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Kundenrezensionen

4,2 von 5 Sternen
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am 22. Dezember 2014
Unerhört, was Greenblatt leistet; er entfaltet mehr als ein Jahrhundert und darin die bibliophilen Neigungen (und ihre Gegner) Europas im 14. und 15. Jahrhundert. Er erzählt Geschichten von Menschen und Texten und politischen Ereignissen (z.B. das Konstanzer Konzil) überraschend und ebenso überzeugend. Eine herrliche Lektüre, schade, dass das Buch nur 273 Seiten hat.
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am 22. Juni 2017
Wer sich für die Renaissance interessiert, bekommt hier Lesestoff vom Feinsten. Und wer es noch nicht tut, findet Gefallen daran. Allen, denen ich das Buch empfohlen habe, ging es wie mir: Ich habe es verschlungen.
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am 27. August 2012
Zwar liegt es Greenblatt fern, eine Kriminalgeschichte des Christentums zu schreiben - dies hat Karl-Heinz Deschner bereits erledigt. Dennoch kommt dem Leser “Der Name der Rose” in den Sinn, wenn Greenblatt kenntnisreich von den Sitten und Gebräuchen in mittelalterlichen Klosterskriptorien schreibt.
Es ist schon Ironie der Geschichte, dass gerade dort einige antike Texte überdauert haben, u.a. auch “De rerum Natura” vom Epikur-Schüler Lukrez. Ironie der Geschichte ist auch, dass es sich bei der Hauptfigur des Buches um einen apostolischen Schreiber handelt, der seinem Sinn für antike Schönheit frönt und nach 1000 Jahren Dornröschenschlaf das Gedicht von Lukrez im 15. Jh. aus einer Klosterbibliothek nach Florenz schafft.
Es scheint mir beinahe, als wollte Greenblatt diesem Werk zu einer zweiten Wiedergeburt verhelfen, indem er seine Kernaussagen ausführlich und gut verständlich darstellt, es gleichsam aus dem Dunstkreis von Altphilologen zu befreien versucht. Geschichtlichen Kontext zu erweitern und begreifbar zu machen, liegt Greenblatt unverkennbar am Herzen:
Er zieht den Bogen vom öffentlichen Leben Roms v.u.Z. mit seinen öffentlichen Bibliotheken über die karolingischen Minuskeln aus der Zeit Karls des Großen bis ins Jahrhundert des Konstanzer Konzils, einer geradezu irrwitzigen Großveranstaltung von Fürsten und Päpsten des ausgehenden Mittelalters. Spätestens an dieser Stelle musste ich wieder an Deschner denken, in dessen Werk diese Großveranstaltung der Weltgeschichte ebenfalls deutlich zur Sprache kommt. Wer über die handelnden Personen dieser Zeit mehr erfahren möchte, von Jan Hus,
Giordano Bruno, Michel de Montaigne und Galileo Galilei, der sollte dieses Buch lesen.
Auch die Soziallehre eines Thomas Morus, Heiliger der katholischen Kirche, stellt Greenblatt in den antiken Kontext des Lukrezschen Werkes.
Die “Reformation” eines Martin Luthers erscheint wie ich finde - danach in einem anderen Licht, kleinteilig, nicht vollendet und vielleicht sogar noch gar nicht begonnen.
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am 13. März 2015
In dem Buch „Die Wende – Wie die Renaissance begann“ von Stephen Greenblatt geht es um das Buch „De rerum natura“ von Lukrez und der Fund des Buches im 15. Jahrhundert. In den elf Kapiteln wird Poggio Bracciolioni beschrieben, sein Leben und die Suche nach antiken Schriften. Natürlich geht es auch um Lukrez, die Umstände seiner Zeit und das Buch selbst. Zum Ende hin wird beschrieben, wie sich das Buch verbreitete, wie es von den Humanisten und der Kirche aufgenommen wurde und um die Zeit des 15. Jahrhunderts, um Giordana Bruno, Galileo Galilei und weitere Menschen, die das Buch lasen und verbreiteten.

Das Buch ist am Anfang sehr gut geschrieben, es ist leicht zu lesen und das Thema ist interessant. Zum Schluß hin zieht sich das Buch etwas und ich habe für die letzten 2 Kapitel länger gebraucht, als für die ersten. Es ist interessant, etwas über das Leben im 15. Jahrhundert, die Suche nach antiken Schriften und die Zeit der Humanisten zu erfahren. Allerdings denke ich nicht, dass das Finden des Buches „De rerum natura“ wirklich die Wende war und die Renaissance auslöste. Dieses Thema wird im Buch eigentlich auch so gut wie gar nicht erwähnt. Es wird zwar erwähnt, wie es sich verbreitete, was die Leser dachte und wie die Kirche versuchte, die Verbreitung zu verhindern, aber wie das Buch die Renaissance hätte auslösen sollen, wird nicht beschrieben.

Ich kann das Buch empfehlen, da es interessant ist. Allerdings ist der Titel irreführend und man sollte nicht erwarten, wirklich etwas über den Beginn der Renaissance zu erfahren. Dafür sollte man andere Bücher lesen, die ich auch noch suchen werde.
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am 18. November 2014
die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Unterhaltsam geschrieben beschäftigt es sich gleichzeitig auf hohem Niveau mit einem äußerst bedeutsamen Thema, namentlich wie die Menschheit es - zumindest zum Teil und in der westlichen Welt - geschafft hat, die Seuche der verblödenden Religion als Hemmschuh der Entwicklung abzustreifen. Das können die Amerikaner wirklich besser als die Deutschen, wo Bücher mit ähnlichem intellektuellen Niveau in der Regel schlicht unerträglich langweilig geschrieben sind.

Im Übrigen auch von höchster aktueller Brisanz, wenn man sich ansieht, wie der Muselmann - Entschuldigung, natürlich nur der Islamist... - in Syrien und Umgebung versucht, seine rückständigen Ansichten zu verbreiten und dort wieder die Nacht der Dummheit einzuläuten.
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am 7. Mai 2012
Der amerikanische Literaturwissenschaftler Stephen Greenblatt erhielt für sein Buch "The Swerve" (im Deutschen nicht ganz entsprechend als "Die Wende" tituliert) die beiden wichtigsten Literaturpreise der USA: den Pulitzer-Preis und den National Book Award.

Wie hier schon mehrfach ausgeführt, geht es in "Die Wende" um die Wiederauffindung eines Gedichts des Titus Lucretius Carus, genannt Lucrez, im 15.Jahrhundert durch den Humanisten Poggio Bracciolini in einem deutschen Kloster. Lucrez' Werk ist der ausführliche Text "De rerum natura" ("Über die Natur der Dinge"), der in poetischen Metren eine Lebenseinstellung feiert, die sehr nahe an jener der griechisch-antiken Epikureer liegt. Im Zentrum des Lebens stehen Lust und Lebensfreude, es gibt kein Leben nach dem Tod, Gott (bzw. die Götter) interessiert sich nicht für uns. Alles in der Natur und im Universum besteht aus Atomen, die zufällig Strukturen bilden und wieder auflösen, so eben auch den Menschen.
Greenblatt versucht nachzuweisen und zu belegen, wie dieser Text nach seiner Wiederauffindung eingeschlagen hat, wie er die Lebenseinstellung und die Denkweisen der folgenden Generationen beeinflusst und verändert hat und - so meint zumindest der Autor - die Moderne begründet hat. Nun: verständlich wird Greenblatts Interesse an dem Stoff, wenn man weiß, dass der Autor der Hauptvertreter des "New Historiciscm" ist - einer literaturwissenschaftlichen Strömung, die einen Text in den Kontext zu seiner Zeit und den anderen kulturellen Hervorbringungen setzt. So ist "Die Wende" auch eine farbige, unterhaltsame Reise durch die Zeitalter: Epikurs altes Griechenland, die Büchersammler zu Lukrez' Zeiten, die Zerstörung der Bibiothek von Alexandria, die Personen des Humanismus der beginnenden Renaissance, das Konzil von Konstanz, die Verbrennung von Jan Hus, die Arbeit der Klosterschreiber und Hunderte andere Episoden mehr. Vieles ist gut belegt, manches zumindest plausibel fabuliert. Nur wenn sich der Autor in opulenten Nebenlinien verliert, erlahmt das Interesse vorübergehend.
Schließlich gibt es noch eine ausführliche Erläuterung der Lucrez'schen Sichtweisen, aus denen völlig ersichtlich wird, warum sich die katholische Kirche gegen diese Schriften und die dahinter stehende Geisteshaltung wehren musste. Im letzten Kapitel werden noch den Auswirkungen des Textes bis hin zu Shakespeare oder Galileo Galilei nachgegangen.

Ein plastisch erzähltes Buch mit vielen Zitaten, ein besonderes Lob der eloquenten Übersetzung von Klaus Binder. Hier ist der Weg das Ziel - eine anregende, durchaus auch unterhaltsame Reise durch die Jahrhunderte. Und ob dieses Lukrez-Gedicht wirklich die ihm hier zugeschriebene Bedeutung hatte - das ist am Ende(zumindest mir) gar nicht mehr so wichtig.
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am 18. Dezember 2013
Das Buch gefällt mir sehr gut, auch wenn sich haltlose Spekulationen und Ausmalungen mit nichtssagenden Allgemeinplätzen und wohlfeilen Klischees abwechseln, ist die eigentliche Geschichte doch gut recherchiert und spannend erzählt. Leider ist die Übersetzung schrecklich. Der englische Satzbau wurde eins zu eins übernommen (ist ja auch am bequemsten) und manche Sätze muss man zwei und dreimal lesen oder ins Amerikanische zurückübersetzen, um sie zu verstehen. Und so wurde aus einem locker zu lesenden, spannenden Buch ein richtig schwerer Brocken, mit umständlichsten Formulierungen. Wahrscheinlich ist das Lesen der amerikanischen Ausgabe (liegt mir mleider nicht vor) erfreulicher, wenn man des Englischen ausreichend mächtig ist. Immerhin führte es mich in eine Zeit in Deutschland (Anfang des 15. Jahrhunderts) über die man selten etwas Detailliertes liest. Und der weite Bogen, den der Autor von der Antike bis zum Beginn der Neuzeit spannt, ist auch ein Genuss.
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am 11. Januar 2015
Eine lebendige Darstellung der Renaissance um 1400, teils Sachbuch, teils phantasievoller Roman: Poggio Bracciolini, bedeutender Humanist, vorübergehend für die apostolischen Kurie und den Papst tätig, stößt bei der Suche nach Dokumenten des Klassischen Altertums auf eine Abschrift des Werkes "De rerum natura" ("Von der Natur") von Lukrez. Poggio Bracciolini trägt maßgeblich zur Verbreitung dieses Werks bei, obwohl es danach noch jahrhundertelang von der Kirche bekämpft wird, da es sich an Epikur orientiert und den Gottesglauben in Frage stellt.

"Die Wende", ein ästhetisches, anregend geschriebenes, lesenswertes Buch. Und dennoch hinterlässt es einen zwiespältigen Eindruck: Keinesfalls hat die Wiederentdeckung von "De rerum natura" den Beginn der Renaissance initiiert. Vielmehr findet "De rerum natura" als Folge der Aufklärung die Anerkennung, die es verdient.
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am 17. August 2014
Ich habe dieses Buch nun zwar nun mal nicht über Amazon gekauft, aber dennoch möchte ich es absolut empfehlen - gerade da es mir sehr gut gefallen hat. S. Greenblatt nimmt den Leser auf eine interessante Reise in die Vergangenheit mit, bei der man das Buch, gerade weil es auch sehr flüssig und stilsicher geschrieben ist - am liebsten nicht mehr aus der Hand legt und in einem Zug durchlesen möchte. So lernt man viel neues und manches, was man schon wusste erscheint in einem neuen Licht. Ein Buch, welches zum nachdenken (und diskutieren) anregt und Lust macht, sich z.B. u.a. mit dem Originaltext von Lukrez zu beschäftigten.
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am 19. November 2012
Prof. Stephen Greenblatt ergründet in seinem wissenschaftlich orientierten Werk "Die Wende - Wie die Renaissance begann" den Ursprung unseres heutigen westlichen Denkens und bedient sich dabei des weltbekannten Humanisten Gianfrancesco Poggio Bracciolini (1380 – 1459), der seinen sensationellen Fund von 1417 n.Chr. in einem Fuldaer Kloster(?!), eine Abschrift des um 50 v.Chr. von Titus Lucretius Carus verfassten, als verschollen geglaubten Gedichts "De rerum natura" (über die Dinge der Natur), seiner abendländischen Geisteswelt zugänglich machte, wodurch diese mit einer völlig neuen, richtungsweisenden Philosophie konfrontiert wurde. Wie Bracciolini seine Zeit, die Renaissance, mit allem wenn und aber erlebte bzw. erlebt haben könnte, was die wiederentdeckte Philosophie der Antike besagt, welche Wirkung sie entfaltete und vieles, vieles mehr, wird alles anschaulich, interessant und ansprechend durchleuchtet, w.z.B. Bracciolini's Teilnahme im Gefolge seines römischen Dienstherrn Papst Johannes XXIII. am Konstanzer Konzil (1414-1418) zur Wiederherstellung der Einheit der röm. Kirche – es gab drei Päpste gleichzeitig – und zur Reform innerkirchlicher Zustände, infolge dessen nicht nur der böhmische Reformator Jan Hus als Ketzer verbrannt sondern auch Papst Johannes XXIII. selbst entthront, ihm sein Recht zur Namensführung "Johannes XXIII." entzogen und er im Heidelberger Schloss(?!) inhaftiert wurde (erst 1958 gab's wieder einen Papst namens "Johannes XXIII."). Ein Buch, das mir auf unterhaltsame Weise das Zeitalter der Renaissance mit vielem für uns heute Selbstverständlichen näher gebracht und dabei schöne Lesestunden beschert hat. Gern empfehle ich es weiter.
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