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Kundenrezensionen

3,9 von 5 Sternen
25
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am 17. März 2016
In ihrem Buch "Das Jahr magischen Denkens" beschreibt die bekannte US-Schriftstellerin Joan Didion das eine Jahr nach dem plötzlichen Tod, oder wie sie es formuliert: "den Sturz des erloschenen Sterns", ihres Ehemanns. Neben der Bewältigung ihrer Trauer muss sie sich mit der lebensbedrohenden Krankheit ihrer Tochter auseinandersetzen. Sie sucht auch Trost in wissenschaftlichen Texten über den Tod. Dabei liest sie einen, wie ich finde, wunderschönen, wenngleich tieftraurigen Satz, welcher für mich nicht nur zum Thema des Todes passend erscheint: "Ein einziger Mensch fehlt dir, und die ganze Welt ist leer" (Philippe Aries). Das Buch hat es auf die SPIEGEL-Bestsellerliste geschafft (wobei diese für mich ganz sicher nicht der Gradmesser, zumindest nicht der letztinstanzliche, für die Beurteilung literarischer Texte ist). Die ehrwürdige FAZ notierte zu dem Buch: "Es bricht uns das Herz". Das stimmt in Teilen. Einerseits. Andererseits ist mir das Buch mitunter zu technisch, da zu sehr auf klinische Details versessen. In Summe aber doch ein empfehlenswertes Buch.
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am 8. Juli 2014
Das Buch vermittelt jemanden, der sich in derselben Situation wie Joan Didion befindet, dass viele Gefühle und Erfahrungen auch von anderen Menschen gemacht worden sind und dass man sich nicht verrückt fühlen muss für manche Gedanken bzw. Handlungen.
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am 3. April 2008
Die Kritik ist einmütig herausragend und auch die Rezensenten hier sind sich einig und verneigen sich. Ich halte das Buch für lesenswert, würde es weiterempfehlen, sehe aber auch einige Schwächen.

Auf eine Inhaltsangabe will ich verzichten.

Ich hätte das Orginal lesen sollen, dann hätte ich mich über deb Begriff "Selbstmord", den die Übersetzerin unglücklicherweise benutzt, nicht ärgern müssen. Der Bruder des verstorbenen Ehemannes, so erfährt der Leser, habe sich das Leben genommen. Selbsttötung hat nichts mit Mord zu tun. Bliebe auch noch die Möglichkeit von Suizid zu sprechen. Solche Feinheiten haben schon ihren Sinn.

Es gruselt mich fast, wenn die Übersetzerin von "die Psychodynamiken" schreibt. Dieser vermeintliche Plural macht keinen Sinn. Die Psychodynamik eines Phänomens bezieht in aller Regel verschiedene Faktoren ein. Es bleibt trotzdem "die Psychodynamik".

Mein Lieblingssatz in diesem Buch lautet "Man setzt sich zum Abendessen, und das Leben, das man kennt, hört auf". Aber warum diese Redundanz? Warum muss die Autorin wortwörtlich bestimmte Einsichten wiederholen? Gut, es prägt sich besser ein. Aber hat es sonst noch einen Grund jenseits der Didaktik? Mich machen Wiederholungen eher ungeduldig.

Sätze wie dieser "Was Paramount in diesem Traum machte, eröffnet eine andere Diskussion, hier nicht relevant." irritieren mich, warum deutet sie was an, was sie selbst als irrelevant bezeichnet?

Die Autorin hat eine große Vorliebe für Klammern. Das kann man tun, ich hätte mir gewünscht, sie hätte darauf verzichtet, handelt es sich doch letztendlich um einen literarischen Text.

Einer der Rezensenten hier schrieb, dass hier Abgründe beleuchtet werden. Ich konnte keine Abgründe erkennen. Hier wird der Zustand einer Trauernden sorgsam auf der Verhaltensebene und auf der kognitiven Ebene beschrieben. Die Gefühlsebene blieb seltsam blass. Die Autorin intellektualisiert und rationalisiert. Das ganze wird mit Befunden aus der psychologischen und psychiatrischen Forschung untermauert. Nichts wirklich neues, aber interessant zusammengefügt. Wie gesagt, lesenswert. Aber berührt hat es mich nicht wirklich.
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am 28. September 2009
Am Abend des 30. Dezember 2003, während Joan Didion gerade das Abendessen richtete, starb ihr Mann vor ihren Augen an einem Herzinfarkt. Sie waren 40 Jahre verheiratet und nur bei ganz wenigen Gelegenheiten getrennt gewesen. Beide Schriftsteller, hatten sie beide zu Hause gearbeitet, häufig gemeinsam Drehbücher überarbeitet. Sie waren einander jeweils der erste Leser und Kritiker.

Nach außen nimmt Joan Didion die Nachricht vom Tod ihres Mannes gefasst auf; "sie ist hart im Nehmen". Doch ihre Welt ist mit einem Schlag zerbrochen.

Ihr Verstand weiß, dass John tot ist. Und obwohl sie eine ausgesprochen reflektierte Frau ist, alles analytisch durchleuchtet, kann sie diese Nachricht innerlich dennoch nicht akzeptieren. Sie liest, "Information ist Kontrolle", liest Bücher über Trauer, über Verlust und Leid, und findet in diesen Ratgebern doch nichts, was sie selbst betrifft. Nur ein Benimmbuch aus den zwanziger Jahren mit sachlich-praktischen Anleitungen, wie man einem Trauerhaushalt beistehen könne, findet ihre Zustimmung.

Immer und immer wieder stellt sie die Chronologie der Ereignisse zusammen; wie sie aus dem Krankenhaus, in dem ihre einzige Tochter mit septischem Schock liegt, nach Hause gekommen waren. Wie sie Feuer angemacht hatten, das Essen richtete, wie John mit ihr sprach und dann plötzlich nicht mehr. Immer wieder erinnert sie sich auch an einzelne Kommentare, die er in den letzten Monaten an sie richtete; dass er nach Paris fliegen wolle, weil er nicht wisse, ob er sonst in seinem Leben noch einmal dahin komme.

Während dieser ersten Zeit der Trauer liegt ihre Tochter im Krankenhaus. Immer wieder fragt sie nach dem Vater, erfährt von seinem Tod, um sich am nächsten Tag nicht daran zu erinnern. Nach einer kurzen Phase der Besserung muss sie erneut operiert werden; kurz vor dem Erscheinen dieses Buches stirbt auch sie, ihr Tod ist allerdings nicht mehr ins Buch aufgenommen.

Wer nun aufgrund dieser erschütternden Vorstellung annimmt, "Das Jahr magischen Denkens" wäre ein sentimentales, von Selbstmitleid getränktes Werk, irrt gewaltig. Und gerade diese Abwesenheit von rührseligen Momenten macht dieses Abschiedsdokument umso berührender. Man liest hier, wie ein Mensch versucht, mit seinem Verstand die Gefühle Leid, Verlust und Trauer zu verstehen und damit zu kontrollieren.

Zwischenzeitlich kamen mir, gerade auch weil mich dieses schonungslos ehrliche Buch unheimlich berührt und beschäftigt hat, auch Gedanken wie "darf man seine Trauer so öffentlich machen? Ist es ethisch vertretbar, mit dem eigenen Verlust ein Geschäft zu machen?" - und ganz konnte ich diese Frage für mich bislang auch noch nicht beantworten. Andererseits war die Familie Didion/Dunne von Anfang an an ein öffentliches Leben gewöhnt; Familienfotos wurden regelmäßig veröffentlicht, ihr Leben spielt sich unter Beobachtung ab.

Didion beschreibt, wie sie gegen das Selbstmitleid ankämpft. Wie diese Trauer wirklich eine körperliche Krankheit ist. Ihr Buch ist auch ein Plädoyer dafür, Tod und Trauer wieder mehr im sozialen Leben stattfinden zu lassen.

"Das Jahr magischen Denkens" erzählt von einer Ehe, die glücklich und symbiotisch, aber sicher nicht glatt und unproblematisch war. Didion erzählt auch von den Unstimmigkeiten, vom Schweigen zwischen ihnen - es sind diese Zeichen eines Bestrebens, nichts zu verklären, nichts zu idealisieren, nur weil er tot ist, die für mich den Verlust noch ungeheuerlicher spürbar haben werden lassen.

Dieses Buch hat mich sehr berührt - und ich empfehle es aus ganzem Herzen weiter.
Das Jahr magischen Denkens
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am 1. Juni 2011
Das Buch gefällt mir. Oberflächlich betrachtet haben wir es mit einer Aneinanderreihung von zu 90% recht banalen Ereignissen und einigen - meist nicht viel weniger banalen - Gedanken zu tun. Die interessante Ebene ist jedoch das Nichts, das durch den Text hindurchschimmert. Die Ebene von Verlust und Verlorenheit, die hinter den Worten hervorlugt und diese zutiefst fremdartigen Hauptfiguren, die ständig nach L.A., Paris und Honolulu fliegen und sich am Kamin aus eigenen Romanen vorlesen, genauso betrifft wie mich. Und vermutlich auch jeden anderen. Das ist die eine Sache.

Der andere Aspekt ist die Übersetzung. Die englischen Sätze sind größtenteils nur ziemlich lieblos als deutsche verkleidet. Die Dreiachtelmeile bleibt eine Dreiachtelmeile, "einidiot" (vermutlich im Original: afool) passt in fünf Kreuzworträtselkästchen, und Joan Didion "gibt einen Abend". Teilweise werden der langjährigen Schriftstellerin hier Sätze untergeschoben, die man jedem Grundschüler rot anstreichen würde - das passt einfach nicht zusammen.
"Ich glaube auch nicht, daß es 'Pech' war, was John getötet und Quintana gehabt hatte" ist so ein Satz. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das wirklich falsch ist (das "was" ist ja offenbar sowohl Nominativ als auch Akkusativ), aber es ist irgendwie... sprachlich unhygienisch. Na, jedenfalls: Hätte ich noch einmal die Wahl, würde ich das Buch im Original lesen.
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am 11. Oktober 2009
Joan Didion beschreibt ihre Trauer nach dem Tod ihres Mannes. Offen legt sie ihren Schmerz ohne sich bloß zu stellen. Anhand ihres Buches konnte ich nachvollziehen, was für ein schwerer Prozess, das Abschied nehmen ist. Doch darf man bei der Lektüre nicht vergessen, dass jeder Trauerprozess individuell verläuft, nur das Bekenntniss, das Didion am Ende spricht, sollte bei jedem die gleiche sein: Es ist notwenidig den Toten gehen zu lassen, um selbst weiter zu leben.
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