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am 24. März 2009
Man spürt, dass sich Dawkins hier auf einem Gebiet austobt, auf dem er sich wirklich auskennt. Gerne gebe ich zu, dass der "Gotteswahn" faszinierende Gedanken enthält und ich ohne dieses Buch auch auf das rezensierte nicht aufmerksam geworden wäre. Aber Dawkins kann durchaus auch in seinem ureigenen Metier glänzen: er erläutert komplexe Sachverhalte anhand einer guten zentralen Metapher (der Treck in die Vergangenheit, dem sich nach und nach Organismen anschließen, die jeweils ihre Geschichten erzählen) und mit viel Humor und Spritzigkeit. Genau so muss ein populärwissenschaftliches Buch zum Thema Evolution aussehen. Prima!
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am 20. Februar 2009
Ist doch cool. Neugierig schauen wir auf unseren eigenen Familienstammbaum zurück. An jeder Abzweigung begegnen wir neuen Verwandten. Sie werden uns immer wieder andere und interessante Geschichten erzählen können. Was ist aus diesem Zweig der Verwandtschaft geworden, was aus jenem? Wer von Ihnen lebt noch? Haben wir uns weiter entwickelt als unsere Vorfahren, oder gab es da nicht schon einen Urgroßvater, eine Urgroßmutter, auf die wir ganz besonders stolz sind?

Fühlen wir uns gar als Höhepunkt dieser Abstammung? War unsere Verwandtschaft dazu da, gerade uns hervorzubringen? Ich glaube, dass kaum jemand so denkt. Aber innerhalb der Evolution der Lebewesen dieser Erde heben wir den Stellenwert des Menschen schon gerne hervor. Zu recht? Richard Dawkins wählte das Stilmittel der Zeitreise in die Vergangenheit ganz bewusst. Er konnte damit zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Ich meine, im übertragenen Sinn natürlich (ein Biologe würde höchstens zwei Fliegen im selben Formalingläschen bestatten). Aber zurück zu Dawkins. Er umgeht auf diese Weise eine Gefahr. Er möchte nämlich vermeiden, dass allein durch die Form der Erzählung - vom Anfang bis zum Heute - ungewollt der Eindruck erweckt würde, die Evolution sei zielgerichtet und entwickle sich hin zum Höheren. Man spürt die Erfahrung und das außerordentliche Hintergrundwissen des (nicht unumstrittenen) Evolutionsbiologen. Ein opulentes, in bekannter Manier locker geschriebenes Werk, das er da vorgelegt hat.

* Geschichten, die die Evolution geschrieben hat *
Richard Dawkins erklärt Grundzüge der Evolution an Hand von Geschichten. Es treten Brüllaffen auf, Biber, Pfauen, Flunder Ringelwürmer, Parasiten, Blumenkohl, Bakterien und viele andere. Er deutet evolutionäre Phänomene wie Egoismus und Kooperation. Oder, dass Unvollkommenheiten im Körperbau und im Aufbau von Organen verständlich werden, wenn man ihre evolutionäre Entstehung kennt. Methodiken kommen zur Sprache, wie die verschiedenen Möglichkeiten von Datierungen; und der Blumenkohl erzählt, warum die Stoffwechselrate in seinen Zellen höher sein muss als in einer Zelle eines Mammutbaums.

Beispiel Schnabeltiere. Jene eierlegenden australischen Säugetiere, die zuerst für einen Zoologenwitz gehalten wurden und als urtümliche 'lebende Fossilien' gelten, sind alles andere als primitiv. Ihr Schnabel ist ein mit hunderttausend elektrischen Sensoren bestücktes Aufklärungsinstrument, vergleichbar mit militärischen AWACS Systemen. Schnabeltiere bilden mit diesem Instrument die Wirklichkeit ab, so wie wir die Wirklichkeit mit unseren Augen aufnehmen. Richard Dawkins legt großen Wert darauf, dass wir uns bemühen die Natur zu verstehen. Nur auf diese Weise, so sagt er, können wir sie angemessen schätzen und bewundern.

Was würde passieren, wenn die Evolution noch einmal mit der ersten eukaryotischen Zelle beginnen würde? Kann man Vorhersagen treffen, in welche Richtung die Evolution geht? Ähnliche Probleme erfordern ähnliche Lösungen, beispielsweise die Notwendigkeit der Entwicklung von Augen zur Orientierung im Licht. Die Evolution schreitet nicht immer mit gleichem Tempo voran. Sie verläuft auch nicht rein zufällig; allein Embyonalentwicklung und Körperbau lassen nur ein beschränktes Spektrum von Lösungen zu. Und selbst die Evolution entwickelt ihre Mechanismen weiter: "Die Evolution der Evolutionsfähigkeit" (in diesem Zusammenhang werden von Molekularbiologen übrigens Genduplikationen, Gentransfers, mobile genetische Elemente diskutiert; Dawkins deutet hier lediglich Arbeiten anderer Autoren an).

* Ein opulentes Werk zur Evolution *
Ein ausführliches Werk, über 900 Seiten. Es ist kein Lehrbuch, sondern ein lebendig geschriebenes Lesebuch, eine Fundgrube immer wieder überraschender Geschichten und Querverweise. Es zeigt auch den nachdenklichen Dawkins, der im Gegensatz zu seinem Image als der Leibhaftige ("Der Gotteswahn") verschiedene Interpretationen gegenüberstellt, abwägt, sich von Argumentationen beeindrucken lässt und schon auch mal vorsichtig von der ein oder anderen früher vertretenen Position abrückt. Dies zeichnet einen selbstbewussten und aufrichtigen Wissenschaftler aus.
20 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 6. April 2013
Ein geniales wissenschftliches Buch, das jedes religöse Schöpfungsgeschwätz Lügen straft.Und spannend ist es, aber nichts für Dummies. SolltePflichtlektüre in der Oberstufenschle sein!
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
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VINE-PRODUKTTESTERam 30. Januar 2009
Auf interessante und leichtverständliche Weise erzählt das Buch die Entwicklungsgeschichte des Menachen - ohne den Menschen als die Krönung der Evolution darzustellen.
Prof. Dawkins scheint ein enzyklopädisches Wissen in der Zoologie zu haben - und er kann erzählen!

Dennoch empfehle ich dieses Buch nicht für jemanden, der sich das erste Mal mit der darwinschen Evolutiontheorie befassen möchte - er wird daran erliegen, und die Grundideen nicht begreifen. Hier gibt es viele bessere Bücher - die besten wiederum von Prof. Dawkins.

Für jemanden, der sich wirklich für die Details der Evolution des Lebens auf unserer Erde interessiert, und schon einiges darüber gelesen hat ist dies jedoch ein tolles Buch!
8 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 13. März 2010
Genial - Richard Dawkins schafft es nicht nur spielend leicht komplexe evolutionäre Vorgänge und Zusammenhänge verständlich darzustellen. Er bereichert auch den eigenen Wissensschatz um eine Fülle von besonderen Tieren, die einem die Vielfalt der Natur exemplarisch vor Augen führt. Außerdem rekonstruiert er Rückwärts die Menschwerdung, wobei die Menschwerdung niemals ein bewusster Prozess der Natur war - bewusst "macht" die Evolution ohnehin nichts -. Er zeigt auch sehr schön auf warum wir 2-seitig Symetrisch sind, wieso wir segmentierte Bauchmuskeln haben, ein Rückrat usw...
Ein sehr lesenwertes Buch das ich jedem/jeder empfehlen würde, egal ob er/sie in der Schule Biologie hatte oder nicht.
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am 19. August 2009
Ich hätte nicht gedacht, daß Richard Dawkins nach "Das egoistische Gen" und seiner ausgezeichneten Verteidigung des Darwinismus gegen zeitgenössische Angriffe in "Der blinde Uhrmacher" noch zu einer Steigerung fähig sein könnte. Aber dieses Buch schafft dies! Es ist eine wundervoll leicht geschriebene, rückwärtige Reise durch die Evolution, und an jeder Verzweigungsstelle (im Buch ein Treffpunkt verschiedener Evolutions"pilger", in Anlehnung an Chaucer's "Canterbury Tales") behandelt Dawkins einen oder mehrere interessante Aspekte aus der Evolutionsforschung. Das Buch wurde dadurch auch für mich als Biologen zur Zeitreise. Denn Fragen wie z. B. die nach den ersten Lungen, der ungewöhnlichen Verbreitung der Beuteltiere, der Entstehung flugunfähiger Vögel, oder des Fluges überhaupt, waren Fragen, die mich während des Studiums faszinierten und beschäftigten, dann jedoch leider viel zu früh einer notwendigen Spezialisierung zum Opfer fielen. Dawkins greift diese (und viele andere) Fragen in seinem Buch auf, diskutiert sie ungemein kenntnisreich, und dennoch mit viel Phantasie und Humor.

Neben dieser persönlichen Reminiszenz verdanke ich dem Buch jedoch auch noch etwas anderes, und Wichtigeres. Denn Dawkins scheut sich auch nicht, einige bei Evolutionsgegnern sehr beliebte, angebliche "Erklärungslücken" der Evolution aufzugreifen. Dawkins zeigt beispielsweise überzeugend und mit Leichtigkeit auf, daß hinter der bemerkenswerten Artenvielfalt der Buntbarsche im Viktoriasee überhaupt nichts Mysteriöses steckt, sondern daß sie ganz verständlich wird, wenn man die besonderen geographischen Gegebenheiten des Victoriasees (z. B. viele Riffe, die für Fischpopulationen wie Inseln wirken) berücksichtigt. Er bringt auch Arbeiten in Erinnerung, wie die der Grants auf Galapagos und anderer Forscher (beschrieben z.B. in Jonathan Weiners "Der Schnabel des Finken"), die nahelegen, daß Artbildung unter den Bedingungen der natürlichen Selektion beileibe kein langwieriger Prozeß ist, sondern sehr schnell - innerhalb weniger Generationen - vonstatten gehen kann. Und in Dawkins' Buch habe ich nun auch zum ersten Mal eine Entgegnung auf das Lieblingsargument der "Intelligent Design"-Leute (z.B. Michael Behe) gelesen, der Flagellenmotor der Bakterien sei eine Struktur mit "nichtreduzierbarer Komplexität" (d.h. nicht über nützliche Zwischenstufen entsteh- und damit erklärbar). Diese Zwischenstufen gibt es eben doch! Das weiß ich nun dank Dawkins, und dafür bin ich ihm dankbar. Ohne ihn hätten die "Verwirrer" (heute ja oft in modernem Kleide erscheinend) zumindest bei mir wesentlich leichteres Spiel.

Alles in allem also ein ungemein lohnenswertes Buch, das ich nur empfehlen kann.
33 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 19. Oktober 2009
R. Dawkins der Aufrechte Kämpfer der Biologischen Wahrheit.
Beschreibt liebevoll in diesem Buch, die Geschichte
des Mensch Werdens auf reziproke Art.
Das heißt vom Homo sapiens sapiens bis zur
ersten "Lebenden Zelle".
Wenn R. Dawkins den Witz eines
Frank Schätzings hätte wäre er
genial.
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
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am 12. Dezember 2008
Herrlich, wie Dawkins auf die Kreationisten eindrischt, genau an den Stellen, wo die Munition am schärfsten ist. Hier scheiden sich wirklich die Geister in klein und offen. In nur zehn Jahren wird man diese Passagen kaum mehr begreifen, weil die George W. Bush-Episode schon so lange her ist, aber heute ist diese Form der Auseinandersetzung schlicht notwendig. Danke dafür!
Leider verschwurbelt Dawkins gelegentlich an manchen Stellen, wo uns statt (Noch-Nicht-) Wissen nur vernünftiges Glauben zur Verfügung steht. Etwas ermüdend ist seine Lust an der Wiederholung.
Das Konzept der Begegnungen auf der Reise 'vorwärts' in die Vergangenheit führt elegant weg von der anthropozentrischen Sichtweise "Donnerwetter, von denen stammen wir auch ab? So wichtig sind wir?".
Es tut uns Dinos der Gegenwart ganz gut, daran erinnert zu werden, dass wir nur ein Fliegendreck in einer Vielzahl gewaltiger miteinander verflochtener Stammbäume von Arten und Genen sind.
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am 7. Januar 2010
Halten einige Mikrobenhirne Darwins Thesen doch tatsächlich für überschätzt, legen Darwins Erben, insbesondere der mitunter streitbare Professor aus Oxford beständig mit Erkenntnissen nach und bereichern damit nicht nur den Wissensfundus hiesiger Biologiestudenten bzw. Evolutionsbiologen. Dawkins ist darüber hinaus ein wahrer Zauberer des wissenschaftlichen Erzählkinos - auch wenn sein Buch "Geschichten vom Ursprung des Lebens" nicht wirklich in die Kategorie "Einfache Literarische Kost" einzuordnen ist. Für all die geneigten Leser, welche die ein oder andere Zeile jedoch gerne noch einmal zu lesen pflegen, sollte das aber kein Hindernis darstellen. Und immerhin gelingt es dem Autor auf sehr hohem Niveau Wissen zu vermitteln - ohne das man sogleich in einem Schwall von unerläuterten Fachbegriffen ertrinkt. Dawkins erklärt lieber mit Ruhe, Genuss, einer feinen Brise englischen Humors und natürlich einem hohen Maß an Spannung. Das hätte selbst der gute alte Tolkien nicht besser hinbekommen - hätte dieser sich mit Fachliteratur über die Evolution beschäftigt. Man darf also gespannt sein auf die "Verfilmung" dieses wissenschaftlichen und gleichzeitig hoch unterhaltsamen Werkes. Peter Jackson höchstpersönlich soll angeblich schon die Film-Rechte erworben haben... ((-:
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am 7. Februar 2010
Ein tolles Buch für alle die fest an den Darwinismus glauben. Autor ist allerdings sehr deutlich von dieser Idee überzeugt.
2 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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