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am 26. September 2010
Inhalt dieser Rezension:
1. zur deutschen Übersetzung
2. Rezension des Inhalts
3. Fazit

ZUR DEUTSCHEN ÜBERSETZUNG
========

Die Bewertung (2 Punkte) bezieht sich auf die deutsche Übersetzung (in der Hauptsache von Wolfram Ströle). Buchinhalt und Original hätten von mir nämlich die Höchstpunktzahl 5 (oder gar jenseits davon) erhalten.

Ich habe "Der Goldene Kompass" zunächst auf Deutsch angelesen und war sehr unzufrieden mit der (wie ich finde) holprigen Wortwahl und den knorrigen Satzkonstruktionen. Ein Lesevergnügen wollte sich nicht einstellen. Also habe ich mir die englischsprachige Originalfassung besorgt und war damit ungleich glücklicher.

Die deutsche Fassung schwächelt stark, und ich kann Stimmen verstehen, die die Erzählweise kritisieren. Ich finde sie unglaublich schlecht und sie erweckt bei mir den Eindruck eines schlampigen Erstversuchs. Ich habe mir später auch die beiden anderen Bücher "Das Magische Messer" und "Das Bernsteinteleskop" auf deutsch vorgenommen. Auch hier bekomme ich beim Lesen direkt die Krise - egal welches Kapitel ich versuche.

Beim direkten Vergleich merkt man besonders, wie der originale Erzählfluss durch ein stolperndes Deutsch gehemmt wird. Immer wieder passt für mich ein Satz nicht flüssig an den nächsten oder (unbedacht?) eingestreute Wörter brechen auch innerhalb eines Satzes den Lesefluss auf.

Ein Beispiel:
Ein einzelner Satz wie "When she felt a little cleaner and her thirst was satisfied, she looked up the slope again, to see that Will was awake." wird übersetzt in "Schließlich fühlte sich Lyra ein wenig sauberer, und ihr Durst war gestillt. [PUNKT] Sie drehte sich um. [PUNKT] Auch Will war inzwischen aufgewacht. [PUNKT]" Im Englischen fließt der Text dahin. Im Deutschen bleibt man ständig stehen (deswegen heißt im Englischen der Satzpunkt wohl auch: full stop) und wird sogar noch um Details betrogen. Was spricht dagegen, es folgendermaßen zu übersetzen: "Als Lyra sich sauberer fühlte und ihren Durst gestillt hatte, schaute sie nochmals den Hang hinauf und sah, dass Will aufgewacht war."?

Warum nur diese "gewaltsame" Textverhunzung???

Im gesamten Text findet man größere Umformulierungen, deren Sinn sich mir nicht erschließt, und Elemente der Geschichte werden nicht immer logisch oder im richtigen Zusammenhang übersetzt. Dass die "Spectres" (oder auch "Specters") in den Dark Materials eine besondere Bedeutung haben, dem das deutsche "Gespenst" in keinster Weise entsprechen kann, ist da wieder nur eines von unzähligen Beispielen.

Wenn jemand von Bord eines Schiffes geht, dies aber lediglich als in der Stadt "ankommen" übersetzt wird, ist das eine Simplifizierung des Sachverhalts, der sich in dieser Form durch die ganze Geschichte zieht und auch bei der Sprachverwendung wie Wortwahl und Grammatik zu finden ist. Weiteres Beispiel: "Quit daydreaming and take a sight." wird zu "Träume nicht, sondern schieße." Was soll das?

REZENSION DES INHALTS
========

Dieser Teil der Rezension bezieht sich also auf die englischsprachige Orginialfassung (bzw. die weitgehend identische amerikanische Fassung). Wesentliche Details zum Inhalt der Trilogie "His Dark Materials" (Originalname) von Philip Pullman wurden schon vielfach veröffentlicht, daher will ich diese nicht groß wiederholen, sondern auf Beschreibungen anderer Rezensenten oder die Wikipedia verweisen.

Dies ist also eine Rezension, die sich bemüht, nicht zu viel vom Inhalt der Geschichte preiszugeben. Trotzdem kurz vorab:
Im ersten Band dreht sich die Geschichte im Wesentlichen um Erlebnisse des Mädchens Lyra, die in einer Welt lebt, in der (vereinfacht beschrieben) die Seele eines Menschen in Form eines Tieres außerhalb des menschlichen Körpers lebt. Ab dem zweiten Band kommt ein Junge namens William (oder kurz: Will) dazu, der aus der Welt des Lesers (also unserer eigenen) stammt. Beide Kinder kommen also aus verschiedenen Welten, von denen unzählige "nebeneinander" existieren. Gemeinsam sind sie schließlich hauptverantwortlich dafür, wie sich die Zukunft aller Welten, aller Universen entwickeln wird - zum Guten oder zum Schlechten.

Pullmans Betrachtungsweise der Welt finde ich, ganz schlicht betrachtet, erst einmal interessant und dazu spannend zu lesen. Er greift in seiner Abenteuergeschichte zweier Kinder verschiedene, durchaus reale Aspekte der neuzeitlichen Physik auf und verknüpft sie mit biblisch-religiösen und alternativ-spirituellen Phänomenen. Dabei konstruiert er eine in sich recht stimmige Vielweltentheorie, in der mythologische Erscheinungsformen ebenso ihren Platz finden, wie Hexen, Engel und sogar Gott selbst - obgleich es zu letzterem eine besondere Erklärung/Geschichte gibt, die ich hier nicht verraten möchte.

Nach dem Lesen der "Chroniken von Narnia", in denen mir die omnipräsente christliche Symbolik nicht gefiel, präsentiert sich Pullmans Trilogie, die neben anderen Dingen ebenfalls mit christlichen Ideen durchsetzt ist, erfrischend anders - und dazu noch fantastisch komplex und trotzdem in sich unglaublich stimmig. Philip Pullmann gelingt es, ganz unterschiedliche Disziplinen, wie Physik, Religion, Mythologie, Kulturgeschichte, Ethik und ganz viel mehr derart miteinander zu verweben, dass ich an manchen Stellen beinahe zu glauben geneigt bin: 'Ja, im Kern könnte die Welt und das Leben darin tatsächlich genau so beschaffen sein.' (Dieser Zuspruch für Pullmans Ideen entwickelt sich bei mir auch deshalb, weil ich sowohl in religiös-spirituellen Fragen als auch auf dem Gebiet der Physik durchaus bewandert bin.)

In den "Dark Materials" schafft Pullman eine Welt, in der sich zum Beispiel spirituelle und religiöse Phänomene mit wissenschaftlichen Mitteln erklären lassen - allerdings ist dies eine Wissenschaft, die zwar an die Realität angelehnt, doch in ihren Details frei erfunden ist. In diesem Verflechten von Wissenschaft, Religion, Mythologie, Spiritualität u.v.m. wird aber auch eine typisch strenge wissenschaftlich-technische Betrachtungsweise durch spirituelle Einflüsse aufgeweicht. Unbelebte Materie als Gegenstand wissenschaftlicher Forschung zeigt plötzlich ein intelligentes Bewusstsein; dafür wird z.B. das, was wir als himmlische Mächte betrachten, entmystifiziert. Diese Dinge versteht Pullman in einer packenden Geschichte zu verarbeiten, in der hauptsächlich die beiden Kinder die Zunkunft der Welt (aller Welten) in den Händen halten.

[Achtung: Vereinzelte Bekanntgabe von Inhaltsteilen (=Spoiler) im folgenden Absatz]
Wie Lyra das Alethiometer (den goldenen "Kompass") liest; wie Will das magische Messer erhält und mit ihm umzugehen lernt; wie die Kinder von einer Welt in die nächste wechseln; wie sie sich selbst und ihre Möglichkeiten weiterentwickeln; wie trotz ihrer besonderen Hilfsmittel nicht alle Probleme ganz leicht gelöst werden können; wie sie, ohne es zu wissen, böse Mächte in die Welten einlassen; wie die "Versucherin" die Welt der Mulefa kennen (und den "Staub" zu sehen) lernt; wie dieser "Staub" für die Erklärung unzähliger Phänomene herangezogen wird; wie der "Staub" sogar in unserer realen Welt als echtes Mysterium unserer Wissenschaftler vorhanden ist; wie Lord Asriel seine Festung gegen die Heerscharen eines himmlischen Imperiums rüstet; wie die Kinder die Totenwelt erkunden, und wie sehr sie und ihre "Seelen" darunter leiden; wie sie den Argwohn gegenüber ihren Begleitern in Freundschaft und Zuneigung ändern; wie sie den Moment des Der-Kindheit-Entwachsen erleben; wie die tiefe Freundschaft unterschiedlichster Wesen zueinander entsteht und eine Gemeinschaft entsteht, die immer und überall füreinander eintritt; wie die Kinder ihre (tiergestaltenen) Seelen zu finden und zu retten versuchen; und wie dies alles als Erzählung miteinander in Einklang gebracht wird...

Dies (und noch viel, viel mehr) macht aus der Trilogie keine einfache Erzählung. Ich halte es vielmehr für ein Kunststück, so eine Welt (resp.: viele Welten) zu erschaffen. Und es ist meines Erachtens auch nicht möglich, nach dem ersten Buch "verstehen" zu wollen, worauf Philip Pullman am Ende hinauswill. "Der Goldene Kompass" ist als Einzelwerk nicht zu begreifen.

Wenn ich es richtig verstehe, haben kirchliche Verbände gerade in den USA zum Teil heftig gegen die "Dark Materials" demonstriert. Im Paralleluniversum des Mädchens Lyra, das sich in großen Teilen recht deutlich von unserem unterscheidet, hat eine dominante Kirche, die mit mittelalterlichen Methoden über die Menschen wacht, keinen besonders sympathischen Stand. In vielen dieser parallelen Universen agiert die institutionelle Kirche fehlgeleitet und im Grunde menschenfeindlich, bzw. sogar entgegen einer Art göttlicher Bestimmung. Dass diese Darstellung den christlichen Kirchen nicht gefällt, ist nachvollziehbar. Doch dass Pullman im Kern ganz vehement FÜR ein moralisches und ethisches Miteinander eintritt, das perfekt zu meinem Bild von christlicher Nächstenliebe passt, fällt wohl bei aller Kritik von christlichen Vereinigungen gerne unter den Tisch.

Weiter zur Erzählung:

Etwas störend empfand ich die Sprünge zwischen verschiedenen Erzählsträngen, besonders in Band 2 und 3. Verschiedene Personen haben unterschiedliche, aber miteinander verknüpfte und einander unterstützende Erlebnisse, denen die Erzählung durch viele Sprünge folgt. Manchmal fühle ich mich dabei geradezu aus einer spannenden Geschichte herausgerissen und in eine andere Erzählung hineingesetzt. Ich sehe aber ein, dass es enorm schwierig wäre, die komplexe Geschichte anders zu erzählen.

Der Gesamtverlauf der Trilogie gefällt mir sehr gut, mit einigen Details bin ich nicht so glücklich. Zum Beispiel gibt es höchst unwahrscheinliche Zufälle, die ich gern näher erläutert bekommen hätte. Dass Will zufällig über genau die Art von Portal, die sein Vater jahrelang gesucht hatte, in eine andere Welt stolpert, und das quasi fast vor der eigenen Haustür, ist schon merkwürdig. Da muss ich mir selbst zusammenreimen, dass dies wohl ein "staubgeleitetes" Schicksal ist. Oder warum ein bestimmter Mensch beim Eintritt in die andere Welt eine außerkörperliche Seele in Form eines Tieres erhält, ein anderer Mensch seine Seele aber weiterhin in sich trägt, ist mir nicht klar geworden.

Auch gefällt mir der wiederholt leichtfertige Umgang mit Tötungsabsichten zwölfjähriger Kinder nicht. Dass die Kids in frühen Konflikten immer wieder sagen dürfen, sie würden diesen oder jenen umbringen, wenn sie die Person nur in die Finger bekämen, stört mich. Dies passt auch irgendwie nicht zum schon oben angesprochenen ethisch unbedenklichen Miteinander, auf das die Trilogie eigentlich hinausläuft. Derlei "Fehltritte" der Kinder sind aber vielleicht auch deren Entwicklungsstadium geschuldet. Im dritten Band entfernen sich Lyra und Will schließlich von ihren kindlich-impulsiven Mordabsichten und äußern sich schließlich ganz reflektiert gegen Kriegstum und Gewalt (z.B. Will zu seinem Vater: "Du meintest, ich sei ein Krieger. Du sagtest, dies sei meine Natur und dass ich mich nicht dagegen sträuben solle. Doch du hattest Unrecht. Ich kämpfte, weil ich musste. Gegen meine Natur kann ich nichts, aber dennoch kann ich wählen, was ich tun WILL. Und ich WERDE wählen, denn jetzt bin ich frei.").

Auch dies zeigt also, wie wichtig es ist, die Trilogie als Ganzes zu lesen.

Trotz vereinzelter Inhalte, die ich nicht so mag, überwiegen aber doch ganz wesentlich die Fülle an Phantasie, die wundersam komplexe Vielfalt der Erlebnisse und die Art, wie so unterschiedliche Disziplinen wie Physik, Religion und weitere stimmig (meiner Meinung nach) miteinander verknüpft werden. In diesem Zusammenhang äußere ich gerne auch meine persönliche Meinung zum so oft hervorgebrachten Vergleich der "Dark Materials" mit Tolkiens "Lord of the Rings":

Ich habe beide Trilogien in kurzem zeitlichen Abstand auf Englisch gelesen und auch zum Teil nochmal abschnittsweise im Wechsel. Beide Werke erscheinen mir im englischen Original sprachlich sehr ansprechend. Was den Gehalt, die Komplexität, die Phantasie und die Umsetzung der jeweiligen Geschichte angeht, kann ich nicht anders, als Philip Pullman das deutlich größere Lob auszusprechen. Gegen seine Geschichte wirkt für mich der Herr der Ringe (obwohl durchaus gut) einfach nur schlicht und beinahe eindimensional. Vom Gehalt der Geschichte ist es mir, als sei der Herr der Ringe ein Hörbuch in Mono, und die Dark Materials ein visuelles 3D-Erlebnis mit Dolby-Surround.

FAZIT:
========

Tolle Bücher, eine phantastische Geschichte - wenn auch mit vereinzelten Aspekten, die mir nicht so gut gefallen. Dass die deutsche Übersetzung nicht so dolle geraten ist, dafür können Philip Pullman und seine Originalgeschichte nichts.

Wer im Englischen einigermaßen bewandert ist, sollte UNBEDINGT die Originalfassung versuchen. Selbst wenn man einzelne Vokabeln nicht begreift, dürfte das dem Verständnis in den meisten Fällen keinen Abbruch tun. Der Gewinn an Lesevergnügen wird ungleich größer sein.

Englisches Original: 5 Punkte (von mir aus sogar 6)
Deutsche Übersetzung: 2 Punkte
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am 9. Januar 2009
Zugegeben: ich habe mir die HisDarkMaterials-Trilogie erst gekauft, nachdem ich"Der goldene Kompass - Der Film" gesehen habe. Und zwar, weil mir der Film unvollständig vorkam. Der Abspann begann und ich dachte "Wie jetzt? Schon zu Ende? Da muss doch noch was kommen?" In der Tat, da kam noch was.3 Bände die mir extrem viel Lesespaß bereitet haben:

Band 1 "Der Goldene Kompass"...
... spielt in einer Welt, ähnlich der unseren und doch vollkommen anders
(wer meint, diese Aussage sei widersprüchlich, dem sei geraten zumindest einmal in das Buch reinzulesen). Das hervorstechenste Merkmal dieser Welt: Jeder Mensch besitzt einen Daemon - trägt sozusagen seine Seele außerhalb des Körpers. Dies ist die Welt von Lyra, einem aufgeweckten, 12-jährigen Mädel, welches sich traut, Dinge/Sachverhalte in Frage zu stellen und dem es schwerfällt, sich mit autoritären Strukturen zu arrangieren. Ihr Hang zum "Nichtbeachten von Regeln" führt sie und ihren Daemon Pantalaimon direkt hinein ins Abenteuer.
Durch Zufall erfährt sie etwas über "Staub", wenig später ist ihr bester Freund Roger verschwunden und Lyra setzt alles daran, ihn wieder zu finden. Dann ist da noch die geheimnisvolle und elegante Mrs. Coulter, der kautzige Ballonfahrer Lee Scorsebee, die schöne Hexe Serafina Pekkala, der tapfere Panserbjoern Iorek Byrnisson, die Gypter um Lord Faa und Fader Coram und Lord Asriel, der dem Magisterium den Kampf angesagt hat....Eine Fülle von Figuren gepackt in eine wahnsinnig phantasievolle, magische und fesselnde Geschichte, die nicht so einfach zusammenzufassen ist. Daher bitte selber lesen. Es lohnt sich auf jeden Fall!

Band 2 "Das Magische Messer"...
...spielt in 3 Welten: in Lyra's Welt, die wir ja schon aus Band 1 kennen, in einer Welt, die der unseren so gar nicht ähnlich ist und in unserer Welt, dem zu Hause von Will Parry. Will entdeckt durch Zufall(?) ein "Fenster" in eine andere Welt und landet in Ci'gazze. Dort
trifft er auf Lyra und gemeinsam machen sich die beiden auf die Such nach Will's Vater. Das ist natürlich nur die allergröbste Zusammenfassung, doch mehr zu schreiben würde den Reiz des Buches schmälern. Ich finde, dieser 2te Teil ist der stärkste Band der Trilogie.
Es werden einige Fragen beantwortet, die sich im "goldenen Kompass" gestellt haben. Die Figur "Lyra" entwickelt sich weiter und an der ein oder anderen Stelle ist dem "sensiblen" Gemüt evtl. auch eine Päckchen Taschentücher in Griffnähe zu empfehlen.

Band 3 "Das Bernstein Teleskop"...
... spielt in mehreren Welten und ist mit Sicherheit der komplizierteste und düsterste Teil der HisDarkMaterials-Trilogie. Wir begleiten Will und Lyra in die Welt der Toten, Dr. Mary Mallone (welche schon einen "Kurzauftritt im "magischen Messer" hatte) in das Land der Mulefa, erfahren mehr über die Pläne von Lord Asriel und vor allem über Staub!
In diesem Band wird die "kritische" Haltung Pullmans zur Kirche und sein humanistisches Weltbild mehr als deutlich. Gäbe es die Inquisition noch heute, würde Mr. Pullman wohl auf dem Scheiterhaufen brennen...
Teilweise sind die Handlungsstränge etwas konfus, die ein oder andere Sache nicht ganz schlüssig und der Plot in meinen Augen, wenn auch "bildgewaltig", überraschend kurz, aber nichtsdestotrotz ist das Buch spannend und flüssig zu lesen.
Auch hier sei den "Sensibelchen" unter uns übrigens ein Schnupftuch ans Herz gelegt...

Abschließend bleibt noch zu sagen, dass Pullmans Trilogie einen prima Diskussionsstoff im Bereich Religion/Philosophie/Weltanschauung liefert -
auch wenn es sich hier um Fantasy-Literatur handelt. Es sind keine Kinderbücher, obwohl es sich bei den Protagonisten um Kinder/Jugendliche handelt. Und: man sollte die His-Dark-Materials Geschichten unter keinen Umständen mit anderen Werken (Harry Potter, Herr der Ringe) vergleichen, sondern als eigenständige Reihe lesen. Sonst ist die Enttäuschung vorprogrammiert!
Wer gerne in phantastische Welten abtaucht und dabei ab und an auch mal ein Äuglein in Bezug auf Logik zudrücken kann, dem sei die His-Dark-Materials-Trilogie wärmstens ans Herz gelegt.
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am 21. Februar 2008
Ich habe die Trilogie gern gelesen. Vergleiche mit dem Herrn der Ringe, die ich hie und da hörte, fand ich allerdings gänzlich unangemessen.

Die Ideen mit den verschiedenen Parallelwelten, auch mit den Durchgängen zwischen den Welten und der am Schluß erfolgenden Erklärung, warum das Wechseln zwischen den Welten (heute) nur noch per Phantasie möglich ist, hat mir super gut gefallen. Auch viele, viele andere Details (nur als ein Beispiel: Die Daemonen als ausgelagarte Seelen und Repräsentanten der inneren Haltung ihrer Menschen) gefielen mir sehr. Zudem finde ich, Pullman hat es gut hingekriegt, das Werk am Schluß rund zum Abschluß zu bringen, ohne daß ihm die Handlungsstränge allzusehr zerfasert sind. Das erscheint mir eine respektable und nicht selbstverständliche Leistung beim Verfassen eines solchen Werkes.
Die Tatsache, daß die Hauptpersonen durchaus als Personen mit Fehlern, Schwächen und Begierden geschildert werden, ist vielleicht heute schon fast selbstverständlich, aber auch durchaus sympathisch.
Die areligiöse Grundhaltung des Buches hat mich persönlich nicht gestört. Allerdings läßt sich auf der tiefen Glaubensebene nicht mehr diskutieren oder argumentieren, jedenfalls wohl nicht im Rahmen von Kurzrezensionen.

Es erging mir insofern ähnlich wie einigen Lesern vor mir: Ich fand, daß die Romane nach und nach schwächer wurden. Die episch breite Beschreibung der Tiere mit den komisch angeordneten Beinen und ihrer Welt, in die die Wissenschaftlerin geriet, fand ich ziemlich ermüdend. Und zum Schluß hin wurde auch die Wechselei zwischen den Welten mit dem Suchen von bestimmten Fenstern, um an einen bestimmten Platz in einer anderen Welt zu gelangen, irgendwie zum running gag.

Naja, aber letztendlich wurde das mit der Fensterschneiderei ja auch (aus gutem Grund) beendet. Und, wie gesagt, bei aller Kritik fand ich das Ganze insgesamt rund und stimmig. Und den ersten Band fand ich SO spannennd, daß ich unbedingt alle drei Bücher lesen mußte - in ziemlich kurzer Zeit, so groß war meine Neugier.
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am 8. März 2008
Ich habe nun den Roman "Der goldene Kompaß" von Phillip Pullmann im Alter von 33 Jahren, und leider erst nachdem ich den Kinofilm gesehen habe, zum erstenmal gelesen.
Im Vergleich zum Kinofilm war ich von Pullmanns Romanvorlage in der Hinsicht absolut positiv überrascht, daß sowohl der Handlungsaufbau als auch die Beziehungen zwischen den handelnden Figuren einer konsequenten Logik folgen. Schade,daß im Film soviele wichtige Zusammenhänge völlig verdreht oder ausgelassen wurden und obendrein die Handlung dort mit überflüssigem Kitsch aufgebauscht wurde!

Als regelmäßiger und aufmerksamer Leser von Kinder- und Jugendliteratur ist mir bewußt, daß manche Autoren in diesem Genre, wie beispielsweise Cornelia Funke, sich mit einer Sprache an das junge Publikum wenden, welche in literarischer Hinsicht dichter und komplexer ist als die von Pullmann Verwendete. Das habe ich beim Lesen jedoch keineswegs als Nachteil empfunden. Pullmanns Sprache ist direkt, nüchtern, gut strukturiert, unmißverständlich und streng zweckorientiert: sie dient allein der Handlung, ohne dabei trivial oder fade zu wirken. Für einen Erwachsenen liest sich der Roman auf diese Weise wie von selbst, ohne daß literarischer Genuß auf der Strecke bleibt, und selbst einem jungen Leser, wie beispielsweise meinem 11-jährigen Neffen, dürften durch Pullmanns Sprachstil keine unüberwindbaren Hürden gesetzt sein und viel Raum für eigene Phantasie offen bleiben - das finde ich sehr schön.

Weiterhin fand ich die Welt der Kinder sehr schön geschildert; diese erhält eine absolut realitätsnahe Dimension. Ich fand es ganz bemerkenswert, daß die Figur Lyras im Verlauf der Handlung eben nicht zu einer Superheldin degeneriert, sondern bis zum Ende der Handlung glaubhaft als Kind geschildert wird.

Ein Kritikpunkt (aus Sicht eines Erwachsenen!) wäre die streng eingleisig geführte Handlung; ich möchte jedoch unterstellen, daß Pullmann gewiß in Hinsicht auf junge Leser ganz bewußt einen eingleisigen Handlungsverlauf gewählt hat. Mit meinem Wissen nach Lesen des Romanes: Ich würde meinem Neffen das Buch kaufen und auf den Kinobesuch verzichten!
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am 21. Mai 2008
Vorab: Diese Glaubensdebatte um die Trilogie nervt. Sicherlich wollte Pullman ein Statement abgeben, aber letztlich verbleibt die Fantasy-Saga eben genau als solches: Fantasy. Ich bin selbst aktiver und praktizierender Christ und habe mich nicht eine Sekunde in meinem Glauben angegriffen gefühlt, weil der "Allmächtige" in diesen Büchern als Bösewicht wegkam. Es ist und bleibt ein Märchen mit zum Teil sehr guten moralischen Ansätzen, nicht mehr.

Inhaltlich und stilistisch sind alle drei Bände herausragend. Sowohl Lyra als Charakter als auch ihre Welt werden derart glaubwürdig dargestellt, dass man schon nach wenigen Seiten - ohne groß Fragen stellen zu müssen - in ihr gefangen ist. Dass ihre Rolle untypisch verläuft, macht sie nur noch sympathischer; überhaupt sind alle Bücher eher von Anti-Archetypen geprägt. Lord Asriel wäre ohnehin nur sehr schwer eine Kategorie zuordbar, aber selbst Mrs Coulter ist keine Stereotyp-Böse, zumal sich ihr Charakter an sich über die Kapitel stark verändert, ohne dass ihre Grundzüge einen Komplettwandel durchmachen. Wills Charakter wurde mir ein kleinwenig zu schnell eingeführt, entfaltet sich letztlich jedoch auch glaubhaft.

Die Bücher werden zunehmend spannender, von der Geschichte komplexer und düsterer. Ging der erste Band noch als Fantasy-Abenteuer durch, so nimmt der dritte im Reich der Toten äußert surreale Züge an, man findet sich fast in eigenen Albträumen wieder.

Einziges Manko - welches ich jedoch gern vergebe: Ich ertrage keine Literatur mit alten Prophezeihungen mehr, die erfüllt werden müssen. Ich sehe die Notwendigkeit ein, hätte mir trotzdem dieses eine Klischee weggewünscht.

Wunderbare Fantasy-Trilogie mit sowohl für Gläubige als auch Nichtgläubige positiver Botschaft.
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am 17. November 2007
Die fantasievolle Trilogie von Philip Pullman ist ein Meiterwerk der Fantasyliteratur.
Ich bekam das erste Buch vor mehreren Jahren und las es an einem Stück durch, so gut gefiel mir der erste Teil der Serie. Auch den zweiten und dritten Teil lies ich mir kurze Zeit später schenken und verschlang sie geradezu.
Die Geschichte um das Mädchen Lyra, dass in einer Parallelwelt lebt, die unsere sehr ähnlich ist, ist einfallsreich und sehr gut geschrieben. Philip Pullman schafft es mit seinem Stil den Leser zu fesseln und zaubert so eindrucksvolle Bilder in den Kopf, dass man meint direkt an der Handlung teilzunehmen.
Alles in allem ist es eine der schönsten Fantasytrilogien unserer Zeit und verdient zweifelsohne die volle Punktzahl, wobei ich (wenn ich differenzieren würde) den ersten beiden Büchern jeweils 5 Punkte geben würde, dem dritten Band nur 4, da er meiner Meinung nach nicht ganz so verzaubernd ist, wie die ersten beiden.
Mir bleibt nur zu sagen, dass ein Kauf unbedingt zu empfehlen ist!!!
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am 5. Februar 2015
Sehr schön, flüssig zu lesen und jede Unterbrechung oder Störung des Lesegenusses war höchst unwilkommen. Ist das eine Buch zuende, geht es gleich mit dem nächsten weiter und das beste, hier wird dann nicht erst lange alle Charaktere wieder vorgestellt, sondern nur kurz umrissen.
Einige bemängeln die deutsche Ausdrucksweise bzw. Übersetzung. Da ich vorher nicht die englische Version gelesen habe, kann ich zwar nicht vergleichen, aber die rein deutsche Version dafür unvoreingenommen beurteilen.
Völlig in Ordnung! Sicher gibt es manches was besser formuliert werden kann, aber die Möglichkeiten zum Schlechteren sind wesentlich größer. Ich war ja gespannt ob der Kritiken die das bemängelt haben (die deutsche Übersetzung).
Ich habe mich immer gut unterhalten gefühlt und konnte manchmal gar nicht schnell oder lange genug lesen um meine Neugier zu befriedigen. Leider muss man ja immer auch noch etwas anderes machen außer lesen........
Von mit gibt es daher volle 5 Sterne. Der Preis ist sicher auch eine Diskussion wert, aber hier gerade noch voll in Ordnung für drei Bücher.
Sehr schade fand ich nach dem Lesen, das nur der erste Teil verfilmt wurde, sicherlich wäre es sehr interessant gewesen die anderen Teile auch einmal verfilmt zu sehen. Auf Regisseure macht Euch ans Werk!
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am 25. Juli 2015
Ich sah den Film und war natürlich am Rest der Geschichte interessiert...aber es ist kein "Herr der Ringe". Streckenweie ist es sehr langatmig und nicht wirklich koherent nachzuvollziehen, bei aller Kenntnis der neuesten Forschung der Mathematik.
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am 28. November 2007
was für ein buch! eine wirklich große geschichte, die einem, einmal gelesen, so schnell nicht wieder aus dem kopf gehen wird. sie vermag es, sofort zu fesseln und ist zudem von enormer philosophischer durchschlagskraft.
so bekommt man denkanstöße zu themen wie religion, weltgefüge, dimensionen, leben, tod, gut und böse - mit allen grautönen dazwischen.
auch die idee mit den daemonen - eine außerhalb des eigenen körpers existierende manifestation der seele - fand ich faszinierend.
zudem werden einem klassiker wie milton u.ä. nahe gebracht.
und letztlich gibt es noch eine wirklich schöne, schmalzfreie liebesgeschichte [ACHTUNG SPOILER!] ohne wirkliches happy end.
und dass sie nicht wirklich ein happy end hat, ist das wahrscheinlich beste an der trilogie. der eine oder andere ist deswegen möglicherweise enttäuscht - ich aber hätte ein alles-ist-gut-ende zu eindimensional und vorhersehbar gefunden. und diese vielschichtige geschichte hätte so etwas nicht verdient gehabt. [SPOILER ENDE]

FAZIT: "his dark materials" ist brillant. ich trage die geschichte jetzt schon seit jahren in meinem herzen - und es sieht nicht so aus, als würde sie verschwinden wollen. absolute kaufempfehlung für rowling- und funke-jünger, die nach dem ende von harry und tintenwelt nicht wissen, was sie noch lesen können...
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am 8. September 2014
Und dazu noch günstig zu haben.

Pullmans Triologie über Staub, Paralleldimensionen, sprechende Eisbären, Götter und Engel, Kirche und Wissenschaft.
Wie passt das alles zusammen?
Keine Ahnung, aber Pullman hat es irgendwie geschafft diese Themen in einer Geschicht sinnvoll und spannend erzählt zu vereinen. Mitreißende oder auch verabscheuungswürdige Charaktere und Welten für die man seine ganze Vorstellungskraft braucht.
Zudem wird das letzte Thema "Kirche und Wissenschaft" heiß diskutiert. Besonders von den Anhängern des Kreuzes, die in diesem Buch Blasphemie an jeder Ecke sehen. Es ist aber nicht so.
Das Buch erzählt ohne zu werten. Terry Prattchets "Einfach Göttlich" ist dort deutlich präzieser, und trotzdem auch für Kirchgänger zu empfehlen.

Einziger Wermutstropfen der Triologie ist die unstete Erzählweise. Während man im ersten Buch fast ausschließlich Lydia verfolgt, wird in den nachfolgenden Büchern immer wieder zwischen den Charakteren hin- und hergesprungen. So war das erste Buch erzähltechnisch noch etwas Besonderes, während sich dia anderen der Masse angleichen.
Stören tut das nicht. Es ist nur Schade.

Nun Ja. Kaufempfehlung an alle die die Bücher noch nicht besitzen. Zu dem Preis macht ihr garantiert nichts falsch und würdet sonst ein paar sehr gute Bücher verpassen.
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