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am 20. Oktober 2008
Das von Julius H. Schoeps unter der Redaktion des Duisburger Steinheim-Instituts für deutsch-jüdische Geschichte und unter der Mitarbeit von "mehr als 100 namhaften jüdischen und nichtjüdischen Wissenschaftlern aus aller Welt" herausgegebene "Neue Lexikon des Judentums" unternahm den Versuch, nach dem Berliner Grosswerk ("Jüdisches Lexikon" 1927), nach dem Philo-Lexikon (1933 ff.) und dem in der gleichen Tradition stehenden, ebenfalls einbändigen "Lexikon des Judentums" (1. Aufl. 1967) etwas grundlegend Neues zu schaffen, indem es sich von den alten Vorbildern entfernte, eine andere Art der Darstellung wählte und auch inhaltlich ein neues Konzept realisierte.

Herausgekommen ist ein reich bebildertes, interessantes, Lese- und Schauensfreude vermittelndes Nachschlagewerk. Lexikalische Artikel und längere Essays zu Schwerpunktthemen sind bunt gemischt und im Layout miteinander verschränkt.

Für diejenigen Leser und Leserinnen, die sich grundlegend zum Judentum, seiner Religion, Kultur und Geschichte, informieren wollen, eine gute, rundum gelungene Sache. Auch die Informationstiefe der einzelnen Artikel stimmt im Grossen und Ganzen.

Für das Fachpublikum aber - und nicht nur für dieses - bleiben Wünsche offen. Die Vielfalt und "Vollzähligkeit" der Artikel bleibt hinter wesentlich kleineren, weniger ambitionierten einbändigen Vorgängerwerken zurück, da hilft auch das ausdrückliche Bekenntnis nichts, mehr "exemplarisch" als vollständig sein zu wollen: Von einem Lexikon verlangt man Auskunft und ärgert sich, wenn man etwas nicht findet.

Die Auswahl der Artikel ist nicht wirklich nachvollziehbar, eine apologetische Grundtendenz eignet auch diesem Werk noch, und so ist es viel weniger "neu" und weniger "frei" von der Last der Vergangenheit als es hätte sein können.

Jüdische Bolschewiki hat es keine gegeben - zumindest nach diesem "Neuen Lexikon": Kamenew, Sinowjew, Radek, Swerdlow, sie alle haben nie gelebt. Welchen Reim soll man sich darauf machen? Der Artikel zu Nordau ist einfach nur erbärmlich. Charlie Chaplin wird noch als Jude verzeichnet, auch das hätte man 1992 wissen müssen, dass man sich hier auf sehr dünnes Eis begibt. Und so hätte es gut getan, wenn man bezüglich der Verantwortung nicht auf die einzelnen Autoren verwiesen, sondern die Redaktion etwas besser geschaut hätte, was da eigentlich passiert.

Die Mitarbeiter-Siglen sind nicht alphabetisch gelistet, sondern den Namen der jeweiligen Mitarbeiter in der alphabetischen Liste der Mitarbeiter hinzugefügt. Klar, dass man dann nur mühsam die Autoren identifizieren kann. Das war schon im Jüdischen Lexikon Berlin 1927 besser gelöst.

So bleibt doch bei der Gesamtbetrachtung des Werkes, in das so viel Energie und die Arbeit so vieler kluger Köpfe gesteckt worden ist, ein gemischter Eindruck zurück.

Michael Kühntopf
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