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Kundenrezensionen

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Kahnemann stellt im Buch die Frage, wie Menschen heute Entscheidungen treffen und welchen Irrtümern und Fehleinschätzungen sie dabei unterliegen. Er geht dabei von einem Zusammenspiel zweier Denk-Systeme aus: einem schnellen, intuitiven, dass häufig zu falschen Entscheidungen führt, und einem zweiten, analytischerem , dass wir erschütternd oft unbewusst umgehen.

Das schnelle, assoziative Denken nennt er System 1. Wenn zum Beispiel nach der Hauptstadt von Frankreich gefragt wird, hat man sofort Paris im Sinn. Und bei der Frage nach dem Ergebnis von 2 + 2 weiss man sofort: 4. Aber dieses schnelle, assoziative Denken hat eben auch seine Tücken, führt zu eingeschränkter Wahrnehmung. Hier sei der berühmte "Gorilla-Test" angeführt. Dabei sollten Probanten in einem Video sich nur auf die Spieler in Weiß konzentrieren. 50 % von ihnen bemerkten nicht den schwarzen Gorilla, der auch mit im Bild war. Oft übersehen wir also Offensichtliches.

Das langsame, wohlüberlegte, rationale Denken soll uns davor schützen. Der Autor nennt es das System 2. Auch hierzu nennt der Autor ein einleuchtendes Beispiel. Ausgehend von der bereits erwähnten Frage nach dem Ergebnis von 2 plus 2 macht er die Rechenaufgabe nun wesentlich schwieriger. Er fragt nämlich nach dem Ergebnis von 13 mal 18. Natürlich kommt man (ohne Taschenrechner) auch irgendwann auf das richtige Ergebnis von 234. Aber es ist schon wesentlich mühseliger.

Das langsame, analytische Denken (System 2) ist also anstrengend, kostet mentale Energie, so dass man unbewusst dazu neigt, es zu umgehen. Hierzu ebenfalls ein Beispiel aus dem Buch. Es wurden die Urteile von Richtern untersucht. Die Forscher fanden heraus, dass die Urteilsspüche weniger mit den individuellen Fällen und stattdessen mehr mit dem Tagesablauf der Richter zu tun hatten. Die Richter haben viel mehr Leute auf Bewährung entlassen, wenn der Fall früh oder nach der Mittagspause dran kam. Die schlechtesten Chancen hatten Häftlinge, wenn ihr Fall verhandelt wurde und die Richter schon mehrere Stunden gearbeitet hatten. Hier wurden die meisten Bewährungsanträge abgelehnt.

Kahnemann erklärt dieses Phänomen mit mentaler Müdigkeit. Er sagt, dass die Arbeit von Richtern in erster Linie langsames, analytisches Denken beansprucht. Dies ist aber anstrengend und laugt die mentalen Energiereserven aus. Deshalb ist es eine menschliche Reaktion der Richter, irgendwann im "Standard-Modus" zu denken. In diesem Fall mit der Überlegung: er sitzt schon im Gefängnis, also lieber nichts dran ändern.

Fazit: Das Buch ist sehr wissenschaftlich und oft anstrengend. Schliesslich hat man es auch mit einem Nobelpreisträger zu tun. Aber die Lektüre lohnt doch aufgrund der vielen interessanten Fallstudien und der damit verbundenen Denkanstösse.
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am 28. Juni 2012
Ich habe mir dieses Buch vor ein paar Wochen bei AMAZON bestellt und bin absolut begeistert davon ! Öfters bleibe ich an bestimmten Stellen hängen und ich muss dann den Satz wiederholen,denn dieses Buch stellt für mich (nur Hauptschulabschluss !) eine wahre Herausforderung dar.
Aber genau das ist ja mitunter das so Interssante an diesem sehr umfangreichen Werk,dass dem Leser einen sehr hohen Informationsgehalt bietet und ihm immer wieder zum Nachdenken und Reflektieren animiert. Es lässt sich meiner Meinung nach ein hoher Nutzen daraus ziehen,da erklärt wird,wie geistige Prozesse im Allgemeinen so ablaufen und wie sehr die Realität oft von Illusionen verblendet wird. Nur,und was mich sehr fasziniert hat ist die Tatsache,dass auch das was man sieht und 100 Prozent für richtig hält oft täuscht und verzerrt und erst bei genauer Betrachtung und unter Einsatz des Denkapparates objektiv transparent wird.
Ich denke,dass es Kahnemann darum geht,dass die Menschen einfach mit bewussteren Augen durch die Welt gehen und dass sie viele Fallstricke schon im Ansatz vorwegnehmen und dann eventuell die Richtung ändern oder den Plan bei mehr Aufwand als Nutzen aufgeben .Was mir auch sehr gut gefallen hat war,dass es nicht von Vorteil ist,schwierige Fragen durch leichte zu ersetzen. Diese erschreckende Thematik wird von einigen Menschen,die ich kenne geradezu passioniert betrieben und ich kann dazu nur ein bisschen was von Einstein zitieren: Innerhalb des Problemrahmens kann man das Problem nicht lösen.
Meiner Meinung nach ist dieses Buch sehr lehrreich und ich empfehle es uneingeschränkt weiter !!
1212 Kommentare| 235 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. Februar 2013
Da die wirklich sehr interessanten Erkenntnisse des Herrn Kahneman schon oft rezensiert wurden, möchte ich mich hier mehr auf den Schreibstil konzentrieren.

Obwohl der Inhalt des Buches wirklich sehr interessant ist, schafft es der Autor nicht, dass sich beim Leser ein gewisses Lesevergnügen einstellt. Ein "Leseflow" stellt sich hier nur selten ein. Mühsam muss man manche Sätze 2-3 mal lesen (zumindest wenn man, wie ich, gerne alles verstehen würde), ehe man einigermaßen nachvollziehen kann, was der Autor mit seiner abstrakten Bemerkung nun eigentlich sagen will (vor allem auf den letzten 200 Seiten fiel mir das verstärkt auf). Immerhin gibt es zahlreiche Beispiele und Studien, die dann im Anschluss klar machen sollen, was der Autor sagen will, wenn er Sätze raushaut wie z.B.

"Die Definition von Rationalität als Kohärenz ist in einer wirklichkeitsfremden Weise restriktiv." (s.S.508 unten)

Sowas will doch niemand lesen, der kein Masochist ist. Es wirkt geradezu absurd, dass der Autor zu Beginn des Buches darauf hinweist, dass es ein Zeichen von Intelligenz sei, wenn man in der Lage ist, sich durch eine einfache und klare Sprache verständlich zu machen. Unterbewusst will er sich dann als Nobelpreisträger aber wohl doch etwas eloquenter ausdrücken als es tatsächlich nötig wäre. Mag sein, dass das Buch im Original flüssiger zu lesen ist, aber die deutsche Übersetzung (und die wird hier rezensiert) ist meines Erachtens stark verbesserungswürdig.
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TOP 500 REZENSENTam 1. November 2012
Der prominenteste und erklärteste Kritiker Kahnemanns ist Gerd Gigerenzer, Direktor des Center for Adaptive Behavior and Cognition (ABC) am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin. Gigerenzer, wie Kahnemann Psychologe, hat sich mit Forschungen zum heuristischen Denken und Entscheidungen bei Risiken und Unsicherheiten einen Namen gemacht und mit einer Reihe von Werken auch an ein größeres Publikum gewandt: Das Einmaleins der Skepsis: Über den richtigen Umgang mit Zahlen und Risiken,Gut Feelings: The Intelligence of the Unconscious,Bauchentscheidungen: Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition,Gerd Gigerenzer: Bauchentscheidungen - 2 CDs - JOK2286C.

A) GIGERENZERS HAUPTEINWAND
gegen Kahnemann greift schon im Titel des Buches an, in dem Kahnemann einen irreführenden Gegensatz zwischen dem schnellen, assoziativen Denken (System 1) und dem langsamen rationalen Denken (System 2) aufbaut.

Um zu begründen, daß Kahnemann irrt, mußte Gigerenzer nur zeigen, daß das rationale Denken auch schnell sein kann, wenn man effektive Heuristiken entwickelt und bewußt anwendet:

I. Unbewußt und schnell: Die Ballannahme beim Fußballspiel
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Um den Auftreffpunkt eines hohen Balles auf dem Rasen zu berechnen, müßte ein Fußballspieler eigentlich eine komplizierte Differentialgleichung lösen, in die u.a. Windgeschwindigkeit, Luftwiderstand und Drall eingehen, dann dort hinrennen und den Ball annehmen. So macht er das gewiß nicht, schafft es aber immer wieder dort zu sein, wo der Ball landet. Des Rätsels Lösung ist die sog. Blickheuristik (engl. „gaze heuristic“): Wenn ein Ball von oben herunterkommt, fixiert ihn der Spieler und fängt an zu laufen. Die Heuristik besteht darin, seine Laufgeschwindigkeit so anzupassen, daß der Blickwinkel, der Winkel zwischen Auge und Ball konstant bleibt.
Der Witz dabei ist, daß der Fußballer den Landepunkt des Balles weder kennt noch vorausberechnet, aber durch Anwendung dieser Methode eben zur gleichen Zeit wie der Ball an der Stelle ist, wo der auftrifft ;-). Der Fußballer muß sie sich nicht bewußt machen, es gelingt unabhängig davon; Hunde können es im Prinzip auch.

II. Bewußt und schnell: Die Vorbereitung einer Notlandung
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Ausgebildete Piloten nutzen die Blickheuristik dagegen ganz bewußt, um zu einer schnellen Entscheidung zu kommen. Das Beispiel, das Gigerenzer gerne verwendet, ist die bravouröse Notlandung des „Helden vom Hudson-River“. Der Pilot Sullenberger des US-Airways-Fluges 1549 war im Jahre 2009 mit dem Unglück konfrontiert, daß seine Maschine noch im Steigflug in einer Höhe von weniger als 1 km durch Vogelschlag einen Schubverlust beider Triebwerke erlitt. Er gelang ihm, auf dem Hudson notzulanden. Vorher meldete er, daß er es nicht schaffen werde zum New Yorker Flughafen LaGuardia zurückzukehren und auch nicht zu einem zweiten Flugplatz mit Sichtkontakt. Wie konnte er das so sicher und schnell sagen? Gigerenzer erzählt, daß Sullenberger bei dieser Frage auf die Blickheuristik der Piloten beim Gleitflug verwies. Sinkt ein anvisierter Zielort im Blickfeld des Piloten relativ zum Horizont, würde er ihn überfliegen, steigt er dagegen, wird er ihn mit Sicherheit verfehlen.

B) ZUR IRRTUMSGEFAHR BEI INTUITIVEN ANTWORTEN
Um die Irrtumsanfälligkeit intuitiver Antworten hervorzuheben, stellt Kahnemann Probleme gerne so, daß jeder prompt eine falsche Antwort gibt. Die berühmte Mammographie-Frage, die fast alle Ärzte falsch beantworten, die Laien erst recht, stellt er so:
a) die Krankheitshäufigkeit von Brustkrebs sei P(K)=1%
b) die Entdeckungsrate der Mammographie liege bei P(Pos/K)=80%
c) die falsch-positive Diagnose, bei der eine Gesunde als krank eingestuft wird, sei P(Pos/G)=10%
Gesucht ist P(K/Pos), also: Wieviel Prozent der Frauen, die positiv getestet wurden, haben wirklich Brustkrebs? Die meisten antworten 75% oder so, was ganz ganz falsch ist und Kahnemann freut sich riesig, daß er recht zu haben scheint.

Gigerenzer würde aber schon die Informationen zur obigen Frage, wieviel der positiv Getesteten wirklich krank sind, erfrischend anders präsentieren. Nämlich so:
a) 10 Frauen von 1000 haben Brustkrebs
b) die Mammographie entdeckt von diesen 10 genau 8
c) von dem Rest von 990 werden 99 falsch-positiv diagnostiziert

Und schon schwant dem Befragten, daß er nun nur noch 8 durch 99 teilen muß, um zu der ziemlich erschreckenden, guten oberen Abschätzung zu gelangen, daß also weniger als 8% der Frauen, die den schlimmen Befund bekommen, wirklich erkrankt sind. Aber selbst die genaue Rechnung ist nicht viel aufwendiger. Dafür muß er 8 durch 99+8, also 8 durch 107 dividieren, was 7,5% ergibt. Richtig gerechnet! Jetzt freut sich aber Gigerenzer.

Das überlegene, aber angeblich immer langsame rationale System 2 Kahnemanns sähe die Anwendung der Bayesschen Formel für bedingte Wahrscheinlichkeiten vor: P(K|Pos) = [P(Pos|K) x P(K)] / P(Pos) = [0,8 x 0,01] /[0,8 x 0,01 + 0,99 x 0,1] . Das ist aber - wie man gesehen hat - bei adäquater Fragestellung überhaupt nicht nötig, so daß auch dieser Punkt m.E. an Gigerenzer geht.

FAZIT
Die Gegenüberstellung vom schnellen Denken in unbewußter und bewußter Variante (I und II) zeigt, daß auch Nobelpreisträger schwere Einwände fürchten müssen. Gigerenzer meint, daß Kahnemann, der Vater des sanften Paternalismus, mit seinem Buch nur heillose Verwirrung stiftet. Meine Empfehlung ist daher, nach der Lektüre unbedingt zum Gegengift der Schriften Gigerenzers zu greifen ;-).
(s.o. oder Simple Heuristics That Make Us Smart (Evolution and Cognition) und Adaptive Thinking: Rationality in the Real World (Evolution and Cognition))
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am 17. Januar 2014
Ich habe das Buch zunächst in der englischen Originalfassung gelesen, später dann noch einmal auf Deutsch. Für die deutsche Fassung teile ich die Kritik, dass die Sprache relativ schwer verständlich ist. Dies gilt allerdings nicht für das englische Original – vorausgesetzt, das eigene Englisch ist gut genug. Kahneman schreibt – in bester amerikanischer Tradition – nahezu »plain english«; bei einigermaßen ausreichenden Kenntnissen ist es wirklich ein Vergnügen, das Original zu lesen. Warum die Übersetzung so daneben geraten ist, weiß ich nicht. Vielleicht wollte der Übersetzer zeigen, dass er »wissenschaftlich« formulieren kann. Deutsche Autoren – und Übersetzer! – sollten sich wirklich mal ein Beispiel an den Amerikanern nehmen.
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am 29. Januar 2016
Ich habe das Buch durch puren Zufall in die Finger bekommen und war erst sehr sehr skeptisch, da der Titel eher klingt wie einer dieser Ratgeber! Unter der üblichen Rubrik; Wie Denke ich Richtige, schneller, weiter, besser, schöner......! Falsch!
Nur vorne weg, das ist kein Ratgeber wie es tausende gibt die einen durchs Leben helfen sollen. Ich hasse diese Bücher.
Am Ende handelt sich hier um ein ....Lebenswerk, ein Meisterwerk von Kahneman & seinem bereits verstorbene Partner und die daraus folgenden Untersuchungen wie unser Gedankengebilde Funktioniert. Warum lassen wir uns so oft ....und im nach hinein subtile Art und Weise Beeinflussen. Warum sind wir für manche Dinge so empfänglich , wie Werbung, oder was nehmen wir aus unser Umgebung wahr und wie verwerten oder vergleichen wir es im Unterbewusstsein....etc...etc...etc..! Also es handelt sich um eine Wissenschaftliche Arbeit.
Wer denkt das er mit dieser Wissenschaftlichen Arbeit sich zu Tode Quält, der täuscht sich. Die Aufarbeitung der Arbeit ist Grandios und so spanned das ich Mühe hatte das Buch aus der Hand zu legen. ABER ...die Informationsdichte ist auch so hoch, dass ich das eine oder andere Kapitel zwei oder sogar drei Mal gelesen habe um sicher zu gehen das ich auf jedem Fall alles richtig verstanden habe. Bzw. habe ich das Buch nach dem einen oder anderen Kapitel auch ab und zu zur Seite gelegt und über das gelesene nachgedacht, weil man es oft im Alltag selber erlebt hatte bzw. auch wirken lassen wollte, was man da soeben als umwerfende Erkenntnis gelesen hatte.
Ich lese sehr viel, aber dieses Buch ist unter meinen Top 3!
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Der Titel "Nobelpreisträger" scheint viele Leser noch immer in stillen Ehrfurcht erstarren zu lassen. Während andere Rezensenten gleich alles mit 5 Sternen belohnen, was von einem Nobelpreisträger stammt, entschuldigen die Kritiker dieses Buches den zum Teil unnötig schwerfälligen Stil von Daniel Kahneman mit dem Hinweis auf Kahnemans wissenschaftliches Renommee. Aber andere Nobelpreisträger haben zum Glück bewiesen, dass sich selbst komplexe Zusammenhänge und ausgeklügelte Experimente verständlich vermitteln lassen, ohne gleich in dumme Vereinfachungen zu verfallen. Kurz: Es braucht ein gehöriges Mass an Konzentration und Ausdauer, um dieses gut 600 Seiten dicke Werk durchzuackern.

Mit dem Siegeszug der Hörbücher hat sich jedoch die Möglichkeit ergeben, die Leseleistung auszulagern und sich den roten Faden von einem geschulten Sprecher knüpfen zu lassen. Bei Werken, die mich so interessieren wie dieses, mache ich jeweils von dieser Option Gebrauch und kaufe sowohl das Buch als auch die CDs. Das sind in diesem Falle dank dem mp3-Format nur deren drei, obwohl die vollständige Lesung 20 Stunden und 46 Minuten dauert. Und weil Jürgen Holdorf selbst holprige Stellen liest, als stammten die Sätze von Thomas Mann, bleibt die Aufmerksamkeit hoch.

Was der Psychologe und Wirtschaftsnobelpreisträger Daniel Kahneman geschrieben hat, sei eine Betriebsanleitung für unser Gehirn, meint Denis Schreck von der ARD. Diese Einschätzung teile ich nicht, obwohl wir tatsächlich eine Unmenge über das blumenkohlähnliche Ding auf unserem Hals erfahren. Denn Kahneman konzentriert sich vor allem auf Vorgänge, die mit Entscheidungen zu tun haben. Zudem führt er Begriffe ein, die nicht zum Sprachschatz der Neurowissenschaftler gehören und zu Missverständnissen führen können. Aber indem Kahneman von System 1 und System 2 spricht, umschifft er elegant die fruchtlosen Auseinandersetzungen um die richtigen Definitionen von Bewusstein, Unbewusstem und Vorbewusstem.

Gründe, sich mit diesem Werk auseinanderzusetzen, gibt es genug. Zu den wichtigsten zähle ich den Anstoss, sich intensiver mit der Rolle der unbewusst arbeitenden Hirnareale zu beschäftigen. Denn es ist nun mal so, dass menschliches Verhalten mehrheitlich von Hirnregionen gesteuert wird, auf die unser bewusstes Ich keinen Einfluss hat. Und weil wir das noch immer nicht wahrhaben wollen, trägt der dritte Teil die Überschrift „Selbstüberschätzung“.

Nach der Einleitung, in der Daniel Kahneman eine kurze Bestandesaufnahme macht, stellt der Autor die beiden Systeme vor, deren Verständnis unabdingbar ist, um seinen weiteren Ausführungen folgen zu können. Unsere kognitiven Verzerrungen erklärt Kahneman anhand vieler Beispiele, von denen allerdings die meisten auch schon von anderen Autoren aufgenommen wurden. Zu etlichen inhaltlichen Wiederholungen kommt es im vierten Teil „Entscheidungen“, da sich Themen der Heuristik durch das ganze Buch ziehen. Und vor dem gut 100 Seiten umfassenden Anhang sagt uns Daniel Kahneman noch, was er unter „Zwei Selbste“ versteht.

Mein Fazit: Das Verdienst von Daniel Kahneman besteht vor allem darin, dass er mit seinem Renommee ein breites Publikum anzieht und damit den Abschied vom Homo oeconomicus wesentlich beschleunigt. Auch wenn es noch einige Jahre dauern wird, bis die neuen Erkenntnisse der Hirnforschung und der Verhaltensökonomie lieb gewonnene Weltbilder und Modelle verändern, ist der Anfang nun gemacht. Wer sich mit Daniel Kahnemans Ausführungen über menschliche Verhaltensweisen beschäftigt, erhält jedenfalls ein differenziertes Bild, als es in populärwissenschaftlich verkürzten Werken vermittelt wird.
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am 13. Juni 2016
Das Buch gibt eine gute Übersicht über Erkenntnisse der psychologischen und verhaltensökonomischen Forschung von den letzten 50-60 Jahren, ohne dabei wissenschaftlich zu sein. Daniel Kahnemann schreibt sehr deutlich, strukturiert und unterhaltsam, mit vielen Anekdoten und sehr ehrlichen Erzählungen, die den Autor näher an den Leser bringen. An vielen Stellen habe ich geschmunzelt. Didaktisch ist das Buch auch gut aufgebaut, so dass der Leser nach und nach unterschiedliche Begriffe lernt und diese immer wieder neu findet. An manchen Stellen, spielt der Autor mit dem Leser und führt ihn in Fallen, um nachher die Denkfehler zu erklären. Der Literaturverzeichnis am Ende des Buchs gibt die Möglichkeit, die wissenschaftlichen Artikeln zum jeweiligen Thema weiterzuverfolgen.

Ich habe im Bereich des Buches selbst geforscht und kannte mich mit vielen Themen aus. Ich fand das Buch trotzdem ein Genuss, da sie das bereits vorhandene Wissen strukturiert und außerdem bei vielen Themenbereichen neue Sachen erzählt.

Eine definitive Buch-Empfehlung für alle, die sich mit Entscheidungspsychologie und Verhaltensökonomie beschäftigen oder einfach mehr davon wissen wollen, wie ihr Gehirn funktioniert.
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am 20. Juli 2016
 langsam...? Für dieses Buch hat der Autor meinen Respekt verdient.

Ok, ich muss zugeben, das Buch ist sehr dick, sehr anspruchsvoll und oft mühselig zu lesen...

Lohnt sich dann der Kauf? Im Video erfährst du ob ein JA oder NEIN.

Liebe Grüße
Marko Huemer, United Business Academy
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am 2. Dezember 2015
Nicht umsonst ein Beststeller! Kahnemann erklärt das menschliche Denken mit all seinen erstaunlichen Möglichkeiten, Fähigkeiten und Einschränkungen.
Daniel Kahnemann beginnt mit der Erläuterung der beiden Denksysteme, dem schnellen und langsamen, die zusammen unser Denken ausmachen. Die beiden Systeme arbeiten grundlegend unterschiedlich und dienen auch unterschiedlichen Zwecken. Das erste System dient der sehr schnellen Mustererkennung und Assoziation, während das zweite System langsam ist und unsere bewussten Gedanken und Beurteilungen ausmacht. Dabei füttert das erste System das zweite permanent mit Mustererkennungen und Assoziationen, egal ob korrekt oder nicht.
So sehr es Spaß macht, das Buch zu lesen, so erschreckend sind einige der vorgestellten Denkmuster. Daniel Kahnemann beschreibt die verschiedenen Denkfehler, denen unser Gehirn unterliegt. Einige davon sind eher amüsanter Natur, andere besorgniserregend.
Das Wissen über die Limitationen unseres Denkens ist der erste, wichtige Schritt zu besseren Entscheidungen. Darauf aufbauend beschreibt Kahnemann verschiedene Techniken.
Dieses Buch sollten alle lesen, die mit Wissen und Entscheidungsfindung zu tun haben.
Mir persönlich hilft das Buch, mein Denken zu verbessern und rationalere Entscheidungen zu fällen.
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