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am 22. November 2011
Die Inhaltsangabe spare ich mir jetzt.

Wer bekennende Hole-ianerin ist wie ich, muss nicht bekehrt werden. Nesbo hat es in all seinen Romanen, die ich bis jetzt gehört habe, geschafft, dass mir Harry Hole, der aufrechte Säufer, der immer das Richtige tun will und dafür immer einen zu hohen Preis bezahlt, wirklich wahnsinnig ans Herz gewachsen ist.

Dabei entwickelt sich Nesbo konsequent weiter, findet immer neue menschliche Abgründe, in die er den armen Harry werfen kann. Und Harry wird auch hier nicht geschont. Oleg, Rakels Sohn (die Harry verzweifelt liebt und doch nie bekommt) sitzt im Gefängnis. Harry kehrt aus Asien zurück, um ihm und Rakel beizustehen und den Mord, der Oleg vorgeworfen wird, aufzuklären.

Nesbo führt hier gekonnt zwei Erzählstränge: Harrys Geschichte und die Erinnerungen des "Mordopfers" an sein Leben. Sehr packend vorgetragen von zwei unterschiedlichen Sprechern. Was Harry nicht aufklären kann, erfahren wir also aus den Erinnerungen eines sterbenden Junkies, der langsam verblutet, während sein Leben an ihm vorbeizieht.

Man dockt sich innerlich sofort an die Geschichte, die Nesbo unerbittlich, ohne Rücksicht auf Verluste und die Seelenqual seines tragischen Helden, vorantreibt.

Düster, packend und sehr emotional.

Ich bin dankbar dafür, dass Nesbo Harry nicht einen Serienmörder nach dem anderen zur Strecke bringen lässt. Immer wieder neue Herausforderungen, Gefahren und Prüfungen machen Harrys Werdegang nur um so interessanter.

Zum Schluss gibt es einen wirklich fiesen Cliffhanger.

Wer also neben einer spannenden Geschichte auch Tiefgang zu schätzen weiß, dem lege ich "Die Larve" ans Herz. und, das muss man Nesbo lassen: Er wird immer besser. Keiner widerlegt so gekonnt das Gesetz der Serie wie er.

Chapeau und volle Punktzahl.
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am 4. Januar 2012
Ja, ich bin ein Nesbo - und natürlich ein Harry Hole - Fan, aber schon nach dem Lesen des Leoparden vor fast zwei Jahren habe ich Harry in meiner Rezension geraten, er sollte in Hongkong seine geliebten Glasnudeln und seinen Ruhestand genießen und sich nicht noch einmal überreden lassen heimzukehren.... Leider, leider hat er sich nicht daran gehalten, sondern musste zurück, um seinen Ziehsohn Oleg, der in der Zwischenzeit auf die schiefe Bahn geraten ist (wieso wird ebenso wenig klar wie der Titel) vom Mordverdacht zu befreien.
Doch, Nesbo schreibt immer noch fantastisch und manche seiner Charaktere sind gut gezeichnet und durchaus glaubwürdig, es gibt wirklich spannende Passagen - aber insgesamt "trägt" die Story nicht für ein ganzes Buch und auf den letzten Seiten wurde mir auch der Schreibstil ein wenig zu episch... Dass ein ungewisses Ende "passiert" lässt mich befürchten, dass uns Harry - unverbesserlich wie er ist - noch einmal (und dann noch einmal, und noch einmal...) als "Wiedergänger" ins Haus stehen wird; ich habe mir allerdings vorgenommen, ihn dann allein gegen Alkoholsucht und all das Böse in der Welt kämpfen zu lassen....
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am 23. Dezember 2011
Ich kann es selbst kaum glauben. Dies ist zwar nicht mein erster Nesbø, aber mein erster Hole. Und entgegen einigen Unkenrufen, dieser Band würde Einsteiger in die Serie davon abhalten, die Vorgängerbände zu lesen, kann ich für mich behaupten: Dem ist nicht so. Jetzt erst recht!!!

Erscheinungsbild des Buches:

Bereits Band 7 und 8 aus der Reihe waren äußerlich ähnlich gestaltet. Wenn ich im Buchladen an den Bänden vorbeiging, hat es mich immer dazu verleitet, die Bücher in die Hand zu nehmen und zumindest den Klappentext zu lesen. Was mich bis jetzt davon abgehalten hat, ist die Tatsache, dass ich die ganzen Vorgänger nicht kenne - auch wenn ich vom Antihelden Harry Hole in Leseproben immer ganz angetan war. Dass ich jetzt doch mit diesem Band eingestiegen bin, liegt daran, dass ich das Buch gewonnen habe. Wie schon bei den beiden Vorgängerbänden ist dieses Cover wieder in einem weißen Farbton gehalten. Farblicher Akzent, neben dem Autorennamen und dem Buchtitel, ist eine dem Buchtitel angepasste Abbildung. In diesem Fall ist aus der Larve allerdings schon ein schöner Schmetterling geworden (den man allerdings nur zur Hälfte sehen kann). Für mich ist der Zweck eines guten Covers hiermit schon erfüllt. Dezent aber aussagekräftig.

Die 563 Seiten des Hardcovers sind in 44 Kapitel unterteilt. Die Schrift würde ich schon als groß bezeichnen - auf jeden Fall sehr angenehm zu lesen. Ein Lesebändchen ist leider nicht vorhanden, dafür ist im Anhang aber eine Liste mit den einzelnen Titeln der Harry Hole Reihe in chronologischer Reihenfolge. Da könnte sich manch anderer Verlag eine Scheibe abschneiden. Noch hilfreicher wäre es allerdings, die Liste an den Anfang des Buches zu setzen, für die Leser, die nicht wissen, dass es sich hier um eine Reihe handelt.

Der Inhalt mit meinen Worten:

Dieser Fall ist wohl sein persönlichster, wenn ich das so einschätzen kann. Nach einer dreijährigen Auszeit in Hongkong muss Harry wieder nach Oslo zurückkehren. Zwar hat er der Polizei nach dem letzten Fall den Rücken gekehrt, die Tatsache jedoch, dass ein junger Drogendealer erschossen in seiner Wohnung aufgefunden wird, zwingt ihn, die Ermittlungen wieder aufzunehmen. Für die Polizei ist der Fall zwar abgeschlossen, für Harry jedoch nicht, weil der angebliche Täter niemand Geringerer ist als Oleg, der Sohn von Harrys großer Liebe Rakel, die er trotz seines dreijährigen Rückzugs nie vergessen konnte.

Für Harry steht außer Frage, dass sein "Stiefsohn" ein Mörder sein soll. Doch alleine die Tatsache, dass Oleg mit dem ermordeten Gusto befreundet war, wirft kein gutes Licht auf ihn. Die Auszeit, die Harry sich genommen hat, hat anscheinend gegen ihn gearbeitet, denn aus Oleg, zu dem er immer ein sehr inniges Verhältnis hatte, ist ein abgestumpfter Junkie geworden. Der nun fehlende Zugang zu dem Jungen erschwert es Harry, dessen Unschuld zu beweisen. Dieser behauptet felsenfest, sich an nichts erinnern zu können, da er an dem Tag unter Drogen stand. Doch Harry ist davon überzeugt, dass Oleg lügt ...

Sehr schnell muss Harry erkennen, dass er wirklich niemandem trauen kann, denn selbst unter den Kollegen bei der Polizei scheint es einen Maulwurf zu geben und Harry, der seine Nase zu tief in das Drogenmilieu Oslos steckt, spielt mehr als einmal mit seinem Leben. Einer der größten Drogenbosse Oslos hat die Jagd auf Harry eröffnet.

Information an Quereinsteiger der Harry Hole-Reihe:

Die Befürchtung, diesen Band nicht zu verstehen, weil mir die Informationen aus den Vorgängerbänden fehlen, hat sich nicht bestätigt. Dieser Band ist eine ganz eigenständige Geschichte, die auch ohne Vorwissen gelesen werden kann. Allerdings erfolgen immer wieder Anspielungen auf vorherige Fälle, die mich so neugierig gemacht haben, dass ich die anderen Bücher auch noch unbedingt lesen muss. Wie in vielen Fällen gilt: Die Protagonisten entwickeln sich weiter und es wäre IMMER besser, eine Reihe auch mit dem ersten Band zu beginnen. Denn gerade die Entwicklung einzelner Figuren ist interessant zu verfolgen. Deswegen hier noch einmal die chronologische Reihenfolge der Bände:

Reihenfolge der Harry Hole-Reihe:

1. Der Fledermausmann
2. Kakerlaken
3. Rotkehlchen
4. Die Fährte
5. Das fünfte Zeichen
6. Der Erlöser
7. Schneemann
8. Leopard
9. Die Larve

Meine Meinung und Interpretation zum Protagonisten:

Mein erster Eindruck von Harry Hole: Ein sehr erfolgreicher Loser - der Antiheld schlechthin und eine perfekte Mischung aus Schimanski und John McLane. Mir kam als Vergleich sofort John McLane in den Sinn, weil Bruce Willis in den "Stirb langsam" Filmen, der immer aussieht, wie tagelang durch den Fleischwolf gedreht, aber immer noch fit genug, um die Welt zu retten. Der Versuch Harry Holes, sich selbst zu retten, ist allerdings ein schier unmögliches und nicht enden wollendes Unterfangen, was ich selbst nach einem einzigen Band schon gemerkt habe. Ein (fast) trockener Alkoholiker mit einem theatralischen Hang, sich in die falsche Frau zu verlieben, die er nicht haben kann - oder war es doch eher die richtige Frau und der falsche Mann? Fakt ist jedenfalls, dass Harry Hole sich bei allem, was er tut, selbst im Weg steht. Sein größter Gegner: Seine eigenen Gefühle, die zu zeigen natürlich nicht angemessen wären. Er ist der geborene Einzelkämpfer und was er anfasst, gelingt ihm garantiert erst, nachdem ein völliges Chaos ausgebrochen oder eine Atombombe hochgegangen ist. Ok, ich neige manchmal zu Übertreibungen - aber ihr müsst zugeben: Jemand, der sich eine Wunde selbst näht, ist schon eine verdammt harte und coole Sau. Kurz und gut: Ich mag ihn. Harry Hole hat einen neuen Fan dazugewonnen.

Wie mir das Buch gefallen hat:

"Die Larve" war für mich das Krimihighlight dieses Jahres. Auch wenn es nur" ein Krimi ist, es das Buch, was mich emotional am meisten berührt hat. Die Stunden, die ich mit dieser Lektüre verbracht habe, kann ich am besten mit einer Achterbahnfahrt beschreiben. Die Spannung hat mich fast umgehauen. Dem Autor ist es alleine durch die ganzen Wendungen, die es in diesem Fall gibt, hervorragend gelungen, mich zu fesseln. Die teilweise doch recht nüchternen und sehr ausführlichen Beschreibungen der Drogenszene haben mich zu keiner Zeit gelangweilt - im Gegenteil: Sie lasen sich, so wie es sich gehört, wie in einem spannenden Krimi. Auch die detailliert beschriebenen Folterszenen haben bei mir für eine Gänsehaut gesorgt.

Es gibt in diesem Buch mehrere Erzählstränge und völlig verrückt ist, dass auch aus der Sicht einer Rattenmutter "erzählt" wird, die sich vor der schier unlösbaren Aufgabe sieht, an das Nest ihrer vor Hunger schreienden Jungen zu kommen. Der Eingang wird jedoch versperrt durch den Körper des sterbenden Gustos. Da hilft wohl nur eins: Augen zu und DURCH! Nähere Erläuterungen dazu erspare ich den Lesern meines Berichts allerdings. Und zwischendurch verlässt auch der Autor sich auf die ausgeprägte Fantasie seiner Leser. Die in dem Buch kursiv gedruckten Passagen sind aus der Sicht des sterbenden Gustos geschrieben. Durch seine Gedanken erfährt der Leser so einiges, was weder die Polizei noch Harry Hole ermitteln konnte.

Jo Nesbø hat ein sehr brisantes Thema aufgegriffen. Der Ausflug ins Drogenmilieu ist schonungslos brutal. Aber dank der sehr guten Recherche des Autors auch sehr real. Seine Droge "Violin" hingegen, in der es in diesem Buch geht, ist rein fiktiv. Was auch ein sehr aktuelles Thema ist und leider nicht der Fantasie des Autors entsprungen: die Korruption unter den Polizisten. Das macht die ganze Sache noch etwas hoffnungsloser und deprimierender.

Wenn ich sage, dass ich das Lesen dieses Buches mit einer Achterbahnfahrt vergleiche, ist es nicht nur die Spannung, mit der ich beschäftigt bin. Dieser Roman ging mir sehr an die Substanz und hat mich teilweise richtig runtergezogen. Was ich aber beim Lesen als positiv betrachte, weil der Autor mich mit seiner Geschichte erreicht und ich nicht einfach nur lese, sondern während des Lesens auch fühle. Es kommt nicht oft vor, dass ich zwischendurch immer wieder aufhöre zu lesen, um darüber nachzudenken und um das Ganze zu verarbeiten. Mehr als einmal habe ich anderen gegenüber betont, WIE gut ich diesen Krimi finde, so hat er mich begeistert. So lange, bis ich irgendwann an einer Stelle angekommen war (ich wüsste jetzt aber nicht mehr genau, welche Stelle das war), wo mir ernsthaft Zweifel kamen, ob ich das Buch noch gut finden soll. Das war dann wohl ein ungeplanter Looping in der Achterbahn.

Eigentlich habe ich mit meiner Rezension zu diesem Band viel zu lange gewartet. Aber es war irgendwie nicht machbar so schnell etwas darüber zu schreiben, weil es mich noch zu sehr gefangen gehalten hat und ich es erst einmal sacken lassen musste. Müsste ich es mit Gefühlen beschreiben, würde Folgendes dabei raus kommen:

Spannung, Empörung, Fassungslosigkeit, Wut, Enttäuschung, Verwirrung, Verwunderung, Trauer und Hoffnung?!

Umgehauen hat mich das für mich dann doch überraschende Ende. So viele mögliche Täter, die infrage kommen und dann war es doch tatsächlich ...

... na, ich werde mich hüten, denn ihr sollt das Buch ja auch noch lesen.

Ich kann jedenfalls nur eine Empfehlung aussprechen und wünsche mir noch viele weitere Harry Hole-Bücher! Fünf Sterne für ganz großes Kopfkino!
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am 20. November 2011
Vor einigen Tagen war ich als praktizierender Dylanist im Zürcher Konzert des Meisters. His Bobness bellte, krächzte, keuchte wie schon seit Jahren ins Mikrophon. Dazu tapste er uninspiriert und unpassend auf seinem Kinder-Keyboard herum. Und wie üblich applaudierte das Publikum (so auch ich) artig und in Demut. Immerhin stand Gott auf der Bühne.

Und was hat das nun mit dem neusten Erzeugnis von Jo Nesbo zu tun? Dass man über wandelnde Legenden und klinisch Tote nichts Schlechtes sagt. Mister Tambourine Man war für die Musikwelt das, was Harry Holt für die zeitgenössische Krimi-Literatur war: Ein Erneuerer, Revolutionär, ein Messias. Ich habe alles von Nesbo verschlungen, vom Erlöser zum Schneemann und zurück. Einige Bücher non-stop im Tag-und-Nacht-Betrieb. Andere gleich zwei Mal. Mit "die Larve" hatte ich zum ersten Mal so richtig Mühe und hätte die Lektüre wohl vorzeitig beendet, wenn das Buch nicht von IHM wäre. Ich biss mich durch in der Hoffnung, dass irgendwann das Nesbo'sche Genie, der subtile Witz und eben alles, was Nesbo ausmacht, erscheinen muss. Fehlanzeige! Der Plot ist an vielen Stellen schlicht und einfach falsch, die Dramaturgie ist in Urlaub, die Sprache findet statt. Die Folterszenen sind nun dermassen absurd und unrealistisch, dass das Lachen nicht mehr im Halse stecken bleibt, sich aber auch kein Erschauern mehr einstellt. Der Haufen an Zufällen ist so hoch, dass man nicht mehr einfach darüber steigen kann. Ach ja, und die Liebes-Kiste mit Rakel: Schwamm drüber.

Nein, ich bin nicht enttäuscht, denn schliesslich hat ER uns dero acht geniale Bücher beschert. Und wie Bob Dylan hat auch Jo Nesbo das Recht, sich nun auszuruhen und sich bewundern zu lassen. Ob Harry das Zeitliche segnete, ist nicht klar. Also besteht Hoffnung, dass weitere Bücher folgen. Die ich mir wieder kaufen werde. Klar doch, was denn sonst. Denn die Hoffnung stirbt zuletzt. Und falls der seltsame Nicht-Schluss tatsächlich bedeutet "Harry Holt schon mal den Wagen", werde ich "die Larve" einfach aus der Bibliothek entfernen und so tun, als hätte es diese Entgleisung nie gegeben. So wie die letzten Konzerte von Bob Dylan.

Ich vergebe fünf Sterne für SEIN Gesamtwerk und zwei Sterne für "Die Larve" - als Ehrbezeugung für ihren Schöpfer. Und nur dafür.
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am 24. Juni 2015
Es ist dem Autor wieder einmal gelungen, diesen Krimi mit Hochspannung zu versehen. Von daher hätte ich 5 Sterne vergeben.

Jedoch haben mich kleine Abstriche davon abgehalten: Zum einen fand ich es nicht ganz plausibel und oberflächlich beschrieben, warum und wie Oleg in den Drogensumpf geraten ist. Und zum anderen fand ich doch einige Szenen nicht realitätsnah (wie ein "explosionsartiges Gefecht" in einem Haus). Und irgendwie kann ich nicht beurteilen, wie diese "Ungereimtheiten" auf Leser wirken, die die bisherigen Krimis der Serie nicht gelesen haben.

Realistisch fand ich jedoch, wie einige mächtige Personen Allianzen bilden, um ihre Interessen und Karrieren voranzutreiben. Und dabei ihr Umfeld schamlos benutzen und dabei vieles in Kauf nehmen. Und sich dabei natürlich in der Öffentlichkeit als Saubermänner darstellen.

Über das Ende möchte ich nicht soviel sagen, um die Spannung nicht vorwegzunehmen. Aber ich war zunächst echt "baff". Da ich nun auch das 10. Buch der Serie "Koma" gelesen habe, kann ich rückwirkend nur sagen: Ein absolut gelungener Übergang zum 10. Fall "Koma", der mich wieder absolut "5-Sterne-mäßig" überzeugte und aus meiner Sicht zu den besten Büchern der Serie gehört.

Fazit: Die Spannung des Krimis überzeugt, er ist flüssig geschrieben und empfehlenswert!! Und für einen Fan der Serie (wie mich) ein absolutes Muß!!
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Lange ist es her, dass ich den letzten Harr Hole Krimi gelesen habe. Es wurde also Zeit! Und ebenfalls lange her ist es, dass ich einen solch guten Krimi gelesen habe. Ich bin einfach bekennender Nesbo-Fan.

Der vorliegende 9. Band der Reihe wartet wieder mit Hochspannung auf und ließ mich bis zur letzten Seite gebannt lesen.

Harry kehrt aus Hongkonkg zurück, um Oleg, dem Sohn seiner großen Liebe Rakel, zu helfen. Dieser sitzt in Untersuchungshaft und soll einen Mord an einem Drogendealer begangen haben. Harry ermittel wieder einmal ohne offiziellen Auftrag und mit reichlich illegalen Mitteln. Zuerst scheint das Unterfangen, Oleg aus dem Gefängnis zu bekommen aussichtslos, deuten doch alle Spuren auf ihn als Täter. Selbst Harry weiß nicht, was er glauben soll und doch siegt der Wille, Oleg zu helfen.

Doch plötzlich taucht ein anderer Krimineller aus dem Drogenmilieu auf und gesteht den Mord. Oleg ist frei, wenn auch erstmal an einem sicheren Ort. Denn er muss einen Anschlag auf sein Leben fürchten. Weiß er vielleicht mehr über den Drogenboss Dubai, den keiner wirklich gesehen haben will? Und auch Harry wird mit dem Tod bedroht.

Rasant wird hier ein Bild der Osloer Unterwelt gezeichnet, in der ein neuer Stoff namens Violin einen Siegeszug hält. Plötzlich ist Heroin out und die Straßen von den alten Dealern und Clans gereinigt. Das macht sich auch gut auf der weißen Weste des angehenden Krimnalchefs Mikael Bellmann, der bereits in den vorhergehenden Bänden recht zwielichtig daher kam. Und was hat die Sozialsenatorin Skoyen von den ganzen Machenschaften?

Politik, Polizei und Drogenszene sind in diesem Krimi eng miteinander verwoben. Korrupte Polizisten, verdeckte Ermittler und Abhängige spielen hier alle ein Rolle, einer mieser als der andere. Wem kann Harry noch trauen und wer ist der wahre Täter?

Neben der extrem spannenden Story wartet der Roman mit zahlreichen Perspektivwechseln auf und der Leser ist so mal einen Schritt voraus, mal einen zurück. Die verschiedenen Sichtweisen machen den Krimi noch lesenwerter. So spricht mal das Opfer, mal ein dealender Flugkapitän, mal Harry und mal ein Brenner (ein Polizist, der belastende Beweise vernichtet).

Und da das Ganze so spannend und nicht wirklich abgeschlossen war, folgt bei mir gleich der 10. Band hinterher: Koma. Ich bin ganz im Hole-Fieber!
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am 22. Dezember 2015
Ich habe vor einigen Jahren bereits zwei oder drei Bücher dieser Reihe gelesen und Gefallen an dem Ermittler Harry Hole gefunden. Liegt vielleicht daran, dass ich gerne skandinavische Krimis lese und natürlich, dass HH für mich ein gewisser Sympathieträger ist. Jedenfalls lese ich seit einiger Zeit wieder die Reihe, wobei mir speziell der Schneemann fehlt.
Gegenüber dem Vorgänger Leopard ist es in meinen Augen eine Steigerung, da mir Band 8 bisher am wenigsten gefallen hat.
Rakel und Oleg rücken hier wieder mehr in den Mittelpunkt und um wen die Ratte, mit der der Prolog beginnt, nun trippelt, erfährt man erst am Schluss.
Ich finde die Bögen über Bellman, Berntsen, Dubai sehr interessant miteinander verwoben und konnte mich besser einfinden wie im Band davor, der manchmal sehr haarsträubend war.
HH ist in mancher Hinsicht wie James Bond - nicht tot zu kriegen. Wer Gefallen an einem überdurchschnittlich guten Ermittler mit einem massiven Alkoholproblem und einer nicht zum Happy-End kommenden Liebe hat, dem sei die HH-Reihe ans Herz gelegt. Wobei ich empfehlen würde, die Reihe von Beginn an zu lesen!
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am 16. Oktober 2011
Zum Inhalt

In Oslo wird ein junger Drogenabhängiger erschossen. Die Polizei hat sogleich einen dringend Tatverdächtigen verhaftet und betrachtet den Fall als abgeschlossen. Bei dem Verhafteten handelt es sich um Oleg, den Sohn von Harry Holes großer Liebe Rakel, die der Leser schon aus den vorhergehenden Bänden der Serie kennt. Harry Hole hat sich nach dem Abschluss des letzten Falls ("Der Leopard") wieder nach Hongkong zurückgezogen, wo er seinen Lebensunterhalt als Geldeintreiber verdient. Er hat auch dem Alkohol abgeschworen, ist seit nunmehr drei Jahren trocken und nur die nie erloschene Liebe zu Rakel veranlasst ihn, sein selbstgewähltes Exil zu verlassen und nach Norwegen zurückzukehren, in der Hoffnung Olegs Unschuld beweisen zu können.
Auch wenn Harry nicht mehr der Polizei angehört, hat er seine Ermittlungskünste nicht verlernt und es gibt auch noch Menschen, die ihm den einen oder anderen Gefallen schulden. Er bemerkt schnell, dass das Drogenmilieu ein richtiger Dschungel ist, in dem die Ermittlungen im Mordfall schnell zu weiteren Verbrechen und moralischen Abgründen der Korruption bis in gehobene Gesellschaftskreise führen.
Die Drogenszene in Oslo wird von einer neuartigen Droge namens "Violin" beherrscht, die länger wirksam ist als Heroin und nicht so schnell zu tödlicher Überdosierung führt, sodass die gewaltige Nachfrage es den Dealern erlaubt, die Preise nach ihrem Gutdünken zu steigern und einen gewaltigen Gewinn zu erwirtschaften. Diese Dealer arbeiten alle für einen einzigen Boss, den geheimnisvollen "Dubai", den niemand kennt, von dem aber gemunkelt wird, er streife nachts wie ein Gespenst durch die Straßen. Dieser ebenso geniale wie unsichtbare Mann hat mit Hilfe einflussreicher Beamter und Politiker seine Konkurrenten aus dem Verkehr ziehen lassen. Wer ihm zu nahe kommt, stirbt auf recht unerquickliche Art.
Als Harry feststellt, dass Oleg und das Mordopfer Gusto sich mit "Dubai" und seinen Leuten eingelassen haben, erweisen sich seine Ermittlungen als Fass ohne Boden und bringen ihn wiederholt in Lebensgefahr.

Aufbau

Der Roman ist in zwei einander abwechselnde Erzählebenen unterteilt. Die gegenwärtige Haupthandlung erzählt aus der Sicht des allwissenden Erzählers über die Handlungen der diversen Romanfiguren, dabei folgt der Leser nicht nur Harry, sondern auch Kriminalbeamten und Politikern, die alle ihre eigene Agenda verfolgen, da sie sich finanziellen oder Machtgewinn versprechen. Aufgrund dieser "Allwissenheit" ist der Leser Harry Hole in vielerlei Hinsicht voraus. Einen wirklichen Überblick über die vergangenen und gegenwärtigen Ereignisse gewinnt man jedoch erst durch die Lektüre des zweiten Erzählstrangs, in dem der sterbende Gusto sein Leben Revue passieren lässt. In diesen kursiv gedruckten Kapiteln wird klar, auf welche Weise Gusto sich viele Feinde gemacht hat, sodass sich jetzt verschiedenen Tatverdächtige mit unterschiedlichen Tatmotiven präsentieren.

Mein persönlicher Eindruck

Ich hatte zunächst Probleme, mich in dieses Buch einzulesen. Von Anfang an werden viele verschiedene Personen und Szenen in schnell abwechselnder Folge vorgestellt, sodass die Zusammenhänge mir nicht klar waren. Mir persönlich waren die Einblicke ins Drogenmilieu auch zu detailliert, erst ab der Hälfte des Romans, als die Handlung actionlastiger wurde und ich anhand der kursiv gedruckten Abschnitte die Puzzleteilchen zusammensetzen und Theorien entwickeln konnte, wurde "Die Larve" für mich zu einem Pageturner. Die zweite Hälfte empfand ich als extrem spannend...und zum Ende dann doch völlig überraschend, weil Nesbø wieder einmal mit einer unvorhergesehenen Auflösung aufwartet, die den Leser bestürzt zurücklässt und zu Spekulationen über den Fortgang der Serie einlädt.
Sehr gut hat mir die äußerst ungewöhnliche Erzählperspektive einer Ratte gefallen, die mit ihren neugeborenen Kindern die Wohnung der Junkies teilt und deren Blick auf die Ereignisse in dieser Wohnung gewissermaßen einen Ringschluss zwischen dem Romanbeginn und Ende bildet.
Die schon bekannten Superman-Qualitäten Harry Holes, der auch in diesem Roman wieder den medizinischen Naturgesetzen trotzt und ungeachtet schwerer Verletzungen Unglaubliches vollbringt, finde ich nach wie vor überzogen.
Trotz dieser Kritikpunkte ist "Die Larve" ein sehr komplexer, intelligent konstruierter und über weite Teile hochspannender Krimi, für den ich 4 Sterne vergebe. Die Auswahl des deutschen Titels kann ich nicht nachvollziehen.
44 Kommentare| 33 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 2. Dezember 2012
Jo Nesbo versteht es wieder einmal, seine Leser bis zur letzten Seite zu fesseln. Die Larve hat alles,was man von einem guten Krimi erwartet- ein unerwartetes Ende eingeschlossen. Ich habe jedoch nur 4 von 5 Sternen vergeben, weil er, wie bei seinen vohergehenden Hole-Faellen auch schon, manche Sequenzenn stark ueberteibt und diese dadurch unglaubwuerdig werden. Sein Held (Hole) bekommt dann ein für meinen Geschmack unangenehmes “Superman-Image". Trotzdem kann ich diesen Krimi empfehlen, denn die Staerken ueberwiegen eindeutig die Schwächen...
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am 27. August 2013
Habe alle Nesbo Krimis gelesen und schätze den norwegischen Meister der Spannung sehr ...die Larve ist leider sein bislang schwächstes Werk.
Teils sogar richtig langatmig. Wobei es wirklich egal ist in welcher Reihenfolge man die Harry Hole Krimis liest. Die Handlung erschließt sich problemlos ohne die vorherigen Geschichten gelesen zu haben. Allerdings variiert die Qualität der Stories. Die Larve gehört eindeutig zu den schwächeren Harry Hole Abenteuern.
Der Plot ist vielschichtig und teil etwas unübersichtlich. Harry Hole wird ja immer durch die Mangel gedreht, aber diesmal ist das Ganze etwas unglaubwürdig. In Summe einfach nicht so spannend und mitreissend wie die anderen Harry Hole Krimis. Mal sehen wie`s weitergeht mit "Koma".
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