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am 31. Dezember 2017
In manchen Passagen ähnelt der Schreibstil der distanzierten Art von Jüngers Stahlgewittern. Der Leser ist sehr nah dran am Krieg. Mich schockiert der Kontrast zwischen der heilen Welt auf den Jugendfotos von Reese, der aus einer gut Bürgerlichen Familie stammt und dem harten Kriegsalltag in dem er landet. Man spürt die Empfindungen eines jungen Mannes der weg von Abiturparties und Freundin in eine tödliche Maschinerie hineingezogen wurde.Seine Gedanken über das Regime werden dem Leser nicht vorenthalten. Allerdings fällt die Kritik sehr verhalten aus was wohl auch der Zensur und der Angst vor Verfolgung durch die Gestapo geschuldet ist.
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am 21. April 2010
Wir sind ja nun wieder eine Nation, die Kriege - wenn auch in Anführungszeichen - führt. Im Klartext heißt dies, dass wir Soldatinnen und Soldaten in Situationen der permanenten Angst, Gefahr und schleichenden Entmenschlichung schicken, die weit jenseits der Alltagserfahrung von uns Normalbürgern liegen. Und dann kommen diese Menschen wieder zurück in den Schoß einer für sie wohl extrem fremd gewordenen, seltsam behüteten und gegen die wahren Schrecken der Welt (noch) abgeschotteten Spielzeugeisenbahnwelt. Eine Luxuswelt, in der sich Feuilletonisten wochenlang über die frühreifen literatischen Ergüsse einer Berliner Plagiatorin oder irgendwelche Feuchtgebiete ereifern können. Offenbar geht es uns in unserem Narrenparadies so gut wie keiner Generation zuvor. Noch.

Wer jedenfalls erahnen will, was psychologisch in den Menschen vorgehen mag, die für uns in die inneren Höllenkreise unseres Planeten ziehen und im Wortsinne ihren Kopf hinhalten, sollte dieses dunkle Meisterwerk deutscher Literatur lesen. Willy Peter Reese beschreibt als Soldat im zweiten Weltkrieg, wie er im Gemetzel des Russlandfeldzugs "sich selber seltsam fremd wird". Am Schluss hält er die Spielzeugwelt der Heimat, nach der er sich in Schlamm und Blutbad doch so sehnt, kaum noch aus. Er muss zurück in die Kriegshölle wie ein Trinker zur Flasche, wie ein Junky zum nächsten Druck. Er braucht den ultimativen Todeskick.

Äußerst belesen, hoch gebildet und zweifellos ein literarisches Genie, beobachtet Reese seine eigene Veränderung zum Krieger, poetisch, sezierend und zugleich ohne naive moralische Wertung. Er wird zu einem, der "im Verfall seiner eigenen Seele wohnt" - und: "Gespenster schienen auch wir". Das Ventil der gespenstisch verrohten Männer: "Wir... stürzten uns wie Todgeweihte in den Rausch ... ließen eine gefangene Russin Nackttänze aufführen und bestrichen ihre Brüste mit Stiefelfett...". Das unvollendete Romanfragment endet mit Sätzen, die Reese während seines letzten Heimaturlaubs tippte: "Pause. Urlaub in der Heimat. Heimkehr, Heimkehr! Der Krieg ging weiter. Ich wanderte wieder aus. Ich liebte das Leben". Danach zog Willy Peter Reese wieder in den Todesraum Osten und verschwand irgendwo in irgendeiner Schlacht, wie so viele.

Reeses literarisches Vermächtnis ist ein großes, lehrreiches, wichtiges Buch über das, was Krieg aus Soldaten macht. Ich kann es allen, die wie ich als behütete Friedens- und Wohlstandskinder aufgewachsen sind und diesen schwarzen Spiegel des Menschseins schauen wollen, nur empfehlen. Allerdings sollte man sich innerlich warm anziehen, wenn man sich auf dieses Buch einlässt. Das hier ist kein Spiel mehr.
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am 12. Januar 2013
Willy Reese schafft all das Absurde des Krieges in Worte zu fassen. Seine Schilderungen haben mich zutiefst beeindruckt, weil er eben nicht auf die ganze Brutalität eingeht, sondern man im Zeitraffer den Verfall seines Geistes miterlebt. Es geht unter die Haut. Dass der Autor den Krieg nicht überlebt, sondern das Buch einfach abbricht, macht es nur noch authentischer...
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am 5. April 2010
Das Buch ist ausgezeichnet. Der Schrecken und die Grausamkeit des Krieges wird durch das Zeugnis des Autors deutlich. Er schildert sein Leben und seine Gedanken im Rahmen von Texten aus seinem Tagebuch. Das Buch ist empfehlenswert. Insbesondere sollte es von jungen Leuten gelesen werden, die auch heute noch der Ansicht sind als Soldat die Welt zu ändern und nicht Ihre Funktion als Rädchen im Machtgefüge Anderer erkennen.
Die aktuellen Aktivitäten der deutschen Armee sind nach der Lektüre dieses Buches noch schwieriger nachzuvollziehen.
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am 2. September 2013
Für alle die Zeitzeugenberichte, Tagebücher etc. besonders über den 2WK interessiert sollten sich dieses Buch zu gemüte führen. Ich persönlich habe schon einige Bücher in dieser Richtung gelesen und würde dieses ohne Bedenken weiter empfehlen. Wirklich sehr gut. Es kommt nicht gerade oft vor das man sich emotional und gedanklich in eine wahre Begebenheit rein versetzt und irgendwie das Gefühl hat man kennt die Person und ist Teil der erzählung, hier war dies bei mir so. Wirklich Top, unbedingt Lesen.
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am 24. März 2017
Das Buch ist wohl eher ein Roman als “herkömmliche“ Erzählungen / Tagebuchnotizen vom Krieg. Man merkt von der 1 Seite an das der Verfasser selbst eine grosse Liebe zum Roman, zur Poesie, Lyrik und Dichtung hatte. Von daher füllt schon mal eine Beschreibung eines im Wind wehenden Blattes eine halbe Seite. Für mich persönlich ist dieser Stil zu anstrengend, ich habe mich beim Lesen oft dabei ertappt das ich mir mehr direkte Erzählungen über den Krieg gewünscht hätte bzw. diese Erzählungen nicht dermassend poetisch vorgetragen. Ich möchte damit nicht sagen dass das Buch an sich schlecht ist, nur ich persönlich konnte mich mit dem Stil nicht anfreunden.
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am 10. Oktober 2013
Das man bei dem hier,von Willy Reese geschilderten Kriegshorror,überhaupt noch in der Lage ist einen zusammenhängenden Satz zu denken,gar niederzuschreiben,verdient meine Anerkennung.
Es ist nicht nur ein Satz dabei herausgekommen,sondern wirklich ein aufrüttelndes Buch,welches uns den Wahnsinn dieses Krieges noch einmal äußerst anschaulich vor Augen führt.
Jedem der bei den Wörtern, Krieg und Schlachtengetümmel,dieses unbestimmbare,glorifizierende Leuchten in die Augen fährt,sei dieses Buch empfohlen um den Krieg so zu erleben wie er in Wirklichkeit ist,unbeschreiblich bestialisch!
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am 6. Dezember 2009
Habe das Buch mit großer Spannung gelesen. Die Gefühle werden authentisch beschrieben und sind nicht durch den Filter verändert worden, der gerade in Deutschland die Kriegserlebnisse in ein bestimmtes Bewertungsschema presst.

Schockiert hat mich allerdings die philosophische Überhöhung, wenn zum Beispiel nur lakonisch gesagt wird "die Frauen schrien, das Dorf brannte" und dann ausführlich der Sternenhimmel beschrieben wird. Naturerlebnisse als Ersatz für Menschlichkeit.

Aber auch aus diesem Aspekt ein sehr hilfreiches Buch und seltenes Dokument für die seelische Verarbeitung der Kriegsgeschehnisse.
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am 2. März 2005
So ganz kann ich die Reaktionen der anderen Rezensenten hiern nicht verstehen.
Reese schildert, wie er aus seinem geregelten Leben gerissen und in den Horror des Zweiten Weltkriegs an der Ostfront gezogen wird. Reese beschreibt sehr detailliert, wenn auch ewtas blumig, da gebe ich den anderen Lesern Recht, wie er vom friedensliebenden Denker zum primitiven Abbild eines Menschen wird, nur darauf bedacht zu überleben.
Teilweise erscheint das Werk etwas lücken- oder sprunghaft, was daran liegt, dass Reeses Tagebuch als Vorlage für das Manuskript diente. Der Autor stellt hier die Erbarmungslosigkeit des Krieges dar und hält die inneren Veränderungen eines Menschen, der täglich dem Tod gegenüber steht, fest.
Für Leser, die interessante oder gar "spannende" Kriegsgeschichten erwarten, sicher ungeeignet. Für diejenigen, die sich für die Veränderungen im Seelenleben eines jungen Menschen während des Krieges interessiern empfehlenswert.
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am 23. Dezember 2015
Einfach nur langweilig. Der Schreibstil ist unerträglich und beschreibt Landschaften und Menschen. Das Buch liest sich wie Prosa aus dem 19. Jahrhundert. Das ist meine Meinung über das Buch. Der Autor verdient meinen Respekt, dass er Teil einer verlorenen Generation war.
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