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am 12. Oktober 2010
Bis dein Zorn sich legt: Roman
,Bis dein Zorn sich legt' ist Larssons 4.Krimi am lappländischen Schauplatz Kiruna. Es bedeutet mehr Lesegenuss, die Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen.
Staatsanwältin Rebecka Martinsson und Kommissarin Anna Maria Mella ermitteln im Mordfall zweier Taucher, die unter der Eisdecke sterben. Rebecka entdeckt ein gefährliches Netz aus Schuld, Angst und Verrat, in das die Bewohner ihres Heimatdorfes verstrickt sind. Es geht mehr um die Aufdeckung des Grundes des Verbrechens als um aktionsgeladene Handlung, daher ist die Spannung auch eher subtil und tiefgründig. Nicht ganz nachvollziehbar war für mich das Motiv.
Außergewöhnlich ist die Perspektive aus der Sicht der Ermordeten. Der Geist der siebzehnjährigen Wilma Persson hat offensichtlich noch etwas auf Erden zu erledigen, bevor er zur Ruhe kommen kann. Wilma beschreibt ihren Tod und begleitet die Menschen, die ihre Ermordung untersuchen.
Die Charakterzeichnung der Figuren ist beeindruckend: einsame Alte, rebellische Jugendliche, starke Frauen, wobei die auch ihre Schwächen haben und diese auch zeigen dürfen. Die Persönlichkeitsentwicklung von Hjalmar Krekula wird beeindruckend gut geschildert.
Der Roman, der die Atmosphäre des Nordens und der Kälte einfängt, der mit mystischen Elementen spielt, der ausdrucksstarke sprachliche Bilder erschafft, ist unglaublich gut. Kann man noch besser werden?
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Åsa Larsson schreibt außergewöhnlich spannende, bewegende und stimmig konstruierte Kriminalromane. Der vorliegende Band ist der vierte Teil der Krimiserie (bisher sind vier von geplanten sechs geschrieben) um die beiden Hauptfiguren, die Inspektorin und spätere Kommissarin Anna-Maria Mella und die Juristin Rebecka Martinsson. Beide sind sehr unterschiedlich. Anna-Maria Mella ist die mütterliche, pragmatische, dem Leben zugewandte, Rebecka Martinsson die grüblerische, deren fast schon destruktive Ader sie immer wieder in ausgesprochen gefährliche Situationen lenkt. Angesiedelt sind die Fälle im hohen Norden Schwedens in Kiruna. Kiruna liegt noch nördlich des Polarkreises und ist eine kalte Bergbaustadt, die ihre Existenz einer der reichsten Eisenerzminen der Welt verdankt.

Åsa Larssons Geschichten basieren auf ihrem eigenen biografischen Hintergrund. Sie lebte fast 20 Jahre (1970 - 1989) in Kiruna. Auch ist sie in dem Milieu der schwedischen Freikirchen groß geworden, das einige ihrer Geschichten geprägt. Dies weil ihr Großvater Erik Larsson nicht nur ein mit einer olympischen Goldmedaille geehrter Langläufer (1936 in Garmisch-Partenkirchen), sondern auch ein stark gläubiger Mensch war, der eine strenge Lebensführung lebte. Die Autorin fand in ihren Jugendjahren selbst einen Weg zu diesem Glauben, von dessen Enge sie sich jedoch später (während des Jura- und Wirtschaftsstudiums und später als Finanzfachanwältin) löste.

Der Stil von Larsson ist besonders. Für den Leser entfaltete sich der Plot nicht wie an einer Perlenkette aufgereiht von außen erzählt, sondern als ein sich nach und nach zusammensetzendes Mosaik, das sich aus den unterschiedlichen Innenansichten, Gedanken und individuellen Handlungsempfindungen der Hauptakteure zusammensetzt. Geschickt schreibt Asa Larsson aus sehr vielen unterschiedlichen Perspektiven, wobei sie nicht nur in der Zeit hin- und her springt. Zum Beispiel denkt eine gerade beschriebene Person an eine Episode in ihrer Vergangenheit und schon wird für ein paar Absätze diese Episode in Gegenwartsform beschrieben. Auch integriert Larsson Besonderes in ihre Geschichte. So ist in Weiße Nacht (2006) die Geschichte einer Wölfin eingewoben. Im neuesten Roman (Bis der Zorn sich legt) tritt eine ermordete Taucherin als Ich-Erzählerin auf und ermöglicht so immer wieder eine Darstellung der aktuellen Ereignisse aus der Metaebene eines Beobachters.

In diesem vierten Roman Bis der Zorn sich legt (2010) wird Rebecka Martinsson, die mittlerweise Staatsanwältin im nordschwedischen Kiruna ist, in einen besonders grausamen Mordfall verwickelt: Ein junges Paar hat ein Eisloch in einen See geschlagen, um zu einem auf dem Grund liegenden Flugzeugwrack zu tauchen. Eine über das Eisloch gelegte Holztür versperrt beiden den Weg zurück an die Oberfläche und damit zurück ins Leben. Die Ermittlungen gehen diesmal weit in die Vergangenheit zurück. Lange verheimlichte Ereignissen aus dem zweiten Weltkrieg spannen immer noch ein gefährliches Netz aus Schuld, Angst und Verrat, in das viele Bewohner bis heute verstrickt sind. Erneut geht es Asa Larsson vorwiegend um die Personen, ihre Gefühlswelt und ihre Beziehungen zueinander. Besonderes stilistische Mittel ist diesmal die ermordete Taucherin, die als Ich-Erzählerin auftritt und so immer wieder eine Darstellung der aktuellen Ereignisse aus der Metaebene eines Beobachters ermöglicht.

Jedes der Bücher dieser Krimireihe ist ausgesprochen lesenswertes. 5 Sterne!
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am 19. August 2017
Insgesamt hat mir das Buch schon gefallen, sehr unterhaltend, aber......Was mir nicht gefallen hat, ist dass das Geheimniss um das Flugzeug nicht gelüftet wird. Sehr schade! Auch nicht erwähnt wird, ob man den jungen Mann, der in dem Flugzeug ertrunken ist, irgendwann mal geborgen hat. Da man ja wußte wo seine Leiche war, ist es wahrscheinlich, dass sie geborgen wurde. Irgendwie ist das Buch nicht komplett. Meine 4 Sterne sind wohl 1 bis 2 Sterne zuviel, aber was soll's......
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am 26. Februar 2009
Asa Larsson findet großartige Worte, um die schwedische Landschaft und die winterliche Stimmung mit Kälte, Eis und Schnee dem Leser näher zu bringen. Große Teile der Handlung spielen in der Natur. Zu Beginn ertrinken zwei junge Menschen in einem See nahe Kiruna. Sie wurden ermordet. Die weibliche Tote erscheint eines Nachts der Staatsanwältin Rebecka Martinsson im Traum und stößt so die Ermittlungen an.

Die Figur der Rebecka Martinsson gefällt mir sehr gut. Sie ist eine nachdenkliche Einzelgängerin, naturverbunden und lebt in dem kleinen Ort Kurravaara. Ihr treuster Freund ist der alte Sivving, der mit seiner Hündin Bella im Haus nebenan wohnt. Unterstützt wird sie bei ihren Ermittlungen von der Polizistin Anna-Maria Mella, einer mehrfachen Mutter, die Familie und Beruf gleichzeitig managet.

Die Ermittlerinnen erkennen bald, dass die Hintergründe des Mordes in der Vergangenheit liegen und jemand bestimmte Ereignisse verborgen halten will. Larsson betreibt eine eingehende Charakterstudie. Sie beobachtet sehr genau und macht sich Gedanken, wie ein Mensch zu dem geworden ist, der er ist. Sie lässt ihre Figuren selbst aus der Ich-Perspektive erzählen und gibt so einen guten Einblick in deren Denken und Fühlen.
Die Geschichte wird spannend erzählt und steuert auf ein rasantes Finale zu, als sich einer der Täter Rebecka Martinsson anvertraut. Nicht zum ersten Mal gerät die Ermittlerin selbst in Gefahr. Wird ihre Kollegin ihr rechtzeitig zur Hilfe kommen?
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am 14. April 2011
"Bis dein Zorn sich legt" ist einfach nur spannend. Von der ersten bis zur letzten Seite gut geschrieben und nirgends konstruiert oder zu bemüht.

Eigentlich mochte ich gar keine Krimis, aber es gibt eben auch Ausnahmen. Habe das Buch an einem Tag ausgelesen, obwohl ich anderes zu tun gehabt hätte. Man kann sich so herrlich mit den Protagonisten identifizieren und wer auf Schweden steht ist hier wirklich gut beraten. Die Atmosphäre ist etwa so als ob man ein vierzig Jahre altes verwittertes Schwedensommerhaus betritt mit abgewetztem Sofa und Flickenteppich auf den Holzdielen. Es verströmt Gemütlichkeit und etwas irgendwie verschrobenes, urtümliches. Vielleicht auch was für Fans von englischen Kommissaren.

Die Handlung ist interessant und es gelingt der Autorin sehr gut die einzelnen Charaktere, vom Mordopfer über Kommissare, Staatsanwältin bis hin zum Mörder, auszuabeiten.

Hier vergebe ich gerne 5 Sterne, weil es eben sehr gut ist.
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TOP 500 REZENSENTam 18. August 2009
Auch mir hat dieser feinsinnige und psychologisch ausgefeilte Krimi sehr gut gefallen.
Frau Larsson beschreibt ihre Personen, aber auch die Landschaft Schwedens sehr genau und bringt sprachlich sogar etwas poetisches in ihre Beschreibungen,was mir ausgesprochen gut gefallen hat. Die Hauptprotagonisten Rebecka Martinson und Anna- Maria Mella waren mir äußerst sympatisch und ich bin gespannt, wie ihre privaten bzw. beruflichen Beziehungen weiterlaufen.Das etwas Übersinnliche in diesem Roman war zu Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, fand ich aber nicht schlecht.
Spannung bis zuletzt bietet dieses Buch außerdem, indem es darum geht, herauszufinden ,warum zwei junge Leute beim Eistauchen im winterlichen Nordschweden grausam ermordet wurden.

Ich werde mir die ersten drei Bücher dieser Autorin bestimmt zu Gemüte führen, vor allem auch deshalb, weil viele Anmerkungen , die zu den Vorgängerbänden gemacht wurden, mich neugierig gemacht haben.

Ein Buch , welches beim Leser ein sattes Gefühl hinterläßt, weil es inhaltlich und sprachlich gelungen ist.
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am 9. Januar 2013
Dies ist bereits das vierte Buch der Krimi-Reihe um Staatsanwältin Rebecka Martinsson und Kommissarin Anna-Maria Mella. Für mich war es aber das erste Buch der Autorin Asa Larsson. Ich hatte keine Probleme in die Geschichte reinzufinden - allerdings hatte ich bald das starke Bedürfnis, auch die Vorgängerbücher noch zu lesen.
Der Krimi weist einige Eigenheiten auf, die wohl in den anderen Büchern auch vorkommen und die vielleicht manchen abschrecken. Aber in diesem Fall sind sie wirklich kongenial umgesetzt. Ich spreche vor allem davon, dass einige kurze Abschnitte aus der Perspektive von Wilma erzählt werden, die am Anfang des Buches getötet wird und dann als eine Art Geist herumschwirrt und darauf wartet, dass ihr Tod aufgeklärt wird. Obwohl ich eigentlich keine fanastischen Teile in ganz realistischen Krimis mag, sind diese Sequenzen sehr einfühlsam geschrieben und fügen sich harmonisch und unaufdringlich in die Handlung ein. Sie haben ihren Anteil daran, dass dieser Krimi aus dem Einheitssumpf herausragt. Dazu gehört auch, dass es der Autorin gelingt, nicht nur das Seelenleben ihrer Heldinnen sehr gut darzustellen, sondern mich auch vor allem für einen der mutmaßlichen Mörder so einzunehmen, dass ich für ihn Verständnis und auch Mitleid aufbringen konnte.
Nebenbei verfügt der Krimi natürlich über all dass, was ein guter Krimi für mich haben sollte. Ein spannender Plot mit einer Geschichte, die bis in die Nazi-Vergangenheit Lapplands führt. Ein tolles Maß an Lokalkolorit, welches durch die Natur und die teils schrulligen Bewohner gut widergegeben wird. Ein Schreibstil, der manchmal wirklich richtig lyrisch wurde, aber auch knallhart, klar und kühl, manchmal auch witzig und mit Situationskomik angereichtert war.
Soll heißen, ich konnte bei diesem Buch mitfiebern, lachen und weinen, mich ein bisserl gruseln (wirklich nur ein bisserl) und noch einiges erfahren, was ich so nicht wusste.
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am 19. Januar 2012
Der Geist einer Toten, der durch die schwedische Einöde irrlichtert. Bösewichter, die dem Gaunerklischee entsprechen. Und Polizisten, die mehr mit der Suche nach sich selbst beschäftigt sind. Zugegeben - Åsa Larssons neuer Roman verlangt dem Leser guten Glauben ab.

Dabei ist die Geschichte schnell erzählt: Wilma und Simon, ein frisch verliebtes Pärchen, fahren ins schwedische Hinterland, schlagen ein Loch in einen gefrorenen See und tauchen nach einem Flugzeugwrack. Dann kappt jemand plötzlich das Sicherungsseil und schiebt eine Holztür über das Loch im Eis. Beide Teenager ertrinken jämmerlich.
Noch schneller wird dem Leser klar, wer hinter der diabolischen Tat steckt, auch weil Wilma fortan als Geist durch den schwedischen Frühling irrlichtert. Immer wieder springt sie als allwissende Erzählerin ein, schlüpft - weil das bei Gespenstern offenbar so üblich ist - in die Gedankenwelt der Lebenden, die der Ermittler genauso wie die der Mörder. Dementsprechend zügig kristallisiert sich das Mordmotiv heraus. Keine Bange, das ist jetzt kein Spoiler, der Leser erfährt's ohnehin sehr früh: ein altes Kriegsverbrechen, dessen Zeugnisse tunlichst auf dem Seegrund verborgen bleiben sollen.

Schade, durch den esoterischen Plumperquatsch und die frühe Auflösung nimmt Åsa Larsson ihrem Krimi jedwede Spannung. Aber möglicherweise ist »Bis dein Zorn sich legt« auch gar kein Krimi, sondern der Versuch eines Psychogramms verschiedener Seelen. Tatsächlich konzentriert sich Larsson in Ermangelung eines handfesten Krimiplots auf das Miteinander ihrer Figuren, vor allem der Ermittler, deren Probleme und Zwistigkeiten untereinander. Das hätte durchaus seinen Reiz, wenn nicht jeder, wirklich jeder der Polizisten und Staatsanwälte in der Vergangenheit nicht schon an mindestens einem schrecklichen Mordfall beteiligt gewesen wäre, bei dem er entweder eine Menge Angehörige verloren oder - um die eigene Haut zu retten - eine Menge Verbrecher erschossen hat. So oder so, die Frauen und Männer leiden bis heute an ihrem Trauma. Diese Anhäufung tragischer Schicksalsschläge (und die der Bösewichter sind jetzt noch nicht einmal mit eingerechnet) macht die Story endgültig unglaubwürdig.

Was bleibt? Eine poetische Sprache, in der Åsa Larsson zu erzählen weiß. Ja, das liest sich anmutig, macht Spaß - aber die Story nicht besser.
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am 31. Dezember 2010
Da es mein erster Roman von Asa Larsson war, keimte zugegebenermaßen zunächst Misstrauen in mir auf, als gleich auf den ersten Seiten das ermordete Mädchen in der 1. Person zu mir sprach.
Wie gut, dass ich weitergelesen habe! Es ist ein wunderbarer Krimi. Spannend bis zum Schluss. Gespickt mit interessanten, teilweise extremen, aber immer nachvollziehbaren, glaubhaften Figuren.
Nach und nach enthüllt sich dem Leser, der zu Beginn glaubt schon fast alles zu wissen, die ganze Bandbreite des geschehenen Verbrechens.
Die Perspektive des Opfers ist nur eine von vielen. Die Leser sehen aktuelles und vergangenes Geschehen durch immer wieder andere Augen, was nicht nur einen häufigen Wechsel der Perspektive bedeutet, sondern auch immer wieder neue Aspekte zutage fördert.
Die Perspektive des getöteten Mädchens bleibt sehr unaufdringlich. Es ist keine wertende oder gar anklagende Sicht, es ist eine beobachtende. Sie ersetzt quasi die Rolle des allwissenden Erzählers.
Offensichtlich gehört das Buch zu einer Reihe, bei der die ermittelnden Figuren dieselben sind. Das fand ich beim Lesen nicht unbedingt förderlich, aber es hat gleichzeitig meine Neugier auf die anderen Bände geweckt. Ganz bestimmt ist dies nicht mein letztes Buch dieser großartigen Krimi-Autorin.
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am 23. Oktober 2010
"Bis dein Zorn sich legt" ist in mehrfacher Hinsicht kein klassischer Krimi. Zwar gibt es zwei weibliche Hauptermittlerinnen, die auch in angemessener Weise mit ihren kleinen persönlichen Problemen für Abwechslung sorgen, aber schnell merkt man beim Lesen, dass es hier nicht um die klassische "Who dunnit"-Perspektive geht, denn etwa auf der Hälfte des Textes wird die Identität des Täters enthüllt. Erst am Ende ist aber die Motivation für die Tat klar (und hier schwächelt der Text auch deutlich) und das Warten darauf sorgt für die nötige Restspannung. Es geht also um Moral, es geht darum, wie sich Schuld über die Jahre in die Psyche einer Täters frisst und diese verändert. Das ist eindrücklich und einfühlsam dargestellt und hat mich sehr an "Vergiss Paris" von Sabine Alt erinnert, in dem ähnlich vorgegangen wird. Und es gibt noch eine zweite Parallele: Die Toten kommen zu Wort. Bei Sabine Alt allerdings nur in der Psyche der Hauptfigur, was natürlich zu schweren Störungen in der Realitätswahrnehmung führt. Bei Asa Larsson tritt das ermordete Mädchen direkt auf, es bewegt sich völlig frei innerhalb der Erzählhandlung und kann sogar die Zeiten überwinden, ist also plötzlich bei einem Geschehen anwesend, das tief in der Vergangenheit liegt, weit vor ihrer Geburt. Das ist erzählperspektivisch nicht unproblematisch und hat mich nicht ganz überzeugt. Trotzdem ist der Krimi sehr lesenswert, was vor allem an der poetischen Sprache und der wirklich hervorragenden Übersetzung liegt. Jedes Bild sitzt, jede Metapher überzeugt. Schnee und Eis, die klirrende Atmosphäre umgeben den Leser durch die ungewöhnlichen Sprachbilder - ähnlich wie es in den Kriminalromanen Jan Costin Wagners der Fall ist, die übrigens auch in Skandinavien spielen.
Fazit: ein lesenswerter, wenn auch nicht mängelfreier Krimi für Entdecker.
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