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Kundenrezensionen

2,8 von 5 Sternen
5
2,8 von 5 Sternen
Die Macht der Familie
Format: Broschiert|Ändern
Preis:14,95 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

Was haben Physik, Mathematik und Geschichte gemein? Richtig - sie haben einen gewissen Ruf, langweilig und trocken zu sein. Und was haben Menschen wie Anton Zeilinger, Rudolf Taschner und David Landes gemein? Sie zeigen mit ihren Büchern, dass dieser Ruf nicht berechtigt ist. Sobald man das erzählt, was uns Menschen eben so interessiert, die richtige Auswahl trifft, den richtigen Ton findet, dann werden auch diese Themen leicht verdaulich, schmackhaft, es kommt sogar soweit, dass man immer mehr davon will. Und so geht es mir mit diesem Buch.

Der Autor ist aufgebrochen, um die Geschichte des Aufblühens, des Gedeihens und fallweise auch des Verschwindens von 11 Wirtschaftsimperien zu beschreiben, die von Familien gelenkt werden oder wurden. Es geht ihm um Darstellung dessen, was aus solchen Familien Wirtschaftsdynastien werden lässt, welche Gemeinsamkeiten für Erfolg, für Bestand und welche für Scheitern maßgebend sind oder sein könnten. Besonders interessiert ihn die Frage, ob Familienunternehmen heute noch zeitgemäß sind, welche Aufgaben sie auch heute noch erfüllen können. Er will die Eigenheiten familiengeführter Unternehmen herausarbeiten im Gegensatz zu solchen, die von beteiligten oder angestellten Managern geführt werden. Und er will das alles vor dem Hintergrund tun, vor dem diese Familien genauso wie weniger erfolgreiche stehen - Sorgen um die Existenz, Freud und Leid mit der Nachkommenschaft, Glück und Unglück bei allen möglichen und unmöglichen Vorhaben, Menschliches und allzu Menschliches allerorten. Eben vor dem Hintergrund dessen, was uns Menschen bewegt, gleichgültig, ob wir viele Millionen haben oder keine.

Das gelingt ihm so gut, dass es mir wirklich schwer gefallen ist, dieses dicke Buch vor Erreichen der letzten Seite wegzulegen. Bewusst pflegt er einen Stil, der eher fürs Feuilleton, streckenweise vielleicht sogar für Illustrierte geeignet ist. Und er bewahrt genau dadurch sein Werk vor dem Schicksal so vieler wissenschaftlich vielleicht brillant ausgearbeiteter, aber kommunikativ bedauerlich unterentwickelter Arbeiten, die genau aus letzterem Grund auf den Brettern irgendwelcher Universitätsbibliotheken Staubschichten akkumulieren, anstatt lustvoll gelesen zu werden. Dem hervorragenden Übersetzer, Karl Heinz Siber, gebührt hier die Anerkennung, diese Sprache auch ins Deutsche herübergerettet zu haben.

Die 11 Kapitel bieten nicht alle die gleiche Qualität und den gleichen Detaillierungsgrad und die späteren nehmen auch an Brillanz merklich ab. Vielleicht lief das Buch Gefahr, noch voluminöser zu werden. Vielleicht entziehen sich manche Familien aber auch ganz einfach den Blicken der Öffentlichkeit mehr als andere. Quellen über Familien wie die Toyoda (die dort drin sind, wo Toyota drauf steht) sind - noch dazu für Westler - möglicherweise schwerer zu finden als über andere. Trotzdem gibt es sie. Jene über die Rothschilds wiederum sind erst seit nicht allzu langer Zeit einer wissenschaftlich interessierten Öffentlichkeit zugänglich und bedürfen wohl noch intensiven Studiums. Bei den Barings scheint es deutlich leichter zu sein, an Relevantes heranzukommen. Aber so ist das eben: Landes erhebt nicht nur keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit (das wäre bei dem Thema wohl auch vermessen), er zeigt einfach exemplarisch und auf Basis von immerhin 27 Seiten Quellenangaben, ergänzt durch 22 Seiten Anmerkungen mit vielen weiteren Literaturhinweisen, was er zum Thema sagen will. Und das ist interessant, fesselnd und - bravo! - sogar unterhaltend. Wer bietet mehr?

Für mich war tatsächlich noch mehr drin: Zwar versucht der Autor immer wieder und weitgehend schlüssig, aus seinen Beobachtungen Regeln für Erfolg und Misserfolg von Wirtschaftsdynastien herauszufiltern (ich hüte mich, sie auch nur anzudeuten - lassen Sie sich von ihm selbst dazu hinführen!). Auch Einflüsse religiös-weltanschaulich bedingter Unterschiede diskutiert er ausführlich. Die Perspektive kulturbedingter Einflüsse (immerhin geht es um Dynastien aus Nordamerika, Europa und Asien) bleibt dagegen eher unbeackert; wie es etwa die Toyoda nach wie vor schaffen, ihr Riesenunternehmen in der eigenen Hand zu behalten, hätte entschieden mehr Aufmerksamkeit verdient. Völlig unbeachtet schließlich bleiben aber jene Generationen übergreifenden systemischen Zusammenhänge, die für Verständnis und Lösung typischer Konflikte in diesen Unternehmen schlicht unverzichtbar sind. Fehlende Anerkennung wichtiger Leistungen etwa, unbeglichene Rechnungen im Geben und Nehmen, wegen Unbotmäßigkeit ausgeschlossene Mitglieder der Familie wie des engeren Führungskreises, verborgene Loyalitäten wider Willen und was es in diesem Rahmen noch an systemischen Holperstellen samt Folgen immer wieder gegeben haben mag und gibt. Dieses Buch ist auch als bloße Sammlung von Verhaltensmustern, die auf solche systemischen Zusammenhänge zurückgehen, eine wahre Fundgrube an Fallbeispielen für systemische Unternehmensberater und Coaches. So umfassendes, gut dokumentiertes Material über Beobachtungszeiträume bis zu mehreren Jahrhunderten wird sonst wohl kaum in einem Stück verfügbar sein. Und gerade diese Perspektive könnte noch eine Menge zusätzlicher Einsichten liefern - sie müsste nur genützt werden.

Wie auch immer. Für alle, die auch nur an einem der Themen Wirtschaft, Zeitgeschichte, Dynastien, an praktischer Unternehmensführung, langfristiger Unternehmensstrategie, Change Management, gelebter Unternehmenskultur oder eben auch an angewandter Systemik in dynastisch geführten Familienunternehmen interessiert sind, ist dieses Buch ein Leckerbissen. Und wenn Sie das alles nicht lockt - wo gibts sonst noch 11 gut gestylte, flott erzählte, wahre Familiensagas in einem Buch?
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am 2. September 2011
Ich las vor einiger Zeit das Buch "Wohlstand und Armut der Nationen" dieses Autors. Aufgrund der gewonnenen Einsichten, des aufgrund der guten Übersetzung sehr angenehmen Sprachstils und der plausiblen Gesamtdarstellung habe ich ebenso dieses Werk des Autors gewählt, ohne ein primäres Interesse an familiäre Wirtschaftsdynastien zu haben.
Doch dieses Buch kann nicht annähernd an sein großes Werk anknüpfen und nach den "Rothschilds" habe ich beschlossen, die Lektüre zu beenden. Alleine das Layout ist schon verräterisch: Oft habe ich die Erfahrung gemacht und dies wurde hier wieder bestätigt, dass ein eineinhalbzeiliger Abstand weniger aus Rücksicht auf den Leser gewählt wird, sondern eher um künstlich Masse zu generieren. Meist sind Werke in diesem Stil dann auch wenig essenziell (Quantität vor Qualität). Einige wenige Charaktermerkmale erfolgreicher Familien werden herausgeschält und ständig wiederholt, willkürliche Auszüge aus Biografien gewählt, die etwas untermauern sollten, was nie ausgeführt worden ist. Der Anspruch auf Wissenschaftlichkeit wäre vielleicht von vorneherein zu hoch, aber auch auf populärwissenschaftlichem Niveau kann sich das Buch nicht halten. Dazu fehlt einfach der rote Faden, die umfassende Argumentation, das Hintergrundwissen.
Trotz des zwanghaften Versuches, lebendig zu schreiben, wirkt es leider reichlich motivationslos bzw. scheint es mir eher so, als ob der Autor rein aus kommerziellen Zwecken sich selbst gezwungen hat, etwas zu veröffentlichen.

Summa summarum: uninteressant, langweilig, wenig essenziell
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am 13. Oktober 2017
Der Autor beschreibt den Aufstieg mächtiger und reicher Familien und ihrer Wirtschaftsunternehmen in Amerika und Europa. Dabei erliegt er der Versuchung, den Wert des Geldes und der Arbeit zum Götzen zu erheben. Er zitiert ein ums andere Mal Max Weber als Zeugen für die Richtigkeit des Kapitalismus und versäumt es, dessen kritische Einstellung zu reflektieren. Landes zeigt aber auch eine germanophobe Ignoranz gegenüber den deutschen Familien und eine ärgerliche Unkenntnis der Verhältnisse in Mitteleuropa. Das ist störend und auch sehr dumm. Er steht damit aber wohl nicht allein. Der Nutzen des Buches besteht in einer Information über Wirtschaftsfamilien, die man sonst wohl nicht so leicht gewinnen würde und kann als Schritt zum Studium der Wirtschaftsgeschichte dienen. Es ist flüssig geschrieben und gut übersetzt. In der Reihe synoptischer Betrachtungen zur Wirtschaftsgeschichte des Abendlandes ist das Buch sicher ein nützlicher Baustein.
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NR. 1 HALL OF FAMETOP 500 REZENSENTam 8. September 2008
David Landes gilt in Amerika als angesehener Wirtschaftshistoriker und lehrte bis zu seinem Ruhestand an der Harvard University. Aber so ganz wohl fühlte er sich offenbar nicht im neuen Lebensabschnitt. Resultat dieser Unruhe: mit über Achtzig veröffentlicht er dieses Buch, mit dem er seinen Lesern Einblick in weltbekannte Wirtschaftsdynastien geben will. In den Streit, wie wissenschaftlich er dabei vorging, mische ich mich nicht ein. Aber als Habilitationsschrift ginge dieses Alterswerk sicher nicht durch. Zu dieser Einschätzung gelangte ich, als ich die Beschreibung der Agnellis las. Nicht dass ich die Fiat-Familie persönlich kenne, aber ich habe während meiner Italienjahre zumindest Menschen aus dem Umfeld kennen gelernt, die Presse verfolgt und Reaktionen der Bevölkerung auf Agnellis merkwürdige Machtdemonstrationen wahrgenommen. Und ich habe spannendere, besser recherchierte und auf gute Art kritischere Beschreibungen der Fiat-Dynastie gelesen als die von David Landes.

Die Barings. Rothschild, Morgans, Rockefellers, Guggenheims, Schlumbergers, Wendels, Toyodas, Renaults, Peugeots, Citroens und Fords sind mir noch ferner als der Mond. Obwohl sie irgendeiner Form alle in mein Leben getreten sind. Aufgezwungen durch Medien und Produkte. Es ist daher mehr als nur Voyeurismus, wenn mich die Berichterstattungen von David Landes interessieren. Aber ich hoffte keine Sekunde, die Lektüre gebe mir Aufschluss darüber, was ein Unternehmen erfolgreich macht. Vom Wunsch nach Rezepten nahm ich schon lange Abschied. Genauer gesagt, seit ich mich mit so komplexen Systemen wie dem Gehirn befasse. Soziale Gebilde kombiniert mit wirtschaftlichen Systemen ergibt so viele Variable, dass sich keine nachvollziehbaren Ursache-Wirkungs-Formeln herauslesen lassen. Auf einfache Erklärungen zu verzichten, fällt David Landes bestimmt leichter, seit er nicht mehr in Harvard lehrt. Und obwohl in Amerika nicht die gleichen Regeln für akademische Publikationen gelten wie in Deutschland, genießt David Landes die neue Freiheit, essayistischer schreiben zu dürfen, als er dies früher konnte. Ihm deshalb gleich den wissenschaftlichen Zugang zum Thema abzusprechen, halte ich für kleinlich.

Mein Fazit: Als Quelle für eine wissenschaftliche Diplomarbeit fallen die Familiengeschichten von David Landes wohl durch. Ganz zum Gewinn der Leser, die einfach mehr über diese Dynastien, ihre Zeit und ihre Geschichten erfahren möchten. Vielleicht ist es das Alter des Autors, das ihn auch dann noch besänftigende Töne anklingen lässt, wenn Paukenschläge die Situation besser wiedergeben würden. Aber der Leser darf ja selber noch mitdenken, was es an solchen Dynastien zu kritisieren gibt.
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am 15. Juli 2009
David Landes ist ein amerikanischer Wirtschaftshistoriker. Daher werden deutsche Familiendynastien wie Krupp, Thyssen, Flick, Porsche, Quandt,..., die selbst eine spannende Geschichte aufzuweisen hätten, leider nur flüchtig im Vorwort zur deutschen Ausgabe erwähnt.

Das Buch ist ein Spagat zwischen wissenschaftlichem Anspruch und Neugier befriedigendem Boulevard. Leider wird der Leser in beiderlei Hinsicht enttäuscht. So bleibt dem Autor irgendwann nichts anderes mehr übrig, als auf das in den vorangegangenen Kapiteln skizzierte Schicksal vieler Wirtschaftsdynastien zu verweisen, daß beinahe jedes Familienunternehmen irgendwann in die Krise gerät, weil es an fähigen oder willigen Nachfolgern fehlt.

Ich hatte mir von dem Buch mehr versprochen, ein Psychogramm der Hauptakteure etwa. Aufgrund der Vielzahl von Familiendynastien, über die der Autor schreibt, ist dies aber nur oberflächlich möglich. Ich empfehle daher, bei Interesse eher eine Biografie über eine bestimmte Wirtschaftsdynastie zu lesen, die dann auch in die Tiefe geht.
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