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TOP 500 REZENSENTam 30. März 2014
Der sogenannte Dualismus, die Rivalität zwischen Preußen und Österreich, zwischen Hohenzollern und Habsburgern, gehört zu den zentralen Aspekten der deutschen Geschichte im 18. und 19. Jahrhundert. Die Geschichte dieser Rivalität wurde schon oft erzählt, und es ist deshalb nicht einfach, ihr neue Facetten abzugewinnen. Ulrich Schlie schildert die konfliktreiche Beziehung zwischen Preußen und Österreich aus der Perspektive von acht Monarchen und Politikern: Kaiserin Maria Theresia und König Friedrich II. von Preußen; Klemens von Metternich und Otto von Bismarck; Kaiser Franz Joseph und Kaiser Wilhelm II.; Kurt Schuschnigg und Adolf Hitler. Jedes dieser Paare steht stellvertretend für eine Phase der österreichisch-preußischen Beziehungen. Schlie schlägt einen Bogen vom Kampf um Schlesien bis hin zum Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich 1938. Zugleich bettet er die Geschichte der österreichisch-preußischen Beziehungen in die Geschichte des europäischen Staatensystems seit dem Frieden von Utrecht (1713) ein.

Jedem Leser wird bei der Lektüre sofort auffallen, dass Titel und Inhalt des Buches nur teilweise übereinstimmen. Schlie behandelt vier Themen, die sich genau genommen nicht auf einen gemeinsamen Nenner bringen lassen. Laut Untertitel soll es im Buch um den "Kampf zwischen Habsburg und Preußen um Deutschland" gehen. Ausgehend von diesem Untertitel hätte das Buch mit der Reichsgründung von 1871 enden können. Kaiser Franz Joseph und Kaiser Wilhelm II. führten keinen wie auch immer gearteten Kampf um Deutschland. Warum beide im Buch auftauchen, ist unklar. Das Kapitel, das den beiden Monarchen gewidmet ist, behandelt Themen, die nichts mit irgendeinem Duell oder Kampf zwischen Hohenzollern und Habsburgern zu tun haben: Die Außenpolitik des Deutschen Reiches, die Juli-Krise, den Ersten Weltkrieg. Auch das Schuschnigg-Hitler-Kapitel will nicht recht ins Buch passen. Der österreichische Kanzler Schuschnigg führte mit Hitler keinen Kampf um Deutschland, sondern einen Kampf um Österreichs Unabhängigkeit. Einleuchtend ist lediglich die Gegenüberstellung von Friedrich dem Großen und Maria Theresia, Bismarck und Metternich. Allerdings ging es bei den österreichisch-preußischen Kriegen um Schlesien noch nicht um die Vorherrschaft in Deutschland. Es handelte sich um klassische Kabinettskriege des Ancien Régime.

Seinen Höhepunkt erreichte der Dualismus erst im 19. Jahrhundert, als die Deutsche Frage auf der Tagesordnung stand. Schlie zeigt Metternich als Gegner der Nationalstaatsidee. Mit dem Deutschen Bund setzte der österreichische Staatskanzler eine lockere föderale Ordnung Deutschlands durch, während Bismarck später als Verfechter eines kleindeutschen Nationalstaates auftrat und eine Lösung der Deutschen Frage unter Ausschluss Österreichs herbeiführte. Neu und originell ist das alles nicht. Was Schlie bietet, geht über ein Referat von allgemein bekanntem Handbuchwissen nicht hinaus. Auch die Charakterskizzen der zentralen Protagonisten sind gängigen Klischees verpflichtet, die man aus der einschlägigen Biographik kennt - Friedrich der Große als "Philosophenkönig", Maria Theresia als "mütterliche" Herrscherin, Metternich als "Kavalier" usw. usf. Schlie neigt zu Geschwätzigkeit und verliert sich immer wieder in nebensächlichen und skurrilen Details oder albernen höfischen Klatschgeschichten. Muß man wirklich wissen, dass der von den Nazis inhaftierte Schuschnigg im KZ Sachsenhausen Chrysanthemen züchtete und Kohlrabi anbaute (S. 303)? Hatte August der Starke wirklich eine Affäre mit einer seiner unehelichen Töchter (S. 59)? Erzählerische Missgriffe wie diese mindern den Wert des Buches, das schon genug unter der Diskrepanz zwischen Titel und Inhalt leidet, zusätzlich.

Nicht weniger ärgerlich als die konzeptionellen Schwächen des Buches sind die vielen Fehler, die bei der Lektüre ins Auge springen: Der zeitweilige polnische König Stanislaw Leszczynski war nicht Schwiegersohn, sondern Schwiegervater Ludwigs XV. von Frankreich (S. 51). Metternichs erste Ehe mit Eleonore von Kaunitz kam nicht "mit dem Segen" Maria Theresias zustande, denn zum Zeitpunkt der Eheschließung (1795) war die Kaiserin bereits seit 15 Jahren tot (S. 128). Kronprinz Rudolf war nicht der "älteste", sondern der einzige Sohn Franz Josephs (S. 195). Lucheni, der Mörder der Kaiserin Elisabeth von Österreich, war kein Ungar, sondern Italiener (S. 195). Auch mit dem Rechnen scheint Schlie Probleme zu haben: Goethe (geb. 1749) war nicht 7, sondern 15 Jahre alt, als er 1764 in Frankfurt die Krönung Erzherzog Josephs zum Römischen König miterlebte (S. 105). Als Metternich 1773 geboren wurde, war Maria Theresia nicht "weit mehr als ein Jahrzehnt" von ihrem Tod entfernt, sondern nur sieben Jahre (S. 142). Kaiser Franz II./I. (1792-1835) regierte nicht 50, sondern 43 Jahre (S. 192). Ein Lektorat, das seinen Namen verdient, hätte solche Fehler bemerkt und korrigiert. Peinliche Fehler wie diese sind eine Blamage sowohl für den Autor als auch für den Verlag.

Dieses Buch kann man getrost ignorieren.
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am 31. März 2014
Das Buch hat vollkommen meine Erwartungen erfüllt. Ich kann den Artikel nur weiter empfehlen mit gutem Gewissen!!!!!!!

Das Buch ist wirklich gut.
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