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am 15. August 2006
Geert Mak schafft es in diesem Buch Geschichte so eindrucksvoll darzustellen, wie ich es bis jetzt selten gelesen habe. Seine klare, einfache und doch so wortreiche und einfühlsame Sprache lässt einen die Geschichte seiner Familie einerseits und die seines Landes andererseits im wahrsten Sinne des Wortes miterleben. Bei Mak sind das aber keine konträren Sichtweisen. Gesellschaftliche Strömungen und Privates werden durch seine Erzählweise ein logisches Ganzes. Erlebnisse seiner Familienmitglieder sind ihm genauso wichtig wie politische Ereignisse. Am meisten beeindruckt hat mich, dass er sich vorschneller Urteile enthält; eine heutzutage sehr seltene Eigenschaft. Das heisst allerdings nicht, dass er gar nicht urteilt, im Gegenteil. Pseudoobjektive, kühle, akademische Distanziertheit ist seine Sache nicht. Das ist Geschichtsdarstellung in ihrer, wie ich finde, besten Form: lebendig, mitfühlend, ohne Pathos, das "Kleine" genauso beachtend wie das "Große" und immer auch versehen mit einem Hauch von Melancholie. Dieses Buch ist eines der besten, dass ich bis jetzt gelesen habe. Ein Meisterwerk eben.
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am 27. August 2006
Schon im Vorfeld melde ich, dass ich kein fanatischer Liebhaber von Geschichte bin. Gerhard Maks Buch bekam ich als Geschenk von meiner Mutter, die der Meinung war, dass mich dieses Buch als in Holland lebende Deutsche doch interessieren müsse. Und das hat es. Ein dickes Buch, für welches man sich Zeit nehmen sollte. Um der Handlung gerecht zu werden, sollte man es auch nicht allzu fragementarisch lesen. Interessant ist die Art und Weise, wie Gerhard Mak Mikrogeschichte mit Geschichte zu verbinden weiss. Indem er die persönlichen Geschehnisse seiner Familie im Universum der Weltgeschichte lokalisiert, bezieht er den Leser mit ein und sorgt dafür, dass Weltgeschichte konkreter und verständlicher wird. Dass er die Fähigkeit besitzt, die Kombination auch sprachlich schön herzustellen, möge deutlich sein. Das Schreiben eines solchen Buches in all seiner Komplexität empfinde ich ohne weiteres als eine grosse Leistung.
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am 4. Oktober 2012
Eine Geschichte des 20.Jahrhunderts aus der Perspektive einer holländischen Mittelklassefamilie. Der Vater des Autors wurde 1899 geboren und wuchs in einer frommen Familie kleiner Geschäftsleute auf. Der erste Weltkrieg liess Holland mehr oder weniger links liegen.
Der Vater verliess die Welt seines Vaters, studierte, wurde Pfarrer, heiratete ein Mädchen aus gebildeter Familie. Mutter war eine talentierte Chemiestudentin, aber verheiratete Frauen blieben damals der Arbeitswelt fern. Die holländische Gesellschaft war zu dieser Zeit recht übersichtlich in einige Säulen gegliedert: die Katholiken, die Calvinisten, die Reformierten, und die Roten. Ausserhalb der Niederlande war die Welt in Unordnung, besonders in Deutschland.

Vater nimmt eine Pfarrstelle an. Die Familie wächst und gedeiht. Dann kommt ein Angebot, eine Stelle in Medan, Sumatra zu übernehmen. Die Maks reisen mit 5 Kindern aus. Es ist eine Beförderung, aber auch eine Flucht vor den Konflikten innerhalb seiner Kirche. Einige seiner Freunde hatten Amtsverbot wegen unorthodoxer Positionen erhalten. Vater drückt sich.

Ostindien ist zu jener Zeit ein wichtiger Teil der niederländischen Wirtschaft, obwohl die Herrschaft schon zu wackeln began. Sie sollte nur noch ein Jahrzehnt nach der Ankunft der Maks halten. Lebensbedingungen der Pantagenkulis waren von Sklaverei kaum zu unterscheiden. Der Herr Pfarrer hatte damit kein Problem, scheint es.
In Europa wütete inzwischen die Depression. Holland wurde von Calvinisten regiert, und die Maxime war Austerity, Gürtel-enger-schnallen. In Ostindien brachen die Preise fuer Gummi, Zucker, Tabak, Zinn ein. Der Count-down zum Ende der Kolonialzeit war eingeläutet.
Im nächsten Krieg blieben die Niederlande nicht aussen vor, wie manche hofften. Deutschland besetzte das Mutterland, Japan besetzte Ostindien, und wurde dort zunächst als Befreier begrüsst. Das legte sich später.
Der Pfarrer wurde Soldat, dann Kriegsgefangener beim Eisenbahnbau in Thailand/Burma. Frau und 3 Kinder wurden in Sumatra in Internierungslager gesteckt. Die beiden Ältesten waren zur Schule in Holland geblieben und verbrachten die Kriegszeit in relativer Freiheit.
Mak beklagt die Effizienz der holländischen Buerokratie in der Unterstützung des Genozids. Der Prozentsatz der ermordeten Juden in Holland war größer als in allen anderen besetzten Ländern, ausser Polen.
Eltern und Kinder Mak überleben den Krieg und das Lager. Der Autor ist das Produkt froher Wiedervereinigung. Er wurde 1946 geboren.
Weniger glücklich waren die Versuche der Niederlande, die Kolonie wieder in Besitz zu nehmen. Daraus wurde nichts. Nach Grausamkeiten auf beiden Seiten setzte sich die Unabhängigkeit Indonesiens durch. Mak bedauert, daß sein Land niemals die Kolonialzeit vollständig aufgearbeitet habe.
In der neuen bipolaren Weltordnung ist Holland fest im Westen verankert. Die Holländer schauten jetzt weg von Deutschland, hin auf die Angelsachsen.
Die Re-integration in Holland fiel der Familie schwer. Vater findet eine Stelle in Friesland und kämpft mit sich und seiner Umwelt.
Andererseits passiert nicht mehr viel im Rest des Jahrhunderts. Dinge passieren woanders. Hollnd wächst, wird wohlhabend und modern. Die letzten Jahrzehnte werden kurz abgehandelt und interessieren mich auch nicht mehr besonders. Insgesamt ist dies durch die Verbindung von Familiengeschichte und den `grossen' Ereignissen eine hervorragende historische Arbeit.
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am 18. Juli 2009
sehr gut geschrieben, einfühlsam und informativ für alle die sich für die europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts interessieren.
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