Fashion Sale Hier klicken Neuerscheinungen Cloud Drive Photos OLED TVs Learn More HI_PROJECT Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic festival 16

Kundenrezensionen

4,5 von 5 Sternen
48
4,5 von 5 Sternen
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:19,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 29. Mai 2013
Nicht nur als „der Bruder“ bewegte sich Bernd Thränhardt im Partytaumel der „Schönen und Reichen“, auch er selbst war als Filmemacher zu jener Zeit durchaus erfolgreich, bekannt, mit dabei.

Und sein Rückblick auf jene Zeit erfüllt so ziemlich jedes Vorurteil, das der Normalbürger von jenem orgienhaften „Alltagsleben“ der Schickeria sich so macht. Von jener Haltung, die aus einem bisschen (oder auch mehr) Talent zur „Unterhaltung der Massen“ (nein, Leben werden nicht gerettet von „denen“, auch keine Erfindungen oder Fortschritte entfaltet), ob als Sportler, als Schauspieler, als Medienschaffender sich selbst knapp hinter Gott, auf jeden Fall aber weit über der Masse einzuordnen.

Schonungslos ist schon diese Darstellung eines rahmenlosen Lebensstils, der gerade kreative Menschen in den Sog nehmen kann (der Beispiele sind Legion). Wo der äußere Rahmen fehlt, wo Erfolg und Geld hinzutreten, eine gewisse Prominenz und ein auf Party-Unterhaltung geeichtes Umfeld, da sind auch andere „Be-Geisterungen“ nicht fern zur vermeintlichen Intensivierung des Erlebens (ständig Party, Frauen und Reisen stumpft letztlich einfach ab, auch das eine Erkenntnis des Buches). Bei Bernd Thränhardt war das vor allem der Alkohol und, nebenbei, das Kokain.

Sehr intensiv gelingt es Thränhardt, diese Spannung und Reibung in seiner eigenen Person fassbar zu schildern. Den „Rock'n Roll Lebensstil“ einerseits, Zerstreuung, ein emotionales Erleben Wollen, das immer mehr Anreize benötigt. Und auf der anderen Seite der innere Drang, die Suche und Sucht nach „Gesehen werden“, in seiner Leistung anerkannt sein, den anderen zeigen, dass man wer ist, was kann (du dies auch sich selber zeigen).

Rausch und bitter Ernüchterung, Ekel vor sich selbst, Arbeit und Erfolg und dies feiern und wieder Abstürzen, nach oben kommen, nach unten durchgereicht werden, ohne sich ein Blatt vor den Mund zu nehmen, ohne Augenzwinkern oder weitreichende, weinerliche Entschuldigungen setzt Thränhardt Wort für Wort und Seite für Seite offen in das Buch, was ihn lange Zeit in den Fängen hielt, was sein Leben, seine Tage bestimmte.

Türen öffnen sich wie von selbst, nicht zuletzt durch seinen Bruder, den Sportstar mit dem Talent zur optimalen Selbstvermarktung. Türen in eine Welt, die, folgt man Thränhardt, tatsächlich fast nur aus Schein und wenig aus Sein besteht, die kaum äußeren und keinen inneren Halt zu bieten hat für jemanden, der in sich selbst lange keinen wirklichen Halt findet. Aber eben auch eine Welt die verführt, die ein (falsch verstandenes) „Dolce Vita“ zelebriert und letztlich hauptsächlich Raubbau an sich selbst, seinem Körper und seinen Möglichkeiten vollzieht.

Bitte rauch jene Stellen im Buch, in denen es Thränhardt aus eigener Kraft versucht (und scheitert). Deutlich beschreibt er die ganz allgemein menschliche Erfahrung, wie schwer es ist, eingefahrene Bahnen zu verlassen, sich selbst auch nur ein stückweit allein aus sich selbst heraus zu verändern, so sehr der Verstand auch Einsicht hervorbringt.

Mut machend aber, ebenso klar geschrieben und ebenso schonungslos im Umgang mit sich selbst, legt Thränhardt auch Zeugnis ab von seinem, bis dato, erfolgreichen Weg hinaus. Von Therapie, Erlernen einer Selbstdisziplin, aus der Tiefe Schritt für Schritt zu sich selbst und weg von den Suchtstoffen zu finden.

Ein offenes und sehr interessant zu lesendes Buch, in dem Bernd Thränhardt seinen Weg in aller Klarheit und ohne sich zu schonen vor die Augen des Lesers führt und damit exemplarisch der Sucht eine ernstzunehmende Stimme verleiht.
0Kommentar| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. Oktober 2013
Das Buch beschreibt den Weg von ganz oben nach ganz unten und immer wieder ein Stückchen zurück, Suchtentwöhnung - Sisyphusarbeit. Die Gefühle, die Tiefen und der Kampf, die Hoffnungslosigkeit und vor allem Thränhardts bedingungslose Ehrlichkeit - ein wirklich sehr gutes Werk zum Thema Abhängigkeit! Auch seine Beschreibung der Kliniken, der AA-Gruppen, seine Einblicke und Erlebnisse, danke dafür. Ich war vorbelastet, als ich das Buch gelesen habe, da Jörg Böckem mit Thränhardt daran gearbeitet hat. Ich habe alle Bücher und veröffentlichten Texte von Böckem gelesen und natürlich was ganz Großes erwartet - UND BEKOMMEN!
0Kommentar| 5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 11. November 2013
Ein unglaublich ehrliches und umfassendes Buch. Zum einen lässt Thränhardt nichts aus und dokumentiert seine Situation gnadenlos. Zum anderen ist man als Leser unglaublich fasziniert und gefesselt. Der Schreibstil ist sehr authentisch, so dass man gar nicht merk, wie schnell man das Buch durch hat. Und dann halt es sehr lange nach. Man vergisst es nicht. Es ist eben kein Roman. Diese Erfahrungen sind echt und gehen dem Leser nahe, denn Thränhardt beschreibt eben auch den Weg danach, die Gefühle, das Leben und die Enttäuschung. Man lernt von ihm sehr viel und sagt sich das, was er wohl auch damit bezwecken will: Lass es nicht soweit kommen! Und sehr, sehr wichtiges Buch.
0Kommentar| 5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 27. Oktober 2013
Vor dem Lesen des Buches wusste ich über Bernd Tränhardt nur, dass er der Bruder von Hochsprunglegende Carlo Tränhardt und ein toller Filmemacher (unter anderem beeindruckendes Portrait über seinen Spezi Boris Becker) ist. Über sein Leben und seine Alkoholprobleme wusste ich nichts. Da ich selbst in der Medienbranche tätig bin, hat mich das Thema aber interessiert. Ich war sehr positiv von dem Buch überrascht. Es liest sich gut, es ist auch sehr offen. Bernd Tränhardt steht zu seinen Fehlern und hat sein Leben wieder in den Griff bekommen, auch wenn er nach eigenen Angaben lange dachte, er hätte mit Alkohol und härteren Drogen keine Probleme und er würde weiter den Spagat zwischen Erfolg im Beruf und exzessivem Partyleben irgendwie schon hinbekommen. Da ich die Kölner Medienszene halbwegs kenne und auch einige der beschriebenen Personen, war Tränhardts Schilderung für mich nachvollziehbar. Immer hat man einen enormen Leistungsdruck, die Versuchung ist groß, wenn man durch Freundschaften in diese oberflächliche Promiwelt eintaucht, in der schöne Frauen, viel Alkohol und Koks überall verfügbar sind. Da ist es schnell passiert, dass man seinen Sorgen entfliehen will, aber dabei nicht merkt, dass man immer tiefer in die Sucht abrutscht und droht, beruflich und als Mensch dadurch irgendwann völlig unterzugehen. Ja, auch Partnerinnen und Freunde durch sein Verhalten tief verletzt, das man nicht mehr unter Kontrolle hat.Tränhardt merkte spät, aber noch nicht zu spät, dass sein Leben so nicht weitergehen kann und hat den Absprung zum Glück geschafft. Es ist interessant, durch das Buch an Tränhardts Gedanken für ein paar Lesestunden teilhaben zu dürfen. Es ist nicht nur für Alkoholiker und betroffene Angehörige von Interesse, sondern für alle, die sich für spannende Biografien interessieren. Denn das Werk bietet auch einen Einblick in die Medien-/Promiwelt und das Denken der Protagonisten. Auch wenn man sich selbst nicht vorstellen kann, ein solch exzessives Leben wie Tränhardt führen zu können oder wollen, war es spannend, seinen Schilderungen zu folgen. Dadurch ist mir Bernd Tränhardt trotz aller seiner Fehler und Schwächen richtig sympathisch geworden, auch wenn er alles andere als ein Heiliger war und nicht zuviel über seine Freunde wie Boris und Co. verrät. Das Werk hat mir aber gezeigt, dass ein intelligenter, kreativer Mensch dahinter steht, und gerade solche sind ja oft anfälig dafür, der Härte der realen Welt durch Süchte entfliehen zu wollen. Was aber auf die Dauer nicht funktioniert, weil voller Kopf und Spitzenleistungen irgendwann nicht mehr zusammenpassen. Schön, dass Tränhardt nicht als Witzfigur oder Alkoholleiche geendet ist, sondern heute wieder einen klaren Kopf hat und andere auf Suchtproblematiken durch Seminare oder eben dieses Buch aufmerksam macht.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. Januar 2014
Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen. Es war gut geschrieben, faszinierend und dramatisch wie schnell und unaufhaltsam sich ein Weg in die Tiefe vollzieht. Sehr gut gefallen hat mit auch die Selbsterkenntnis des Autors ohne ins esoterische oder psycho Gelaber abzu rutschen. Man begreift das Viele von uns mehr gefährdet sind als man glaubt. Auch erfolgreiche Menschen. Bei Herr Trähnhardt sieht es lange aus wie jemand der lebenslustig feiert. So wie viele Menschen es oft das gesamte Wochenende tun. Man beginnt in Frage zu stellen ob diese Art des Feierns eigentlich ein wirkliches Vergnügen ist. Tolles Buch!
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Die Begründer der Anonymen Alkoholiker Bill und Bob, haben vor über 75 Jahren einen schonungslosen Bericht ihrer vielfachen und fürchterlichen Abstürze ins Alkoholikerdasein beschrieben. Ich dachte immer, die Schonungslosigkeit der Lebensgeschichten aus dem „Blauen Buch“ könne man nicht überbieten. Aber Bernd Thränhardt schafft das mit seiner rückhaltlosen Lebensbeichte bis zur letzten Flasche.
Ich weiß nicht, ob es eine wirkliche Theorie über die Entstehung der Alkohol-Sucht gibt. Natürlich gibt es das. Aber warum jemand dem es zumindest äußerlich gut geht, der Erfolg hat und gern gesehener Gast auf Partys, der erfolgreicher Buch und Fernsehautor ist, so abstürzt, das vermag bestimmt keine Theorie zu erklären.
Ich beschäftige mich mit der Alkoholfrage schon einige Jahre. Gibt es erfolgreiche Therapien? Ich bin ja auch in die Selbsthilfegruppen gegangen und habe leider auch einige Freunde kennengelernt, bei denen die Aufenthalte in den besten Kliniken auf die Dauer nichts gebracht haben. Ich habe auch sog. furztrockene Alkoholiker kennengelernt, die mich zurechtwiesen, das habe hier in der Gruppe nichts verloren.
Wenn es eine Lehre gibt aus diesem Buch, dann ist es für mich die: Du schaffst es, aber du schaffst es nicht allein. Du brauchst ein Netzwerk. Du brauchst einen Haltepunkt, das meint ja auch die Bindungstheorie, wir brauchen einen sicheren Hafen. Eine Mutter die uns bedingungslos liebt, die uns spiegelt und die uns hilft bei unseren ersten Gehversuchen wieder aufzustehen. Was soll nun jemand tun, der das nicht gehabt hat. Soll der sein ganzes Leben lang sich weiter in seinem Selbstmitleid suhlen? Dieses grundehrliche Buch gibt uns nicht nur den Einblick in die Welt eines nassen über viele Jahre lang immer wieder rückfälligen Alkoholikers. Es zeigt auch den langen, mühsamen Weg wieder heraus. Der Autor wird mit Recht in Fernsehsendungen eingeladen um seine Erfahrungen weiter zu geben. Denn gerade dieser lange Weg, mit kleinsten Schritten, aber gerade diese kleinen Erfolge reihen sich aneinander und schaffen eine Grundlage auf die er ein neues Leben aufbaut. Jetzt macht er ja mittlerweile Beratung, auf Neudeutsch heißt das Coaching.
Wenn viele Chefs wüssten, wie viele ihrer kleinen Angestellten und leitenden Mitarbeiter sich abends einen einkippen, weil sie den Stress nicht mehr aushalten, die würden sicher sofort mit den Krankenkassen anfangen zu streiten, ob sie dafür auch noch den Arbeitgeberanteil des Krankenkassenbeitrages zahlen sollen.
Trotz aller Schonungslosigkeit ist dies ein Buch das Hoffnung vermittelt. Es geht doch. Du musst den ersten Schritt tun. Du musst den Punkt deiner ganz persönlichen Kapitulation, den sogenannten Tiefpunkt finden. Die Erfahrung lehrt, dass es bevor dieser Punkt erreicht ist, eben noch nicht ausgesoffen ist. Ich persönlich glaube dass therapeutisch, Maßnahmen der Traumatherapie den Weg in die Trockenheit erleichtern können und zwar nicht im Sinne einer Wunderheilung. Sondern nur als Vehikel mit den Belastungen des Lebens mit denen wir alle fertig werden müssen, aber auch mit den Freuden und Lüsten, die das Leben auch zu bieten hat, von Fall zu Fall besser zurecht kommen. Ich wünsche dem Autor von ganzem Herzen, dass er seinen Weg erfolgreich weiter geht und dass seine Erfahrungen andere ermutigen auch einen trockenen Weg zu gehen. Und zwar immer nur für einen Tag. Das halte ich für das wertvollste AA Prinzip.
0Kommentar| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. Mai 2014
Zwar bin ich selbst von der Alkoholsucht nicht betroffen und sicher auch nicht gefährdet, weil ich generell keinen Alkohol trinke. Dennoch finde das Buch durchaus lesenswert. Herr Thränhardt beschreibt sehr offen und ehrlich seinen Weg in die Krankheit und den beschwerlichen Weg raus aus der Sucht. Man kann vieles der Problematik auch auf andre Süchte übertragen und es ist keineswegs "nur in einfacher Aufsatzform" geschrieben, wie ein 1-Sterne-Rezensent anmerkte. Hut ab für soviel Selbstdisziplin und ganz viel Kraft und Ausdauer auf ihrem weiteren Lebensweg, Herr Tränhardt!
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 30. September 2013
Es ist immer gut, wenn man nicht schreiben kann, sich Hilfe zu holen. Gut gemacht Bernd Thränhardt!So ist daraus ein Buch geworden, dass den Wahnsinn vom Leben im Alkohol gut und zutreffend beschreibt. Herrlich die Szene, wie Thränhardt nachts um vier zur Tanke läuft. Da erkennt man sich als Alkoholiker wieder.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 19. August 2014
Meine Rezension zu "Ausgesoffen" von Bernd Thränhardt

1. Klappentext

Als erfolgreicher Filmemacher hat Bernd Thränhardt einen 17-Stunden-Tag und steht ständig unter Strom. Der Alkohol wird zum Seelentröster. Sein Leben kippt in die Sucht: ausschweifende Partys, Premierenfeiern, Bordellbesuche, Linienziehen auf der Herrentoilette. Mit 2,5 Promille checkt er schließlich in einer Privatklinik zur stationären Entgiftung ein. Weitere Rückfälle folgen, bis er endlich einsieht: »Ich muss mein Leben komplett ändern.« Ein Buch über Größenwahn und Versagensängste, über Abstürze, Lügen und schmerzhafte Einsichten.
Als erfolgreicher Filmemacher hat er einen 17-Stunden-Tag und steht ständig unter Strom. Der Alkohol wird zum Seelentröster, entspannt und euphorisiert zugleich. Für eine TV-Dokumentation begleitet er Boris Becker ein Jahr lang um den Globus. Sein Leben kippt in die Sucht. Der Bruder des bekannten Hochspringers wird zum Grenzgänger: ausschweifende Partys, Premierenfeiern, durchsoffene Nächte, Bordellbesuche, Linienziehen auf der Herrentoilette. Mit 2,5 Promille checkt er schließlich in einer Privatklinik zur stationären Entgiftung ein. Weitere Rückfälle folgen, bis er endlich einsieht: „Ich muss mein Leben komplett ändern.“ Ein Buch über Größenwahn und Versagensängste, über Abstürze, Lügen und kaputte Beziehungen.

********************************************************************

2. Meine Meinung:

Wow! Dieses Wort beschreibt so ziemlich alles. Schonungslos wird in diesem Buch über die Alkoholsucht berichtet. Man spürt förmlich in jeder Zeile, in jedem einzelnen Wort, die Gier nach der Droge. Alles wird zu Geld gemacht - Hauptsache der Sprit fließt. Selbst die sozialen Kontakte werden eingefroren oder direkt abgebrochen, weil sich die Gedanken nur noch um eines drehen. Die Sucht! Familie, Freunde - alles egal! Auch die Persönlichkeitsstörungen werden detailliert geschildert.

Aber niemals wird den Mitmenschen die Schuld an der Sucht gegeben, sondern ehrlich und anschaulich wird das Leben des Süchtigen betrachtet.

Ich muss gestehen, dass mich dieses Buch wirklich umgehauen hat. Teilweise voller Ekel, aber auch die Neugier haben mich immer weiter lesen lassen. Dieses Buch sollte zur Pflichtlektüre an Schulen werden!

*******************************************************************

3. Preis/Leistung:

ebook: 16,99 € bei 1219 KB (ca. 305 Seiten)

gebundene Ausgabe: 19,99 €

********************************************************************

4. Leseempfehlung

für Leser die die Realität erleben wollen
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Ganz oder gar nicht!
Dass es geht, zeigt Bernd Thränhardt in seiner Autobiographie „Ausgesoffen: Mein Weg aus der Sucht“ auf eindringliche Art und Weise.

Gnadenlos, direkt und ohne Tabus schildert er seinen Auf- und Abstieg in einer Welt der Reichen und Schönen, an der er, der äußerst gesellige und lustige Typ, in vollem Maße teilhaben will. Dabei „helfen“ ihm Alkohol und Kokain. Nach und nach bewegt er sich immer mehr am Rande des Limits, auf einem Drahtseilakt zwischen Leistung und Versagen, beruflich und privat. Auf exzessive Partynächte im Rausch und Wahn folgen ernüchternde, qualvolle Tage, die an Körper und Geist zehren. Sex & Drugs lautet die eine Devise, Streben nach Anerkennung und Ruhm die andere. Der teuflische Kreislauf beginnt und führt in den unvermeidlichen Abgrund.

Selbstkritisch und ohne Schuldzuweisung berichtet Bernd Thränhardt über eine dunkle Episode seines Lebens und lässt den Leser hinter die Fassaden von Stars und Sternchen aus Sport und Unterhaltung blicken, die ihm dank des jüngeren Bruders Carlo, in aller Munde durch dessen herausragende Hochsprungerfolge in den 80er Jahren, geöffnet werden.
Als Filmemacher und TV-Journalist macht sich auch Bernd einen Namen. Im Laufe der Zeit kommt es jedoch aufgrund seiner vom Alkohol beherrschten Lebensweise häufiger zu physischen und psychischen Ausfällen, die schließlich im absoluten Tief enden, das er erst nach mehreren zum Scheitern verurteilten Versuchen langsam, mit professioneller Unterstützung und einer gehörigen Portion Selbstdisziplin überwinden kann.

In kurzen Kapiteln mit prägnanten Überschriften, erzählt Bernd Thränhardt, unter Mitwirkung von Jörg Böckem, Journalist, Autor und ehemaliger Junkie, seine sehr persönliche Geschichte, die aufgrund ihrer Realität berührt und Empathie, Verständnis und Hoffnung weckt.

Der Weg eines mir bis jetzt unbekannten Menschen gleicht dem Weg vieler, die die Lösung aller Probleme im Alkohol oder anderen Drogen sehen, abhängig werden und ihre Sucht bekämpfen wollen, mit dem Unterschied, dass sie weniger berühmt, weniger reich, weniger gesellschaftlich anerkannt sind und keine Bücher veröffentlichen können.
Der Schritt, sich als Alkoholiker zu bekennen, ist für die Betroffenen kein leichter. Denn wann fängt Alkoholismus eigentlich an? Beim täglichen Bier zum Mittagessen oder beim allabendlichen Glas Wein?

Ich habe den Werdegang einer schwachen und zugleich starken Persönlichkeit mit großem Interesse verfolgt und einen sympathischen Menschen kennen gelernt, dessen Offenheit und Ehrlichkeit mich beeindruckt und bewegt hat. Ihm ist es geglückt, sein Schicksal in die Hand zu nehmen, mutig, konsequent und in meinen Augen bewundernswert.
Seit 10 Jahren ist Bernd Thränhardt nun trocken, eine Trockenheit, die er selbst als Marathon bezeichnet. Ich wünsche ihm weiterhin viel Kraft, Durchhaltevermögen, besonders in schwierigen Situationen, in denen sich das Suchtgedächtnis zu Wort meldet, und natürlich ein gutes Gelingen in der wichtigen Arbeit als Suchtberater und Therapeut.
0Kommentar| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden