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Kundenrezensionen

4,4 von 5 Sternen
5
4,4 von 5 Sternen

am 22. Januar 2014
So verschieden wie die Menschen sind, lassen sie sich auf unterschiedliche Weise durch das Gehen inspirieren.
Gros hat einige Beispiele herausgearbeitet und beschrieben. Eine bereichernde, anregende Lektüre.
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am 22. Mai 2014
Gut zu lesende Lektüre ,interessante Geschichten.Wir werden diese kleine Buch Freunden und Bekannten gern empfehlen.Im Buchhandel war es nicht zu bekommen,wohl aber Im Internnet.
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am 18. November 2012
Gesucht hatte ich eine leichtverdauliche Urlaubslektüre für die Schlechtwettertage eines Wanderurlaubs. Bekommen habe ich viel mehr. Kurze philosophische Einblicke in das Gehen, das Wandern, das Spazieren oder Schlendern. Kurzweilige Einsichten, denen man sich einfach nicht entziehen kann. Sehr flüssig geschrieben und gut zu lesen, auch wenn man sich der Philosophie bislang nicht verschrieben hatte. Während der Wanderung reflektiert und am Abend diskutiert hat das Buch nicht nur mich inspiriert.

„Eine kurze Philosophie des Gehens“. Das ist genau das, was man mit diesem Buch bekommt. Und es macht Laune, sich darauf einzulassen.
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am 7. April 2011
Der Pariser Philosophieprofessor und Michel Foucault-Kenner Frédéric Gros hat in diesem Buch 25 Aufsätze über das Gehen, das Wandern, das Pilgern zusammengefasst. Die einzelnen Beiträge betreffen unterschiedliche Aspekte. Einerseits handelt es sich um Gedanken zu Themen wie Stille, Energie, Draußen, Einsamkeit, öffentliche Gärten, den Flaneur der Großstadt, und mehr. Andererseits findet der Leser Kurzbiografien, die das Leben berühmter Denker beleuchten:

Mahatma Gandhis Wanderungen, vor allem sein Salzmarsch, mit dem er gegen das englische Monopol der Salzgewinnung und die Salzsteuer protestierte. Bei Aufbruch waren keine achtzig Menschen bei ihm. 44 Tage später kamen mehrere tausend an der Küste an. Begleitet von zahlreichen ausländischen Journalisten. Ein ungeheurer Erfolg. (vgl. S. 217f) Ausdauer, Demut, Bescheidenheit, Einfachheit. Betont durch die Langsamkeit des Marsches. Das Gehen als Ideal der Autonomie. Vor allem auch ein Ausdruck von Festigkeit und Willen. Entschlossenheit. Ein positiver Nebenaspekt: "Der Fußmarsch lässt die Wut verrauchen und reinigt die Seele." (S.223)

Friedrich Nietzsche entdeckt gleich zu Beginn seiner dritten großen Epoche die Vorzüge des Wanderns in freier Natur. Anders als bei Immanuel Kant, für den Gehen etwas ist, das von der Arbeit ablenkt, ist für Nietzsche ein Spaziergang Grundlage für die Entstehung seines Werkes: "Wir gehören nicht zu denen, die erst zwischen Büchern, auf den Anstoß von Büchern zu Gedanken kommen - unsre Gewohnheit ist, im Freien zu denken, gehend, springend, steigend, tanzend, am liebsten auf einsamen Bergen oder dicht am Meere, da wo selbst die Wege nachdenklich werden." (aus Die fröhliche Wissenschaft) (vgl. S.24)

Ähnlich geht es Jean-Jacques Rousseau, der stets nur auf seinen Spaziergängen arbeitet, dem an seinem Schreibtisch nichts einfällt. (vgl. S.72)

Und bei David Henry Thoreau lernt der Leser, dass eine Wanderung zwar wenig profitabel, jedoch sehr gewinnbringend ist. Es wurde nichts produziert, aber die Natur hat den Spaziergänger reichhaltig beschenkt. Und hier schließt sich dann wieder der Kreis zu Gandhi, der äusserlichen Besitz ebenso wenig schätzte. Gewählte Anspruchslosigkeit. Nicht Askese im Gegensatz zum Exzess, sondern die Entdeckung der Einfachheit. Zufriedenheit finden in der Natur.

Diese Ausführungen geben natürlich nur einen kleinen Teil des Inhaltes wieder. Frédéric Gros hat ein sehr kurzweiliges, gut lesbares und interessantes Buch über das "Unterwegs sein" geschrieben. Er geht weit zurück: bis hin zu den Stoikern und der Schule von Athen. Ob es nun der kynische Weg ist oder Gedanken über die heutigen Stubenhocker, die ihr ganzes Leben vor dem PC verbringen, dieses Buch birgt einige Überraschungen. Und natürlich finden sich am Ende (wie sollte es bei einem Professor zweier renommierter Universitäten auch anders sein) zu jedem Kapitel weiterführende Literaturempfehlungen, sehr viele davon allerdings in französischer Sprache, sowie ein Quellenverzeichnis der verwendeten Zitate.

Mein Fazit: Nicht nur für Hundebesitzer interessant, die sich täglich im Freien bewegen dürfen. Dieses Buch ist auch ein schönes Geschenk für Wanderer, die wissen wollen, warum sie am liebsten alleine wandern, Spaziergänger, die zur Entspannung nach einer anstrengenden Arbeit unterwegs sind, oder all diejenigen, die sich an die Wochenend-Ausflüge ihrer Kindheit erinnern, als die Wege in unbekannte Welten führten, und Abenteuer versprachen.

Empfehlenswert!

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Bei dem Titel dieser Rezension handelt es sich um die Worte eines taoistischen Weisen.
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am 1. März 2015
Stehen und Gehen. Spazieren und Wandern. Laufen und Rennen. Marschieren. Das sind - in Inbegriff und Ablauf gewisser Steigerung - die selbstbewirkten und hilfsmittellosen Bewegungsformen, mit - mit Ausnahme des Antonyms Stehen - dem Ziel der Ortsveränderung. Gehen ist Selbstzweck. Spazieren und Wandern sind Freizeit. Laufen und Rennen sind Sport. Das Marschieren ist Militär. Und das Klettern passt nicht in diese Betrachtung.

Und über all das lässt sich wahrlich philosophieren.

"Unterwegs" nennt Frédéric Gros (geb. 1965), französischer Philosoph, Denker und Schreiber, Professor in Paris, seine "kleine Philosophie des Gehens" (Untertitel). Das Buch, im Original aus dem Jahr 2009, befasst sich nicht nur mit der Philosophie des Gehens, sondern auch mit der Gilde der gehenden Philosophen.

Einer derjenigen, die in dem Bezug nicht fehlen dürfen, ist Jean-Jacques Rousseau (1712-1778). Nicht nur dass er ging oder spazierte. Durch Christian Schüle (in DIE ZEIT v. 14.06.2012) wissen wir: Er, Rousseau, "muss gewandert, gestiegen, vielleicht gerutscht sein." Frédéric Gros nennt sein betreffendes Kapitel über Rousseau: "Die Tagträumereien des Spaziergängers". "Rousseau", so Gros, "schreibt, dass er nur beim Gehen denken, dichten, schaffen, Einfälle haben könne." Der Vorstellung "Jean-Jacques wäre mit seinem Gehstock ziselierte Sandwege auf und ab gegangen, getreu seiner Überzeugung, im Gehen vollziehe sich das Denken" widerspricht allerdings Schüle entschieden: "Nix da. Rousseau war ein Wilder." So auch bei den Formen des Gehens.

Ein anderer, mit dem sich Gros intensiv befasst, ist Friedrich Nietzsche (1844-1900). "Man solle", so der kleine Gros den großen Frédéric beschreibend, "so wenig als möglich sitzen, keinem Gedanken Glauben schenken, der nicht im Freien und bei freier Bewegung geboren sei. Alle Vorurteile kämen aus den Eingeweiden. Das Sitzfleisch sei die eigentliche Sünde wider den Heiligen Geist." Nietzsche. Unter den Philosophen war er der Wanderer schlechthin.

Frédéric Gros bespickt seine Philosophie mit gedankenvollen Kapiteln (achtzehn), die von Zeit zu Zeit mit Abhandlungen über verschiedene Kollegen Philosophen oder Schriftsteller (sieben; neben Rousseau und Nietzsche sind dies: Arthur Rimbaud, Henry David Thoreau, Gérard de Nerval, Immanuel Kant und Mahatma Gandhi) unterbrochen, damit wohltuend aufgelockert sind. "Gehen ist kein Sport", so Prämisse und gleich mal der Titel des ersten der gedankenvollen Kapitel. "Freiheiten" beschäftigt sich mit der Tatsache, dass das Gehen, ja, "schon ein kleiner Spaziergang: die Last der Sorgen ablegen, eine Weile die Aufgaben vergessen" lässt.

"Wenn wir 'nach draußen' gehen", so Gros in "Draußen", "dann immer, um von einem 'Drinnen' zu etwas anderem zu gelangen (...). Draußen ist ein Übergang (...). Das Draußen gibt es kaum." Gros sinniert weiter. "Auf langen, mehrtägigen Wanderungen ist alles anders. Das 'Draußen' ist nicht mehr ein Übergang, sondern das stabile Element." Ein weiterer Aspekt: Die "Langsamkeit".

Vom Dichter Arthur Rimbaud (1854-1891) stammt der Satz, "Ich kann keine Adresse zur Antwort geben, weil ich selbst nicht weiß, wo ich mich demnächst befinden werde und auf welchen Straßen ich dahin gelangen werde, und wo und warum und wie!" (Brief aus Aden, 1884). Er, der in jungen Jahren über sich zum Besten gab: "Ich bin Fußgänger, sonst nichts." Für Paul Verlaine, sein zeitweiser Wegbegleiter, war er "der Mann mir den Schuhsohlen aus Wind." Und wieder Rimbaud: "Mein Gasthof war der Große Bär. / Am Himmel meine Sterne rauschten sanft wie Seide."

Von Robert Louis Stevenson (1850-1894) wissen wir, dass auch er - wenigstens einmal - ein Freizeitwanderer in französischen Gefilden war. Liebeskummer und die Suche nach Inspiration trieben ihn für zwölf Tage durch die französische Cevennen-Landschaft, begleitet durch Modestine, (s)eine treue französische Eselin. (So gibt es heute, seit ungefähr zwanzig Jahren auch entsprechend ausgebaut und wegemarkiert, den zwanzig Etappen umfassenden Stevensonweg von Le Puy-en-Velay bis nach Alès.) Ihm verdanken wir die Gedanken um die "Einsamkeiten" beim Wandern. "Um eine Wanderung wirklich genießen zu können, muss man sie allein unternehmen. Wenn Sie in einer Gruppe unterwegs sind oder auch nur zu zweit, hat das mit einer Wanderung nur noch den Namen gemein (...). Beim Wandern muss man allein sein, denn auf die Freiheit kommt es an." Frédéric Gros widerspricht dem Schatzinsel-Sucher. "Muss man wirklich allein unterwegs sein?" So sei denn "vollkommene Einsamkeit nicht unbedingt nötig. (...) Zu dritt oder viert kann man noch wandern ohne zu sprechen. Jeder hat sein Tempo, kleine Abstände ergeben sich."

Die "Stille". Wie die Einsamkeiten, so auch die Formen der Stille beim Wandern. "Da ist die Stille in den Wäldern. (...) Dann gibt es die Stille eines harten Marschs (...). Es gibt die Stille früh am Morgen. (...) Es gibt die Stille der Wanderungen im Schnee." "Ewigkeiten" setzen die gedankenvollen Kapitel fort.

Henry David Thoreau (1817-1862) us-amerikanischer Schriftsteller und Philosoph, war einer der ersten, der eine philosophische Abhandlung über das Gehen abfasste: Vom Spazieren. In Abgrenzung zum schottischen Nationalökonomen Adam Smith, in Sinngehalt anders als zeitgenössische Kapitalismuskritiker vom Schlage eines Karl Marx, ahnte auch er - Kind des 19. Jahrhunderts, des Zeitalters beginnender Massenproduktion - wie die Natur "nur noch als Quelle wahrgenommen wird, um Kapitalerträge zu generieren." Bezüglich des Wanderns kam er auf den Gedanken, welchen Profit er denn von einer langen Wanderung durch die Wälder habe. "Keinen: Dabei wurde nichts produziert, was sich verkaufen lässt, kein Dienst an der Gesellschaft geleistet (...). Insofern ist die Wanderung schrecklich nutzlos und unfruchtbar." Doch "und dennoch ist der Gewinn für mich, für mein Leben, ich würde nicht einmal sagen: innerlich, sondern total, absolut, enorm." Ein Wanderfreund ganz im Sinne des Rezensenten. Thoreau kommt zu dem Ergebnis, von sich selber profitieren zu können. "Die Natur hat mir all ihre Farben geschenkt, ohne etwas abzumessen."

"Die wichtigste Energie, die wir beim Wandern spüren, ist unsere eigene, die unseres Körpers in Bewegung." Soviel zum Thema "Energie". Wir lesen über den kynischen Weg und über das "Pilgern" – so letztlich auch über Mohandas Gandhi (1869-1948), den wandernden Mahatma. "Die Zustände des Wohlbefindens", so die Freude, erhöhen und vergrößern sich, "ganz im Gegensatz zum Vergnügen (...) mit jeder Wiederholung." Glück und Heiterkeitsgefühle stellen sich ein.

"Mut! Mein Freund, nur Mut! / Gleich kommen wir zum Dorf! / Im allerersten Haus, / Da ruhen wir uns aus!" Ein Wanderlied, ganz nach dem Geschmack des Schriftstellers Gérard de Nerval (1808-1855), da von ihm selbst. Bei dem französischen Romantiker sind Gänge, ob Fußmärsche in fröstelnden Wäldern oder ein Umherschweifen ohne Ziele, immer eine Art melancholischer Streifzüge.

Wir erfahren von den täglichen Ausgängen des Immanuel Kant (1724-1804). Wir lernen die Abgrenzung zwischen Spazieren gehen und Lustwandeln kennen. Parks und "Öffentliche Gärten" bieten Gelegenheiten. Der "Flaneur der Großstadt", subversiv gegenüber all den positiven Arten des Gehens, bildet (s)eine ganz eigene Spezies. Wir lesen von der Schwerkraft, die uns Stubenhocker teil- und zeitweise auf Stühle und in Sessel drückt.

So frage auch ich mich zum Abschluss dieser Rezension, solche nebenbei bemerkt einem an den Computer fesselt und dabei nicht wenig Zeit verbraucht, warum ich nicht - statt zu rezensieren – rausging, um eine kleinere oder mittlere Tour zu absolvieren. Heute ist Sonntag. Das Wetter hätte es zugelassen.
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