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Castro vom deutschen Comic-Künstler Reinhard Kleist erzählt in schwarz-weissen Bildern und aus einer ausgewogene Sichtweise das Leben des kubanischen Revolutionsführers Fidel Castro. Diese Graphic Novel weckt die Neugierde auf Kleists hochgelobte Johnny Cash Comic-Biographie I see a darkness. CASH - I see a darkness
Der Journalist und Publizist Volker Skierka stand beratend zur Seite Fidel Castro: Eine Biographie, Kleist bereiste Kuba, was er ihn zu folgeden Werk anregte: Havanna: Eine kubanische Reise. Am Ende der Castro Graphic Novel findet sich eine umfangreiche Liste der verwendeten Quellen. Verhältnismäßig wenig Text, dafür ausdrucksstarke Zeichnungen, erleichtern zwar den Lesefluss und die 288 Seiten sind zügig durchgelesen, hinterlassen aber viele offene Fragen (Castro fuhr mit 132 Menschen auf einem für 8 Personen ausgelegten Boot nach Kuba und besiegte mit dieser Mini-Gefolgschaft die um ein vielfaches überlegene Batista-Truppe?) Somit ist diese Graphic Novel kein Ersatz für ein fundiertes Sachbuch über Fidel Castro, aber ein sehr guter Einstieg. Zeichnerisch besonders gelungen empfand ich die satirische Darstellung allerlei Attentatspläne auf den Maximo Lider. Auch schön: Castros Rede vor der UN. Ohnehin sind gerade diese Szenen, in denen Fidel seine berühmten Reden hält visuell sehr kraftvoll umgesetzt, siehe das Cover dieser Graphic Novel. Ebenfalls sehr ergreifend fand ich die graphische Umsetzung von Karl Martens Resignation und Zweifeln, allein im Regen stehend zurückgelassen - eine treffende Metapher. Martens ist der fiktive Erzähler dieser Geschichte, ein deutscher Journalist, der rasch jeden professionellen Abstand zum Thema aufgibt und ein glühender Verehrer des kubanischen Sozialismus wird.
Bereits der Beginn dieser Story ist sehr geschickt gestaltet, der Leser sieht Castro durch ein Fadenkreuz. Beim Umblättern auf die nächste Seite wird dann klar, dass es sich um kein Zielfernrohr, sondern um den Fokus einer Kamera handelt. Castro auf dem Höhepunkt seiner Macht, hofiert von Intellektuellen wie Sartre und ein nützlicher Verbündeter der Sowjetunion.
Kleist zeigt die sozialen Ungerechtigkeiten der Batista-Regierung, mit ihren Beziehungen zur USA und der amerikanischen Mafia (Frank Sinatra findet sich in einem der Panels), schildert den geradezu absurd in Unterzahl befindlichen Aufstand Castros, zeigt die Aufbruchsstimmung und grosse Zustimmung des Volkes in Castros Anfangszeiten, lässt aber auch Greueltaten, Mangelwirtschaft und die Freudlosigkeit und die mangelnde Perspektive des Alltags im sozialistischen Alltag nicht aus. Wirkt das Buch bis zur Mitte vielleicht etwas zu Castro-verherrlichend, so wird es ab der Stationierung der sowjetischen Atomraketen zunehmend düsterer und resignierter. Che stirbt. Castro wird 80, trägt statt Uniform einen Adidas-Trainingsanzug und hat ein Exemplar von Don Quijote neben seinem Bett liegen. Ein Kampf gegen Windmühlen.

Castro von Reinhard Kleist gelingt es sehr gut dem Leser eine emotionale Bindung zu Fidel Castros Kuba zu vermitteln. Eine gute Anregung, um sich tiefer mit der Materie auseinanderzusetzen. Ob der Braunton des Covers die Assoziation wecken soll, dass sich Faschismus und Kommunismus sehr ähnlich sind? Geben Sie dieser Graphic Novel eine Chance und urteilen Sie selbst. Es lohnt sich!

288 Seiten, Hardcover, s/w, Vorwort von Volker Skierka, Carlsen 2010
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Reinhard Kleist ist einer der namhaftesten Comic Zeichner Deutschlands. Seine eindrücklich bebilderte, wie auch getextete, Biographie CASH - I see a darkness ging mir sehr ans Herz und hat einen Ehrenplatz in meiner Sammlung. Daher war ich sehr gespannt auf CASTRO und was mich da erwartet? Fidel Castro steht ja nicht gerade dafür, jemandem ans Herz wachsen zu wollen...

Die schwarz-weissen Bilder sind in schwungvollen Federstrichen gezeichnet und der Funke der Erzählung springt schnell über.

Erzähler in dieser Graphic Novel ist ein deutscher Journalist, Karl Mertens, der aus dem Interesse heraus Reportagen mit Rebellen zu führen, 1958 nach Kuba kam und dort hängen blieb. Seiner Leitlinie: "Ein Reporter hat stets neutral zu bleiben, nicht zu werten und niemals Partei zu ergreifen.", wird er sehr bald untreu. Schon bei seinem ersten abenteuerlichen Ausflug in die Berge, zu den Rebellen, lernt er die Rebellin Lara kennen... allerdings auch den charismatischen und redegewandten Fidel Castro, der die feste Überzeugung hegt, gegen Batistas Diktatur putschen zu können um das Volk aus dessen Diktatur zu befreien.
In Retrospektiven wird dann auf Fidels Werdegang Einblick genommen, als dieser zum Beispiel auf der Farm seines Vaters gegen seinen Vater rebelliert indem er für mehr Rechte für die ausgebeuteten Arbeiter eintritt. Als Schüler ist Fidel ehrgeizig und besonders wenn es um die Geschichte seines Lande geht, weiß er sehr früh schon, was er will: Befreiung aus jedweder Art von Unterjochung. Vor allem steht er für ein freies unabhängiges Kuba ein.
Mertens, unser Erzähler, erfährt mehr und mehr aus Fidels Vergangenheit - ist wohl auch tief beeindruckt von den Rebellen und verliebt sich zudem in die Revolutionärin Lara. Durch sie bekommt er einen tiefen Einblick in die Strukturen und Geschehnisse des Landes und wird zu einer Art Exklusiv-Berichterstatter von Castros Rebellen-Regime. Während Mertens zum Fidelista wird und Castro die Treue hält, bemerkt man langsam innerhalb des Führungszirkels um Castro und Guevara ("Che"), erste Zersetzungserscheinungen. Doch im Kampf gegen Batista und seine von den USA unterstützte Offensive hielt man zusammen. Und gewann!
Ein Zeitalter ohne Unterdrückung, ein Leben in Freiheit, ein Leben ohne Mangel sollte beginnen, doch unter welchen Umständen? Castro wird zum Oberbefehlshaber der revolutionären Streitkräfte, doch so sehr er sich Mühe gibt das Volk zu besänftigen, so drastischer wurden die Einschränkungen für eben dieses Volk. Und mit den Amerikanern will er auch noch abrechnen...

CASTRO ist ein sehr dichtes Werk. Man erfährt unheimlich viel. Dennoch wirkt vieles wie ein Abarbeiten der geschichtlichen Meilensteine in Castros Leben. Zudem irritiert, dann die Sache mit dem Journalisten Karl Mertens. Seine Geschichte trägt sehr wohl eine Menge zum Gesamtbild und zum Verständnis der Entwicklung im Land Kuba bei, sein Faden verliert sich jedoch gegen Ende. Und der Platz den Mertens einnimmt, den hätte ich viel lieber in Szenen gesehen, wie Kleist sie in den Epilog gepackt hat.
Man gewinnt auf jeden Fall ein distanziertes, differenziertes Bild vom "Máximo Líder".

Dieses Buch vermag übrigens auch zum Schmunzeln anzuregen: Kleist macht sich den Spaß einer Reihe von Bildern ein wahrlich klassisches comichaftes Aussehen zu geben, als nämlich die Sprache auf einige, teils sehr skurrile, Mordanschläge auf Castros Leben kommt. Und wenn Frank Sinatra in den Clubs von Havanna trällert, während rundherum die Maschinengewehre rattern. Sehr fein gemacht. ;-)

Reinhard Kleist und Volker Skierka, der als fachlicher und inhaltlicher Berater, Kleist zur Seite stand, haben eine hervorragende Biografie zustande gebracht. Fidel Castro, wie auch Ernesto "Che" Guevara und die Geschichte des Landes Kuba kann ich mir besser, kurzweiliger aufbereitet gar nicht vorstellen und dabei ist alles noch richtig unterhaltsam; zumal ich Kleists Zeichnungen unheimlich gerne mag.
Und dann noch ein Wort zu dem grandiosen Epilog. Ob er spekulativ ist oder nicht, kann ich nicht sagen, aber für mein Empfinden ist er richtig gelungen - und endet mit einem Zitat, das Castro in den Mund gelegt wird:
Wer sich der Revolution verschreibt, pflügt das Meer."

Eine dicke Empfehlung für Leute die Vorurteile gegen Comics hegen. Hier kann man sich wieder einmal eines Besseren belehren lassen.
LERNEN kann man dabei auch sehr viel, darum ist CASTRO sicher auch eine Empfehlung für Geschichtsmuffel wert.
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am 11. April 2015
Reinhard Kleist zeichnet Comics, aber nicht irgendwelche Comics, sondern sog. Graphic Novels (Comicromane in Buchformat), die aus den USA kommend nun auch in Deutschland einen Markt finden. Nachdem er schon erfolgreiche Novels u.a. über Johnny Cash veröffentlicht hat, reiste er im Jahr 2008 einige Wochen durch Kuba und machte sich dort Notizen und Skizzen.
Mit „Havanna. Eine kubanische Reise“ ist eine Mischung aus Reisebericht und Skizzenbuch erschienen. Das Projekt brachte ihn auch auf die Idee, eine Castro-Biographie zu zeichnen. Mit 280 Seiten ein wahrer Comicroman, rein in Schwarz-Weiß gehalten. In ihm reist der von Reinhard Kleist erfundene Journalist Karl Mertens 1956 nach Kuba, um Castro zu interviewen und schließlich aus Begeisterung dort zu bleiben. Der fiktive Charakter lebt inmitten der Ereignisse und schildert aus seiner Sicht die politische Karriere Castros und das Leben auf Kuba in den 50er und 60er Jahren, nur die letzten dreißig Seiten widmet Kleist den aktuelleren Ereignissen um Castros Rücktritt. Und auch wenn er mit der Liebesgeschichte von Karl und Lara, die sich später in eine Gegnerin der Revolution verwandelt, einen fiktiven Strang in die Geschichte einbaut, bleibt dieser Band vor allem eine beeindruckende Bebilderung historischer Ereignisse, ganz im Gegensatz zu „Havanna“

Torsten Eßer
(Matices Nr. 68/ 2011)
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am 6. Oktober 2015
Im Stile des klassischen Abenteuer-Comic folgt Kleist dem Leben Castros, beobachtet durch den fiktiven deutschen Journalisten Karl Mertens, der Castro noch in der Sierra interviewt und ab 1959 in Kuba lebt, aus Sympathie zur Revolution und aus Liebe zu einer jungen Kubanerin. Er begleitet nun die Höhen und Tiefen der kubanischen Entwicklung der folgenden Jahrzehnte und so gibt der Comic auf unterhaltsame Weise, manchmal etwa platt, aber nie langweilig, eine kritisch-freundschaftliche Erklärung des kubanischen Geschehens und der Persönlichkeit Castros.
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am 24. Oktober 2015
ich kannte das Buch aus dem Museum für Comik und Sprachkultur dem Erika Fuchs Haus in Schwarzenbach Saale. Ich wollte es nicht dort lesen sondern in Ruhe zuhause. Deshal bestellte ich es. Beim blättern im Musseum merkte ich nämlich das mich die Zeichnungen und der Text ansprachen. Ich kann das Buch nur empfehlen.
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am 16. Mai 2013
Wirklich klasse!!
Leider gibt`s nur drei Bücher von R.K.
Könnte jede Woche ein`s verschlingen, da die Echtheit und Wahrheit dieser wirklich geilen Bücher voll rumkommen.
Danke Reinhardt!!!!!!!!!
Weiter so!!
Ein Fan
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am 18. Juli 2013
Ein wirklich gut gemachtes Comic das über Hintergründe informiert aber auch eine spannende Geschichte erzählt. War von Anfang bis Ende gefesselt.
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Der Comiczeichner Reinhard Kleist ist in den letzten Jahren schon mehrfach positiv aufgefallen, u.a mit seiner Johnny Cash Biographie oder dem Bilder-Trip "Lovecraft". Zuletzt wusste er auch zu überzeugen durch sein gezeichnetes Kuba-Reisetagebuch "Havanna". Sich nun Fidel Castro zu widmen muss eine Herzensangelegenheit gewesen sein. Jeden, der einmal in Kuba war und sich wirklich ein wenig versucht hat, in die kubanische Mentalität rein zu denken, den lässt Fidel nicht mehr los. Faszination und Begeisterung, aber auch Schrecken und Unverständnis packen einen unweigerlich. Kleist (Jahrgang 1970) nimmt seine Sache zum Glück sehr Ernst, hat sehr gut recherchiert und sich exquisit beraten lassen. Trotzdem verliert er nicht völlig seine leicht kindliche Begeisterung und den Humor. Zudem wendet er für seine in klarem Schwarz-Weiß gezeichneten Biographie einen guten Kunstgriff an: Er führt eine fiktive Figur ein, die den Leser durch die Geschichte(n) führt. Ein deutscher Journalist, den es in den 50ern als Fotograf zu Fidel und seinen Revolutionären in den Dschungel zieht. Er hört sich dabei alle Geschichten und Anekdoten um den Máximo Líder an und lässt sich vollständig für die Sache begeistern, so dass er im Herzen immer treu bis zum heutigen Tage in Kuba lebt. Wieder einmal ist Reinhard Kleist eine beeindruckende Comic-Biographie gelungen, die einen auch noch im Nachhinein zu beschäftigen weiß. Gerade für Menschen, bei denen das reine geschriebene Wort 'Angst & Schrecken' verbreitet, sind diese "Graphic Novels" ein großer Gewinn.
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am 11. April 2012
Eine schöne Alternative zu normalen Büchern und für Liebhaber von Comics mit mehr Anspruch ein absolutes MUSS. Eine gute Erzählung der Geschichte von Fixes Castro
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