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TOP 100 REZENSENTam 16. November 2013
Was sollte der Autor machen? Alle Welt hat doch von ihm erwartet, dass er nach seinem megaerfolgreichen "Hundertjährigen" mit dem neuen Buch mindestens genauso gut ist, sich am besten nochmals übertrifft. Und das hat er auch versucht, vielleicht sogar geschafft. Schließlich lässt er seine Hauptheldin Nombeko per Zufall ins südafrikanische Atomwaffenprogramm stolpern, schickt sie dann mit Hilfe des Mossad-Geheimdienstes nach Schweden und lässt sie schließlich am ganz großen Weltenrad drehen. Mehr geht fast nicht. Seiner Heldin gönnt er dabei kaum eine Atempause - und dem Leser damit auch nicht. Es wird also nie langweilig - ständig bekommt man neue, skurrile Wendungen aufgetischt. Aber irgendwann stellt sich auch eine gewisse Art von "Reizüberflutung" ein - bei mir zumindest. Dem Plot geistig zu folgen, erfordert auch Anstrengung. Beim nächsten Roman wird sich der Autor etwas grundlegend Anderes ausdenken, und das Erzähltempo dabei drosseln müssen. Sonst hetzt er sich, sein Buch und die Leser womöglich noch zu Tode!

Jetzt mal zur Sprache, zum Erzählstil. Hier liegt aus meiner Sicht die große Stärke von Jonasson. Wer seine Fähigkeit mit Sprache umzugehen, witzig und unterhaltsam zu schreiben, schon beim "Hundertjährigen" schätzen gelernt hat, der wird auch bei dem neuen Buch nicht enttäuscht. Er kann es einfach. Ihm gelingt es, alle seine Figuren (bis in die Nebenfiguren hinein) glaubwürdig zu zeichnen und beim Leser Sympathie für sie zu erwecken. Das erreicht er mit einer Sprache, die unbekümmert, ja schon fast kindlich klingt. Und auch die Art, wie er seine Geschichte erzählt, hat schon etwas kindlich- naives. Manche Wendung im Roman wirkt vielleicht etwas an den Haaren herbeigezogen - aber gerade das macht andererseits die Geschichte irgendwie unberechenbar, spannend und gibt ihr eine Portion fröhlicher Anarchie. Fast könnte einem hier das Lied von Jonassons berühmter "Landsfrau" Pippi Langstrumpf in den Sinn kommen: "Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt". Mit ihrer frechen, unbekümmerten Art erinnert mich die Heldin Nombeko auch irgendwie an Pippi Langstrumpf.

Hat das Buch einen literarischen Anspruch? Der Autor hat in einem Interview ja selbst erklärt: sein Roman soll vor allem eines: unterhalten. Und das tut er auch. Aber eben nicht mehr, wie ich finde. Gegen das Nichtvorhandensein von tieferer Bedeutung wäre an sich auch nichts einzuwenden. Aber der Autor wählt für seinen Plot eben teilweise Konstellationen (rassistische Gerichtsurteile, atomare Rüstung) oder auch Orte, die schon an die ernsten Dinge dieser Welt erinnern. Etwa wenn er seinen Roman im größten Slum Südafrikas beginnen lässt, oder wenn wenn er ganz beiläufig erwähnt, dass die Hauptheldin Nombeko ihren Vater nie kennengelernt hat und ihre Mutter starb, als sie zehn war. Das ist nun mal traurig und passt irgendwie nicht so recht zu einem unbeschwerten Unterhaltungsroman.

FAZIT
Der neue Roman ist sicher nicht schlechter als sein Vorgänger. Aber vielleicht ist jetzt doch schon eine Art Gewöhnungseffekt eingetreten an die durchaus grandiose Art Jonassons, den Leser mit ständig neuen Einfällen zu verblüffen. Es ist wie bei einem Zaubertrick, den man zum zweiten Mal sieht: mag er auch noch so genial sein - beim zweiten Mal hat man sich schon daran gewöhnt, dass das Auto von der Bühne verschwindet... Vielleicht kann man den Zauber des ersten Mals auch gar nicht vollständig reproduzieren - obwohl sich Jonasson sehr darum bemüht. Gleichwohl ist es aber natürlich wieder ein spannender Unterhaltungsroman geworden, der weit über dem Durchschnitt seines Genres liegt. Man hat das Bedürfnis (die Sucht) immer weiter zu lesen, auch wenn die Geschichten noch so weit hergeholt erscheinen - oder vielleicht gerade deswegen....
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am 16. August 2014
„Die statistische Wahrscheinlichkeit, dass eine Analphabetin im Soweto der Siebzigerjahre aufwächst und eines Tages mit dem schwedischen König und dem Ministerpräsidenten des Landes in einem Lieferwagen sitzt, liegt bei eins zu fünfundvierzig Milliarden siebenhundertsechsundsechzig Millionen zweihundertzwölftausendachthundertzehn.
Und zwar nach den Berechnungen eben dieser Analphabetin.“

Statistisch gesehen hätte die junge Nombeko vermutlich nicht mal die Chance gehabt, jemals aus ihrem Armutsviertel herauszukommen, in dem sie schon als Fünfjährige anfangen muss, täglich mit dem Schleppen und Leeren von Latrinentonnen Geld fürs Überleben zu verdienen. An einen Schulbesuch ist nicht zu denken, aber Nombeko ist mit einer überdurchschnittlichen Intelligenz und einer angeborenen Gabe, die ihr die kompliziertesten mathematischen Zusammenhänge so leicht erscheinen lässt, wie anderen Menschen nur das Addieren im Zahlenraum von 1-10, ausgestattet.

Die Geschichte, wie sie es schafft, nicht nur den Latrinentonnen den Rücken kehren zu können, sondern mit einer Mischung aus Glück, Verstand, Wagemut und hin und wieder auch Skrupellosigkeit zu einigem Reichtum zu kommen und sich in höchsten politischen und Adelskreisen zu bewegen, ist absolut skurril. Dazu kommen einige sehr ungewöhnliche Charaktere, viele prominente und bekannte Namen und eine Anhäufung wirklich abstruser Zufälle, die nicht immer positiv sind und Nombeko auf ihrem Weg einige Steine in den Weg legen. Entschuldigung, ich meinte nicht Steine, sondern Atombomben…;)

Ich habe mich wirklich gut unterhalten gefühlt. Das Buch war witzig und brachte wieder eine tolle Kombination aus Absurditäten und Weltgeschichte. Die Respektlosigkeit, mit der die „Putzfrau“ jeglichen Staatsoberhäuptern begegnet und immer noch ein bisschen schlauer ist als der beste Geheimdienst, ist erfrischend. Und die Tatsache, dass sie das Ganze nicht nur überlebt, sondern letztlich als Siegerin daraus hervorgeht, ist zwar völlig unrealistisch, aber mal ehrlich: Wenn es sowas gäbe, das wäre schon schön!

Man muss skandinavische Romane mögen, das ist klar. Aber wer schon immer mal lesen wollte, wie ein Mossad-Agent versuchen muss, Shimon Peres zu erklären, wieso er zehn Kilo Antilopenfleisch statt einer Atombombe erhalten hat, sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen.:D
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am 5. November 2014
Ich habe vor wenigen Wochen erst den Hundertjährigen gehört und von daher konnte ich gewissen Wiederholungen und Dejavu-Effekten bei dem neuen Werk nicht entgehen. Aber im Grunde ist es genau wie bei dem Hundertjährigen-Hörbuch gelaufen - am Anfang wollte ich direkt wieder aussteigen (dieses Mal durchaus auch wegen der Sprecherin und eben dem Gefühl "Nur ein Abklatsch des Erfolgsbuchs", aber ich hab wegen mangelnder Alternativen auf meinen Autofahrten (das dummschwätzige Radio geht im Auto gar nicht mehr und meine Musik-CDs habe ich auch über) das Hörbauch laufen lassen. Und wie ein schleichendes Gift hat es auch das Werk geschafft zu hypnotisieren und in den Bann zu ziehen, wie ich es selten bei Hörbüchern oder auch Büchern erlebe. Klar - die Handlung ist unglaubwürdig, konstruiert und ein bisschen am Hunderjährigen vom Konzept angelegt. Dazu verlieren manche Wiederholungen wie die ständige Bezeichnung "Zornige Junge" irgendwann den Reiz. Aber so what? Das Teil ist einfach unglaublich unterhaltsam. Mehr will ich nicht bei einer Autofahrt haben. Dass es keine anspruchsvolle Literatur ist, was manche behaupten. Ist mir vollkommen egal. Solange ich keine Soaps oder Shows bei privaten Fernsehsendern schaue, darf ich mir etwas leichere Unterhaltung sicher leisten (das sollte das Werk hier aber nicht annähernd in die Nähe des Nicht-Niveaus von RTL, VOX und Co rücken).
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am 17. November 2013
Leider bin ich hin und her gerissen.

Wenn ich "Die Analphabetin, die rechnen konnte" als ersten Roman von Jonas Jonasson gelesen hätte, würde ich wahrscheinlich eine euphorische Rezension schreiben. Ohne Zweifel: das Buch ist gut, die Geschichte ist originell, der Autor hat viel zu sagen und reflektiert vieles in interessanten Bildern. Allerdings ist die Geschichte vom Titel begonnen ein Spiegel seines ersten Überraschungserfolges "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand". Aus Mann wird Frau, aus alt wird jung und die Geschichte spielt jetzt in Afrika. Hier wirkt der Schwede, der aus Absurdität Geld macht. Nein, das ist übertrieben und dem Roman und Autor nicht angemessen. Aber nun etwas zum Inhalt.

Nombeko Mayeki, die junge Heldin, wächst in einem südafrikanischen Slum auf. Sie wird Waise, wird in einen Unfall verwickelt, aus dem sie (obwohl unschuldig) als Schuldige heraustritt und fortan als Putzfrau eines Atomwaffentechnikers arbeiten muss. Sie ist sehr klug und kann übermäßig gut rechnen. Die Geschichte entwickelt sich wie der Vorgängerroman absurd weiter, sie schmuggelt ungewöhnliche Dinge, kommt in Kontakt mit dem schwedischen König und vieles mehr. Im Detail will ich da nicht weiter darauf eingehen, der Roman und der Fortgang der Geschichte lebt von diesen skurrilen Einfällen. Ein Beispiel möchte ich allerdings nicht auslassen: mir haben besonders gut die drei chinesischen Schwestern gefallen, die beruflich Hunde töten. Das setzt sich später noch verrückter fort. Jonas Jonasson schreibt toll, er hat einen beiläufigen, harmlosen Erzählstil, der im extremen Kontrast zu den Absurditäten der Handlung steht. Genau das hatte mir im Vorgängerbuch auch schon so sehr gefallen. Dabei bezieht er sich auch oft oft die aktuelle Geschichte, Politik und Gesellschaftsstrukturen. Hinter dem geschickt geschriebenen Witz liegt also eine ernste und reflektierte Aktualität, die durchaus lesenswert ist.

Leider finde ich nur absolut schade, dass das Konzept fast identisch aus dem vorherigen Erfolgsbuch kopiert ist. Ich traue dem Autor weit mehr zu und frage mich, ob der Verlag nicht auf dieses Muster gedrängt hat. Wenn es so wäre, ist das schade. Da ist sicher mehr Potential. Aus dem Grunde bin ich enttäuscht. Eine Bewertung ist daher schwierig.

Grundsätzlich kann ich den Roman jedem sehr empfehlen, der sich von dieser Art Geschichten angezogen fühlt. Auch wer das vorige Buch gerne gelesen hat und nicht enttäuscht über das gleiche Konzept ist, wird Freude an dem Buch haben. Ansonsten hoffe ich auf etwas mehr Mut beim nächsten Roman von Herrn Jonasson.
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am 18. Januar 2014
Habe mich bei der Lektüre dieses Buchs köstlich amüsiert. Was der Hauptperson im Laufe der Geschichte alles passiert! Unglaublich - sie kommt quasi durch die ganze Welt, und trifft mit historisch-relevanten Persönlichkeiten zusammen, und ist ganz nahe bei den Hebeln der Macht. Eine herrlich verrückte Lektüre.
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TOP 50 REZENSENTam 14. September 2014
Meiner Meinung nach, ist auch "Die Analphabetin, die rechnen konnte" wieder ein sehr gelungener Roman von Jonas Jonasson. Natürlich hat dabei jeder den "Hundertjährigen" im Hinterkopf und dabei eine entsprechende Erwartungshaltung, doch auch vor diesem Hintergrund hat mich das Buch trotzdem vollends überzeugt. Wieder ist es eine Geschichte, die irre Wendungen und Entwicklungen nimmt, deren Charaktere sehr gut gezeichnet sind und erneut gelingt diese herrliche Mischung aus realen Ereignissen und Fiktion. Je mehr man über die tatsächlichen geschichtlichen Abläufe weiß, umso mehr unterhält und amüsiert diese Verquickung aus Tatsachen und frei Erfundenem, auch wenn vieler dieser Ereignisse einen bitterbösen Hintergrund haben - aber gerade das macht für mich den Reiz von Jonassons Romanen aus.

Der Erzählstil ist unbekümmert und immer wieder blitzt dieser trockene Humor auf, den ich so schätzen und lieben gelernt habe. Die ganze Story ist einfach extrem "schräg", unberechenbar und für meinen Geschmack äußerst unterhaltsam. Natürlich ähneln sich die beiden Romane in gewisser Weise, aber wie auch viele Musikbands, hat eben auch jeder Autor seinen eigenen Stil. Die Erwartungshaltung den "Hundertjährigen" zu übertreffen finde ich persönlich übertrieben und auch der ständige Vergleich bringt nicht weiter. Wenn man das Buch ohne diese Einschränkungen betrachtet, ist es ein sehr unterhaltsamer Roman mit einer irren Story, der einfach zu sorglosen Lesestunden einlädt. Mehr sollte und kann man von diesem Buch nicht verlangen und für meinen Geschmack machen gerade die Unbekümmertheit des Erzählstils von Jonasson vor sehr ernsten historischen Ereignissen, gerade den Reiz seiner Bücher aus.

Kurzum: ich find's gelungen!!!
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am 24. April 2016
Die kleine Nombeko muss schon als 5-jährige schwere Eimer voller menschlicher Exkremente im Soweto schleppen, denn so etwas wie eine funktionierende Kanalisation gibt es in der Townshipsiedlung nicht. Nombeko ist ein cleveres Mädchen, das vielleicht nicht lesen kann, dafür aber besser rechnen, als jeder Taschenrechner. Schnell steigt das Mädchen in der Hierarchie der Exkrementenbeseitigung auf und wird die rechte Hand des Chefs. Als dieser abgesetzt wird, übernimmt sie diesen Posten. Tatsächlich gelingt es ihr, die wenigen Geldern, die ihr zur Verfügung stehen, zu verwalten und dennoch sind ihre Tage gezählt. Als Nombeko genügend Geld zusammen hat, will sie ihr Glück in der großen Stadt versuchen.

Doch kaum dort angekommen, wird sie von einem betrunkenen Ingenieur angefahren. Anstatt sie vor Gericht Schmerzensgeld zugesprochen bekommt, muss sie jahrelang beim Ingenieur arbeiten, um die Schäden an seinem Wagen abzubezahlen. Nombeko scheint einfach kein Glück zu haben - zumindest nicht, wenn es darum geht, ihre eigenen Träume zu verwirklichen. Beim Ingenieur lernt sie drei chinesische Schwestern kennen, die ihren Nutzen aus der Arbeit beim Ingenieur ziehen.

Nachdem der Ingenieur, der mit dem Bau von einer Atombombe beauftragt wurde, bei der Regierung in Ungnade fällt, gelingt Nombeko schlussendlich die Flucht nach Schweden. Dort angekommen gelingt es ihr durch einen Trick, das Asylheim zu verlassen und unterzutauchen. Final trifft sie in Schweden auf Holger und dessen Zwillingsbruder Holger. Als wäre das nicht schon verwirrend genug, gibt es da noch eine Kleinigkeit, die Nombeko mit im Gepäck hat - eine Atombombe, die es nicht geben dürfte ...

Die Analphabetin und die Atombombe! Der Plot wurde herrlich skurril und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders schön fand ich, wie unvorhersehbar der Plot erarbeitet war. Das einzige, was für mich von Anfang an feststand, ist, dass mich die Reise nach Schweden führen würde - vom Rest habe ich mich einfach überraschen lassen. Die Figuren wurden facettenreich erarbeitet. Besonders ans Herz gewachsen ist mir der (intelligente) Holger, der einfach nur sein Herz auf dem rechten Fleck hat, jedoch leider in seinem Leben auch immer nicht so vorankommt, wie es ihm zustünde, da er wiederholt die Fehler seines Zwillingsbruders Holger ausbügeln muss. Den Schreibstil empfand ich sehr angenehm zu lesen, sodass ich abschließend sagen kann, dass mir das Buch schöne Lesestunden bereitet hat.
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TOP 500 REZENSENTam 21. November 2013
Gerne erinnere mich an jenen alten Herrn zurück, jenen Hundert-Jährigen, der in seiner Verfolgungsstory mit allerlei Charakterraffinessen brillierte, eine Verfolgungskomödie mit vielen wunderbaren Überraschungen mit Krimitouch. Ein Roman, der manches Lächeln bis zum Lachen führte, spannend, unterhaltsam, lustig, ein Erfolgsrezept, dass den Autor über gut ein Jahr, aus die Spiegel-Bestseller-Liste katapultierte, ein Traum von einem Erfolg, den nur wenige Autoren geniessen, auch ein Zeichen dafür, wie Unterhaltungsliteratur ankommt und gefragt ist, klar ist man neugierig, was sich jener Schwede hat Neues einfallen lassen...

Der Spiegel schreibt in dieser Woche: "..so erweist sich sein Buch, das gern ein geistreicher Bomben-Bestseller wäre, als ausgesprochener Rohrkrepierer." Leider muss ich mich dieser Schlussfolgerung anschliesssen. Ich bezweifle, dass Leser, die den Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand: Roman mochten, den Nachfolger genauso empfinden und mögen werden, zumindest mir geht es so, dass ich selten soviel Blödsinn auf solch' einen Haufen gelesen habe. Klar ist es nicht literarisch, muss es auch nicht. Doch in diesem Buch kommt mir die Kombination von weltpolitischem Geschehen und der völlig abgedrehten Absurdität, die vor Skurrilem, Groteskem nur noch vor sich hinaus schreit, dermassen abstrus vor, dass zumindest ich keinen Unterhaltungswert für mich gewinnen konnte. Ist der Erfolg dem Autor zu Kopf gestiegen? Kann er sich nach einem solchen Erfolg, soviel weit Hergeholtes leisten, dass man im Grunde die seriösen Bezüge wie eine Stecknadel im Heuhaufen suchen muss?

Wir haben: Drei Chinesinnen, die Hunde vergiften, ein Saufkopp von einem Ingenieur der "eine ganze Kognakindustrie allein am Leben halten konnte," und mal kurz 7 Atombömbchen entwickelt, dann die zwölfjährige Nombeko, die wir bis zu ihrem 47. Lebensjahr begleiten, aus Soweto stammend, schwarze Hautfarbe und bei gefährlichen Männern mit einer Schere ausgerüstet, damit sie auch mal diese in so manchen Oberschenkel rammen kann, wenn jemand sich nicht benehmen kann, dann der Schwede Ingmar Qvist, der seine Frau schwängert, und Zwillinge bekommt, beide Zwillinge Holger (1+2) heissen, wobei es eigentlich nur einen gibt, den anderen gibt es eigentlich gar nicht...tja und da sind dann noch 2 israelische Agenten aus dem Mossad, die sich gerne 'mal so eine Atombombe besorgen würden, und wen wunderst, unsere Putzfrau Nombeko, die ursprünglich mal über den Haufen gefahren wurde, wird plötzlich zur Vermittlerin, der heissbegehrten Nuklearwaffe...denn sie ist eine ganz kluge, gerissene, die Bücher verschlingt, und rechnen kann wie ein Taschenrechner, nur schneller, abgedrehter geht es kaum noch, erstaunlich, wie das Jonasson alles aufeinander zulaufen lassen kann...Eine völlig abgedrehte Roadmovie mit einer Atombombe, mit einer Zornigen, einer Kartoffelbäuerin, einem König und einem Ministerpräsidenten...eine heisse Zusammenstellung..

Abgesehen davon, dass jetzt wirklich jedem Leser klar ist, dass das Erfolgsrezept 1zu1 hier wieder angewendet wurde, und dass nach einem solchen Erfolg, ist für mich nicht nachvollziehbar. Ob wohl Jonas Jonasson genauso wieder verschwinden wird, wie er überraschend auf der Bildfläche erschienen ist? Ich zumindest bin mir sicher, dass der krampfhaft nachgemachte Nachfolger, auch nur annähernd an den Erfolg seines Vorgängers anschliessen wird. Interessant ist, wie vorsichtig manche Leser ihre Enttäuschung ausdrücken. Ich vermisse nicht nur den Humor, (dieses Buch ist nicht wirklich oder nur teilweise lustig) den ich im Erstling so genossen habe, auch der zusammenhängende Plot wie er dort war, fehlt mir hier. Was hier über das 1.Drittel völlig aus dem Ruder läuft, findet dann doch noch den Weg aus dem Chaos in eine verstehbare Plotausrichting. Ausserdem finde ich dieses Buch grottenschlecht und äusserst zäh geschrieben. Für mich hat dieses Buch über die ersten Kapitel keine wirkliche Handlung, keinen Sympathieträger, auch Nombeko nicht, nichts was mich wirklich packen würde. Ein ärmlicher Nachahmungsversuch, eines unnachahmlichen Vorgängers, der umso plumper scheitert. Ich habe selten, einen so schwachen Nachfolge-Roman gelesen, von einem Autor der mich einmal richtig begeistern konnte. Über weite Strecken musste ich mich durch die zähe Lektüre anstrengen, ohne dabei auf einen wirklichen Lesegenuss zu kommen. Schade.

Jonasson ist nun nicht der erste Schriftsteller, der aus dem Journalismus kommt. Leider habe ich immer wieder den Eindruck, dass Journalisten zum einen keine richtigen Schriftsteller sind, und zum Anderen auch anders schreiben, was vielleicht erklären lässt, warum gerade dieser Autor, Satire, Humor, Irrwitz irgendwie mit dem Weltgeschehen, mit Politik, Monarchie, Nuklearwaffen, Rassismus, Apartheid zu verknüpfen versucht, Themen die eben dann doch gerade in diesem Roman versucht werden. Wie man das finden mag, und ob das wirklich zusammenpassen kann, kann nur der Leser entscheiden, ich finde, dass es weniger gut zusammenpasst und: Mir gefällt das auch nicht.

Zitat: "Reichte es nicht, das sie tagein, tagaus S****** schleppen mussten, sollten sie sich jetzt auch noch S******* anhören?" (24)

Sie wissen ja, welches schöne Wort mit S beginnt, mit e aufhört und 8 Buchstaben hat.
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am 1. April 2016
Die Geschichte ist so bildlich geschrieben, dass beim Lesen ein Film abläuft.
Die Darstellung und Darsteller sind so perfekt gewählt, dass sich keine besseren finden würden.
Wie leicht ist es doch Waren die nicht so einfach zu schmuggeln sind doch durch die halbe Welt zu schicken,
ohne dass irgend jemand etwas merkt.
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am 11. August 2016
Da mir das Buch "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" vom schwedischen Autor Jonas Jonasson sehr gut gefallen hat, habe ich mich sehr gefreut, ein weiteres Buch vom gleichen Schriftsteller lesen zu dürfen.
Das Buch "Die Analphabetin, die rechnen konnte" ist auch ein sehr schönes Buch. Es hat mir von der ersten bis zur letzten Seite fasziniert.

Wir treffen das 14-jährige Mädchen Nombeko in Südafrika. Sie wurde gerade Chefin der Latrineleerungstruppe in Soweto. Eine normale Kindheit hat sie überhaupt nicht gehabt, sondern hat bereits viele Jahre Berufserfahrung und viele Probleme.

Ich möchte nicht zu viel von der Handlung erzählen, da ich die Freude, dieses wunderbare Buch zu lesen nicht vorwegnehmen möchte.

Das Buch mischt auf ca. 440 Seiten Wirklichkeit und Fiktion. Mehrere beschriebene politische Ereignisse / Situationen in verschiedenen Ländern sind wirklich passiert. Dazu diese (sehr) ungewöhnliche Geschichte über Nombekos Leben in Südafrika & Schweden, sowie alle andere Personen, welche sie in Leben trifft, ist eine äußerst gelungene Kombination!

Wir dürfen Nombeko viele Jahre begleiten und staunen, was sie alles schafft. "Wo ein Wille ist, ist ein Weg". Das trifft bei ihr zu 100% zu.

Das Buch ist sehr unterhaltsam geschrieben und es ist sehr interessant, wie man während dem Lesen feststellt, wie mehrere Personen plötzlich in ganz anderen Situationen wieder in Nombekos Leben auftauchen. Viele sind von ihr begeistert, aber es gibt auch einige Personen, die hier eine ganz andere Meinung haben.

Das Buch enthält eine sehr bunte Mischung von Schicksalsschlägen, Abenteuer und witzige Situationen. Der Schriftsteller hat eine blühende Fantasie und setzt es einfach wunderbar in dieser Geschichte um. Am Anfang vom Buch denkt man z.B. nicht, dass Nombeko sich auch auf dem internationalen Parkett der Politik bewegen wird.

Fazit: es ist ein wunderschönes Buch, was ich nur empfehlen kann.

Hinweis: ich habe das Buch kostenlos zu Lesen bekommen, aber es beeinflusst nicht meine Bewertung.

PS. Wenn Ihnen diese Rezension gefallen hat / hilfreich war, würde ich mich über eine Markierung bei "hilfreich" sehr freuen :-). Danke
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