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am 23. Dezember 2006
Jean Ziegler schafft es, seine LeserInnen in die Welt der Politik und Wirtschaft zu entführen und Ihnen zu erklären, wie es dazu kommen konnte, dass wir - global betrachtet - nicht solidarisch miteinander leben, sondern trotz optimaler Versorgung mit Lebensmitteln andere Menschen krepieren lassen. Zugleich zeigt er Ansätze auf, wie es (noch) möglich ist, das Ruder herumzureißen - mir ist das Buch unvergesslich und ich halte es für einen großen Gewinn! Wer Ziegler im übrigen vorwirft, er polemisiere, der verkennt, dass er nur die Realität beschreibt - die ihrerseits manchmal so unglaublich ist, dass sie einem auf den ersten Blick wie eine Übertreibung erscheint.
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am 20. Februar 2007
Sind wir wirklich zu viele auf der Welt? Namhafte Fachleute betonen, es gibt genug Nahrung und Wasser für die gesamte Bevölkerung von sechs Milliarden und mehr. Aber das Problem liegt eben NICHT, wie immer behauptet wird, in der Verteilung, sagt Jean Ziegler. Sondern in der Ideologie. In anderen Worten, Hunger und Verschuldung auf der Welt sind gewollt. Gewollt von den multinationalen Konzernen, deren einziges Interesse darin liegt, Profit zu häufen (gerne unter Hinweis auf die soziel Verantwortung den eigenen Mitarbeitern gegenüber). Der renommierte Schweizer Globalisierungsgegner bezeichnet Auslandsverschuldung und Hunger als die beiden Massenvernichtungswaffen gegen die Völker der Dritten Welt. Am Ende der Lektüre weiss man sehr viel mehr über die Strategien, die angewendet werden müssten, um Schulden und Hunger zu bekämpfen. Aber man ist skeptischer als je zuvor, dass diese Strategien jemals auf zwischenstaatlicher Ebene relevant werden. Die Macht der Konzerne ist zu groß.
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am 6. Juni 2006
Jan Ziegler deckt in diesem Buch die grausamen Machenschaften der grossen Weltkonzerne auf, wie diese die verschuldeten Entwicklungsländer in noch tiefere Not drängen. Auf Kosten weniger reicher Menschen müssen tausende andere in den armen Ländern sterben. Sie setzen sich über alle Gesetze und Abkommen der Länder hinweg und sind die neuen dunklen Fürsten dieses Globus. Wer sich ihnen in den Weg stellt wird mit mehr oder weniger subtilen Mitteln gefügig gemacht oder zur Seite geräumt. An diesem Spiel wirken auch die internationalen Organisationen wie WTO, IWF und WHO entscheidend mit. Man sieht wenig Chancen, dass der Teufelskreis und die Todesspirale unterbrochen werden können.

Durch seine Funktion als UNO-Sonderberichterstatter hält man Jean Zieglers Einblicke in die internationalen Machenschaften durchaus glaubwürdig und man erkennt die beängstigenden Tendenzen, die auch in Europa nicht Halt machen. Ein Kritikpunkt: von Seiten der angegriffenen Konzerne hätten mich die Gegenargumente interessiert, doch diesem ist in diesem Buch kein Raum gegönnt.
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am 29. November 2012
Jean Ziegler skizziert wieder mal das Leid und die Ungerechtigkeit unserer Welt ohne wirklich en Details zu thematisieren.
Abseits von Ideologien erzählt er uns, was momentan alles schief läuft auf der Welt und worauf unser Luxusleben fußt, nämlich auf den Rücken vieler Unglückliche in Afrika, Süd- und Mittelamerika und Asien.
In dem Streben nach Macht und Geld- und Markthegemonie klagt er die Konzerne und Staaten des Westens an.
Vielen werden seine Darstellungen als "Links" vorkommen, jedoch möchte er bloß aufzeigen bzw. über die Missstände aufklären.
In seiner Funktion als UNO Sonderbeauftragter für Hunger hat er viel gesehen und man hat oft den Eindruck, dass er diese Impressionen in seinen zahlreichen Bücher verarbeitet. Oft fragt er sich wahrscheinlich, warum müssen so viele Menschen vor Hunger sterben, obwohl wir Nahrung für 12 Mrd produzieren könnten.
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am 29. Dezember 2015
Das ist ein Buch, das die Realität des neoliberalen Weltsystem einschließlich seiner Institutionen und vor allem der Politik der Weltmacht USA und der sog. Wertegemeinschaft EU aus einer Insider-Perspektive darstellt und mit unzähligen Fakten und Eigenerlebnissen belegt. Schade ist nur, das die technische Herstellung des Ebooks unsäglich schlecht und primitiv ist, so dass z.B. wegen des fehlenden Fußnoten-Sprungs, während der Textlektüre keine direkte Sicht auf die Fußnoten möglich ist. Schade! Auch die Textredaktion, was spremdsprachliche Zitate angeht (Verwechslung z.B. von Portugiesisch und Spanisch...) Kommafehler, Schreibfehler etc. lässt einem zuweilen die Haare zu Berg stehen. Dennoch: Die Message des Buches ist extrem wichtig, weil sie gut begründet den Ansatz einer neuen "Aufklärung" unserer "Moderne" ohne jegliche Verschwörungstheorien darstellt und unsere politische Blickenge (trotz unseres globalen Tourismus) auf die wirklichen Probleme jenseits Europas und Nordamerikas richtet. Es ist ein durch und durch moralisches Buch, was schon aus dem Titel des Buches, "Imperium der Schande---" hervorgeht und einen unabdingbaren Appell an Vernunft und Moral eines jeden darstellt. Ich persönlich würde mir wünschen, dass das Buch in einer Neuauflage der Brasilienteil unter Berücksichtigung der aktuellen Ereignisse in Brasilein überarbeit würde und natürlich die technischen und text-redaktionellen Probleme gelöst würden.
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Der Autor zieht in seinem Buch eine Linie von der Französischen Revolution 1789, über die erste Republik 1792/93 bis zur Erklärung der Menschenrecht im Jahre 1948.
Damals, Ende des 18. Jahrhunderts war die Hoffnung auf das gemeinsame Glück, das materielle Glück eine Utopie. Die Menschen starben in vielen Teilen der Welt an Hunger, an materiellem Mangel. Heute, 250 Jahre später, ist die Welt auf Grund technologischer, industrieller, elektronischer Revolutionen aus dem Reich der Notwendigkeit in das Reich des Überflusses getreten. Heute wäre das gemeinsame Glück möglich. Aber nun kommt die Absurdität, die durch das ganze Buch wie ein roter Faden läuft, der Hunger.
Hunderttausende Menschen sterben jeden Tag an Hunger, 850 Millionen Menschen sind unterernährt, obwohl die Weltwirtschaft heute ohne Anstrengung 12 Milliarden Menschen ernähren könnte. Die 120 Entwicklungsländer haben zusammen 3.100 Milliarden Schulden. Da ist der jüngst beschlossenen Schuldenerlass von 10 Milliarden, sicher nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Dringend notwendige Investitionen im Sozialbereich, die zur Verhinderung von Hungertod, Epidemien und Unterernährung nötig wären, lassen sich damit nicht finanzieren.
Auf der einen Seite stehen die transkontinentalen privaten Weltkonzerne, die Globalplayer, die kein anderes Gesetz kennen als die Profitmaximierung. Die 500 größten Konzerne kontrollieren heute schon über 5O % der Brutto Weltproduktion. Jenseits der Nationalstaaten kommt es zu einer ungeheuren Machtanballung. Auf der anderen Seite wachsen die Leichenberge, wird ohne Notwendigkeit getötet.
Weltweit besitzen 225 Menschen so viel wie die halbe Menschheit. Die eine Milliarde Menschen, die in den Industrieländern lebt, verfügen über 80 % der weltweit erzeugten Wirtschaftsleistung, aus Kapital, Waren, Patenten und Dienstleistungen. 5 Milliarden Menschen in den ärmeren Ländern müssen sich mit 20% begnügen.
Das Buch soll eine Waffe sein, für den Aufstand des Gewissens, damit die Menschenrechte und die Solidarität nicht frontal bedroht werden
Brillant, rasant geschrieben, sehr verständlich. Eine Lektüre die sehr nachdenklich macht. Es ist ein Buch das ausgesprochen atmosphärisch arbeitet. Es sind düstere Atmosphären. Es gibt ganz verschiedene Reflexionsebenen.
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am 31. Januar 2015
Ja, schönes Buch, steht viel drin - aber mehr und mehr beschleicht es mich: Man müßte was tun, nicht "nur" drüber reden, was alles falsch in der Welt läuft (und aus diesen schlimmen Fakten wieder ein Buch machen, das man verkaufen kann). Klar, wenn man es nirgendwo lesen könnte, wüßte man es nicht, aber ....: Was geschieht nun, oder ist das kein Thema?
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am 2. Oktober 2005
Ziegler, UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, beginnt DAS IMPERIUM DER SCHANDE mit den Idealen der Französischen Revolution und der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung, und spannt den Bogen zu den heutigen Verhältnissen. Dabei belegt er präzise und anschaulich, dass wir eine globale Feudalherrschaft der Kosmokratie erreicht haben, die die Länder des Südens mit Hilfe von Auslandsschulden, Korruption, Devisentransfers und Patenten systematisch und immer brutaler ausblutet. Laut Ziegler kann dagegen auch die UNO, weil sie auf der Autorität von Nationalstaaten gründet, immer weniger ausrichten. Die wahre Macht liegt bei den Institutionen der Kosmokratie: WTO, IWF und Weltbank. DAS IMPERIUM DER SCHANDE ist ein Manifest, das die revolutionären demokratischen Ideale der neoliberalen Propaganda entreißt, um sie in ihrem ursprünglichen Sinn für die Gegenwart einzufordern.
Die besondere Gabe von Ziegler ist es, exemplarische Fakten verbunden mit messerscharfer Analyse in den entsprechenden, historisch-philosophischen Rahmen zu stellen. Dadurch unterscheidet er sich von anderen Autoren, die bloße Fakten zusammentragen - so schockierend diese auch sein mögen.
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am 5. November 2005
Ein Buch das garantiert niemand kalt läßt.
Jene grenzenlose und skrupellose Profitmaximierung, die wir täglich an unseren Arbeitsplätzen erleben und die man einzig durch den "Zwang des Marktes" zu rechtfertigen sucht, führt zu einer Refeudalisierung der Weltbevölkerung durch die multinationalen Konzerne. Jene "Kosmokraten" wie Ziegler diese neuen Macht- und Kapitalträger bezeichnet, unterwerfen internationale politische Institutionen, Arbeitnehmer, Konsumenten und ganze Staaten ihren Interessen und zwar jenseits von Arbeits- und Menschenrecht, jenseits von Strafrecht und Steuerpflicht. Mit Unterstützung der Weltbank und des int. Währungsfonds halten die Kosmokraten die Dritte-Welt-Länder im Würgegriff der Auslandsschuld, welche in vielen Fällen höher ist als das jährlich BIP der betroffenen Länder. Jeder politischen Handlungsfähigkeit beraubt, trudeln diese Staaten in die Agonie. Es bleibt nur der Hunger. Ziegler formuliert es so: "Jedes Kind das heute an Hunger stirbt, wird ermordet."
Die geschilderten Zusammenhänge unseres Wohlstandes, unseres Kaufverhaltens und des Verhaltens der Großkonzerne mit dem Elend in weiten Teilen der Welt und auch mit dem schwindenden Einfluss der Arbeitnehmer, Kleinbetriebe und politischen Entscheidungsträger in Europa und Amerika, regen sehr zum intensiven Nachdenken an.
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am 19. September 2012
Jean Ziegler liebt oder hasst man.

Das Buch ist nun einige Jahre alt und aktueller denn je.

Ich möchte den Inhalt nicht thematisieren, das haben schon die Beurteilungen vor mir getan.

Der Autor öffnet einfach die Augen der Leser. Er stellt fest, dass der Hunger und die Armut auf dieser Erde besiegt werden können, wenn die Dinge anders lägen. Tun sie aber nicht. Die Art, wie die Unternehmenspolitik von z.B. Nestle negative Auswirkungen auf Äthiopien hat, ist packend geschrieben.

Ziegler ist kein Schreibtischautor, er ist live an den sozialen Brennpunkten unserer Erde und recherchiert bzw. hinterfragt etablierte politische Strukturen. Dabei bekommt er von mächtiger Seite Steine in den Weg gelegt, ständig.

Warum ist der Turbokapitalismus aus den Fugen geraten?
Wer profitiert davon?
Was bedeuted dies für lohnabhängige Menschen in der dritten Welt.
Wo werden diese Entscheidungen getroffen und warum?
Welche Lösungswege existieren?

-auf alles gibt es plausible Antworten im Buch.

Nach dem Lesen dieses Buches ist man aufgewacht. Das hört sich jetzt wichtig und altklug an, aber von welchem anderen Buch kann man das schon behaupten?
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