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TOP 500 REZENSENTam 9. Dezember 2012
Dieses Buch ist eine Sensation: In klaren Worten und mit sauber recherchierten Argumenten erklärt es, warum auch heute noch ein erheblicher Teil der Menschheit Hunger leiden muss: Andere profitieren davon.

Es gibt viele Jammer-Bücher über die Schlechtigkeit der Welt. Auch Jean Ziegler hat sich manchmal dazu hinreißen lassen. Aber dieses Buch ist anders, weil es Ursache und Wirkung erklärt. Jetzt weiß ich, dass Entwicklungshilfe keineswegs vergeblich ist, sondern ein hartes Ringen zwischen Alibihilfe und Lebensrettung. Für die Betroffenen ist es der Unterschied zwischen Leben und Tod, oder einer lebenslänglichen Behinderung.

Das ist alles vermeidbar, Reichtum gäbe es heute genug in der Welt. Und was Aktivisten, Gewerkschaften und Hilfsorganisationen in der Vergangenheit erreicht haben, kann sich sehen lassen. Aber es genügt nicht. Nahrungsmittel-Konzerne profitieren von Hungerkrisen, weil die Spekulation besser gelingt, wenn keine Vorräte vorhanden sind. Privatisierungen sind politisch gewollt. Regierungen können sich eine Bevölkerung durch Hunger gefügig machen wie einst im Warschauer Ghetto.

Ein paar Fakten aus dem Buch:
- Jährlich sterben etwa 18 Mio Menschen an Hunger und Unterernährung (S. 28)
- In Spanien (!) waren 2011 2,2 Mio Kleinkinder schwerst und permanent unterernährt (S. 46)
- Durch das Embargo starben zwischen 1996 und 2000 über 550.000 irakische Kleinkinder (S. 216)

Das heißt, wir reden hier über einen alltäglichen Massenmord unter den Augen der Weltöffentlichkeit. Ein Massenmord, der zu verhindern wäre. Jean Ziegler erwähnt die Nazi-"Selektion" in den Konzentrationslagern, die den einen am Leben ließ und den anderen nicht, als einen Tiefpunkt der Zivilisation (S. 201). Auf den ersten Blick erscheint das geschmacklos, denn sind wir heute nicht so viel weiter? Nein, denn Ärzte und Helfer in armen Ländern müssen täglich Menschen sterben lassen, weil ihnen die Ressourcen fehlen.

Die Rezensenten scheinen sich einig zu sein: Wer über Politik und Armut weltweit reden möchte, muss dieses Buch gelesen haben.
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am 21. März 2014
Was wird sein, wenn Jean Ziegler nicht mehr auf das Problem aufmerksam machen kann? Ist es im Sinne des Transhumanismus, die Menschen verhungern zu lassen? Jede Mutter liebt ihr Kind! Auch die Mutter, die zusehen muss, wie ihr Kind verhungert!
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TOP 500 REZENSENTam 9. Oktober 2013
Ziegler hat ja bereits eine Reihe provozierender Titel verfasst, über die Weltbanken, über die wahren Herrscher dieser Welt und nun über den Hunger in der Welt.
In seiner Analyse wirft er auch die Frage nach den Ursachen auf, die ich an einem einzigen Beispiel aus dem Buch verdeutlichen möchte. Im Sahel erntet ein Bauer unter günstigsten Bedingungen 600-700kg/ha Bohnen. In den westlichen landwirtschaftlichen Industrien, die mit Dünger, Bewässerung und Maschinen arbeiten, schnellt der Ertrag auf 10.000 kg. Nun müsste man rein betriebswirtschaftlich, vielleicht den Mensch-, Energie und Maschineneinsatz gegenrechnen, dann hätte man aber immer noch ein Mehrfaches der Ernte in einem Industrieland.
Wir produzieren von manchen Produkten, z.B. Milch und Mais, manchmal so viel, dass Überschüsse vernichtet werden und in anderen Teilen der Welt, wo der Boden immer noch mit einer kleinen Hacke aufgelockert wird, die es bereits vor 30.000 Jahren gab, kann der Bauer zwar den ganzen Tag schuften und tut das auch, aber ob er seine zahlreiche Familie mit seiner Hände Ertrag ernähren kann, das steht in den Sternen.
Schöne Sonntagsreden und ein bisschen Sammeln für „Brot für die Welt“ reichen nicht aus um das Problem des Hungers zu lösen. Auch Konferenzen von Geberländern hat es genug in Genf, in New York, Paris und in Rom gegeben. Es wurden Beschlüsse gefasst 50 Milliarden und dann später, 20 Milliarden für die hungernden Länder zu geben. Am Schluss waren es dann etwa 10 % der versprochenen Summe, die gegeben wurde. Zur Rettung der Banken, die die Krise der Banken durch Fehlspekulationen verursacht haben, da haben die EU Länder dann 900 Milliarden, für die Rettung aufgebracht. Das hört sich nach einer schönen Heuchelei an.
Es sind jetzt vor Lampedusa wieder einmal 100 Flüchtlinge ertrunken und unsere Politiker zieren sich, und diskutieren darüber ob 10 Länder jeweils 500 Flüchtlinge aufnehmen können.
Beim Blick in den Spiegel müsste jedem, der sich an dieser Diskussion beteiligt, die Schamröte ins Gesicht steigen.
Ich wünsche dem ehemaligen Flüchtlingskommissar Jean Ziegler, ein langes Leben, damit er noch viele solcher aufrüttelnden Bücher schreiben kann.
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am 25. Februar 2017
Schnelle Amazon Lieferung.
Gut verpackt wie immer.
Da ich über mein Profil immer wieder Vorschläge auf meiner Amazon Seite finde, stöbere ich diese durch und kaufe von Zeit zu Zeit ein Buch wie dieses. Mein Profil ist bekannt und ich erhalte Vorschläge zu Belletristik, Reiseliteratur, Politik und auch Krimis.
Bin mit den Vorschlägen meist zufrieden.
Oft gibt es die Möglichkeit "Blick ins Buch", so wurde ich oft zu einem Kauf annimiert.
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am 13. Juni 2015
Ein Buch, das eine Fülle von Informationen bietet, die mich sehr nachdenklich und auch oft ratlos und zutiefst erschüttert zurückgelassen haben. Man sollte das Buch den Mächtigen unserer Welt als Pflichtlektüre mitgeben.

Es ist auf jeden Fall ein Buch, das man immer wieder mal weglegen muss um es verarbeiten zu können.
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Feinde und Freunde hat sich der Schweizer im Laufe seiner Lebensjahrzehnte überall gemacht. Ein Freund glasklarer Worte ist er. Wenn er meint, wir wären am Hungertod von jährlich mehreren Millionen Menschen Schuld, dann sagt er dies auch ohne wenn und aber.

Mit Hilfe von Statistiken, vielen weiteren Zahlen und mir bislang unbekannten Hintergrundinformationen kann er dies beweisen. Der einstige UNO-Diplomat sagt heute in seinem Buch: "Der jährliche Hungertod von mehreren zehn Millionen Männern, Frauen und Kindern ist der Skandal unseres Jahrhunderts." Ohne Zweifel ist dies ein Skandal. Ein weiterer ist allerdings auch, dass das Wissen um diese Tatsache gar nicht so neu ist, aber wir in den reichen Ländern noch immer nicht den Aufstand der Anständigen organisieren, um diesen Skandal des Jahrhunderts zu beseitigen. Wer überlegt sich schon die Dimension von zehn Millionen? In seinem Buch schildert der Autor den Tod von Kindern anhand von Zahlen, aber auch mit ergreifenden Worten, mit denen er seine Beobachtungen in einer afrikanischen Krankenstation beschreibt. Eine Krankenschwester wählt unter den vor den Toren der Einrichtung stehenden Müttern mit ihren halbverhungerten Kindern, diejenigen zur Behandlung aus, bei denen eine Behandlung noch Sinn macht. Die anderen bleiben sich selbst überlassen und bleiben chancenlos zurück.

Sehr genau geht Jean Ziegler darauf ein, dass unser Problem nicht die schnell wachsende Weltbevölkerung ist: "In ihrem augenblicklichen Zustand könnte die Weltlandwirtschaft problemlos zwölf Milliarden Menschen ernähren, was gegenwärtig fast der doppelten Weltbevölkerung entspräche." Harsche Kritik übt der Autor an der Politik der Weltbank. Er überführt mächtige Investoren unmenschlichen Handelns. Er geht auf die Politik einzelner Staaten ein und er appelliert dringend an das Verantwortungsbewusstsein von uns Einwohnern der reichen Länder.

Dabei ist sein Fokus nicht nur auf Afrika gerichtet: "Heute ist die Hälfte der Kinder, die in Indien geboren werden, schwerst oder permanent unterernährt." schreibt Jean Ziegler. Und dabei ist Indien schon lange kein Entwicklungsland mehr. Aus Indien kommen bestens ausgebildete Computerspezialisten und das Land hat sich einen Namen in der Raumfahrt gemacht. Immer mehr verlagert sich der Kampf um das tägliche Brot vom nicht Vorhandensein der Grundnahrungsmittel zum globalen Kampf reich gegen arm. Auch hier nimmt Jean Ziegler kein Blatt vor den Mund, nennt Ross und Reiter.

Letztlich habe ich das Buch durchgelesen und sitze nun ratlos da. Was fange ich nun mit diesem Wissen an? Ziegler schreibt zum Schluss: die Weltgemeinschaft müsste 15 Jahre lang jährlich 80 Milliarden Dollar investieren und Themen wie Hunger und Wasserverschmutzung wären verschwunden. Mein schlechtes Gewissen ist perfekt.

Dieses Buch ist ein notwendiger Aufschrei, an einen Aufstand der Anständigen glaube ich allerdings nicht!

Sehr zu empfehlen!
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am 15. September 2015
Wer, wenn nicht Jean Ziegler - 8 Jahre UNO-Sonderbeauftragter für das Recht auf Nahrung - könnte glaubhafter berichten, wer die wirklich Schuldigen an Unter- und Mangelernährung sind? Unsere machtbesessenen Politiker sicher nicht!
Jeder sollte diese Zusammenhänge wissen, die Herr Ziegler über Unter- und Mangelernährung, Landraub und Großkonzerne, und vor allem die Rolle der Weltbank und des IWF schreibt. Diese Tatsachen sind auch für die "Flüchtlingswelle" mitverantwortlich.
ÄUßERST LESENSWERT - einfach ein MUSS!!!
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am 28. Februar 2015
und ist fundiert. Für alle, die auch ein Herz für die Armen in der Welt haben! Allerdings sollte man auch gute Nerven haben beim Lesen, das Buch rüttelt auf.
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am 7. April 2015
Eine extreme Sicht der Dinge, klar und deutlich. Die Aussagen beschäftigen mich und machen Nachdenklich. Ist wirklich keine leichte Lektüre.
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am 3. Juni 2013
In diesem Buch wird sehr gut beschrieben, wie wir alle willentlich und unwillentlich am Elend des größten Teils der Erdbevölkerung beteiligt sind.

Es ist ein Paradoxon, dass wir unsere Agrarprodukte mit Steuergeldern subventionieren, um sie in ärmeren Regionen der Welt zu verkaufen zu können. Durch unsere subventionierte Billigprodukte zerstören wir die dortigen Märkte, weil die Bauern mit ihren Produkten preislich nicht mithalten können, und sich die Landwirtschaft deshalb für sie nicht mehr lohnt. Wir rauben diesen Menschen die Lebensgrundlage und machen sie zu Bettlern. Und wenn wir sie dann steuerfinanziert in den Hunger getrieben haben, unterstützen wir sie großzügig mit Entwicklungshilfe und fühlen uns edel dafür.

Wir Steuerbürger bezahlen also einmal um Hunger zu erzeugen, dann nocheinmal, um ihn wieder zu stillen. Macht das Sinn?
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