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am 25. Juni 2017
Wollte schon lange den Roman lesen. Nun habe ich es und kann es nur weiterempfehlen!!! Ein "Muss", wer gerne liest!
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am 29. Oktober 2003
Ich könnte jetzt genau das schreiben, was alle bereits hier vor mir geschrieben haben. Da dies nur in Wiederholung ausartet, möchte ich nur eins hinzufügen: Wenn man bedenkt, daß Emily B. nur 30 Jahre alt wurde, nie aus ihrem Pfarrershause herauskam und nie "die Welt" sah...was muß in ihr für eine Leidenschaft getobt haben, was für eine Phantasie, um ein solch facettenreiches Buch zu schreiben, in dem der Generationenwechsel fast verwischt. Auch wenn die damaligen Damen über dieses Buch die Nase rümpften und Skandal schrien, glaube ich fest daran, daß eine jede von ihnen ein Exemplar unter eine der vielen Falten ihrer Faltenröcke versteckt hatten, um es unbeobachtet zu lesen und dabei heftig zu erröten, ob der gleichen Gefühle der Heldinnen.
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am 30. August 2004
Was Emily Jane Bronte mit ihrem 1847 veröffentlichten Roman "Wuthering Heights" (bzw. "Sturmhöhe") geschaffen hat, zählt zu den gewaltigen, genuien Stoffen der Weltliteratur. Auch wenn dieser Roman auf den ersten Blick eine fesselnde Liebesgeschichte ist, die mit Elementen der gothic novel, dem frühen Schauerroman, gespickt und der Tradition des viktorianischen Romans formal zumindest verpflichtet ist, so steckt dahinter eine unglaubliche Tiefsinnigkeit und poetische Kraft, eine formale Klasse mit der multiperspektivischen Erzählmethode und schließlich eine Beschwörung der elementaren Naturgewalten, die in den Charakteren von Emily Bronte wirken. Hält man sich das neben dem zutiefst fesselnden Leseerlebnis vor Augen, so muss man in der Tat zu dem Schluss kommen, eines der Bücher in der Hand zu halten, die man nie wieder weggeben möchte. Ich kann jedem nur raten, dieses Meisterwerk zu kaufen, es wird auf jeden Fall ein fesselndes, packendes Erlebnis, das einen nachhaltig beschäftigt und zum Nachdenken anregt. Das Original sollte man auch einmal lesen, allerdings ist von den Übersetzungen die DTV-Ausgabe besonders empfehlenswert, da hier meiner Ansicht nach das beste Ergebnis erzielt wurde. Zu weiteren Lektüre möchte ich hier Emily Brontes Gedichte empfehlen, die von kongenialer sprachlicher Kraft und inhaltlicher Tiefe beschaffen sind! Leider hat uns die im Alter von 30 Jahren verstorbene Emily Bronte nicht vielmehr als jene Gedichte hinterlassen und einen - vielleicht den - größten Liebesroman aller Zeiten; und das, ohne das sie jemals selbst eine Erfahrung mit der Liebe machen konnte. Wer einmal die Sturmhöhe und die Gedichte gelesen hat, der wird die grenzenlose, gewaltige Phantasie dieser jungen Frau um einiges besser kennen und wird verstehen, wie dieser monumentale Roman möglich war!
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am 19. Oktober 2015
Emily Brontes Klassiker Sturmhöhe gehört in die Sammlung meiner absoluten Lieblingsbücher. Dabei hat die dramatische Lovestory rund um die wilde Catherine, den Waisenjungen Heathcliff und ihre verzehrende Liebe nie an Spannung verloren- das beweisen nicht nur die zahlreichen Film- und Buchadaptionen des Stoffes, sondern auch die vielen Leser weltweit, die das Buch in ihr Herz geschlossen haben. Jüngst tauchte Sturmhöhe immer wieder in Stephenie Meyers „Biss“- Romanen auf und erfreute sich eines kleinen Revivals. Was dieses schöne Buch sicher verdient hat. Wer auf der Suche nach einem spannenden Klassiker ist oder wem Jane Austen immer zu fröhlich war- der ist hier goldrichtig!
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am 29. Mai 2015
Meine Eindrücke
So wolkenverhangen und stürmisch Gimmerton als extrem detailliert geschilderter Schauplatz dieser Tragödie erwählt wurde, so komplex gestalten sich auch die hervorragend ausgefeilten Charaktere. Ich wandere als Leser in die Geschichte, als Heathcliff 1801 am Scheideweg verweilt und sehe durch die Augen der Figur Mr. Lockwood, Pächter von Thrushcross Grange , ein Endstadium menschlicher und psychischer Abgründe. Dort begegne ich auch der Folgegeneration die unter der Tragweite zu leiden haben. Catherine Linton , Linton Heathcliff und Hareton Earnshaw. Dann tauche ich, nahezu galant für diese komplexen Verhältnisse in den Anfang der Geschichte ein, die auf 1770 datiert ist. Durch das Sichtfenster von Mrs. Dean, der Haushälterin, die direkte Augenzeugin des Geschehens ist. Mr. Deans Schilderungen werden von Mr.Lockwood wiedergegeben. Das ist die Besonderheit am Erzählstil von Emily Brontë, die sich hier nie beteiligt, als Erzählerin auftritt oder gar den moralischen Zeigefinger erhebt. So lässt „Wuthering Heights“ mir mannigfaltig Spielraum für meine ganz eigenen Interpretationen. Beim Lesen spürt man deutlich einen faden Beigeschmack gepaart mit Raffinesse, die einen schier nicht mehr loslässt. Die Charaktere versenken sich unweigerlich immer weiter ins Unheil, man ist hier intensiv dabei, fühlt die Tragik. Eine Reaktion erzeugt unweigerlich eine Gegenreaktion und zieht einen immer weiteren Radius, in dem immer mehr Menschen an der nahezu tragischen Seelenverwandtschaft und unkontrollierter Leidenschaft von Catherine und Heathcliff zugrunde gehen.Das Wetter im Hochmoor von Yorkshire ist schon prägnant für weiteres Unheil was sich anbahnt. So stirbt Catherine in Heathcliffs Armen in einer sturmtosenden Nacht, nachdem sie Edgars Tochter zur Welt brachte. Dieser Sturm ist ein Wahrzeichen dessen, was tief verborgen in Heathcliffs Naturell schlummert. Jedoch ist sein innerlicher Sturm nicht als Naturgewalt zu werten sondern richtet sich gegen alle Personen, die seinen Weg kreuzen und mittelbar involviert sind. Als geschickter Stratege zermürbt er den Auslöser, der das eigentliche Ursprungsübel im Roman darstellt. Nach meiner Auffassung ganz klar Catherines Bruder, Hindley Earnshaw. Nachdem ich dann der Leidenschaft, wilder Unbändigkeit, Schicksal, Zerstörung, Tod, Siechtum in 512 Seiten spannungsvoll und detailliert begegnete, und man jede Emotion durchgemacht hat zu der man als Leser fähig ist, komme ich wieder an das Ende der Geschichte 1802. Lichtet sich hier endlich der Nebel von Yorkshire?...
Schlussplädoyer
Emily Brontë hat es verstanden einen vielschichtigen, düsteren Thriller zu erzeugen, der für Erwachsene und Jugendliche bestens geeignet ist. Sie schrieb intensiv, modern und detailliert aber lässt den Leser ihres Werks selber werten und urteilen. Nach meiner Interpretation des Stoffes ist das Dämonische nicht ganz so offensichtlich wie es zunächst in Form von Heathcliff anmuten mag . Der Roman wirft bei mir als Leser Fragen auf, die frühe Kindheit Heathcliffs, die ich mir selber beantworten muss. Spätere Affekte seinerseits lassen nach meinem Dafürhalten durchaus Rückschlüsse zu. Einen kleinen Seitenhieb auf Gesellschaftliche Verhältnisse konnte sich Emily Brontë dennoch nach meiner Auffassung nicht verkneifen, denn hier ist es Heathcliff, der nicht standesgemäß erscheint. In vielen Werken prägnanter Schriftsteller/innen, ich denke da an Stolz & Vorurteil von Jane Austen, ist es ja zumeist die Frau, die jener Makel anhaftet. Empfehlenswert ist der Roman, weil er anspruchsvoll, detailliert und intelligent geschrieben ist. Er lässt dem Leser jeglichen Spielraum für Interpretationen und entflechtet sich zutiefst spannend.

Ein Sog, der einen nicht mehr loslässt…
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am 19. Juli 2000
Ich wurde auf das Buch Sturmhöhe durch einen Bericht über eine amerik. Literaturklasse aufmerksam, bei denen dieses literarische Meisterwerk zum Pflichtstoff gehört. Die Auszüge aus dem Buch haben mich schließlich dazu veranlasst, selbst zu bestellen. Noch nie hat mich eine Liebesgeschichte so gefesselt, wie die Geschichte von Catherine und dem Findelkind Heathcliff, die sich über zwei Generationen hin erstreckt. Zwar sind die Familienverhältnisse sehr verworren und manches sehr kompliziert erzählt, trotzdem ist es fast unmöglich, das Buch wieder aus der Hand zu legen, wenn man erstmal damit begonnen hat, da es Emily Bronte verstanden hat, ihre Charaktere so interessant und anschaulich dazustellen, dass der Leser das Geschehen vor seinem inneren Auge wie einen Film vor sich ablaufen sieht. Ich persönlich kann darum den Roman Sturmhöhe von Emily Bronte nur weiterempfehlen.
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am 3. März 2012
Sturmhöhe erzählt die Geschichte des Findelkindes Heathcliff, der als erwachsener Mann das Leben zweier Familien aus Rache zerstört.

Als er ein kleines Kind war wurde er von Mr. Earnshaw in den Straßen von Liverpool gefunden und mit nach Hause genommen, wo dieser ihn zusammen mit seinem Sohn Hindley und seiner Tochter Catherine aufwachsen ließ. Als dieser jedoch stirbt sind sowohl Heathcliff als auch Catherine, die inzwischen mehr als nur gute Freunde sind, den Launen von Hindley ausgesetzt, welcher ihn schikaniert und wie einen der Bediensteten behandelt. Zunächst lässt Heathcliff alles über sich ergehen, doch als der junge Edgar Linton in Catherines Leben tritt und ihr schließlich einen Heiratsantrag macht, den diese auch annimmt, ändert sich das.

Er belauscht Catherine, wie sie ihrer Haushälterin Nelly Dean erzählt, sie würde Edgar gar nicht wirklich lieben, aber ihn heiraten, da eine Verbindung mit Heathcliff ihrer gesellschaftlichen Stellung schaden würde. Diese Äußerung kränkt ihn so, dass er schließlich die Gegend verlässt und erst einige Jahre später zurückkehrt. Sein Verlust wirkt sich jedoch negativ auf Catherines körperliche und seelische Verfassung aus.

Bei seiner Rückkehr ist Heathcliff plötzlich ein reicher und gut aussehender Mann, der allerdings nur auf Rache sinnt und versucht, sich zwischen Edgar und Catherine zu drängen, welche immer noch starke Gefühle für ihn empfindet, aber trotzdem nicht dazu bereit ist, sich von ihrem Ehemann zu trennen.

Frustriert über sein Scheitern heiratet er daraufhin Edgars Schwester Isabella, die blind vor Liebe für Heathcliff nicht erkennt, dass er sie nur ausnutzt. Seinen abgrundtief schlechten Charakter bemerkt sie erst, als es schon zu spät ist. Dies führt natürlich zu einem großen Konflikt zwischen Heathcliff und Edgar, dem Catherine nervlich nicht gewachsen ist. Sie erlangt ihren alten Geisteszustand nicht wieder, bleibt verwirrt und stirbt schließlich bei der Geburt ihrer Tochter Catherine.

Isabella, die ebenfalls schwanger ist, gelingt schließlich die Flucht nach London, wo sie mit ihrem schwachen und kränklichen Sohn Linton lebt. Heathcliff führt währenddessen seine Rache an Hindley weiter und schafft es ihm durch dessen Trink- und Spielsucht den ganzen Besitz zu entwenden. Nach dessen Tod übernimmt ihr die Versorgung von Hindleys Sohn Hareton und zieht ihn in ebenso ungebildeten und bäuerlichen Verhältnissen auf, wie er sie durch Hindley erfahren hat.

Nach Isabellas Tod muss ihr Sohn Linton, entgegen ihres eigenen Wunsches das Sorgerecht an ihren Bruder zu übergeben, bei seinem Vater aufwachsen und ein sehr trostloses Leben führen.

Ein paar Jahre später lockt er Catherine in sein Haus und versucht von da an sie mit Linton zusammen zu bringen, um sich erneut an Edgar zu rächen, der stets versucht hat, sie von Heathcliff und alles, was mit ihm zu tun hat, fernzuhalten. Als ihr Vater schwer erkrankt zwingt er sie schließlich dazu Linton zu heiraten. Nach Edgars Tod fällt jeder Besitz an Linton, da es ihm nicht mehr gelungen ist, sein Testament zuvor zu ändern. Kurz darauf stirbt auch Linton und somit geht jeglicher Besitz zurück an den nächsten männlichen Verwandten: Heathcliff.

Sturmhöhe ist ein sehr beeindruckender Roman, der einen noch lange beschäftigt. Die Charaktere, die die Autorin erschaffen hat, sind jeder für sich einzigartig und nicht vergleichbar mit anderen. Heathcliff, der im Grunde die Hauptfigur des Romans verkörpert, besitzt keine einzige gute Eigenschaft und ist somit nicht im Geringsten sympathisch. Man kann sich also überhaupt nicht mit ihm identifizieren, was ebenfalls sehr untypisch ist.

Einzigartig ist auch die angewandte Erzähltechnik, da die gesamte Geschichte von zwei außenstehenden Ich-Erzählern beschrieben wird, von der Haushälterin Nelly Dean und dem Pächter Mr. Lockwood, dem die Geschichte von Nelly erzählt wird.

Obwohl die Handlung an keiner Stelle wirklich spannend ist, möchte man das Buch trotzdem weiter lesen um zu erfahren, wie es mit den Charakteren weiter geht. Wahrscheinlich macht vor allem auch die Einzigartigkeit die Geschichte so interessant, da man wohl selten von einem so abgrundtief bösen Charakter wie Heathcliff gelesen hat. Man will Wissen, was er sich noch für gemeine Racheakte ausgedacht hat und ob die Charaktere trotzdem irgendwann ihren Frieden finden.

Sturmhöhe ist auf jeden Fall ein sehr interessantes und faszinierendes Buch, das jeder einmal lesen sollte. Es ist nämlich wirklich etwas ganz und gar anderes!
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am 8. Dezember 2009
Zurückführend auf meinen Titel versuche ich es dennoch, das Buch in wenige Worte zu fassen.
Es beginnt mit dem neuen Pächter, Mr. Lockwood, den es in eine abgeschiedene Gegend zieht, weg vom Alltagstrubel. Er landet auf Thruthcross Grange in Yorkshires düsterer Nebellandschaft. Nach einem für ihn verwirrenden Besuch bei seinem Gutsherren Heathcliff in Wuthering Heights, bittet er in geselliger Stimmung seine Hausangestellte Ellen die Geschichte der beiden Häuser- und Familien zu erzählen. Ab diesem Zeitpunkt taucht der Leser in die düstere, mitreißende, erschreckende und dennoch pulsierende, voller Gefühle steckende Welt der Lintons, Earnshaws und natürlich Heathcliff, dem Unhold, ein.
Heathcliff und Cathy, mit denen eigentlich das gesamte Buch komplex verknüpft ist, sind Spielgefährten im Kindesalter- und lieben sich im Jugendalter. Dennoch entschließt sich Catherine, den gesitteten Nachbarn Edgar Linton zu heiraten, wohlwissend aus dem Grund, dass eine Liebe (und Ehe) mit Heathcliff nicht funktionieren würde, da Heathcliff wie ein "wildes Tier" ist. Er hat weder Besitz, noch Manieren und Anstand. Für eine Frau mit Cathys Stand wäre eine Ehe mit einem Solchen undenkbar gewesen in Zeiten wie dieser.
Heathcliff erfährt von ihrem Entschluss und verschwindet für drei Jahre von der Bildfläche- doch nur um zurückzukehren, zerfressen vom Gedanken der Rache.
Anscheinend hat er in der Zeit seiner Abwesenheit einen Plan zurechtgelegt, den er bis zum Schluss verfolgt. Vereitelt wird dieser nur gegen Ende des Buches, und damit dem Anfang der zweiten Generation, durch den Geist der toten und ewig geliebten Cathy.

Um zu einem Schluss zu kommen- Heathcliff, der als einer der faszinierendsten Unholde der gesamten Weltliteratur beschrieben wird, ist weder gefühlskalt noch unmenschlich. Man muss sich überlegen, was diesen Mann dazu trieb, grausam und unberechenbar zu werden- grenzenlose Liebe. Wie es so schön geschrieben steht- eine leidenschaftliche Liebe, die im Leben keine Erfüllung fand und im Tod keine Ruhe.

Ein Zitat, das ersichtlich macht, wie sehr Heathcliff Cathy liebte- und ein Zitat, dass mich sehr berührt hat (Szene nach Cathys Tod): "Sei immer bei mir- nimm jede Gestalt an, die dir gefällt- treib mich zum Wahnsinn! Nur lass mich nicht in diesem Abgrund, wo ich dich nicht finden kann! O Gott, es ist unaussprechlich! Ich kann nicht ohne dich leben! Ich kann nicht ohne meine Seele leben!"

Ein fantastisches Buch- ich war mir selten so sicher, 5 Sterne zu vergeben.
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am 23. November 2006
Dieses von Elke Heidenreich desöfteren gebrauchte Zitat des Musikers Sven Regener kommt mir immer dann in den Sinn, wenn ich mich mit einem literarischen Text schwertue.

Und auch bei Emily Brontes "Sturmhöhe" wurde es desöfteren zu einem Stoßseufzer! Denn weder bei der ersten Lektüre vor mehr als zwanzig Jahren als auch beim Wiederlesen jetzt, fiel es mir leicht, mich in dieses Drama hinein zu finden.

Umso größer war der Lohn, denn wenn man sich dann eingelesen hat, lässt einen die "Sturmhöhe" nicht eher los, bis man den versöhnlichen Schluss dieses Buches erreicht hat.

1801: Thrushcross Grange bekommt einen neuen Pächter. Dieser besucht seinen Verwalter Heathcliff auf Wuthering Heights und ist entsetzt über die Zustände dort. Heathcliff scheint ein Monster zu sein, dass brutal und herzlos über seine Schwiegertochter und den jungen Earnshaw herrscht. Zurück gekehrt in sein friedliches Haus, lässt sich Lockwood von der Bediensteten Nelly die Geschichte der Earnshaws und Heathcliffs erzählen. Dabei wird klar, dass es auf Wuthering Heights eigentlich immer nur Verlierer gab und Entscheidungen in der Familie getroffen wurden, die für alle Beteiligten Leid und Kummer bedeuteten...

"Sturmhöhe" ist ein Meisterwerk des englischen Realismus und auch heute noch von einer ungeheuren Eindringlichkeit. Das Buch erzählt von der Tragik unerfüllter Liebe, Selbstzerstörung und Hass. Und manchmal ist es von einer Zartheit und Wärme, die umso überraschender kommt, weil man sich manchmal fühlt, wie in einem Alptraum.

Emily Bronte hat mit diesem in sehr jungen Jahren verfassten Buch einen zeitlosen Kosmos erschaffen, der sich dem Leser wohl erst nach mehrmaligem Lesen gänzlich erschließt. Große Literatur!
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am 28. Mai 2009
Sturmhöhe, Emily Brontes einziger Roman, stieß bei seiner Veröffentlichung im 19. Jahrhundert auf Begeisterung und Empörung. Ein Buch, daß mit den gängigen Konventionen des viktorianischen Romanes bricht, das düster, unheilschwanger und bedrückend daherkommt, noch dazu geschrieben von einer Frau? Damals eine Sensation, ist der Roman heute längst fester Bestandteil der Weltliteratur.

Wer hierbei an altbackene, verstaubte Schreibe denkt, liegt völlig daneben. In seiner Struktur ist der Roman überaus modern aufgebaut. Zeitlich setzt die Geschichte kurz vor dem Ende ein, dann erfährt der Leser rückblickend durch die Erzählung damals beteiligter Mägde oder Diener mehr, und Stück für Stück setzen sich die Mosaiksteinchen zusammen zu einer langen, bewegenden Saga über die "Wuthering Heights" und seine Bewohner. Besonders raffiniert sind die fortwährenden Wechsel der Erzählerperspektive, immer wieder unterbrochen durch Sprünge zurück in die Gegenwart - eine Technik, die ihrer Zeit weit voraus war.

Bronte gelingt es den Leser von der ersten Seite an in die Geschichte hineinzuziehen, wie in einem Sog wird man mitgerissen in all die dunklen Ereignisse und Geheimnisse vergangener Zeiten.
Brontes Stil ist wortgewaltig, präzise, zuweilen schlicht wunderschön. Besonders hervorzuheben sind ihre Beschreibungen der Natur, der Moorlandschaften, der Wälder und der rauen Sturmhöhe. Was in anderen Büchern oft langweilt, ist hier ein wahres Lesevergnügen und wichtig für die düstere und schaurige Atmosphäre, die das gesamte Werk durchzieht.

Dreh- und Angelpunkt ist Heathcliff, ein Findling, der in einem fremden Haus Obdach findet und in seiner Kindheit vieles zu erdulden hat. Alle Misshandlungen und Demütigungen nimmt er stillschweigend hin, in seinem Inneren aber gedeihen erste böse Gedanken, Hass keimt auf. Erträglich ist ihm dieses Dasein nur aufgrund der Freundschaft zu Cathy, seiner Stiefschwester. Mit ihr streift er herum durchs Moor, sie hat immer ein offenes Ohr für ihn, wird schließlich zum Objekt seiner Begierde. Als auch sie sich von ihm abwendet, reißt Heathcliff aus, und soll erst Jahre später zurückkehren. Allein, er ist boshaft und finster geworden, und fortan schickt er sich an, sich und alle um sich herum in den Abgrund zu reißen.

Seine dämonische Präsenz schwebt über dem gesamten Werk, und auch die anderen Figuren sind oft alles andere als liebenswürdig. Schaurig und unheimlich ist die Welt mit der uns Bronte konfrontiert, vielseitig die Charaktere, die man mal liebt, mal hasst. Es wird gelitten, wird zerstört und zugrunde gerichtet. Mitunter wähnt man sich der Apokalypse nahe.

Wer bereit ist, sich hierauf einzulassen, den erwartet ein sehr intensives, sprachgewaltiges, atemberaubendes Stück Literatur. Emily Brontes erster und letzter Roman ist eine Offenbarung.
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