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am 14. Januar 2015
Dieser kurze Kommentar ist nicht als vollständige Rezension dieser Einführung in die Soziologie gedacht, sondern nur als Korrektiv zu einigen früheren Kundenrezensionen, die den Inhalt des Buches verfälscht darstellen.

Ohne Zweifel vertritt Esser in seiner Einführung eine ganz spezifische Sicht auf Gegenstand und Methode der Soziologie. Das steht aber nicht im Widerspruch zum Charakter einer Einführung, die, wenn sie hilfreich sein soll, auch einheitlich sein muss. Esser nennt und würdigt alternative Ansätze allerdings durchaus. Besonders sei hier auf seine eingehende Lektüre von N. Luhmann verwiesen, von dem er einiges übernimmt, nur eben nicht unhinterfragt oder vorbehaltlos.

Die Behauptung, Esser propagiere ein primitives Rational-Choice-Modell ist falsch. Esser unternimmt im Gegenteil den Versuch – wie erfolgreich sei hier nicht bewertet – den mikroöonomischen Rational-Choice-Ansatz mit solchen Handlungstheorien zu verbinden, welche die Wichtigkeit sozialer Normen und kulturellen oder subjektiven Sinns betonen.

Was den Vorwurf betrifft, diese Einführung behandle zu viel Grundsätzliches, das mit 'Soziologie' nichts zu tun hätten, sei auf den Untertitel "Allgemeine Grundlagen" verwiesen. Wer genaueres zu spezifischen soziologischen Problemen wissen will, sollte "Speziellen Grundlagen" (6 Bde.) des selben Autors konsultieren.

Was schließlich die Behauptung angeht, hier fehlten die Klassiker, hat diese Einführung entweder nicht in die Hand genommen oder ihre Fußnoten und Exkurse geflissentlich übersehen. Durkheim, Parsons, Weber und Mead (und wie sie alle heißen) werden durchaus gewürdigt, ihr Einfluß ist z.T. unübersehbar. Schlussendlich aber ist es gar nicht die Aufgabe einer aktuellen Einführung in ein Fach, dessen historische Prominenz in doxographischer Manier Parade reiten zu lassen. Dafür gibt es eigene Einführungen, die auch leicht zu finden sind.
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am 9. Juni 2012
Das Buch gibt sich als Überblicks- und Einführungswerk in die Soziologie aus. Dies ist es jedoch auf keinen Fall! Das Buch behandelt einige Themenkomplexe äusserst einseitig. So besteht fast die Hälfte des Buches über soziobiologische und biologische Theorien (u.a. der Evolutionsbiologie). Auch theoretisch geht Esser nur auf zwei grosse Theorien ein: Der Strukturfunktionalismus v.a. unter Parsons und der Systemtheorie v.a. unter Luhmann. Diese zwei Grosstheorien werden eigentlich vordergründig und schwerpunktmässig behandelt, andere Ansätze werden nur am Rande erwähnt. Zudem spricht er lange über ökonomische Rational-Choice-Theorien. Mich hat dieses Buch gerade darum gefreut, weil es einige wenige Blickwinkel fokussiert (Es gibt sehr wenige soziologische Lehrbücher, die sich dermassen intensiv mit der biologischen Seite der Soziologie befassen. Dies widerspricht jedoch in krasser Weise dem Titel "Allgemeine Grundlagen". Damit hat Esser das Thema wirklich um Kilometer weit verfehlt! Wie gesagt, es werden Hunderte Seiten lang einige wenige Aspekte und Themen herausgegriffen und teilweise wirklich zu Tode diskutiert.

Wer ein soziologisches Grundlagenwerk sucht, dem seien hier empfohlen: "Lehrbuch der Soziologie" von Joas, "Soziologie" von Giddens oder ein sehr spannend geschriebenes Buch: "Soziologie kompakt" von Feldmann.
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am 27. Dezember 2006
Dieses Buch bietet eine Einführung in die Soziologie. Nach einer Darstellung der Geschichte und Methoden werden die einzelnen "Ansätze" diskutiert, u. a. Systemtheorie, Kritische Theorie und Strukturfunktionalismus. (Eine Diskussion von Feminismus bzw. "Gender Mainstreaming" fehlt jedoch.)

Das Buch ist weder reduktionistisch noch oberflächlich. Der Autor lehnt die Mikro-Soziologie (die Gesellschaft gibt es nicht bzw. sie hat keine Auswirkungen) mit ihrem Homo oeconomicus ebenso ab wie die Makro-Soziologie (alles wird von der Gesellschaft bewirkt) mit ihrem Homo sociologicus. Diese Ansätze bereichern die Soziologie durch Einsichten, Begriffe und Klassifizierungen; sie können jedoch keine Erklärungen liefern.

Die soziologische Erklärung besteht demnach aus mehreren Schritten:

1. Die "Logik der Situation" beschreibt die Umwelt des Menschen in der Gesellschaft (z. B. Regeln, kulturelle Werte, Einkommen, Preise).

2. Der Mensch handelt gemäß einer Handlungstheorie (z. B. Nutzenmaximierung / "Rational Choice").

3. Das hat über Transformationsregeln Auswirkungen auf die Gesellschaft.

Die Mikro-Soziologie vernachlässigt die Schritte 1 und 3, während die Makro-Soziologie Schritt 2 übergeht. Deshalb können diese Ansätze nicht funktionieren. Der Autor zeigt, wie die soziologische Erklärung u. a. Scheidungsraten und Umweltverhalten erhellt. Aus den gewollten Handlungen des Menschen entstehen unbeabsichtigte Folgen für die Gesellschaft.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, weil es eine funktionierende Soziologie darstellt. Der Autor wendet sich häufig gegen Kollegen, die nur Begriffe erfinden oder etwas in Kategorien einordnen, ohne wirklich eine Erklärung zu suchen. Als Wirtschaftswissenschaftler hat mich besonders das Kapitel über die korrekte wirtschaftswissenschaftliche Darstellung des Handelns in der Gesellschaft gefreut (Ferguson und die "österreichische Schule" von Menger). Die "österreichische Schule" verzichtet nämlich auf die neoklassischen Annahmen u. a. der vollständigen Information und des sofortigen Marktgleichgewichtes und ist deshalb näher an der Realität.
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am 5. Februar 2009
Die "Allgemeinen Grundlagen" sind ein ganz hervorragender Einstieg in die Soziologie. Und wer Lust auf Mehr hat, sollte sich unbedingt auch die "Speziellen Grundlagen" ansehen.

Esser versteht es, die wesentlichen Aspekte soziologischer Theorie und Praxis (nicht allein aus RC-Brille!) kurz und prägnant darzustellen. Klassiker und moderne soziologische Theorien werden nicht wie in anderen Einführungen Vertreter für Vertreter, Schule für Schule "abgenudelt", sondern jeweils in sinvolle thematische Kontexte (Handeln, Normen, Institutionen, etc.) eingebettet und diskutiert.

Rational Choice dabei als roten Faden zu wählen, ist ein gelungenes Konzept. Im zugrunde liegenden RC-Ansatz Colemanscher Prägung liegt m.E. das größte Potenzial soziologischer Erklärungsversuche; unter anderem da eine Brücke zwischen Mikro- und Makroebene geschlagen wird, (was man in der ökonomischen Theorie oftmals noch vermisst).

Kurz, ein Buch, das frei nach dem Motto "Ein bisschen Soziologie schadet nie!" Lust auf mehr macht.
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am 25. April 2009
Essers Problemstellung der 80er und 90er Jahre, die in diesem Buch nur implizit zum tragen kommt, ist die Verbindung von empirischer (quantitativer) Sozialforschung und (erklärender) Theorie. Die Praxis der Sozialforschung ist zumeist dadurch geprägt, dass sie Datensätze mit ad hoc-Thorien verbindet oder gar durch Statistikprogramme Modelle aufgrund von Korrellationen etc. anfertigen läst. Gesellschaftliche Phänomene (Aggregate von Handlungen und ihren beabsichtigten und vor allem auch unbeabsichtigten Folgen) sollen nach Esser jedoch einer Tiefenerklärung zugeführt werden.

Dies versucht Esser zu erreichen, indem der die Theorie der Erklärung (Hempel) und das Falsifikationsprinzip (Popper) zum methodischen Ideal der Soziologie erhebt. Das methodische Gewissen des Sozialforschers überantwortet Esser damit dem kritischen Rationalismus.

Die (nicht-)intendierte Folge eines solchen Vorgehens ist, dass die Soziologie implizit auf eine spezifische Theorie des Sozialen festgelegt ist, die ihre Urspünge im methodischen Individualismus (Schumpeter) der schottischen Moralphilosophie (Hume, Smith) hat. Esser geht es dabei durchaus um eine Reduktion situationsspezifischer sozialer Phänomene auf eine situationsunspezifisches Handlungstheorie, die im Rahmen von Essers Theorie soziologischer Erklärungen das immergleiche Erklärungsprinzip liefert. Welche Handlungtheorie in ein Erklärungsmodell eingefügt wird, bleibt dem Forscher überlassen. Esser präferiert eine elaborierte Form des Nutzenmaximierers. Dies ist kein Wunder, da sich über Nutzenskalen die Handlungstheorie mit formalen Modellen kombinieren läßt. Der Marginalismus läßt grüßen.

Die Soziologie ist aus der Kritik des einseitig ökonomischen Individualismus entstanden. Essers krude Umdeutung soziologischer Traditionen, deren Sinn darin liegt, die Leistungsfähigkeit seiner "Soziologie" darzustellen, zeugen von einem naiven Vertrauen in die Richtigkeit einer durchaus umstrittenen Wissenschaftstheorie. Damit löscht Esser die spezifisch soziologischen Problemstellungen aus, die der Disziplin ihre Daseinsberechtigung neben einer neoklassischen Wirtschaftswissenschaft geben. Essers Soziologie bleibt der bestimmten Problemstellung einer sozialtheoretisch abstinenten, quantitativen Sozialforschung verhaftet. Was Esser leistet ist eine bestimmte Kodifizierung wissenschaftstheoretischer Grundlagen für die empirische Sozialforschung. Sich dabei durch die (philosophische) Wissenschaftstheorie eines externen Methoden- und Theorieideals zu versichern, ist eine Strategie, die seit den 1960ern immer wieder in den unterschiedlichsten Wissenschaften im Namen der "Einheit der Wissenschaft" durchzusetzen versucht wurde. Was Esser ignoriert, ist die Geschichte der Soziologie als Geschichte der Problematisierung von philosophischen Methoden- und Theorieidealen durch die Sozial- und Gesellschaftstheorie.
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am 3. September 2001
Tja, leider löst einer der engagiertesten Vertreter der RC-"Theorie" keines seiner Versprechen ein, die er vorgibt, halten zu wollen. Ganz gemäß eines nörgeligen Kritischen Rationalismus erzeugt der Autor einen Wust von Behauptungen, zum Beispiel: "die Gesellschaft besteht aus Menschen", etc. ohne dafür auch nur ansatzweise Begründungen zu liefern. Das Hauptproblem des RC ist jedoch, dass er überflüssig ist für die Soziologie. An vielen Stellen jammert der Autor, daß die Soziologen nicht bzw. zu wenig auf den Grundlagen des Kritischen Rationalismus aufruhen. Warum sollten sie auch? erstens sind die entsprechenden Forschungsergebnisse alles andere als glasklar formuliert; zweitens haben die Ergebnisse eine erschreckend kurze Halbwertzeit - meist erhält mit hohem technischen klimbim-einsatz nur popelige Ergebnisse... Als Fazit kann gesagt werden: wer menschliches Verhalten mit Hilfe des RC-Ansatzes irgendwie deuten will, sollte gleich besser Wirtschaftswissenschaften (zum Beispiel: Ludwig von Mises) betreiben. Die können das allemal besser. Was Esser und Konsorten produzieren ist leider erschreckend dünn - es könnte am Ansatz liegen.
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am 29. August 2004
Nimmt man den Titel dieses Buches für bare Münze, dann hat Esser eindeutig das Thema verfehlt. Mitnichten handelt es sich hier um eine Einführung in die allgemeinen Grundlagen der Soziologie. Esser - latente oder manifeste? - Absicht, die nicht nur zwischen den Zeilen zu erahnen ist, sondern aus jedem einzelnen Absatz hervor geht, ist die Verengung der soziologischen Theorie auf ein einfaches, utilitaristisches und rationalistisches Modell. Man muss hier wirklich von „Absicht" sprechen. Esser liefert stellenweise eine leicht zu durchschauende und dazu noch: lächerliche Polemik - vor allem gegen Niklas Luhmann und Talcott Parsons - ab, die jedem „toleranten" Soziologie-Theoretiker die Haare zu Berge stehen lassen. Die gesamte struktur-funktionalistische (und umgekehrt) als auch die systemtheoretische Spielart der soziologischen Theorie wird in diesem Buch in der Art von „Wie kann man nur?!" als unbedeutend und noch viel krasser: als falsch zurückgewiesen. Statt einer fundierten Einführung in die soziologische Theorie, von der ich persönlich erwarte, ALLE vorhandenen Richtungen, zumindest unter dem ANSPRUCH wissenschaftlicher Objektivität dargestellt zu bekommen, ergeht sich Esser in einem individualistischen Reduktionismus, der einfach nur ärgerlich ist. Dazu gesellt sich noch theoretische Inkonsistenz. So stellt er zum Beispiel Gesellschaft EINZIG als das Ergebnis der Aggregation individuellen Handelns dar, bestreitet dagegen die Möglichkeit der Rückwirkung von Makrophänomenen auf das Handeln von Individuen. Und dass, obwohl er selbst im ersten Kapitel Michels ehernes Gesetz der Oligarchie darlegt, welches nur ein Beispiel für den Einfluss makrosozialer „Strukturphänomene" auf das individuelle Handeln ist. Es wäre nichts dagegen einzuwenden, schilderte Esser kritisch die von einigen (vielen?) Soziologen aufgestellte Behauptung von kollektiven Institutionen als „Wesen sui generis". Allein, er bestreitet dies, entfernt sich also mthin vom eigenen Anspruch einer „objektievn" Darstellung und ergreift im Gegensatz dazu Partei für ein eigenes (?), individualistisches Programm. Soziologie scheint für Esser vor allem Statistik und dabei Gesellschaft über 4-Felder-Matrizen erklärbar. So hält er etwa das Verhalten eines Mückenschwarms mit dem einer menschlichen Gesellschaft für vergleichbar. Das ist einfach nur lächerlich. Jedes individuelle Handeln ist laut Esser rational, ob intendiert oder nicht. Was Esser nicht berücksichtigt sind so basale soziologische „Kategorien" wie Kultur, Institution, Organisation, Sozialisation etc. Diese werden entweder als unbedeutend beiseite geschoben oder aber der für Esser wichtigsten Kategorie zur Erklärung von Gesellschaft, der Rationalität, untergeordnet. Das damit nur eine der vier Weberschen Arten des Handelns, des zweckrationalen nämlich „gehuldigt" wird, scheint ihn nicht zu stören. Weiteres Beispiel: auf der einen Seite ist ihm der radikale Konstruktivismus eine „Modeerscheinung", andererseits hält er Berger/Luckmanns „Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit" für das grundlegende soziologische Einführungsbuch usw. usf. Wer sich als junge Soziologie-StudentIn über alle Richtungen soziologischer Theorie informieren möchte oder muss, dem empfehle ich z.B. die Einführungsbücher von Morel, Kiss oder Kaesler. Gemessen an seinem Anspruch (Siehe Titel): Ein schwaches Buch!
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am 14. Oktober 2004
Ein ermüdendes langweiliges Buch. Anscheinend kommt "man" in Mannheim mit seinem Studium nur durch, wenn man viele dicke Klausuren schafft und auch sonst unsinnige Hürden überwinden muß, z.B. dieses Buch lesen. Von den Urvätern der Soziologie: M.Weber, G.Simmel, E.Durkheim mußte sich niemand weder den einen noch den anderen Tort antun. Der wesentliche Unterschied ist nämlich, daß auf immer und ewig diese Grounding Fathers gelesen werden, während Esser und seine Mode"theorie" bereits in spätestens 20 (?) niemand mehr kennt.
Tja, solche Meinungen fängt man sich als Autor (preisgekrönter), wenn man in seinen Bücher selbst kräftig austeilt.
Schade um das viele Papier, denn das gesamte Oeuvre des "Meisters" ist verschwendet. Schade schade
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am 7. September 1999
Gehasst, verdammt, vergöttert - so könnte man wohl die Lage von "Rational Choice" in Deutschland beschreiben, jenem Forschungsprogramm, was Ernst macht mit der Einheit der Sozialwissenschften, das kollektive Phänomene durch die Aggregation der unintendierten Folgen absichtsvoller individueller Handlungen erklärt und auf eine einzige Handlungstheorie, nämlich der Theorie des subjektiven Erwartungsnutzens, aufbaut. Mögen auch besorgte Kritiker schon von "Paradigmenimperialismus" sprechen, Esser ist in Deutschland einer der wichtigsten RC-Fürsprecher, und dieses Buch liefert genügend Diskussionsstoff.
Aufgemacht ist es weniger wie ein übliches Lehrbuch, sondern der Autor wirft den Leser sofort ins kalte Wasser, wenn er anfangs fünf sozialwissenschaftliche Probleme stellt: So etwa: Warum sank die Scheidungsrate in Deutschland nach 1950 und steigt seitdem kontinuierlich bis auf eine Anomalie 1977 an? Warum sind umweltmoralische Apelle so unwirksam, obwohl doch jeder davon profitieren würde? Wieso kam es in so kurzer Zeit zu einem so großen Anwachsen der Montagsdemonstrationen in Leipzig?
Diese Fragen sind der Einstieg in die Soziologie. So gibt es zuerst einen Kurzeinführung in die Wissenschaftstheorie, speziell die Logik sozialwissenschaftlicher Erklärungen. Die Frage nach der Handlungstheorie führt zu den biologischen und anthropologischen Grundlagen des Menschen. Und weiter werden Themen wie Demographie und Soziologie, der Zusammenhang zwischen Wirtschaft und Gesellschaft, Kooperationsentstehung, Funktionalismus, Systembegriff und Strukturen der Gesellschaft behandelt, immer mit der Absicht, bisherige Ansätze nicht zu ignorieren sondern zu integrieren. Da trifft Max Weber auf Alfred Schütz und Karl Popper, wird Norbert Elias mit James Coleman verglichen. Allerdings fasst Esser die "Großen" der Zunft nicht mit Samthandschuhen an, wo er außer "Wortmagie" wenig findet, sagt er dies auch deutlich und drastisch, etwa wenn es um die luhmannsche Systemtheorie geht.
Übrigens: Wer nach der Lektüre noch immer nicht zum RC-Anhänger bekehrt wurde, der darf sich über Essers nahende fulminante Fortsetzung "Soziologie - Spezielle Grundlagen" aufregen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 10. Dezember 2000
Den Nicht- Soziologen wird an Essers 6-bändigem Werk sofort die Klarheit und Verständlichkeit der Sprache und Gedanken auffallen, was bei den Sozialwissenschaftlern nicht immer vorausgesetzt werden kann. Esser bietet einen tiefgehenden Überblick über sämtliche Bereiche der Soziologie von außerordentlich hoher Qualität. Seine Perspektive ist eher eine naturwissenschaftliche, was sehr zur Erleichterung beiträgt und seine Literatur einem fachfremden Publikum öffnet. Seine Sprache ist manchmal recht ironisch, ohne jedoch unsachlich zu werden. Mit Blick auf die Kollegen, lässt sich Ironie auch nicht immer ganz vermeiden. Esser gelingt es, Interesse an seinem gesamten Werk zu wecken, so dass jemand, der einmal den ersten Band gelesen hat, schnell zum Lesen sämtlicher weiterer verführt wird. Es wäre zu wünschen, dass die Soziologie generell von dieser Qualität wäre. Sehr gut.
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