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am 15. Juli 2013
Skurrilles und Ungewöhnliches, vermutlich auch gut recherchiert, manchmal trotzdem nicht nachvollziehbar und daher ein Stern weniger. ABER ... sehr unterhaltsam.
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am 6. Juni 2005
Der Titel des Buches ist schon ein wenig dämlich. Ansonsten ist "Freakonomics" aber ein interessant geschriebenes Buch mit zum Teil überraschenden Einsichten.
Einige der Thesen sind natürlich gerade in den USA sehr kontrovers, auf der anderen Seite bemüht sich der Autor schon, diese mit belastbaren Daten zu hinterlegen.
Mein Lieblingskapitel war das, welches beschreibt warum Drogenhändler meist noch zuhause wohnen. Es beschreibt nicht nur sehr schlüssig, warum dies so ist, sondern gibt auch beeidruckende Einblicke, wie mutige junge Forscher abseits des Establishments an Ihre Informationen kommen.
Zwei Dinge haben mich an dem Buch gestört: einmal die etwas aufdringlichen Lobeshymnen zwischen den Kapiteln, die irgendwelchen Zeitungsartikeln entnommen wurden. Und zum anderen, dass teilweise doch etwas umfängliche Daten abgedruckt wurden. Man könnte das Seitenschinden nennen.
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am 22. August 2006
(Bezieht sich auf die amerikanische Ausgabe)

Das Prinzip ist simpel, aber genial. Man nehme gesammelte Daten, werte sie mit statistischen Methoden aus (z.B. Regressionsanalyse) und interpretiere diese auf gesellschaftliche Phänomene. Heraus kommt unter anderem:

Warum leben amerikanische Drogendealer noch bei Ihren Müttern?
Welche Fundamente einer Erziehung wirken sich später auf eine höhere Bildung aus?
Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Bildung von Eltern und die Vornamen ihrer Kinder?
Warum hat die Kriminalitätsrate in den USA so abgenommen?
Wollen Immobilienmakler wirklich immer zum besten Preis verkaufen?
Was ist gefährlicher für Kinder? Ein Swimming-Pool oder eine Waffe?
Wie verhalten sich Menschen in einer Partnerbörse? Geben Frauen ihr wahres Gewicht an? Warum sind dort soviele Frauen blond?

Diese Fragen und andere gesellschaftliche Phänomene werden in diesem Buch erläutert. Häufig wird auch Bezug zu Minderheiten in den USA Stellung genommen. Hat sich im Unterbewußtsein eine Ablehnung gegenüber Minderheiten entwickelt? Sind Schwarze wirklich dümmer als Weiße? Oder liegt es doch an ihrem sozialen Umfeld?

Dabei ist der Praxiswert eher gering - vielmehr lädt es ein, auch mal hinter allem zu gucken.

Fazit: Gute Unterhaltung. Ein Kauf lohnt sich!
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am 13. März 2006
Wie kommt es, dass Menschen Angst vor Rinderwahnsinn haben und in einer Art Massenpanik kein Rindfleisch mehr kaufen, sich aber auf der anderen Seite durch unmäßigen Konsum von Zucker und Fett ins Grab fressen? Und obwohl das Ertrinken in Swimming Pools in USA eine häufige Todesursache von Kindern bis 10 Jahren ist und man mit einfachen Mitteln viele Kinderleben retten könnte, gelingt es der Kindersicherheits-Industrie mit riesiegen Werbekampagnen, den besorgten Eltern Geld für z.T. unsinniges Autozubehör für Kinder aus der Tasche zu ziehen. Diese und einige andere Sachverhalte greift das Buch auf und stellt solch unangenehme Fragen. Ist es z.B. möglich, dass der erdrutschartige Rückgang der Kriminalität in US-amerikanischen Großstädten gar nichts mit neuen Methoden der Polizei oder mit einer stärker florierenden Wirtschaft zu tun hat, wie die gängige Medienmeinung lautet, sondern ihren wahren Hintergrund in der Legalisierung der Abtreibung ab Mitte der 1970-er Jahre hat? So wurden all die unerwünschten Kinder, die verstärkt zu kriminellen Handlungen neigen, nie geboren.
Ebenfalls möchte niemand wirklich gerne hören, dass Lehrer in Schulen, die nur finanzielle Unterstützung erhalten, wenn ihre Schüler ein gutes Notenniveau haben, unweigerlich anfangen müssen, bei Prüfungen in der Notengebung zu schummeln. Und Japanern gefällt es absolut nicht, wenn jemand behauptet - und auch noch mithilfe einfacher Punktevergleiche nachweist - dass bei ihrem heiligen Volkssport Sumo betrogen wird. Vermeintlich normale Gedankengänge oder Bezüge von Ursachen und Wirkungen stellen die Autoren auf den Kopf. Das ist unbequem und fordert auf, Denkgewohnheiten zu hinterfragen.
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am 18. Juli 2005
Gutes Buch, hab es jetzt halb durch. Die Geschichten sind spannend und werden ohne die klassische ökonomische Trickkiste erzählt. Der Author wird mir ein wenig zu viel im Buch gelobt. Ist nicht das erste Buch das ich mir zur Aufheiterung der trockenen Materie im Studium leiste. Gut zu lesen ist es und bringt einen oft dazu weiter über die täglichen Rätsel nachzudenken.Das Buch geht in Richtung "Sex, Drugs and Economics" bzw. eins meiner Lieblingsbücher "The Armchair Economist".
VORSICHT: Rough Cut bedeutet wohl das die Ränder der Seiten ausgefranzt sind. Sieht nicht so toll aus und es blättert sich nicht so leicht. Umschlag und sonstige Erscheinung sind tiptop. Mir war das vorher nicht klar und ich wollte schon retournieren. Hab das Buch aber dann trotzdem behalten und nicht bereut.
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am 31. März 2006
Was von dem, das man über soziale und wirtschaftliche Zusammenhänge hört oder liest, ist eigentlich wirklich durch Daten gesichert? Familienplanung als Methode der Verbechensbekämpfung erweist sich aus statistischer Sicht als wirksammer, als eine Verstärkung von Polizeikräften. Es wäre besser Swimming Pools besser zu sichern als Babysitze in Autos zu forden um die Unfälle bei Kindern zu reduzieren.

Worin unterscheidet sich die Ökonomie eines Konzerns von der des organisierten Verbrechens? Gar nicht.

Sind die Anreize für Schüler abzuschreiben nicht eigentlich lächerlich im Vergleich zu den Anreizen für die Lehrer objektive Prüfungen zu unterbinden? Sie sind es.

Was sagt der Vornamen eines Neugeborenen über seinen zukünftigen wirtschaftlichen Erfolg aus? Fast alles.

Diese Fragen und deren Antworten wird u.a. in diesem Buch nachgegangen. Dabei wird dem Leser ein Einblick in die moderne Methodik und Argumentation volkswirtschaftlicher Forschung gegeben. Anstelle großartig-vager Weltentwürfe tritt hier die statistisch gesicherte Aussage über alltagsnahe Fragen.

Diese Weltzugewandtheit und Politikferne der Argumentation bei gleichzeitger Kritik des wirtschaftpolitischen Aktionismus machen eigentlich den sympatischen Gehalt des Buches aus.

Die Pseudo-"Brisanz" mancher Themen ist jedoch eher amerikaspezifisch und in Europa so kaum nachvollziehbar. So liefert das Buch gleich mit einen Einblick in die amerikanische Geisteswelt.

Leider gelingt es der Übersetzung nicht, die Unmittelbarkeit und "Alltäglichkeit" des Originals einzufangen, da leider das deutsche Vokabular der Volkswirtschaft allzu viele verkopfte Konotationen hat.

Eine letzte kritische Anmerkung zum Inhalt: Man merkt das Levitt eher theoretisch als empirisch orientierter Volkswirt ist, da manche empirische Belege statistisch-methodisch durchaus zu hinterfragen wären. Aber das sind dann schon wieder Probleme die nicht nur spezifisch für dieses Buch sind.
Insofern tut dies dem originellen Ansatz und dem Spass am Hinterfragen allzu festgefahrener meinungen keinen Abbruch.
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am 22. Mai 2006
Steven D. Levitt ist ein Ökonom, der nicht auf klassischem Gebiet forscht, sondern eher im Bereich "(un)moralisches Verhalten". Seine Methode ist streng empirisch. Er versucht Daten zu finden, die über eine ihn interessierende Fragestellung Auskunft geben könnten. Diese wertet er mit modernen statistischen Methoden aus, um zu Ergebnissen zu kommen.

Was dieses Buch spannend macht, sind die Forschungsfelder, auf denen er sich tummelt: Er beschäftigt sich viel mit moralischen Klippen und mit Kriminalität. Er zeigt aus den Daten heraus, dass unter japanischen Sumoringern ebenso geschummelt wird wie unter Klassenlehrern bei schulübergreifenden Vergleichstests. Er legt die für die Verkäufer ungünstigen Arbeitsanreize bei Immobilienmaklern dar und versucht Klarheit darüber zu schaffen, was schulischen Erfolg von Kindern ausmacht (und was eher nicht).

Diese ganzen Geschichten sind nett zu lesen, auch wenn der schreibende Co-Autor Dubner seinen 'spiritus rector' Levitt bisweilen etwas ungeniert in den Himmel hebt.

Das Buch ist auch in verschiedener Hinsicht lehrreich:

- Sei skeptisch gegenüber den Erklärungen von 'Experten' über komplizierte Sachverhalte.

- Statistik ist eine haarige Sache, bei dessen Auswertung man sich sehr leicht irren kann. Statistischer Zusammenhang und kausaler Zusammenhang sind zwei völlig verschiedene Dinge.

- Unerwartete Trendänderungen (z.B. der Kriminalitätsrate) werden oft leichthin mit dem vermeintlichen Erfolg kurzfristiger Maßnahmen begründet, viele tatsächliche Ursachen liegen aber oft tiefer.

Insgesamt ist das Buch recht unterhaltsam, gut lesbar und einigermaßen geistig anregend. Weltbewegende Erkenntnisse werden nicht präsentiert und mit Wirtschaftswissenschaft im engeren Sinne hat es wenig zu tun.
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am 4. März 2008
... zwischen zwei Buchdeckeln füllen kann. In diesem Fall wurde schamlos gestreckt! Kein roter Faden, nirgends. Eingefahrene Denkweisen in ökonomischen Dingen sollen hinterfragt und die Leser auf einen vergnüglichen Streifzug durch die Mysterien des Alltags geführt werden. Nun ja. Man erfährt beispielsweise, dass der einzige Grund für das Nachlassen von Kriminalität in den USA die Liberalisierung von Abtreibung ist. Denn die vielen ungewollten Kinder - bis dahin zwangsweise geboren - waren am anfälligsten für kriminelle Handlungen. Das überrascht nicht sehr. Eine andere These dreht sich um Informationsvorsprung. Makler und Versicherungsvertreter hätten vor der Existenz des Internets, das nunmehr Markttransparenz ermögliche, mehr für sich rausschlagen können. Hm.
Neu und interessant war für mich die Geschichte über Stetson Kennedy aus Atlanta, der sich zum Ziel gesetzt hatte, den boomenden Ku Klux Klan der unmittelbaren Nachkriegsjahre unschädlich zu machen. Er schlich sich als Spitzel ein und versuchte politische Einflussnahme. Zwecklos. Dann entschied er sich, den an kindliche Spionagespiele anmutenden Geheimcode der faschistischen Organisation an die Macher der Radiosendung "The Adventures of Superman" weiterzugeben, damit diese in die wöchentlich ausgestrahlten Geschichten eingewoben werden. Diese spielten mit, und so erfuhren Millionen von den hierarchischen Strukturen (vom Hohen Zyklopen und seinen zwölf Schrecken, dem Großen Drachen und seinen neun Hydras, und so weiter), den aktuellen Streitigkeiten innerhalb der Truppe und natürlich den jeweils aktuellen Codewörtern. Hohn und Spott wurde von nun an über den Ku Klux Klan ausgeschüttet, Kinder spielten sie als Bösewichter, und nach kurzer Zeit brach die Organisation zusammen. Diese Geschichte fand ich sehr spannend, wie alle kleinen Anekdoten in dem Buch, die mit Rassismus und Vorurteilen zu tun haben. In den USA unterscheidet man übrigens zwischen sympathieorientierter Diskriminierung - jemand mag keine Afro-Amerikaner - und der informationsorientierten Diskriminierung. Letztere meint die Leute, die beispielsweise meinen, eine bestimmte Bevölkerungsgruppe habe ein niedrigeres Bildungsniveau. Interessant auch das Kapitel über die Ökonomie harter Drogen, die den Gesetzen der freien Wirtschaft ähnlicher ist, als man gemeinhin denkt. Und über die eigentümlich Namensgebung von Schwarzen und Weißen, die eklatante Unterschiede aufweist. Aber all das wird unendlich gestreckt und mit zumeist unnötiger Information aufgebläht.
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Jeder, der in empirischen Methoden, z.B. der Sozialwissenschaften, ausgebildet wurde, weiß, dass man Korrelation nicht mit Kausalität gleichsetzen darf. Aber es zeugt auch nicht gerade von eigenem Menschenverstand, wenn man diese simple Wahrheit wie eine heilige Monstranz vor sich herträgt. Es ist nämlich auch wahr, dass jeder kausale Zusammenhang notwendigerweise auch einen korrelativen aufzeigen muss. D.h., dass man, wenn man eine Korrelation gefunden hat, wenigstens ein Indiz, einen hypothesensteuernden "Verdachtsmoment" hat, dass hier auch kausale Bedingtheit im Spiel sein KANN. Nichts weiter als solch eine Reihe von verdächtigen Korrelationen bietet uns der Autor dieses Buches, während er mehrmals im Text darauf hinweist, das Korrelation eben noch nicht Kausalität ist (also dass man aus der Tatsache, dass mit schwindender Storchpopulation in Europa auch die Geburtenrate absank, nicht schließen darf, dass der Storch die Kinder bringt (sondern dass z.B. der gemeinsame Verursacher - Kausalfaktor - die fortschreitende Industrialisierung ist)).
Wenn man nun eine kausale Verbindung durch Experimente nicht nachweisen kann, ist es durchaus nicht unfruchtbar, wenn man, wie es Levitt in Freakonomics sehr unterhaltsam macht, nach plausiblen Erklärungen sucht. Haben wir eine Korrelation und dazu noch eine plausible Hypothese über die Wirkzusammenhänge, haben wir nämlich bereits einiges mehr. Und wenn die Gesellschaft dann noch Quasi-Experimente durchführt, indem sie in machnchen Bundesstaaten das Abtreibungsrecht früher liberalisiert und in manchen später - dann haben wie schon deutlich mehr an Erklärungsmächtigkeit!
Das Schöne, das Lesbare, das Kurzweilige an Frakonomics ist darum nicht sein orthodoxer Kausalpurismus, sondern das beinahe kriminalistische Aufspüren von MÖGLICHEN Zusammenhängen für bedeutende und kuriose Phänomene mit den allereinfachsten Mitteln der Statistik. Dass Levitt dabei auch Hypothesen generiert, die nicht Politisch Korrekt sind, gibt dem ganzen den nötigen Pepp und Biss.
Hätte Levitt weniger Eigenwerbung gemacht und der Verlag die Erwartungen nicht in ungebührliche Höhen getrieben, hätte ich dieser amüsanten Lektüre auch 5 Sterne gegeben. Wegen der Selbstbeweihräucherung bleibt es bei achtbaren 4.
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am 3. Januar 2013
Ökonomie ist mehr als die Wissenschaft vom Homo Oeconomicus. Menschen folgen zwar i.d.R. ihnen gesetzten Anreizen, aber manchmal sind diese Anreize nicht auf Anhieb zu erkennen, manchmal verhalten sie sich auch einfach nicht rational. Der Ökonom Steven D. Levitt und der Journalist Stephen J. Dubner versuchen die Wirtschaftswissenschaften auf unkonventionelle Art und Weise zu erklären.

Freakonomics ist mittlerweile schon in die Jahre gekommen, ich bin auf dieses Buch während eines Seminars unseres Lehrstuhls aufmerksam geworden. Ich habe es mir daraufhin zugelegt - und gleich vorweg - ich bin enttäuscht. Der Ansatz ist gut und richtig; Ökonomie ist eben nicht nur der rational handelnde Homo Oeconomicus, der über alle relevanten Informationen verfügt. Das ist allerdings - in den Wirtschaftswissenschaften - auch nicht so neu, wie die Autoren weiß machen wollen.

Der Beginn ist recht ansprechend, es wird viel über Anreize geschrieben, die einen großen Einfluss auf die Entscheidungen der Agenten haben. Warum haben Lehrer einen Anreiz bei Klausuren zu betrügen, warum sollten Sumoringer freiwillig verlieren? Warum (sollten) Immobilienmakler nicht den höchsten Preis herausholen, obwohl sie doch nach deren Höhe entlohnt werden?

Leider verlieren sich die Autoren aber ziemlich schnell in endlosen Statistiken und ausschweifenden Erzählungen. So wird der Leser bspw. durch Antwortstatistiken der Klausuren von betrügerischen Lehrern gequält. Im Kapitel über den Ku-Klux-Klan wird die komplette Historie wiedergekäut, ohne dass immer ersichtlich wird, was dies zur Quintessenz des Kapitels beiträgt. Hier hätten sich die Autoren wesentlich kürzer fassen können.

Entscheidend für die Punktabzüge waren jedoch die letzten beiden Kapitel über die "Elternschaft". Hier wird der Leser nun vollends mit Statistiken gequält, die auch noch wieder und wieder rekapituliert werden. Die wesentlichen Erkenntnisse gehen in der Signifikanzprüfung jedoch leider unter. Diese letzten beiden Kapitel sind nur noch Statistikliebhabern zuzumuten. Gekrönt wird das ganze mit dem letzten Kapitel, welches sich ausschließlich der (richtigen?) Namensgebung widmet. (Kurz zusammengefasst: Eine Chantal oder ein Finn-Kevin wird nicht wegen des Namens zum Hartz IV-Fall, sondern weil er vornehmlich von der sozialen "Unterschicht" vergeben wird und die soziale Schicht (aus verschiedenen Gründen) leider immer noch einen (zu) großen Einfluss auf den Werdegang unserer Sprösslinge hat. Ach nee!?)

Eine vollkommene Zumutung ist die Benutzung von End- statt Fußnoten. Dies liegt auch daran, dass die Autoren in den Endnoten nicht ausschließlich Literaturverweise unterbringen, bei denen man sich der Übersichtlichkeit halber - und für ein populärwissenschaftliches Buch vertretbaren Art - für Endnoten entschieden hat. "Fußnoten" im ugs. Sinne von Anmerkungen gehören für mich jedoch zwingend unter den Text der Seite und nicht ans Ende. Wenn die Autoren der Meinung sind, dass ihre Anmerkungen so wichtig sind, dass sie hierfür eine Fußnote opfern müssen, dann sollte dies dem Leser auch an prominenter Stelle präsentiert werden. Wenn sie hingegen der Meinung sind, dass diese so unwichtig sind, dann lasst sie um Himmels willen weg.

Entschädigt hat mich ein bisschen der Anhang, der in dieser Ausgabe beigelegt wurde. Dieser beinhaltet u.a. die Freakonomics-Kolumnen aus dem New York Times Magazine, die als Grundlage für das Buch dienten. Hier zeigt sich, dass die Autoren ein enges Korsett benötigen, um Geschichten gut rüberzubringen. Steht ihnen nicht der Platz für Aus- und Abschweifungen, wie in einem Buch, zur Verfügung, so können sie eine Story packend, interessant und unterhaltsam präsentieren. Außerdem wurde noch ihr Internet ausgedruckt, d.h. ausgewählte Beiträge aus ihrem Freakonomics-Blog beigeheftet, die allerdings auch interessanter zu lesen sind als die Hauptkapitel des Buches.

Aufgrund des recht interessanten Beginns und des Anhangs kann ich noch drei Sterne vergeben, eine wirkliche Kaufempfehlung jedoch nur für Statistikfetischisten abgeben. Wer gerne einen (auch für Nichtökonomen verständlichen) Streifzug durch die Nichtmainstream-Ökonomie haben möchte, dem sei eher das Buch Ökonomie 2.0: 99 überraschende Erkenntnisse von Norbert Häring und Olaf Storbeck empfohlen.
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