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am 3. September 2014
Dieses Buch ist das erste was ich von dem Autor gelesen habe. Ich finde es ausgezeichnet. Es zeigt unsere augenblickliche Lage und den Umgang mit Kinder auf. Man denkt ständig beim lesen " genau so ist es ". Man erkennt die Fehler, die von Kleinkind an, bei der Erziehung gemacht werden. Sie werden an vielen Fallbeispielen erklärt und Lösungen aufgezeigt. Ich habe das Buch schon viele Male weiter empfohlen und mir auch schon frühere Werke von Michael Winterhoff gekauft. Die Bücher greifen immer mal wieder Themen aus vorangegangenen auf, können aber auf jeden Fall einzeln gelesen werden.
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am 17. September 2014
ich liebe den Autor und habe schon mehrere Bücher von ihm gelesen. Er beschreibt verschiedene Situationen mit Kindern und weißt auf die Fehler von uns Eltern hin und beschreibt, wie wir sie ändern können. Empfehlenswert
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am 1. Dezember 2015
Das Buch geht gut auf die emotionale und soziale Entwicklung der Kinder in jedem Stadium ein.
Das Buch ist einfach und leicht verständlich geschrieben.

Ich bin aber der Meinung, man sollte nicht zu streng mit sich umgehen. in manchen Situationen ist etwas strengere
Erziehung nun mal notwendig.

Ich würde auf jedenfall eine klare Kaufempfehlung aussprechen.
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"Eine gebildete emotionale und soziale Psyche macht Kinder und Jugendliche stark. Sie können das Selbstbewusstsein entwickeln,, ihre Fähigkeiten einzusetzen und weiterzuentwickeln, ohne dabei egoistisch und schädigend für andere Menschen vorzugehen." (Michael Winterhoff, S.158).

Der Psychotherapeut Michael Winterhoff befasst sich in seinem klugen Buch mit den Gefährdungen der emotionalen und sozialen Entwicklung von Kindern und zeigt, was man dagegen unternehmen kann. Faktisch belegbar ist, dass es immer mehr Kinder gibt, die gravierende Störungen im Lern-, Leistungs- und Sozialverhalten aufweisen. Zudem scheinen immer mehr Heranwachsende nicht mehr fähig zu sein, einer geregelten Arbeit nachzugehen. Wie es aussieht, liegen die Ursachen in psychischen Fehlentwicklungen.

Um zu verhindern, dass es in unserer Gesellschaft immer mehr Egoisten, Narzissten und beziehungsunfähige sowie lustorientierte Egoisten gibt, ist es nach Winterhoffs Ansicht, der ich ohne Wenn und Aber zustimme, notwendig, rasch gegenzusteuern.

Offenbar steigen derzeit im Kindergartenalter bei den Kleinen massive motorische und sprachliche Schwierigkeiten an. Die Kinder haben Probleme im Bereich des Lernens und auch im Hinblick auf soziale Kompetenzen. Verzeichnet wird ein Konzentrationsmangel in der Schule wie auch ein Desinteresse an Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben und Rechnen. Zudem mangelt es an Fleiß und die Kinder begreifen Strukturen und Abläufe immer weniger. Zu allem Überfluss fallen diese Kinder auch noch durch eine ausgeprägte Rücksichtslosigkeit und Leistungsverweigerung unangenehm auf. Für all dies gibt es natürlich Gründe und diese liegen in Beziehungsstörungen mit den Bezugspersonen begründet.

Winterhoff veranschaulicht die Entwicklungsstufen eines Kindes anhand einer kurzen Auflistung und macht deutlich, dass immer dann, wenn in einem bestimmten Alter ein Stillstand eintritt, es eine höhere Stufe der Entwicklung nicht erreichen kann. Das hat zur Folge, dass das Denken und die Wahrnehmung auf einer früheren nicht altersgemäßen Stufe verbleiben.

Man muss sich bewusst machen, wie ein Kind die Welt wahrnimmt und verstehen lernt, dass Kinder die Welt vollkommen anders wahrnehmen als Erwachsene. Viele Erwachsene scheinen das mittlerweile vergessen zu haben, deshalb auch kommt es zu all diesen fatalen Entwicklungsverwerfungen.

Sehr wichtig ist es, in bestimmten Entwicklungsphasen, Abläufe und Strukturen zu erkennen, um sich an Regeln orientieren zu können. Jedem, der ein wenig nachdenkt, wird schnell bewusst, dass Regeln Kinder Stabilität und Sicherheit schenken. Kinder benötigen Regeln und Strukturen, um sich orientieren zu können.

Winterhoff thematisiert sogenannte Denkverbote, um sie auszuhebeln. Es ist völlig klar, dass Kinder Grenzen aufgezeigt bekommen müssen, wenn sie sich zivilisiert entwickeln sollen. Da Höflichkeit, Rücksichtnahme und Respekt nicht angeboren sind, müssen sie erlernt werden und zwar in der Kindheit bereits. Diese erlernten Fähigkeiten sind eine notwendige Bedingung, um ein emotional und sozial ausgereifter Erwachsener zu werden, (vgl.: S.59).

Der Psychotherapeut unterstreicht, dass das Verhalten, das Eltern, Großeltern, Lehrer und Erzieherinnen heute an den Tag legen, das Verhalten der Kinder und Jugendlichen, das diese in zehn, zwanzig und dreißig Jahren als Erwachsene zeigen, maßgeblich beeinflusst. Deshalb auch lautet die entscheidende Frage: "Leisten Erwachsene die Entwicklungsbegleitung über die Beziehung noch heute im ausreichenden Maße? Die Antwort lautet immer öfter: Nein." (S.60).

Wie Winterhoff deutlich macht, mangelt es vielen Kindern an Halt aufgrund von partnerschaftlichen Konzepten der Erwachsenen, die Kinder überhaupt nicht verstehen können. Dadurch kommt es zu einer Unterentwicklung sozialer und emotionaler Kompetenz, die dann bei jungen Erwachsenen zur Unfreiheit führt, also genau zum Gegenteil von dem, was bezweckt worden ist.

Der Autor hält es für bedenklich, wenn Eltern bei ihren Kindern in die Rolle des Hilfslehrers schlüpfen und wenn zwischen Mutter und schulpflichtigem Kind in dieser Beziehung eine Art Symbiose entsteht, so dass die Mutter den Druck, der auf einem Schüler ruht, auf sich bezieht und sie dann so handelt als sei sie das betroffene Kind. Symbiotische Mütter haben keine Distanz und sind für die Entwicklung des Kindes nicht förderlich.

Winterhoff zeigt den Unterschied zwischen Selbstständigkeit und Selbstbestimmung auf. Oft verhalten sich Kindergartenkinder wie Säuglinge, weil die Förderung des sozialen Miteinanders nicht stattgefunden hat, aufgrund einer falsch verstandenen Freiheitsidee der Eltern.

Der Autor ist kein Befürworter autoritärer Erziehungsmethoden, wohlgemerkt, allerdings befürwortet er ein Erziehungskonzept, wonach klare Ansagen gelten und Kinder nicht dem Chaos ausgesetzt werden. Dies finde ich begrüßenswert.

Damit ein Kind seinem Alter gemäß, lern- und leistungsfähig sein kann, sind mitunter Nachreifeprozesse notwendig. Diese können dann am besten stattfinden, wenn das Umfeld ein ruhiges ist und die Sinneseindrücke das Kind nicht überfordern.

Winterhoff zeigt Wege auf, die aus Kindern starke und selbstbewusste Erwachsene werden lassen, weil sie nicht beziehungsgestört sind. Das Buch leistet einen guten Beitrag zu einem Umdenken in Erziehungsfragen. Das kann man nur begrüßen.

Empfehlenswert.
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am 27. Juli 2015
Endlich ein Buch, das bei Problemen mit Kindern wirklich hilfreich ist, auch wenn man bereit sein muss sich selbst kritisch zu hinterfragen...
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am 18. April 2015
Dieses Buch empfehle ich dringend allen Eltern und Pädagogen in Deutschland, weil es den Niedergang unserer Gesellschaft in wichtigen pädagogischen und sozialen Feldern beschreibt, es mahnt zur Umkehr in entwickliungspsychologischen und pädagogischen Grundfragen der Gesellschaft und gibt Antworten zur Korrektur für die Gesamterziehung der Gesellschaft. Wenn dies nicht geschieht, schafft sich unsere Gesellschaft "ab"!!
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Michael Winterhoff hat mit "SOS Kinderseele" ein weiteres Buch auf den Markt gebracht, in dem er über seine Theorien, was in unserer heutigen Gesellschaft im Zusammenhang mit der Kindererziehung falsch läuft.

Es ist kein großes Geheimnis, dass unsere heutige Jugend und unsere Kinder zu einem großen Teil verhaltensauffällig sind. Natürlich gab es solche Fälle auch schon von den 80er Jahren und weit davor, allerdings nicht in der Masse wie es sie heute gibt. Die bestätigen nicht nur Pädagogen aus Schulen und Kindergärten und anderen sozialen Einrichtungen, auch Eltern und Verwandten und der Gesellschaft selbst ist dieser Wandel nicht entgangen.

Laut Winterhoff liegt der Grund aber hier nicht bei den Kindern, sondern bei den Erwachsenen und den geänderten Lebenseinstellungen und Ansichten über Kinder. Wo früher Kinder noch als Kinder gesehen und auch behandelt wurden, werden Kinder heute teils schon in den Kindergärten als gleichberechtigte Erwachsene behandelt, die nur begleitet und unterstützt werden müssten. Woher Kinder allerdings das generelle Grundwissen nehmen sollen um unterstützt zu werden, wir heute teils einfach außer Acht gelassen.
Winterhoff zeigt hier auf, weswegen Kinder immer noch als Kinder gesehen werden müssen, wieso eine komplett antiautoritäre Erziehung nicht funktionierten kann und belegt dies anhand der generellen Reifeentwicklung eines Kindes vom Baby- bis ins Jugendalter.

Natürlich polarisiert Winterhoff auch hier wieder, er selbst wird aber nicht müde zu erläutern, dass es ihm nicht um knallharte Erziehung geht. Und ich finde, dass die Fakten ihm recht geben.

Um seine Thesen zu untermauern hat Winterhoff in diesem Buch aus zahlreichen Gesprächen mit Pädagogen aus allen Bereichen zitiert, die aufzeigen, woran es ihrer Meinung nach wirklich krankt bei unseren Kindern.
Das eine oder andere mal wird hierbei sicherlich auch ein wenig übertrieben, aber ich denke schon, dass Winterhoff mit seinen Thesen im Großen und Ganzen recht hat und dass sich etwas ändern muss, das zeigt ja auch eindrücklich die Entwicklung.

In "SOS Kinderseele" versucht Winterhoff auch erstmals wirklich Tipps zu liefern, wie wir dieser negativen Entwicklung entgegen wirken können, also welche Verhaltensweisen wir ändern sollten, welche Gedanken im Bezug auf unsere Kinder wirklich dominieren sollten was auf keinen Fall gehen sollte.
So richtig konkret wird der Autor hier allerdings auch nicht, wobei dies bei diesem allgemeinen Thema auch eher schwierig zu bewerkstelligen ist. Dennoch denke ich, dass diese Gedanken den Leser schon in die richtige Richtung lenken können.

Insgesamt war ich nach dem letzten Buch Winterhoffs "Lasst Kinder wieder Kinder sein", von dem ich leicht enttäuscht war, von diesem hier wirklich wieder sehr angetan und würde es allen interessierten Eltern, Pädagogen und allen Interessierten auf jeden Fall weiter empfehlen!
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am 3. Juni 2014
Dieses Buch spricht mir aus der Seele. Es tröstet mich und bestärkt mich in meiner Wahrnehmung der beschriebenen Probleme, bei der Arbeit mit Kindern. Das Buch erschüttert und macht Mut zugleich.
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Seit einigen Jahren läuft etwas schief mit unseren Kindern und Jugendlichen.

Fast jeder von uns kennt Beispiele von Kindern, die sich außerhalb der Norm bewegen, als verhaltensauffällig gelten oder die Anforderungen in der Schule nicht erfüllen können und wenig Durchhaltewillen zeigen.

Doch es liegt oftmals nicht am Unwillen der Kids und Teens, sondern an ihrem Unvermögen aufgrund der fehlenden psychischen Entwicklung in jungen Jahren. Tradierte Werte wie Pünktlichkeit und Pflichtbewusstsein fehlen oftmals genauso wie Empathie, Frustrationstoleranz und angemessene Umgangsformen.

Stattdessen haben diese Kinder keine ihrem Alter entsprechende Psyche, sondern sind auf der Stufe von Kleinkindern stehen geblieben, die nur sich selbst kennen und keine Folgen von Handlungen einschätzen können. Den Kindern ist am wenigsten ein Vorwurf zu machen, argumentiert Winterhoff in seinem neuesten Buch "SOS Kinderseele".

Vielmehr sind es die Elternhäuser, die aufgrund der Projektion und Symbiose solche Verhaltensweisen mit fehlender Konfliktfähigkeit, fehlender Empathie und fehlendem Unrechtsbewusstsein erst ermöglichen und eine Krise der emotionalen und sozialen Entwicklung herbeiführen.

Damit diese Zusammenhänge besser verständlich werden, skizziert Winterhoff in dem Buch aus dem C. Bertelsmann Verlag zu Beginn die emotionale und soziale Entwicklung der menschlichen Psyche. In verständlichen Worten und ohne Fachchinesisch werden die Zusammenhänge deutlich.

Die kindliche Psyche entwickelt sich am erwachsenen Gegenüber

Das ist einer der elementaren Erkenntnisse des Autors: die kindliche Psyche entwickelt sich am erwachsenen Gegenüber, und er ruft diesen Satz wiederholt ins Gedächtnis – denn es ist der Schlüssel zur Auflösung des eingangs geschilderten Dilemmas.

Insbesondere Eltern und Pädagogen, die das Kind in der Zeit des Aufwachsens begleiten, sind prägend für die Entwicklung der emotionalen und sozialen Kompetenz. Doch viele Erwachsene können den Kindern den nötigen Halt und das in sich Ruhen nicht bieten.

Weil sie selbst gestresst sind (oder sich stressen lassen). Weil sie nur für den Moment leben und nicht an die Zukunft denken (oder ihnen nicht die Möglichkeit gegeben wird). Weil sie das Gefühl haben, alles stürzt auf sie ein und sie sind nicht Herr der Lage (oder sie ihre Rolle als Vorbild selbst nicht ausfüllen).

Schuld daran ist nicht zuletzt das partnerschaftliche Konzept vom Kind. In diesem Konzept sehen die Eltern ihren Sprössling als gleichberechtigten Partner, der er qua Entwicklung gar nicht sein kann, und können damit den notwendigen Halt nicht geben.

Hat sich Winterhoff in seinen bisherigen Büchern auf die Entwicklung in den Familien und in der Gesellschaft allgemein fokussiert, so hat er in diesem Buch die Situation in Kindergärten und Schulen im Blick.

Mütter als Hilfslehrer sind der falsche Weg

Insbesondere Helikoptereltern und Mütter, die sich nachmittags als Hilfslehrer verdingen, sind dem Therapeuten ein Dorn im Auge. Denn nicht die Anforderungen in der Schule sind nachhaltig gestiegen: vielmehr nehmen Eltern im Zuge der Symbiose den Druck auf ihr Schulkind als Druck auf sich selbst wahr.

Das gipfelt dann in aggressivem Eltern-Verhalten gegenüber den Lehrkräften, die es in dieser Häufigkeit und Intensität bislang nicht gegeben hat. Davon unbenommen ist die Frage, ob Eltern den Kindern in schulischer Hinsicht behilflich sein sollen: selbstverständlich. Aber hier ist Hilfe zur Selbsthilfe das erste Gebot.

Und auch im Kindergarten setzen sich immer mehr offene Konzepte durch, in denen Erzieherinnen zu Aufpassern verkommen und das hochgelobte Lied der Selbstständigkeit der Kinder gesungen wird. Nicht selten kommt es vor, dass sich Pädagogen in Kindergärten und Schulen immer mehr zu Reparaturbetrieben degradiert sehen, die retten sollen, was in den Familien nicht mehr klappt.

Um eine Umkehr der Missstände zu erreichen, fordert der Autor auf, die pädagogischen Konzepte an Kindergärten und Grundschulen generell zu überarbeiten. Er ermutigt die Verantwortlichen, nicht jeden neuen Trend in der Pädagogik mitzunehmen und jedes neue Konzept auszuprobieren. Insbesondere der Grundschule fällt in diesem Zusammenhang eine Schlüsselrolle zu.

Nur so ist gewährleistet, dass unsere Kinder wieder die nötige emotionale und soziale Reife erreichen, um die weiterführenden Schulen und die anschließende Ausbildung oder das Studium erfolgreich zu absolvieren.

Ein wichtiges Buch mit wichtigen Erkenntnissen

Michael Winterhoff polarisiert auch mit "SOS Kinderseele: Was die emotionale und soziale Entwicklung unserer Kinder gefährdet – und was wir dagegen tun können".

Der Kinderpsychologe ist kein Kuschel-Pädagoge, sondern nennt die Defizite unserer Gesellschaft, die mit dem Wandel von der analogen zur digitalen Gesellschaft scheinbar einhergehen, beim Namen.

Wenn er bei dem einen oder anderen Aspekt für meinen Geschmack auch über das Ziel hinausschießt, ist der Kern seiner Botschaft genauso klar wie einleuchtend: es muss sich etwas ändern, damit sich die emotionale und soziale Psyche der Heranwachsenden wieder altersgemäß entwickeln kann.

Im Epilog hält der Psychotherapeut treffend fest

"Das zentrale Problem dabei sind aber nicht die Kinder, sondern wir Erwachsenen.

Wir verkraften die gesellschaftlichen Veränderungen seit Anfang/Mitte der Neunzigerjahre nicht mehr. Dadurch gerät ein funktionierendes gesellschaftliches System aus dem Gefüge.

Immer mehr Eltern lassen sich im Rahmen einer Symbiose, in der sie unbewusst geraten sind, vom Kind steuern."

Es liegt also an uns, diesen unerträglichen Zustand zu ändern!
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am 13. Oktober 2013
Herzlichen Glückwunsch, lieber Herr Dr. Winterhoff! Endlich mal jemand der sich traut, einfach einen Erfahrungsbericht zu schreiben. Ohne jeden verkaufsträchtigen Schnickschnack, ohne den erklärten Anspruch auf Wissenschaftlichkeit. Klasse! Es liest sich „so nebenbei“ und sollte deswegen Pflichtlektüre für alle Entscheidungsträger in Sachen Bildung und Erziehung sein.
Sehr geehrte Damen und Herren Politiker, Sie müssen sich gar nicht anstrengen. Nur einfach mal lesend einem erfahrenen Praktiker Gehör schenken und Ihr Handeln vor diesem Hintergrund überdenken. Sie werden schnell erkennen, dass wir den Auftrag unserer Bildungseinrichtungen dringend um den der Entwicklungsbegleitung erweitern müssen, wollen wir unseren Kindern weiterhin ein Leben in Selbstständigkeit und Unabhängigkeit ermöglichen.
Aus meiner Perspektive als Schulleiterin kann ich Winterhoffs Beobachtungen und Praxiserfahrungen nur bestätigen: Viele unserer Kinder sind nicht mehr altersentsprechend entwickelt, zahlreiche Eltern mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert. Sie brauchen dringend Hilfe. Winterhoff spricht von gesellschaftlich bedingten Beziehungsstörungen und gibt zahlreiche Tipps zur Umstrukturierung des pädagogischen Alltags, um die gesunde psychische Entwicklung von Kindern zu unterstützen bzw. ein Nachreifen zu ermöglichen. Nach einigen Jahren der Erprobung seiner Vorschläge kann ich sagen, dass sich Winterhoffs praktische Anregungen als überaus hilfreich erwiesen haben und erweisen. Viele Kinder reifen in kurzer Zeit nach und sind für Lernen wieder zugänglich, können ihr Potenzial voll ausschöpfen. Abgesehen davon macht es wieder Spaß, mit diesen Kindern zu arbeiten.
Vor diesem Erfahrungshintergrund wünsche ich mir sehr, dass Winterhoff sich noch mehr in die diesbezügliche politische und gesellschaftliche Diskussion einmischt. Er hat aufgrund seiner langjährigen Praxiserfahrung zu den Kindern und Jugendlichen unserer Zeit tatsächlich etwas zu sagen und, wenn man es mal nicht verstanden hat: Man darf ihn auch fragen. Im Gegensatz zu vielen anderen, vollmundig palavernden Schwätzern meint Winterhoff das mit dem Helfen ernst.
Und wenn das Buch auch an einigen Stellen redundant und wenig strukturiert ist. Na und? In einem Erfahrungsbericht stört das gar nicht. Nicht diejenigen, die am schönsten reden oder schreiben bringen unsere Gesellschaft voran, sondern die, die erkennen, was zu tun ist.
Der Vorschlag von Frau von der Leyen, den Personalmangel in Kitas kurzerhand mit den durch die Schlecker-Pleite arbeitslos gewordenen Frauen auszugleichen (S.159), ist ein gut gewähltes Beispiel schlechter Gegenwartspolitik. Es erlaubt die Frage: Wie viel ist Bildung und Erziehung unserer Gesellschaft oder besser gesagt, unserer Politik, wert? Geben wir uns zukünftig damit zufrieden, Kindern beim Großwerden zuzuschauen oder werden wir uns weiter dafür einsetzen, dass aus ihnen (mit-) fühlende, soziale Wesen werden, die imstande sind, menschliche Kultur weiter zu tragen und weiter zu entwickeln? Ich gehe ganz und gar konform mit Winterhoffs mahnenden Worten. Sollten wir uns nicht sehr schnell um die gesunde psychische Entwicklung unserer Kinder bemühen, werden diese dauerhaft auf dem Stand eines Kleinkindes bleiben: egozentrisch, kleinkindhaft – narzisstisch, lustorientiert, nicht sozialfähig. Wenn wir so weitermachen, könnte es sein, dass wir uns als menschliche Spezies zurückentwickeln und irgendwann auf dem Niveau eines Bandwurms wiederfinden: triebgesteuert, nur noch mit Nahrungsaufnahme und Fortpflanzung beschäftigt. Nein, danke! Evolutionär hatten wir da schon ein anderes Niveau erreicht und ich möchte auch gerne auf diesem weiterleben. Ebenfalls wünsche ich das unseren Kindern, die unsere Zukunft sind.
Ich bin froh, dass Winterhoff dieses Buch geschrieben hat. Wäre doch schön, wenn tatsächlich mal all diejenigen, die tagtäglich mit den fatalen Auswirkungen gesellschaftlicher Veränderungen sowie mit denen unserer miserablen Bildungspolitik konfrontiert sind, den Mut fänden, das auch auszusprechen und zwar nicht nur im persönlichen Gespräch oder per privatem Mailkontakt. Unsere Kinder haben nur eine Lobby und das sind wir Erwachsenen. Wenn wir uns nicht trauen, zu sagen, was wir sehen und denken, wer soll es denn dann tun?
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