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Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen
30
4,3 von 5 Sternen
Philomena: Eine Mutter sucht ihren Sohn
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:9,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 18. März 2014
Im Original heißt das Buch „The lost Child of Philomena Lee“, was als Titel sehr viel besser geeignet ist, als der jetzige deutsche Titel, der mit Sicherheit aus Marketinggründen in Anlehnung an den Kinofilm gewählt wurde. Im Buch geht es nämlich nur in sehr geringem Maße um Philomena oder um ihre Suche nach ihrem Sohn, und auch die Recherchen des Autors Martin Sixsmith, die im Film detailgetreu beschrieben werden, werden hier nur in ihren Ergebnissen deutlich, während ihr Ablauf kaum geschildert wird.

Zum großen Teil handelt es sich bei dem Buch um die Biographie von Michael Hess/Anthony Lee, also des titelgebenden „Lost Child“. Da Michaels Leben im Film nur anhand weniger Eckpunkte thematisiert wird, ist das Buch in dieser Hinsicht eine perfekte Ergänzung zum Film. Sehr detailgetreu wird sein Leben nach der Adoption in den USA geschildert – das Aufwachsen bei seiner neuen Familie, die Schulzeit, das Studium, sein beruflicher Werdegang und auch sein Privatleben. Dabei fallen auch immer wieder interessante zeitgeschichtliche Informationen ab, die Michaels Werdegang berühren: Die US-Politik unter Nixon, Carter, Reagan und Bush, das Leben als Homosexueller in den USA der 70er und 80er Jahre und der Beginn der Zeit, als Liebe plötzlich lebensgefährlich wurde.

Dabei ist das Buch nicht wie ein Sachbuch aufgebaut, sondern wie ein Roman. Das hilft definitiv dabei, eine emotionale Bindung zum Geschehen aufzubauen, beinhaltet für mich aber auch ein Problem: Im Prolog zum Buch schreibt der Autor „Alles, was nun folgt entspricht der Wahrheit oder ist nach bestem Wissen und Gewissen rekonstruiert“. Die Schilderungen im Buch sind sehr detailgetreu inkl. wörtlicher Rede, so dass man davon ausgehen muss, dass trotz vieler Gespräche des Autors mit Beteiligten nicht alles so detailgetreu recherchierbar war. Es ist nicht ersichtlich, was tatsächlich belegt ist und was vom Autor „nach bestem Gewissen“ hinzugefügt wurde. Für den Lesefluss ist es so natürlich besser, hin und wieder fand ich diese Unsicherheit allerdings etwas unbefriedigend.

Insgesamt hat mir das Lesen des Buches viel Spaß gemacht. Das lag nicht nur an der Grundthematik der Adoption und Michaels Suche nach seinen Wurzeln, sondern auch an der davon unabhängigen interessanten Biographie von Michael Hess und dem Einblick in die Gesellschaft der Vereinigten Staaten der letzten Jahrzehnte.

Am Ende gab es dann aber noch etwas, das mich enttäuscht hat: Auf recht wenigen Seiten wird doch noch kurz auf Philomena und auf ihre Recherchen mit ihrer Tochter und Martin Sixsmith eingegangen. Wenn man davon ausgeht, dass im Buch der wahre Ablauf der Geschehnisse geschildert wird, bleibt einem nur der Schluss, dass ein Großteil des Filmes fiktional ist und dass es die Recherchereise von Philomena und Martin in die USA nie gegeben hat. Da mir der Film sehr gut gefallen hat, und ich immer davon ausgegangen bin, dass er auf Tatsachen beruht, war dies eine Erkenntnis, die mir gar nicht gefallen hat.
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am 10. April 2017
Eine Geschichte, diesmal ohne Happyend, einfach wahr, unschön, brutal und dennoch hoffnungsvoll. Ein guter Spannungsbogen von Anfang bis Schluss. Sehr lesenswert!
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am 3. November 2017
Sehr zuu empfehlen, da es ein Kapitel irischer Geschichte aufarbeitet,welches so bislang üeberhaupt nicht bekannt war!
Sehr aufrührend und sensibel!
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am 12. Oktober 2014
Nachdem ich vor ein paar Monaten den zutiefst anrührenden Film gesehen habe, entdeckte ich vorletzte Woche das Buch, das die Grundlage zum Film liefert. Wie die meisten anderen RezensentInnEn schon anmerkten, trifft der englische Titel "The Lost Child of Philomena Lee" den Inhalt deutlich besser, denn es wird (nahezu) durchgehend chronologisch die Geschichte des verlorenen und nach Amerika verkauften Sohnes Anthony Lee (von seinen Adoptiveltern in Michael Hess umgetauft) erzählt, während im Filmdrehbuch seine leibliche Mutter Philomena und der Journalist Martin Sixsmith und ihrer beider Suche (und ihre unterschiedliche und sich später angleichende Sicht des Erfahrenen) im Mittelpunkt stehen.
Dadurch ergänzen sich aber Buch und Film perfekt und die wenigen Lebenszeichen von Michael im Film werden im Buch mit Leben erfüllt.
Martin Sixsmith hat eine herausragende, geradezu irre Rechercheleistung (ausgehend von den wenigen Informationen, die er hatte) hingelegt und das Kunststück fertiggebracht, seine in Interviews und in Archiven erhaltenen Informationen in eine gut lesbare und packende Lebensgeschichte von Michael Hess auszuformen, die in ihren besten Momenten an "Die Schönheitslinie" von Allan Hollinghurst erinnert, in dem das Leben (und Sterben) mehrerer schwuler (und anderer) Freunde im London der Thatcher-Ära und vor allem im Umfeld der regierenden Tories erzählt wird.
Sixsmith setzt Anthony/Michael ein liebevolles und einfühlsames Denkmal, entwickelt eingehend, warum dieser nie eine innere Heimat in seinem Leben finden konnte; warum er glaubte, kein Glück zu verdienen und so immer wieder seine Beziehungen und letztendlich auch sein Leben systematisch zerstörte; warum ihm die Anerkennung für seine juristische Arbeit und der damit verbundene Aufstieg durch die Republikaner in Washington so wichtig war, daß er seine eigenen Ideale verriet und so auch mitschuldig war an der Untätigkeit der Reagan-Administration angesichts der Aids-Katastrophe, der er letztendlich selbst zum Opfer fiel.
Das alles ist so glaubhaft und lebensnah geschildert, als wäre Sixsmith die ganzen Jahre an Michaels Seite gewesen. Gleichzeitig gelingt ihm ein bedeutendes Sittengemälde der Vereinigten Staaten von Amerika während der Reagan-Ära wie auch der vorhergehenden und nachfolgenden Jahre, genauso wie vom Irland der 1950er-Jahre, das offenbar mehr von Bischöfen als von Politikern regiert wurde.
450 Seiten, die ich kaum aus der Hand legen konnte und die mich sehr traurig und nachdenklich machen.
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am 3. März 2014
Ein tolles Buch mit einer interessanten Thematik, gebe allerdings nur 4 Sterne, da ich mir vom Inhalt etwas anderes erhofft hatte. Das Buch handelt vor allem über das Leben des Jungen, ich hätte gerne auch zeitgleich die Seite der Mutter kennengelernt. Sie wird am Schluss kurz beschrieben, war mit allerdings zu wenig. Außerdem wird viel über das politische Leben geschrieben, dass Michael führte. Es war interessant, aber nicht ganz dass war ich mir vorgestellt hatte.
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am 14. März 2014
Der Titel total irreführend, das Buch beschreibt doch zu 70% die politischen Situationen in den USA (gähn), das privat Leben von Michael/Anthony nur sehr vage beschrieben, Philomena selber wird eigentlich auch nur am Rande und nur ganz flüchtig beschrieben. Lediglich die Bilder in der Buchmitte, unter anderem von Michaels/Anthonys Grabstein haben mich dazu veranlasst weiter zu lesen, wollte dann doch wissen, was im zugestoßen ist.
Schade, habe mir ehrlich mehr erwartet, vielleicht erfährt man ja im Film mehr über Philomena?
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am 24. März 2014
... da der Titel einfach vom Film übernommen wurde (was mich unter anderem auch veranlasst hat, zu dem Buch zu greifen), anstatt den Originalbuchtitel zu übersetzen,der sehr viel passender gewesen wäre.
Wenn man aber Film und Buch kennt, ist das ganze eine runde Sache, denn sie ergänzen sich gegenseitig. Der Film erzählt ausführlich und ein wenig selbstironisch, aber auch sehr bewegend Philomenas Suche und man erfährt dabei nach und nach ein wenig über Anthonys Geschichte. Im Buch jedoch kommt Philomena buchstäblich nur sehr am Rande vor (nämlich vorne und hinten je einige wenige Kapitel) und man erfährt hauptsächlich, wie es Anthony nach der Adoption erging und wie er sich in der Politik in Amerika einen Namen machte, nicht ohne sich dabei auch ein Stück weit selbst verkaufen zu müssen. Zwischendurch dachte ich mir, es hätte das ganze vielleicht ein wenig aufgelockert und spannender gemacht, wenn Kapitel mit Philomenas Suche dazwischen geschaltet worden wären (hier bin ich vielleicht von den Romanen von Katherine Webb und Kate Morton etwas verwöhnt...)

In welcher Reihenfolge man sich beides nun zu Gemüte führt, sei jedem selbst überlassen. Ich kannte zuerst den Film und dachte dann, ich könne im Buch noch mehr über Philomena erfahren, war aber auch erfreut darüber, im Gegenzug Anthonys Geschichte zu erfahren (im Film kommt nämlich nicht raus, dass sie über ihn doch so viele Einzelheiten in Erfahrung bringen konnten, hier bleibt sein Leben sehr schemenhaft).

Meine Empfehlung: Jedes Medium einzeln ist möglich und gut, aber erst zusammen wird es eine richtig runde Sache! (Ein Stern Abzug wegen des irreführenden deutschen Buchtitels.)
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am 22. April 2014
Ich habe mir den Film im Kino angesehen und ich war von dem Thema des Films so ergriffen, dass ich im Anschluss daran das Buch gekauft habe. Die Lektüre ist sehr ergreifend und ich finde noch ausführlicher als der Film Im Buch sind auch viele Fotos von Anthony Lee (später Michael Hess genannt) sowie von seiner Schwester und auch der Grabstelle von Anthony (beim Kloster in Irland) sowie ein Foto von Philomena, die verständlicherweise traurig war, als sie erfahren hatte, dass ihr Sohn nicht mehr am Leben ist, da er in jungen Jahren an HIV gestorben ist. Sie hatte sich ein Wiedersehen mit ihrem Sohn von ganzem Herzen gewünscht, leider kam es nicht mehr dazu, das Leben "macht" einem manchmal einen Strich durch die Rechnung.

Das Buch ist sehr leicht zu lesen und nimmt einen sofort in Bann, sobald man mit dem Lesen des kurzweiligen Buches begonnen hat. Es ist für mich in der heutigen Zeit kaum zu verstehen, dass es "Nonnen in einem irischen Kloster die Unverschämtheit besaßen in den 50er Jahren und die unehelichen Kinder von ledigen jungen Frauen, die im Kloster Zuflucht suchten, in die Vereinigten Staaten gegen Geld zu verkaufen, ohne auf die Gefühle der jungen Mütter zu achten. Leider sind dies Fakten wie man dem Film und auch dem Buch entnehmen kann, die vielen traurigen Schicksale der Kinder und der ledigen Mütter sind mir sehr zu Herzen gegangen und ich bin froh, dass ich im Jahr 2014 lebe und nicht im Jahr 1950 in Irland. Gott sei Dank!

Ich kann das Buch und auch den Kinofilm sehr empfehlen!
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am 20. Juli 2015
Was Philomenia erleben musste und mitgemacht hat, ist sehr gut erzählt.

Nicht zu glauben, was alles "im Namen der Kirche" passiert ist und wie mit Menschen umgegangen wurde.
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am 21. Juni 2014
Ich habe nur die Vorschau mehrfach gesehen, den Kinofilm aber leider nicht, daher kann ich nicht beurteilen, wie sich das Buch vom Film unterscheidet. Aber - auch ohne den Film - ist dieses Buch unheimlich spannend. Man mag es kaum glauben, was für Emotionen und Gefühle so unendlich lange in einem bleiben, wenn man in sehr jungen Jahren aus seiner Familie rausgerissen wurde. Der Autor hat die Lücken sehr gut recherchiert und lebhaft gefüllt, so dass man sich in alle Parteien gut einfinden konnte. Ein emotionales und lesenswertes Buch!
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