch viele Analysen wichtiger Fussballspiele der letzten Jahrzehnte zu belegen, dass Vertrauen und besonders Selbstvertrauen immer wichtiger werden. Dass gerade in diesem geaenderten Umfeld Innovation und die Bedeutung der individuellen Eigenschaften eingebettet in ein Konzept von Teamgeist und besonders in Hochleistungsteams durch ein "Fuereinander" und nicht nur durch ein "Miteinander" wichtig sind.

Er arbeitet auch einige Begriffsklaerungen sehr gut heraus: etwa den Unterschied zwischen dem Leistunswillen (Motivation), der Leistungbereitschaft (Koennen) und der Leistungsmoeglichkeit (Chance). Dabei ist der Hinweis sehr wesentlich, dass haeufig zwischen Leistung und Erfolg nicht differenziert wird, wober Erfolg nicht alleine von Leistung abhaengt und auch nicht planbar ist.

Sprenger weisst auch anhand von Studien nach, welchen nachteiligen Einfluss gerade indivuelle Anreizsysteme auf die Teamleistung haben und wie sehr diese auch die Risikobereitschaft und Innovationsfreudigkeit negativ beeinflussen koennen. Und wie haeufig durch den Einsatz von unrealistischen Zielvorgaben anstatt realistischer Zielvereinbarungen Angst vor dem Versagen entsteht und ebenfalls die Innovationsfreudigkeit und Risikobereitschaft gesenkt werden.

Wie ueberhaupt der Umgang mit Fehlern eines der Schluesselthemen im Fussball sowie in der Wirtschaft ist. Sprenger zeigt auch wie sehr sich Erfolg und Niederlage einander bedingen. Wie gerade in der Niederlage die Basis fuer einen neuen Erfolg steckt.

Besonders ausfuehrlich analysiert Sprenger die Rolle und Beziehung von Trainer und Team und belegt dies mit vielen Fallbeispielen aus der juengeren Fussballgeschichte. Viele Beispiele wo Management vom Fussball lernen kann. Gerade wenn es um Kommunikation, den Umgang mit Emotion sowie "bewegendem" Management im Gegensatz zu "coolem" Management geht, das heute oft sichtbar ist und sich durch eine trockene, die Herzen der Menschen nicht mehr erreichende Sprache auszeichnet.

Ein Buch fuer Fuehrungskraefte aller Art, besonders wohl aber fuer alle, die mit der Auswahl und den richtigen Einsatz von Mitarbeitern befasst sind. Und wenn jemand einen schnellen Zugang zu den zentralen Thesen Sprengers haben will, dann ist dieses Buch besonders zu empfehlen. Ich empfehle es auf jeden Fall meinen Studenten in einer Lehrveranstaltung fuer "Effektives Management und Teamarbeit", denn ich kann viele der Erkenntnisse Sprengers auch aus meiner Management Praxis nur vielfach bestaetigen.

Ein kleines Nachsatz: bei den Zahlanangaben auf Seite 162 duerfte sich ein kleiner Fehler eingeschlichen haben, aber vielleicht kann der Verlag das in einer Neuauflage korrigieren. :-)
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Herrjeh, dachte ich zuerst, als ich den Buchtitel zum ersten Mal sah. Nun muss der Sprenger also auch noch auf den Euro 08-Zug aufsteigen. Aber kaum machte ich mich missmutig an die Lektüre, bemerkte ich meinen Irrtum. Reinhard K. Sprenger hatte diese Idee schon länger im Kopf. Und dass er schon ein paar Jahre lang recherchierte, war schnell klar. Denn er verarbeitete nicht nur die im Literaturverzeichnis aufgeführten Werke, sondern kam durch intensive Beschäftigung mit der Fussballwelt auf Analogien zur Wirtschaftswelt, die mit Abkupfern nichts zu tun haben. Und dort, wo er sich auf die Schultern anderer stellt, teilt er es seinen Lesern mit. Dass er sein Schlussresultat dann veröffentlicht, wenn ein Grossereignis die Aufmerksamkeit erhöht, ist einfach gutes Marketinghandwerk.

Auf Sprenger wurde ich wohl die meisten aufmerksam, als er "Mythos Motivation" veröffentlichte. Aber meine Sprenger-Begeisterung erhielt einen argen Dämpfer, als er mit "Die Entscheidung liegt bei dir!" die Vorstellung bestärkte, der Mensch sei letztlich für sein Schicksal selber verantwortlich. Jetzt bin ich wieder versöhnt. Denn in "Gut aufgestellt" lese ich wieder Sätze, die eher meinem Weltbild entsprechen. Nicht alles ist mach-, mess- und planbar. Rezeptbüchlein und genaue Zielbeschreibungen gibt es nicht. Und das Einhalten ethischer Werte führt nicht automatisch in die Sackgasse, sondern langfristig zum Erfolg, sofern man das Handwerk beherrscht und die notwendige Portion Glück hat.

Was ich an Reinhard Sprenger schon immer mochte, ist sein Mut zur Einfachheit. Statt seine Leser mit komplizierten Analysen und Theorien zu langweilen, setzt er auf die Kraft von Geschichten und Analogien. Und was eignet sich dazu besser als das Spiel aller Spiele. Von Fussball haben alle eine Ahnung. Selbst die Leser, die mit der Kickerei nichts zu tun haben wollen. Ich hatte bei der Lektüre meinen Spass, Aha-Erlebnisse zuhauf und die Bestätigung, mit meinen Ansichten nicht allein zu sein. Nur die Kapitelüberschriften fand ich missglückt. Den unter der Überschrift "Fankurve" möchte ich etwas über Fans erfahren ' oder über Kunden. Aber nur wegen eines Fehlpasses gleich das ganze Spiel zu kritisieren, wäre peinlich. Da Reinhard Sprenger das Buch ebenfalls zitiert, wird er mir bestimmt verzeihen, dass ich diese Besprechung als Werbespot für ein anderes Werk benutze. Lesen Sie bitte auch Gunter Gebauer, Poetik des Fussballs.

Das Hörbuch: Inhalt dramaturgisch gut bearbeitet und vertretbar gekürzt. In Peter Lohmeyer einen echten Fussballfan als Sprecher engagiert. Super. Weniger toll fand ich die weibliche Stimme für die Ansagen und Zwischenstücke. Sie erinnert mich nicht an Fussball, sondern an einen Kurs im schön und nett Formulieren. Aber da ihr Part nicht bestimmend ist, empfehle ich die Audiofassung ebenso gerne wie das Buch. Das Gedudel zu Beginn ist übrigens das Hör-Logo vom Campus Verlag.

Mein Fazit: Wer wissen möchte, was moderner Führungsstil ist und nicht zu den Fussballhassern gehört, muss den neuen Sprenger lesen. Nicht zuletzt deshalb, weil er ganz offensichtlich die Erfahrung gemacht hat, dass sich menschliche Persönlichkeitseigenschaften kaum verändern lassen. Wenn man diese Einschätzung teilt, kann man nur am Umfeld und bei den Strategien ansetzen. Wie das in der konkreten Praxis aussehen könnte, steht in diesem Buch.
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am 11. Juli 2011
Ich mag Wirtschaftsbücher nicht, die in "amerikanisch-chaotischem" Stil verfasst wurden. Aneinanderreihung kleinster Kapitelüberschriften und am Ende eines Großkapitels muss man erst schauen, wie das Hauptthema des Kapitels lautete. Hier sind ähnliche Tendenzen erkennbar, ABER: Das Buch liest sich prima, schnell und unterhaltsam. Warnung: Dies ist kein wissenschaftlich fundiertes Buch und nicht alle Thesen sind zu vertreten. Wenn beispielsweise empfohlen wird, dass man im Wettkampf die Leistung des (besseren) Konkurrenten (also der siegreichen Mannschaft) anerkennen soll und dies auch kund tun soll, so ist das eine lobenswerte Einstellung. Dies aber auf den Unternehmensalltag zu übertragen ist tödlich für das Unternehmen. Applaus spenden, die Leistung anerkennen und dem Konkurrenten zum Sieg gratulieren sind bereits im Sport nicht immer die Abläufe des Fair Play nach Spielende. Nun denken wir aber an den Unternehmensalltag: Den Konkurrenten eines ählichen Produktes zum Erfolg am Markt gratulieren lasse ich mir mit großen Einschränkungen noch gefallen, ABER: Den Konkurrenten quasi anerkennend vorbei ziehen zu lassen, ist der Konkurs des eigenen Unternehmens. So weit darf es gar nicht kommen und wenn, dann muss man sofort gegen steuern. Große Teile des Buches enthalten dann Weisheiten, die so im Sport nichts Neues sind. Besonders gefallen haben mir aber die Anekdoten und die gesammelten Aussprüche berühmter Persönlichkeiten, für dessen Recherche und Sammlung der Autor allein schon ein Lob verdient hat. Hinzu kommen schließlich noch einige höchst interessante Gedanken und tatsächlich neuere Umsetzungen vom Sport zu den Unternehmen. Insbesondere das Kapitel "Mannschaft" hat mir imponiert. Endlich ein Autor, der sich gegen den Mainstream stellt und sagt, dass Prämien keine bessere Leistung schaffen. Tolles Beispiel: Welcher Fußballer steht vor dem Tor und denkt vor dem Torschuss, dass er den Ball ins Tor schießen sollte, da er eine Prämie dafür erhalten wird? NIEMAND ! Der Sportler ist Sportler und will das Tor erzielen und das Tor wird er auch ohne Prämie erzielen wollen. Geniale Umsetzung zur Wirtschaft: Prämien können zeitliche Anreize zur Mehrarbeit setzen, aber den Mitarbeiter machen sie nicht besser. Er kann es oder er kann es nicht. Zeitliche Mehrarbeit ist Fleiß, der Output wird dadurch nicht zwangsläufig besser. Auch die These, dass "Spitzenverdiener die Teamleistung drücken" ist bemerkenswert und eindrucksvoll geschildert. UND: Die "Personalauswahl ist alles" ist hervorragend herausgearbeitet worden. Hochbezahlte Spitzenfußballer einkaufen und Erfolg haben ist kein Selbstläufer. Im Gegenteil: Viele Beispiele des Scheiterns werden aufgeführt und auch, wie sie in Mannschaften wahllos zusammen gekauft worden sind. Mannschaften, die auf Nobodies setzten, sind erfolgreich geworden, weil die unbekannten Fußballer auf ihre wahren Fähigkeiten getestet worden sind und man hat erkannt, welches Entwicklungspotenzial in ihnen steckt. Sie wurden zu Stars und brachten den wahren Erfolg. Umsetzung zur Wirtschaft: Bei der Personalauswahl deutlicher auf die soft-skills achten, Teamfähigkeit usw. und das nicht unbedingt mit Tests zur Personalauswahl und psychologischen Konstrukten. Tolles Buch, zum fünften Stern fehlt teilweise der wissenschaftliche Hintergrund und die Tatsache, dass mir das Buch hervorragend gefallen hat, einige Menschen mit Fußball aber nichts anfangen können und daher das Buch als Lektüre von Beginn an ausscheiden wird. Schade, denn hier ist dem Campus-Verlag ein gutes Buch gelungen. Lob an den Verlag und den Autoren !
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am 1. Mai 2012
Habe das Buch gebraucht gekauft, es war im beschriebenen Zustand und kam in der angegebenen Zeit.

Zum Inhalt: echt lesenswert, regt viel zum Nachdenken an und stellt einige Management-Dogmen mit einem Augenzwinkern in Frage.
Und nebenbei lernt man (bzw. frau ;-)) auch was über Fußball.
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am 19. November 2008
Da hat sich der Herr Sprenger wirklich mühe gegeben und ein sehr lesbares Sachbuch geschrieben. Die Lesbarkeit und die Freude am Sport standen sicher im Vordergrund. Immer wieder musste ich nicken und dem Autor recht geben. Kaum hatte ich jedoch die Hoffnung, dass mich dieses Sprenger-Buch weiter bringt, da bemerkte ich, dass ich zwar immer noch immer mal nicken konnte, aber es fehlte etwas. Und es gab Widersprüche.
Sprenger beleuchtet viele verschiedene Punkte und legt dort den Finger in die Wunde und manchmal hat er sogar so etwas, wie einen Lösungsansatz. Aber es fehlt das umfassende Lösungskonzept. So betont er in einem Kapitel, dass die Mannschaft mehr sein muss als die Summe der Spieler - sie muss zu einem eigenen System, einem "TEAM" werden. Wer würde da nicht zustimmen. In einem anderen Kapitel fordert er eine Mannschaftsaufstellung, die von der Tagesleistung abhängt - keine Stammplatzgarantien. Was denn nun Herr Sprenger? Wie soll bei beständigem Wechsel der Spieler ein SpitzenTEAM entstehen? Das ist nur ein Beispiel für viele seiner Kapitel.
Nein, leider war es wieder nichts außer guten Fragen und Aufzeigen von wunden Punkten. Es wäre schön, wenn er sich mal trauen würde, ein Konzept aufzuzeigen. Immerhin ist es gut geschrieben mit reichlich Anekdoten aus der Fußballwelt. Konzeptlos aber nett.
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am 17. März 2008
Ich kann mich dem Vorrezensenten nur anschließen. Dieses Buch zu lesen bereitet jedem der es mit Unternehmensführung und Menschen zu tun hat große Freude. Einziger Wermutstropfen sind manchmal kleine Detailfehler (z.B. Werder Bremen = Deutscher Meister 2004 und 2001 (?) - schön wäre es gewesen!). Für Fussball-Fans (aber auch für Nicht-Fussballer) Pflichtlektüre!
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am 21. Juni 2008
Der promovierte Philosoph Reinhard K. Sprenger gehört zu den gefragtesten Managementtrainern im deutschsprachigen Raum. Mit seinem Buch „Mythos Motivation“ hat er sich vor Jahren auf dem Markt für Managementliteratur eingeführt. „Gut aufgestellt“ ist sein inzwischen siebtes Buch. Man könnte natürlich den Verdacht hegen, dass der Autor (oder sein Verlag) die Fußball-Europameisterschaft 2008 als Marketinghilfe nutzt, um Bekanntes in neuer Verpackung unters Volk zu bringen. Damit täte man Sprenger, der u.a. auch Sport studiert hat und seit seiner Jugend Fan von Rot-Weiss Essen ist, allerdings unrecht. „Gut aufgestellt“ bringt zwar management-theoretisch nichts Neues – aber die Assoziationen und Parallelen zum Fußball tragen sicher dazu bei, aufgeklärtes Verhalten bei Managern zu bestärken, zumindest bei denen, die mit Fußball etwas anzufangen wissen.

Da Manager immer noch in der großen Überzahl indes Männer sind, stehen die Chancen nicht schlecht, dass Sprengers Buch seine Leser findet bzw. Unternehmensberater mit seiner Hilfe Gehör bei ihren Auftraggebern finden. Denn Fußball kann immer noch als Männer-Domäne gelten. Die Gender-Frage handelt Sprenger übrigens – mit Blick auf den großen Erfolg der Frauennationalmannschaft – ganz cool ab. Nicht davon, dass Frauen die besseren Manager seien, will er uns überzeugen. Er plädiert nur dafür, dass in den Unternehmen ebenso wie beim Fußball die Männerdominanz als Relikt eines „historischen Rückstands“ irgendwann einem Normalzustand weicht: „Wirtschaftlich vernünftige Verhältnisse haben wir auf jeden Fall erst dann erreicht, wenn in den Unternehmen genauso viel weibliche Schwachleister Karriere machen wie männliche.“

Den Ball weiterspielen: Vertrauen macht schneller

Motivation und Vertrauen sind zwei große Themen in Sprengers Management-Philosophie. In einem Mannschafts-Wettbewerbs-Sport wie dem Fußball finden sich unter diesem Aspekt zahlreiche Parallelen zur Realität in Unternehmen, Organisationen und Arbeitsteams. Wie man es von Sprenger gewohnt ist, zerstört er zunächst einmal die Illusionen des Managements über dessen Motivationskräfte. Führungskräfte, so Sprenger, können nur die Möglichkeiten für Leistung bereit stellen, aber die Leistungs- und Einsatzbereitschaft des Mitarbeiters können sie kaum direkt beeinflussen. Ergo können Manager in punkto Mitarbeitermotivation mehr schlecht als gut machen. Trainer-Star Giovanni Trapattoni liefert Sprenger hierfür die Bestätigung aus dem Fußball: „Ein guter Trainer kann ein Team höchstens 10 Prozent besser machen“, soll der künftige Trainer der irischen Nationalmannschaft einmal gesagt haben, „aber ein schlechter Trainer macht ein Team 50 Prozent schlechter.“

Am Unterschied zwischen der deutschen Bundesliga und dem englischen Profifußball exemplifiziert Sprenger den Zusammenhang zwischen Vertrauen und Leistung. Seiner Ansicht nach macht zuviel Kontrolle die Unternehmen langsam und unbeweglich. Die Fußball-Analogie: „Sehen Sie den freien Mitspieler? Oder brauchen Sie nach der Ball-Annahme eine Ewigkeit, bevor Sie den Ball weiterspielen?“ Der schnelle Pass in den freien Raum basiert auf dem Vertrauen, dass alle mitspielen und ein gemeinsames Ziel haben. Diese Spielweise ist auf der Insel schon sehr viel weiter verbreitet als bei uns. Was man auch daran messen kann, dass Bundesligaspieler den Ball durchschnittlich 2,8 Sekunden behalten, britische Profis nur 1,5 Sekunden.

Sprengers Buch ist gespickt mit solchen Analogien, die man sehr viel leichter behält, als wenn die Thematik in der Sprache von Managementtheorien abgehandelt würde. Beispielsweise zeigt uns die Welt des Leistungssports Fußball auch, dass hervorragende Spieler nur in seltenen Fällen auch ebenso hervorragende Trainer werden. Es ist eben ein Unterschied, ob man dafür lebt, selbst eine Spitzenleistung auf dem Platz zu zeigen, oder ob man es motivierend findet, das Potenzial anderer zu entfalten. Während sich das in der Fußball-Welt schon ziemlich weit herum gesprochen hat, fehlt diese Erkenntnis in der Wirtschaftswelt noch weit gehend. Sprenger: „In keiner Sportart werden ehemalige Spitzenspieler derart naiv zu Trainern gemacht wie in der Wirtschaft.“

Fans wollen keine sicheren Siege: Es lebe der Wettbewerb

Der Vergleich zwischen Fußball und Wirtschaft ist natürlich auch auf strategischem Gebiet sehr reizvoll. Der Umgang mit Regeln, Fairness, Sportlichkeit und Wettbewerb steht im Fußball ja ständig auf der Tagesordnung. Entsprechend viele Parallelen kann Sprenger hier in seinem Buch ziehen. Und auch dabei schneidet der deutsche Fußball gegenüber dem englischen wieder schlecht ab. Zwar gilt die britische Art des Fußballs als hart und durch hohen Körpereinsatz geprägt. Aber Fairness als ein Verhalten, das den Spielraum, den Regeln lassen, nicht zum Nachteil des Gegners ausreizt, scheint in England doch tiefer in der Psyche der Fußball-Profis verankert zu sein als bei uns. Sprenger zitiert Dietmar Hamann, der als Profi des FC Bayern nach England ging und heute bei Manchester City spielt, mit der Beobachtung: „In England wird ehrlicher Fußball gespielt, es gibt keine Schwalben, hier fordert keiner eine Gelbe Karte für seinen Gegenspieler.“

Die Regeln des Fußballs sind ja auch gar nicht für ihn selbst da, sondern für den Wettbewerb und die Zuschauer. Sich an die Regeln zu halten, heißt im Grunde, den Wettbewerb zu lieben. Denn er ist es, der das Spiel spannend macht. Wissenschaftliche Studien, die Sprenger zitiert, haben gezeigt, dass bei Heimspielen die meisten Zuschauer kommen, wenn die Siegwahrscheinlichkeit der eigenen Mannschaft bei etwa 60 Prozent liegt. Fans wollen keine „sicheren“ Siege! Die international bedeutsame Mannschaft, die diesen Zusammenhang am allerbesten erkannt hat, ist der FC Barcelona. Sein Manager Ferran Soriano wird von Sprenger mit der Feststellung zitiert: „Es geht nicht darum, zu gewinnen, sondern zu unterhalten. Die wichtigste Aufgabe des Klubs ist es nicht, Geld zu machen, sondern etwas Gutes für die Gesellschaft zu tun.“

Keine Sponsoren auf dem Trikot: Vorbild FC Barcelona

Bezeichnenderweise ist es auch der FC Barcelona, der als einziger Verein seine Trikots nicht als Einnahmequelle nutzt. Auf den „Barca“-Trikots werben nicht Mobilfunk-Betreiber oder Energiekonzerne, sondern das Kinderhilfswerk Unicef, dem der Verein jährlich 1,5 Millionen Euro überweist. Der FC Barcelona habe erkannt, so Sprenger, „dass es im Kampf um profitable Marktanteile nicht mehr ausreicht, ein Starensemble zu finanzieren, den besten TV-Deal abzuschließen und die Meisterschaft zu gewinnen. Wichtig sind vielmehr die Werte, mit der die Marke aufgeladen wird, das Image des Vereins im umgebenden Meinungsklima und die Art und Weise, wie Siege zustande kommen.“

Nicht nur in Zeiten von Europa- oder Weltmeisterschaften wünschen wir diesem neuen Buch von Reinhard K. Sprenger viele Käufer und Leser. Vom Fußball lernen, heißt besser managen lernen. Dieses Buch zeigt, wie.
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