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am 29. April 2010
Younes wächst im algerischen Hinterland auf, in den Dreissiger Jahren. Dann zieht die Familie nach Algier, dort soll alles besser werden, aber es wird schlimmer. Sie landen in einem Slum, mit Schule ist nichts, dafür gibt es Jugendbanden und Gangster.

Doch dann adoptiert der Onkel den Jungen. Der ist Apotheker, mit einer Französin verheiratet und jetzt geht Jounes auf die französische Schule. Dort gibt es nur noch einen anderen Araber, jetzt nennt ihn jeder Jonas und er passt sich an das europäische Kolonialleben in Algerien an. Die Vorurteile gegen Araber überhört er.

Später ziehen sie nach Rio Salado, einem kleinen Ort, in dem fast nur Franzosen wohnen. Die Araber sind Bedienstete und leben außerhalb und Hüttenquartieren. Rio atmet die Luft des kolonialen Algerien, Jonas passt sich an. Er findet Aufnahme in eine Clique von Algerienfranzosen. Alles scheint friedlich, doch die Ruhe trügt. Denn der Onkel ist Intellektueller, er interessiert sich für algerische Geschichte und die algerische Unabhängigkeitsbewegung. So etwas sieht die französische Kolonialverwaltung nicht gerne und der Onkel macht Bekanntschaft mit der Polizei.

Auch sonst gärt es unter der Oberfläche, an der alles friedlich, mediteran und glücklich aussieht. Die Araber wollen nicht länger Menschen zweiter Klasse sein, die Algerienfranzosen fühlen sich als einheimische Elite, deren Heimat Algerien ist. Haben nicht schon ihre Urgroßeltern hier gelebt? Bald bricht der Unabhängigkeitskrieg aus, kämpft jeder gegen jeden und Jonas steht zwischen den Stühlen.

Khadra hat wieder einen Roman über Algerien geschrieben, diesmal über das koloniale Algerien und den Unabhängigkeitskrieg. Erstaunlich, wie gut er die französische Kolonialatmosphäre schildern kann, das Flair von Camus, von französischer Lebensart, den Leser in diese Welt versetzt. Auch wie liebevoll er dies tut, nur langsam erahnt der Leser, was unter der Decke brodelt.

Sein Protagonist Jonas alias Younes steht zwischen den Fronten und kann sich für keine entscheiden. Beide Seiten werden zunehmend brutaler, Pardon wird keins mehr gewährt und schließlich endet alles damit, dass die Algerienfranzosen gehen müssen und Algerien unabhängig wird.

Ein poetisches, faszinierendes Buch, das den Leser lange nicht mehr loslässt. Khadra war immer schon ein Autor, der ebenso liebevoll wie auch schonungslos ehrlich seine Heimat porträtiert hat. Hier hat er ein Meisterwerk vorgelegt, Sprache, Geschichte, Personen bilden eine Einheit, wie der Leser sie nur selten geboten bekommt. Und das Buch bringt uns Algerien und seine wechselvolle Geschichte näher. Dazu eine Liebesgeschichte, genauso vergeblich wie die des kolonialen Algerien, zwei Königskinder, die zusammen nicht kommen können - und doch hebt er sich einen ganz besonderen Schluss für beide auf und auch für die anderen Personen seines Romans.

Kein Zweifel, dass Khadra einer der ganz großen Erzähler der Welt ist.

(C) Hans Peter Roentgen
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am 1. September 2013
Der Autor dieses Buches versteht es, seinen "Icherzähler" in all seinen Facetten zu schildern.
Algerien - von den Franzosen zur Blüte gebracht - auf Kosten der einheimischen Bevölkerung - den Arabern. "Araber sind faul und langsam" ist der Tenor der Freunde JONAS, der zu einer Clique von Franzosen gehört, obwohl er arabischer Herkunft ist. Immer wieder ist er "zwischen den Fronten", obwohl die ersten Jahre in seinem Heimatdorf friedlich sind.
Aber die Liebe zu einer Französin - EMILIE - zerstört fast sein ganzes Leben. Durch ein Vergehen in jungen Jahren verbietet es sein Ehrenkodex, diese Liebe zuzugeben und sich der Frau zu offenbaren.
Man fühlt die Qual JONAS, man lebt sie mit.
Ein Buch - hervorragend gelesen - lässt einen sinnend zurück.
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am 12. Dezember 2012
Erzählt wird die Geschichte von einem kleinen Jungen. Er wächst in Algerien auf und wird über 80 Jahre alt. Der Roman handelt über sein Leben, seine Freunde und seine Liebe, über verpasste Chancen und Vergebung.

Es ist eine sehr dicht erzählte Geschichte mit politischen Hintergrund. Interessant, spannend, und traurig.

Wegen der bildhaften Sprache wunderbar zu lesen.

Die Handlungen der Liebenden sind nicht ganz überzeugend (daher nur 4 Sterne), allerdings trotzdem absolut empfehlenswert.
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am 28. Mai 2016
Das Buch muss man einfach gelesen haben! Der Roman ist sehr faszinierend, mitreisend und bewegend. Die Verfilmung zum Buch ist ebenfalls wunderbar, auch wenn es sie nur auf französisch gibt.
Das Buch habe ich bereits mehrfach nachbestellt und an Freunde verschenkt.
Absolute Kaufempfehlung!!!
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am 17. September 2010
Ich bin durch einen Zufall an dieses Buch geraten und wusste gar nicht so recht, auf was ich mich da eigentlich einlasse. So, als sitze man schon im Kinosessel und wisse nicht, welcher Film gleich anlaufen wird. Ich habe gerade die letzte Seite gelesen und ich bin noch ganz aufgewühlt von diesem Sog, den dieses Buch in mir ausgelöst hat. Das Buch liest sich unwahrscheinlich schnell.
Erinnert hat es mich vom Stil ein wenig an den "Drachenläufer". Die ganze Stimmung und der Aufbau, also die Idee einer Geschichte ist sich sehr ähnlich. Und trotzdem steht dieses Buch natürlich ganz für sich und es hat mich unheimlich berührt. Die Sprache ist einfach wunderbar, so bildhaft, so stark, so klar. Die Wortwahl für so manche Gefühle hat mich sehr begeistert.
Also, auf jeden Fall ein Buch, das man lesen sollte. Wieder ein Buch, das über eine einzelne Geschichte über einen Jungen, der zu einem Mann wird, eine große Geschichte eines Landes erzählt. Man taucht ein in eine Welt, die man so einfach nicht mehr hinnehmen mag. Und trotzdem ist es an so vielen Orten unserer Erde immer wieder das gleiche Tun, dieser Hass, dieses Aufbauschen, dieses nicht Verzeihen können.
Dieses Buch ist eine Hommage an das Verzeihen!
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am 19. Mai 2010
Einige Männer sitzen in der Rahmenhandlung des vorliegenden Romans in der südfranzösischen Stadt Aix - en Provence zusammen und erinnern sich an früher, an ihre Zeit in Algerien. Allesamt sind sie ehemalige "pied noirs", Algerienfranzosen, die in den 60-er Jahren im Zusammenhang des Algerienkriegs ihre Heimat verlassen mussten. Unter ihnen ist Younes, dessen Geschichte Yasmina Khadra in der Folge erzählt.

Younes wächst unter sehr kargen und ärmlichen Bedingungen in Algerien auf. Sein Vater hat all sein Kapital investier, Schulden gemacht, doch eine reiche Ernte kündigt sich an und er ist froher Erwartung. Doch dann trifft ihn das Unglück hart, die Ernte ist verloren und vernichtet, und auch wenn der Vater danach arbeitet bis er nicht mehr kann, die Familie leidet Not.

Schließlich wird Younes von seinem Vater zu seinem Bruder gebracht , der als wohlhabender Apotheker im europäischen Teil der Stadt Rio Saldo lebt. Er und seine Frau sind kinderlos geblieben und freuen sich über den Jungen. Sie nennen ihn jetzt Jonas und Jonas ist zunächst unglücklich und vom unbekannten neuen Luxus überfordert. Doch bald hat er sich daran gewöhnt. Dennoch ist das Leben des heranwachsenden jungen Mannes, so wie Khadra es meisterhaft schildert, geprägt von der Zerrissenheit seines Landes und auch der furchtbare Krieg holt Jonas ein.
Alle seine Freunde sind Christen oder Juden, er denkt und lebt wie sie, doch tief in seinem Herzen fühlt er wie ein Muslim. Wem gehört sein Land ? Und wohin gehört er ? Das sind Fragen, die Jonas sein Leben lang begleiten, bis auf den Platz in Aix- en - Provence, wo er mit anderen über sein Leben nachdenkt. Ein Leben mit zerbrochenen Freundschaften und einer unerfüllten tragischen und großen Liebe.

Ein wunderbarer Roman mit einer berührenden Lebensgeschichte, die als Sozialgeschichte Algeriens erzählt wird.
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am 7. Oktober 2015
Ich habe dieses Buch mit gemischten Gefühlen angefangen zu lesen, da mich solche Lektüre ansonsten nicht wirklich interessiert. Doch jetzt nach Beendigung des Buches muß ich sagen: Spitze! Ich bin froh mich auf diese interessante Lektüre eingelassen zu haben.

Das Buch beginnt in den 30er Jahren, der Zeit zwischen den Weltkriegen, dem algerischen Unabhängigkeitskrieg und endet bei Wiedersehen der Freunde in Frankreich ein halbes Jahrhundert später.

Younes wächst in ärmlichen Verhältnissen auf, bis sein Onkel ihn zu sich nimmt um ihm eine vernünftige Schulausbildung zu ermöglichen. Er verlässt seine Eltern und Schwester um von nun an bei seinem Onkel unter dem Namen Jonas zu leben. Dort wächst der Araber zwischen den Algerien-Franzosen heran und muß sich durchsetzen. In der Schule lernt er die europäischen Werte kennen und erlebt die Rolle des Außenseiters. Doch bald findet er Freunde Jean-Christophe, Simon und Fabrice. Diese Freunde gehen durch dick und dünn. Bis Emelie hinzukommt. Sie ist die Tochter einer reichen angesehenen Witwe im Dorf und verdreht allen vier Freunden sofort den Kopf. Jonas jedoch der eine kurze Affäre mit Ihrer Mutter hatte, mußte dieser schwören Emelie nicht anzurühren. Deshalb heiratet Emelie, nachdem Jonas sie erneut abweist, seinen Freund Simon. Aufgrund einiger Schicksalsschläge bzw. die Macht des Krieges kommen Emelie und Jonas immer wieder kurz zu einander. Ihre Liebe jedoch finden Sie nicht. Anlässlich Emelies Tod treffen sich die übrig gebliebenen Freunde am Ende des Buches in Frankreich wieder.

Ich fand das Buch sehr interessant geschrieben und es hat mir einen kleinen Einblick in das algerische Leben zwischen Arm und Reich gegeben.
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TOP 500 REZENSENTam 12. März 2010
Die beschwerliche Suche einer algerischen Familie nach einem neuen Leben in der Stadt, die in den ersten Kapiteln des Buches geschildert wird, entwickelt sich zu einer dramatischen, packenden Geschichte von Liebe und Freundschaft vor dem Hintergrund der nicht minder furiosen Entwicklungen der Geschichte Algeriens.

Nachdem Younes' Familie auf dem Dorf durch Brandstifter - mißgünstige, neidische Zeitgenossen - die gesamte Ernte und damit ihre Existenzgrundlage verloren hat, begibt sie sich in der Hoffnung auf ein besseres Leben in die Stadt Oran. Doch Ach: da der sturköpfige Vater sich nicht von seinem älteren Bruder unterstützen lassen will, beginnt für die Familie ein beschwerliches Leben im Armenviertel. Der Vater arbeitet bis zum Umfallen im Hafen, trotzdem scheitert er: als er genug verdient hat, um seiner Familie eine bescheidene Existenz zu sichern, wird er ausgeraubt. Nachdem er den Dieb ermordet hat, bringt er Younes zu seinem Bruder, der zusammen mit seiner Frau eine Apotheke führt und damit zur Oberschicht der algerischen Bevölkerung zählt, die durchaus Kontakte zu der ausländischen Bevölkerung - vor allem Franzosen, doch auch Juden, Spanier - hat. Younes, der fortan Jonas genannt wird, hat nun die Möglichkeit zum Schulbesuch und führt zunächst in Oran, dann in der Küstenstadt Rio Salado ein Leben zwischen den Welten: als gebildeter Algerier hat er in den 40er und 50er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts fast ausschliesslich ausländische Freunde - aus gesellschaftlichen Gründen, da fast nur Ausländer mit ihm die Schule besuchen, wird jedoch immer wieder mit dem Schicksal seines Volkes konfrontiert. Der Onkel, der mit der Nationalbewegung sympathisiert und deren Vertreter in seinem Hause empfängt, ist nach einer Verhaftung nicht mehr derselbe, einheimische Dienstboten die bei seinen reichen ausländischen Bekannten beschäftigt sind, wenden sich hilfesuchend an ihn. Bunte Schilderungen der mehr oder weniger unbeschwerten Jugendjahre von Jonas nehmen eine tragische Wendung, als Émilie auftaucht - eine dunkeläugige Schönheit, in die sich der gesamte Freundeskreis verliebt. Doch sie liebt nur Jonas, den sie, wie sich später herausstellt, schon aus Kinderzeiten von regelmäßigen Besuchen in der Apotheke kennt. Jonas jedoch hält sich zurück: zunächst aus Respekt vor seinen Freunden, dann aufgrund einer Forderung von Émilies Mutter: mit dieser hatte er nämlich sein erstes sexuelles Erlebnis und sie untersagt ihm strikt eine Bindung mit ihrer Tochter. Im Gegensatz zum Film "Reifeprüfung", an dem ich mich trotz des vollkommen unterschiedlichen Umfeldes zeitweise stark erinnert fühlte, folgt Jonas nicht seinen Gefühlen, sondern dem Versprechen, das er der Mutter gab - Émilie heiratet einen seinen Freunde. Ab da ist es die Einsamkeit, die im Vordergrund des Romans steht und durch die Entwicklung der algerischen Geschichte noch zunimmt. Jonas bleibt zurück, immer noch zwischen den Fronten stehend, als seine Freunde ermordet werden bzw. das Land verlassen müssen.

Eindrucksvoll ist Khadras Sprache: auch wenn die Ereignisse stellenweise traurig und trist sind, verleiht Khadra ihnen ein prächtiges schillerndes Gewand, indem er sie in seine wunderschöne Sprache kleidet. Der Autor schreibt nicht nicht, er malt mit Worten: Wie so oft in seinen Werken wird auch in Khadras neuem Buch das leidvolle Schicksal des algerischen Volkes angesprochen, doch bildet es hier eher den Rahmen für die unglückliche Liebesgeschichte zwischen Jonas und Émilie. Der Autor verpackt seine Schilderungen in eine blumigen, bildreiche Sprache, so dass sie trotz der häufig tragischen Wendungen der Geschichte für den Rezipienten ein ungeheures Lesevergnügen darstellen. Als kleiner Abstrich aus meiner Sicht wäre anzuführen, dass nicht jeder Erzählstrang befriedigend zu Ende geführt wird.

Diese elegante Lektüre von höchster sprachlicher Qualität - auch in der Übersetzung von Regina Keil-Sagawe wird der anspruchsvolle Stil beibehalten - ist jedem Freund guter Literatur, der neuen thematischen Horizonten offen gegenübersteht, wärmstens zu empfehlen. Für Freunde von Khadras Büchern jedoch ist den bisherigen Kostbarkeiten durch "Die Schuld des Tages an die Nacht" ein weiteres Juwel hinzuzufügen, das sich von der Thematik zum bisherigen Oeuvre des Autors durchaus abgrenzt und auch einem Kenner seines Gesamtwerks Neues bietet.
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TOP 500 REZENSENTam 11. März 2010
Inhalt:
Yasmina Khadra erzählt von der Kindheit und Jugend des Arabers Younes/Jonas im Algerien des 20. Jahrhunderts, von den französischen Kolonialisten, die das Land und seine muslimischen Bewohner unterjochen, vom Kampf um Unabhängigkeit, von politischen Unruhen und der algerischen Nationalbewegung. Der Leser erfährt von den Verlockungen der Städte, die die arme Landbevölkerung anziehen, weil ein besseres Leben erhofft wird, und von zerplatzten Träumen und enttäuschten Hoffnungen. Der Autor berichtet von der Rechtlosigkeit der Araber, die in ihrem eigenen Land nur noch Menschen zweiter Klasse sind und die von den Franzosen politisch und kulturell unterdrückt und klein gehalten werden.

'Die Schuld des Tages an die Nacht' handelt von Gewalt und politischen Unruhen, von entstehenden und zerbrechenden Freundschaften, von der Zerrissenheit zwischen zwei Kulturen, von Erniedrigung und Stolz, von einer Liebe, die unter einem schlechten Stern steht.

Mein Eindruck:
Wie in allen seinen Büchern verwebt Yasmina Khadra die persönlichen Geschichten seiner Protagonisten mit den historischen und politischen Gegebenheiten seiner Heimat. 'Die Schuld des Tages an die Nacht' unterscheidet sich jedoch stark von den anderen Romanen und ist durch die Betonung der Identitätssuche und der Gefühle von Younes/Jonas meiner Meinung nach ein eher untypisches Buch des algerischen Autors, da es weniger auf Algerien mit seiner Geschichte von Unabhängigkeitskrieg, der Suche nach nationaler Identität, Bürgerkrieg, Islamismus, Terror und Folter fokussiert.
'Die Schuld des Tages an die Nacht' begeistert durch das hohe sprachliche Niveau und die arabisch-blumige Erzählweise, ohne dass der Autor oder der Leser den Faden verliert. Auch die authentischen und realistischen Charaktere haben mir sehr gut gefallen, da es bei Yasmina Khadra keine simple Unterscheidung in Gut oder Böse gibt. Der Autor schafft es zudem, dass die Schauplätze perfekt imaginiert werden können und sich der Leser nach Nordafrika versetzt fühlt.
Bisweilen erschienen mir die Geschehnisse jedoch etwas konstruiert und die zahlreichen 'Zufälle', die z.B. zum Wiedersehen alter Bekannter/Freunde/Feinde führen, etwas unglaubwürdig.

Mein Resümee:
'Die Schuld des Tages an die Nacht' ist ein großartiges Buch des algerischen Autors. Ich kann auch alle anderen Romane Yasmina Khadras vorbehaltlos empfehlen.
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am 18. September 2010
Der Autor Mohammed Moulessehoul, der 1955 geboren ist, trägt den Namen seiner Frau, Yasmina Khadra, als Künstlernamen für seine Werke. Aufgrund der Zensurbestimmungen in Algerien war das höchst wichtig für ihn, nicht erkannt zu werden. Heute wohnt er mit seiner Familie in Paris.

Sein Roman ,Die Schuld des Tages an die Nacht' ist auf Französisch erschienen und ist im Jahr 2009 ins Deutsche übersetzt worden. Der Inhalt des Buches ist weit gefächert.
Zunächst einmal wird das Geschehen von einem 10-jährigen Jungen erzählt, dessen Namen der Leser im kompletten ersten Kapitel nicht erfahren kann, weil dieser im Mittelpunkt des Erzählens seinen Vater hat. Der Vater arbeitet täglich auf dem Feld. Das Feld bildet sein einziges Interesse. Seiner Familie widmet er keine Zeit. Endlich glaubt er an eine reiche Ernte, aber dann wird diese durch ein Feuer zerstört. Er begibt sich mit der Familie in die Stadt und kommt zuerst zu seinem älteren Bruder, der in einer Apotheke arbeitet und ihm eine Unterkunft durch einen gierigen Makler vermittelt.

Später erfährt der Leser, dass der Junge Jonas heißt. Eigentlich hegt er zunächst keine Hoffnungen auf das Überleben, aber am Ende kann sich der Leser angenehm überraschen lassen.

Die Sprache, der sich der Autor bedient, ist wirklich sehr bildhaft und voller Adjektive. Er stellt dem Leser seine Welt vor, die voller Beschreibungen ist und den Leser nicht mehr aus dem Staunen herauskommen lassen. Das Buch lässt sich nicht ganz so einfach lesen. Zwischendurch kommt es vor, dass der Leser über das Gelesene nachdenken und sich wundern muss, welchen Zuständen sich Jonas anzupassen hat.

Insgesamt lässt sich sagen, dass der Autor einen potenziellen Bestseller geschrieben hat, der noch viele weitere Leser begeistern kann.
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