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am 25. März 2010
Kurz zu meiner Motivation, das Buch zu lesen: Ich arbeite u.a. als Trainer, Projektcoach und Lehrbeauftragter zum Thema Projektmanagement/Leadership mit Studierenden und jungen Führungskräften. Ich stelle zunehmend fest, dass z.B. ein sauberes Feedback als persönliche Beleidigung aufgefasst wird. Dass Bereitschaft zur mittel- und langfristigen Leistung fehlt. Eine befriedigende Note wird als Ergebnis eines Semesters mit einem einzigen Leistungshöhepunkt als vollkommen unangemessen interpretiert - eskaliert wird gleich auf höchster Ebene. Das zu meinen Beispielen, wo ich konkrete Unterstützung von dem Buch erwartet hatte.

Diese Erwartungen wurden voll erfüllt. Zunächst nehme ich mit, dass es um das Thema psychische Reife geht. Okay, mit den entsprechenden Ausführungen verstanden. Da kann ich als Coach nun anders damit umgehen. Mir ist bewusst, dass ich hier (bei manchen) anders damit umgehen muss. Meine Erwartungen korrigieren muss. Mit patzigen Rückmeldungen anders umgehen muss (was für mich auch heißt, das bei mir anders einzusortieren). Hier waren auch gerade die Fallbeispiele von Isabel Thielen aus der Sichtweise der Personalleiterin besonders hilfreich. Mein Job ist hier, eine "Nachreife" zu ermöglichen - damit komme ich klar. Was ich dann noch brauche, sind konkrete Handlungsansätze. Ich bin in meiner Rolle (und meinem Verständnis) als Projektcoach so unterwegs, dass ich z.B. den Studierenden eine lange Leine für ihr eigenes Projekt gebe. Was in letzter Zeit zunehmend auf Unverständnis und Konflikte stösst. Aus dem Buch nehme ich nun durchaus konkrete Handlungansätze für mich mit. Und das bedeutet, dass ich - einige - z.B. enger begleiten werde. Eine stärkere Beziehung aufbauen werde. Mehr Anleitung geben werde, also durchaus trainieren werde statt nur tun lasse.

Und bevor nun wieder einige loslegen, das sei alles nichts Neues: natürlich wird auch hier nicht die gesamte Entwicklungspsychologie neu erfunden, das geht nicht, das ist auch nicht die Zielsetzung und bringt der anvisierten Leserschaft keinen Nutzen.

Aber: mir wurden Fakten bewusst (Nachreife nötig), konkrete Ansatzpunkte genannt, Beispiele gezeigt (mir geht's nicht allein so). Und das in angenehmem (d.h. nicht belehrendem, sondern die Betroffenen wertschätzenden) Stil.

Somit sind in Summe meine Erwartungen vollständig erfüllt. Das Buch ist angenehm und spannend zu lesen, der Schreibstil ist unglaublich präzise (wirklich beeindruckend!) und klar. 5 Punkte.
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am 24. März 2010
Wer selber Kinder hat, die auf der Schwelle zum Erwachsenenleben stehen, wird sich selbst, die (fast erwachsenen) Kinder und zahlreiche Alltagssituationen in dem Buch wiederfinden. Thielen und Winterhoff zeigen mit großer Kompetenz und Klarheit genau die Probleme auf, die nicht nur Familien sondern die ganze Gesellschaft betreffen. Man erfährt, dass man nicht alleine ist mit bestimmten Phänomenen, und dass es Wege gibt, mit der Gesamtproblematik umzugehen und Lösungsmöglichkeiten zu finden. Ein starkes Buch, das Mut macht und Hilfe anbietet!
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am 31. August 2010
Vielen Dank für dieses Buch, dass meinen Alltag als Ausbildungsleiterin sehr treffend beschreibt. Alle paar Seiten musste ich nicken und feststellen: Ja, genau so ist es. Genau mit diesen Herausforderungen sind wir imm Alltag konfrontiert. Ich bin froh um die neu gewonnene Sichtweise, dass Maßregeln und an die Vernunft der jungen Leute zu appellieren alleine nicht helfen wird. Ich investiere nun mehr Zeit in Gespräche zur Konfliktklärung, Verstehen und Beraten der Auszubildenden und Beraten und Unterstützen meiner Ausbilderkollegen. Ich hoffe, dass ich die investierte Zeit in Zukunft dafür weniger in Kritikgespräche und Abnahnungen stecken muss.
Ein neues Phänomen, dass es in dieser Ausprägung bisher nicht gab, ist ganz klar bei uns im Ausbildungsalltag angekommen: Die kritisierende, wenig reflektierte Einmischung der Eltern.
Wie wir mit unsern Azubis besser klar kommen, ist für mich durch das Buch deutlich klarer geworden. Ich wünsche mir, dass die Autoren ihre Gedanken in künftigen Büchern weiter führen und Anregungen für eine wertschätzende und dennoch klare Abgrenzung gegenüber aufgebrachten Eltern geben (die z.B. der Meinung sind, jeder Bewerber - und insbesondere ihr Kind - hätte ein Anrecht(!) auf ein Vorstellungsgespräch).
Das Buch ist sehr lesenswert für alle, die mit jungen Leuten an der Einstiegsschwelle in den Beruf zu tun haben. Ich habe mich (endlich) sehr verstanden gefühlt und sehr nützliche Ideen gewonnen. Danke!
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am 30. Januar 2011
Zu sechst begannen sie im August die Ausbildung. Nach vier Wochen hatten fünf der angehenden Köche bereits 'das Handtuch geworfen.' M. Winterhoff und I. Thielen widmen einem augenscheinlichen Dilemma: Immer mehr junge Menschen scheitern im Leben und im Beruf. Ausbilder, Lehrer und Erzieher attestieren ihnen mangelnde Ausbildungsreife. Was ist die Ursache für dieses Defizit? Die Autoren arbeiten sich mit zahlreichen Alltagsgeschichten an die Wurzel des Problems. Ihre These lautet: Die jungen Menschen sind in ihrem Reifegrad im Vorschulalter hängen geblieben. Sie sind psychisch unreif, weil sie zu partnerschaftlich erzogen worden. Die damit verbundene Gesellschaftsanalyse ist brillant. Es besteht ein gravierender Mangel an bewusster Beziehungsarbeit. Die Autoren fordern: Eltern sollen ihren Kindern 'nicht vorrangig Freund, Partner und Mentoren, sondern Schutzengel, Leitfigur und Begrenzung im positiven Sinne sein'. Warum dann am Schluss das Mantra Ganztagesbetreuung 'gebetet' wird, dass genau diesen Beziehungsvakuum nie erfüllen wird, bleibt mir ein Rätsel. 'Persönlichkeiten statt Tyrannen' ' ein erhellendes Muss für Eltern, Erzieher, Meister, Lehrer und Ausbilder, damit Jugendliche nachreifen können.
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am 26. März 2010
Ein interessantes Buch, das zum Nachdenken anregt, den Blick schärft und im Hinblick auf die aktuelle bildungs- und arbeitspolitische Situation neue und wertvolle Denkanstöße geben kann.
Bleibt zu hoffen, dass es nicht nur bei Denkanstößen bleibt, sondern Wege in eine konstruktive Auseinandersetzung mit diesem Thema eröffnet werden. Dann können in Zukunft entsprechende Konsequenzen daraus gezogen werden sowie Modelle und Projekte in der praktischen Umsetzung folgen. Auf jeden Fall lesenswert!
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am 25. März 2010
Als Ausbilderin kann ich viele Punkte in dem Buch aus persönlicher Erfahrung bestätigen. Vor dem Hintergrund der erschreckenden Ergebnisse des "Berufsbildungsberichts 2010" ist dieses Buch ein wichtiger Beitrag zur aktuellen Diskussion. Herr Winterhoff und Frau Thielen beschreiben, analysieren und geben hilfreiche Denkanstöße. Lesenswert.
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am 19. August 2012
Wer seine Bücher kennt und seinen Schreibstil mag, der wird auch dieses Buch wieder mögen.

Bei mir hat das Buch meine Erwartungen genau erfüllt, aber eben auch nicht übertroffen.
Es lässt sich wie gewohnt leicht lesen, ein ruhiger Nachmittag reicht dafür tatsächlich aus
und ich hatte viele siehste...!", eben...!" und genauso ist es...!" Erlebnisse. Und fühle mich nun wieder etwas mehr darin bestätigt,
bei der Erziehung meiner Kinder auf einem guten Weg zu sein.
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am 21. April 2014
Man muss für dieses Buch zuerst den ersten Band lesen ("Warm unsere Kinder Tyrannen werden").
Darin erhält man eine nachvollziehbare möglich Erklärung für das Verhalten unserer heutigen Jugend.
Hat man den ersten Band gelesen, ist das zweite Buch die logische Konsequenz, die sich bei der beschriebenen Erziehung für die Arbeitswelt der Jugend ergibt.
Das Buch ist etwas langatmig, man könnte es auf wenigen Seiten zusammenfassen. Aber dann wäre es kein Buch mehr und es würden die anschaulichen Beispiele womöglich fehlen.
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' Inhalt und Ziel des Buches:

Endlich - so war mein erster Gedanke als ich auf das neue Buch von Michael Winterhoff gestoßen bin - verbindet jemand "persönliche Reife" Jugendlicher mit dem wichtigen Thema Berufseinstieg. Um über den eigenen, kinderpsychiatrischen Tellerrand hinaus zu gucken, hat Winterhoff Isabel Thielen als Co-Autorin ins Boot geholt. Sie ist Personalleiterin in einem Medienunternehmen.

Winterhoffs Ziel ist, zum einen eine Diskussion über Ausbildungsreife und Berufseinstieg sowie die Folgen mangelnder Reife im Berufsleben anzuregen. Dazu führen die Autoren viele Beispiele Jugendlicher nebst Verhalten im Betrieb an.

Außerdem geht es den Autoren darum, dass Ausbilder, Lehrer und Vorgesetzte verstehen, warum sich Azubis wie verhalten. Der Leitgedanke dabei ist, dass die Jugendlichen nicht aus Trotz handeln, sondern aufgrund von partnerschaftlichen, projektiven oder symbiotischen Beziehungsstörungen. Die Lösung ist, mit Azubis eine Beziehungsebene zu entwickeln wie man es mit Kindern machen würde, da die Jugendlichen aufgrund der Störungen entwicklungsbiologisch Beziehungsbedürfnisse wie Kinder haben (Grenzen setzen, Konsequenz, kleinschrittige Arbeitsanweisungen, Bezugspersonen anbieten uvm).

Wie immer schreibt Winterhoff dabei unterhaltsam und es ist eine Freude während der Lektüre mit dem Autorenteam zu diskutieren.

' Bewertung

Dennoch erhalten die Autoren nur 4 Sterne, weil der Versuch, die individuelle Ebene mit der gesellschaftlichen zusammenzuführen (Ausbildungsreife und Arbeitswelt sowie Zukunft der Arbeit) nur bedingt glückt.

Der Erklärungsansatz Beziehungsstörung ist ein neuer Gedanke in der Diskussion, der es wert ist verfolgt und diskutiert zu werden. Jedoch behandelt Winterhoff ihn zu absolut. Das ist aus seiner Sicht einerseits vernünftig, weil es seinem Gedankenansatz mehr Klarheit gibt.

Andererseits ist es aber eine Vereinfachung, die das Problem nur einseitig beleuchtet. Überindividuelle Aspekte werden nicht berührt, spielen aus meiner Erfahrung aber ebenso eine große Rolle im Verhalten Jugendlicher.

' Fazit:

Insgesamt also ein durchaus empfehlenswertes Buch. Man sollte bei der Lektüre aber beachten, dass die Analyse wichtige Aspekte ausklammert.
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am 29. März 2010
Das neue Buch 'Persönlichkeiten statt Tyrannen' von Michael Winterhoff und Isabel Thielen ist Gott sei Dank keine simple Zustandsbeschreibung,sondern besticht vor allem durch seine grundlegende Gesellschaftsanalyse.

Es geht in Summe nicht darum, hier und da an den 'Problem-Jugendlichen' von heute 'herumzudoktern'. Die Analyse geht tiefer und zeigt uns, wohin die Gesellschaft sich entwickelt.

Dabei setzt Winterhoff in seinem dritten Buch 'Persönlichkeiten statt Tyrannen' konsequent und argumentativ stark seine Grundanalyse der beiden Vorläufertitel 'Warum unsere Kinder Tyrannen werden' und 'Tyrannen müssen nicht sein' fort.

Dank der gelungenen Kombination in der Autorenschaft mit Isabel Thielen, die als Personalexpertin und Business Coach ihre Erfahrungen aus der Praxis einbringt, ist 'Persönlichkeiten statt Tyrannen' ein Muss - für Eltern, Ausbilder oder auch Chefs.
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