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Kundenrezensionen

4,6 von 5 Sternen
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Der Aufstand: Die arabische Revolution und ihre Folgen
Format: Broschiert|Ändern
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am 28. Dezember 2011
Der Leiter der Stiftung Wissenschaft und Politik, Volker Perthes, hat hier ein Buch vorgelegt, welches in einfachen, klaren Zusammenhängen und einer verständlichen Sprache analysiert, was zum Umbruch geführt hat und wie stark die Wirkung auf Dauer sein könnte. Die Arabische Welt ist von starken Gegensätzen geprägt: 40 Prozent der Araber leben unter der Armutsgrenze oder gerade darüber.(S.16) "Es gibt in der gesamten arabischen Welt keine 'konsolidierte liberale' Demokratie" (S.16-17) und "die Hauptentscheidungsträger und Herrschaftseliten ... sind faktisch kaum austauschbar", bzw. sind nicht abwählbar. Darum haben die arabischen Massen sie in Tunesien, Libyen und Ägypten auch abgesetzt. In diesen Staaten herrschten häufig auch korrupte, nepotistisch-agierende Herrscher, der sich familiäre Beziehungen und Stammesverbindungen bedienten, um ihre Macht zu sichern. In Libyen waren alle wichtigen Positionen im Sicherheitsapparat mit Familienmitglieder des Gaddafi-Clans besetzt, in Tunesien dominierte der Trabulsi-Clan der Ben Ali-Ehefrau das gesamte wirtschaftliche Leben und in Ägypten baute Mubarak seinen Sohn Gamal zum Nachfolger auf, ohne Rücksicht auf die Staatspartei, die Armee oder die Öffentlichkeit zu nehmen.

Auf die Demokratiebewegung reagierten die arabischen Staaten zum einen mit Unterdrückung, Gewalt und Sicherheitskräften, zum anderen beschuldigten sie das anonyme Ausland, es sei eine Verschwörung gegen sie in Gange und zum anderen lösten sie bestehende Regierungen auf, setzten Gouvernöre ab oder kündigten Einmahlzahlungen an Mitarbeiter des Öffentlichen Dienstes an. Einen tatsächlichen Dialog mit den meisten jungen Demonstranten nahm kein einziger Regent oder Herrscher auf. Bis auf den heutigen Tag umgibt arabische Herrscher eine sankrosante Schicht der Nicht-Rechenschaft. Dazu kommenn Öl- und Gasrenten: "(sie) geben den Regimen eine Art Unabhängigkeit von ihren Bürgern: Sie brauchen sie nicht besteuern, können sie vielmehr subventionieren und ihnen damit den politischen Schneid abkaufen." (S.19) Doch diese Renten sinken, wenn man sie Pro-Kopf umrechnet und dadurch verringert sich auch die Patronage-Möglichkeit für die Herrscher. Selbst im Öl-reichen Libyen (3 Prozent der Weltreserven) mangelte es an Jobs und bezahlbaren Wohnraum. In Saudi Arabien sitzen Tausende Arbeitskräfte jahrelang zuhause rum und wissen nicht, wie und wo sie arbeiten können.

Ganz im Kontrast dazu hat die junge Generation eine große Mehrheit in der Bevölkerung und sie beherrscht die neuen Technologien und Medien. Ein Faktor, den die trägen Sicherheitsdienste dieser Staaten nicht rechtzeitig begriffen, denn über Facebook und Email-Verkehr konnten sich überhaupt erst größere Mengen vernetzen und versammeln, konnte die Macht von Mubarak und Ben Ali aufgelöst werden. Im Detail zeichnet Perthes auch große Unterschiede nach: In Tunesien ist die Gesellschaft eher modern, weiter entwickelt als in anderen Staaten der Region. Hier weigerte sich die kleine, aber professionelle Armee auf Demonstranten zu schießen und sorgte so für die Flucht Ben Alis. In Ägypten weitete sich der Protest so schnell unter den Augen der Öffentlichkeit aus, dass Mubarak selbst mit einer 15-Prozentgehaltserhöhung für Beamte kein Glück mehr hatte: Auch ihm folgte die Armee nicht (mehr), obgleich es eine handverlesene Prätorianergarde war, die direkt in Kairo stationiert war (und ist).

"Der Umbruch ist revolutionär, er hat die gesamte Region erfasst. Aber er ist noch unabgeschloßen, er wird schwieriger werden als die Systemwende in den Staaten des Ostblocks..." (S.8), schreibt Perthes. Dieses Buch nimmt viele Fäden und Zusammenhänge seines Buchs "Geheime Gärten" auf und entwickelt sie weiter. Es ist für meine Begriffe exzellent in der Kürze, der Einfachheit seiner Argumente und Informationen; ein Buch, das für Studenten, Abiturienten und selbst für manchen Fachmann gut geeignet ist. Lediglich Literatur und Anmerkungen sind ein wenig zu kurz gekommen, aber das lässt sich bei einem aktuellen Buch wohl auch nicht umgehen.
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am 21. November 2013
In dem Buch geht es um die Kette von Aufständen und Revolten in den Arabischen Ländern, die 2011 in Tunesien ihren Anfang fanden. Anfangs werden die Länder, ihre politischen Systeme, ihre Unterschiede und Gemeinsamkeiten erklärt, um danach genauer auf die Ereignisse 2011 einzugehen. Immer wieder stellt sich auch die Frage: "Warum eigentlich erst jetzt?" und es wird versucht mögliche Erklärungsversuche auf diese Frage zu geben. Viele Länder hatten Jahrzehnte lang denselben Herrscher. Der Generationenkonflikt und die neuen Werte der Jugend haben hier eine zentrale Bedeutung. Am Ende des Buches wird auf Perspektiven hingewiesen, die die Zukunft mit sich bringen könnte. Auch die internationalen Beziehungen und die zu Israel spielen eine wichtige Rolle.
Volker Perthes, der Autor des Buches ist Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin und ein viel gefragter Kommentator zur deutschen Außenpolitik und zu den Entwicklungen im nahen und mittleren Osten.
Für mich war das Buch sehr informativ. Ich habe die Ereignisse in den arabischen Ländern zwar im Fernehen verfolgt, habe mir aber immer viele Fragen gestellt. Ich wollte mehr über Geschichte, Politik und Trägergruppen dieser Proteste wissen und, um das zu erlangen war dieses Buch sehr gut geeignet. Ersteinmal war ich ganz erstaunt, wieviele Länder diese Protestwelle mit sich gerissen hat, in wievielen Ländern ein Aufbruch und Unruhen stattfanden. Das dem Jemen und Bahrain zum Beispiel ein eigenes Kapitel im Buch gewidmet ist, hat mir gut gefallen. So habe ich das Gefühl einen guten Vergleich zu haben. Zuvor habe ich vor allem über Ägypten, Tunesien, Libyen und Syrien gehört.
Das Buch ist sehr empfehlenswert, um einen Gesamtüberblick zu erlangen. Der Autor hat viel Wissen und kann dieses gut vermitteln. Der einzige negative Punkt, bei dem der Autor allerdings nichts dafür kann ist, dass das Buch schon im November 2011 erschienen ist und danach noch so viel passiert ist. Deshalb konnten leider nicht alle meine Fragen geklärt werden und ich muss mich weiter informieren.
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TOP 1000 REZENSENTam 18. Januar 2012
Natürlich haben die politisch interessierten Menschen in Europa mit Spannung die Umbrüche in Tunesien, Ägypten und Libyen und die Demonstrationen in den anderen arabischen Ländern verfolgt, dennoch sind die Hintergründe und Auslöser, sofern sie überhaupt wahrgenommen wurden, teils bereits in Vergessenheit geraten. Doch gerade diese sind in der Rückschau äußerst interessant, insbesondere, wenn man die Ereignisse in den einzelnen Staaten vor der Gesamtentwicklung betrachtet.

Allgemeinverständlich, auch für Menschen, die sich zuvor nicht mit der Politik und den sozialen und wirtschaftlichen Problemen und Eigenheiten der arabischen Staaten befasst haben, erläutert der Autor, wie es zum "Arabischen Frühling" kam und wie dieser ablief - im Ganzen wie im Einzelnen, und das macht dieses Buch besonders interessant; ebenso aber die Einbeziehung von Israel und dem Iran, die nicht eigentlich zu den arabischen Ländern gehören, mit diesen aber auf vielfältige Weise verbunden sind. Dasselbe gilt für die Türkei, deren Bedeutung im Nahen Osten sich im Zuge des Aufstandes ebenfalls verändert hat.

Perthes betont vor allem die Rolle des Internets und diesbezüglich noch einmal gesondert jene von "Facebook" für die einzelnen Revolutionen und deren Ausbreitung und erklärt, dass in den arabischen Gesellschaften mit ihrem hohen Anteil an jungen Leuten, die zunehmend gut gebildet, vernetzt, doch ohne angemessene Arbeit sind, eine Revolution von dieser Gruppe ausgehen musste - und wie andere Gesellschaftsgruppen und -schichten ebenfalls hineinfanden und sich mit dieser empörten Jugend solidarisierten. Auch auf die Bedeutung des Satellitensenders Al-Jazeera geht der Autor ein. Der Leser lernt zudem die unterschiedlichen politischen Gruppierungen und deren Intentionen kennen und zwischen ihnen zu unterscheiden.

Ein Buch über einen Umbruch, der noch längst nicht abgeschlossen ist, und auf den möglicherweise weitere Umwälzungen folgen werden, läuft natürlich Gefahr, rasch seine Aktualität einzubüßen. Perthes gelingt es, ein Werk vorzulegen, das aufgrund seines wenig spekulativen Charakters hinsichtlich künftiger Entwicklungen gewissermaßen zeitlos bleibt und dem Leser eine Kette zweifellos wichtiger zeitgeschichtlicher Ereignisse in einer uns Mitteleuropäern recht fremden, dennoch bedeutsamen Region zusammen mit ihren Hintergründen anschaulich und dabei sachlich erläutert.
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am 15. Juni 2014
Das Buch liefert eine knappe Zusammenfassung der Ereignisse in den arabischen Ländern zwischen Februar und August 2011. Volker Perthes wagt einen Ausblick auf die weitere Entwicklung und ordnet in seiner Prognose die arabischen Staaten verschiedenen Zukunftsszenarien zu. Seine Prognosen sind durchaus überzeugend, man bemerkt als Leser die fundierte Kenntnis des Autors, was die zeitgeschichtlichen Entwicklungen des arabischen Raums betrifft.
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am 30. Dezember 2011
Der Autor geht in seinem Buch auf den Aufstand der Araber gegen ihre Herrscher ein. Er zeichnet ein differenziertes, analytisches Bild der Revolte nach, geht dabei auf einzelne Länder sehr ein, besonders Ägypten. Die Ursache liegt in der schlechten Regierungsführung, dem demographischen Wandel, der zunehmenden Armut und der Tatsache, dass gut-ausgebildete Araber meist keine Arbeit finden können, andererseits aber die Klaviatur von Facebook, Internet und Emails beherrschen und so den umfassenden Repressionsapparaten mit ihren schlichten Agenten und Schergen eine Niederlage bereiten konnten. Das Buch ist aktuell geschrieben, es wird noch weitere, andere Bücher und Interpretationen geben. Für einen ersten, sehr fundierten Überblick ist dieses Buch aber geeignet und der Autor ist ein Fachmann und Kenner der Region, der tatsächlich Arabisch kann und viele Staaten auch besucht hat. Er prognostiziert noch eine blutige, harte Phase des Übergangs, denn in einigen Staaten zeichnen sich bürgerkriegsartige Zustände (z.B. Syrien) ab.
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am 12. April 2013
Kompakt, fundiert, spannend und dazu noch leicht verständlich. Ein "Muss" für Interessierte. Ich kann dieses Buch tatsächlich nur empfehlen. Kaufen!
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am 19. Februar 2013
Dieses Buch informiert kurz, präzise und inhaltlich sauber über die politische Lage, deren Hintergründe und die Rahmenbedingungen in diesen Ländern.
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am 19. März 2012
In dem Buch von Volker Perthes : "Der Aufstand" sind die vorgenommen Analysen, sowie die
dargestellen Szenarien um möglichen Entwicklungen absehen zu können wertvoll.
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