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Kundenrezensionen

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TOP 1000 REZENSENTam 6. Februar 2012
... auch wenn es zunächst den Anschein macht, dass Daniel Glattauer mit seinem neuen Roman "Ewig Dein" an seine Bestseller "Gut gegen Nordwind" und "Alle sieben Wellen" anknüpft. Irrtum! Denn die Geschichte zweier Menschen, die sich kennen und auf unterschiedliche Weise lieben lernen, nimmt einen dramatischen und nicht vorhersehbaren Verlauf und entwickelt sich langsam zu einem Psychothriller der besonderen Art.

Judith, die Inhaberin eines Lampengeschäfts in Wien, trifft auf Hannes, den smarten Architekten, der sie sofort in sein Herz schließt. Judith hat die Hoffnung auf den für sie passenden Mann bereits aufgegeben und kann es kaum fassen, tatsächlich dem Mann begegnet zu sein, der alle positiven Eigenschaften zu vereinen scheint. Doch Hannes nistet sich immer mehr in ihr Leben ein, nimmt Einfluss auf ihren Bekannten- und Verwandtenkreis und lässt Judith im wahrsten Sinne keine Luft zum Atmen. Judith fühlt sich bedrängt und fremdbestimmt und entscheidet letztendlich, sich von Hannes zu trennen. Diese Entscheidung stösst nicht nur bei Hannes auf Unverständnis und hat schwerwiegende Folgen. Für Judith beginnt ein monatelanger, mit Höhen und Tiefen verbundener Kampf um sich selbst.

Dass es sich bei "Ewig Dein" nicht um einen Liebesroman dreht, wird recht früh deutlich. Die Handlung ist in Phasen aufgeteilt, Phasen eines Lebensabschnitts, Phasen einer Beziehung, das verheißt nichts Gutes. Daniel Glattauer schafft von Anfang an eine nahezu unheimliche Atmosphäre, die den Leser schnell an dem perfekten Glück von Judith und Hannes zweifeln lässt. Er richtet sein Augenmerk voll und ganz auf Judith und stellt ihre Gefühle, Ängste und ihre Zerrissenheit echt und ungekünstelt dar. Zusammen mit ihr begibt sich der Leser auf eine Gratwanderung zwischen Wahn und Wirklichkeit, wohingegen Hannes zwar agiert, trotzdem weitgehend im Dunklen bleibt. Sympathische Nebenfiguren, die mit ihren Aufgaben wachsen, vervollständigen das Personal einer ungewöhnlichen Geschichte, der es an Spannung nicht fehlt.
In einer schnörkellosen, prägnanten Sprache, die sich vor allem in den Dialogen widerspiegelt, und einem eigenwilligen Erzählstil spannt der Autor den Bogen des Geschehens in gekonnter und bewegender Manier zu einem für mich überraschenden und schlüssigen Ende.

Ein verblüffender Glattauer hat die Schublade, in die er spätesten seit seinen Welterfolgen von "Emmi und Leo" gesteckt wurde, geöffnet und ein anderes Terrain betreten, was ihm meiner Meinung nach ausgezeichnet gelungen ist.
22 Kommentare| 162 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. März 2012
"Ewig Dein" bekam ich zum Geburtstag geschenkt. Ich hatte "Gut gegen Nordwind" gelesen und auch das Theaterstück gesehen, von dieser zarten, subtilen Geschichte war ich begeistert, daher habe ich mir sehr über und auf den neuen Glattauer gefreut.

Ich habe das Buch recht bald und in einem Zug gelesen - ja, es liest sich flüssig und ist auch über kurze Teilstrecken recht spannend - aber insgesamt war ich enttäuscht. Die Sprache ist knapp, nur an manchen, wenigen Stellen kommen Witz, Wärme und Lockerheit durch, wie man sie aus "Gut gegen Nordwind" kennt. Die Geschichte hätte durchaus ein wenig Augenzwinkern vertragen. Sie spielt in Wien, man kennt - als Wiener(in) - die Gassen, aber Lokalkolorit und Atmosphäre kommen nicht auf, das Setting bleibt farblos, steril. So auch die Personen. Für mich fand eine Identifikation mit der Protagonistin nicht statt, Judith war für mich zu distanziert, blieb mir komplett fremd, auch in ihren guten Phasen. Hannes in seiner Gestörtheit ist nicht wirklich glaubwürdig und die Randfiguren sind nicht einmal als Statisten wirklich tauglich, auch nicht sonderlich sympathisch, obwohl einige von denen es durchaus hätten sein können. Die einzig lebendige Figur ist Bianca, das Lehrmädchen. Durch sie hätte die Geschichte mit Lockerheit und Witz aufgepeppt werden können, würde da nicht das Schnoddrige ihrer Jugendsprache so gekünstelt und aufgesetzt wirken.

Die Geschichte hat phasenweise - im wahrsten Sinn des Wortes, denn der Roman ist in "Phasen" gegliedert - deutliche Überlängen, das nervt und man fragt sich, wann kommt er endlich zum Punkt. Der Schluss hingegen schlägt ein wie ein in die Irre gegangener Feuerwerkskörper. Er kommt zu rasch, mit einem unharmonischen Knall, ist unlogisch, lässt zu viele Fragen offen. Der Knoten wird nicht langsam entwirrt, womit der Leser seine Freude gehabt haben könnte, sondern wie mit einem schlecht geschliffenen Messer ohne Sorgfalt durchtrennt. Wobei Judith dabei eigentlich nur physisch anwesend ist - wirklich präsent ist sie in der Endszene nicht. Auch bleiben ihre Unternehmungen, die das "überraschende" Ende herbeiführen, undurchsichtig. Insgesamt - schade, der Plot hätte mehr hergegeben.
1010 Kommentare| 81 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 3. Januar 2013
"Ewig dein" ist mein ersten Buch von Daniel Glattauer und daher kann ich keine Vergleiche zu seinen anderen Büchern ziehen, außer dass mir gesagt wurde, dass sie sehr romantisch wären. Romantik sucht man in diesem Buch allerdings vergeblich, eher wohnt man eines sich immer mehr steigernden Psychodramas bei, das mit einem sehr spannenden Ende aufwartet.

Judith, Ende dreizig, hat der Liebe mehr oder weniger abgeschworen, da sie davon überzeugt ist, den richtigen Mann nie zu treffen . Als sie eines Tages beim Einkauf eine sehr schmerzhafte Begegnung mit dem Architekten Hannes Bertaler hat (er ist ihr auf die Ferse getreten)weiß sie noch nicht, welche Höhen und Tiefen diese Begegnung in ihrem Leben auslöst.Die Beziehung mit Hannes entwickelt sich langsam und Judith verspürt auch keine Liebe für Hannes, aber ihr schmeichelt seine ausgeprägte Aufmerksamkeit ihr gegenüber. Als sie ihn ihren Freunden und ihrer Verwandtschaft vorstellt sind alle mehr als begeistert von seinem einnehmenden Wesen, nur Judith geht dieses mehr und mehr auf die Nerven. Als sie versucht die Beziehung zu beenden, beginnt für sie ein kaum zu Ende gehender Alptraum.

Daniel Glatthauer hat mich mit seinem Buch sehr neugierig gemacht.Die Handlung dieses Buches, aber auch seine lakonische Art zu schreiben haben mich überzeugt, dass von diesem Autor noch einiges zu erwarten ist.Die Personen seines Buches,vor allem Judith wurden überzeugend beschrieben, so dass der Seelenzustand eines Stalkeropfers für den Leser gut nachvollziehbar war.Aber auch Hannes wurde meines Erachtens gut getroffen, wie übrigens die anderen Nebenrollen auch.Die teilweise Ironie,aber auch humorvolle Szenen, haben die Ernsthaftigkeit dieses Themas nicht geschmälert, für mich aber schon manchmal aufgelockert, was ich als sehr wohltuend empfunden habe.Die Spannung ist in diesem Buch auf jeder Seite fühlbar und steigert sich einer Spirale gleich bis zum Ende hin. Man ahnt ziemlich schnell, dass sich ein Drama anbahnt, was mich aber überhaupt nicht gestört hat, denn die Art des Autors dies in Szene zu setzen hat mich an das Buch gefesselt, so dass ich es an einem Nachmittag ausgelesen hatte.

Ich bin gespannt auf sein nächstes Buch, wenn es dieses Qualität aufwiest, bin ich wieder dabei.
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am 9. Februar 2012
und diese... und diese... und auch diese gemeinsam?

Ja - genau... sie sind nicht nur gelb - sie stehen für Romantik und Liebe, aber sie machen auch Angst...

"Ewig Dein" kommt anfänglich als aberwitzige Kennenlernstory zwischen Judith und Bananenmann Hannes daher, die mir stellenweise die Tränen in die Augen getrieben hat. Glattauers Wortwitz und seine sarkastisch, ironisch und stellenweise auch giftigen Personen- und Lebensumstandsbeschreibungen haben mich eingefangen und mitgerissen.

Ich habe beim Lesen wieder einmal lauthals gelacht, weil ich humoristisch mit Daniel Glattauer absolut auf einer Wellenlänge bin. Fesselnde Situationskomik eben :-) - die alltäglichsten Situationen überspitzt und vor allem geballt in kürzester Zeit erzählt; witzig, spritzig, amüsant und stellenweise so schön böse.

Diese anfänglich positive und komische Dynamik war nahezu berauschend!

Doch dann - was ist das? Die Stimmung kippt, der Mann wird zum Stalker, der mehr und mehr Judiths Leben auf den Kopf stellt. Die anfänglich leichte, amüsante und überspitzte Liebe, mit der Hannes Judith überhäuft wird einengend, freiheitsberaubend und absolut erdrückend. Nichts, was sich Judith für ihr zukünftiges Leben wünscht.

Dieser Teil des Buches ist so ganz anders, als ich es vom Autor kenne - und doch so gut. Auch in düsteren und unheimlichen Passagen konnte mich Glattauer an sein Buch fesseln. Dieser scharfe Cut und der damit einhergehende Umschwung gelingt Daniel Glattauer fantastisch.

Durch seinen klaren und flüssigen Schreibstil und die ereignisreichen Wendungen der Story war ich regelrecht "gezwungen" das Buch in einem Rutsch durchzulesen. Das überraschende Ende hat dem Ganzen dann noch das Sahnehäubchen aufgesetzt. Sehr schön!

Mit "ewig Dein" ist Daniel Glattauer etwas Geniales, sehr Eindrucksvoll gelungen: in diesem Buch sind die verschiedensten Genres wundervoll miteinander verknüpft - Romanze, Krimi und auch Thriller. Keine der Stilrichtungen war langweilig oder nervig - im Gegenteil! Ich wurde an einem Stück sehr kurzweilig unterhalten.

Auch die Darstellung der Dialoge im Buch war für mich wieder typisch Glattauer - da ich die beiden "email-Romane" von ihm kenne, hat mich dies in keiner Weise gestört.

Diesem Buch gebe ich guten Gewissens 5 Sterne, weil es mich sehr positiv überrascht hat; nicht, weil Glattauer sonst nicht gut ist, sondern weil ihm ein Mix von solch unterschiedlichen Genres gelungen ist, der so perfekt daher kommt und mich dadurch überzeugen konnte.
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am 4. Februar 2013
Also, für mich war es der erste Glattauer-Roman und ich muss sagen - ich bin begeistert! Sei es das sprachliche Ausdrucksvermögen des Autors, der Sarkasmus, die dichte, langsam bedrohlicher werdende Atmosphäre oder einfach die Spannung - mich hat das Buch gefesselt, und ich hatte es in zwei Tagen durch.
Einziger Kritikpunkt - womit ich mich einigen Rezensenten hier anschließe - ist, dass die Figuren tatsächlich nicht sonderlich sympathisch, teilweise sogar unglaubhaft, rüberkommen. Erstens die Familie/Freunde der Protagonistin, die, statt ihr alle denkbare Unterstützung angedeihen zu lassen, sich von ihrem Ex nach nur wenigen Monaten der Bekanntschaft dermaßen einlullen/vereinnahmen lassen; und Judith selbst, die, obwohl sie sich ihrer Gefühle nicht sicher war, sich monatelang von Hannes hat verwöhnen und hoffieren lassen - ICH meine, wer jemanden so schamlos "ausnutzt", nur weil es dem eigenen Ego gut tut, hat einen kleinen Denkzettel durchaus verdient :-).
Welches Ausmaß dieser in der Geschichte allerdings annimmt - ohne diese Übertreibung(en) würde der Roman gar nicht funktionieren - sei nicht verraten; ich finde, man kann durchaus von einer Art "Thriller" sprechen - ein Pageturner ist es auf jeden Fall. Amüsant finde ich übrigens die sehr ironisch-distanzierte Sichtweise von Judith auf die Pärchen in ihrer Umgebung - man könnte meinen, dass Singlesein neben der Heuchelei und der Entfremdung in so manchen "Vorzeigebeziehungen" vielleicht das weitaus kleinere Übel ist.
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am 25. April 2014
So manchmal wundert man sich doch, was so alles auf der Bestseller-Liste landet. Warum nur 2 Sterne, wo doch der Durchschnitt 4 Sterne beträgt?
Ganz einfach, der Stoff des ewig Liebenden, der es nicht lassen kann, ist uralt.
Die Sprache soll an vielen Stellen gewitzt und geistreich sein, doch gelingt dies nur selten.
Auch, das gestehe ich ein, mag ich den österreichischen Sprachstil nicht, aber das ist neben den anderen hier genannten formalen Mängeln, eine sehr persönliche Einschätzung.
Hannes, die Obernervensaege, bleibt doch, hinsichtlich seiner Bedeutung für den Roman, ziemlich blass.
Der Stil der Wörtlichen Rede stört den Lesefluss: Er: Sie: Er: usw. Keine neuen Zeilen, sondern im Fließtext, nervig.
Einzig das Ende, das zwar nicht besonders originell ist aber immerhin zur diebischen Freude des Lesers gereicht und die eindringliche Beschreibung von Opfer Judith verdienen zwei Sterne.
Selbst am Strand unter dem Sonnenschirm ist mir da doch die Zeit zu schade gewesen.
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"Ewig Dein" klingt und beginnt wie ein Liebesroman: Die erfolgreiche Singlefrau Judith betreibt zusammen mit der sechszehnjährigen Auszubildenden Bianca ein Lampengeschäft und hat den Männern eigentlich abgeschworen. Doch an Gründonnerstag begegnet sie im Supermarkt einem Mann, der ihr Leben von Grund auf verändert. Der Architekt Hannes Bergtaler ist nicht gerade ein Hingucker. Hätte er sie nicht an der Käsetheke im Gedränge getreten, hätte sie vermutlich auch nicht hingesehen. Sein Gesicht ist so wenig einprägsam, dass Judith es nicht einmal wahrnimmt. Aber ihr gefällt, wie routiniert er seine Einkäufe auf das Band befördert. Die geschmeidigen, fließenden Bewegungen seiner Hände. Sie hält ihn für einen fürsorglichen, verantwortungsbewussten Familienvater, der sich im Haushalt nützlich macht, für die hungrige Kinderschar ernährungsbewusst Bananen nach Hause bringt und sich sogar im Supermarkt zurechtfindet. Das sie das bemerkenswert findet, sagt einiges aus über ihre früheren Beziehungen.

Aus der Einkaufsbekanntschaft mit floskelhaftem Austausch ergibt sich überraschend schnell mehr: Eines Tages taucht der "Bananenmann" in Judiths Geschäft auf. Weitere Treffen folgen, bis beide anfangen, sich gezielt zu verabreden. So richtig gefällt er Judith nicht, aber sie lässt sich dennoch auf eine Beziehung mit ihm ein. Denn irgendwie ist Hannes kein übler Kerl, höflich, charmant, immer hilfsbereit, immer freundlich. Es ist schön, umworben zu werden. Und er erobert im Nu die Herzen von Freunden und Familienangehörigen, die vor Begeisterung über ihren Glücksgriff kaum an sich halten können. Judiths Herz allerdings erobert er nicht. Zwischen täglichen Besuchen, gemeinsamen Nächten, SMS, Telefonaten und Rosen geht ihr die Luft zum Atmen aus. Sie fühlt sich nicht wohl, kann sich nicht in der Beziehung fallen lassen, nicht entspannen.

Er organisiert dem arbeitslosen Bruder einen Fotografen-Job, vermittelt zwischen ihren getrennt lebenden Eltern und wird zum Freund ihrer Freunde. Er zeigt Judith das romantische Venedig, und versucht mit architektonischem Wissen zu punkten: Zu jeder der über 400 Brücken weiß er eine Geschichte zu erzählen, wobei er natürlich immer auch Rückmeldung und Bewunderung erwartet.

Mit dem Gefühl des Eingeengtseins wächst die Gewissheit: Sie empfindet keine Liebe. Sie ist für ihn das Zentrum des Universums; er ist für sie "der personifizierte Beweis, dass heiß geliebt zu werden nicht ausreichte, um Gegenliebe zu erzeugen" (S. 81).

Also trennt sie sich von Hannes. Sie versucht es zumindest. Aber der Architekt erweist sich als hartnäckige Klette, die sich nicht so leicht entfernen lässt. Vielmehr wurmt er sich weiter in ihr Leben, zieht Fäden im Hintergrund und ist auf Schritt und Tritt an ihrer Seite, selbst in ihren Träumen.

Auf ihren Wunsch nach Abstand reagiert er mit einer neuen Dosis Aufmerksamkeit. Dann zieht er sich - scheinbar verstehend - zurück. Aber sie fühlt sich belauert, belästigt, unablässig unter Beobachtung. Einbildung? Realität? Die eigentlich so souveräne Geschäftsfrau zerfällt zu einem seelischen Wrack.

Beim Lesen fühlt man sich zunehmend unbehaglicher und kann das Gefühl der Beklemmung ebenso wenig abschütteln wie Judith. Ist es wirklich Hannes, der mit seinem Verhalten die Grenzen der Normalität überschreitet? Oder reagiert Judith einfach nur übertrieben?

Unbemerkt hat Hannes eine Kluft erschaffen zwischen Judith und den Menschen, die ihr am nächsten sind... Ehe sie sich versieht, ist sie ganz allein mit ihrer Angst, gerät mehr und mehr ins Abseits. Sie legt keinen Wert mehr auf ihr Äußeres, erscheint immer seltener in ihrem Geschäft, sie zappelt hilflos wie ein Insekt im Netz der Spinne'

Was Daniel Glattaueres neuen Roman besonders und zutiefst ungewöhnlich macht, ist der gekonnte - und überraschende - Wechsel von einem Genre ins andere: Was als Liebesroman beginnt, wandelt sich zum atemberaubenden Thriller, der sich nicht mehr aus der Hand legen lässt. Raffiniert eingefädelt und mit viel psychologischem Geschick wird hier eine Geschichte erzählt, die einem Schauer über den Rücken jagt, gerade weil sie so alltäglich beginnt, im Ganzen so vorstellbar ist.

Es ist erstaunlich, wie viel Lesevergnügen, fesselnde Unterhaltung und Gedankenanstöße in diesem schmalen Buch stecken. Ähnlich wie in seinem Bestseller, der E-Mail-Romanze "Gut gegen Nordwind", gelingt es Daniel Glattauer auf wenigen Seiten vielschichtige Figuren zu entwerfen. Dabei spielt er so geschickt mit den Gefühlen der Lesenden, dass das Buch eine ungeheure Sogwirkung entfaltet.
Lesenswert!
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am 1. März 2012
Aus Autorensicht ist es sicherlich nervig, bei jedem neuen Roman an vergangenen Erfolgen gemessen zu werden. Andererseits (ver)führen auch genau diese vergangenen Erfolge zu Blindkäufen, die dann zwangsläufig Enttäuschungen produzieren können.
Genau das ist mein Problem bei "Ewig dein". Im Sog von Gut gegen Nordwind und Alle sieben Wellen war dieser Roman Pflichtprogramm, aber schon der Einstieg hat mir das Buch beinahe vermiest. Dabei lag es nicht an der Grundidee des Plots und auch nicht am Glattauer-Stil, der einfach seinen eigenen Charme hat und in den ich mich ziemlich schnell wieder reinfitzen konnte. Und schon gar nicht am Genrewechsel...

Die Umsetzung des Plots fand ich überhaupt nicht gelungen. Mit Judith als Hauptprotagonistin und ihrer Denkweise konnte ich mich nicht identifizieren und das hat mir das Durchhalten wirklich erschwert. Der Mittelteil - nach ihrem Beziehungs-Schlussstrich - wurde dann auch etwas besser und spannender, aber das letzte Drittel ging dann gar nicht mehr.

Doch kurz zum Inhalt:
Judith ist 37, Inhaberin eines Lampengeschäfts und Langzeit-Single, sehr zum Kummer vor allem ihrer Mutter. Eines Tages fährt ihr im Supermarktgedränge ein Mann seinen Einkaufswagen in die Hacken und genau diesem Kerl begegnet sie in der darauf folgenden Zeit bei jeder (un)möglichen Gelegenheit. Er entpuppt sich als ein Architekt namens Hannes, ist charmant, aufmerksam und liebenswürdig und der Traum jeder Schwiegermutter. Ziemlich schnell wird Judith von Hannes' Liebesbeweisen überflutet, während sich Judith nicht sicher ist, ob sie Hannes liebt oder das Gefühl, so umfassend geliebt zu werden. Auch Judiths Familie und Freunde sind einfach nur begeistert von diesem Traummann.
Doch dann kippt das Ganze, Judith fühlt sich erdrückt von dieser Liebe und trennt sich letzten Endes von ihm. Aber für Hannes ist es noch lange nicht vorbei...

Und mein Fazit:
Der Schluss wirkt zu abrupt - hier hätte etwas der anfänglichen Ausführlichkeit nur gut getan. Die drei Sterne gebe ich für die Grundidee des Plots, für den recht fesselnden Mittelteil und für den Glattauer-Charme-Faktor.
Zwei Sterne ziehe ich ab für den thematisch überfrachteten Eindruck des Romans sowie vor allem für die für mich fehlende Identifikationsmöglichkeit mit Judith und damit dem Plot an sich.
Lesen muss ich es nicht nochmal.
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am 30. Januar 2017
... Thema auch: von einem Python umschlungen und fast schon verspeist.

(Vorsicht, es folgen indirekte Spoiler)
_____

Dieser Roman erinnert mich an die Psychokrimis von Patricia Highsmith; ebenso an den Roman "Liebeswahn" von Ian McEwan, aber vor allen Dingen an den sensationellen Filmklassiker "Gaslight" aus dem Jahre 1944, der der Menschheit vor mehr als einem halben Jahrhundert schon einmal vor Augen führte, mit welch einfachen Mitteln eine gutgläubige, sensible Frau um ihren Verstand gebracht werden kann, wenn "ihr Mann" davon profitieren will.
Ja, schon recht: so was kann auch Männern passieren; aber in der Regel sind sie resistenter.

Spannend für alle.

Zudem ein hilfreiches Werk für alle Frauen, bei denen in einem vorgeschrittenen Alter ( die Hauptfigur Judith zählt schon stolze 37 Jahre)- in dem eine Schizophrenie bei ihnen längst hätte diagnostiziert worden sein müssen- sozusagen aus heiterem Himmel psychotische Episoden auftreten.
Sofern sie lernen wollen, selbst zu überprüfen, ob sie wirklich verrückt geworden sind, oder ob da gerade ein Verrücktmacher an ihnen wirkt, nach einem meisterhaften perfiden und doch gar nicht so seltenen - oft aus Krankheitsgründen den Tätern innewohnenden - Gesamtplan.

Einige Rezensenten hier kritisieren, dass der Roman zu konstruiert sei, die Figuren künstlich und alles nicht recht glaubhaft; gar Judith selbst Schuld, weil sie es nicht sofort schnallte, sondern sich erst noch verwöhnen ließ von diesem Hannes, obwohl sie ihn nicht liebte.
Kann meiner Ansicht nach nur daran liegen, dass sie selbst so etwas noch nicht erleben, nicht einmal in ihrem Bekanntenkreis miterleben mussten.

Frau muss ja auch nicht sofort eine Liebe erwidern, sondern darf ihm und sich eine Chance geben und schauen, ob die Liebe beidseitig
wird.
Besonders dann, wenn ihr Umfeld begeistert ist und unisono urteilt: "Er liebt Dich doch nur abgöttisch, und genau das wolltest Du doch immer"
Wenn Judith ihn auch noch geliebt hätte- also voll auf seine Maske reingefallen wäre- wäre sie wie ihre Vorgängerin im Verlies gelandet und diesen Roman hätte es gar nicht geben können!

Okay, ja, genau deshalb ist er doch ein wenig konstruiert.
Diese Geschichte ist auch deshalb nicht alltäglich, weil die meisten Possessiven nicht zu dem klassischen Gaslighting greifen, sondern ihre "Beute" auch ohne mechanische Hilfsmittel in den Pseudowahnsinn treiben können, sogar auch ganz "normale" Männer.
Wer sich noch genauer über das - hier genial in Romanform behandelte- Thema informieren will, mag das Buch "Frauen, das verrückte Geschlecht?" von Phyllis Chesler lesen.

Glattauer wollte ja aber keinen wahren Erlebnisbericht in einem Psycholehrbuch in die Welt setzen, sondern nur mal wieder einen guten Roman schreiben, und die sind bekanntlich ja immer konstruiert..

Mich hat die Geschichte auch deshalb so gefesselt, weil sie mir von Anfang an meine ähnliche persönliche Erfahrung in Erinnerung brachte.
Auch ich bin mal in die Falle eines krankhaften Stalkers mit der Maske Sunny Boy, Giver, Smilie und Wunschschwiegersohn geraten!
Der ICH allerdings Gott sei Dank ohne psychiatrische Internierung und sogar - trotz wochenlangen, systematischen Schlafentzuges durch ihn- bei ihm ohne technische Hilfsmittel- Atemenge, Angstzuständen sowie Gewichtsverlust von 25 Kilo in nur 5 Monaten gerade noch entkam.
Nicht zuletzt deshalb, weil ich - anders als Judith- auf betäubende Mittel wie Alkohol und Psychopharmaka verzichtete dabei

Vor fast drei Jahrzehnten, aber immer noch ein Trauma.
Das mich allerdings um Vieles klüger, wachsamer und selbstbewusster gemacht und mich vor allen Dingen in "Schizophrensik" geschult hat. Heute erkenne ich diese Art von Typen SOFORT; mein Körper reagiert allergisch auf sie, noch ehe der Verstand übernehmen könnte.

Neben der Geschichte, die mein eigenes Trauma noch mal neu aufrollte, fesselte mich hier -wie immer- die literarische Begabung dieses Autors: seine Sprache, seine Metaphern, seine höchst besondere Wahrnehmungsfähigkeit und dazu noch sein Witz.
Alles das in typischem "Österreichisch", wofür ich eine große Schwäche habe.
Zudem noch seine andere Perspektive auf das, was den meisten von uns im Alltag entgeht, unsichtbar bleibt, und wofür er uns - für immer?- die Augen öffnet.

Das Hörbuch würde ich allerdings niemals bestellen; so was ist selten brauchbar.
Auch das Theaterstück "Gut gegen Nordwind" gefiel mir nicht sonderlich; ebenso wenig die Verfilmungen von "Der Weihnachtshund" , Folge 1 und 2, die bei mir als nur "ganz nett" ankamen.
Nichts von dem kann einem Glattauer selbst -in Buchform- gerecht werden, da das Literarische dabei auf der Strecke bleibt.

Literatur beginnt für mich damit, dass ein Autor nicht nur einen Hauptstrang verfolgt, sondern in nahezu jedem auch Nebensatz weitere Nahrung und geistige Anregung unterbringt; neben den Hauptfiguren noch zahlreiche andere Personen bestens profiliert und dergleichen mehr.
Damit bedient Glattauer seine Leser hier bestens.

Mehr Mühe habe ich mit seinen Romanen, die er als Ich-Erzähler schrieb.
Nach Reich-Ranicki ja eh eine Todsünde; dessen pauschales Urteil ich zwar nicht teile, aber in der Frage "Literatur oder doch" selbst doch auch eher Romane bevorzuge, die nicht einmal in die Nähe des Verdachts "Tagebuch" geraten können.

5 Sterne, absolute Leseempfehlung von mir; jedenfalls für Frauen.
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am 11. März 2012
Ich kann mich nicht als Daniel Glattauer-Fan bezeichnen. Dennoch wollte ich seinem neuen Roman eine Chance geben.
"Gut gegen Nordwind" und "Alle sieben Wellen" wurden in den anderen Rezensionen schon ausreichend erwähnt, und die Idee eines Romans in E-Mail Form war zumindest etwas Neues (auch wenn ich auf die Fortsetzung gut und gerne verzichten hätte können).
"Ewig dein" hat mich schlichtweg enttäuscht. Weil es mich nicht überrascht hat. Es ist für mich gut zu vergleichen mit Glattauers "Darum" - es ist zu konstruiert (ja, jeder Roman ist konstruiert und das ist auch gut so, aber das sollten die Leser nicht merken!), zu bemüht. Glattauer müht sich förmlich ab, seine so konfus wirkende Geschichte (und dabei ist sie das eigentlich gar nicht) am Schluss aufgehen zu lassen - natürlich setzt der Autor hier wieder (wie bei "Darum") auf den Pauken-und-Trompeten-Effekt, die mega Überraschung, mit der angeblich keiner gerechnet hatte.
Keiner? Nicht ganz. Denn ich wurde während des Lesens das Gefühl nicht los, wieder einen "Darum"-Roman in Händen zu halten. Wo Glattauer sich selbst für geistreich, knifflig und originell hält, finde ich ihn einfach nur plump und zu bemüht. Die Geschichte hat keinen natürlichen Lauf, der Autor muss sie in das vorher von ihm zurechtgelegte Korsett quetschen, weil sie sonst nicht hineinpasst.
Mir kommt vor, Glattauer unterschätzt seine Leser, wenn er die schon auf Seite 8 erwähnten "Bananen" (und Achtung, hier nehme ich etwas vom Inhalt vorweg: und die damit verbundene Schlussfolgerung der Protagonistin) nochmal extra aufs Tableau bringen muss, damit auch ja dem letzten ungeübten und unaufmerksamen Hobby-Strandlektüren-Leser der Knoten aufgeht - dabei könnte er seinen Lesern schon etwas mehr Aufmerksamkeit zutrauen. Das würde auch sein Werk aufwerten.
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